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Alliwava GH8 mit Ryzen 9 im Test: Mini-PC mit guter Verarbeitung, 2x LAN & USB4


Der Mini-PC Alliwava GH8 kommt mit guter Verarbeitung, satten 32 GB DDR5-RAM und einer 1 TB SSD sowie zwei LAN-Ports und USB4.

Mit dem GH8 liefert Hersteller Alliwava einen vielversprechenden Mini-PC, der mit dem AMD Ryzen 9 8945HS, 32 GB DDR5-RAM und 1 TB SSD-Speicher daherkommt. Neben dem schicken Metallgehäuse sticht vor allem der USB4-Port hervor, der es dem GH8 ermöglicht, eine eGPU hinzuzuschalten. Die zwei LAN-Ports machen ihn zudem für verschiedene Anwendungsbereiche interessant. Ob er die 725 Euro (Code: MHNQTHB53695) wert ist, klären wir im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Alliwava GH8?

Für den GH8 verwendet Alliwava den AMD Ryzen 9 8945HS (Codename Hawk Point) mit Zen-4-Prozessorarchitektur. Mit seinen 8 Kernen und 16 Threads kommt er auf eine Taktrate von bis zu 5,2 GHz mit einem Grundtakt von 4 GHz. Die thermische Verlustleistung (TDP) liegt indes bei 45 W, die maximale Betriebstemperatur bei 100 Grad. Gefertigt ist der Chip nach Zen-4-Architektur im 4-Nm-Verfahren, er stammt aus Ende 2023.

Als integrierte Grafikeinheit gibt es die uns altbekannte Radeon 780M mit Ryzen-AI-NPU (39 TOPS). Sie wartet mit 12 CUs (Computing Units) zu 768 Shader-Einheiten auf und taktet mit bis zu 2800 MHz.

Der Arbeitsspeicher setzt sich aus zweimal 16 GB DDR5-SODIMM-Modulen (5600 MT/s) von Kingbank zusammen und kann auf maximal 256 GB aufgerüstet werden. Als Festplatte wird eine 1 TB große M.2-2280-PCIe-Gen-4-SSD ohne Namen beworben. Hierbei handelt es sich aber nur um ein PCIe-3.0-Modell, welches in einem PCIe-4.0-Steckplatz sitzt. Das bestätigt auch Crystaldiskmark: Die No-Name-Festplatte schreibt mit langsamen 3572 MB/s und liest mit nur 2036 MB/s. Dank zweitem M.2-Steckplatz ist der Festplattenspeicher aber immerhin auf bis zu 4 TB erweiterbar.

Bei den Anschlüssen finden sich frontal zwei Typ-A-USB-3.0, ein USB4-Typ-C mit 40 GB/s Übertragungsgeschwindigkeit und ein Typ-C-Port mit PD-, Displayport- und Thunderbolt-Unterstützung. Hier wäre eine eindeutige Beschriftung hilfreich gewesen, da die beiden USB-C-Ports identisch aussehen. Dank des USB4-Ports kann man den Alliwava GH8 theoretisch mit einer eGPU versehen, eine Oculink-Schnittstelle wäre für diesen Fall aber besser gewesen.

Die Rückseite des Mini-PCs ist derweil mit zwei 2,5G-LAN-Ports bestückt, die sich neben einem HDMI-2.1- und einem Displayport-2.1-Anschluss (jeweils 4K bei 60Hz) einreihen. Zusätzlich befinden sich daneben noch zwei USB-2.0-Ports sowie der DC-Anschluss für die Stromversorgung der Maschine.

Für die kabellose Verbindung stehen Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 zur Verfügung. Das ist schade, denn der Minisforum AI X1 (Testbericht) zu einem ähnlichen Preis überzeugt hier mit Wi-Fi 7, was dem aktuellsten Standard entspräche. Für die Ethernet-Verbindung dient ein dualer Realtek-RTL8125BG-Controller. Als WLAN-Adapter kommt der Intel AX200 zum Einsatz.

Performance: Wie schnell ist der Alliwava GH8?

Für die Performance-Messung des Alliwava GH8 verwenden wir mehrere Benchmark-Programme, darunter PCmark 10. Laut Entwickler UL Solutions, die den Workflow-Benchmark von Version 1.x auf 2.x aktualisiert haben, sind die Ergebnisse beider Versionen nicht miteinander vergleichbar. Wir testen unsere Mini-PCs vorerst mit beiden Versionen. In Version 1.x erreicht der GH8 im Schnitt 6565 Punkte. In Version 2.x erzielt er hingegen durchschnittlich 7259 Punkte.

