Künstliche Intelligenz
Top 10: Android Auto & Carplay nachrüsten – das beste Display fürs Auto im Test
Aoocci V30S
Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.
- großes Display
- einfache Einrichtung und Montage
- Dashcam und optionale Rückfahrkamera (kabelgebunden)
- Fahrassistenzsysteme
- Störgeräusche bei Verbindung über AUX-Kabel mit Autoradio
- Verstellung der Dashcam nur eingeschränkt
- Ausblenden der Dashcam-Ansicht ist gut versteckt in den Menüs
Aoocci V30S im Test: Android Auto & Apple Carplay nachrüsten per Display
Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.
Apple Carplay und Android Auto bringen als Software-Schnittstelle Funktionen des Smartphones direkt auf das Infotainment-System des Fahrzeugs. So kann man etwa Google Maps zum Navigieren nutzen oder Musik per Spotify hören. Doch was tun, wenn das Auto gar kein Infotainment-System hat oder zumindest kein Apple Carplay oder Android Auto unterstützt? Eine teils kostspielige und aufwendige Möglichkeit ist das Nachrüsten eines Moniceivers (Ratgeber). Viel einfacher ist es aber, ein Auto-Display zu nutzen. Dieses befestigt man wie ein Navi auf dem Armaturenbrett und verbindet es mit dem Autoradio.
Zu dieser Kategorie zählt das Aoocci V30S. Mit dem Coupon-Code: TechStage20 kostet das Display beim Hersteller nur 149 Euro. Dabei handelt es sich um ein großes 10-Zoll-Display. Zudem ist eine Dashcam integriert und eine kabelgebundene Rückfahrkamera beigepackt. Wie sich das Auto-Display schlägt, zeigt dieser Test.
Display & Lieferumfang
Das Aoocci V30S erinnert entfernt an eine Mischung aus Navigationsgerät und Tablet im extremen Breitbildformat. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, wirkt nicht sonderlich hochwertig und ist eher einfach verarbeitet. Der Touchscreen hat eine Diagonale von 10,26 Zoll im Format von 21:9. Damit wirkt der Car-Monitor recht wuchtig und nimmt insbesondere bei einem Kleinwagen viel Platz auf den Armaturen ein. Dafür kann der Monitor Karten aus Google Maps und die Wiedergabe aus Spotify parallel so anzeigen, dass man beides gut erkennen kann.
Die Anzeige erscheint scharf genug, ohne dass einzelne Pixel mit dem Auge erkennbar sind. Eine automatische Helligkeitsanpassung ist zudem möglich. Bei starkem Sonnenlicht spiegelt die Anzeige recht stark, das Ablesen ist dann nicht immer einfach.
Zur Befestigung dient entweder eine Halterung mit Saugnapf oder eine Variante zum Ankleben auf dem Armaturenbrett. Praktischer ist in unseren Augen der Haltearm mit Saugnapf, da man diesen einfach wieder entfernen kann. Beim Einrasten sollte man darauf achten, dass die Anzeige auf allen vier Stöpseln einrastet, um sich nicht während der Fahrt zu lösen. Zwar wackelte das Display während der Fahrt etwas, es hielt aber zuverlässig im Test. Die Variante zum Aufkleben sollte allerdings fester halten, stört dann aber unter Umständen das Sichtfeld.
Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil mit einem USB-C-Stecker einerseits und einem Anschluss für den 12-Volt-Steckplatz im Auto andererseits. Zusätzlich kommt ein Kabel mit zwei Klinkenanschlüssen (3,5 mm) dazu, wenn man das Display mit dem Autoradio per AUX verbinden möchte. Ferner gibt es noch ein GPS-Modul zum Ankleben auf dem Armaturenbrett, das man per Kabel mit dem 12-Volt-Netzteil verbindet. Nutzt man das Gerät in Verbindung mit Apple Carplay oder Android Auto, erfolgt die Navigation über das Smartphone. Allerdings ist das GPS-Modul hilfreich für einige der Fahrassistenzsysteme der Dashcam, auf die wir später eingehen.
