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Künstliche Intelligenz

Top 7: Das beste Gaming-Headset – Testsieger Razer vor Steelseries & Logitech


Ein gutes Gaming-Headset sollte die Spielsession bereichern, egal ob bei kompetitiven Shootern oder immersiven Rollenspielen. Wir zeigen die besten Modelle.

Das richtige Headset zu finden, ist dabei nicht gerade leicht. Mittlerweile sind die meisten Gaming-Headsets kabellos und auch Surround Sound ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Neben einer verzögerungsfreien Funkverbindung sind natürlich die Soundqualität, die Akkuleistung und vor allem auch der Tragekomfort essenziell. Möchte man das Gaming-Headset nicht nur am Computer verwenden, ist hier auch die Kompatibilität mit anderen Systemen relevant, denn nicht jedes Headset kann automatisch am PC und an der Konsole verwendet werden.

Für unsere Bestenliste haben wir Gaming-Headsets auf ihre Soundqualität, ihren Funktionsumfang, den Tragekomfort und die Akkuleistung getestet und zeigen, welches das für uns de facto beste Modell ist. Neben dem Testsieger küren wir zudem einen Technologiesieger, der sich primär durch seine Funktionen besonders hervorgehoben hat, und einen Preis-Leistungs-Sieger.

Da Produktpreise mehrheitlich tagesformabhängig sind, können die im Text verlinkten Beträge bereits nach kurzer Zeit vom derzeitigen Preis abweichen. Wir aktualisieren unsere Bestenlisten regelmäßig mit neuen Tests und passen in diesem Zusammenhang auch die im Text verlinkten Preise händisch an. Zusätzlich verwenden wir in unseren Artikeln Bestpreis-Widgets, die immer automatisch den tagesaktuellen Preis abbilden.

Welches ist das beste Gaming-Headset?

Unser Testsieger ist das Razer Blackshark V3 Pro für 215 Euro. Mit hochwertiger Verarbeitung, astreinem Sound der Lautsprecher und des Mikrofons, super Tragekomfort sowie ANC bietet es das rundum beste Gesamtpaket für uns.

Als Technologiesieger geht das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 für 180 Euro hervor. Es hat nicht nur eine ausgereifte, benutzerfreundliche App mit vielen Soundeinstellungen, sondern ist zudem problemlos neben dem PC auch mit vielen anderen Plattformen und Konsolen kompatibel.

Der Preis-Leistungs-Sieger ist das Akko Verge S9 Ultra für 71 Euro. Es liefert guten Sound zu einem äußerst fairen Preis, ist mit einem starken Akku ausgestattet und trägt sich auch nach mehreren Stunden noch bequem.

Unser Ranking im Überblick:

KURZÜBERSICHT

Für 215 Euro bietet das Razer Blackshark V3 Pro absolute Premium-Qualität, sowohl beim Sound als auch bei der Verarbeitung. Ausgestattet mit ANC, bleibt man beim Zocken ungestört. Dank des hervorragenden Mikrofons wird man zudem auch problemlos im Voice-Chat verstanden.

VORTEILE

  • starker Sound
  • hoher Tragekomfort
  • gutes Mikrofon
  • ANC
  • viele Soundeinstellungen

NACHTEILE

  • teuer
  • EQ-Presets selbst erstellen nicht möglich

Für 180 Euro bekommt man mit dem Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 ein starkes Gaming-Headset, das mit seinem Klang und einer starken App mit vielen Soundeinstellungen überzeugt. Einsetzbar am PC, Smartphone und diversen Konsolen.

VORTEILE

  • ausgewogener Sound
  • gelungene Software mit vielen Soundeinstellungen
  • starke Kompatibilität
  • Schnellladefunktion

NACHTEILE

  • stellenweise unbequem bei längerem Tragen
  • Surround-Sound könnte präziser sein

Für 71 Euro ist das Akko Verge S9 Ultra ein verhältnismäßig günstiges Gaming-Headset mit hohem Tragekomfort, einem trotzdem noch soliden Sound, einer guten Verarbeitung und einem Akku, der genügend Saft für ausladende Gaming-Sessions bietet.

VORTEILE

  • sehr bequem
  • solider Sound für den Preis
  • starker Akku
  • gute Verarbeitung

NACHTEILE

  • App zum Teil nicht übersetzt
  • Mikrofonqualität mittelmäßig
  • manche Einstellungen funktionieren nicht immer

Ratgeber

Was muss man beim Tragekomfort von Gaming-Headsets beachten?

Leider nützt der beste Sound nichts, wenn das Tragen des Gaming-Headsets bereits nach kurzer Zeit unangenehm wird. Tragekomfort ist besonders bei längeren Gaming-Sessions essenziell. Schwierig ist nur, dass Köpfe und Ohren von Person zu Person unterschiedlich groß und geformt sind. Was beim einen super bequem das komplette Ohr umschmeichelt, drückt beim anderen unangenehm auf den Knorpel.

Wir können in unseren Tests nur unser persönliches Befinden so gut wie möglich abbilden, um einen Eindruck zu verschaffen. Generell gilt: Wer die Möglichkeit hat, das Headset vorher probezutragen, sollte die Gelegenheit wahrnehmen, um späteren Frust zu vermeiden.

Wichtige Elemente, die den Tragekomfort beeinflussen, sind ein größenverstellbares Kopfband, die Form, Größe und die Beschaffenheit der Ohrpolster, die Spannung des Kopfbügels und das Gewicht der Kopfhörer. Generell empfehlen wir den Griff zu Over-Ear-Kopfhörern, da diese unserer Erfahrung nach am längsten bequem zu tragen sind. Eine Bonuseigenschaft von Over-Ear-Modellen ist zudem die bessere Abschirmung nach außen. Wer sich voll auf sein Spiel konzentrieren will, sollte nicht zu viel von der Umgebung mitbekommen.

Top-Modelle wie das Razer Blackshark V3 Pro sind zusätzlich mit Active Noise Cancellation (ANC) ausgestattet, einer Technologie, die Geräusche zusätzlich unterdrückt.

Die Polsterung muss weich und ausreichend belüftet sein, um einen langen Tragekomfort zu gewährleisten.

Die Kopfbügelspannung muss ausreichend hoch sein, sodass das Headset stets sicher auf dem Kopf sitzt, ohne zu verrutschen. Wer plant, länger als eine halbe Stunde am Stück zu zocken, sollte zudem unbedingt auf die Beschaffenheit der Ohrpolster achten. Ist der Überzug aus billigem Kunststoff oder die Belüftung der Ohren nicht ausreichend, beginnt man schnell darunter zu schwitzen. Das ist unangenehm, vorwiegend im Sommer, und lenkt beim Spielen ab.

Wer von Haus aus schnell schwitzt, sollte im Vorfeld klären, ob es Ersatzohrpolster für das Headset gibt und ob man diese gegebenenfalls abnehmen und für eine Reinigung zwischendurch in der Waschmaschine waschen kann. Ersatzpolster sind vorrangig bei teuren Headsets wichtig, schließlich will man die hochpreisigen Geräte nicht nur wegen verschmutzter Polster ausmustern.

Was ist bei der Verarbeitung eines Gaming-Headsets wichtig?

Selbst günstigere Headsets sind mittlerweile ordentlich verarbeitet. Die Unterschiede liegen im Detail und betreffen in erster Linie Haptik, Optik und Beschaffenheit des verwendeten Materials. Billiger Kunststoff wirkt schnell abgenutzt und speckig. Kunststoffscharniere und Gelenke haben häufiger das Problem, dass sie nicht besonders belastbar sind.

Idealerweise bestehen die am meisten belasteten Teile aus Metall, um eine Langlebigkeit zu garantieren. Zudem sollte nichts klappern oder quietschen – insbesondere, während das Headset auf dem Kopf sitzt. Headsets mit Klapp-Funktion sind zwar praktisch, da man sie aufgrund ihrer Kompaktheit besser transportieren kann, allerdings sorgt das Einklappen der Gelenke für erhöhten Verschleiß.

Gelenke und Scharniere müssen ausreichend stabil sein. Außerdem dürfen sie nicht quietschen.

Ein hohes Gewicht spricht zwar für stabile Metall-Komponenten, es belastet aber auch die Nackenmuskulatur. Allzu schwer sollte ein Gaming-Headset daher auf keinen Fall sein. Besonders dann nicht, wenn es für mehrere Stunden auf dem Kopf sitzt. Die meisten Headsets dieser Bestenliste wiegen zwischen 300 und 350 g. Am schwersten ist aktuell das Razer Blackshark V3 Pro mit etwa 367 g Eigengewicht.

Bei kabellosen Headsets sitzen die Bedienelemente grundsätzlich am Gehäuse des Kopfhörers. Unterschiede zwischen ihnen gibt es aber trotzdem. Sind Lautstärkeregler und Tasten nicht klar unterscheidbar, kann das während des Games wichtige Sekunden kosten. Die Bedienelemente sollten mit einem Griff sofort erreichbar und identifizierbar sein. Texturierte Oberflächen, etwa beim Lautstärkeregler, bieten zudem zusätzliche Griffigkeit.

Wie wichtig ist die Soundqualität bei Gaming-Headsets?

Guter Sound ist wichtig, denn er sorgt zum einen für Immersion beim Spielen und zum anderen verschafft er im Bereich kompetitiver Spiele klare Vorteile. Bei taktischen Shootern wie Counter-Strike 2 oder Valorant erhöht etwa das schnelle und korrekte Lokalisieren von Schritten die eigenen Gewinnchancen. Sind Geräusche oder deren Richtung nicht klar zuordenbar, ist das ein signifikanter Nachteil und sorgt für Frust.

Zum Glück findet man richtig unbrauchbaren Sound selbst bei günstigen Headsets nur noch selten. Zwar sind Qualitätsunterschiede zwischen günstigen, mittelpreisigen und teuren Headsets definitiv hörbar, am Ende kommt es aber natürlich auch auf den eigenen Anspruch an.

Viele Gaming-Kopfhörer der Einsteiger-Klasse kaschieren schwachen oder unsauberen Klang durch stark angehobene Höhen und Tiefen. Das beschert zwar druckvollen Sound bei Explosionen und Ähnlichem, führt aber dazu, dass feine Klänge untergehen. Das Ergebnis ist ein matschiger und wenig differenzierter Sound.

Wer regelmäßig längere Gaming-Sessions abhält und hohe Ansprüche an eine ordentliche Dynamik hat, sollte sich trotzdem lieber für ein Modell ab 100 Euro aufwärts entscheiden. Hier sind hochwertigere Lautsprecher verbaut und der Klang ist insgesamt runder und besser abgestimmt. Zudem bieten die meisten von ihnen auch Programme an, mit denen man den Sound per Equalizer noch einmal mehr den eigenen Ansprüchen entsprechend formen kann.

Zusätzliche Soundeinstellungen wie Equalizer holen noch einmal mehr aus dem Klang der Gaming-Headsets heraus.

Neben Stereo-Sound bieten die meisten Gaming-Headsets ab Mittelklasse und aufwärts virtuellen Surround-Sound. In der Theorie sind mit Raumklang ausgestattete Modelle klar im Vorteil, die Umsetzung ist aber nicht immer gelungen. Eine Richtungsbestimmung fällt mit echtem Surround-Sound deutlich leichter als mit nur zwei Tonquellen. Durch den bei Gaming-Headsets meistens nur emulierten Raumklang steht und fällt die Präzision der Geräuschortung mit der dafür verwendeten Software.

Unserer Erfahrung nach ist selbst ein eher durchwachsener Surround-Sound bei Einzelspieler-Games häufig noch zu gebrauchen. Bei kompetitiven Online-Shootern verdirbt er aber mehr den Spaß, als dass er gewinnbringend ist. Der Taktik-Shooter Valorant hat eine Surround-Sound-Simulation ins Spiel gecodet. In so einem Fall sollte man ohnehin keinen Surround-Sound per Headset hinzuschalten und nur die Stereo-Ausgabe verwenden. Letztlich ist der virtuelle Surround-Sound aber nicht mit echtem 5.1- oder 7.1-Sound vergleichbar.

Worauf kommt es beim Mikrofon an?

Ein vernünftiges Headset-Mikrofon ist für Sprach-Chats unerlässlich. Natürlich gibt es auch hier spürbare Unterschiede in der Qualität, an ein Studiomikrofon kommen sie aber alle nicht heran. Neben der generellen Klangqualität gibt es auch enorme Unterschiede in der Empfindlichkeit. Hier ist ein Geräuschfilter und/oder ein Noise-Gate für das Mikrofon essenziell und je nach Hersteller auch Teil der Software. Selbst bei höherpreisigen Headsets kann das Mikrofon noch blechern klingen, übersteuern und von permanentem Rauschen begleitet sein.

Schließlich haben alle von uns bisher getesteten Gaming-Headsets ein Mikrofon, das vollkommen ausreichend für den Voice-Chat mit Freunden oder dem Team im Spiel ist. Zum Streamen auf Twitch würden wir aber nach wie vor zu einem eigenständigen Mikrofon raten.

Neben klanglichen Qualitätsunterschieden ist auch die Implementierung des Mikrofons von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Manche Mikrofone sind fest verbaut und lassen sich, wie beim Astro A50 Gen 5, nach oben und unten schieben. Bei einigen Gaming-Headsets lässt sich das Mikro sogar abnehmen. Das ist hauptsächlich dann praktisch, wenn man das Headset auch unterwegs zum Musikhören verwenden möchte, ohne dabei permanent ein Mikrofon vor dem Gesicht hängen zu haben.

Das Mikrofon des Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 ist in der linken Ohrmuschel verstaut und lässt sich einfach herausziehen.

Welche Verbindungsmethoden sind bei einem Gaming-Headset wichtig?

Bei kabellosen Gaming-Headsets ist die 2,4-GHz-Funkverbindung das Nonplusultra. Im Vergleich zu Bluetooth entsteht deutlich weniger Latenz und daher nicht die Gefahr, Geräusche im Spiel erst zu spät wahrzunehmen. Für eine latenzfreie Übertragung per Bluetooth sollten nämlich sowohl Sender als auch Empfänger den aptX-Low-Latency-Codec unterstützen.

Die Funkverbindung kommt mittels eines USB-Funk-Dongles zustande, der mit dem Gaming-Headset mitgeliefert wird. Diesen steckt man einfach in einen freien USB-Port am PC und kann dann das Headset meist auch direkt nutzen. Immer häufiger ist jedoch die zeitgleiche Verbindung von Bluetooth und Funk. Höherpreisige Headsets ermöglichen dann das zeitgleiche Verbinden von etwa dem Smartphone per Bluetooth und dem PC via Funk. So kann man Audio vom Smartphone parallel zum Spielgeschehen laufen lassen oder Anrufe direkt per Headset-Bedienelement annehmen.

Beim Teufel Cage Pro  wechselt man per Button am Headset zwischen Bluetooth- und Funkverbindung.

Wie ist die Akkulaufzeit bei einem Gaming-Headset?

Die Akkulaufzeiten variieren von Headset zu Headset. Mindestens 24 Stunden schaffen aber die meisten. Auch wenn es keine rekordverdächtigen 100 Stunden sein müssen, sollte eine Ladung für mehrere Spielsessions ausreichen. Nichts ist nerviger, als ohne Sound auskommen zu müssen, nur weil das Headset leer ist. Wer das Aufladen gerne vergisst, muss darauf achten, ob das Headset während des Ladevorgangs genutzt werden kann.

Einige Modelle unterstützen alternativ den Anschluss per 3,5-mm-Klinkenstecker. Geladen wird in der Regel heutzutage per USB-C-Verbindung. Manche Gaming-Headsets unterstützen zudem Schnellladen, wodurch man bereits mit 15 Minuten am Strom bis zu 6 Stunden Betriebszeit bekommt. Modelle wie das Logitech G Astro A50 Gen 5 kommen sogar mit einer Basisstation, auf der man das Headset nach dem Zocken platziert, um es zu laden.

Fazit

Gaming-Headsets bereichern das Spielerlebnis ungemein, sofern man das richtige Modell für sich gefunden hat. Das ist gar nicht so einfach, da hier viele Faktoren mit hineinspielen, die sehr subjektiv sind. Etwa der Klang, bei dem jeder andere Präferenzen hat. Auch der Tragekomfort wird von Person zu Person unterschiedlich wahrgenommen.

Wir haben mit dieser Bestenliste und unseren Tests versucht, die verschiedenen Anforderungen an das ideale Gaming-Headset abzudecken. Von astreinem Sound hin zu vielen Einstellungsmöglichkeiten, enormem Tragekomfort oder praktikablen Zusatzfunktionen – in unserer Bestenliste sollte für jeden etwas dabei sein. Zudem aktualisieren wir sie stetig mit neuen Produkten aus unseren Tests, um eine noch größere Bandbreite an Modellen abzudecken.

BESTENLISTE

Gaming-Headset mit ANC & Surround Sound: Razer Blackshark V3 Pro im Test

Das Razer Blackshark V3 Pro hat allerlei spannende Funktionen parat. Ein Highlight ist ANC, was bei Gaming-Headsets selten ist.

VORTEILE

  • starker Sound
  • hoher Tragekomfort
  • gutes Mikrofon
  • ANC
  • viele Soundeinstellungen

NACHTEILE

  • teuer
  • EQ-Presets selbst erstellen nicht möglich

Das Razer Blackshark V3 Pro hat allerlei spannende Funktionen parat. Ein Highlight ist ANC, was bei Gaming-Headsets selten ist.

Mit dem Blackshark V3 Pro macht Razer eine Kampfansage im Hinblick auf Tragekomfort und Funktionsumfang unter den Gaming-Headsets. Ausgestattet mit ANC, Surround Sound und sehr gutem Mikrofon, wird es durch die Software Razer Synapse zusätzlich mit vielzähligen Funktionen bereichert. Equalizer-Presets und Sounderweiterungen für Lautsprecher und Mikrofon versprechen hier vielseitige Anpassungsmöglichkeiten. Kann das Premium-Gaming-Headset für 237 Euro beim Klang überzeugen? Wir verraten es im Test.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design

Ganz Gaming-untypisch kommt das Razer Blackshark V3 Pro in schlichtem Schwarz (alternativ in Weiß). Einzig der Mute-Button ist an der Basis in knalligem Razer-Grün gehalten. Mit 367 g hat es ein angenehmes Gewicht – sowohl in der Hand als auch auf dem Kopf. Das Kopfband besticht optisch durch eine Lederoptik mit geprägtem Razer-Schriftzug. Generell wirkt das Gaming-Headset sehr hochwertig und die Verarbeitung tadellos. Der Großteil des Gehäuses ist aus Plastik, die Ausnahme bilden die aus Aluminium gefertigten Ohrmuschelverbindungsarme und der Lautstärkeregler. Letzterer kommt mit geriffelter Oberfläche, was für eine deutlich bessere Griffigkeit sorgt. Ohr- und Kopfbandpolster haben eine sanfte Textiloberfläche. Das abnehmbare Mikrofon kommt mit abnehmbarem Popschutz.

Das Design ist stimmig und hat fast schon einen professionellen Charakter. Auf den ersten Blick würde man definitiv nicht vermuten, dass es sich um eine Gaming-Peripherie handelt.

Ausstattung

Das Headset kommt mit abnehmbarem Mikrofon, USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, 2,4-GHz-Funkreceiver und einem USB-C-zu-Aux-Kabel.

Neben der Funkverbindung unterstützt das Blackshark V3 Pro auch Bluetooth (5.3) mit AAC, analoge Signale via Aux-Kabel und die kabelgebundene Verbindung über USB-C. Es ist zudem in der Lage, Audio aus der Funkquelle und der Bluetoothquelle gleichzeitig abzuspielen. Man kann während des Spielens also problemlos Anrufe über das Headset entgegennehmen. Die Verbindung per Funk bleibt überall in der 120-m²-großen Wohnung konsistent und verzögerungsfrei.

Das ANC des Headsets aktiviert man per Button an der rechten Ohrmuschel oder über Razer Synapse. Mit der Software kann man auch die Intensität der Geräuschunterdrückung festlegen. Auf höchster Stufe blendet sie einen Großteil der Hintergrundgeräusche gut aus, komplette Stille kann sie aber nicht erzeugen. Die zusätzliche Ambient-Einstellung macht genau das Gegenteil und lässt Geräusche von außen besser ins Innere des Headsets vordringen. Wir können dem Feature nicht viel abgewinnen, da vor allem Geräusche wie die Lüfter des PCs verstärkt und mit zusätzlichem Rauschen beim Ohr ankommen.

Dank Onboard-Speicher lassen sich Einstellungen und Equalizer (EQ) auf dem Gaming-Headset abspeichern und per Knopfdruck abrufen. Praktisch: Dank Bluetooth-Verbindung kann man auch die Razer-Audio-App verwenden, um Einstellungen über das Smartphone anzupassen.

Den Sound übernimmt ein dynamischer 50-mm-Treiber mit einem Frequenzbereich von 12 bis 28.000 Hz. Dank THX Spatial Audio ist das Gaming-Headset in der Lage, 7.1.4-Surround-Sound wiederzugeben. Es arbeitet zudem mit zwei unterschiedlichen Audiokanälen – Voice und Game. Dadurch ist es möglich, am Headset den Sound der einen Quelle in den Hintergrund zu stellen und den anderen in den Vordergrund. Bestes Beispiel, wenn man bei einem Online-Spiel in einer Clutch-Situation ist und sich auf den Spielsound konzentrieren will, um die Runde zu gewinnen, kann man den Voice-Chat so in den Hintergrund stellen. Das Ganze funktioniert bequem per Drehrad am Headset.

Das abnehmbare Vollband-Mikrofon ist sehr flexibel und lässt sich problemlos in jede gewünschte Position biegen. Den Popschutz kann man bei Bedarf, etwa zum Reinigen, schnell abziehen. Das Mikro wird über die Aux-Buchse des Headsets angeschlossen. Zum Stummschalten gibt es eine einrastende Taste am linken Kopfhörer.