Bei Geekbench 6 erreicht er durchschnittlich 2498 Punkte im Single-Core- und 11.529 im Multi-Core-Test, während ihm das Programm im Schnitt 21.400 OpenCL-Punkte attestiert. Bei Cinebench 2024 kommt der Alliwava GH8 auf 854 Punkte für die Multi-Core-Performance und 101 Punkte für die Single-Core-Leistung des Ryzen 9 8945HS.

Beim Gaming-Benchmark Time Spy von 3Dmark erreicht der GH8 im Schnitt eine Gesamtpunktzahl von 2619, während der Grafikscore 2316 Punkte erreicht. Beim CPU-Score erzielt der Mini-PC 10.148 Punkte.

Kommen wir zu unseren Spieletests in Full-HD: In Counter-Strike 2 erreichen wir bei einer Mischung aus mittleren und hohen Grafikeinstellungen Höchstwerte von 81 FPS, bewegen uns aber hauptsächlich zwischen 60 und 70 FPS, mit Ausreißern nach unten in die niedrigen Fünfziger.

In der Aufbausimulation Cities Skylines 2 starten wir das Spiel mit 139.000 Einwohnern in hoher Grafikauflösung und erreichen maximal 7 FPS. Mittlere Einstellungen bescheren uns dann schon 11, niedrige Einstellungen sogar 19 FPS. Auf den sehr niedrigen Einstellungen kommen wir nicht über 25 FPS. Wirklich spieletauglich sind die FPS-Zahlen hier also nicht.

Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Alliwava GH8?

Der Alliwava GH8 bezieht im Idle zwischen 9 und 12 W, im AIDA64-Stresstest schießt er dann auf knapp 69 W hoch. Der Prozessortakt startet mit 4,8 GHz, schwankt dann zwischen 3,9 und 4,3 GHz und bleibt schlussendlich bei etwa 4 GHz konstant.

Unter Volllast röhrt der Alliwava GH8 mit durchschnittlich 39 dB(A), gemessen per Smartphone-App. Im Idle liegt er bei etwa 28 dB(A). Durchschnittlich kommt die CPU auf etwa 42,9 Grad, mit einem Maximalwert von 88,1 Grad. Im Idle liegt die Temperatur bei etwa 37 Grad.

Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Alliwava GH8 installiert?

Der GH8 von Alliwava kommt mit Windows 11 Pro (Version 24H2) und lässt sich problemlos ohne eine aktive Internetverbindung einrichten. Ein eingehender, vollständiger Systemscan via Windows Defender deklariert den PC als sauber. Bloatware, abseits von den bekannten Windows-Programmen, sucht man ebenso vergebens.

Linux testen wir via Ubuntu über einen bootbaren Stick. Das Betriebssystem startet zwar, erkennt aber weder den WLAN-Adapter, noch lässt sich Bluetooth aktivieren.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Alliwava GH8?

Das Gehäuse des Alliwava GH8 besteht zum Großteil aus Aluminium und wirkt wertig. Nur die Bodenplatte besteht aus Plastik und mit vier Schrauben befestigt. Das Abnehmen des Unterbodens ist relativ unkompliziert. Wer zu kurze oder zu dicke Fingernägel hat, könnte aber Schwierigkeiten haben, die Platte herauszuhebeln – hier empfiehlt sich etwa der vorsichtige Einsatz eines Plektrums. Da der Boden nicht mit dem Lüfter verbunden ist, muss man auch keine Angst haben, dessen Kabel mit zu viel Wucht von der Platine zu reißen.

Mit etwa 480 g und 130 × 127,5 × 52 mm ist der Alliwava GH8 kompakt und angenehm leicht. An den Seiten des Gehäuses befinden sich dünne Lüftungsgitter, während das Gros der Abwärme durch das flächendeckende Mesh-Gitter oben auf dem GH8 entflieht. Halt auf dem Schreibtisch wird dem Mini-PC durch zwei längliche Gummistreifen auf der Unterseite verliehen. Die Verarbeitung ist insgesamt top.

Preis: Was kostet der Alliwava GH8?

