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Künstliche Intelligenz

Streitpunkt KI-Synchronisationen: Mexiko als Vorreiter


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Mexiko hat die größte und wichtigste Synchronisationsindustrie Lateinamerikas. Das Land produziert gut zwei Drittel aller Synchronisationen in der Hemisphäre. Doch bislang gibt es keine Vorschriften, die eine künstliche Intelligenz (KI) daran hindern, die Stimmen von Schauspielern zu kopieren, ohne dafür zu bezahlen oder um Erlaubnis zu fragen. Das soll sich ändern.

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Die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum hat Mitte Februar eine Gesetzesinitiative vorgelegt, die die menschliche Stimme rechtlich als künstlerisches Werkzeug anerkennt, das nicht geklont werden darf. Sollte der Vorstoß Erfolg haben – wovon angesichts der Mehrheitsverhältnisse im mexikanischen Kongress auszugehen ist –, wäre Mexiko weltweit Pionier bei der Regulierung des Klonens von Stimmen in der Kultur.

Wie das mexikanische Tech-Portal Xataka berichtet, waren der Auslöser für den Gesetzesvorstoß keine mexikanischen Telenovelas, sondern koreanische Serien. Im Mai 2024 teilten Nutzer in den sozialen Netzwerken Ausschnitte aus koreanischen Serien von Amazon Prime Video und kritisierten, dass die Synchronisation ins Spanische mechanisch und roboterhaft klinge. Auch waren nirgendwo die Namen der Synchronsprecher aufgeführt. Kommentarlos zog Amazon daraufhin die synchronisierten Versionen zurück, bestätigte jedoch nie die Herkunft der Stimmen.

Mexikos Synchronsprechergewerkschaft beklagte damals bereits, dass Synchronsprecher auf dem gesamten Kontinent ihre Arbeit an KI-Tools verlieren. Diese wiederum waren zum Teil mit deren Stimmen trainiert worden.

Anfang März vergangenen Jahres kündigte Prime Video ein Pilotprogramm zur Synchronisation mithilfe von KI in Englisch und lateinamerikanischem Spanisch an. Laut Amazon handelte es sich um zwölf Serien, die ohne KI nicht synchronisiert worden wären. Das aber war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Laut dem Mexikanischen Verband der Werbesprecher AMELOC (Asociación Mexicana de Locutores Comerciales), einer gemeinnützigen Organisation, die mexikanische Werbesprecher und Synchronsprecher vereint, verfügt Mexiko über 35 aktive Studios mit rund 1.500 Schauspielern. Der Verband mexikanischer Unternehmen der Synchronisationsbranche CEMID (Consejo de Empresas Mexicanas de la Industria del Doblaje) schätzt, dass dieser Sektor in Mexiko durchschnittlich 1.000 direkte und bis zu 6.000 indirekte Arbeitsplätze bietet. Mexiko produziert etwa 65 Prozent der lateinamerikanischen Synchronisationen für Lateinamerika. Hollywood und US-Streamingdienste wie Netflix oder HBO Max haben einen Teil ihrer Produktionen ins südliche Nachbarland ausgelagert. Unter dem Motto „KI ersetzt nicht“ kam es im Juli vergangenen Jahres in Mexiko zu Protesten von Beschäftigten der Filmindustrie. Sie forderten, die Stimme als biometrisches Merkmal anzuerkennen, ähnlich wie ein Fingerabdruck. Damit soll ihre Verwendung ohne Zustimmung verhindert werden.