Software

Wer bereits Razer Synapse für andere Razer-Produkte verwendet, wird sich freuen, dass auch das Blackshark V3 Pro in die Software integriert ist. Zur Auswahl stehen einige Soundeinstellungen, darunter EQ-Presets für Kopfhörer und Mikro. Die Bedienung ist leicht verständlich und löblich ist, dass jede Einstellung einen eigenen Tooltip für eine kurze Erklärung hat. Beim ersten Starten bekommt man zudem eine Zusammenfassung der wichtigsten Features des Headsets, die man sich auch im Nachhinein jederzeit durchlesen kann.

Als Standard-EQ-Presets stehen Default (gerade Linie), Game, Music und Movie zur Auswahl. Diese werden durch spielspezifische Presets zu den Games Valorant, Call of Duty, Apex Legends, Counter-Strike 2 und Halo Infinite erweitert. Pro Spiel gibt es mehrere Presets, die laut Razer in Zusammenarbeit mit einem Esports-Profi erstellt wurden. Enttäuschend ist jedoch, dass es generell keine Möglichkeit gibt, eigene EQ-Presets zu erstellen und zu benennen. Die vorgefertigten EQ lassen sich allerdings problemlos anpassen. Zusätzliche Soundanpassungen sind ebenfalls am Start. So kann man per Regler leise Geräusche wie Schritte anheben oder per Bass Boost den Bass verstärken. Der Funkreceiver des Blackshark V3 Pro ist zudem in der Lage, in den Low-Latency-Mode zu wechseln, wodurch zwar der Akku stärker beansprucht, dafür aber die Latenz noch einmal reduziert wird. Auch für das Mikrofon gibt es verschiedene EQ-Presets und Soundanpassungen, die man hinzuschalten kann.

Die Razer-Audio-App für das Smartphone dient derweil dazu, das Headset auch unterwegs konfigurieren zu können. Damit es sich mit der App per Bluetooth verbindet, muss jedoch die Funkverbindung zuvor gekappt sein.

Man merkt, dass Razer hier viel Wert auf Gaming-relevante Soundeinstellungen gelegt und das Ganze fast ausnahmslos gut umgesetzt hat.

Tragekomfort

Das Razer Blackshark V3 Pro trägt sich super angenehm, auch über mehrere Stunden hinweg. Die Schaumstoffpolster an den Ohren und am Kopfband sind mit weichem Textil überzogen und schmiegen sich angenehm um die Ohren. Das Kopfbandpolster zieht sich über die komplette Länge des Bandes, wodurch eine für uns perfekte Verteilung des Drucks stattfindet und auch nach längeren Sessions keinerlei Druckstellen auf dem Kopf entstehen.

Die Größe stellt man nicht, wie zuerst vermutet, am Band selbst ein, sondern an den Halterungen der Ohrmuscheln. Wir verwenden das Headset mit voll ausgefahrener Halterung. Sie lässt sich um 15 Grad in beide Richtungen drehen, wodurch man sie ideal der Kopfform anpassen kann. Durch die vollständige Polsterung des Kopfbandes tragen sie sich auch bequem um den Hals. Hier muss man dann allerdings die Ohrmuscheln anwinkeln, da sonst die Aluminiumhalterung unangenehm in das Schlüsselbein drückt.

Soundqualität

Beim Spielen überzeugt uns der Klang des Razer Blackshark V3 Pro auf ganzer Linie. Sowohl im kompetitiven Valorant als auch in Singleplayerspielen wie Persona 3 Reload oder Kingdom Come Deliverance 2 bestechen die Lautsprecher durch einen hervorragenden Klang. Gerade im zum Chaos neigenden Valorant, in welchem die Geräuschkulisse sehr bunt und überladen sein kann, gehen wichtige Details nicht unter. Schritte sind klar hörbar, während der Raumklang präzise die Position der Mitspieler und Gegner abbildet. Auch beim Musikhören sowie Video- und Filmeschauen kann das Headset mit einem gut ausbalancierten Sound überzeugen, der sich durch einen präsenten, aber nicht übermannenden Bass auszeichnet. Hier kommen Feinheiten, mit entsprechendem EQ, ebenfalls gut durch und hinterlassen einen satten, warmen Klang.

Das Mikrofon braucht sich indes nicht zu verstecken. Die Stimme wird klar, verständlich und warm wiedergegeben. Es ist zudem überraschend gut darin, keine Hintergrundgeräusche mit aufzunehmen. Während des Testzeitraums konnten wir zudem keinerlei Übersteuerungen feststellen.

Akkuleistung

Mit dem Akku des Razer Blackshark V3 Pro kommen wir problemlos auf über zwei Tage, bevor wir es wieder an das Ladekabel stecken müssen. Das ist ein grundsolider Wert. Wir verwenden das Headset ausschließlich mit aktiviertem ANC auf Stufe 4, und wechselweise im Niedriglatenzmodus.

Preis

Das Razer Blackshark V3 Pro hat eine UVP von 270 Euro. Aktuell kostet es in Schwarz 215 Euro. In Weiß bekommt man es für 217 Euro.

Fazit

Das Razer Blackshark V3 Pro für 215 Euro ist ein absolutes Premium-Headset, vollgestopft mit modernster Technik, vielen Funktionen und umfangreichen Soundeinstellungen. Dank Bluetooth kann man es sowohl daheim als auch unterwegs problemlos verwenden. Es sieht dabei nicht nur edel aus, sondern trägt sich auch über Stunden hinweg sehr bequem. Sowohl der Sound der Lautsprecher als auch der des Mikrofons können sich hören lassen. Schade also, dass man aktuell keine eigenen EQ-Presets anlegen kann. Auch der Preis von 237 Euro ist recht happig. Immerhin bekommt man dafür dann ein sehr gutes Gaming-Headset.

Richtig gutes Gaming-Headset: Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 im Test

Als Gaming-Headset bietet das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 neben gutem Sound auch eine herausragende App für Soundeinstellungen.

VORTEILE

  • ausgewogener Sound
  • gelungene Software mit vielen Soundeinstellungen
  • starke Kompatibilität
  • Schnellladefunktion

NACHTEILE

  • stellenweise unbequem bei längerem Tragen
  • Surround-Sound könnte präziser sein

Als Gaming-Headset bietet das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 neben gutem Sound auch eine herausragende App für Soundeinstellungen.

Bereits out-of-the-box hat das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 einen für Gaming-Headsets verhältnismäßig runden Sound mit ansprechendem Bass. Noch mehr holt man aus den Lautsprechern per Steelseries GG Sonar heraus. Die Software hat über 280 Equalizer-Presets im Gepäck und zeichnet sich durch ihre hervorragende Benutzerfreundlichkeit aus. Wir haben unser von Steelseries bereitgestelltes Testgerät genauer unter die Lupe genommen und berichten, an welchen Stellen das Gaming-Headset vielleicht noch Verbesserungspotenzial hat.

Design

Farblich steht das Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 sowohl in Schwarz, in Weiß als auch in Magenta zur Auswahl. Unser weißes Testgerät zeichnet sich durch eine einwandfreie Verarbeitung aus. Das Kopfband besteht aus Metall, die Ohrmuscheln aus Plastik. Insgesamt ist das Headset robust und fühlt sich wertig an, zieht aber Staub und Fingerabdrücke nur so an. Die Ohrpolster und das elastische Stirnband sind hingegen grau.

An beiden Ohrmuscheln befinden sich Bedienelemente zur Steuerung des Headsets. Auf der linken Seite sind der Lautstärkeregler sowie die Mute-Taste für das Mikrofon angebracht. Letzteres ist praktischerweise in der Ohrmuschel verstaut und lässt sich dank einer Vertiefung einfach herausziehen. An der rechten Ohrmuschel hingegen liegen Power-Button, Bluetooth-Taste sowie der Balance-Regler für den Spiel-Audio- und Chat-Audio-Kanal. Beide Regler steuern sich dank gerillter Oberfläche super.

Ausstattung

Das Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 kommt mit USB-C-2,4-GHz-Funk-Dongle, einem USB-A-zu-USB-C-Verlängerungskabel und einem USB-A-zu-USB-C-Ladekabel. Hinzu kommt ein 3,5-mm-Aux-Kabel. Das Gaming-Headset wiegt 325 g.

Neben der 2,4-GHz-Funkverbindung unterstützt das Arctis Nova Bluetooth 5.0 sowie die Verbindung via Aux. Ein Betrieb über USB-C ohne angeschlossenen Funkreceiver ist aber leider nicht möglich. Per Funk erhalten wir von überall aus einer 120-m²-Wohnung ein stabiles Signal. Der Dongle ist ungewöhnlich breit, wodurch er je nach Setup durch sein Gehäuse mehrere USB-Ports blockieren dürfte. Wir verwenden ihn daher mit dem mitgelieferten USB-A-zu-USB-C-Verlängerungskabel. Die Bluetooth-Verbindung zu unserem Smartphone bleibt ebenfalls durchgehend stabil und ohne stark spürbare Verzögerungen – etwa beim Abspielen von Youtube-Videos.

Zusätzlich zum PC ist das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 auch zu anderen Plattformen kompatibel. Darunter Mac und iPhone, Android, PS4/PS5, Switch 1/2 und Handhelds wie das Steam Deck. Super praktisch: Der Funkdongle kann per USB-C direkt mit den Geräten verbunden werden, wodurch man hier nicht nur auf Bluetooth beschränkt ist, wie es sonst gerne mal der Fall ist.

Das bidirektionale Mikrofon hat einen Frequenzbereich von 100 bis 7000 Hz via Funkverbindung und 100 bis 6500 Hz via Bluetooth. Der Mikrofonarm ist biegbar und lässt sich den eigenen Bedürfnissen nach positionieren. Drückt man die Stummschalttaste am Headset, signalisieren rote LEDs am Mikro dessen Inaktivität.

Die Kopfhörer sind mit einem 40-mm-Neodym-Magnettreiber ausgestattet. Der dynamische Treiber arbeitet in einem Frequenzbereich von 20 bis 22.000 Hz und unterstützt Surround-Sound. Wie beim Logitech G Astro A50 Gen 5 oder dem Razer Blackshark V3 Pro kann man Voice-Chat oder Spielsounds dank zwei separater Audiokanäle in den Vorder- oder Hintergrund stellen.

Software

Mit Steelseries GG Sonar kann man den Sound des Gaming-Headsets feinjustieren. Hierfür gibt es eine Bandbreite an EQ-Presets (EQ = Equalizer), 288 an der Zahl, die man separat für alle Kanäle einrichten kann. Das Gros der Presets setzt sich aus zig Spieltiteln unterschiedlicher Genres zusammen und wird durch diverse Musikrichtungen ergänzt. Praktisch ist hier nicht nur die Suchfunktion, sondern auch die Möglichkeit, EQs den Favoriten hinzuzufügen und so schneller zwischen ihnen zu wechseln. Auch eigene Presets kann man unkompliziert anlegen.

Sowohl selbst erstellte EQs als auch bereits vorhandene Presets lassen sich bis ins kleinste Detail anpassen. Die Bedienung ist dabei benutzerfreundlich und schnell verständlich. Praktisch: Per Dropdown-Menü wechselt man die EQ-Beschriftung. Zur Auswahl stehen eine Handvoll beliebter FPS. Wechselt man auf ein bestimmtes Spiel, zeigt die Beschriftung jetzt die Bereiche für spielrelevante Sounds (etwa Bombe und Schritte) an. So sieht man direkt, welche Parameter man verändern muss, um einen bestimmten Soundeffekt im Spiel besser hervorzuheben. Ergänzt wird das Ganze durch die Möglichkeit, die Veränderungen am EQ in Echtzeit via Testsounds nachzuvollziehen. Eine für uns rundum gelungene Umsetzung. Für das Mikrofon stehen neben dem EQ auch Geräuschreduzierung (manuell oder per KI), Noise Gate und Kompressor zur Verfügung.

Für den Raumklang gibt es ein paar Feintuning-Optionen, um den Sound für kompetitive Multiplayer-Spiele, immersive Singleplayer-Spiele oder Filme anzupassen. Auch die Sprecherposition sowie simulierte Distanz zur Geräuschquelle verändert man per Regler.

Tragekomfort

Steelseries verwendet beim Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 Schaumstoffpolster mit Textilüberzug. Sie fühlen sich gut auf der Haut an und liegen bequem um das Ohr herum. Leider lässt der Komfort in unserem Fall bei längerem Tragen etwas nach, da die Ohren irgendwann gegen die harten Lautsprecher drücken. Ein kurzes Justieren des Headsets schafft Erlösung, ideal ist das aber nicht.

Das elastische Stirnband hat zwei unterschiedliche Größeneinstellungen, was für den ein oder anderen eventuell zu restriktiv sein könnte. In unserem Fall bietet die Standardeinstellung, mit der das Headset geliefert wird, aber genügend Komfort und verteilt das Gewicht optimal.

Die Halterung der Ohrmuscheln ist größenverstellbar und erfordert etwas Kraft, um sie aus dem Kopfband zu ziehen. Hier hätten wir uns zudem ein haptisches Feedback, etwa ein Einrasten, gewünscht, um es auf beiden Seiten zuverlässig gleichmäßig einzustellen. Die Ohrmuscheln lassen sich komplett nach innen drehen, wodurch man das Headset auch bequem um den Hals tragen kann. Die Drehung nach außen bietet genug Spiel, um das Headset der Kopfform entsprechend auszurichten.

Soundqualität

Beim Sound kann das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 mit einem relativ potenten Bass überzeugen. Generell liefert es ein relativ rundes Klangprofil ab. Beim Zocken kommen Details wie Blätterrascheln und Windböen im Hintergrund super zur Geltung, während sich Unterhaltungen, etwa zwischen NPCs, klar verständlich in die Soundkulisse einfügen. In kompetitiven Spielen wie Valorant gehen wichtige Sounds wie Schritte, Schüsse und Fähigkeiten-Sounds auch im Chaos nicht unter. Insgesamt nur mittelmäßig ist hingegen der Surround-Sound. Während er für Singleplayer-Spiele vollkommen ausreichend ist, vermissen wir in kompetitiven Spielen hier definitiv die Präzision bei der Positionsbestimmung. Der Unterschied zwischen schräg links und links, etwa, ist häufig viel zu marginal. Hier greift man besser auf die spielinterne Surround-Sound-Technologie zurück.

Beim Musikhören kann das Gaming-Headset ebenfalls überzeugen. Wir probieren uns durch diverse Genres, von Chamber-Pop über Indie bis hin zu Deathcore, und verwenden entsprechende EQs, um das meiste aus dem Sound der 40-mm-Treiber herauszuholen. Instrumente und Gesang kommen in Kishi Bashis „Atticus, in the Desert“ hervorragend und differenziert durch, während der Bass des Schlagzeugs in Set to Stuns Lied „V: Valkyrie One“ das Klangbild nicht übermannt. Für ein Gaming-Headset liefert das Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 insgesamt einen grundsoliden Sound ab.

Das Mikrofon liefert eine eher mittelmäßige Performance ab. Es klingt nicht blechern und man wird problemlos verstanden, allerdings kommt die Stimme ohne aktiven EQ etwas flach rüber. Per Software gibt es EQs für verschiedene Stimmlagen. Selbst bei aktivierter KI-Geräuschunterdrückung kommt beim Sprechen immer ein leichtes Rauschen mit, ansonsten funktioniert die Geräuschunterdrückung aber gut. Zum Zocken mit Kumpels ist das Mikrofon ausreichend, zum Streamen empfehlen wir ein anderes Mikrofon.

Akkuleistung

Etwa 54 Stunden reine Betriebsdauer spricht Steelseries dem Akku zu, bis das Headset zum Laden an den Strom gehängt werden muss. Das ist ordentlich und für die meisten Situationen mehr als ausreichend. Wir kommen bei gemischter Nutzung (gelegentliches Musikhören tagsüber, mehrstündiges Zocken abends) und variierender Lautstärke im Funkmodus problemlos auf etwas mehr als drei Tage. Praktisch: Dank Schnellladefunktion via USB-C bekommt man 6 Stunden Akkulaufzeit bereits nach 15 Minuten Laden.

Preis

Die UVP des Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 liegt bei 200 Euro. In Schwarz kostet es aktuell 180 Euro. Im knalligen Magenta schlägt es mit 200 Euro zu Buche. Die weiße Variante gibt es derzeit für 198 Euro.

Fazit

Als Gaming-Headset bietet das Steelseries Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 einen guten, runden Sound, der uns beim Spielen und Musikhören überzeugt. Zusätzlich bietet die herausragend gute Software Steelseries GG Sonar viele EQs und Soundeinstellungen, um noch mehr aus den 40-mm-Treibern herauszuholen. Lediglich der Surround-Sound enttäuscht hier durch eine relativ unpräzise Richtungswiedergabe. Das Mikrofon ist mittelmäßig, reicht zum Zocken und im Voice-Chat abhängen aber vollkommen aus.

Die Kompatibilität mit einer Vielzahl an Plattformen und Konsolen macht das Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 zu einem super flexiblen Gaming-Headset. Sowohl im Funk- als auch im Bluetooth-Modus liefert es ab und kann dank ausdauerndem Akku mehrere Tage problemlos im Einsatz sein. Lediglich der Tragekomfort büßte nach mehreren Stunden für uns etwas ein. Durch Zurechtrücken des Headsets ließ sich das aber beheben. Wer damit kein Problem hat, bekommt mit dem Arctis Nova 7 Wireless Gen 2 ein super kompetentes Gaming-Headset mit minimalem Verbesserungsbedarf.

Akko Verge S9 Ultra im Test: Günstiges & bequemes Gaming-Headset mit Top-Akku

Das Akko Verge S9 Ultra ist nicht nur äußerst bequem, sondern auch verhältnismäßig günstig. Dank starkem Akku macht es auch nach einer Woche noch nicht schlapp.

VORTEILE

  • sehr bequem
  • solider Sound für den Preis
  • starker Akku
  • gute Verarbeitung

NACHTEILE

  • App zum Teil nicht übersetzt
  • Mikrofonqualität mittelmäßig
  • manche Einstellungen funktionieren nicht immer

Das Akko Verge S9 Ultra ist nicht nur äußerst bequem, sondern auch verhältnismäßig günstig. Dank starkem Akku macht es auch nach einer Woche noch nicht schlapp.

Tastaturhersteller Akko steigt mit dem Verge S9 Ultra jetzt auch bei den Gaming-Headsets ein. Das kabellose bequeme Headset unterstützt Bluetooth sowie Funk und muss dank eines äußerst starken Akkus auch nach über einer Woche im täglichen Einsatz noch lange nicht ans Ladekabel gehängt werden. Wir haben die Peripherie getestet und verraten, wie es sich beim Zocken schlägt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Zusammen mit dem Akko Verge S9 Ultra bekommt man den 2,4-GHz-Funkdongle, ein USB-A-zu-USB-C-Ladekabel sowie das abnehmbare Mikrofon. Eine Betriebsanleitung liegt ebenfalls bei.

Design

Das Akko Verge S9 Ultra wiegt gerade einmal 270 g (ohne Mikrofon) und ist damit angenehm leicht, sowohl in der Hand als auch auf dem Kopf. Farblich muss man sich beim Kauf zwischen Schwarz, Schwarz/Rot und Weiß/Lila entscheiden. Unser Testgerät kommt in der Farbkombination Schwarz/Rot daher und überzeugt mit einer sauberen Verarbeitung.

Die größenverstellbare rote Kopfhörerhalterung ist aus Aluminium, der Rest des Gehäuses aus schwarzem Kunststoff. Praktisch: Jede Größeneinstellung wird durch Einkerbungen im Rahmen angezeigt. Weitere rote Akzente setzen unter anderem die Nähte des Kunstleders am Kopfband. Das Ergebnis ist ein dezenter Look, der nicht sofort nach Gaming-Ästhetik schreit.

Für die Ohrpolster verwendet Akko ebenfalls einen Kunstlederüberzug. Sie lassen sich problemlos zum Reinigen abnehmen und relativ unkompliziert wieder am Headset anbringen.

Sämtliche Bedienelemente befinden sich am linken Kopfhörer. Neben dem Power-Button liegen noch die Stummschalttaste und der Lautstärkeregler sowie der USB-C-Port und der AUX-Port für das Mikrofon.

Ausstattung

Das Verge S9 Ultra verfügt über drei Verbindungsmodi: kabelgebunden, 2,4-GHz-Funk und Bluetooth (5.3). Der USB-C-Funkdongle befindet sich gut versteckt von vornherein im USB-A-Adapter, lässt sich aber seitlich herausziehen. Das Gaming-Headset kann daher neben dem Windows-PC auch mit Mac, Android, iOS, PS4/5 und der Nintendo Switch verwendet werden.

Die Verbindung per Funk bleibt auf 120 m² durchgehend bestehen und verzögerungsfrei. Auch die Verbindung via Bluetooth funktioniert problemlos, sollte fürs Zocken aber grundsätzlich immer gemieden werden, da hier eine höhere Latenz besteht. Eine gleichzeitige Verbindung via BT und Funk ist nicht möglich, da man aktiv zwischen den Modi am Headset wechseln muss.

Die 53-mm-Treiber des Headsets arbeiten im Frequenzbereich von 12 bis 22.000 Hz und sind in der Lage, virtuellen 7.1-Surround-Sound zu erzeugen. Zusätzlich schaltet man durch doppeltes Drücken der Stummschalttaste zwischen den drei feingetunten Modi Movie, Music und FPS.

Das Mikrofon ist unidirektional und mit einem abnehmbaren Popschutz ausgestattet und verbindet per Aux-Anschluss mit dem Headset. Die LED am Mikrofon leuchtet, anders als sonst üblich, dann, wenn das Mikro aktiv ist. Der Arm lässt sich uneingeschränkt in die gewünschte Position biegen.

Software

Die Software Akko Audio installiert nicht nur die Treiber für das Gaming-Headset, sondern bietet auch eine Handvoll Einstellungsmöglichkeiten für das Verge S9 Ultra. Neben Equalizern und einem Pre-Amp kann man auch den virtuellen Surround-Sound hinzuschalten. Obwohl die App eine englische Sprachausgabe hat, sind die Namen der Equalizer-Presets zum Großteil in vereinfachtem Chinesisch.

