Datenschutz & Sicherheit
Supply-Chain-Attacke auf LiteLLM: Betroffene sollen Credentials sofort ändern
Das LiteLLM-Entwicklungsteam hat einen Security-Angriff bekanntgegeben: Zwei LiteLLM-Pakete im Python Package Index (PyPI) waren demnach kompromittiert und mit einem Credential-Stealer versehen. Das LiteLLM-Team teilt mit, wie Entwicklerinnen und Entwickler herausfinden können, ob sie betroffen sind, und welche nächsten Schritte sie sofort unternehmen sollen.
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Bei LiteLLM handelt es sich um eine Open-Source-Bibliothek, die sich via Proxy-Server oder Python-SDK aufrufen lässt. Sie bietet ein einheitliches Interface, um über 100 Large Language Models aufzurufen, beispielsweise von OpenAI oder Anthropic.
Supply-Chain-Angriff auf zwei LiteLLM-Pakete
Die beiden LiteLLM-Pakete in den Versionen 1.82.7 und 1.82.8 wurden offenbar kompromittiert und mit einem Credential-Stealer ausgestattet. Dieser ist darauf ausgelegt, Daten abzugreifen, und sucht nach SSH-Keys, Umgebungsvariablen, Cloud-Provider-Credentials (AWS, GCP, Azure), Kubernetes-Token sowie Datenbankpasswörtern. Laut Endor Labs ist der Payload dreistufig: Er stiehlt Credentials, versucht lateral in Kubernetes-Cluster einzudringen und installiert eine persistente systemd-Backdoor. Laut dem Security-Unternehmen Snyk, das den Fall beobachtet, verzeichnet LiteLLM täglich rund 3,4 Millionen Downloads.
Die kompromittierten Pakete wurden laut Snyk durch den Angreifer TeamPCP hochgeladen, nachdem dieser die Credentials des Maintainers durch einen vorherigen Angriff auf Trivy erhalten hatte. Trivy ist ein quelloffener Security-Scanner, der in der CI/CD-Pipeline von LiteLLM zum Einsatz kommt. TeamPCP greift laut dem Security-Software-Anbieter Endor Labs bereits seit Ende Februar an und hangelt sich dabei offenbar mithilfe der jeweils gestohlenen Credentials von einem Projekt zum nächsten.
Betroffene sollen unverzüglich handeln
Die beiden LiteLLM-Pakete wurden inzwischen von PyPI entfernt, sollen jedoch mehrere Stunden zum Download verfügbar gewesen sein (am 24. März 2026, zwischen 10:39 UTC und 16:00 UTC). Legt man zugrunde, dass LiteLLM täglich rund 3,4 Millionen Downloads verzeichnet, sind die im Netz kursierenden Hochrechnungen, dass mehrere hunderttausend Systeme betroffen sein könnten, durchaus realistisch.
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Wer eines der betroffenen Pakete heruntergeladen hat, sollte unverzüglich den Empfehlungen von LiteLLM folgen. Dazu zählt, alle Secrets auf dem System als kompromittiert anzusehen und sie zu rotieren. Außerdem sollte man das Dateisystem überprüfen und einen Audit der Versionshistorie durchführen, um alle Orte aufzudecken, an denen die Pakete installiert wurden. Ferner stehen E-Mail-Adressen und ein Slack-Channel bereit, worüber sich Betroffene direkt an das LiteLLM-Team wenden können.
Im LiteLLM-Blog ist aufgeführt, wie sich feststellen lässt, ob sich die Schadpakete auf dem System befinden. Entwicklerinnen und Entwickler, die das offizielle LiteLLM-Proxy-Docker-Image verwenden, seien von dem Angriff nicht betroffen. Derzeit sind neue LiteLLM-Releases pausiert, bis das Entwicklungsteam die Sicherheit des Release-Pfades bestätigen kann.
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(mai)
Datenschutz & Sicherheit
Sichere API-Zugriffe für Agenten mit Postman Passport
Postman, Hersteller des gleichnamigen API-Entwicklungs-Tools, führt mit Passport ein sicheres Zugangssystem für APIs ein. Es basiert nicht mehr auf Zugangsschlüsseln (API-Keys, Credentials), die jeder verwenden kann, der sie besitzt – also auch Einbrecher. Sondern es führt eine Zugangskontrolle mit individuellen Zertifikaten ein.
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API-Nutzer sind dabei kryptografisch eindeutig identifiziert und bekommen Zugänge von Postman granular und kontrolliert freigeschaltet. Der private Schlüssel verbleibt jeweils beim Nutzer, sodass niemand anderes die zugehörigen Zugangsschlüssel verwenden kann. Die Zugangsprüfung findet in einem speziellen Postman-Proxy innerhalb des Kundennetzwerks statt.

Privater Schlüssel und der Zugangs-Proxy verbleiben in der Umgebung des API-Nutzers.
(Bild: Postman)
Postman prüft das Zertifikat des Kunden und erteilt dauerhaften oder temporären Zugang zu API-Endpunkten. Agenten können Zugänge an Unteragenten weitergeben, aber nur kurzzeitig im zertifizierten Bereich. Unternehmensweite Access Points lassen sich ebenfalls in das System integrieren.
Ein Zugriff am Proxy vorbei ist nicht möglich. Über die Zertifikate lassen sich auch feingranulare Zugriffsmodelle auf Endpunkte umsetzen.
Immer mehr API-Aufrufe durch Agenten
Postman reagiert damit auf die zunehmende und unkontrollierte Verbreitung von API-Credentials, die oft nur in Profilen, Textdateien oder YAML-Konfigurationen vorliegen und von Entwicklern im Alltag oft schnell hin- und herkopiert werden, gerne auch über Git, MS Teams oder Slack. Während eines Einsatzes findet sich ein Schlüssel laut Postman an acht Plätzen in einem Rechner und wird so zur leichten Beute für Angreifer.