Eine kabelgebundene Rückfahrkamera gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Diese haben wir jedoch nicht getestet, da die Montage aufwendig und mit Bohrlöchern in der Karosserie verbunden wäre. Ein Hardwire-Kabel für eine permanente Stromverbindung mit der Autobatterie ist ebenfalls vorhanden. Diese wird benötigt, wenn man die Parkraumüberwachung der Dashcam nutzen möchte.
Einrichtung
Nach der Montage startet man die Zündung des Fahrzeugs, der Bildschirm bootet recht flott hoch. Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das Aoocci V30S auch Miracast sowie Apple Airplay. Die Kopplung mit dem Android-Smartphone für Android Auto sowie iPhone für Apple Carplay erfolgt per Bluetooth. Das klappt auf Anhieb und verlässlich.
Sobald die Verbindung hergestellt wurde, was beim ersten Mal rund eine Minute dauern kann, erscheinen auf dem Homescreen die Logos für Android Auto und Apple Carplay. Wählt man das passende Logo aus, spiegelt der Bildschirm vom Smartphone wichtige Anwendungen, blendet Anrufe ein oder zeigt Benachrichtigungen an, die auf Wunsch vorgelesen werden. Für Google Maps und Spotify ist es ratsam, diese vorher am Smartphone gestartet zu haben.
Etwas nervig: Standardmäßig zeigt der Bildschirm auf rund einem Drittel der Fläche das Bild der Dashcam – auch im Modus für Android Auto oder Apple Carplay. Hat man etwa Spotify und Google Maps offen, ist nur wenig Platz für die beiden Anwendungen vorhanden. Es ist möglich, das Dashcam-Bild auszublenden, allerdings ist diese Funktion gut versteckt. Hierzu muss man in die Grundeinstellungen des Aoocci V30S wechseln, indem man auf das Kamerasymbol und dann das Zahnrad drückt. Unter dem Menü für Videoeinstellungen kann man nun den Splitscreen für die Dashcam deaktivieren. Das Gerät muss hierzu neu booten.
Verbindung mit Autoradio
Für die Verbindung zwischen Display und Autoradio gibt es drei Möglichkeiten: per Kabel über den AUX-Eingang, per Funkwelle über einen FM-Transmitter oder indirekt über eine Bluetooth-Verbindung des Smartphones mit dem Autoradio. Dann dient der Bildschirm nur zum Steuern und Anzeigen von Playlists, die Tonübermittlung erfolgt zwischen Handy und Radio.
Wer ein Autoradio ohne Bluetooth oder AUX-Eingang hat, greift zum FM-Transmitter. Hier wählt man eine Frequenz aus dem FM-Band aus. Auf dieser sendet der Bildschirm das Audiosignal auf kurze Distanz per Funk. Im Autoradio muss man diese Frequenz suchen. Diese Form der Verbindung ist aber anfällig für Rauschen und Störungen.
Wir haben uns für die Kabelvariante entschieden, da die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Autoradio bei unserem Opel Adam immer sehr lange aufbaut. Allerdings muss man hier anmerken, dass Titel nicht per Lenkradfernsteuerung gewechselt werden können. Das klappt nur mit Bluetooth-Verbindung.
Die Ernüchterung bei der Kabelverbindung war zunächst aber aus anderen Gründen groß: Ein sehr nerviges Geräusch bestehend aus Rauschen und Knistern, das eher an Verdauungsstörungen erinnert, war zu vernehmen. Ein ähnliches Problem hatten wir auch beim Carpuride W903 (Testbericht). Die Lösung ist sehr einfach: Man muss einen Adapter mit zwei Klinkeneingängen zwischen das Kabel und den AUX-Eingang stecken. Bei Aliexpress bekommt man so etwas für 1 Euro. Ähnliche Entstörfilter bei Amazon gibt es ab 8 Euro. Schade, dass der Hersteller selbst keines beilegt.