Insgesamt gibt es sechs EQs, darunter Music und Movie. Weitere EQs sind auf Spiele wie CS2 und PUBG zugeschnitten. Sie lassen sich allesamt manuell anpassen und auch neue EQs kann man über die App erstellen und abspeichern.

Für das Mikrofon gibt es ebenfalls einen Pre-Amp, sowie einen aktivierbaren Sidetone und eine Geräuschminderung. Ganz witzig sind die fünf Stimmeffekte, die man wahlweise über die eigene Stimme legen kann. Leider macht die App hier teilweise einen Strich durch die Rechnung, denn sie übernimmt die gewählten Einstellungen für das Mikrofon nicht immer. Wir konnten zwar durchgehend problemlos mit dem Mikrofon sprechen, das Aktivieren von Pre-Amp, Geräuschminderung oder den Stimmeffekten funktionierte jedoch nur teilweise.

Wir hoffen stark, dass diese Ungereimtheiten mit zukünftigen Updates glatt gebügelt werden, zum Testzeitpunkt hat die Akko-Sound-App aber definitiv noch viel Verbesserungsbedarf.

Soundqualität

Direkt vorweg: Für den Preis liefert Akko mit dem Verge S9 Ultra einen echt soliden Klang. Beim Zocken ist das Headset in der Lage, den Sound gut differenzierbar wiederzugeben. Im hektischen Overwatch hören wir trotz des permanenten Soundeffektfeuerwerks von Schüssen, Fähigkeiten und Voicelines die relativ prägnanten Schritte der Gegner, die uns zu flankieren versuchen. Gleichzeitig verstehen wir unsere Teammitglieder über Discord problemlos.

Beim Musikhören schwächelt es für uns etwas bei den Mids: Hier geht der Gesang, gerade bei härterer Musik, teilweise etwas unter. Der Bass kommt allerdings überraschend gut und übermannt den Sound für unseren Geschmack nicht zu sehr. Ruhigere Stücke kommen hier noch am besten zur Geltung. Der Surround-Sound klingt für uns sehr flach und blechern – beim Zocken kompetitiver Spiele sollte man den aber ohnehin immer ausschalten und auf die spielinterne Surround-Sound-Software zurückgreifen.

Das Mikrofon schwächelt leider etwas. Ohne hinzugeschalteten Pre-Amp, wir wählen 15 dB, ist es viel zu leise. Die Geräuschreduzierung funktioniert bis zu einem gewissen Grad einigermaßen gut. Im Hintergrund laufende Lautsprecherboxen können so bis zu einer bestimmten Lautstärke ausgeblendet werden. Wenn man also nicht gerade den Fernseher voll aufgedreht im Hintergrund laufen lässt, solle sie in der Lage sein, Geräusche relativ zuverlässig auszublenden.

Beim Sprechen klingt man über das Mikrofon etwas wie ein Pilot im Flugzeug. Zwar größtenteils verständlich, aber nicht kristallklar. Heftiges Übersteuern können wir während unseres Tests nicht feststellen. Für den Voice-Chat via Discord oder im Spiel reicht die Mikroqualität aus. Wirklich herausragend klingt man aber leider nicht.

Tragekomfort

Was den Tragekomfort angeht, überzeugen die Akko Verge S9 Ultra auf ganzer Linie. Die Ohrpolster mit Kunstlederüberzug liegen angenehm um die Ohren herum. Die Polsterdicke sorgt dafür, dass auch nach mehreren Stunden des Tragens auf den Ohren keine unangenehmen Druckstellen entstehen. Wie immer bei Kunstlederüberzügen wird es nach einer Zeit relativ warm. Während des Testzeitraums im Winter ließ sich das aber ziemlich gut aushalten.

Das Kopfbandpolster ist ebenfalls ausgesprochen bequem und zumindest für unseren Kopf ideal verteilt. Hier gefällt uns vor allem auch die Breite des Polsters. Auch nach mehreren Stunden drückt nichts. Da es ebenfalls mit Kunstleder überzogen ist, staut sich auch hier unweigerlich die Wärme, wenngleich natürlich nicht ganz so stark wie beim vollständig umschlossenen Ohr.

Die Aufhängung der Ohrmuscheln erlaubt keine Bewegung nach Innen oder Außen, wodurch sich das Headset nur bedingt bequem um den Hals tragen lässt.

Akkuleistung

Der 2000-mAh-Akku des Verge S9 Ultra überzeugt uns auf ganzer Linie. Wir haben das Headset via Funkdongle über eine Woche im täglichen Einsatz beim Zocken und am Ende immer noch 80 Prozent Restladung übrig. Unabhängig davon kann das Verge S9 Ultra problemlos kabelgebunden verwendet werden, sollte der Akku eines Tages doch mal leer sein.

Preis

Das Akko Verge S9 Ultra kostet 71 Euro im offiziellen Store.

Fazit

Das Akko Verge S9 Ultra bietet hervorragenden Tragekomfort, einen erstaunlich starken Akku und für den Preis von 71 Euro einen echt soliden Klang. Auch die Verarbeitung des verhältnismäßig günstigen Gaming-Headsets kann sich sehen lassen. Leider können die App und das Mikrofon hier nicht mitziehen. Neben teilweise fehlenden Übersetzungen innerhalb der App funktionieren die Soundeinstellungen für das Mikrofon nicht immer. Letzteres erledigt zwar seinen Job, klingt aber nur mittelmäßig.

Dennoch bietet das Akko Verge S9 Ultra für den Preis eine rundum grundsolide Leistung und dürfte gerade für diejenigen, die nach einer günstigeren Gaming-Headset-Alternative suchen, ein zufriedenstellendes Gesamtpaket liefern.

Gaming-Headset Beyerdynamic MMX 150 Wireless im Test: Sehr bequem & Top-Sound

Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless bietet starken Sound und setzt auf bequeme Velours-Ohrpolster, mit denen man es über Stunden hinweg komfortabel tragen kann. Wie es sonst in der Praxis abschneidet, zeigt der Einzeltest.

VORTEILE

  • starker Sound
  • gutes abnehmbares Mikrofon
  • unglaublich bequem
  • schneller Wechsel zwischen BT- und Funk-Audioquelle

NACHTEILE

  • Einstellungen nur über Smartphone-App
  • Buttons fühlen sich teilweise etwas billig an

Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless bietet starken Sound und setzt auf bequeme Velours-Ohrpolster, mit denen man es über Stunden hinweg komfortabel tragen kann. Wie es sonst in der Praxis abschneidet, zeigt der Einzeltest.

Mit dem MMX 150 Wireless liefert Kopfhörerproduzent Beyerdynamic ein Gaming-Headset, das sich im Mittelklasse-Bereich keinesfalls zu verstecken braucht. Ausgestattet mit 2,4-GHz-Funk und Bluetooth bietet das kabellose Headset einen Sound, der sich hören lassen kann. Dank der unglaublich weichen Ohrpolster mit Velours-Überzug schmiegt sich die Peripherie angenehm an den Kopf und bleibt über Stunden hinweg bequem. Wir haben das Headset getestet und verraten, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Das Gaming-Headset kommt mit dem abnehmbaren Mikrofon, einem USB-C-Funkdongle samt USB-A-Adapter, einem USB-C-zu-USB-C-Verbindungskabel, einem USB-C-zu-Aux-Verbindungskabel sowie einem Quick-Start-Guide.

Design

Unser Testgerät kommt in der Farbkombination Schwarz/Orange und wiegt etwa 336 g. Alternativ gibt es die Peripherie noch in Weiß. Bis auf die Ohrmuschelhalterung ist das Gehäuse vollständig aus Kunststoff.

Für die Ohrpolster verwendet Beyerdynamic einen Velours-Überzug. Das Kopfbandpolster trägt hingegen Kunstleder. Die orangen Bedienelemente des Gaming-Headsets teilen sich auf die beiden Ohrmuscheln auf: An der linken Ohrmuschel befinden sich der Lautstärkeregler sowie der Multifunktionsknopf, an der rechten hingegen der Power-Button. Der Lautstärkeregler gibt ein zufriedenstellendes Klicken von sich, wenn er gedreht wird. Er ist zudem umrandet von einer LED, die je nach Verbindungsmodus grün (Funk) oder blau (Bluetooth) blinkt.

Das MMX 150 Wireless macht einen robusten Eindruck. Auch die Verarbeitung kann sich größtenteils sehen lassen. Die Kunststoffnähte sind lediglich an manchen Stellen etwas fransig und die Buttons fühlen sich teilweise billig an.

Ausstattung

Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless hat wie die meisten Gaming-Headsets drei Verbindungsmodi. Zum Zocken dient dank der niedrigen Latenz hauptsächlich der 2,4-GHz-Funkmodus. Mit Bluetooth (5.3) verbindet man das Headset etwa mit dem Smartphone. Auf 120 m² bleibt die Funkverbindung problemlos ohne Qualitätseinbrüche bestehen. Auch die BT-Verbindung ist erwartungsgemäß stabil.

Das Headset kann gleichzeitig per BT und Funk verbunden sein. Durch zweimal Drücken des Multifunktionsknopfs wechselt es zwischen BT- und Funk-Audioquelle. Wird man angerufen, wechselt das MMX 150 Wireless dann automatisch rüber zur BT-Verbindung. Das Headset kann allerdings nicht den Sound aus beiden Quellen gleichzeitig abspielen.

In beiden Ohrmuscheln befindet sich ein dynamischer 40-mm-Treiber, der im Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz arbeitet. Über die App kann man zusätzlich Equalizer (EQ) hinzuschalten, um den Sound anzupassen.

Das abnehmbare Mikrofon arbeitet ebenfalls im Frequenzbereich 20 bis 20.000 Hz und lässt sich vollständig in die gewünschte Position biegen. Den Popschutz kann man problemlos, etwa zum Reinigen, abnehmen.

Software

Die Beyerdynamic-App gibt es sowohl für Android als auch für iOS. Eine Desktop-App sucht man jedoch vergebens. Um Einstellungen am Headset vorzunehmen, muss man es also per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbinden. Das ist okay, wenn man es auch unterwegs verwenden möchte, als Gaming-Headset wird es aber hauptsächlich am PC eingesetzt. Hier wünschen wir uns dringend eine zusätzliche Desktop-App, um auf das Smartphone verzichten zu können.

Die App bietet zwei Sets von jeweils fünf vorkonfigurierten EQs an: eines für Musik und eines für Gaming. Zusätzlich kann man eigene EQs anlegen und abspeichern. Für das Mikrofon kann man, wenn gewünscht, den Sidetone aktivieren. Dieser spielt die eigene Stimme beim Sprechen in den Kopfhörer, wodurch man ein besseres Gefühl für die eigene Lautstärke bekommt. Zusätzliche Soundeinstellungen für das Mikrofon gibt es nicht.

Die Steuerung der Multifunktionstaste passt man ebenfalls über die App an. Hauptsächlich verändert man hier die Tasteneingabe für die jeweilige Funktion. Wer also häufig zwischen BT- und Funk-Audio wechseln möchte, kann das beispielsweise auf den einzelnen Knopfdruck legen, anstatt die Taste zwei Sekunden gedrückt halten zu müssen.

Die Sprachausgabe kann man auf Englisch, Deutsch und Chinesisch stellen oder ganz ausschalten. Praktisch: Es lassen sich auch nur einzelne Prompts wie die Akkustandansage oder Verbindungshinweise gezielt deaktivieren.

Soundqualität

Beim Zocken bemerken wir sofort die Detailtiefe, die uns das MMX 150 Wireless auf die Ohren zaubert. In Kingdom Come Deliverance II (KCD II) erwacht der Marktplatz von Kuttenberg zum Leben: Gespräche zwischen NPCs, unser eigenes Stapfen über den matschigen Untergrund sowie das rhythmische Klirren des Schmiedehammers der nahegelegenen Schmiede besetzen die Soundkulisse – nichts davon geht im Gesamtbild unter.

Der Raumklang kann sich ebenfalls hören lassen. Er bildet die Positionen und Abstände zur Soundquelle, wie wir finden, äußerst akkurat ab. In kompetitiven Spielen wie Valorant und Overwatch können wir uns vollends auf die Surround-Sound-Kapazitäten des Gaming-Headsets verlassen. In Singleplayer-Spielen wie KCD II trägt er hervorragend zur Immersion bei.

Bei der Musikwiedergabe besticht das Headset mit knackigem und klarem Sound, unterstützt von einem starken Bass, der zu keiner Zeit übersteuert. Auch hier kommen Details super zur Geltung. Ohne aktiven Equalizer klingen die Mitten jedoch etwas blass. Wir hören uns durch synthlastigen Pop, Americana, Post-Hardcore und Metalcore und beobachten eine relativ solide Performance durch alle Genres. Bei hektischeren Stücken muss man eventuell mit den Equalizern ein wenig herumspielen, um den idealen Sound für sich zu finden.

Das Mikrofon braucht sich ebenfalls nicht zu verstecken. Es nimmt die Stimme überraschend klar und verständlich auf, ohne nerviges Rauschen im Hintergrund. Einzig bei manchen S-Tönen zischt es gelegentlich leicht mit. Die integrierte Geräuschunterdrückung ist in Ordnung, aber nicht herausragend. Das Tippen auf einer mechanischen Tastatur kommt im Hintergrund dann doch immer wieder beim Sprechen durch, ist aber leise genug, um nicht zu sehr zu stören. Dafür beeinträchtigt die Unterdrückung die Stimmqualität nicht zu sehr.

Tragekomfort

Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless trägt sich unheimlich angenehm auf dem Kopf. Wir waren beim Kopfbandpolster mit Fontanellenaussparung erst etwas skeptisch, da uns dieser Aufbau bei anderen Headsets in der Vergangenheit auf Dauer unangenehme Druckstellen bescherte – nicht so hier. Wir bevorzugen jedoch nach wie vor ein über das komplette Kopfband verlaufendes Polster mit Stoffüberzug, da dieses für uns noch ein klein wenig bequemer ist. Die Klemmstärke ist für unseren Geschmack ideal austariert und sorgt dafür, dass das Headset über Stunden hinweg fest am Kopf sitzt.

Die ausgesprochen weichen Ohrpolster mit Velours-Überzug tragen sich extrem angenehm und bieten für unsere Ohren idealen Komfort. Auch nach über drei Stunden auf dem Kopf liegen sie perfekt an und umschließen unsere Ohren, ohne zu drücken. Generell fällt das relativ hohe Gewicht des Headsets von 336 g überhaupt nicht auf. Die Ohrpolster sind rund anstatt wie häufig oval, was für größere Ohren zum Problem werden könnte.

Die größenverstellbare Halterung rastet praktischerweise ein und lässt sich dank in den Rahmen eingestanzter Noppen auf beiden Seiten unkompliziert gleichmäßig einstellen. Sie hat allerdings keine Gelenke, weswegen man die Ohrmuscheln nicht nach innen oder außen drehen kann.

Akkuleistung

Beyerdynamic attestiert dem MMX 150 Wireless eine Akkulaufzeit von 50 Stunden. Wir verwenden das Gaming-Headset mit aktiver Bluetooth- und Funkverbindung sowohl tagsüber punktuell für die Arbeit als auch abends beim mehrstündigen Zocken. Mit einer Ladung kommt man so problemlos durch die Woche. Dank Schnellladefunktion per USB-C bekommt man mit 15 Minuten Laden fünf Stunden Akkulaufzeit zurück.

Preis

Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless kostet direkt beim Hersteller 179 Euro. Es ist sowohl in Schwarz als auch in Weiß erhältlich.

Fazit

Für 179 Euro bekommt man mit dem Beyerdynamic MMX 150 Wireless ein wirklich starkes Gaming-Headset, das beim Sound und Tragekomfort brilliert. Ein runder, detailreicher Klang mit einem super abgestimmten Bass macht das Zocken und Musikhören mit dem Gaming-Headset zum Vergnügen. Das abnehmbare Mikrofon überzeugt derweil ebenfalls mit einer klaren Stimmaufnahme.

Als Gaming-Headset fehlt es der Peripherie aber an einer dedizierten Desktop-App mit spielspezifischen Features. Die Steuerung per Smartphone-App funktioniert zwar, ist aber auf Dauer einfach umständlich. Für 179 Euro hätten wir uns zudem eine etwas hochwertigere Verarbeitung gewünscht. Die teilweise leicht abstehenden Kunststoffnähte am Kopfband sowie die etwas billig wirkenden Buttons am Headset trüben den Eindruck etwas.

Schlussendlich ist das Beyerdynamic MMX 150 Wireless aber ein hervorragendes Mittelklasse-Gaming-Headset, mit dessen Kauf man recht wenig falsch macht.

Gaming-Headset mit überraschend gutem Mikro: Logitech G Astro A50 Gen 5 im Test

Als Gaming-Headset überrascht das Logitech G Astro A50 Gen 5 mit einem hervorragenden Mikrofon. Auch der Sound überzeugt im Praxistest.

VORTEILE

  • hervorragender (3D-)Sound
  • starke Funkreichweite
  • gutes Mikrofon
  • kompatibel mit PC und Konsolen
  • selbst erstellte EQ-Profile & Community-Profile

NACHTEILE

  • Kopfpolster sorgt anfangs für Druckstellen
  • teuer

Als Gaming-Headset überrascht das Logitech G Astro A50 Gen 5 mit einem hervorragenden Mikrofon. Auch der Sound überzeugt im Praxistest.

Mit Gaming-Headsets musste man in der Vergangenheit häufig Kompromisse eingehen. Selten konnten sowohl Sound als auch Mikrofon im Paket überzeugen. Mit dem Astro A50 Gen 5 liefert Logitech hier jedoch ein Headset ab, das sich sehen und hören lassen kann. Dank der Basisstation, die Funkreceiver und Ladestation in einem ist, verbindet sich das Astro A50 Gen 5 neben dem PC wahlweise auch mit Xbox One und Series S/X, PS4 und PS5 sowie Nintendo Switch und Switch 2. Anrufe am Smartphone nimmt man dank Bluetooth-Verbindung direkt am Headset an und klingt dank des starken Mikrofons auch nicht wie aus dem Blecheimer. Wir haben das Gaming-Headset getestet und verraten, ob es sein Geld wert ist.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design

Anstatt auf knallige Farben und RGB-Beleuchtung zu setzen, geht Logitech mit dem Astro A50 den Weg des schlichten Designs. Mattes Schwarz ziert den Großteil des Headsets, während rote Akzente hingegen das Mikrofon und die Verkabelung färben. Die größenverstellbaren Gleitröhren aus silbernem Aluminium fügen sich ebenfalls prima in den Gesamtlook ein. Es wirkt optisch edel und lediglich das etwas flimsige Polster am Headset-Bügel in glänzendem Schwarz wirkt hier fehl am Platz. Headset und Basisstation glänzen größtenteils mit einer sauberen Verarbeitung, am rechten Kopfhörer bemerken wir jedoch am Gehäuse eine kleine Einkerbung im Plastik. Diese fällt optisch zum Glück aber kaum auf. Die Basisstation ist farblich passend in Schwarz gehalten. Praktisch: Stört die Helligkeit der LEDs der Station, kann man sie per Software reduzieren oder sogar komplett deaktivieren. Das dürfte vor allem diejenigen freuen, bei denen der PC im Schlafzimmer steht.

Ausstattung

Das Astro A50 kommt mit der Basisstation, einem USB-A-zu-USB-C-Kabel und einem USB-C-zu-USB-C-Kabel. Für die Stromversorgung der Station ist zudem ein Netzteil mit austauschbarem Steckeraufsatz inkludiert. Das Headset wiegt etwa 363 g.

Die Basisstation erfüllt gleich zwei Zwecke: Zum einen ist sie der Funkreceiver, um das Headset mit dem PC oder einer Konsole zu verbinden, zum anderen dient sie auch gleichzeitig als Ladestation. Verwendet man das Astro A50 gerade nicht, thront es auf der Station und lädt den Akku auf. Prinzipiell soll es durch Magnete automatisch an die Konnektoren klicken. Das klappt allerdings nicht immer sofort und sorgt dafür, dass das Headset schief einrastet und etwas hin und her geschoben werden muss, bis es richtig sitzt und zu laden beginnt. Auf der Rückseite der Station befinden sich neben der Stromzufuhr drei beschriftete USB-C-Ports für die Verbindung zum PC, der Xbox oder Playstation. Unterstützt werden sowohl Xbox One als auch Series S/X, PS4 und PS5. Auch die Nintendo Switch 1 und 2 sind mit dem Headset kompatibel, haben aber keinen extra beschrifteten USB-C-Port. Hat man direkt mehrere Geräte mit der Basisstation verbunden, wechselt man per Button am Headset jederzeit zwischen ihnen.

Die Funkverbindung überzeugt uns auf ganzer Linie. Wir haben in einer 120 m² großen Wohnung überall eine einwandfreie Verbindung zur Basisstation. Auch am anderen Ende der Wohnung ist das Signal klar und ohne Einbrüche, sowohl mit geöffneter als auch geschlossener Tür zum Büro.

Neben der Funkverbindung ist das Gaming-Headset auch mit Bluetooth 5.0 LE ausgestattet. Das dient hauptsächlich für die Koppelung mit dem Smartphone, kann aber natürlich auch für andere Geräte verwendet werden. Mit dem Smartphone stellen wir keine Verzögerung zwischen Ton und Bild fest. Anrufe nimmt man problemlos über die dedizierte Bluetooth-Taste am Headset entgegen. Wichtig: Das Astro A50 kann nicht als reines Bluetooth-Headset verwendet werden, sondern muss immer zeitgleich mit der Basisstation verbunden sein.

Das Mikrofon des Astro A50 ist fest verbaut und erfasst den Sound omnidirektional. Durch Hochschieben des Arms stellt man es stumm. Das 48-kHz-Mikro arbeitet in einem Frequenzbereich von 60 bis 20.000 Hz mit einer Abtastrate von 16 Bit. Der Mikrofonarm ist super flexibel und lässt sich problemlos in die gewünschte Position biegen.