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Die Regierung griff die Forderung auf und erarbeitete gemeinsam mit dem Nationalen Institut für Urheberrecht INDAUTOR (Instituto Nacional del Derecho de Autor) einen Entwurf, der die Reform zweier bestehender Gesetze vorsieht. Das Bundesarbeitsgesetz nimmt Synchronsprecher als formelle Arbeitnehmer des Kultursektors auf und stellt sie damit Sängern gleich. Synchronsprecher genießen damit künftig als Arbeitnehmer im Kultursektor rechtlichen Schutz. Das Bundesurheberrechtsgesetz wiederum erkennt die menschliche Stimme als „einzigartiges und unwiederholbares“ künstlerisches Werkzeug an. Die Reform legt fest, dass keine Stimme ohne die Zustimmung des Rechteinhabers geklont oder digital verwendet werden darf, und dass jede Verwendung der Stimme durch KI einer finanziellen Vergütung bedarf. Die Synchronisation mit KI wird also nicht verboten, sondern die Stimmen, die das Modell trainieren oder replizieren, werden geschützt.

Mexiko wird damit weltweit zum Vorreiter. Dass menschliche Akteure im Synchronbereich immer mehr durch KI ersetzt werden, ist auch andernorts Gegenstand von Auseinandersetzungen und Regulierungsversuchen. In Deutschland z. B. streiten sich die deutschen Synchronsprecher und -sprecherinnen seit Anfang Januar mit dem US-Streamingdienst Netflix. Auslöser ist eine Vertragsklausel, die Netflix das Recht einräumt, Synchronaufnahmen für KI-Trainingszwecke zu nutzen. Der Sprecherverband hatte im April vergangenen Jahres die Petition „Schützt die Kunst vor KI“ initiiert.


(akn)



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Künstliche Intelligenz

KI-Update Deep-Dive: KI-Kompetenzen verbessern mit dem KI-Campus


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Um die Innovationsfähigkeit Deutschlands zu stärken, braucht es ein breites Verständnis für Künstliche Intelligenz. Hier setzt der KI-Campus an, eine Lernplattform, die ursprünglich aus der KI-Strategie der Bundesregierung hervorging. Florian Rampelt, Programmleiter für Future Skills & KI und Geschäftsstellenleiter des KI-Campus beim Stifterverband, erläutert im KI-Update die Entwicklung und Ziele des Projekts.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

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Der Stifterverband ist eine Gemeinschaftsinitiative von Unternehmen und Stiftungen zur Förderung von Wissenschaft und Bildung. Er hat gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) den KI-Campus aufgebaut. Während der Fokus weiterhin auf Hochschulen liegt, hat sich die Zielgruppe seit dem Start 2020 erweitert. „Im Moment sind die, die am meisten davon profitieren, Menschen, die einen ersten Einstieg in das Thema KI haben wollen und dafür bei uns kurze Online-Kurse nutzen“, erklärt Rampelt.

Anfänglich habe man vor allem auf umfangreiche Kurse mit bis zu 150 Stunden Lernaufwand gesetzt. Inzwischen sei aber klar, dass auch kürzere Formate benötigt werden. „Dafür haben wir auch Podcasts zum Beispiel, aber eben auch Mikrokurse mit zwei bis vier Stunden Workload“, so Rampelt. Ein zentrales Kriterium für alle Inhalte sei die Bereitstellung als offene Bildungsressource. Das bedeutet, dass alle entwickelten Materialien, wie etwa ein Kurs der Humboldt-Universität, auch von anderen Schulen oder Universitäten frei und ohne Lizenzprobleme nachgenutzt werden können.

Ein neues, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt soll nun gezielt die KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken. Dies sei auch eine Anforderung des AI-Acts, des europäischen KI-Gesetzes. „Artikel 4 versucht dort, eine mehr oder weniger starke Verpflichtung einzuführen, dass Institutionen, die KI-Systeme nutzen, auch KI-Kompetenzen stärken müssen“, sagt Rampelt.