Dashcam
Auf der Rückseite des Displays befindet sich eine Dashcam. Diese kann man für die bessere Sicht über die Armaturen hinweg herausziehen und leicht zu allen Seiten neigen. Der Bewegungsradius der Linse ist aber recht eingeschränkt. Wer also den Bildschirm stark zum Fahrer ausrichtet, filmt nicht unbedingt geradeaus nach vorn. Besser gelöst hat das etwa das Carpuride W903 (Testbericht), wo man die Kameralinse stark nach links oder rechts drehen kann. Die für die Aufnahmen nötige microSD-Karte fehlt leider und muss zusätzlich gekauft werden. Diese sollte mindestens über eine U3-Klassifizierung verfügen. Es gibt auch eine App, um eine lokale WLAN-Verbindung herzustellen und die Videos auf dem Smartphone anzusehen.
Die maximale Auflösung der Videos ist mit 4K sehr hoch. In den Einstellungen legt man die Länge der einzelnen Videoclips fest, wir raten zur kürzesten Möglichkeit mit einer Länge von 60 Sekunden. Eine echte Loop-Funktion, bei der fortlaufend nur einige wenige Clips überschrieben werden, gibt es nicht. Die Dashcam erstellt immer neue Clips mit gewählter Länge und löscht erst dann Aufnahmen, wenn die microSD-Karte voll ist. Eine Ausnahme sind brenzlige Situationen, bei denen man stark bremst. In diesem Fall erkennt der verbaute G-Sensor die Verzögerung und speichert dann den Videoclip in einem geschützten Bereich ab.
Nach wie vor ist der Einsatz einer Dashcam in Deutschland nicht eindeutig geklärt. Die Nutzung an sich ist nicht untersagt, solange Aufnahmen nur anlassbezogen aufgezeichnet werden. Bei einem großen Speicher fährt man entsprechend viele Aufnahmen spazieren, die das Persönlichkeitsrecht anderer Verkehrsteilnehmer verletzen könnten. Mehr zu dem Thema erklären wir in der Top 10: Die beste Dashcam fürs Auto im Test – Testsieger von Garmin & Nextbase
Eine Parkraumüberwachung ist ebenfalls möglich. Der G-Sensor des Geräts filmt dann automatisch, sobald er größere Erschütterungen am Fahrzeug feststellt. Die Aufnahmen landen dann ebenfalls im geschützten Bereich. Dafür ist eine permanente Stromversorgung über das mitgelieferte Hardwire-Kabel nötig. Allerdings raten wir eher nicht dazu, zumal Aufnahmen von öffentlichen Parkplätzen datenschutzrechtliche Probleme nach sich ziehen können.
Ziemlich interessant sind einige Fahrassistenzsysteme der Dashcam. Zum einen zeigt diese auf Wunsch Hilfslinien an sowie die Entfernung zu anderen Fahrzeugen. Zusätzlich kommen ADAS-Warnsysteme (Advanced Driver Assistance System) hinzu. Diese warnen den Fahrer per Sprachansage, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug losfährt, vor möglichen Kollisionen und beim Verlassen der Fahrspur. In der Praxis nervt die Stimme allerdings, es erschließt uns auch nicht immer die Relevanz. Für das ADAS sollte man das GPS-Modul einstöpseln und auf den Armaturen festkleben, wo das Gerät Sichtkontakt zum Himmel hat.
Rückfahrkamera
Aufgrund des großen Aufwands haben wir darauf verzichtet, die Rückfahrkamera zu testen. Für die Montage müssten Löcher in den Stoßfänger und die Karosserie gebohrt werden, um dort die Kamera zu befestigen. Zudem muss man ein langes Kabel vom Display durch den Innenraum bis zum Kofferraum verlegen. Die Kamera schraubt man dabei an die Heckstoßstange an und verbindet diese zur Stromversorgung mit den Rücklichtern. Das ist sehr aufwendig und sollte im Zweifelsfall eher von einer Kfz-Werkstatt gemacht werden. Ein Vorteil dieser umständlich zu montierenden Lösung. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, springt die Kamera an.