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Der zunehmende Einsatz von KI-Agenten im Entwicklungszyklus von Software erhöht diese Risiken noch, da Agenten selbsttätig mit den Schlüsseln umgehen und diese eventuell in der Infrastruktur oder an Unteragenten weitergeben.
Das neue System von Postman erhöht durch den Proxy zwar den Aufwand im Unternehmen, löst aber eine Reihe von Sicherheitsproblemen.
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(who)
Datenschutz & Sicherheit
Ubiquiti UniFi OS-Sicherheitslücken werden angegriffen
Seit Ende Mai 2026 sind kritische Sicherheitslücken in Ubiquiti UniFi OS bekannt. Der Hersteller hat dort aktualisierte Software bereitgestellt, um die Lecks abzudichten. Das nehmen einige Admins offenbar nicht ernst, denn nun wurden Angriffe in freier Wildbahn auf die Schwachstellen beobachtet.
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Davor warnt die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA nun. Sie hat die drei kritischen Sicherheitslücken im Ubiquiti-Betriebssystem in den „Known Exploited Vulnerabilities“-Katalog aufgenommen, was heißt, dass die Behörde Kenntnis von darüber attackierten Installationen hat. Es handelt sich gleich um drei kritische Sicherheitslücken in Ubiquiti UniFi OS, die nun angegriffen werden.
Drei kritische Sicherheitslücken
Angreifer mit Zugriff auf das Netzwerk können etwa an einer unzureichenden Zugriffskontrolle von UniFi-OS-Geräten ansetzen und unbefugt Änderungen daran vornehmen (CVE-2026-34908, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“). Eine Path-Traversal-Schwachstelle ermöglicht bösartigen Akteuren zudem, auf Dateien aus dem zugrundeliegenden Betriebssystem zuzugreifen und diese zu manipulieren, um so Zugriff auf das Konto im System zu erlangen (CVE-2026-34909, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“). Angreifer können zudem eine unzureichende Eingabevalidierung ausnutzen, um Befehle einzuschleusen (CVE-2026-34910, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“).
Die Sicherheitsmitteilung von Ubiquiti weist noch keine Informationen zu den beobachteten Angriffen aus. IT-Verantwortliche sollten prüfen, ob ihre Ubiquiti-UniFi-OS-Instanzen bereits auf Version 5.1.12 oder neuer respektive Version 5.0.8 für UniFi OS Server aktualisiert wurden oder ob das Update noch fällig ist – und dieses gegebenenfalls umgehend installieren. Die CISA nennt keine Details zu den Angriffen, sodass Art und Umfang unbekannt bleiben. Es gibt daher auch keine Hinweise für erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC), mit denen Admins die Systeme auf Einbruchsspuren untersuchen könnten.
Die CISA warnt noch vor einer weiteren angegriffenen Schwachstelle in Lantronix EDS5000. Das HTTP-RPC-Modul protokolliert mittels Shell-Befehlen mit, wenn Login-Anfragen fehlschlagen. Durch den Nutzernamen-Parameter können Angreifer Befehle einschleusen, die mit root-Rechten ausgeführt werden (CVE-2025-67038, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Betroffen ist die Version EDS5000 2.1.0.0R3, wer die Server einsetzt, sollte nach Aktualisierungen Ausschau halten und diese installieren.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Zoho Corp. ManageEngine: Kritische SSO-Lücke ermöglicht Kontenübernahme
Mehrere Produkte von Zoho Corp. ManageEngine sind anfällig für eine Schwachstelle, die die Single-Sign-on-Integration (SSO) mitbringt. Angreifer könnten dadurch Konten übernehmen.
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Das schreibt Zoho Corp. ManageEngine in einer Sicherheitsmitteilung. Sofern User sich mittels SSO in ManageEngine ADSelfService Plus, RecoveryManager Plus, M365 Manager Plus oder ADAudit Plus einloggen und diese Produkte als integrierte Komponenten innerhalb ManageEngine AD360 eingebunden sind, kann das Problem auftreten. Die erstellten SSO-Tickets, mit denen die Sitzungen authentifiziert werden, können von Angreifern vorhergesagt werden, wodurch diese Konten übernehmen können (CVE-2026-11374, CVSS 9.0, Risiko „kritisch“).
Betroffen sind den Angaben zufolge ADSelfService Plus bis einschließlich Build 6528, RecoveryManager Plus bis inklusive 6320, M365 Manager Plus bis einschließlich 4816 und ADAudit Plus bis inklusive 8702. Die Versionen ADSelfService Plus 6529, RecoveryManager Plus 6321, M365 Manager Plus 4817 und ADAudit Plus 8703 sowie neuere Pakete schließen diese Sicherheitslücke.
Servicepacks installieren
Zohocorp stellt die Updates als Servicepack zum Herunterladen bereit. Die sind jeweils für die einzelnen betroffenen Produkte verfügbar:
Die Sicherheitslücke scheint noch nicht in freier Wildbahn angegriffen zu werden, darüber schreiben die Autoren der Mitteilung nichts. Die Schwachstelle hat ein IT-Forscher mit dem Handle 0xmanhnv über das Zoho-Bug-Bounty-Programm an den Hersteller gemeldet.
Zuletzt wurden im vergangenen November mehrere teils kritische Sicherheitslücken in unterschiedlichen Produkten von Zohocorp ManageEngine bekannt. Angreifer konnten etwa dadurch SQL-Befehle aufgrund einer SQL-Injection-Schwachstelle oder generell Befehle einschleusen.
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(dmk)
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