Ein Konsortium aus neun Partnern, darunter die Humboldt-Universität zu Berlin, die FernUniversität Hagen und die TU München, entwickelt nun Angebote für alle Zielgruppen an Hochschulen. „Das heißt, wir entwickeln für Studierende, Lehrende oder Verwaltungsmitarbeitende, Onlinekurse, Podcasts und andere Lernangebote“, führt Rampelt aus. Dabei werde auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingegangen. Während Verwaltungsmitarbeitende tiefere Einblicke in rechtliche Rahmenbedingungen benötigen, interessiere Lehrende vor allem die didaktische Einbettung von KI-Tools in den Unterricht. Der Ansatz verfolge „gemeinsame Grundlagen und gleichzeitig eine praxisorientierte Anwendung in den jeweiligen Fokusbereichen.“

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Dass die Angebote des KI-Campus bereits genutzt werden, zeigen mehrere Beispiele. An der Technischen Hochschule Nürnberg ist ein Kurs für Studierende inzwischen Pflicht. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) hat bestehende Materialien des KI-Campus genutzt, um einen eigenen Kurs zu KI und wissenschaftlichem Arbeiten für über 2.000 Personen zu erstellen. Auch Verwaltungsmitarbeitende aus Brandenburg und Nordrhein-Westfalen haben kooperativ einen Einführungskurs entwickelt. Für Florian Rampelt ist diese Zusammenarbeit ein positiver Nebeneffekt. „Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass das Thema KI, das durchaus ein bisschen Panik bei vielen auslöst, auch unfassbar viel Kooperationsbereitschaft mit sich bringt.“

Für den Abschluss der Kurse können kostenlose Zertifikate erworben werden, entweder eine Teilnahmebescheinigung oder ein Leistungsnachweis, der das Absolvieren von Tests bestätigt. Die Inhalte werden regelmäßig, etwa alle sechs Monate, überprüft und bei Bedarf aktualisiert oder archiviert.

Bis 2030 will der KI-Campus eine halbe Million Menschen in Deutschland erreichen; aktuell sind 150.000 Personen auf der Plattform registriert. Ein weiteres Ziel sei es, die Vorbereitung von Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt zu verbessern. Eine Studie des Stifterverbands habe gezeigt, dass 80 Prozent der Unternehmen finden, Hochschulen würden Absolventen nicht hinreichend auf eine KI-geprägte Arbeitswelt vorbereiten. „Wir haben uns hier vorgenommen, in den nächsten fünf Jahren diese Zahl zu halbieren“, kündigt Rampelt an.

Eine KI-kompetente Gesellschaft erkenne man daran, dass Menschen KI im Alltag wahrnehmen und eine bewusste Entscheidung für oder gegen deren Nutzung treffen können. „Es ist mir ganz wichtig, dass KI-Kompetenz nicht nur KI-Anwendungskompetenz ist, sondern auch eine kritische Reflexion im jeweiligen Kontext“, betont Rampelt. Dabei müsse man zwischen KI-Kompetenzen in der Breite und in der Spitze unterscheiden. „Während alle KI-Grundlagen benötigen, müssen manche eben auch hochspezialisierte Expertise aufbauen“, so der Programmleiter. Dies betreffe Bereiche wie AI-Engineering, aber auch KI-Leadership für Führungskräfte.


(igr)



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Nach Mond-Flug: Artemis 2 vor „Feuerball“-Landung in der Nacht zu Samstag


Nachdem sie als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren um den Mond herumgeflogen sind, steht der vierköpfigen Crew von Artemis 2 mit der Rückkehr zur Erde die letzte große Herausforderung ihrer Mission bevor. „Seit dem 3. April 2023, als wir für diese Mission ausgewählt worden sind, denke ich über die Rückkehr nach“, sagte US-Astronaut Victor Glover bei einer Pressekonferenz aus der Orion-Kapsel. Es sei wie einen „Feuerball durch die Atmosphäre zu reiten“.

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Mit einem komplizierten Manöver soll die Crew – bestehend neben Glover aus den US-Astronauten Christina Koch und Reid Wiseman sowie dem Kanadier Jeremy Hansen – in der kommenden Nacht gegen 2.07 Uhr MESZ im Pazifik nahe San Diego aufkommen. Zeitweise soll ihre Kapsel dabei eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 38.400 Kilometern pro Stunde erreichen, was den Astronauten extreme körperliche Belastungen aussetzt.