Für den Sound ist ein 40 mm großer Graphen-Treiber pro Seite zuständig, der in einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz arbeitet. Das Headset unterstützt Dolby Atmos und Windows Sonic Spacial Audio. Es hat zudem zwei unterschiedliche Kanäle für die Audioausgabe: Game und Voice. Die Idee dahinter ist, dass man den Audiokanal Game in Spielen für die Audioausgabe von Spielsounds verwendet, während man Voice exklusiv für die Audioausgabe von Voice-Chats in Spielen oder Programmen wie Discord nutzt. Über zwei Buttons außen am rechten Kopfhörer stellt man dann bei Bedarf einen der beiden Kanäle lauter als den anderen.

Software

Der G Hub bietet Equalizer-Einstellungen für die Lautsprecher und das Mikrofon. Hier wählt man entweder aus bereits hinterlegten aus, erstellt eigene Presets oder verwendet welche aus der Community via des Community-Buttons. Für das Mikrofon gibt es zusätzlich noch Noise-Gate-Einstellungen. Die fallen jedoch etwas rudimentär aus und erlauben keine Feinjustierung, wie es die Equalizer tun. Man wählt zwischen den Profilen Night, Home und Tournament oder schaltet das Noise-Gate komplett aus.

Ganz simpel erklärt ist der Sinn des Noise-Gates, das Mikrofon nur dann anschlagen zu lassen, wenn auch wirklich gesprochen wird. Erreicht wird das, indem die Software eine bestimmte Lautstärke als Schwellenwert nimmt. Überschreitet man diesen Wert, nimmt das Mikrofon den Ton auf.

Das Routing-Menü ist vor allem für Livestreaming interessant. Hier regelt man, was von den Zuschauern gehört werden kann und in welcher Lautstärke. Per Regler justiert man die Lautstärke der eigenen Stimme, des Spiels, der verbundenen Bluetooth-Quelle und des Voice-Chats oder schaltet die einzelnen Kanäle direkt stumm.

Tragekomfort

Logitech verwendet beim Astro A50 stoffbezogene Ohrpolster. Im Winter sind sie toll, da die Ohren so kuschelig warm bleiben, im Hochsommer kann es jedoch erfahrungsgemäß ziemlich schwitzig darunter werden. Unabhängig davon sind sie einfach bequem zu tragen. Sie umschließen das Ohr sanft und erzeugen auch nach mehreren Stunden keine unangenehmen Druckstellen.

Praktisch ist, dass die Ohrpolster magnetisch am Headset befestigt sind und sich ganz einfach abnehmen lassen. Das hat zum einen den Vorteil, dass man sie so einfacher reinigt und zum anderen, dass man auch Ohrpolster von Drittanbietern verwenden kann. Komischerweise bietet Logitech selbst keine Ersatzpolster zum Kauf an.

Die Kopfhörer lassen sich komplett nach innen drehen und liegen somit mit dem weichen Polster auf der Brust, wenn man sie sich um den Hals hängt. Das ist nicht nur super komfortabel, sondern erlaubt auch beim regulären Tragen auf dem Kopf, die Position der Hörer ein gutes Stück weit an die Kopfform anzupassen.

Während uns die Ohrpolster von vornherein überzeugen, finden wir das Kopfpolster zu Beginn leider nicht sonderlich bequem. Am Anfang erzeugt es bei uns Druckstellen auf dem Kopf, und wir müssen das Headset regelmäßig verschieben. Nach gut einer Woche im Einsatz verschwinden die Schmerzen dann. Ob wir uns schlicht an das Headset gewöhnt haben oder es durch vermehrtes Tragen „eingelaufen“ haben, können wir nicht sagen.

Soundqualität

Beim Sound kann das Astro A50 vollends überzeugen. Sowohl Mitten als auch Höhen klingen aus den 40-mm-Treibern kristallklar, und auch der Bass ist für ein Gaming-Headset ordentlich. Egal, ob beim Zocken, Videostreaming oder Musikstreaming – die Kopfhörer bilden Details hervorragend ab und vermeiden verwaschenen Sound. Wir empfehlen jedoch dringend, sofort einen der bereits hinterlegten Equalizer zu aktivieren oder selbst ein EQ-Profil anzulegen, da der Sound mit der Standardeinstellung im Vergleich sehr flach daherkommt.

Beim Zocken profitiert man zudem vom exzellenten 3D-Sound. In Valorant kommt dieser für uns besonders gut zur Geltung, da wir hier Schritte sofort präzise direktional erfassen können. Wenn Charaktere ihre Voicelines aussprechen, kommen diese wirklich genau aus der Richtung bei uns im Ohr an.

Beim Mikrofon gibt es meist starke Qualitätsunterschiede bei den Gaming-Headsets. Umso erfreulicher, dass uns die Audioqualität des 48-kHz-Mikrofons ebenfalls sehr positiv überrascht. Unsere Stimme wirkt klar und verständlich. Ein heftiges Übersteuern, wie man es gerade von günstigen Gaming-Headsets häufig kennt, gibt es hier nicht.

Akkuleistung

Was für eine Art von Akku im Astro A50 verbaut ist, wird nicht kommuniziert. Wir können allerdings die versprochene 24-Stunden-Laufzeit bestätigen. Das wirkt im Vergleich zu manch anderen Gaming-Headsets eventuell etwas kürzer.

Da man das Headset aber ohnehin auf die Basisstation stellt, wenn man es nicht benötigt, fällt die Laufzeit hier nicht sonderlich ins Gewicht. Sie reicht problemlos aus, um es über den Tag hinweg im Homeoffice zu verwenden und abends im Anschluss damit zu zocken. Wir haben es einen Arbeitstag probeweise durchgehend angehabt und hatten am Abend immer noch für mindestens 15 weitere Stunden Saft.

Preis

Das Logitech G Astro A50 Gen 5 hat eine UVP von 330 Euro. Aktuell kostet es etwa 229 Euro in Schwarz. In Weiß gibt es das Gaming-Headset momentan ebenfalls für 229 Euro.

Fazit

Das Logitech G Astro A50 Gen 5 überzeugt uns mit tollem (3D-)Sound und einem Mikrofon, das die Stimme klar und verständlich einfängt. Die Basisstation bietet neben dem PC zusätzliche Verbindungen zu diversen Konsolen und überzeugt mit einer störungsfreien und großzügigen Funkreichweite. Dank Bluetooth koppelt man auch das Smartphone parallel problemlos mit dem Headset. Erstellbare EQ-Profile erlauben zudem, das Soundbild den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Während uns die Ohrpolster sofort überzeugt haben und unheimlich bequem zu tragen sind, erzeugte das Kopfpolster bei uns in den ersten Tagen unangenehme Druckstellen, die nach ein paar Tagen im täglichen Gebrauch aber verschwanden. Für 235 Euro ist das Gaming-Headset zudem alles andere als ein Schnäppchen. Wer jedoch auf der Suche nach einem hochwertigen Gesamtpaket mit genialem Sound ist, kommt um das Logitech G Astro A50 Gen 5 kaum herum.

Gaming-Headset Asus ROG Pelta im Test: bequem, starker Akku & solider Sound

Das Asus ROG Pelta überzeugt im Test als Gaming-Headset mit starkem Sound und exzellentem Tragekomfort – ideal für lange Gaming-Sessions.

VORTEILE

  • ordentliche Auswahl an Soundeinstellungen für Lautsprecher & Mikro
  • auch bei längeren Sessions bequem
  • gute Soundqualität

NACHTEILE

  • nicht sonderlich robust
  • Mikrofon sehr empfindlich
  • wenig Informationen zu den Soundeinstellungen

Das Asus ROG Pelta überzeugt im Test als Gaming-Headset mit starkem Sound und exzellentem Tragekomfort – ideal für lange Gaming-Sessions.

Gaming-Headsets sollten nicht nur gut klingen, sondern gerade bei längeren Spielsessions auch bequem zu tragen sein. Das Asus ROG Pelta liefert hier dank dicker Ohrpolster und flexiblem Kopfband ab. Auch beim Sound kann es überzeugen.

Ob und an welchen Stellen es bei diesem Mittelklasse-Gaming-Headset potenziell Verbesserungsbedarf gibt, zeigen wir im Test. Das Testgerät hat uns hierzu der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design

Farblich gibt es das Asus ROG Pelta wahlweise in Schwarz oder Weiß. Unser weißes Testgerät kommt mit weißem Gehäuse, silberfarbenen Ohrmuschelhalterungen und grauem Stoff. Bei den Materialien des Gehäuses setzt Asus ROG vollends auf Plastik. Dadurch ist das Gaming-Headset mit 309 g zwar verhältnismäßig leicht, wirkt aber weniger robust als Modelle mit Metall. Gerade die Halterungen der Ohrmuscheln hätte man hier für eine bessere Stabilität und Langlebigkeit aus Aluminium fertigen können.

Das Logo außen am Gehäuse beider Ohrmuscheln ist mit LEDs ausgestattet und leuchtet bunt und mit verschiedenen Effekten. Selbstverständlich lässt sich die Beleuchtung per Software ausschalten, um Strom zu sparen.

Die Verarbeitung des Headsets kann sich sehen lassen: Nichts klappert, wackelt oder knarzt. Der Nachteil der weißen Variante ist ganz klar, dass Fingerabdrücke und Schmutz nicht lange auf der Oberfläche verborgen bleiben. Wenn einen das stört, greift man besser direkt zum schwarzen Pendant.

Ausstattung

Das Gaming-Headset kommt mit einem USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, einem abnehmbaren Mikrofon, dem 2,4-GHz-Dongle (USB-C) sowie einem USB-A-Adapter für den Funkdongle.

Das ROG Pelta unterstützt drei Verbindungsmodi: kabelgebunden, 2,4-GHz-Funk und Bluetooth (5.4). Für die kabelgebundene Verbindung dient der USB-C-Port am Headset, während der 3,5-mm-Port für das abnehmbare Mikrofon bestimmt ist. Offiziell ist das Pelta neben dem PC kompatibel mit der Playstation 4, Playstation 5 und der Nintendo Switch.

Die Funkverbindung bleibt auf einer Wohnfläche von 120 m² bestehen. Auch im Bluetooth-Modus stellten wir keine wahrnehmbare Verzögerung fest, Audio und Video spielen synchron ab. Beim Spielen sollte man aber, wenn möglich, immer die Funkverbindung wählen, da diese eine geringere Latenz hat.

Zwischen den Verbindungen wechselt man per Schalter an der linken Ohrmuschel. Das ist deutlich komfortabler als durch längeres Drücken einer Taste, wie wir es bei anderen Gaming-Headsets erlebt haben. Die Lautstärke regelt man ebenfalls direkt am Gerät per Drehrad. Dieser ist texturiert und bietet dadurch eine bessere Griffigkeit.

Das 10-mm-Boom-Mikrofon (Frequenzbereich 100 bis 10.000 Hz) lässt sich ganz einfach abnehmen und anbringen. Den Pop-Schutz kann man zum Reinigen abziehen. Dank des flexiblen Mikrofonarms biegt man es sich den eigenen Bedürfnissen nach zurecht. Selbstverständlich gibt es eine dedizierte Mute-Taste an der linken Ohrmuschel. Eine Stimmansage weist darauf hin, dass das Mikrofon nun stumm ist. Rot leuchtende LEDs am Mikro – und damit jederzeit im Sichtfeld – signalisieren zusätzlich, dass es aktuell nicht aktiv ist.

Über dynamische 50-mm-Membran-Treiber gibt das ROG Pelta den Sound wieder. Der Frequenzbereich liegt hier bei 20 bis 20.000 Hz. Im Vergleich zu diversen höherpreisigen Gaming-Headsets ist es mit dem Asus ROG Pelta nicht möglich, Sprach- oder Game-Audio individuell in den Vorder- oder Hintergrund zu stellen.

Software

Mit der App Armoury Crate hat man Zugriff auf verschiedene Soundeinstellungen für Lautsprecher und Mikrofon. Insgesamt stehen acht vorkonfigurierte Equalizer-Presets (EQ) zur Verfügung, und eines für nutzerspezifische Bedürfnisse. Alle Presets sind zudem jederzeit anpassbar.

Verwirrend ist jedoch, dass die EQ-Presets sich hauptsächlich auf Musik-Genres beziehen und nicht, wie wir es bei einem Gaming-Headset erwartet hätten, auf Spielgenres. Hinzu kommt, dass es übergreifende Soundprofile gibt, die man per Dropdown-Menü ansteuert. Diese sind wiederum unterteilt in verschiedene Spielgenres wie RPG und FPS, aber auch sehr breite Bezeichnungen wie Music, Gaming, Movie oder Communication finden sich hier.

Die Soundprofile schalten dann Bass Boost, Reverb (Hall) und Surround Sound hinzu oder verbessern die Stimmklarheit. Hier wäre generell eine Erläuterung sinnvoll, wie sich die Soundprofile voneinander unterscheiden. Es ist auch nicht ersichtlich, warum alle Soundprofile außer FPS den Equalizer nicht aktivieren.

Für das Mikrofon bietet die App ebenfalls ein paar Soundeinstellungen. Das Noise-Gate legt einen Schwellenwert fest, ab dem das Mikrofon die Stimme aufnimmt. Damit vermeidet man, dass das Mikrofon bereits bei den leisesten Geräuschen anschlägt. Die Funktion Perfect Voice soll hingegen die Stimmqualität verbessern. Auch die Echounterdrückung und Geräuschreduzierung lassen sich hinzuschalten.

Wer mag, kann über Armoury Crate Beleuchtungseffekte und Helligkeit der LEDs verändern. Vier verschiedene Effekte stehen zur Auswahl. Per Aura Sync synchronisiert man die Beleuchtung wahlweise mit der von anderen Asus-ROG-Produkten.

Tragekomfort

Dank äußerst dicker Ohrpolster mit Textilüberzug tragen sich die Asus ROG Pelta auch nach mehreren Stunden noch sehr bequem. Sie umschließen in unserem Fall die Ohren perfekt, wodurch diese weder eingeklemmt noch umgeknickt werden. Anstatt eines Kopfbandpolsters verwendet Asus ROG beim Pelta ein elastisches Band, das in zwei unterschiedlichen Stufen eingehängt wird. Es dient so gleichzeitig auch als Größeneinstellung und ist dadurch leider deutlich weniger anpassbar als ein größenverstellbares Kopfband. Unabhängig davon ist es durch die gleichmäßige Verteilung auf dem Kopf aber sehr bequem.

Die Ohrmuscheln lassen sich vollständig nach innen drehen und liegen so mit der Polsterseite auf dem Schlüsselbein, sollte man das Headset zwischendurch um den Hals tragen wollen. Auch nach außen kann man die Ohrmuscheln ausreichend drehen, um sie der eigenen Kopfform anzupassen.

Soundqualität

Die 50-mm-Treiber bescheren einen sauberen Sound, der in den Mitten und Höhen überzeugt. Details kommen gut zur Geltung und werden nicht verschluckt. Das Hinzuschalten von Equalizern sowie Soundoptimierungen à la Bass Boost und Reverb runden das Klangbild ab und bescheren ihm eine Tiefe. Der Bass könnte für unseren Geschmack generell etwas prägnanter sein, geht aber nicht komplett verloren und ist für ein Gaming-Headset auch vollkommen in Ordnung.

Beim Zocken überzeugen die Lautsprecher ebenfalls. In Valorant bilden sie Fähigkeiten, Stimmen der Charaktere und Schritte sauber ab, unterstützt durch einwandfreien direktionalen Sound. Dieser ist besonders bei Schüssen sowie gegnerischen Schritten essenziell und hat uns beim Pelta zuverlässig die korrekten Richtungen wiedergegeben.

Durch das Mikrofon klingt unsere Stimme klar und verständlich, allerdings ist im Hintergrund eine permanente Statik zu hören, wenn man spricht. Hier kann man mit Noise Gate und Geräuschunterdrückung per Armoury Crate entgegenwirken, büßt aber etwas an Stimmqualität ein. Etwas mit den Reglern zu experimentieren lohnt sich, bis man einen Sound gefunden hat, der gefällt. Vor allem Noise Gate und/oder Echo- und Geräuschunterdrückung sind essenziell, da das Mikrofon ansonsten jeden Mausklick, jeden Tastenschlag und jedes noch so entfernte Geräusch auffängt.

Akkuleistung

Der Akku im Asus ROG Pelta zeigt sich im Test ausdauernd. Bis zu 70 Stunden mit Funkverbindung bei ausgeschalteter Beleuchtung sollen möglich sein. Das klingt für uns plausibel. Wir verwenden das Headset hauptsächlich im Funkmodus ohne Beleuchtung und haben nach über einem Tag noch 82 Prozent Restladung. Abhängig davon, wie viel man spielt, kommt man so locker auf vier Tage mit einer Aufladung. Das Pelta hat zudem eine Schnellladefunktion, womit schon 15 Minuten Aufladen reichen, um es für drei Stunden mit Strom zu versorgen.

Preis

Das Asus ROG Pelta hat eine UVP von 150 Euro. Derzeit ist es in Schwarz schon für 115 Euro im Angebot. In Weiß kostet es weiterhin auf UVP-Niveau rund 150 Euro.

Fazit

Für 115 Euro bietet das Asus ROG Pelta als Mittelklasse-Gaming-Headset einen guten Klang, der von einigen praktischen Soundeinstellungen begleitet wird. Eine bessere Erläuterung der einzelnen Soundprofile und der Unterschiede zwischen ihnen würden wir uns hier jedoch wünschen.

Dank zusätzlicher Bluetooth-Verbindung kann man das Headset auch problemlos unterwegs nutzen. Auch längere Trips sind dank des ausdauernden Akkus, der bequemen Ohrpolster und des 309 g Eigengewichts problemlos machbar. Es büßt aufgrund des Vollplastik-Gehäuses jedoch etwas an Robustheit ein. Beim Zocken macht es eine gute Figur, wenngleich das Mikrofon eingangs etwas Feintuning bedarf.

Gerade für den Preis bekommt man hier aber ein sehr kompetentes Gaming-Headset, das viele Stunden Freude bereiten dürfte.

Teufel Cage Pro im Test: Gaming-Headset mit Bluetooth & Funk gegen heiße Ohren

Das Teufel Cage Pro Gaming-Headset ist mit Bluetooth und Funk ausgestattet, um auch unterwegs Musik hören zu können.

VORTEILE

  • hochwertige Verarbeitung
  • mit Bluetooth auch unterwegs nutzbar
  • guter Klang
  • solide Akkulaufzeit

NACHTEILE

  • Mikrofonqualität enttäuscht
  • Ladekabel zu kurz, um es am PC zu verwenden
  • Zwei-Kanal-Audio nur umständlich justierbar

Das Teufel Cage Pro Gaming-Headset ist mit Bluetooth und Funk ausgestattet, um auch unterwegs Musik hören zu können.

Durch sein hochwertiges Design macht das Gaming-Headset Teufel Cage Pro direkt beim Auspacken auf sich aufmerksam. Mit Bluetooth 5.2 ausgestattet, kann man es auch problemlos als reguläres Headset für unterwegs verwenden, dem abnehmbaren Mikro sei Dank. Teufel verspricht zudem eine lange Akkulaufzeit und erstklassigen Klang. Wie es um genau den bestellt ist und ob das Headset den Gaming-Zusatz verdient, klären wir im Test.

Design

Direkt nach dem Auspacken überzeugt das Teufel Cage Pro mit einer edlen und hochwertigen Optik. Das anthrazitfarbene Gehäuse kommuniziert mehr Business-Chic als Gaming, spätestens beim Einschalten der Peripherie offenbart sich jedoch deren Einsatzgebiet: Dann fangen nämlich die LEDs hinten an beiden Kopfhörern prompt an, bunt zu leuchten. Die Kombination beißt sich stilistisch etwas, und RGB-Beleuchtung erscheint uns bei einem Headset generell wenig gewinnbringend. Schließlich sieht man selbst von den bunten Farben leider nichts, wenn man das Gaming-Headset auf dem Kopf hat. Praktischerweise lässt sich die Beleuchtung bei Bedarf aber problemlos per Software oder direkt via Button am Gerät deaktivieren.

Für die Innenseite der Ohrpolster verwendet Teufel einen Stoffbezug. Der Faux-Lederbezug außen am Polster wertet indes die Optik des Gaming-Headsets weiter auf. In der Vergangenheit haben wir mit dieser Art Faux-Lederbezug bei anderen Produkten jedoch häufig schlechte Erfahrungen gemacht, da er gerne mal nach ein paar Jahren abblättert und die schicke Optik dann dahin ist. Praktischerweise bietet Teufel Ersatz im Webshop an. Das Polster am Kopfband hat ebenfalls den Faux-Lederbezug spendiert bekommen.

Die Verarbeitung überzeugt: Weder die Gelenke des Headsets noch das größenverstellbare Kopfband knarzen oder verhaken sich bei Benutzung. Das Kopfband rastet an verschiedenen Punkten zuverlässig ein. Alles sitzt sauber und ohne Spaltmaße.

Ausstattung

Dem Cage Pro liegt ein USB-A-zu-USB-C-Ladekabel bei, sowie ein 3,5-mm-Aux-Kabel. Für die Funkverbindung ist ein Funkreceiver (USB-A) inkludiert. Das Mikrofon ist ansteckbar und separat verpackt. Eine Kurzanleitung sowie die Sicherheitshinweise liegen ebenfalls bei. Auf die Waage bringt das Cage Pro in etwa 345 g.

Neben der 2,4-GHz-Funkverbindung hat es auch Bluetooth 5.2 (BT) mit AAC und Multipoint an Bord. Zum USB-C-Anschluss, über den das Gaming-Headset geladen wird, gibt es noch eine 3,5-mm-Buchse. Die Funkverbindung überzeugt: Wir können problemlos und ohne Einbrüche von überall in einer 120-m²-Wohnung das Funksignal aufrechterhalten, mit offener und geschlossener Tür zum Büro. Beim Zocken am PC ist die Verbindung auch stets verzögerungsfrei.

Mit dem Smartphone im Büro liegend, bleibt auch die BT-Verbindung in der ganzen Wohnung ohne Qualitäts- und Verbindungseinbrüche bestehen. Die Einrichtung ist schnell erledigt. Per Schalter am Headset wechselt man zwischen 2,4-GHz-Funk und BT. Es startet dann automatisch den Pairing-Modus, wenn es nicht bereits mit einem Gerät gekoppelt wurde.

