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Zur richtigen Zeit werben: Mehr als WM und Weihnachten: Die besten Anlässe für wirkungsvolle Kampagnen


Zur richtigen Zeit zu werben, kann die Wirkung einer Kampagne positiv beeinflussen – doch welche Termine sind die besten?

Anlassbezogene Kommunikation zählt zu den wirksamsten Hebeln im Marketing. Neben bekannten Peaks wie Black Friday entstehen die größten Chancen oft im Persönlichen, im Kulturellen oder in gesellschaftlichen Dynamiken. Entscheidend ist, wie präzise Marken relevante Momente erkennen, kommunikativ übersetzen und Kampagnen zum richtigen Zeitpunkt ausspielen. Wer das schafft, erreicht Aufmerksamkeit dort, wo andere untergehen.

Ein Optiker hat den Herbst für sich entdeckt. So versendete Optik Lauth im vergangenen Jahr zwischen Sommerschlussverkauf und Weihnachtsgeschäft – zwei stark umkämpften Konsummomenten – einen Werbebrief unter dem Motto „Es gibt viel zu sehen“. Im Mittelpunkt stand eine Heißluftballonfahrt über eine herbstliche Landschaft. Auf der Rückseite leuchteten bunte Blätter und Fliegenpilze. Die Botschaft: Gerade wenn die Natur ihre Farbenpracht entfaltet und die Tage wieder dunkler werden, lohnt sich ein genauer Blick auf die eigene Sehkraft.

Mit einer Heißluftballonfahrt inszeniert Optik Lauth den Herbst als Anlass für einen Sehtest

Bei diesem Beispiel trifft kommunikative Gestaltung auf einen Kontext, in dem sie besondere Relevanz entfaltet. Genau darin liegt die Stärke anlassbezogener Kampagnen: Sie knüpfen an Situationen an, die Menschen bereits beschäftigen, und verleihen Werbebotschaften zusätzliche Aufmerksamkeit. Diese Passung herzustellen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Marketing. „Der Kontext einer Kampagne bestimmt maßgeblich, wie erfolgreich sie wird“, sagt Thomas Heyen, Managing Creative Director bei Jung von Matt. „Einen zur Marke passenden Anlass originell aufzugreifen, kann die Performance spürbar verbessern.“

Arten von Anlässen: Vom Firmenjubiläum bis zur Bundestagswahl

Werbeanlässe lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: unternehmensbezogen, kundenbezogen und extern. Jede dieser Kategorien folgt eigenen Regeln und eröffnet unterschiedliche Chancen für Marken. Ein Blick auf die drei Anlassarten zeigt, welche Potenziale sich dahinter verbergen.

Für die meisten Menschen sind interne Anlässe nur dann interessant, wenn sie einen klaren Mehrwert bieten. Wie das funktionieren kann, zeigt der „Merci Bus“ der Handelskette Migros: Zum 100-jährigen Bestehen tourte ein historischer Verkaufswagen durch 100 Gemeinden in der Schweiz und brachte lokale Produkte, kleine Feste und Giveaways direkt zu den Menschen. Der Anlass wurde nicht nur kommuniziert, sondern erlebbar gemacht.

Noch direkter wirken kundenbezogene Anlässe. Persönliche Trigger wie Geburtstage, Umzüge oder individuelle Meilensteine sind Momente, die Menschen bewegen. „Man holt den Kunden unmittelbar bei einem bedeutenden Lebensereignis ab. Das ist maximal persönlich und oft emotional aufgeladen“, sagt Heyen.

Gerade haptische Formate entfalten hier ihr Potenzial. „Wenn Menschen in einer Zeit der digitalen Kommunikation etwas Echtes berühren, entsteht sofort Nähe und Authentizität“, erklärt Christoph Bohlender, Kreativdirektor der Healthcare-Marketing-Agentur Mensch. Die aktuelle CMC Print-Mailing-Studie mit 35 Online-Shops und 859.000 Print-Mailings belegt diese Wirkung mit einem durchschnittlichen ROAS von 961 Prozent.