Den Alliwava GH8 gibt es direkt beim Hersteller für 725 Euro (Code: MHNQTHB53695) in der Ausstattung 32 GB DDR5-RAM und 1 TB SSD. Zusätzlich gibt es zwei weitere Konfigurationen mit 16 GB und 64 GB RAM. Diese sind aktuell jedoch ausverkauft.

Fazit

Der Alliwava GH8 überzeugt mit einer wunderbaren Verarbeitung und einem wertigen und zum Großteil metallischen Gehäuse. Ein USB4- und zwei LAN-Ports rüsten ihn für vielzählige Einsatzzwecke aus, während ihm der Ryzen 9 8945HS die nötige Leistung gibt, um auch etwas anspruchsvollere Aufgaben anzugehen.

Für einen Preis von 725 Euro bietet er aber nichts, was ihn von anderen Mini-PCs seiner Preisklasse herausragen lässt. Der ebenfalls von uns getestete Minisforum AI X1 erzielt in unseren Benchmarks bessere Werte und kommt sogar mit zwei USB4-Anschlüssen, Wi-Fi 7 und einer deutlich schnelleren SSD. Diese ist beim GH8 nämlich nicht wie vom Hersteller beworben eine Gen-4, sondern eine Gen-3-Festplatte – PCIe 4.0 ist nur der Slot.

Schlussendlich erbringt der Alliwava GH8 eine solide Leistung, geht aber etwas unter, wenn es um die verfügbaren Anschlüsse und zeitgemäßen Verbindungsstandards geht. Hier können andere Mini-PCs zu einem ähnlichen Preis mehr. Er erhält dafür von uns immer noch solide dreieinhalb von 5 Sternen.



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Bots übernehmen Internet früher als gedacht


Eigentlich sollte die Bot-Apokalypse für das Web erst nächstes Jahr stattfinden, allerdings sind die automatisierten Helfer ihrem Zeitplan voraus. Jetzt hat Matthew Prince verkündet, dass es im Netz aktuell mehr HTML-Traffic durch Bots gibt als durch echte Menschen.

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Prince leitet das IT-Sicherheitsunternehmen Cloudflare, das die Infrastruktur und den Datenverkehr von Websites gegen Angriffe schützt – er kann also auf recht valide Daten zugreifen. Die Bot-Übernahme hat er eigentlich erst für Ende, dann für Anfang 2027 vorhergesagt. Er macht für die Planübererfüllung vor allem den Anstieg von agentic traffic verantwortlich, das sind Abrufe durch KI-Agenten. Seine aktuelle Feststellung hat er in einem Beitrag auf X öffentlich gemacht.

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Auf der Analyseseite von Cloudflare sind Bots aktuell für etwa 57 Prozent des HTML-Datenverkehrs verantwortlich – für HTTP-Requests, die HTML-Inhalte ausliefern. Die gesamte Menschheit kommt dagegen nur auf 43 Prozent. Wann genau die Maschinen das Web übernommen haben, kann Prince nicht genau sagen: Die Datenlage sei etwas schwammig, aber irgendwann in den letzten Monaten sei es wohl passiert.

Bei der Gesamtzahl aller HTTP-Requests liegt das Team aus Fleisch und Blut aber weiterhin vorn: Laut den Cloudflare-Daten sind die Menschen noch für 66 Prozent aller Anfragen insgesamt verantwortlich – also wenn es nicht nur um HTML-Inhalte geht.

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Aber vielleicht ist es am Ende auch völlig egal, wer nun einen HTML-Request anstößt. In einem Blog-Eintrag vom April 2026 geht Thibault Meunier von Cloudflare darauf ein, was die Bots aktuell so machen. Demnach sind nicht mehr nur einfache Skripte und Crawler im Netz unterwegs, sondern die KI-Agenten übernehmen für den Menschen komplexe Aufgaben. Es sei eh kaum ein Unterschied, ob nun ein Bot Konzerttickets bucht oder ein Mensch, so Meunier.

Website-Betreiber sollen sich lieber nicht mehr um die Identität der Nutzer oder „Nutzer“ kümmern, sondern das konkrete Verhalten und die Absichten der Besucher bewerten. Und wer weiß, irgendwann können die Bots vielleicht auch das Konzert miterleben, für das sie die Tickets gekauft haben – und die Menschheit hat dann endlich Zeit für die wichtigen Dinge im Leben.