Für den Voice-Chat dient ein gerichtetes Kondensator-Mikrofon, welches jederzeit angesteckt oder abgenommen werden kann. Es sitzt dank magnetischer Halterung auch bombenfest am Cage Pro und kann sich nicht einfach so lösen. Der flexible Mikrofonarm lässt sich gut in die gewünschte Position biegen. Am Headset selbst gibt es zudem eine dedizierte Stummschalttaste, um das Mikrofon stumm oder live zuschalten. Etwas verwirrend sind die Geräusche, mit denen das Cage Pro Informationen an den Träger übermittelt. Vor allem am Anfang ist es schwer zu entschlüsseln, welcher Ton jetzt bedeutet, dass das Mikrofon stumm oder aktiv ist. Generell wäre hier eine reguläre Stimmansage besser gewesen.

In beiden Kopfhörern steckt ein 40-mm-Treiber mit einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz. Er unterstützt virtuellen 7.1-Surround-Sound via DTS Headphone:X v2, was vor allem für kompetitive Spiele wichtig ist. Das Cage Pro hat jeweils einen separaten Audiokanal für den Voice-Chat und das Spiel. Dadurch lassen sich beide Audioquellen getrennt voneinander regulieren. Leider gibt es neben dem normalen Lautstärkeregler keinen eigenen Regler dafür am Headset, wie ihn etwa das Logitech Astro A50 Gen 5 hat. Man kann zwar die Multifunktionstaste auf der rechten Seite dafür einrichten, die wechselt dann aber nur durch vordefinierte Lautstärkeverteilungen hindurch. Eine Feinjustierung ist so nicht möglich.

Software

Essenziell für den vollen Funktionsumfang der Teufel Cage Pro ist das Teufel Audio Center. Damit aktualisiert man nicht nur die Firmware des Gaming-Headsets, sondern hat unter anderem Zugriff auf die EQ-Presets (Equalizer).

Insgesamt sechs verschiedene EQ-Presets gibt es, die Filme, Spiele, Musik und mehr abdecken. Auch eigene EQ-Presets lassen sich über das Programm anlegen. Für das Mikrofon gibt es keine eigenen EQ-Presets. Die Einstellungsmöglichkeiten hier sind ernüchternd, denn man kann lediglich die Lautstärke des Mikros anpassen.

Die Farbe der LEDs, wie stark und ob sie überhaupt leuchten sollen, legt man ebenfalls im Audio Center fest. Effekte gibt es keine. Die LEDs leuchten statisch.

Über das Shortcuts-Menü legt man bei Bedarf bestimmte Headset-Funktionen und Einstellungen wie das Ein- und Ausschalten von EQs auf die Tasten der Tastatur.

Tragekomfort

Die Ohrpolster sind weich und umschließen angenehm die Ohren. Sie fühlen sich auch nach mehreren Stunden auf dem Kopf super komfortabel an. Trotz des beworbenen Belüftungssystems wird es aber nach längerem Tragen darunter dann doch etwas warm. Im Winter stört das nicht, im Sommer kann es dann doch stellenweise unangenehm werden. Das Problem haben aber die meisten Over-Ear-Headsets. Praktisch ist, dass man die Polster abnehmen und gegen neue austauschen kann. Im Teufel-Webshop gibt es die Ersatzteile für knapp 17 Euro.

Beim Kopfbandpolster mit Faux-Lederbezug entsteht bei uns gelegentlich nach kurzer Zeit eine Druckstelle, die sich in unserem Fall durch leichtes Verschieben des Kopfbands auflöst. Hier sollte man im Idealfall, wenn die Möglichkeit besteht, selbst einmal das Headset anprobieren und ein paar Minuten tragen. Wir verwenden das Cage Pro mit der maximalen Größeneinstellung. Die Kopfhörer lassen sich um ein paar Grad nach Innen und Außen drehen, komplett einklappen kann man sie aber nicht.

Soundqualität

Mit den entsprechenden Equalizern liefert das Teufel Cage Pro einen guten und runden Sound ab. Auch ohne EQ-Preset kann sich der Klang schon hören lassen, ist aber stellenweise etwas flach. Wir haben die Lautsprecher beim Zocken, Musik hören und in Voice- und Videocalls verwendet. Beim Spielen bildet der Surround-Sound zuverlässig Geräuschrichtungen ab und mit dem FPS-Preset hört man Gegnerschritte klar heraus. Auch Schüsse kommen knackig und mit Wumms bei den Ohren an. Hier enttäuscht das Headset nicht. Details gehen selbst bei chaotischeren Klangbildern nicht verloren. Beim Musikhören überzeugt uns das Cage Pro ebenfalls: Es liefert einen warmen Sound ab und kommt sowohl mit ruhigeren Liedern als auch härterer Musik gut klar. Der Gesang ist gut verständlich und Instrumente gehen nicht unter. Hier kommt auch der Bass gut zur Geltung.

Das Mikrofon ist hingegen leider eine Enttäuschung. Für eine UVP von 200 Euro erwarten wir hier dann doch etwas mehr. Beim Sprechen kommt immer mal wieder ein leises Rauschen mit durch, am Ende von Sätzen manchmal auch ein relativ lautes „Whoosh“. Da das Mikrofon sehr nahe am Mund platziert werden muss, um die Stimme einzufangen, kann es je nach Position auch sein, dass es Atemgeräusche mit aufnimmt. Die fehlenden Noise-Gate-Einstellungen der Software machen sich hier leider bemerkbar. Für Spielecomms oder Voice-Chats reicht es zwar aus, wirklich gut klingt man damit aber nicht.

Akku

Der 1000-mAh-Akku verspricht laut Teufel bis zu 68 Stunden im Funkbetrieb bei mittlerer Lautstärke (über 80, wenn man nur BT mit AAC verwendet). Bei uns hält er nicht ganz so lange: Wir kommen bei voller Lautstärke, ausgeschalteten LEDs und im Funkbetrieb aber trotzdem locker auf über zwei Tage, bevor wir das Headset laden müssen. Das ist eine solide Laufzeit.

Preis

Das Teufel Cage Pro hat eine UVP von 200 Euro. Aktuell ist es jedoch auf 150 Euro heruntergesetzt.

Fazit

Das Teufel Cage Pro für aktuell 150 Euro weiß mit einem hochwertigen Design und einwandfreier Verarbeitung zu überzeugen. Dank einer zusätzlichen Bluetooth-Verbindung und abnehmbarem Mikrofon lässt sich das kabellose Gaming-Headset auch problemlos unterwegs verwenden. Auch beim Sound macht das Teufel Cage Pro vieles richtig und liefert beim Zocken, Musikhören und im Voicecall einen klaren und runden Sound ab. Das Mikrofon ist hingegen bei einer UVP von 200 Euro einfach nicht gut. Es zeichnet sich durch ein leises, begleitendes Rauschen und eine generell niedrige Stimmqualität aus. Anpassungsmöglichkeiten per Software fehlen hier.

Wer die schwache Leistung des Mikros verzeihen kann, bekommt am Ende des Tages aber ein gut klingendes und hochwertiges Headset. Gerade die Möglichkeit, es auch unterwegs nutzen zu können, dürfte für viele sicherlich attraktiv sein.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Asus, Logitech, Steelseries: Gaming-Headsets im Test

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Künstliche Intelligenz

Top 10: Mähroboter ohne Begrenzungskabel im Test – der beste navigiert mit LiDAR


Mähroboter ohne Begrenzungskabel versprechen eine leichte Inbetriebnahme. Mit LiDAR-Navigation gelingt das sogar noch einfacher. Wir zeigen die besten Geräte.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel versprechen maximale Freiheit bei der Installation. Doch in der Praxis zeigt sich schnell: Nicht jede Navigationstechnik funktioniert in jedem Garten gleich gut.

Besonders in dicht bebauten Wohngebieten geraten RTK-Mähroboter an ihre Grenzen. Hohe Gebäude, Mauern oder dichter Baumbestand stören den Satellitenempfang und erschweren die Orientierung erheblich. Im Test führte genau das dazu, dass ein Modell seine Arbeit erst gar nicht startete, weil nicht genügend Satellitendaten empfangen wurden.

Neuere Modelle auf Basis von LiDAR (Light Detection and Ranging) kennen dieses Problem nicht. Sie navigieren auch in schwierigen Bereichen sauber entlang von Kanten und Hindernissen.

Statt auf Satelliten zu setzen, erfasst der Roboter seine Umgebung mit Laserstrahlen und erstellt daraus eine detaillierte Karte. Mithilfe von SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) bestimmt er kontinuierlich seine Position. Gerade das, was für RTK zum Problem wird, ist für LiDAR ein Vorteil: Wände, Zäune oder Bäume dienen als stabile Referenzpunkte. Dadurch navigieren LiDAR-Mähroboter auch in verwinkelten, schattigen oder dicht bebauten Gärten zuverlässig – unabhängig von Himmelssicht, Tageszeit oder Wetter.

Ganz ohne Einschränkungen kommt allerdings auch LiDAR nicht aus. Die Reichweite der Sensoren liegt typischerweise bei rund 30 Metern. Auf sehr großen, offenen Flächen mit wenigen markanten Strukturen kann die Positionsbestimmung ungenauer werden. Hier spielt RTK weiterhin seine Stärken aus.

Die Entwicklung geht deshalb zunehmend in Richtung hybrider Systeme. Ein Beispiel ist der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR, der Lasersensorik mit Kamerasystemen kombiniert und zusätzlich RTK-Korrekturen nutzt, sobald Satellitensignale verfügbar sind. Diese bezieht er ganz ohne eigene RTK-Antenne über den kostenlosen Clouddienst Net-RTK. Solche Tri-Fusion-Ansätze verbinden die Vorteile beider Welten.

Während LiDAR-Navigation 2025 nur bei einzelnen Herstellern wie Dreame, Ecovacs oder Mammotion zu finden war, hat sich das Bild 2026 deutlich gewandelt: Nahezu alle großen Anbieter führen inzwischen entsprechende Modelle im Programm. LiDAR entwickelt sich damit zum neuen Standard für komplexe Gartensituationen.

 Dreame A3 AWD Pro 3500: Allrad-Mäher mit hoher Schnittleistung und Top-Kantenschnitt

Welcher ist der beste Mähroboter ohne Begrenzungskabel?

Wir zeigen in Form dieser Bestenliste, welche Mähroboter ohne Begrenzungsdraht wir für die besten aus unseren Tests halten, und erklären beim jeweiligen Gerät, wie wir zu dieser Einschätzung kommen. Bislang haben wir weit über 30 Modelle getestet.

Nur weil Roboter A bei uns auf dem ersten und Roboter B auf dem letzten Platz steht, bedeutet das noch lange nicht, dass diese Reihenfolge auf jeden Anwendungsfall zutrifft.

Wer einen Mähroboter mit hoher Mähleistung wünscht, der auch im steilen Gelände funktioniert, greift zu unserem neuen Testsieger, dem Dreame A3 AWD Pro 3500. Mit einer Schnittbreite von 40 cm und Allrad-Antrieb ist er gerade in komplexen Gärten mit Rasenzonen, die von bis zu 5 cm hohen Randsteinen umgeben sind, die richtige Wahl. Diese überwindet er problemlos und meistert dank LiDAR-Navigation auch unsere nur 70 cm breite Engstelle souverän. Auch der Kantenschnitt ist mit unter 3 cm Abstand der Messer zum Gehäuserand ziemlich gut. Qualität hat allerdings seinen Preis. Und so muss man für den Dreame A3 AWD Pro 3500 aktuell 2400 Euro hinblättern.

Ecovacs Goat A3000 Lidar Pro: Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getesteter Mähroboter.

Noch bessere Ergebnisse beim Kantenschnitt bringt unser Technologiesieger, der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro, mit integrierter Trimmer-Einheit. Auch wenn diese noch nicht optimal arbeitet, hat man mit diesem Modell die wenigste Nacharbeit an Kanten. Mit einer Schnittbreite von 33 cm mäht er allerdings nicht ganz so schnell wie der Dreame A3. Da der für 2300 Euro erhältliche Goat A3000 LiDAR Pro auf einen Hinterradantrieb setzt, ist er allerdings weniger geländegängig. Das zeigt sich auch bei höheren Randsteinen, die er nicht überwindet. Und auch bei Engstellen muss man Kompromisse machen. Diese sollen laut Hersteller mindestens 90 cm breit sein. Im Test bestätigt sich das, denn der Mäher scheitert an unserem nur 70 cm engen Übergang zu einer anderen Rasenzone.

Roboup Raccoon 2 SE: Günstiger Mähroboter ohne Begrenzungskabel für Gärten mit festen Grenzen

Wer einen Mähroboter für einen einfach strukturierten Garten mit klaren Abgrenzungen sucht, kann zu unserem Preis-Leistungs-Sieger, dem Roboup Racoon 2SE greifen. Er navigiert auf Basis von Kameras, nutzt also weder RTK noch LiDAR. Dafür ist er mit 500 Euro ein echtes Schnäppchen.

In unserer Bestenliste ordnen wir möglichst umfassend ein. Wir bevorzugen in der Regel Mähroboter mit großem Funktionsumfang und zuverlässiger Leistung. Günstige Geräte ohne besondere Stärken folgen entsprechend weiter hinten. Grundsätzlich gilt: Preis und Verfügbarkeit unterliegen Schwankungen – jede Aktualisierung der Bestenliste ist daher eine Momentaufnahme.

KURZÜBERSICHT

Für große, steile oder verwinkelte Gärten mit dem Anspruch an minimale Nacharbeit an den Kanten ist der Dreame A3 AWD Pro 3500 eine der besten verfügbaren Mährobotern. Der Dreame A3 AWD Pro 3500 hat eine UVP von knapp 2600 Euro und ist aktuell für ungefähr 2400 Euro erhältlich.

VORTEILE

  • Top-Kantenschnitt, hohe Mähleistung
  • Passiert Engstellen problemlos und überwindet Randsteine
  • Dank Allrad auch für steiles Gelände geeignet

NACHTEILE

  • Smart-Home-Integration bleibt Stückwerk
  • Gewicht als Achillesferse bei Nässe
  • Garden Guardian enttäuscht

Das Highlight des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Trimmer. Auch wenn dieser noch nicht perfekt funktioniert, liefert der Ecovacs-Mähroboter den bislang besten Kantenschnitt. Hier ist die Nacharbeit auf ein Minimum reduziert. Unser Technologiesieger kostet regulär 2300 Euro. Für kleinere Gärten ist das Schwestermodell Goat A1600 für 1500 Euro eine günstigere Alternative.

VORTEILE

  • Integrierter Fadentrimmer spart Nacharbeit an Kanten
  • Gutes Mähtempo mit 155 m²/h
  • Solide Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Livestream der Kamera in App

NACHTEILE

  • Trimmer arbeitet unpräzise an Sperrflächen
  • Eingeschränkte Geländetauglichkeit
  • Mobilfunkmodul (LTE) nur optional

Mit dem Raccoon 2 SE mischt Robup den Markt für Mähroboter ohne Begrenzungskabel auf. Inzwischen ist der Mähroboter, der bei Kickstarter das Licht der Welt erblickte, für knapp 500 Euro im Markt erhältlich. Für einfach strukturierte Gärten mit einer klar abgegrenzten Rasenfläche und einer maximalen Größe von bis zu 500 m² ist er unser Preis-Leistungs-Sieger.

VORTEILE

  • schnell einsatzbereit, funktioniert auch ohne App
  • Auto-Kartierung, manuell optional
  • Akku schnell geladen

NACHTEILE

  • an Kanten bleibt Rasen ungemäht, bauartbedingt mind. 10 cm
  • nicht für sehr schmale Durchfahrten geeignet
  • nur für einfache, klar abgegrenzte Rasenflächen empfehlenswert

Ratgeber

Wie funktioniert ein Rasenroboter ohne Begrenzungskabel?

Die Vorteile von Rasenmährobotern, für die kein Begrenzungskabel verlegt werden muss, haben wir bereits ausführlich im Ratgeber zu Rasenrobotern ohne Begrenzungskabel ausgeführt. Aktuelle Mähroboter verzichten daher auf den nervigen Draht und versprechen damit nicht nur weniger Arbeit, sondern insgesamt auch deutlich mehr Komfort. Die App und eine genaue Ortung des Mähers machen das möglich. Damit sieht der Nutzer zu jedem Zeitpunkt, wo sein Roboschaf gerade grast.

Der Begrenzungsdraht wurde bislang bei automatischen Rasenmähern gebraucht, damit sie wussten, welchen Bereich sie nicht verlassen oder welchen sie nicht befahren durften. Das setzte zuvor präzises Verlegen eines Drahtes rings um den zu mähenden Bereich voraus, das je nach Verlegeart auf oder unter dem Rasen und abhängig von der Größe mehrere Stunden dauern kann. Was generell noch wichtig bei Rasenrobotern ist, erklären wir in unserem Ratgeber Husqvarna, Gardena, Stihl: Der beste Mähroboter für jede Rasengröße.

Die Mehrzahl der Mähroboter, die ohne Begrenzungskabel auskommen, navigiert per RTK-Technik (Real Time Kinematics – präzise Positionsbestimmung durch Satellitennavigation), die je nach Mäher und Garten zu mehr oder weniger Komplikationen führen. Problematisch sind hier Flächen, die von hohen Gebäuden umgeben sind oder unter großen Bäumen liegen. Dann werden die für die Navigation nötigen Satelliten nicht empfangen und der Mäher verweigert die Arbeit.

Seit einiger Zeit kommen daher entweder weitere Sensoren wie Ultraschall, LiDAR (Light Detection and Ranging) und Kameras hinzu, um die Navigation zu verbessern – oder diese Technik ersetzt die Satellitennavigation.

Mähroboter, die mit Satellitendaten navigieren, benötigen eine Antenne. In eng bebauten Gebieten, unter Bäumen und bei bewölktem Himmel, ist der Empfang oft nicht optimal. Unter solchen Bedingungen sind Lidar-basierte Modelle die bessere Wahl.

RTK-Technik: Mithilfe von Satellitendaten navigieren

Die neuesten Mähroboter benötigen dieses Begrenzungskabel nicht mehr. Stattdessen setzen sie in erster Linie auf das globale Ortungssystem GPS sowie bisweilen auf zusätzliche Signalfackeln, Ultraschall, ToF-Sensoren (Time of Flight) und Kameras, gepaart mit AI-Technologie (Artificial Intelligence/Künstliche Intelligenz). Damit ist es den Geräten möglich, bis auf wenige Zentimeter genau zu navigieren und zu mähen, ohne ungewollt das Blumenbeet umzupflügen. Einen Regensensor haben heute fast alle Mähroboter.

Dreame A2: So sehen die 3D-Karten auf Basis von Lidar aus.

LiDAR – Light Detection and Ranging: Ohne Satellitendaten navigieren

Zunehmend verwenden Hersteller die LiDAR-Technik. LiDAR steht für „Light Detection and Ranging“ und ist eine Technologie, die mit Laserstrahlen Entfernungen misst und präzise 3D-Karten der Umgebung erstellt. Ähnlich wie Radar, aber mit Licht statt Radiowellen, erkennt LiDAR Objekte und misst Abstände sehr genau. Hier liegt der entscheidende Vorteil gegenüber RTK-Mährobotern: Während diese in engen Häuserschluchten und unter Bäumen Probleme mit dem Satellitenempfang haben, funktioniert LiDAR lokal und bietet in schwierigen Situationen eine bessere Navigation als RTK-Modelle.

In unserem Testgarten konnten bislang lediglich die LiDAR-gestützten Geräte ein enges Verbindungsstück zwischen zwei Rasenzonen, das zudem noch von zwei Häuserwänden begrenzt ist, problemlos passieren. LiDAR hat aber auch Nachteile: Die Technik benötigt Referenzpunkte wie Hauswände, Gartenschuppen et cetera. Ohne diese, etwa auf einem Golfplatz oder einer anderen großen Rasenfläche, kommt die LiDAR-Navigation an ihre Grenzen.

RTK vs. LiDAR verständlich erklärt

RTK (Real-Time Kinematic) basiert auf Satellitensignalen, die durch Korrekturdaten präzisiert werden. Im sogenannten Fix-Zustand erreicht das System eine Genauigkeit im Zentimeterbereich – ideal für große, offene Flächen mit freier Sicht zum Himmel. Wird der Empfang gestört, etwa durch Gebäude oder Bäume, wechselt das System in den Float-Zustand. Dann sinkt die Genauigkeit deutlich, was sich direkt auf die Spurführung und Zuverlässigkeit auswirkt.

LiDAR (Light Detection and Ranging) arbeitet unabhängig von Satelliten. Ein Lasersensor erfasst kontinuierlich die Umgebung und nutzt feste Strukturen wie Wände, Zäune oder Bäume zur Orientierung.

Dabei kommen zwei Bauarten zum Einsatz: 360°-LiDAR, bei dem ein rotierender Sensor die Umgebung rundum scannt, und Festkörper-LiDAR (Solid-State), das ohne bewegliche Teile auskommt und mehrere feste Blickrichtungen kombiniert.

Während RTK seine Stärken auf freien Flächen ausspielt, eignet sich LiDAR besonders für strukturierte, komplexe Gärten. Viele aktuelle Geräte kombinieren beide Ansätze, um die jeweiligen Vorteile zu verbinden.

Bei vielen Lidar-basierten Mährobotern befindet sich der entsprechende Sensor unter einer Glaskuppel.

Warum benötigt ein Mähroboter Kameras?

Die Kameras in vielen der neuen Rasenroboter erlauben es dem Mäher wortwörtlich, sich ein Bild von seiner Umgebung zu machen. Damit orientiert sich das Gerät und erkennt anhand von KI Hindernisse wie Gartenmöbel, Menschen oder Tiere im Fahrweg. Zusätzlich lassen sich die Kameras bei einigen Modellen auch als bewegliches Sicherheitssystem verwenden. Die Mäher können auf dem Grundstück patrouillierend oder in der Ladestation stehend, erkannte Personen filmen und so potenzielle Diebe abschrecken. Normalerweise sind das Features, die zusätzlich zu einem PIN-Code für Diebstahlschutz sorgen. Auch ein GSM-Modul, also Mobilfunk, gehört bei einigen Herstellern zum Lieferumfang oder ist optional nachrüstbar.