Vielversprechende Anlässe jenseits der Klassiker

Die dritte Kategorie umfasst externe Anlässe. Dazu zählen saisonale Ereignisse, kulturelle Feste, Aktionstage oder gesellschaftliche Entwicklungen, die Marken kommunikativ nutzen können. Weihnachten, Black Friday oder große Sportereignisse sind fixe Größen externer Anlässe. „Es gibt die Erwartung, dass insbesondere bekannte Marken zu solchen Momenten präsent sind. Würden sie fehlen, würde das auffallen. Gleichzeitig sind diese Anlässe kommunikativ überfüllt“, so Heyen. Daher lohne es sich, jenseits dieser Peaks nach aussichtsreichen Situationen zu suchen. „Die unterschätztesten sind die, die man nicht sofort erkennt. Differenzierung entsteht dort, wo kaum jemand hinschaut.“

Der Beauty-Retailer Alina Cosmetics griff beispielsweise den „Tag des Kusses“ auf und zeigte in einem Online-Guide, welche Lippenstifte kussfest sind und wie sich Lippen nach dem Küssen pflegen lassen. Über die zahlreichen im Jahr verteilten Thementage können Marken leicht Bezüge zum Sortiment herstellen oder Kampagnenmechaniken aktivieren, etwa den „Tag der Freundschaft“ für Empfehlungsmarketing.

Katjes feiert zum Ramadan die Muslime in Deutschland – und seine Halal-Zertifizierung

Kulturelle Anlässe, die für spezifische Zielgruppen traditionell bedeutsam sind, bieten enormes Potenzial für Aufmerksamkeit, Vertrauen und Kaufimpulse. Während Katjes etwa auf Arabisch ein „Frohes Fastenbrechen“ wünscht, entwickelt Ikea mit der Gokvälla-Kollektion Dekorationsartikel rund um den Ramadan. Voraussetzung für solche Ansätze ist kulturelles Verständnis: „Im Team sollten Menschen aus der jeweiligen Kultur an entsprechenden Kampagnen mitarbeiten, um zu vermeiden, dass Kommunikation aufgesetzt wirkt oder missverstanden wird“, rät Heyen.

Ohne perfektes Timing ist alles nichts

So wirkungsvoll ein Anlass sein kann: Er ist flüchtig. „Der Super-GAU ist, zu spät zur Party zu kommen“, sagt Heyen. Dann signalisiert eine Marke das Gegenteil dessen, was sie zeigen will: Aktualität. Und die Kampagne verliert ihre Relevanz, weil das Thema bereits wieder verschwunden ist.

Kreativexperte Heyen beschreibt vor diesem Hintergrund die Zusammenarbeit zwischen Jung von Matt und Sixt: „Wir beobachten Newsmeldungen in Echtzeit und bewerten Entwicklungen parallel gemeinsam mit Sixt. Erreichen Themen eine bestimmte Dynamik, laufen Ideenfindung und Abstimmung direkt über WhatsApp. Ein klassisches Briefing gibt es nicht.“

Einen breit diskutierten Auftritt von Friedrich Merz beim DGB griffen Jung von Matt und Sixt für eine humorvolle Kampagne auf

Nach einem viel diskutierten Auftritt von Friedrich Merz im Mai auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbunds reagierte das Team innerhalb von vier Stunden mit einem Motiv und Claim. Der Post erzielte auf Instagram rund 35.000 Likes und über 1.300 Kommentare. „Tage oder nur Stunden später hätte er deutlich weniger Aufmerksamkeit erzielt“, so Heyen.

Bewusst aus der Masse herausstechen

Das Sixt-Beispiel zeigt auch: Es reicht nicht, einen Anlass zu bespielen – entscheidend ist die Umsetzung. „Wer sich auf generische Botschaften und abgenutzte Formeln beschränkt, wirkt austauschbar und stärkt im Zweifel die Sichtbarkeit des Anlasses, nicht die der eigenen Marke“, warnt Heyen.

Humor, Haltung oder Reibung können laut ihm den Unterschied machen. „Die Sixt-Mechanik funktioniert genau deshalb: Sie kommentiert Ereignisse und fügt dem Diskurs eine neue Perspektive hinzu.“

Auch die Schweizerische Post zeigt mit einem Weihnachtsmailing, wie das gelingen kann. Statt „besinnlicher Grüße“ setzte sie auf eine auffällige lilafarbene Box mit Lippenstift-Motiv. Eine Karte darin zeigte einen Weihnachtsmann mit geschminkten Lippen, Wimpern und Ohrringen. Die Message: Weihnachten ist auch die Zeit, sich herauszuputzen.

„Die Box weckte Neugier, und die ungewohnte Darstellung positionierte das Unternehmen modern und vielfältig, ohne belehrend zu wirken“, urteilt Adrian Schaffner, Geschäftsführer von Evoq Communications. Die Kampagne gewann den „Prix Carte de Noël“, den die Agentur für den attraktivsten Festtagsversand vergibt.

