Entwicklung & Code
software-architektur.tv: Splitting without Splitting | heise online
Diese englischsprachige Folge des Videocasts software-architektur.tv widmet sich der Frage, warum das klassische Aufteilen zu großer Teams nicht immer der beste Weg ist – und welche Alternativen es gibt. In der live von der Konferenz „Agile meets Architecture“ gestreamten Episode spricht Eberhard Wolff mit Tsvetelina Plummer und Pricillia Gunawan über das Thema „Splitting without Splitting“.
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Das Szenario kennen viele Entwicklungsteams: Die Gruppe ist zu groß geworden, Meetings ziehen sich, die Hälfte der Gespräche betrifft nicht mehr die eigene Arbeit, und das Sprint-Ziel lautet nur noch „alle Stories im Sprint abschließen“. Die Lehrbuchantwort auf diese Probleme und auch der Chatbot sind sich einig: Das Team muss aufgeteilt werden.
Statt diesem Standardrezept zu folgen, haben sich Tsvetelina Plummer und Pricillia Gunawan die Frage gestellt: „Was brauchen wir eigentlich, um gut zusammenzuarbeiten?“ Hintergrund sind ihre über vier Jahre gesammelten Erfahrungen mit mehreren großen Data-Science- und Engineering-Teams, die mit verschiedenen Varianten desselben Problems gerungen haben – und dabei bewusst auf ein Splitting nach Lehrbuch verzichtet haben.
Maßanzug statt Modell von der Stange
Statt auf dem einen richtigen Weg zu bestehen, zeigen Tsvetelina Plummer und Pricillia Gunawan im Gespräch mit Eberhard Wolff, wie gezieltes Zuhören und bewusstes Auswählen von Lösungen Effizienz und Freude an der Arbeit zurückbringen können. Dabei geht es konkret um folgende Ansätze:
- Verändern, wer im Team welche Aufgaben übernimmt.
- Teamgrenzen neu ziehen.
- Pragmatische Kombination mehrerer Organisationsmodelle wie LeSS, Team Topologies und Fluid Teams.
Die zentrale Botschaft: Statt einem perfekten Modell nachzujagen, sollten Teams etwas gestalten, das tatsächlich zur eigenen Kultur und zur spezifischen Problemdomäne passt. Tsvetelina Plummer und Pricillia Gunawan vergleichen das mit einem Maßanzug: Er müsse den Menschen passen, die ihn tragen, und nicht nur auf einem Cover gut aussehen.
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Wer mehr zum Thema erfahren und Tsvetelina Plummer und Pricillia Gunawan live auf der Bühne erleben möchte, kann sich auch ihren Vortrag am 10. März auf der Konferenz Agile meets Architecture in Berlin ansehen. Eberhard Wolff bietet dafür einen speziellen Rabattcode für seine Zuschauerinnen und Zuschauer.
Livestream am 10. März
Die Folge wird am Dienstag, 10. März 2026, live ab 12 Uhr von der Konferenz Agile meets Architecture gestreamt. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.
(map)
Entwicklung & Code
Git 2.54: Experimenteller Befehl für Commit-Historie
Das verteilte Versionsverwaltungssystem Git 2.54 ist erschienen. Ein experimenteller git history-Befehl und ein veränderter Umgang mit Hooks zählen zu den wichtigsten Neuerungen in dem Release, an dem 137 Personen mitgewirkt haben.
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Commit-Historie verändern mit git history
Wie GitHub in einem Blogeintrag ausführt, bot Git bisher bereits Möglichkeiten, die Historie eines Projekts zu verändern. So lassen sich mit git rebase -i Commits anders anordnen, editieren oder verwerfen. Das ändert jedoch auch Working Tree und Index, was weitreichende Aktionen nach sich ziehen kann.