Dreame A2: Kameraansicht

Wofür benötigt ein Rasenmähroboter künstliche Intelligenz?

Die Erkennung von Gegenständen, Personen und der Umgebung geschieht zwar über die erwähnten Kameras, allerdings muss der Roboter das Gesehene auch verstehen. KI sorgt dafür, dass der Mäher die Bilder verarbeitet und etwa seine Fahrtroute bei einem Hindernis umplanen kann, ohne es zuvor anzurempeln oder gar zu überfahren. Das erhöht nicht nur die Autonomie des Roboters, sondern auch den Schutz für Mensch und Tier und ist richtig smart.

Sollte man die Hinderniserkennung immer aktivieren?

In Gärten mit spielenden Kindern oder Haustieren sollte man die Hinderniserkennung der Mähroboter aktivieren. Es gibt aber auch Situationen, bei denen man sie besser ausschaltet. Wenn etwa Äste von Pflanzen auf die Rasenfläche ragen, verhindert die Hinderniserkennung möglicherweise, dass Mähroboter unter diesen den Rasen mähen, weil sie die Äste als Hindernis erkennen und sie umfahren.

Hier sind Mähroboter von Vorteil, die eine Zonenverwaltung unterstützen, bei der man die Hinderniserkennung für eine bestimmte Zone ausschalten oder herabsetzen kann. Damit interpretieren Mähroboter die auf den Rasen ragenden Äste nicht als Hindernis, fahren unter diesen durch und mähen den Rasen. Diese Vorgehensweise unterstützen unter anderem die Geräte von Anthbot, Dreame und Mammotion. Modelle von Ecovacs und Sunseeker können die Hinderniserkennung nur global und nicht pro Zone steuern. Noch besser wäre es hingegen, wenn man in einer Karte bestimmte Bereiche markieren könnte, für die man die Hinderniserkennung deaktivieren möchte. Das gibt es unseres Wissens nach bislang noch bei keinem Hersteller.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Einsatz: Unter Bäumen und Sträuchern mäht der Mähroboter erst, wenn die Hinderniserkennung ausgeschaltet ist.

Kein Begrenzungskabel, keine Arbeit bei der Installation?

Tatsächlich werden Arbeit und Zeitaufwand für die Ersteinrichtung reduziert, nicht aber komplett negiert. Grundsätzliche Schritte wie der Aufbau und das Aufstellen der Ladestation bleiben gleich, der schweißtreibende und zeitaufwendige Akt des Drahtverlegens entfällt aber. An seine Stelle treten die Einrichtung und die Verbindung mit der App-Funktion des Roboters, die Nutzern eines Saugroboters (Bestenliste) bekannt vorkommen und vor wenig Probleme stellen dürften. Außerdem müssen, außer bei den LiDAR-basierten Modellen, GPS-Antenne und/oder Signal-Beacons aufgestellt werden – teils in direkter Nähe zur Ladestation, teils im Garten verteilt oder nur grob in der Nähe der Mähfläche.

Anschließend folgt das Erlernen der Mähfläche. Dafür wird der Mäher bei fast allen derzeitig verfügbaren Geräten mit dem Smartphone wie ein ferngesteuertes Auto am Rand der Mähfläche entlang manövriert, bis man wieder am Ausgangspunkt angelangt ist. Dabei sollte man möglichst exakt vorgehen, damit die Messer des Rasenmähroboters auch Halme am Rand erreichen können. Die Roboter erkennen dadurch ihre spätere Arbeitsfläche. Dieser Vorgang dauert je nach Roboter und Rasengröße sowie Ausgrenzungen von Beeten oder Teichen im Schnitt etwa 20 bis 60 Minuten. Das Verlegen von Draht dauert deutlich länger.

Inzwischen gibt es auch Modelle, die das Grundstück automatisch erkunden und kartografieren. Doch diese Funktion ist nur bei wenig komplexen Rasenflächen mit klaren Abgrenzungen sinnvoll. Ist der Garten verwinkelt oder führen niedriger gelegene Wege an dessen Grenze vorbei, ist eine manuelle Kartenerstellung das A und O für ein optimales Mähergebnis. Hierbei sollte man auch das Handbuch genau studieren. Manche Hersteller empfehlen, bei schwierigen Geländesituationen, wie einem tiefer liegenden Weg, etwas Abstand zur Rasengrenze zu halten, damit das Roboschaf nicht hängen bleibt. Diese Empfehlung deckt sich mit unseren Erfahrungen in der Praxis ab. Bis man die optimale Karte für seinen Mähroboter erstellt hat, können mehrere Kartierungsdurchläufe vonnöten sein.

Für eine präzise Navigation benötigen RTK-Mähroboter einen optimalen Satellitenempfang. In dicht bebauten Gebieten kann dieser problematisch sein.

Welche Vorteile bieten Rasenroboter ohne Begrenzungsdraht?

Neben der Arbeitsersparnis bei der Einrichtung bieten Mähroboter, die ohne Begrenzungskabel auskommen, weitere Vorteile. So fahren diese größtenteils in geraden Bahnen und erzeugen damit ein ordentliches Schnittbild – fast wie auf dem Fußballplatz. Die Ausrichtung der Bahnen darf bei manchen Geräten frei gewählt werden, sodass man etwa exakt parallel zur Hausfront mähen lassen kann. Einige Modelle können sogar Muster in den Rasen schneiden – eher eine Spielerei.

Außerdem lassen sich bei den meisten Varianten sinnvollerweise einzelne Zonen anlegen, die unterschiedlich hoch oder oft gemäht werden können – ähnlich wie bei Saugrobotern. Zudem sieht man größtenteils dank App-Steuerung genau, wo der Roboter schon war, wie lange er noch benötigt und einiges mehr. Das klappt detaillierter als bei bisherigen Rasenrobotern, da die GPS- oder LiDAR-gestützten Geräte genau wissen, wo sie sich gerade aufhalten und wo sie schon waren.

Gibt es Nachteile von Mährobotern ohne Begrenzungskabel?

Derzeit bieten die von uns getesteten oder gerade im Test befindlichen Mähroboter, die ohne Begrenzungsdraht auskommen, zwar einige offensichtliche Vorteile, aber die meisten sind nicht perfekt. Ein Nachteil vieler Geräte ist die Abhängigkeit von einem guten GPS-Signal. Ist der Himmel mit einer dichten Wolkendecke überzogen oder bewegt sich der Roboter unter dichtem Blattwerk von Bäumen oder Sträuchern, kann das GPS-Signal so schwach werden, dass der Roboter aus Sicherheitsgründen seine Arbeit einstellt. Das passiert aber bei den neuesten Modellen selten, zumal sie sich auf weitere Sensoren und oftmals Kameras verlassen können.

Kritisch im Hinblick auf Satellitenempfang sind zudem Flächen, die von hohen Gebäuden umgeben sind. Hier reicht schon eine vierstöckige Wohnanlage und auf der anderen Seite ein zweistöckiges Einfamilienhaus, um dem Empfang einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ist man davon betroffen, sind Mähroboter mit LiDAR, wie der Ecovacs Goat A3000 LiDAR, der Dreame A2, der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR oder der Hookii Neomow X die bessere Wahl.

Alle anderen Roboter verlangen ein komplett neues Anlernen der Karte, wenn man etwa feststellt, dass sich der Roboter an einer bestimmten Stelle der Karte immer wieder festfährt. Oft reicht aber das Einrichten einer No-Go-Zone aus, um das Problem zu umgehen.

Ein weiterer Nachteil ist der Kantenschnitt – bei GPS-basierten Robotern mehr noch als bei solchen mit Begrenzungsdraht. Denn während Besitzer von Drahtmodellen das Kabel zur Not immer wieder ein paar Zentimeter versetzen können, bis der Roboter die perfekte Kante abfährt, können aktuelle GPS-Mäher das mehrheitlich (noch) nicht. Da sie zentimeter-, aber nicht millimetergenau mähen, sollte lieber immer etwas Gras am Rand stehen bleiben, statt dass der teure Mäher im Teich versinkt oder die Beete ramponiert. Wegen des schwankenden GPS-Empfangs ist die Genauigkeit beim Kantenmähen zudem nicht an allen Tagen gleich. Deutlich besser beherrschen das Randmähen LiDAR-basierte Varianten. Doch auch diese lassen bei einem Rasen mit hohen Begrenzungssteinen oder Mauern grundsätzlich etwas Rasen stehen, weil die Klingen nicht ganz bis zum Rand reichen.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Für Home-Assistant gibt es eine community-basierte Integration, die allerdings an die Dreame-Cloud gekoppelt ist. Eine lokale Ansteuerung ist nicht möglich. Mit der Integration hat man Zugriff auf viele Betriebsdaten wie dem Akku-Status und dem Mähfortschritt.

Es ist also wie bei Saugrobotern auch: Man muss etwas nacharbeiten, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Somit wird ein Rasentrimmer auch mit dem besten Mähroboter weiterhin ein nützlicher Helfer bleiben.

Was sind gute Alternativen?

Mähroboter ohne Begrenzungsdraht sind nicht nur smart, sondern auch relativ teuer. Wer nicht so viel Geld für einen kabellosen Mäher ausgeben will und mit einigen Abstrichen leben kann, sollte einen Blick auf Mähroboter mit Begrenzungsdraht werfen. Die gehen schon unter 300 Euro los und können je nach Garten sogar nach wie vor die bessere Wahl sein. Alternativ lohnt sich auch ein Blick auf die Modelle aus dem Vorjahr.

Automatische Kartierung oder manuell

Moderne Mähroboter bieten häufig eine automatische Kartierung, bei der das Gerät die Rasenfläche selbstständig abfährt und erfasst. In der Praxis funktioniert das jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig – entscheidend ist vor allem eine klare Abgrenzung der Rasenfläche gegenüber dem restlichen Garten, etwa durch Randsteine, Mauern oder befestigte Wege.

Die manuelle Kartierung, bei der der Mähroboter per App gezielt entlang der Rasenkanten gesteuert wird, liefert in der Regel präzisere Ergebnisse. Sie ermöglicht eine exakte Definition der Mähfläche und verhindert Fehlinterpretationen an Übergängen zu Beeten, Kiesflächen oder unbefestigten Bereichen.

In unserem Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu einem Blumenbeet konnte keiner der getesteten Mähroboter eine wirklich zufriedenstellende automatische Kartierung erzielen.

Zusammengefasst: Die automatische Kartierung ist komfortabel und kann in klar strukturierten Gärten mit eindeutigen Begrenzungen gut funktionieren. In komplexeren Umgebungen bietet die manuelle Kartierung jedoch deutliche Vorteile hinsichtlich Präzision, Kontrolle und Zuverlässigkeit – insbesondere bei der gezielten Zonierung und individuellen Anpassung des Mähverhaltens. Wer exakt festlegen möchte, wo gemäht wird und wo nicht, fährt mit der manuellen Kartierung in der Regel besser.

Mähroboter und Kartierung: Warum eine Aufteilung in Zonen sinnvoll ist

Die Aufteilung der Mähkarte in Zonen ist immer dann sinnvoll, wenn Rasenflächen unterschiedlich ausgerichtet sind, physisch voneinander getrennt liegen oder besondere Eigenschaften aufweisen. Durch eine gezielte Zonierung lässt sich der Mähroboter effizienter einsetzen und besser an die Gegebenheiten des Gartens anpassen.

Mährichtung optimieren: Verläuft eine Rasenfläche quer zum Gebäude und eine andere längs, empfiehlt es sich, diese als separate Zonen zu definieren. So lässt sich für jede Fläche die optimale Mährichtung individuell einstellen, was zu einem gleichmäßigeren Schnittbild führt und die Grasnarbe schont.

Unterschiedliches Wachstum berücksichtigen: Bereiche mit stärkerem Wachstum – etwa durch mehr Sonneneinstrahlung oder bessere Bodenverhältnisse – können per Zonierung häufiger gemäht oder mit einer angepassten Schnitthöhe gepflegt werden. Zeitpläne lassen sich gezielt pro Zone konfigurieren.

Hangneigung beachten: Bei stark geneigten Flächen kann es notwendig sein, die Mährichtung zu ändern. Eine Fläche, die quer zum Gebäude angelegt ist, aber eine deutliche Steigung aufweist, wird oft besser längs gemäht. Andernfalls kann der Mähroboter die Spur nicht sauber halten, was zu ungleichmäßigem Schnitt oder sogar Rasenschäden führt.

Hinderniserkennung feinjustieren: In bestimmten Bereichen – etwa unter Büschen oder bei tief hängenden Ästen – kann eine zu empfindliche Hinderniserkennung dazu führen, dass der Mähroboter Flächen auslässt. Durch eine separate Zonendefinition lassen sich die Sensoreinstellungen gezielt anpassen.

Akkulaufzeit effizient nutzen: Ist der Garten so groß, dass der Mähroboter ihn nicht in einem Durchgang bewältigen kann, muss er zwischendurch zur Ladestation zurückkehren. Durch eine sinnvolle Aufteilung in Zonen, die jeweils innerhalb einer Akkuladung bearbeitet werden können, lässt sich die Mähzeit besser strukturieren. Das reduziert lange Betriebszeiten am Stück und sorgt dafür, dass der Garten schneller wieder uneingeschränkt nutzbar ist.

Beanspruchung steuern: Stark frequentierte Bereiche wie Spiel- oder Laufzonen lassen sich gezielt schonen oder seltener mähen. Auch saisonale Anpassungen – etwa unterschiedliche Mähintervalle im Frühjahr und Sommer – sind pro Zone einfacher umsetzbar.

Insgesamt ermöglicht die Aufteilung in Zonen einen effizienteren, flexibleren und rasenschonenderen Betrieb. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die Gartennutzung möglichst wenig eingeschränkt wird.

Betriebskosten und Ersatzakku

Für den Betrieb der Mähroboter fallen Stromkosten für das regelmäßige Aufladen an. Diese sind bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh allerdings vernachlässigbar. Pro Ladung muss man je nach Größe des Akkus zwischen rund 4 Cent und rund 8 Cent rechnen.

Auch die Klingen müssen regelmäßig ersetzt werden. Die Apps informieren darüber. Die Ersatzklingen kann man entweder direkt über den Hersteller beziehen oder im freien Handel nach günstigen Alternativen suchen. So kosten 45 kompatible Klingen für Modelle zahlreicher Hersteller teilweise weniger als 20 Euro.

Für den Luba Mini AWD LiDAR bietet Mammotion einen passenden 6,1-Ah-Akku für 219 Euro an. Der Einbau kann selbst erfolgen. Ein Akku-Tausch soll man auch generell bei den Mini-Modellen des Herstellers durchführen können, nicht aber beim Luba 3.

Bei den anderen Herstellern ist offenbar nur ein Austausch durch Service-Personal möglich. Ob man dazu den Mähroboter einschicken muss oder den Austausch bei einem Service-Partner vor Ort erledigen kann, ließ sich bis zum Redaktionsschluss nicht für jeden Hersteller verifizieren. Ecovacs hat uns mitgeteilt, dass bei Defekt ein Ersatz-Akku während der Garantiezeit kostenlos ausgetauscht wird. Hierfür muss das Gerät nicht eingeschickt werden, sondern kann von einem autorisierten Fachhändler vor Ort erledigt werden.

Fazit

Die neuesten Modelle mit LiDAR-Navigation zeigen ihre Vorteile gegenüber der vorherrschenden RTK-Technik in Stadtgärten, die von hohen Gebäuden umgeben sind, bei engen Übergängen und beim Randschnitt. Der Ecovacs A3000 LiDAR Pro mit integrierter Trimm-Einheit bietet beim Randschnitt bislang das beste Ergebnis aller getesteten Mähroboter. Doch ohne Nacharbeit kommt man auch bei diesem Modell nicht aus.

Entscheidend für die Wahl eines Mähroboters sind vor allem drei Faktoren: Größe der Rasenfläche, Komplexität des Gartens und Geländeneigung – sowie nicht zuletzt die Fähigkeit zum sauberen Randmähen.

Kleine Gärten bis 800 m² – kompakt und leise

Für kleinere, übersichtliche Gärten ist der Segway Navimow i208 LiDAR für 1200 Euro eine solide Wahl. Er arbeitet leise und zuverlässig auf einfachen Flächen. In verwinkelten Bereichen oder bei Hindernissen stößt er jedoch schneller an seine Grenzen. Auch beim Kantenschnitt lässt er mit rund 9 cm Abstand vergleichsweise viel stehen.

Als günstige Alternative für kleine strukturierte Gärten mit klar abgegrenzten Rasenflächen liefert auch der nur 500 Euro teure Roboup Racoon 2SE ein brauchbares Ergebnis. Auf ein schönes Schnittbild darf man allerdings nicht hoffen, da das Gerät beim Mähen die meiste Zeit kreuz und quer über den Rasen fährt.

Mittlere, komplexe Gärten bis 1500 m² – enge Passagen und Übergänge

Der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR für 1349 Euro (Code MAMMOTIONDE50 eingeben) spielt seine Stärken in anspruchsvollen Gärten aus. Er bewältigt selbst enge Durchfahrten ab 70 cm Breite und überfährt kleinere Hindernisse wie 5 cm hohe Kanten zuverlässig. Auch die automatische Navigation zwischen mehreren Zonen funktioniert gut. Der Nachteil: Mit rund 12 cm Abstand zur Rasenkante bleibt deutlich mehr Nacharbeit.

Große Gärten bis 3000 m² – komfortabel, aber eingeschränkt bei Hindernissen

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro für 2300 Euro eignet sich für größere, eher offen gestaltete Grundstücke. Er bietet eine gute Balance aus Leistung und Komfort und punktet beim Randmähen mit nur etwa 5 cm Abstand sowie einem zusätzlichen Trimmer. In komplexen Gärten mit Engstellen oder Stufen zeigt er jedoch Schwächen – kleine Kanten oder schmale Durchgänge meistert er nicht immer zuverlässig.

Sehr große oder steile Gärten bis 3500 m² – leistungsstark und geländegängig

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 für 2400 Euro ist die beste Wahl für große und anspruchsvolle Flächen. Mit Allradantrieb, hoher Steigfähigkeit und der größten Schnittbreite im Test arbeitet er besonders effizient. Gleichzeitig kommt er gut mit Hindernissen und Übergängen zurecht und meistert – wie der Mammotion – auch die Engstelle im Testgarten souverän. Beim Randmähen liegt er mit unter 3 cm Abstand klar vorne.

Die optimale Wahl hängt damit weniger von der reinen Fläche ab als von der Struktur des Gartens. Besonders enge Passagen, Hindernisse und der gewünschte Pflegeaufwand an den Rasenkanten entscheiden darüber, welches Modell im Alltag am besten funktioniert.

BESTENLISTE

Testsieger

Dreame A3 AWD Pro 3500

Mähroboter Dreame A3 AWD Pro 3500 im Test: Allrad, LiDAR und Top-Kantenschnitt

Allrad, LiDAR und Kantenschnitt unter 3 cm: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 zielt auf die Mähroboter-Spitze. Ob das gelingt, zeigt unser Praxistest.

VORTEILE

  • Top-Kantenschnitt, hohe Mähleistung
  • Passiert Engstellen problemlos und überwindet Randsteine
  • Dank Allrad auch für steiles Gelände geeignet

NACHTEILE

  • Smart-Home-Integration bleibt Stückwerk
  • Gewicht als Achillesferse bei Nässe
  • Garden Guardian enttäuscht

Allrad, LiDAR und Kantenschnitt unter 3 cm: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 zielt auf die Mähroboter-Spitze. Ob das gelingt, zeigt unser Praxistest.

RTK-Mähroboter scheitern in Stadtgärten häufig an hohen Gebäuden und dichtem Baumbestand – der Satellitenempfang reicht schlicht nicht aus. In einem an einem hohen Gebäude angrenzenden Garten konnten wir bei zahlreichen Mähroboter-Tests einige Modelle mit RTK-Navigation erst gar nicht in Betrieb nehmen, da der Empfang von mindestens 20 Satelliten dort nicht möglich war. Neuere Modelle auf Basis von LiDAR (Light Detection and Ranging) kennen dieses Problem nicht: Statt auf Satelliten zu setzen, erfasst der Roboter seine Umgebung mit Laserstrahlen und erstellt daraus eine detaillierte Karte. Gerade das, was für RTK zum Problem wird – Wände, Zäune, Bäume –, dient LiDAR als stabile Referenzpunkte.

Mit dem A3 AWD Pro 3500 erweitert Dreame seine Produktpalette um einen kabellosen Premium-Mähroboter für komplexe und großflächige Gärten bis 3.500 m². Das Gerät wurde auf der CES 2026 vorgestellt und ist seit März 2026 auf dem Markt. Die technologische Besonderheit liegt in der Kombination aus einem 360°-3D-LiDAR-System mit binokularer KI-Vision (OmniSense 3.0) und einem echten Allradantrieb (AWD) mit Nabenmotoren. Diese Ausstattung positioniert den Roboter in der gehobenen Klasse der kabellosen Mähroboter, die ohne RTK-Antenne oder Begrenzungskabel auskommen.

Getestet wurde der Dreame A3 AWD Pro 3500 in einem komplexen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Neigung von etwa 30° auf und ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar. Eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle zugänglich. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, 240 m² großen Teilstück statt, das auch die anderen Testgeräte problemlos erreichen konnten.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Der A3 AWD Pro 3500 gehört mit Abmessungen von 74,5 × 53,2 × 32,5 cm nicht zu den kompaktesten Modellen, und mit einem Gewicht von etwa 24,5 kg ist er der schwerste Mähroboter, den wir bislang getestet haben. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet und verfügt über ein integriertes Farbdisplay mit Bedientasten, das eine Steuerung auch ohne Smartphone ermöglicht.

Allradantrieb und Steigfähigkeit: Der Mähroboter nutzt vier einzeln angesteuerte Nabenmotoren. Zwei omnidirektionale Räder an der Vorderseite ermöglichen Wendemanöver auf der Stelle, während die Hinterräder für Traktion im Gelände ausgelegt sind. Die maximale Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit 80 Prozent an (ca. 38,7 Grad). Im Testgarten bewältigte der Dreame die rund 30° steile Zone zuverlässig – extremere Steigungen standen für eine Überprüfung der Herstellerangabe nicht zur Verfügung.