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Google mietet für viel Geld Rechenleistung bei Musks SpaceX


Elon Musks Unternehmen SpaceX wird in den kommenden Jahren jeden Monat 920 Millionen Dollar von Google für vermietete Rechenleistung kassieren. Google braucht die Computerkapazität für seine Dienste mit Künstlicher Intelligenz. Die Vereinbarung läuft von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029. In einem ähnlichen Deal bezieht auch die KI-Firma Anthropic für 1,25 Milliarden Dollar pro Monat in einem mehrjährigen Deal Rechenleistung von SpaceX.

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Musk ließ in SpaceX seine eigene KI-Firma xAI aufgehen, für die mehrere Rechenzentren gebaut wurden. Nach der vor einigen Wochen bekanntgegebenen Abmachung mit Anthropic erklärte er, dass für die KI-Aktivitäten von SpaceX eines der Rechenzentren ausreiche. Bei xAI und nun SpaceX wird der KI-Chatbot Grok entwickelt, der weniger genutzt wird als ChatGPT von OpenAI, Anthropics Claude und Googles Konkurrenzsoftware Gemini.

Indem Musk Anthropic und Google dringend benötigte Rechenleistung vermietet, hilft er den Unternehmen zugleich im Wettbewerb mit dem Konkurrenten OpenAI, gegen den er als einstiger Mitgründer seit Jahren eine Fehde führt. KI-Infrastruktur ist teuer: Google stellte allein für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von bis zu 190 Milliarden Dollar in Aussicht, die vor allem in Rechenzentren gehen sollen.

SpaceX will kommende Woche an die Börse gehen und strebt dabei eine Gesamtbewertung von 1,7 Billionen Dollar sowie Rekordeinnahmen von 75 Milliarden Dollar an. Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in einem krassen Kontrast zu dem angestrebten Börsenwert – die Anleger sollen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge zahlen. So gab es im vergangenen Jahr rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Allein schon die Vermietung der Rechenzentren wird diese Zahlen deutlich aufbessern.

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TK-Markt 2025: DSL verliert massiv, Gigabit- und Glasfaser-Boom hält an


Die Bundesnetzagentur zieht Bilanz: Rasant wachsende Datenmengen und der Glasfaserausbau treiben den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel an. Das zeige der am Freitag veröffentlichte Jahresbericht Telekommunikation 2025. Das digitale Leben der Menschen in Deutschland verlagert sich demnach beständig in Richtung Hochgeschwindigkeitsnetze und internetbasierte Kommunikation. Getragen wird diese Entwicklung von einer weiterhin hohen Investitionsbereitschaft der TK-Unternehmen.

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Insgesamt flossen im vergangenen Jahr laut dem Report rund 15,3 Milliarden Euro an Sachinvestitionen in die Infrastruktur. Der Wert ist genauso hoch wie 2024. Der Fokus lag dabei weiterhin auf dem Ausbau der Mobilfunk- und Glasfasernetze, um dem stetig wachsenden Datenhunger gerecht zu werden.

Besonders deutlich wird der Strukturwandel beim Blick auf die stationären Internetanschlüsse. Verbraucher verlangen nach immer höheren Bandbreiten, langsame Leitungen werden zum Auslaufmodell. Die Zahl der Verträge mit einer maximalen Download-Geschwindigkeit von unter 100 MBit/s schrumpfte im Vergleich zu 2024 von 17,1 auf 15,2 Millionen. Im Gegenzug kletterte die Anzahl der schnelleren Anschlüsse von 21,5 auf 23,6 Millionen. Drei Millionen Haushalte und Unternehmen nutzen inzwischen echte Gigabit-Geschwindigkeiten von mindestens 1000 MBit/s, nachdem es im Vorjahr erst 2,5 Millionen waren.

Als stärkster Motor dieser Dynamik erwies sich 2025 die echte Glasfaser. Die Zahl der aktiv genutzten FTTH- und FTTB-Anschlüsse kletterte innerhalb von zwölf Monaten um mehr als eine Million auf 6,4 Millionen. Damit wächst auch der Anteil der Glasfaser am deutschen Festnetz-Breitbandmarkt spürbar von 13,7 auf 16,5 Prozent. Dieser Erfolg geht zulasten der klassischen DSL-Technologie, deren Marktanteil im gleichen Zeitraum von 61,1 auf 58,5 Prozent zurückging.