Preis
Regulär kostet das Aoocci V30S rund 179 Euro. Mit dem Code TechStage20 sinkt der Preis um 20 Prozent auf 128 Euro. Etwas preiswerter ist die Variante V30, allerdings kann man hier die Dashcam nicht verstellen, es gibt zudem weniger Fahrassistenzsysteme.
Fazit
Das Aoocci V30S ist ein preiswertes Display, mit dem man schnell und einfach Apple Carplay oder Android Auto auch in einem älteren Fahrzeug nachrüsten kann. Die Verarbeitung wirkt etwas einfach, erfüllt aber ihren Zweck. Die Kopplung mit dem Smartphone per Bluetooth für Apple Carplay sowie Android Auto funktioniert reibungslos. Damit rüstet man selbst ältere Fahrzeuge mit der Schnittstelle nach, um im Auto Dienste wie Google Maps oder Spotify zu nutzen.
Die Verbindung mit dem Autoradio ist per FM-Transmitter oder Kabel möglich, alternativ verbindet man das Smartphone für die Audiowiedergabe per Bluetooth mit dem Radio – sofern möglich. Ärgerlich waren Störgeräusche bei der Verbindung per Kabel. Diese kann man aber mit einem günstigen Adapter beheben, den man leider selbst kaufen muss.
Die Dashcam bietet wiederum eine hohe Auflösung und einige praktische Assistenzsysteme. Sogar eine Rückfahrkamera ist im Lieferumfang enthalten, deren Montage jedoch sehr aufwendig ist. Alles in allem ist das V30S von Aoocci eine empfehlenswerte Lösung mit kleinen Macken, wenn man Android Auto oder Apple Carplay nachrüsten will, auch wenn man unserer Ansicht nach auf Dashcam und Rückfahrkamera verzichten könnte.
Künstliche Intelligenz
Microsoft Flight Simulator 2024: Update wertet PS-VR2-Grafik merklich auf
Weiterlesen nach der Anzeige
Diese Woche ist die Beta des Sim Update 6 für den Microsoft Flight Simulator 2024 (MSFS 2024) erschienen. Es bringt zahlreiche Fehlerbehebungen und technische Verbesserungen wie die Unterstützung für DLSS 4.5 und FSR4, eine Visualisierung von Luftströmungen, Beleuchtung auf generischen Flughäfen sowie Verbesserungen an Avionik, Wetterdarstellung und Karrieremodus.
Besonders stark profitiert der im April eingeführte VR-Modus der Playstation 5. Das Entwicklerstudio Asobo schreibt in den Versionshinweisen, die Grafikpipeline für Playstation VR2 weiter verbessert zu haben. Das soll sich in einer höheren Auflösung, besserer Leistung und einem geringeren Speicherbedarf niederschlagen. Außerdem wurden Probleme mit dem Nachtsichtmodus behoben und die Darstellung der Wolken verbessert.
Deutlich mehr Schärfe für Landschaft und Cockpit
Im Vergleich zu unseren Eindrücken aus dem Frühjahr hat Asobo an den größten Schwachstellen gearbeitet. Das Landschaftsbild wirkt samt Gebäuden und Vegetation markant schärfer, und in der Ferne ist kaum noch Kantenflimmern zu erkennen. Auch das Cockpit profitiert stark von der höheren Auflösung: In der Nähe befindliche Instrumente, Anzeigen sowie Beschriftungen an Schaltern und Reglern werden nun gestochen scharf gerendert und lassen sich ohne Vorbeugen ablesen. Ob und wie stark sich die Bildrate verbessert hat, konnten wir in unserem kurzen Test nicht zweifelsfrei feststellen. Bei grafisch besonders anspruchsvollen Flügen über Städte wie New York City und Tokio kam es aber weiterhin zu Einbrüchen der Bildrate.