Für einfache Fälle steht daher nun der experimentelle Befehl git history bereit, der unter der Haube auf der Funktionsweise von git replay basiert. git history unterstützt die beiden Vorgänge reword und split. Mit git history reword können Entwicklerinnen und Entwickler eine Commit-Nachricht im Editor öffnen und anpassen, um zum Beispiel einen Tippfehler zu berichtigen. Das aktualisiert ebenfalls Branches, die aus diesem Commit hervorgehen. Im Gegensatz zu git rebase verändern sich Working Tree und Index hierbei jedoch nicht. Die zweite mögliche Aktion, git history split , erlaubt das Aufteilen eines Commits in zwei verschiedene Commits.
Zu den bewussten Einschränkungen des history-Befehls zählt, dass er weder mit Historien umgehen kann, die Merge Commits enthalten, noch Vorgänge durchführt, die Merge-Konflikte auslösen würden.
Flexiblere Hook-Definition
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Eine weitere bedeutende Neuerung betrifft den Umgang mit Git-Hooks. Diese ließen sich bisher nur als ausführbare Skripte definieren, die sich in einem spezifischen Verzeichnis befanden – standardmäßig im Unterverzeichnis hooks des .git-Verzeichnisses. Das brachte einige Schwierigkeiten mit sich, wie GitHub erläutert: Wollten Entwickler beispielsweise vor jedem Commit auf allen Repositories einen Linter laufen lassen, so mussten sie das entsprechende Skript in jedes Repository kopieren, was zu Arbeitsaufwand und Fehleranfälligkeit führte.
Diese Probleme soll Git 2.54 lösen, denn Hooks lassen sich nun in den Konfigurationsdateien definieren. Statt ein Skript in .git/hooks/pre-commit zu platzieren, ist nun diese Alternative möglich:
[hook "linter"]
event = pre-commit
command = ~/bin/linter --cpp20
Auf diese Weise lassen sich Hooks zentral definieren und auf alle Repos anwenden. Eine solche Konfiguration kann sich User-basiert in ~/.gitconfig befinden, systemweit in /etc/gitconfig oder in einer lokalen Konfigurationsdatei eines Repositories. Entwicklerinnen und Entwickler können zudem mehrere Hooks für ein bestimmtes Event definieren oder Hooks wahlweise in einem Repository deaktivieren.
Weitere Informationen zu diesen und anderen Neuerungen in Git 2.54 finden sich in den Release Notes.
(mai)
Entwicklung & Code
Software Testing: Praxisnah sicher entwickeln mit IEC 62443-4-1
In dieser Episode spricht Richard Seidl mit Holger Santelmann über IT-Sicherheit in Entwicklungsprozessen und über die internationale Norm IEC 62443-4-1, die festlegt, wie sichere Entwicklungsprozesse für industrielle Software und Systeme gestaltet werden sollen. Im Zentrum steht die Frage, wie Normen praktisch umgesetzt werden können, ohne dass sie nur lästige Pflicht bleiben. Holger Santelmann erzählt, wie sein Unternehmen diese Norm eingeführt und zum echten Werkzeug für bessere Softwarequalität gemacht hat. Es geht um konkrete Herausforderungen: von Trainings und unabhängigen Testern bis hin zu interner Reflexion und Zusammenarbeit im Team.
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Holger Santelmann ist Dipl.-Medieninformatiker (FH) und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung. Er hat als Senior Software Developer bei der Firma M&M Software GmbH angefangen und sich in den letzten Jahren immer mehr auf das Thema Release- bzw. Testmanagement spezialisiert. Als Leiter des Competence Centers Quality Engineering treibt er das Thema Qualitätssicherung innerhalb der Firma M&M Software GmbH weiter voran und unterstützt den Softwareentwicklungsprozess.
Software-Testing im Gespräch
Bei diesem Format dreht sich alles um Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste schauen sich Dinge an, die mehr Qualität in die Softwareentwicklung bringen.
Die aktuelle Ausgabe ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar: „Praxisnah sicher entwickeln mit IEC 62443-4-1 – Holger Santelmann“.