Schnittsystem und Kantenverarbeitung: Das Doppelmessersystem arbeitet mit einer Schnittbreite von 40 cm – nur wenige Mähroboter bieten eine noch etwas größere Schnittbreite. Mehr Schnittbreite bedeutet weniger Bahnen und damit kürzere Mähzeiten, ein Vorteil vor allem auf großen Flächen. Dieser Vorteil kann aber auch bei kleineren Gärten eine Rolle spielen, wenn diese häufig genutzt werden: Ein schneller Mäher gibt den Garten früher zur uneingeschränkten Nutzung frei.

Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 3 und 10 cm einstellen. Das Edge-Master-2.0-System verschiebt die Messerscheibe beim Kantenschnitt seitlich nach außen und erreicht so einen Restabstand von unter 3 cm zur Rasenkante. Das ist ein Spitzenwert, den kein anderer Mähroboter aktuell erreicht. Lediglich Modelle mit integrierter Trimmeinheit wie der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro versprechen einen noch saubereren Kantenschnitt.

Modellvariante: Der A3 AWD Pro 5000 unterscheidet sich durch einen größeren 10-Ah-Akku und eine Flächenkapazität von bis zu 5.000 m², bleibt ansonsten technisch identisch.

Die Dreame-App ist leider nicht für Tablets optimiert. Die Kartenansicht ist daher nicht optimal. Dafür gibt es eine Option, die die 3D-Karte auf Basis des LiDAR-Scanners zeigt.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung erfolgt über die Dreamehome-App. Zunächst wird eine Bluetooth-Verbindung zum Roboter hergestellt, anschließend das Gerät in das heimische 2,4-GHz-WLAN integriert. Die Basisstation sollte auf ebenem Untergrund mit mindestens einem Meter Freiraum vorne sowie 40 bis 50 cm seitlichem Abstand positioniert werden.

Kartierungsprozess: Das System bietet zwei Verfahren:

  1. Automatische Kartierung: Der Roboter fährt selbstständig die Fläche ab und erkennt Rasengrenzen mittels KI-Vision. Diese Funktion arbeitet bei klaren Kantenverläufen – etwa Randsteinen, Mauern oder befestigten Wegen – zuverlässig.
  2. Manuelle Fernsteuerung: Der Nutzer steuert den Roboter per App entlang der gewünschten Rasenkanten. Diese Methode liefert präzisere Ergebnisse bei komplexen Gartenstrukturen, mehreren Zonen oder unklaren Begrenzungen.

Im Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu einem Blumenbeet lieferte der Dreame erwartungsgemäß keine zufriedenstellende automatische Kartierung. Bei schwierigen Rasenkanten oder weichen Übergängen zu Beeten, Kiesflächen oder unbefestigten Bereichen ist die manuelle Kartierung daher dringend empfehlenswert.

Warum eine Aufteilung in Zonen sinnvoll ist:

Die Aufteilung der Mähkarte in separate Zonen bringt in der Praxis erhebliche Vorteile. Unterschiedlich ausgerichtete Rasenflächen lassen sich mit individueller Mährichtung bearbeiten, was zu einem gleichmäßigeren Schnittbild führt. Zudem können Wachstumsunterschiede berücksichtigt werden, indem sonnige Bereiche häufiger gemäht oder mit angepasster Schnitthöhe gepflegt werden. Bei Hangneigungen kann die Mährichtung pro Zone angepasst werden, um eine saubere Spurführung sicherzustellen. Auch die Hinderniserkennung lässt sich feinjustieren, sodass unter Büschen oder bei tief hängenden Ästen die Sensoreinstellungen gezielt pro Zone angepasst werden können. Darüber hinaus lässt sich die Akkulaufzeit effizient nutzen, indem Zonen geschaffen werden, die jeweils innerhalb einer Akkuladung bearbeitet werden können – dies reduziert unnötige Ladeunterbrechungen. Nicht zuletzt kann die Beanspruchung gesteuert werden, indem stark frequentierte Spiel- oder Laufzonen gezielt geschont werden.

Weitere App-Konfigurationsparameter:

  • Sperrzonen (No-Go-Areas) für Teiche, Beete oder Spielbereiche
  • Mähparameter pro Zone: Schnitthöhe, Mährichtung, Geschwindigkeit, Effizienzmodi
  • Zeitpläne für bestimmte Wochentage und Uhrzeiten
  • Garden Guardian: Livestream der Kamera, Personenerkennung mit Benachrichtigungen, Patrouillenfahrten
  • Link-Dienst: Statusabfrage und Steuerung über 4G außerhalb der WLAN-Reichweite
  • Dual-Map-Management: Verwaltung von zwei separaten Gartenbereichen
Die Dreame-App erlaubt eine Anpassung der Mähparameter wie Mährichtung pro Zone. Die optimale Mährichtung  mit wenig Wendemanövern ist aber nicht immer sinnvoll. Bei steilem Gelände (Vorne Steil) würde die optimale Mährichtung quer zur Hangneigung verlaufen. Doch bei dem steilen Gelände kann der A3 wie auch andere Mähroboter die Spur nicht halten und muss wiederholt korrigieren. Das führt speziell bei nassem Untergrund zu Schäden am Rasen.

Mähleistung im Praxistest

Geschwindigkeit und Flächenleistung: Der A3 AWD Pro 3500 arbeitet mit einem strukturierten Bahnenmähsystem und fährt Flächen systematisch ab, statt zufällige Muster zu generieren. Die Mähgeschwindigkeit wurde im Test nicht verändert – im Auslieferungszustand ist die niedrigste Geschwindigkeit eingestellt, die für die höchste Schnittpräzision sorgt.

Laut Hersteller mäht der Dreame im Standardmodus bis zu 2.500 m² innerhalb von 24 Stunden, im Effizienzmodus bis zu 3.500 m² und im Schnellmodus 5.000 m². Diese Werte werden in der Praxis – ähnlich wie Reichweitenangaben bei E-Bikes oder E-Autos – in einem Garten mit Hindernissen wie Bäumen, Büschen oder Wäschegerüsten selten erreicht.

Die etwa 240 m² große Teilfläche unseres knapp 500 m² großen Testgartens bewältigte der Dreame in 1,3 Stunden – der schnellste Wert im Vergleichstest. Die knapp 500 m² große Gesamtfläche schaffte er allerdings nicht mit einer Akkuladung. Für den Test haben wir das untere Akku-Limit, bei dem der Mähroboter zur Ladestation zurückkehrt, von 15 auf 10 Prozent reduziert. Damit mähte er eine Fläche von 437 m² innerhalb von etwa drei Stunden – das ergibt eine Stundenleistung von rund 145 m². Da diese Fläche auch den steilen Bereich mit einigen Hindernissen umfasst, der zudem nicht in der optimalen Mährichtung bearbeitet werden konnte, reduziert sich die Stundenleistung gegenüber dem flachen Terrain (186 m²/h) erwartungsgemäß.

 Dreame A3 AWD Pro 3500: Allrad-Mäher mit hoher Schnittleistung und Top-Kantenschnitt

Kantenschnitt: Das EdgeMaster 2.0-System reduziert den Abstand zur Rasenkante auf unter 3 cm – eine der beste Wertem, die aktuelle Mähroboter zu bieten haben.

Zum Vergleich: Die neuen Ecovacs-Modelle der A-Serie erreichen rund 5 cm Abstand und ergänzen dies mit einem integrierten Trimmer, der allerdings mit 82 dB(A) so laut ist wie ein herkömmlicher Rasentrimmer. Der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR lässt mit rund 9 cm deutlich mehr Rand stehen – hier fällt entsprechend mehr Nacharbeit an.

Überwindung von Hindernissen: Das Gerät überwindet Randsteine und Absätze bis zu einer Höhe von 5,5 cm. Schmale Passagen ab 70 cm Breite werden zuverlässig durchfahren – im Testgarten meisterte der Dreame die Engstelle ebenso souverän wie der bereits getestete Mammotion Luba Mini AWD LiDAR (Testbericht).

Rasenschäden und Bodenverhältnisse: Der knapp 24,5 kg schwere Mähroboter kann bei feuchtem Rasen im steilen Gelände bei Richtungswechseln Spuren hinterlassen. Der Allradantrieb minimiert zwar das Durchdrehen der Räder, das hohe Gewicht bleibt jedoch ein Faktor. Steile Rasenflächen sollten daher nur bei Trockenheit gemäht werden, um Schäden am Rasen zu vermeiden.

Garden Guardian: Der A3 lässt sich in der App so konfigurieren, dass er von erkannten Hindernissen und Personen automatisch Fotos erstellt. Manuell lassen sich auch Videos aufzeichnen. Allerdings beträgt die Auflösung lediglich 640 × 360 Pixel. Im Test funktionierte die Erkennung grundsätzlich, doch der Roboter interpretierte auch Regenrinnen und andere Objekte als Personen. Die Erkennungsquote lag bei nur rund 50 Prozent – die Qualität ist also nicht mit der einer dedizierten Überwachungskamera vergleichbar. Wer diese Funktion nutzt, sollte zudem den Datenschutz beachten, insbesondere wenn der Mähroboter in Bereichen mit Einsicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Wege unterwegs ist.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Die Dreame-App kann auch den Livestream des Kamera darstellen. Zudem bietet sie die Option, Fotos von erkannten Objekten oder Menschen aufzunehmen. Allerdings liegt die Erkennungsrate viN Menschen im Test nur bei etwa 50 Prozent. Zudem ist die Auflösung mit 640 × 360 Pixel nicht sehr hoch.

Navigation und Hinderniserkennung

Navigationsprinzip: Der 360°-LiDAR-Sensor mit einer Reichweite von bis zu 70 m erfasst die Umgebung kontinuierlich und nutzt feste Strukturen wie Wände, Zäune oder Bäume als Referenzpunkte. Mithilfe von SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) bestimmt der Roboter seine Position laufend neu. Gerade in verwinkelten, schattigen oder dicht bebauten Gärten ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen.

Ganz ohne Einschränkungen kommt LiDAR allerdings nicht aus: Auf sehr großen, offenen Flächen mit wenigen markanten Strukturen kann die Positionsbestimmung ungenauer werden. Hier spielt RTK weiterhin seine Stärken aus. Der Dreame setzt – anders als etwa der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR mit seinem Tri-Fusion-Ansatz aus LiDAR, Kamera und cloudbasiertem Net-RTK – ausschließlich auf LiDAR plus KI-Vision.

Hinderniserkennung: Das System erkennt laut Hersteller über 300 verschiedene Hindernistypen, darunter Gartenmöbel, Spielzeug, Tiere und Personen. Im Test funktionierte die Erkennung bei Schläuchen, kleinen Bällen und anderen Gegenständen tadellos. Eine hundertprozentige Zuverlässigkeit gibt es dennoch nicht – sehr flache oder kleine Gegenstände können gelegentlich überrollt werden. Zur Verbesserung der Erkennungsrate empfiehlt Dreame die Einstellung der Hindernisempfindlichkeit auf „Hoch“.

Dreame A3 AWD Pro 3500: 80 Minuten muss man warten, bis der Akku von 10 auf 100 Prozent geladen ist.

Akkulaufzeit, Ladezeit und Betriebskosten

Laufzeit und Ladezeit: Der 36-V-Akku mit 7,5 Ah Kapazität trieb den Dreame im Praxistest über die gesamte 240-m²-Teilfläche ohne Zwischenladung an. Für die knapp 500 m² große Gesamtfläche mit Steigung und Hindernissen reichte eine Ladung hingegen nicht aus (siehe Abschnitt 4).

Die Ladezeit gibt Dreame mit 70 Minuten an. Im Test dauerte das Laden von 10 auf 100 Prozent allerdings 80 Minuten – ein guter Wert im Vergleich. Der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR benötigt mit 140 Minuten fast doppelt so lang. Ähnlich schnelle Ladezeiten wie der Dreame bietet der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro (Test folgt) mit rund 85 Minuten.

Stromkosten: Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent/kWh fallen pro Ladung rund 8 Cent an – vernachlässigbar im laufenden Betrieb.

Klingenkosten: Die 18 mitgelieferten Ersatzklingen reichen für den Einstieg. Sind diese aufgebraucht, kosten 12 Originalklingen 20 Euro. Kompatible Dritthersteller-Klingen sind teilweise deutlich günstiger – 45 Stück gibt es im Handel bereits ab 25 Euro.

Ersatzakku: Anders als Mammotion (Ersatzakku für 219 Euro, Selbsteinbau möglich) bietet Dreame keinen Ersatzakku für Privatanwender an. Ein Austausch ist offenbar nur durch Service-Personal möglich. Ob dazu der Mähroboter eingeschickt werden muss oder ein Austausch bei einem Service-Partner vor Ort erfolgen kann, blieb bis Redaktionsschluss offen.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Der Allrad-Mäher überwindet im Test 4–5 cm hohe Randsteine problemlos.

Lautstärke und Betriebszeiten

Die Betriebslautstärke des Dreame A3 AWD Pro 3500 liegt bei 65 dB(A) und damit etwas höher als beispielsweise beim Segway Navimow i208 LiDAR (Testbericht) mit 59 dB(A). Im Freien nimmt man diesen Unterschied jedoch kaum wahr. Grundsätzlich arbeiten alle von uns getesteten Mähroboter erfreulich leise.

Dennoch sollte man die geltenden rechtlichen Bestimmungen beachten. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den Betrieb von Mährobotern die Zeiten der 32. BImSchV: Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb prinzipiell untersagt.

Sicherheit und Diebstahlschutz

PIN-Schutz: Beim Dreame muss vor der Inbetriebnahme eine PIN eingegeben werden. Auch ohne PIN hätten Diebe wenig Freude: Der Mähroboter lässt sich nicht mit einer anderen App verbinden, solange er noch mit einem Konto verknüpft ist.

GPS-Ortung und Alarmsystem: Der Dreame lässt sich über GPS lokalisieren. Zusätzlich löst das Gerät einen Alarm aus, wenn es angehoben wird oder die Mähkarte verlässt, und sperrt sich automatisch. Eine Integration in Apples „Wo ist?“-Netzwerk wie der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR (Testbericht) bietet der Dreame allerdings nicht.

Tierschutz: Zum Schutz nachtaktiver Tiere sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein Nachtfahrverbot bald bundesweit gelten.

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 meistert die nur 70 cm breite Engstelle souverän.

App und Smart-Home-Integration

App-Qualität: Die Dreamehome-App bietet alle wesentlichen Funktionen zur Konfiguration und zum Betrieb: Schnitthöhe, Mährichtung, Mähgeschwindigkeit, Kantenmähen, Hindernisempfindlichkeit und Zeitpläne. Einschränkend: Die App ist nicht für Tablets wie das iPad optimiert, sondern lediglich zoombar.

Besonders nützlich ist die Möglichkeit, für einzelne Zonen die Hinderniserkennung zu deaktivieren. Das ist etwa in Bereichen mit herunterhängenden Ästen von Vorteil, weil der Mähroboter diese Flächen dann nicht auslässt. Der Stoßfänger bleibt als mechanische Hinderniserkennung bei Kontakt weiterhin aktiv.

Ebenfalls praktisch: Der Akkustand für das automatische Aufladen lässt sich in Stufen von 10, 15, 20 und 25 Prozent konfigurieren. Ebenso kann der Akkustand für die Wiederaufnahme des Mähvorgangs zwischen 80 und 100 Prozent in 5er-Schritten definiert werden. Wer den Wert auf 80 Prozent setzt, verkürzt die Wartezeit an der Ladestation – vorausgesetzt, die verbleibende Akkuladung reicht für die Restfläche aus.

Sprachsteuerung: Unterstützt werden Amazon Alexa, Google Assistant und Siri-Kurzbefehle für grundlegende Steuerungsbefehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation.

Smart Home by Hornbach: Der Dreame lässt sich einbinden, die Integration bietet jedoch kaum Mehrwert über einfache Start-/Stopp-Befehle hinaus.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Für Home-Assistant gibt es eine community-basierte Integration, die allerdings an die Dreame-Cloud gekoppelt ist. Eine lokale Ansteuerung ist nicht möglich. Mit der Integration hat man Zugriff auf viele Betriebsdaten wie dem Akku-Status und dem Mähfortschritt.

Home Assistant: Über eine Community-basierte Integration besteht Zugriff auf den Mähroboter. Die Dreame-Integration zeigt unter anderem Mähkarten und den aktuellen Fortschritt an – ein deutlich größerer Funktionsumfang als bei den meisten nativen Smart-Home-Anbindungen. Wichtig: Die Integration ist an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff ist nicht möglich.

Fehlende Integrationen: Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht – das gilt allerdings bislang für alle Mähroboter. Generell spielt Smart Home bei den Herstellern eine untergeordnete Rolle.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Der Allrad-Mäher hat mit steilem Gelände keine Probleme. Allerdings sollte der Untergrund absolut trocken sein. Ansonsten drohen bei Wendemanövern Schäden am Rasen.

Wartung und Pflege

Die App informiert, wenn die Klingen gewechselt werden müssen. Der Wechsel selbst ist unkompliziert und ohne Werkzeug möglich. Mit 18 mitgelieferten Ersatzklingen ist der Einstieg gut abgedeckt.

Ein Ersatzakku für Privatanwender ist bei Dreame nicht erhältlich (siehe Abschnitt 6). Für die Überwinterung empfiehlt der Hersteller, den Mähroboter frostfrei zu lagern und den Akku auf etwa 50 Prozent Ladezustand zu halten. Eine automatische Reinigungsfunktion ist nicht vorhanden – das Gehäuse und die Messer sollten regelmäßig von Grasresten befreit werden.

Preis

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 hat eine UVP von knapp 2600 Euro und ist aktuell für ungefähr 2400 Euro erhältlich. Das größere Modell A3 AWD Pro 5000 wird für 2.999 Euro angeboten. Dreame gewährt drei Jahre Garantie.

Fazit

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 richtet sich an Besitzer großer, komplexer Gärten mit Hanglagen, mehreren Zonen und schwierigen Übergängen. Der Mähroboter entfaltet seinen Mehrwert insbesondere dort, wo herkömmliche Geräte an Traktions- oder Navigationsgrenzen stoßen. Beim Kantenschnitt ist er mit unter 3 cm Restabstand einer der besten – wer Nacharbeit mit dem Rasentrimmer minimieren will, findet hier eine sehr gute Lösung.

Die Mähleistung überzeugt: Mit 186 m²/h auf flachem Terrain ist der Dreame einer der schnellsten Mähroboter. Auch die Gesamtfläche von knapp 500 m² mit Steigung und Hindernissen bewältigte er zuverlässig, wenn auch nicht in einer Akkuladung. Die Ladezeit von rund 80 Minuten hält die Zwangspause kurz.

Schwächen zeigt der A3 AWD Pro bei der Software-Reife: Die automatische Kartierung erfordert bei komplexen Gärten manuelle Nacharbeit, die Garden-Guardian-Funktion liefert mit einer Erkennungsquote von nur 50 Prozent und niedriger Auflösung keine zuverlässige Überwachung, und die Smart-Home-Anbindung bleibt rudimentär – Apple Home fehlt, eine iPad-optimierte App ebenfalls. Auch das hohe Gewicht von 24,5 kg kann auf feuchtem, steilem Rasen zu Spuren führen.

Die Kaufentscheidung sollte primär an der Gartensituation festgemacht werden: Für große, steile oder verwinkelte Gärten mit dem Anspruch an minimale Nacharbeit an den Kanten ist der Dreame A3 AWD Pro 3500 eine der besten verfügbaren Optionen. Für einfache, kleine Rasenflächen ist er überdimensioniert – hier fahren günstigere Modelle wie der Segway Navimow i208 LiDAR wirtschaftlicher.

Technologiesieger

Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro

Mähroboter Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro im Test: Mäht gut und trimmt sogar

Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?

VORTEILE

  • Integrierter Fadentrimmer spart Nacharbeit an Kanten
  • Gutes Mähtempo mit 155 m²/h
  • Solide Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Livestream der Kamera in App

NACHTEILE

  • Trimmer arbeitet unpräzise an Sperrflächen
  • Eingeschränkte Geländetauglichkeit
  • Mobilfunkmodul (LTE) nur optional

Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der aktuelle Flaggschiff-Mähroboter des Herstellers und setzt vollständig auf kabellose Navigation. Störende Begrenzungskabel oder eine RTK-Antenne entfallen – stattdessen kombiniert Ecovacs einen 360°-LiDAR mit einem 3D-ToF-Sensor und einer KI-Kamera. Das ist ein klarer Vorteil bei schwierigen Empfangsbedingungen, etwa unter hohen Bäumen oder in Hinterhöfen, wo Satellitensignale oft ausfallen.

Getestet wurde der 18,3 kg schwere Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Steigung von rund 30° auf, zwischen den Zonen liegen 4 bis 5 cm hohe Randsteine, und eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle erreichbar. Die Mähgeschwindigkeit wurde auf einer flachen, 240 m² großen Referenzfläche gemessen. Ziel war es herauszufinden, ob der integrierte Tru-Edge-Trimmer und die Dual-LiDAR-Navigation den Alltag wirklich erleichtern – oder ob die vielen Sensoren an komplexen Gegebenheiten scheitern.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro präsentiert sich in einem modernen weiß-schwarzen Gehäuse, dessen Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auffällig sind die großen, stark profilierten Offroad-Räder, die gute Traktion versprechen.

Auf der Oberseite thront die charakteristische 360°-LiDAR-Kuppel, die sich mit einer Schutzkappe abdecken lässt. Frontseitig ergänzen eine KI-Fischaugenkamera mit 150° horizontalem und 80° vertikalem Blickfeld sowie ein 3D-ToF-LiDAR mit 90° horizontalem und 70° vertikalem Erfassungswinkel bei einer Reichweite von 3 bis 4 Metern das Sensorsystem. Ein integriertes Display mit drei Tasten und eine gut erreichbare rote Stopptaste erlauben die Bedienung auch ohne Smartphone. Auf der Unterseite arbeiten zwei Messerscheiben mit jeweils drei Klingen bei 3.000 Umdrehungen pro Minute. Der seitliche Fadentrimmer wird separat montiert.