Insgesamt steigert die neue Optik die Immersion spürbar. Ein Eindruck, der sich beim Wechsel zwischen Beta und regulärer Version unmittelbar bestätigt.
Möglich wurde dieser optische Sprung durch Optimierungen der spieleigenen Foveated-Rendering-Technik. Beim Foveated Rendering werden die Augenbewegungen des Nutzers erfasst und das Bild dort in hoher Auflösung berechnet, wohin der Blick gerade fällt. Wie groß der Effekt solcher Optimierungen sein kann, zeigte bereits die PS-VR2-Version von „No Man’s Sky“, dessen Bildqualität vor knapp drei Jahren ebenfalls einen unerwartet großen Sprung machte.
Weiterlesen nach der Anzeige
Sim Update 5: So installiert man die PS5-Beta
Die PS-VR2-Version von MSFS 2024 können wir nun mit deutlich weniger Einschränkungen empfehlen als noch zur Einführung. Es ist erstaunlich, was Asobo hier aus der PS5 und Playstation VR2 herausgeholt hat und dass Sim-Fans die grafische Pracht des Flugsimulators jetzt auch ohne High-End-PC in VR erleben können. Spätestens mit Sim Update 6 dürfte Microsoft Flight Simulator 2024 zu einem technischen Vorzeigetitel für Playstation VR2 werden.
heise online XR-Briefing abonnieren
Jeden zweiten Montag, liefern wir Ihnen die wichtigsten Entwicklungen der XR-Branche. Damit Sie alles im Blick behalten.
E-Mail-Adresse
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Asobo hat angedeutet, das Update im Juli oder August veröffentlichen zu wollen. Wer MSFS 2024 für die PS5 besitzt, kann die Beta als separate Version ohne Registrierung oder Zugangsbeschränkungen installieren. Dazu öffnet man auf der PS5 die Store-Seite des Simulators, wählt das Drei-Punkte-Menü neben dem „Spielen“-Button und dort den Eintrag „Microsoft Flight Simulator 2024 Beta“.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Smart Glasses werden immer dünner und leichter und setzen auf mehr Privatsphäre
Einige Hersteller von Smart Glasses haben die Datenschutzbedenken vieler Menschen offenbar verstanden. So bringt Solos spezielle Abdeckungen für Brillenmodelle mit Kameras, die die Linse komplett verbergen. Parallel dazu hat der Hersteller neue Smart Glasses ohne Kamera angekündigt, die besonders dünn und leicht sind. Während die bisherigen und ebenfalls Kamera-losen AirGo A5 je nach Gestell 36 bis 40 Gramm wiegen, bringen die neuen Solos AirGo A6 ohne Gläser nur noch 19 Gramm auf die Waage.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die im letzten Monat vorgestellten Meta Glasses, die sich vom Ray-Ban-Design lösen und günstiger werden, kommen noch auf 54 bis 60 Gramm, besitzen aber auch Kameras. Diese Brillenfunktion kommt bei umstehenden Personen aber oft nicht gut an, die heimliche Aufnahmen und mögliche Gesichtserkennung befürchten. In der EU geraten Kamerabrillen deshalb zunehmend ins Visier von Datenschützern und Parlamentariern.
Das betrifft die neuen Solos AirGo A6 aber nicht, denn dieses Brillenmodell setzt komplett auf KI-unterstützte Sprachsteuerung. Ein integrierter KI-Assistent beantwortet Fragen, reagiert auf Sprachbefehle, bietet Übersetzungen in Echtzeit und erinnert an Termine. Der Nutzer hört dies über den Lautsprecher hinter den Ohren. Auch Musikhören und Telefonate sind damit möglich. Die AirGo A6 können mit Korrekturgläsern ausgestattet werden, aber der Preis und ein Termin für die Markteinführung stehen laut The Verge bislang nicht fest.