Innerhalb der Glasfaser-Kategorie dominiert die Variante FTTH, bei der die Leitungen direkt bis in die Wohnung führen, mit 5,2 Millionen aktiven Anschlüssen. Die restlichen 1,2 Millionen entfallen auf FTTB-Verbindungen, die im Keller enden. Rechnet man die bereits verlegten, aber noch nicht aktivierten Leitungen hinzu, ist das Potenzial deutlich größer: Die Zahl der vorbereiteten FTTH-Anschlüsse lag Ende 2025 bei 7,1 Millionen, bei FTTB waren es 3,3 Millionen.

Parallel zum Netzausbau stiegen die übertragenen Datenmengen. In den deutschen Festnetzen rauschten 2025 enorme 175 Milliarden Gigabyte (GB) durch die Leitungen. Umgerechnet bedeutet das, dass ein durchschnittlicher Breitbandanschluss pro Monat rund 376 GB an Daten verbraucht – ein Plus von 54 GB gegenüber dem Vorjahr. Im Mobilfunk stieg das mittlere Datenvolumen pro aktiver SIM-Karte und Monat um 13 Prozent auf rund 8,4 GB. Insgesamt verarbeiteten die inländischen Mobilfunknetze im Laufe des Jahres ein Datenvolumen von 10,9 Milliarden GB.

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Dieser massive Datenstrom erklärt sich nicht zuletzt durch ein verändertes Kommunikationsverhalten, das die klassische Telefonie und die gute alte SMS immer weiter an den Rand drängt. Die Zahl der herkömmlichen Gesprächsminuten im Festnetz brach von 57 auf 47 Milliarden ein. Auch im Mobilfunk gab es einen Rückgang von 148 auf 132 Milliarden Minuten.

Demgegenüber boomen Messenger- und Videokonferenzdienste. 19,6 Milliarden reine Sprachanrufe wurden 2025 über solche internetbasierten Apps gestartet, was einem Plus von elf Prozent entspricht und ein Gesamtvolumen von 198 Milliarden Minuten generierte. Dazu kamen 9,5 Milliarden Videoanrufe mit zusammen 188,5 Milliarden Minuten. Bei den Kurznachrichten zeigt sich die Verschiebung noch drastischer: Während das SMS-Aufkommen von 5,2 auf 2,9 Milliarden Nachrichten abstürzte, wurden über WhatsApp, iMessage, Signal & Co. 913,5 Milliarden Sofortnachrichten versandt. Das entspricht etwa 13 Nachrichten pro Nutzer an jedem Tag.

Ein zentrales Werkzeug für Sicherheitsbehörden und die Verfolgung von Rechtsverstößen stellt die Bestandsdatenauskunft dar, über die TK-Anbieter Informationen zu ihren Kunden herausgeben müssen. Das zugehörige zentrale Auskunftssystem verzeichnete voriges Jahr eine anhaltend hohe Relevanz, da die Abfragen von Polizei, Zoll und Justizbehörden zur Identifizierung von Anschlussinhabern fester Teil der täglichen Ermittlungspraxis sind.

2025 beantwortete die Regulierungsbehörde insgesamt rund 35,11 Millionen Ersuchen nach Bestandsdaten über das automatisierte Auskunftsverfahren (AAV). Dies entspricht durchschnittlich etwa 96.200 Ersuchen pro Tag. 2022 liefen dagegen „nur“ 23 Millionen Abfragen über das System. 2021 hatten sich Bund und Länder auf Bestimmungen geeinigt, mit denen die Regeln für die Auskunft an die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts angepasst und teils etwas eingeschränkt werden sollten.

Die Zahl der schriftlichen Beschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung belief sich im vorigen Jahr auf 39.628. Das ist ein Anstieg von etwa sechs Prozent im Vergleich zu 2024. Nach dem deutlichen Rückgang des Aufkommens 2023 verzeichnet der Regulierer hier so „eine negative Trendumkehr“.

Lisia Mix-Bieber vom Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) warnt, dass die Zahlen der Bundesnetzagentur zum Glasfaserausbau die angespannte Marktlage beschönigten. Hohe Kosten, Verdrängungswettbewerb und fehlende Planungssicherheit belasteten die Branche. Erstmals seit zehn Jahren stagnieren die Investitionen der Wettbewerber. Da die Deutsche Telekom diese Lücke nicht füllen könne, fordert der Breko investitionsfreundliche Rahmenbedingungen von der Politik. Zudem kritisiert Mix-Bieber den mangelnden Wettbewerb im Mobilfunk, wo große Netzbetreiber weiter dominierten.


(nie)



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