Entwicklung & Code
Software Testing: Exploratives Ensemble Testing
Richard Seidl diskutiert in dieser Podcastfolge mit Tobias Geyer über Exploratives Ensemble Testing. Die beiden beleuchten, wie dieses Gruppen-Testformat entstanden ist, welche Dynamik es entfaltet und warum das regelmäßige Testen im Ensemble weit mehr ist als Fehlerjagd.
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Tobias Geyer teilt Einsichten, wie Entwicklerinnen und Entwickler durch das gemeinsame Testen ein besseres Verständnis für das Gesamtprodukt entwickeln und warum gerade unterschiedliche Rollen und wechselnde Perspektiven im Team zu neuen Erkenntnissen führen. Die zentrale Frage: Wie bleibt das Format frisch und motivierend, auch nach zwei Jahren?
Zu Gast: Tobias Geyer
Tobias Geyer wollte nie bewusst ein Tester werden, aber nach mehr als 20 Jahren Erfahrung in diesem Beruf ist er froh, einer geworden zu sein. Seine Erfahrung reicht von Wasserfallprozessen in großen Unternehmen bis zu kleinen, agilen Teams. Dabei hat er stets die Qualität des Gesamtprodukts im Blick und kümmert sich um alle Themen, die dazu beitragen – egal, ob es darum geht, CI-Systeme zu verbessern, Testfälle zu erstellen oder Testmethoden einzuführen. Seine Begeisterung für das Lernen und den Wissensaustausch brachte ihn dazu, die „Software Testing User Group Hamburg“ mitzugründen. Er liebt es, auf Konferenzen zu sprechen und sich mit Menschen aus der Community zu vernetzen.
Bei diesem Podcast dreht sich alles um Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste schauen sich Dinge an, die mehr Qualität in die Softwareentwicklung bringen.
Die aktuelle Ausgabe ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar: „Exploratives Ensemble Testing – Tobias Geyer“ und steht auf YouTube bereit.
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(mai)
Entwicklung & Code
KI-Video- und -Bild-Ersteller Amuse am Ende, ComfyUI als Ersatz
Wer mit dem KI-Tool Amuse Bilder und Videos generiert, könnte sich über ausbleibende Aktualisierungen wundern. Das Projekt liegt offenbar auf Eis, ist aber seit Dezember als Open Source verfügbar. Als Alternative bietet sich ComfyUI an.
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Genaue Hintergründe sind unbekannt, jedoch hat sich der Hauptentwickler hinter Amuse zurückgezogen. Die ursprünglich genutzte Domain amuse.ai steht inzwischen zum Verkauf. Der Quellcode ist unter Apache-2.0-Lizenz auf Github verfügbar. Allerdings sind zwei externe Abhängigkeiten vorhanden, für die Interessierte offenbar Lizenzen erstehen müssen. Die Entwicklung ist damit faktisch zum Erliegen gekommen.
Der bisherige Stand lässt sich weiterhin nutzen. Jedoch sind die Fähigkeiten der verfügbaren KI-Modelle rasch veraltet, aktuelle Modelle liefern etwa mehr, korrektere und natürlichere Details. Amuse hat die Bedienung massiv vereinfacht und auch Hardware-Beschleunigung auf Prozessoren mit ausreichend potenter GPU oder NPU angeboten.
Alternative KI-Tools
AMD wirbt inzwischen nicht mehr für Amuse, sondern prescht aktuell mit einer besseren Integration mit AMD ROCm 7.1.1 in ComfyUI vor. Dafür empfiehlt AMD etwa ein Ryzen AI Max+-System mit 128 GByte Speicher oder eine Radeon AI Pro R9700 in Verbindung mit 64 GByte RAM „für eine optimale Erfahrung“.
Die Alternative ComfyUI gibt es als Download für Windows, macOS oder als manuelle Installation über Github – die liefert auch die größte Unterstützung etwa für Nvidia, AMD, Intel, Apple Silicon oder Ascend mit. Auf der Release-Webseite von ComfyUI gibt es aber auch Portable-Versionen mit Optimierungen für AMD oder Nvidia, die keine Installation benötigen.