Sicherlich eine Inspiration für alle Marketer, die eine Weihnachtskampagne planen. Am besten bei schönstem Strandwetter. Denn wie gelernt gilt: Timing entscheidet. Erfolgreiche Weihnachtskampagnen beginnen lange, bevor die erste Kerze brennt.



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Design-Plattform: Das ist die erste Arbeit von Mother Berlin für Canva


Canva verspricht schnelle Hilfe in Stress-Situationen

Im Frühjahr hatte sich Mother Berlin im Pitch um Canva gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt. Jetzt legt die Kreativschmiede ihre erste Arbeit für die Design-Plattform vor. Da Canva eine breite Zielgruppe anspricht, setzt das Unternehmen unter anderem auf TV-Spots. In denen geht es hoch her.

„Wenn’s gut werden muss“, dann sollten Heimwerker zu Bauhaus gehen, wird uns seit gut zwei Jahrzehnten in den TV-Werbeblöcken eingeimpft. Fü

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Ipsos-Studie: So viel künstliche Intelligenz vertragen Marken wirklich


Auf den ersten Blick macht KI Kampagnen qualitativ besser.

Wann wird KI in der Werbung akzeptiert, wann nicht? Macht KI-Kampagnen besser oder schlechter? Und für welche Branchen wird das Thema Kennzeichnung besonders wichtig? Dieser und weiteren Fragen geht die aktuelle Ipsos-Studie „Wie viel KI verträgt Ihre Marke?“ nach.

Befragt wurden 23.532 Personen aus 32 Ländern. Von ihnen gaben 54 Prozent gegenüber dem Sozial- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos an

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KI-Support aus dem All: Aus xAI wird SpaceXAI


Das KI-Unternehmen xAI hinter der Plattform X heißt jetzt SpaceXAI. Pünktlich zur Umbebenennung gibt es neue AI-Optionen für User und Developer.

Was einst Twitter war, heißt heute X. Die Social-Media-Plattform des kontroversen Eigners und kurzzeitigen Billionärs Elon Musk gehört seit 2025 unter das Dach des KI-Unternehmens xAI. Dieses zeichnet auch für die Entwicklung des KI-Bots Grok und der gleichnamigen Modelle wie Grok 4.1 oder 4.5 und Grok Imagine Video 1.5 verantwortlich. Nach der Übernahme von xAI durch Musks SpaceX vor wenigen Monaten ist jetzt das Rebranding des KI-Unternehmens abgeschlossen: aus xAI wird SpaceXAI.

Für SpaceX und SpaceXAI haben Elon Musk und Co. große Pläne, die die KI-Entwicklung selbst außerhalb dieser Welt vorantreiben sollen.


xAI übernimmt X:

Musk verschmilzt KI-Kompetenz mit Plattformmacht

Logo von xAI (links) und X (rechts) auf schwarzem Hintergrund mit Lichtverlauf und feinem Gitternetzmuster – die Logos sind weiß und modern stilisiert, getrennt durch eine vertikale Linie.
© MrHerii – Own work – Wikipedia.de, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet via Canva)

Neue KI-Features und AI Support aus dem All: Viel los bei SpaceX und SpaceXAI

SpaceXAI kündigte kurz nach der Umbenennung direkt einige Feature Updates an. Dazu gehört zum Beispiel die Bereitstellung von 21 neuen KI-Stimmen für Grok via API. Damit können User insgesamt 26 mehrsprachige Stimmoptionen nutzen, um ihr Dienste mit natürlich klingenden KI-Stimmen zu versehen. Sie sind verfügbar in der Voice Agent API und Text to Speech API sowie im neuen Voice Agent Builder. Kürzlich hat SpaceXAI diesen zur Erstellung menschlich klingender KI-Voice-Agents ohne Coding-Vorkenntnisse gelauncht.

Für die KI-Entwicklung soll SpaceXAI künftig Support von SpaceX erhalten. Das Unternehmen, dessen Börsengang im Juni für Furore und rasante An- und Abstiege der Preise an der Börse sorgte, hat gegenüber der Federal Communications Commission (FCC) bereits angegeben, eine Million Satelliten im All einrichten zu wollen, die zukünftig als extraterrestrisches Datencenter die Bedarfe für das Computing auf der Erde unterstützen könnten. Noch ist das aber Zukunftsmusik, die Verbindung von xAI, SpaceX und X zeigt in diesem Kontext aber, was technologisch möglich sein könnte.

Derweil ist und bleibt X eine der beliebtesten Websites der Welt. Nach Daten von Similarweb belegt die Plattform Platz sechs der meistbesuchten Websites im Juni 2026.





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