Solos AirGo A6
(Bild: Digital Trends)
Zwar bietet Solos etliche Brillenmodelle ohne, aber auch einige mit Kameras an, etwa die Ende 2024 als Konkurrenz zu Ray-Ban Meta eingeführten Solos AirGo V Smart Glasses mit ChatGPT. Mittlerweile ist der Nachfolger, die letztes Jahr vorgestellten AirGo V2, im Handel für 267,48 Euro verfügbar. Das ist derselbe Preis wie der Vorgänger, aber die neuen AirGo V2 bieten eine höhere Kameraauflösung und unterstützen auch Videoaufnahmen. Die Akkulaufzeiten sollen vergleichbar sein, aber die Einstufung von Wasser- und Staubschutz sinkt von IP67 der AirGo V auf IP54 beim Nachfolger.
Für die AirGo V2 bietet Solos jetzt ein sogenanntes Datenschutz-Kit an. Dazu gehören durchsichtige Rahmen, die zeigen sollen, dass keine Elektronik darin versteckt ist, eine Abdeckung für die Kamera, sodass keine Bild- und Videoaufnahmen mehr möglich sind, sowie ansteckbare Sonnenschutzgläser. Das Zubehör ist auch einzeln erhältlich, aber alle drei werden zusammen für 79 US-Dollar angeboten. Der Euro-Preis ist bislang nicht bekannt.

Solos AirGo V2 Privacy Kit
(Bild: Gizmodo)
Lesen Sie auch
(fds)
Künstliche Intelligenz
IBM bringt den Mainframe fürs Rack
IBM ergänzt seine Mainframe-Plattform z17 um neue kompakte Hardwarevarianten und erweitert das Softwareangebot für KI, Sicherheit und Systemverwaltung. Neu sind unter anderem ein Single-Frame-System, ein Rack-Mount-Bundle, ein verbrauchsabhängiges Preismodell für zIIP-Kapazität sowie neue Verwaltungs- und Modernisierungswerkzeuge. Außerdem aktualisiert IBM zahlreiche bereits verfügbare Produkte mit zusätzlichen Funktionen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Den z17 hatte IBM im April 2025 als aktuelle Mainframe-Generation vorgestellt. Im Mittelpunkt standen der Telum-II-Prozessor mit integrierter KI-Beschleunigung sowie der später verfügbare Spyre Accelerator für generative KI.
Kompaktere Hardware und neue Infrastruktur
Komplett neu sind das Single-Frame-System z17 ME2 sowie das Rack-Mount-Bundle z17 MER. Sie sind für Kunden gedacht, denen im Rechenzentrum weniger Stellfläche zur Verfügung steht oder die Mainframes leichter in bestehende Rechenzentrumsumgebungen integrieren wollen. Die neuen Systeme sollen ab dem 12. August 2026 verfügbar sein.
Zur Hardware gehören außerdem neue Netzwerkoptionen. Ein integrierter 100-Gigabit-Ethernet-Adapter soll den Datenaustausch mit anderen Systemen beschleunigen. Für Managementumgebungen führt IBM zudem neue 1-Gigabit-Netzwerkadapter ein. Hinzu kommen neue DPU-Funktionen (Data Processing Unit), die Datenbewegungen und I/O-Aufgaben von den Hauptprozessoren entlasten sollen.
Auch die Hardwarekonfiguration wird flexibler. IBM verspricht eine bessere Ausnutzung des Rack-Platzes im Single-Frame-System, weniger benötigte I/O-Komponenten und mehr Spielraum für kundeneigene Hardware im Rack.