Das Web-Interface von ComfyUI ist für Umsteiger erst einmal gewöhnungsbedürftig, lässt sich jedoch nach kurzer Zeit ebenfalls einfach nutzen. Es stehen viel mehr Modelle als in Amuse zur Auswahl, insbesondere zahlreiche Videogeneratoren. Aber auch zur Klangerzeugung und zur Erstellung von KI-Bildern sind zahlreiche Modelle vorhanden. Die Installation etwa in der portablen Version ist ebenfalls ungewohnt. Fehlen Dateien für ein Modell, erscheint ein Dialog mit Schaltflächen zum Herunterladen. Davor steht in dem Dialog dann das Verzeichnis, in das die Datei unter dem „models“-Ordner des ComfyUI-Verzeichnisses gehört; dahin muss die jeweilige Datei einfach gespeichert werden.
Im Graphen auf dem Web-Interface kann man etwa den Prompt und Ausgabegröße in den einzelnen Elementen anpassen und dann die KI ihr Werk vollbringen lassen. Allerdings gelingt das etwa mit AMD Ryzen 7840HS/7640HS-Prozessoren mit ihren mit rund 10 TOPS „schnellen“ NPUs nicht, was unter Amuse kein Problem war. Allerdings waren die Prozessoren auch unter Amuse nicht offiziell unterstützt. Für die älteren Prozessoren bleibt also lediglich, bei Bedarf die ältere Software mit den veraltenden Modellen zu nutzen.
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(dmk)
Entwicklung & Code
jQuery 4.0 veröffentlicht: Weniger Legacy, mehr moderne Webstandards
Mit jQuery 4 hat das Projekt erstmals seit circa einem Jahrzehnt eine neue Hauptversion veröffentlicht. Zum 20‑jährigen Jubiläum der JavaScript-Bibliothek verabschiedet sich das Entwicklerteam von vielen Altlasten und richtet jQuery konsequent auf moderne Browser, Sicherheitsmechanismen und Build-Workflows aus. Das Release bringt Breaking Changes mit sich, soll für die meisten Projekte aber mit überschaubarem Anpassungsaufwand nutzbar sein.
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Trusted Types, CSP und Abschied von alten Browsern
Eine der sichtbarsten Änderungen ist, dass jQuery 4 Internet Explorer 10 (IE) und ältere nicht mehr unterstützt. Auch andere alte Plattformen wie Edge Legacy, der Android-Browser oder ältere Versionen von iOS und Firefox fallen aus dem Support. IE 11 bleibt vorerst kompatibel, soll aber mit jQuery 5 entfernt werden. Wer zwingend auf diese Altbrowser angewiesen ist, muss bei jQuery 3.x bleiben.
jQuery 4 integriert Trusted Types, um moderne Vorgaben zu Content-Security-Policies (CSP) besser einzuhalten. Trusted-HTML-Inhalte lassen sich damit sicher an DOM-Manipulationen übergeben. Zusätzlich stellt jQuery asynchrone Script-Ladevorgänge weitgehend auf ‑Tags um, um CSP-Fehler durch Inline-Skripte zu vermeiden.
Quellcode jetzt als ES‑Module
Mit Version 4 hat das Entwicklerteam den jQuery‑Quellcode vollständig von AMD auf ES‑Module umgestellt. Statt RequireJS setzt die Bibliothek nun Rollup ein, einen schlanken JavaScript‑Bundler für ES‑Module. Dadurch lässt sich jQuery direkt in moderne Toolchains integrieren und auch nativ per nutzen – inklusive eigener Tests für die Modul-Version.
Deprecations und mehr Ordnung für jQuery‑Prototype
jQuery.isArray, jQuery.trim, jQuery.parseJSON oder jQuery.now. Für alle existieren bereits native JavaScript‑Funktionen. Zusammen mit dem Wegfall von IE‑Sondercode schrumpft die Bibliothek laut Entwicklerteam um mehr als 3 Kilobyte (gzip).
Interne Array-Methoden wie push, sort und splice sind nicht länger Teil des jQuery‑Prototyps. Diese Methoden waren offenbar nie für den öffentlichen Einsatz gedacht und verhalten sich wieder strikt wie die entsprechenden nativen Array‑Funktionen.