(mdo)
Entwicklung & Code
Google bildet „Strike Team“ zur Verbesserung seiner Coding-KI-Modelle
Google soll intern ein Sonderteam aus Forschern und Ingenieuren zusammengestellt haben, um seine KI-Modelle für die Softwareentwicklung zu verbessern. Auslöser ist laut einem Bericht von The Information die wachsende Überzeugung innerhalb von Google DeepMind, dass Anthropics Coding-Tools den eigenen Gemini-Modellen derzeit überlegen sind. Während Anthropic nach eigenen Angaben nahezu seinen gesamten Code KI-gestützt schreibt, liegt der Anteil bei Google laut Finanzchefin Anat Ashkenazi bei rund 50 Prozent. Der Rückstand soll nun aufgeholt werden – und zwar nicht nur aus Wettbewerbsgründen: Googles Mitgründer Sergey Brin sieht verbesserte Coding-Fähigkeiten als Zwischenschritt auf dem Weg zu einer KI, die sich irgendwann selbst weiterentwickeln kann.
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Mit seinem „Strike Team“ verschärft damit auch Google die Gangart in dem zurzeit meist umkämpften Teilbereich der Künstlichen Intelligenz. Anthropic hatte sich mit seinem Coding-Tool Claude Code frühzeitig auf den Bereich Coding spezialisiert. OpenAI hat sein Engagement rund um das KI-Tool Codex massiv erweitert, woraufhin Anthropic auch ein Design-Tool namens Claude Design vorstellte.
Google will internen KI-Einsatz erhöhen
Bei Google geht es aktuell erst einmal auch darum, den internen Einsatz von KI stärker voranzubringen, wie das US-Magazin The Information unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen im Unternehmen berichtet. Bislang habe sich Google bei seinen Modellen vor allem auf die Bedürfnisse externer Kunden konzentriert. Ähnliches gilt für Apple: Auch dort werden Entwickler gerade im Umgang mit KI-Coding-Tools für die Softwareentwicklung geschult, um den internen Einsatz zu modernisieren. Solche internen Modelle, welche die Eigenheiten des Google-Codes besser abbilden als öffentliche Modelle, wolle man zwar wegen der darin enthaltenen Geschäftsgeheimnisse nicht nach außen geben. Sie können aber eine wichtige Zwischenstufe sein, um bessere öffentliche Modelle zu erschaffen.
Teamleiter sei Sebastian Borgeaud, ehemaliger Pre-Training-Lead für Gemini bei Google DeepMind. Der Fokus liege auf komplexen Langzeit-Coding-Aufgaben. Dazu zähle das Verständnis von Codebases und das Schreiben kompletter Software. Google-Mitgründer Sergey Brin und DeepMind-CTO Koray Kavukcuoglu sollen persönlich in das Strike Team eingebunden sein. Brin habe die Mitarbeiter angehalten, verpflichtend interne Agenten für mehrstufige Aufgaben zu nutzen. Ein Fernziel sei der sogenannte „AI Takeoff“, also eine KI, die sich selbst verbessern kann. Die Nutzung der Coding-Tools werde intern mit einem Leaderboard nachgehalten.
Fernziel: Eine KI, die sich selbst verbessert
Dabei treffen Googles Ambitionen auf eine Branche, die KI-Tools bereits weit verbreitet einsetzt. Das Entwicklerportal Stack Overflow fand in seiner jährlichen Befragung mit 49.000 Teilnehmern heraus, dass 84 Prozent der Entwickler entsprechende Tools schon nutzen oder zumindest deren Einsatz planen. Sie versprechen sich damit vor allem eine Zeitersparnis. Bislang, so ergeben Befragungen, sei diese Hoffnung aber nicht immer erfüllt worden. 46 Prozent der Entwickler misstrauen der Genauigkeit von KI-Tools.
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(mki)
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