Mehr KI direkt auf dem Mainframe
IBM baut die KI-Funktionen der Plattform weiter aus. Das AI Toolkit für IBM Z und LinuxONE unterstützt künftig zusätzlich Embedding- und Encoder-Modelle wie BERT. Solche Modelle erzeugen semantische Repräsentationen von Texten und bilden die Grundlage für Aufgaben wie semantische Suche, Dokumentenanalyse oder Retrieval-Augmented Generation (RAG), bei der Sprachmodelle mit unternehmenseigenen Informationen ergänzt werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der watsonx Assistant for Z erhält neue Agentenfunktionen, Multi-Tenancy sowie Unterstützung für weitere Granite-Modelle. IBM erweitert außerdem den AI Optimizer for IBM Z und LinuxONE, der eine vorkonfigurierte Laufzeitumgebung für KI-Inferenz bereitstellt. Sie bündelt Betriebssystemkomponenten, Containerlaufzeit, Überwachung und Modellverwaltung in einem vorinstallierten Softwarepaket.
Für Datenanalysen ergänzt IBM den Db2 Analytics Accelerator um direkt angebundene NVMe-SSDs. Das soll analytische Abfragen beschleunigen. Außerdem erweitert das Unternehmen SQL Data Insights Pro sowie Data Gate, das Daten aus Db2, IMS oder VSAM nahezu in Echtzeit in Cloud-Umgebungen synchronisieren kann.
Verwaltung und Modernisierung
Für den Betrieb der Systeme führt IBM ein verbrauchsabhängiges Preismodell für zIIP-Kapazität ein. zIIPs sind Spezialprozessoren, die bestimmte Workloads wie Datenbank-, Java- oder Analyseaufgaben ausführen und Lizenzkosten für reguläre Prozessorkapazität reduzieren können. Künftig soll sich diese Kapazität flexibler nach tatsächlicher Nutzung beziehen lassen.
Neu ist außerdem IBM COBOL Elevate for z/OS. Die Software soll bestehende COBOL-Anwendungen analysieren, den Umstieg auf aktuelle Compiler unterstützen und Optimierungsvorschläge direkt im Quellcode liefern. KI soll dabei helfen, notwendige Anpassungen schneller zu identifizieren.
Mit Project Polaris startet IBM zudem ein Technology-Preview-Programm für eine modernisierte z/OS-Verwaltung. Statt klassischer Administrationswerkzeuge nutzt Polaris APIs, YAML-Konfigurationen und KI-gestützte Assistenten. Ziel ist es, den Betrieb stärker an DevOps- und Cloud-Workflows anzulehnen.
Sicherheit mit Blick auf Post-Quanten-Kryptografie
Auch im Sicherheitsbereich erweitert IBM bestehende Funktionen. Der Crypto Express 8S unterstützt zusätzliche Post-Quanten-Algorithmen wie ML-KEM und ML-DSA. Damit sollen sich Unternehmen schrittweise auf künftige kryptografische Verfahren vorbereiten.
Neu sind außerdem Erweiterungen für den Unified Key Orchestrator, Verbesserungen bei IBM Confidential Computing sowie zusätzliche Funktionen für die zSecure-Produktfamilie. Diese reichen von automatisierter Zertifikatsverwaltung über Compliance-Prüfungen bis hin zur KI-gestützten Erkennung ungewöhnlicher Zugriffe auf z/OS-Systeme.
Nicht alle Punkte der Ankündigung stellen allerdings neue Produkte dar. IBM bündelt auch zahlreiche bereits verfügbare Angebote – etwa watsonx.ai, Machine Learning for IBM z/OS, Data Gate oder Teile der zSecure-Familie – unter dem Dach der erweiterten z17-Plattform und versieht sie teilweise mit neuen Funktionen.
Lesen Sie auch
(fo)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
xTool P3 im Test: CO₂-Laser mit 80 Watt schneidet und graviert auch Acryl
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenMega-GPUs für Nvidia, AMD & Co: TSMC zeigt CoWoS-Package mit >11.600 mm² & 24 × HBM5E
-
Social Mediavor 2 MonatenMetas neuer Creative Setup Workflow: Was sich wirklich ändert – und warum das nicht nur eine UI-Frage ist!
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenApple‑Geräte mit Microsoft Intune verwalten – zweiteiliges Live-Webinar
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Das Ende der SaaS-Gelddruckmaschine