Fokus-Events folgen jetzt dem Standard
jQuery überschreibt das native Verhalten von Fokus‑ und Blur‑Events nicht mehr. Statt der bisherigen jQuery‑Reihenfolge hält sich Version 4 an die aktuelle W3C‑Spezifikation. Das kann eine bestehende Event-Logik beeinflussen, sorgt aber für einheitliches Verhalten über alle unterstützten Browser hinweg.(Bild: jaboy/123rf.com)
Die enterJS 2026 wird am 16. und 17. Juni in Mannheim stattfinden. Das Programm dreht sich rund um JavaScript und TypeScript, Frameworks, Tools und Bibliotheken, Security, UX und mehr. Vergünstigte Frühbuchertickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.
Schlankerer Slim‑Build
Der Slim‑Build wird nochmals kleiner: Deferreds und Callbacks fehlen komplett. Native Promises decken die meisten Anwendungsfälle ab und stehen in allen unterstützten Browsern – mit Ausnahme von IE 11 – zur Verfügung. Dadurch kommt der Slim‑Build nur auf rund 19,5 KB (gzip).
Für den Umstieg auf Version 4 stellt das Team einen Upgrade Guide sowie eine aktualisierte Version von jQuery Migrate bereit. jQuery 4 ist über das CDN und npm verfügbar, weitere CDNs sollen zeitnah folgen. Nähere Informationen zum Release bietet der Beitrag auf dem jQuery-Blog.
(mdo)
Entwicklung & Code
„Technische Schulden“: Zu wenig Investitionen von Firmen in IT
Im Rahmen des derzeit stattfindenden Weltwirtschaftsforums in Davos wies der Chef des Beratungsunternehmens Publicis Sapient, Nigel Vaz, darauf hin, dass Unternehmen zu wenig in den Ausbau der IT-Systeme investieren. Das führe zum Aufbau „technischer Schulden“. Der dpa sagte er: „Oft gehen 80 Prozent der Mittel in die größten Komponenten der Infrastruktur, nur 20 Prozent in Innovation“.
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Insbesondere Banken seien demnach betroffen. Die betreiben noch zentrale Mainframes. Aber auch Firmen mit veralteten ERP-Systemen zur Steuerung von Geschäftsprozessen haben dieses Problem. Diese technischen Schulden führen zu zunehmend erschwertem Zugriff auf Daten und erschweren die Integration modernerer Technologien. Auch Künstliche Intelligenz löse das Problem Vaz zufolge nicht grundlegend: „Wenn man die Kernsysteme nicht modernisiert, redet man mit KI nur etwas schön.“
Die veralteten Systeme sorgten insbesondere bei Banken, im Gesundheitswesen und Einzelhandel für komplexes Handling. Viele Programme sind etwa in COBOL geschrieben und seien Millionen Zeilen lang. Neue Entwickler verstehen den Code nur schwer. Publicis Sapient nutzt der dpa zufolge die Plattform „Slingshot“, die alten Programmcode in moderne Technologien wie Java oder React transformiert. Mittels KI konnte ein Projekt in weniger als drei Jahren realisiert werden, für das zuvor zehn Jahre angesetzt worden seien, erklärte Vaz weiter. Allerdings erschweren fragmentierte Datenbestände und unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Herausforderungen und Kosten
Vaz bemängelt, dass Fachkräftemangel und Kosten die zentralen Herausforderungen darstellen. Nur wenige junge Entwickler lernen noch COBOL, weshalb „Unternehmen erfahrene Teams teuer halten“ müssten. Die Einsparungen durch Modernisierung könnten die Investitionen jedoch teilweise finanzieren. Unternehmen stünden jedoch wegen der knappen Budgets und hohem Innovationsbedarf unter Druck, insbesondere die deutsche Banken- und Handelsbranche habe eine große Notwendigkeit zur Modernisierung.
Bei der Migration von altem Code können auch KI-Tools helfen. IBM hat etwa watsonx Code Assistant for Z im Köcher, das mittels KI COBOL in Java übersetzt. Ganz tot ist COBOL zudem nicht. Es erscheinen noch immer aktuelle Compiler für die Sprache, im Jahr 2022 etwa der Open-Source-Compiler gcobol. COBOL-Programme werden eher modernisiert als ausgetauscht. Dass COBOL jedoch eine tickende Zeitbombe darstellt, war bereits 1999 klar. Dort ging es etwa um die zweistelligen Jahreszahlen, die zum Sparen von Speicherplatz oft auch auf Mainframes verwendet wurden.
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(dmk)
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