Orion ist beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre großer Hitze ausgesetzt, die Astronauten sollen durch einen speziellen Hitzeschild geschützt werden. Für rund sechs Minuten wird planmäßig die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum ausfallen. Mithilfe von Fallschirmen soll die Kapsel anschließend abgebremst im Pazifik aufkommen. Letzte Wettervorhersagen und letzte Außenaufnahmen von Orion sähen gut aus, hieß es von der NASA.

Die vier Artemis-2-Astronauten waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der vergangenen Woche an Bord der Orion-Kapsel mit dem SLS-Raketensystem (Space Launch System) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben und dann um den Mond herumgeflogen. Dabei entfernten sie sich auch weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor.

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(mho)



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99 Prozent wollen digitale Unabhängigkeit – 6 Prozent nutzen KI aus EU


Eine große Mehrheit in Deutschland wünscht sich mehr Unabhängigkeit bei digitalen Technologien. Laut einer Bitkom-Umfrage halten 99 Prozent es für wichtig, dass Deutschland in diesem Bereich unabhängiger wird. 93 Prozent sehen aktuell eine Abhängigkeit von anderen Ländern, 79 Prozent fordern stärkere Investitionen in digitale Schlüsseltechnologien.

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Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die zwischen Kalenderwoche 9 und 12 im Jahr 2026 telefonisch durchgeführt wurde. Untersucht wurden unter anderem Wahrnehmungen zur digitalen Abhängigkeit, die Bereitschaft zum Wechsel zu europäischen Anbietern sowie die tatsächliche Nutzung entsprechender Angebote.

Ein Drittel der Befragten (34 Prozent) hat sich nach eigenen Angaben bereits bewusst für einen digitalen Dienst oder ein Gerät aus Europa entschieden. Weitere 27 Prozent haben sich zumindest schon einmal mit dieser Frage beschäftigt, während 34 Prozent darüber bislang nicht nachgedacht haben. Gleichzeitig sehen viele auch die Nutzer selbst in der Pflicht: 87 Prozent meinen, dass sich Verbraucher anpassen müssen, wenn Deutschland digital unabhängiger werden soll. 62 Prozent wären zudem bereit, dafür kurzfristige Nachteile in Kauf zu nehmen.

In der Praxis zeigt sich jedoch eine zentrale Hürde: Für 55 Prozent ist ein Wechsel zu europäischen Anbietern zu kompliziert. Dazu zählen etwa der Aufwand für Datenmigration, Abhängigkeiten von bestehenden Plattform-Ökosystemen oder fehlende Funktionsgleichheit und Integrationen.

Tatsächlich sind europäische Angebote im Alltag bislang nur in einzelnen Bereichen verbreitet. 14 Prozent der Befragten nutzen nach eigenen Angaben europäische soziale Netzwerke, 13 Prozent eine europäische Suchmaschine oder einen Browser. Auf europäische Messenger setzen 11 Prozent. Noch geringer ist die Nutzung bei KI-Anwendungen oder Chatbots (6 Prozent) sowie bei Smartphones europäischer Anbieter (5 Prozent).

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Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert vor diesem Hintergrund mehr Investitionen in digitale Schlüsseltechnologien sowie einen Abbau von Regulierung. Zugleich betont er, dass digitale Souveränität nicht im Alleingang erreicht werden könne. Neben Investitionen und „maßvoller Regulierung“ seien auch internationale Partnerschaften notwendig. Technologien aus Nicht-EU-Ländern müssten dabei den Anforderungen an Sicherheit und Souveränität in der praktischen Anwendung genügen.

Details zu den Ergebnissen finden sich in der Meldung des Bitkom.

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(fo)



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