Der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro und der Goat O1200 verfügen ebenfalls über eine Trimm-Einheit.

Modellvarianten: Ecovacs bietet den Mähroboter in zwei Ausführungen an. Der Goat A1600 LiDAR Pro ist mit einem 3.000-mAh-Akku bei 32,4 V für Flächen bis 1.600 m² ausgelegt, wiegt 17,8 kg und kostet rund 1.500 Euro. Der hier getestete Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen deutlich größeren 7.500-mAh-Akku für Flächen bis 3.000 m², wiegt 18,3 kg und liegt bei etwa 2.300 Euro. Beide Modelle sind ansonsten baugleich – Schnittbreite von 33 cm, Trimmer und Navigationssystem sind identisch. Der A3000 bringt lediglich den größeren Akku und ein schnelleres Ladegerät mit.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung über die Ecovacs-App ist vorbildlich gelöst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern führt durch Bluetooth-Kopplung, QR-Code-Scan und WLAN-Verbindung über 2,4 GHz – auch in gemischten Netzen gab es keine Probleme. Nach einem obligatorischen Firmware-Update war der Roboter in etwa 30 Minuten startklar. Einzig die Montage des Trimmermoduls erfordert etwas Geduld und einen Kreuzschlitzschraubendreher mit langer Klinge von mindestens 10 cm, da eine Schraube tief im Gehäuse sitzt.

Kartierung: Die automatische Kartierung funktioniert grundsätzlich nur bei klaren Rasenkanten wie Randsteinen oder Mauern. Da der Testgarten offene Grenzen hat und nur teilweise mit Randsteinen umgeben ist, konnte die automatische Kartierung nicht sinnvoll überprüft werden. Für komplexe Gärten ist die manuelle Kartierung ohnehin die bessere Wahl: Man läuft in Bluetooth-Reichweite hinter dem Roboter her und steuert ihn per App entlang der Rasengrenzen. Das ist präziser, zuverlässiger und wird von der App gut unterstützt. Es lassen sich mehrere Zonen und Verbindungspfade anlegen.

Unsere nur 70 cm breite Engstelle zwischen zwei Rasenzonen passiert der Goat A3000 LiDAR Pro im Test nicht. Scheinbar ist der Mähroboter durch die Trimmeinheit dafür zu breit geworden, denn das Vorgängermodell hat diese Engstelle gemeistert. RTK-Mähroboter sind bislang alle daran gescheitert.

Die Mindestdurchfahrtsbreite gibt Ecovacs mit 90 cm an. Die 70 cm breite Engstelle im Testgarten konnte der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro nicht passieren – anders als noch der Vorgänger Goat A3000 LiDAR ohne Pro-Zusatz. Für Gärten mit schmalen Durchgängen ist das eine relevante Einschränkung.

Mähleistung im Praxistest

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro mäht in geraden, parallelen Bahnen und liefert ein tadelloses Schnittbild. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch von 3 bis 9 cm in 1-cm-Schritten einstellen. Pro Zone kann man die Mährichtung gradgenau und die Mähgeschwindigkeit zwischen 0,4 und 0,9 m/s festlegen. Für ein besonders gepflegtes Erscheinungsbild lässt sich ein Schachbrettmuster mit 90°-Wechsel aktivieren. Die Mähgeschwindigkeit sollte man allerdings nur erhöhen, wenn die Rasenfläche kaum Hindernisse wie Bäume oder Büsche aufweist – bei höherem Tempo navigiert der Roboter etwas unpräziser, was grundsätzlich für alle Mähroboter gilt.

Flächenleistung: Auf dem 240 m² großen Teststück benötigte der Roboter 1,6 Stunden, was einer Stundenleistung von 155 m² entspricht. Das ist ein solider Wert, liegt aber deutlich unter der Herstellerangabe von bis zu 400 m²/h, die wohl nur auf völlig freier Fläche bei maximaler Geschwindigkeit erreichbar ist. Der Dreame A3 AWD Pro 3500 ist aufgrund seiner größeren Schnittbreite von 40 cm mit 186 m²/h auf derselben Testfläche schneller.

Kantenschnitt mit dem TruEdge-Trimmer: Die größte Neuerung des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Fadentrimmer. Er wird separat über die App gestartet, nachdem man die zu bearbeitenden Kanten markiert hat. Der Roboter fährt diese dann ab, senkt den Trimmer auf eine feste Höhe von 6 cm und beginnt zu trimmen.

Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getesteter Mähroboter.

An den Außengrenzen des Gartens funktioniert das Trimmen zufriedenstellend – es bleibt deutlich weniger Nacharbeit als bei Mährobotern ohne Trimmer. Allerdings zeigten sich im Praxistest mehrere Schwächen: Der Roboter verlor gelegentlich ohne ersichtlichen Grund den Kontakt zum Rasenrand, navigierte ins Flächeninnere oder stoppte den Trimmer während der Fahrt. An Sperrflächen hielt er einen viel zu großen Abstand von 10 bis 20 cm, obwohl diese auf 1 bis 2 cm genau kartiert waren – der Trimmer wurde dort wirkungslos. Zudem kann die feste Bauhöhe von 6 cm dazu führen, dass der Trimmer an Randsteinen aufsetzt, wenn der Rasen tiefer als die angrenzende Fläche liegt.

Ecovacs weist in den FAQ darauf hin, dass dichtes Gras mehrere Trimmsitzungen erfordern kann und die Personenerkennung den Trimmvorgang unterbricht – beides bestätigte sich im Test. Nach zwei Durchläufen war das Ergebnis an den Außenkanten gut, die Sperrflächen-Problematik bleibt jedoch ein Ärgernis. Insgesamt ist der Trimmer eine vielversprechende Innovation, die in der aktuellen Softwareversion aber noch nicht ihr volles Potenzial entfaltet.

Navigation und Hinderniserkennung

Das Holo-Scope-360-System kombiniert den 360°-LiDAR mit dem frontalen 3D-ToF-LiDAR und der KI-Kamera zu einem leistungsfähigen Navigationsverbund, der im Regelbetrieb präzise und zuverlässig arbeitet. Die Hinderniserkennung ist vorbildlich: Schläuche, kleine Bälle, Spielzeug und Igel – Ecovacs wirbt mit über 200 erkennbaren Objekttypen – werden sicher umfahren. Dunkle Bereiche oder schlechter Satellitenempfang stellen dank LiDAR kein Problem dar, was einen echten Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen darstellt.

Ganz ohne Kritikpunkte bleibt die Navigation allerdings nicht. Die Hinderniserkennung reagiert gelegentlich übervorsichtig auf hohes Gras oder Löwenzahn, was die Mähzeit unnötig verlängert. Hier hilft die Anpassung des Vermeidungsmodus in der App, der sich auf 10, 15 oder 20 cm konfigurieren lässt. Auch die Überlappung der Mähbahnen schwankt stellenweise, was den insgesamt guten Gesamteindruck etwas trübt. Die Hindernisumfahrung funktioniert im Nahbereich bis auf etwa 5 cm Abstand, was für die meisten Alltagssituationen ausreicht.

Ecovacs-App: Die Aufteilung in Zonen ist möglich und bei einem großen Garten mit unterschiedlichen Flächen auch sinnvoll, da man je Zone die optimale Mährichtung einstellen kann.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist mit einem 7.500-mAh-Akku bei 32,4 V ausgestattet, was einer Kapazität von rund 243 Wh entspricht. Im Praxistest auf dem flachen 240-m²-Teststück verbrauchte er bei 1,6 Stunden Mähzeit etwa 45 bis 50 Prozent der Kapazität. Die Ladezeit von 15 auf 100 Prozent betrug mit dem 189-W-Netzteil 85 Minuten – die Herstellerangabe von 70 Minuten wurde damit nicht ganz erreicht, der Wert ist aber akzeptabel. Die Reichweite dürfte für die beworbenen 3.000 m² in der Praxis bei komplexen Gärten mit Hindernissen und Steigungen etwas geringer ausfallen, ist aber insgesamt sehr gut dimensioniert.

Bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh kostet eine Vollladung rund 8,5 Cent – die Betriebskosten sind damit vernachlässigbar.

Hanglagen und Geländetauglichkeit

Ecovacs gibt eine maximale Steigfähigkeit von 50 Prozent an, was etwa 27° entspricht. Im Testgarten wurde der Mähroboter auch auf einer 30°-Steigung eingesetzt – also oberhalb der Herstellerangabe. Auf weniger steilem Gelände arbeitete der Hinterradantrieb zuverlässig, solange längs zum Hang gemäht wurde. Quer zum Hang oder bei nassem, rutschigem Gras kam es jedoch zu Traktionsverlusten und Wendemanövern, die Rasenschäden verursachen können. Für Gärten mit extremen Steigungen ist ein Allradantrieb wie beim Dreame A3 AWD Pro 3500 die bessere Wahl – doch auch mit Allrad sollte man steile Flächen nur bei trockenem Untergrund mähen, um Rasenschäden zu vermeiden.

Die maximale Hindernishöhe liegt bei 4 cm, was für viele Gärten ausreichen dürfte. Die 4 bis 5 cm hohen Randsteine im Testgarten stellten jedoch eine unüberwindbare Hürde dar, sodass der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro eine der drei Rasenzonen nicht erreichen konnte. Für normale Hanglagen bis etwa 45 Prozent Neigung und Gärten ohne hohe Bordsteinkanten ist das Gerät gut geeignet, bei extremeren Anforderungen stößt es an seine Grenzen.

Ecovacs-App: Die Aufteilung in Zonen ist möglich und bei einem großen Garten mit unterschiedlichen Flächen auch sinnvoll, da man je Zone die optimale Mährichtung einstellen kann.

Lautstärke und Betriebszeiten

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist im normalen Mähbetrieb mit 62 dB(A) angenehm leise – das entspricht in etwa einer normalen Unterhaltung. Man kann sich problemlos im Garten aufhalten, während er arbeitet.

Deutlich anders verhält es sich mit dem integrierten Trimmer: Mit 82 dB(A) erreicht er die Lautstärke eines herkömmlichen Rasentrimmers. Der Geräuschpegel schwankt dabei je nach Situation – leiser bei der Navigation zwischen den Kanten, lauter im dichten Gras und kurzzeitig mit höherer Drehzahl beim Markieren der Schnittlinie. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den regulären Mähbetrieb die Zeiten der 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV): Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb grundsätzlich untersagt. Da § 7 der 32. BImSchV für Graskantenschneider verschärfte Einschränkungen vorsieht, sollte der Trimmer vorsichtshalber nur werktags zwischen 9:00 und 13:00 Uhr sowie zwischen 15:00 und 17:00 Uhr eingesetzt werden.

Sicherheit und Diebstahlschutz

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen PIN-Code, der beim Einschalten oder Verlassen der Mähkarte abgefragt wird. Doch selbst mit Kenntnis der PIN können Diebe mit dem Gerät nichts anfangen: Solange der Roboter mit einem Nutzerkonto verknüpft ist, lässt er sich nicht mit der Ecovacs-App nicht verbinden. Wird das Gerät angehoben, löst es einen Alarm aus. Optional kann ein 4G-Modul mit GPS-Einheit für 150 Euro nachgerüstet werden, das im Lieferumfang nicht enthalten ist und eine Echtzeit-Ortung ermöglicht sowie eine Fernsteuerung außerhalb des heimischen WLAN-Netzes erlaubt.

Die Kombination aus LiDAR, Kamera und ToF-Sensor erkennt selbst kleine Gegenstände zuverlässig, eine hundertprozentige Garantie gibt es dennoch nicht. Zum Schutz nachtaktiver Tiere wie Igel sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein solches Verbot bald bundesweit gelten. In der Ecovacs-App lassen sich entsprechende Tierschutz-Zeiten definieren, die standardmäßig auf 19:00 bis 7:00 Uhr eingestellt sind.

App und Smart-Home-Integration

Die Ecovacs-App ist funktional und übersichtlich gestaltet. Sie bietet zonenbasierte Einstellungen für Mährichtung, Geschwindigkeit, Schnitthöhe und Hindernisvermeidungshöhe. Zeitpläne lassen sich ebenso konfigurieren wie Tierschutz-Zeiten und eine Regenverzögerung von 3 bis 5 Stunden. Die Kartenbearbeitung erlaubt das Teilen und Zusammenführen von Zonen, das Anlegen von Sperrflächen und Verbindungspfaden sowie die gezielte Auswahl der Kanten für den Trimmereinsatz. Darüber hinaus stehen eine manuelle Steuerung und ein Livestream der integrierten Kamera zur Verfügung. Die App ist allerdings nicht für Tablets wie das iPad optimiert – die Darstellung lässt sich lediglich größer zoomen.

Smart-Home-Integration: Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro unterstützt Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant sowie Siri-Kurzbefehle für grundlegende Befehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation. Auch eine Einbindung in Smart Home by Hornbach ist möglich, bietet aber nur rudimentäre Funktionen wie Start und Stopp – selbst das Auslesen von Betriebsdaten wie dem Akkustatus fehlt. Die Community-basierte Home-Assistant-Integration unterstützt derzeit den Goat A3000 LiDAR aus dem Vorjahr, jedoch bislang nicht das aktuelle Pro-Modell. Zudem ist die Integration an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff auf das Gerät ist nicht möglich. Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht.

Mit einem Hochdruckreiniger darf der Ecovacs nicht gereinigt werden. Aber Wasser aus einem normalen Gartenschlauch hält er dank IPX6-Zertifizierung aus.

Wartung und Pflege

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist nach IPX6 zertifiziert und kann mit einem sanften Wasserstrahl gereinigt werden – ein Hochdruckreiniger sollte jedoch nicht zum Einsatz kommen. Die Ladestation ist nach IPX4 geschützt. Vor dem Reinigen oder Umdrehen des Geräts muss die Gummikappe auf die LiDAR-Kuppel gesetzt werden, um den empfindlichen Sensor zu schützen.

Laut Handbuch sollte der LiDAR-Sensor wöchentlich abgewischt werden, Kamera und ToF-Sensor alle ein bis zwei Wochen. Die Messer sind alle vier bis sechs Wochen zu wechseln, Trimmerfaden und -bürste alle vier bis acht Wochen. Ein Ersatzmessersatz mit 18 Klingen kostet 15 Euro, von Drittanbietern gibt es 30 Stück bereits für aktuell rund 16 Euro. Ein Trimmer-Kit mit zwei Fäden und zwei Bürsten schlägt mit 35 Euro zu Buche.

Der Akku ist über eine verschraubte Abdeckung auf der Unterseite zugänglich und grundsätzlich wechselbar. Die Kosten für einen Austausch außerhalb der Garantie sind allerdings nicht verbindlich beziffert – der Support verweist auf autorisierte Servicepartner.

Preis

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro positioniert sich mit rund 2300 Euro im oberen Premiumsegment. Sein größtes Alleinstellungsmerkmal ist der integrierte Trimmer, der allerdings in der aktuellen Softwareversion noch nicht perfekt arbeitet. Gegenüber RTK-Systemen hat er den Vorteil, dass er auch ohne Satellitenempfang zuverlässig navigiert. Gegenüber dem Dreame A3 AWD Pro 3500 fehlt ihm der Allradantrieb für extreme Steigungen und hohe Randsteine, dafür bietet er mit dem Trimmer eine Funktion, die kein anderes Gerät im Testfeld hat. Ecovacs gewährt drei Jahre Garantie.

Für Gärten bis 1.600 m² ohne extreme Steigungen ist der Goat A1600 LiDAR Pro mit rund 1500 Euro die wirtschaftlichere Alternative: Baugleiche Technik, mit identischem Trimmer und Navigationssystem, lediglich der Akku ist kleiner. Wer keine 3.000 m² mähen muss, spart 800 Euro ohne funktionale Einbußen.

Fazit

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist ein mutiger, aber noch nicht vollständig ausgereifter Meilenstein. Die kabellose Dual-LiDAR-Navigation arbeitet hervorragend – vor allem unter Bäumen oder in Hinterhöfen, wo RTK-Systeme regelmäßig scheitern. Die Mähleistung ist mit 155 m²/h gut, das Schnittbild tadellos gleichmäßig. Auch die App überzeugt mit übersichtlicher Bedienung und umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die sich pro Mähzone individuell festlegen lassen.

Der integrierte Tru-Edge-Trimmer ist die eigentliche Innovation dieses Modells. An den Außenkanten des Gartens spart er spürbar Nacharbeit – kein anderes Gerät im Testfeld kommt ohne manuellen Rasentrimmer an ein vergleichbares Ergebnis. Allerdings kämpft der Trimmer mit Abstandsproblemen an Sperrflächen, gelegentlichen Unterbrechungen und einer festen Bauhöhe von 6 cm, die an Randsteinen zum Problem werden kann. Die Technik ist vielversprechend, benötigt aber noch Software-Feinschliff.

Grenzen zeigt der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro bei der Geländetauglichkeit: Die Mindestdurchfahrtsbreite von 90 cm schließt enge Passagen aus, die maximale Hindernishöhe von 4 cm macht hohe Randsteine zur unüberwindbaren Hürde, und bei Steigungen jenseits von 27° gerät der Hinterradantrieb ins Rutschen. Wer einen Mähroboter für Gärten mit Engstellen, hohen Bordsteinkanten oder steilen Hängen sucht, ist mit einem Allrad-Modell wie dem Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht) besser bedient.

Für große, überwiegend offene Gärten mit moderaten Steigungen und dem Wunsch nach möglichst wenig Nacharbeit an den Kanten ist der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro dennoch eine der interessantesten Optionen am Markt. Wenn Ecovacs die Software-Baustellen beim Trimmer und bei der Bahnüberlappung per Update behebt, könnte dieses Gerät sein volles Potenzial entfalten.

Dreame A2 im Test: Mähroboter im Porsche-Look überzeugt mit präziser Navigation

Der Dreame A2 navigiert dank Lidar und Kamera ohne Begrenzungskabel. Wie gut er das macht und wie die Mähleistung ausfällt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Lidar-Navigation mit KI-Kamera und damit unabhängig von Satellitendaten
  • Top-Software mit vielen Einstellmöglichkeiten pro Zone
  • Durchfährt problemlos enge Stellen

NACHTEILE

  • Schnittbreite mit 22 cm nur Durchschnitt
  • Teilweise Durchdrehen der Räder

Der Dreame A2 navigiert dank Lidar und Kamera ohne Begrenzungskabel. Wie gut er das macht und wie die Mähleistung ausfällt, zeigt der Test.

Saugroboter fahren schon seit Jahren mit Lidar (Light Detection and Ranging) zentimetergenau durch den Haushalt, Haushaltshelfer mit Laserturm haben sich längst gegen Kamerasysteme durchgesetzt. Bei Mährobotern ist das anders. Aktuelle Modelle, die ohne Begrenzungsdraht auskommen, verwenden überwiegend entweder Kameras und/oder RTK (Real Time Kinetics) mit GPS (Global Positioning System) zur Orientierung. Doch die Satellitennavigation hat ihre Tücken. Begrenzen hohe Gebäude die Rasenfläche, kann es wie im Fall des Ecovacs Goat A1600 RTK (Bestenliste) passieren, dass nicht genügend Satellitendaten empfangen werden. Im schlimmsten Fall fährt der Mähroboter erst gar nicht los. Auch kann der Empfang bei um Gebäude verlaufenden Rasenflächen gestört werden. Lidar-gestützte Mähroboter wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Bestenliste) kommen ohne Satellitendaten aus. Das prädestiniert sie für den Einsatz in SAT-feindlicher Umgebung. Dreame hatte bereits 2024 mit dem A1 (Bestenliste) einen Mähroboter mit Lidar im Programm. Der A2 setzt ebenfalls auf diese Technik und hat zudem eine Kamera an Bord und mäht nun bis zu 3000 m² statt 2000 m² beim A1. Außerdem hat Dreame ein 4G-Modul integriert, das ab Inbetriebnahme drei Jahre kostenlosen Empfang ermöglicht. Damit hat man im Garten auch ohne WLAN Zugriff auf den Mähroboter inklusive Kamera. Die Schnittbreite beträgt wie beim Vorgängermodell 22 cm, allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Der A2 bietet ein bewegliches Schneidesystem, das bis auf 5 cm zum Gehäuserand ausgefahren werden kann. Mit dieser Ausstattung konkurriert der Dreame A2, der derzeit bei Amazon zum Bestpreis für 1567 Euro erhältlich ist (Normalpreis: 2500 Euro, Garage: 149 Euro), mit dem Ecovacs Goat A3000 Lidar, der 3000 Euro kostet.

Was der Dreame A2 ansonsten noch zu bieten hat und wie er sich in der Praxis in Bezug auf Navigation, Mähleistung und Kantenmähen schlägt, zeigt unser Test.

Dreame A2

Design

Mit dem A1 hat Dreame bereits einen sehr schönen Mähroboter vorgestellt. Doch der A2 sieht tatsächlich noch besser aus. Das lange, flache Chassis mit glänzendem Finish in Silber gleicht auf den ersten Blick dem des Vorgängers, bietet aber an der oberen Abdeckung an der Front eine umlaufende, leicht zurückgesetzte LED-Beleuchtung, die von einer Silber-schwarz lackierten wenige Zentimeter großen Fläche reflektiert wird. Während so gut wie alle anderen Hersteller auf widerstandsfähigen, matten Kunststoff setzen, verpasst Dreame seinem Modell eine Oberfläche wie ein Luxusauto. Vor allem das Heck erinnert an das Design eines weltbekannten Sportwagenhersteller aus Stuttgart. Finish und langgestrecktes Chassis lassen den Roboter mit dem kleinen „Knopf“ vorn, bei dem es sich um das Lidar-System handelt, hochwertig erscheinen.

Dreame A2: Top-Technik schön verpackt.

Der Rest ist hingegen Standard: Es gibt zwei nur teilweise verdeckte, große Antriebsräder mit Stollen und vorne zwei ungelenkte Stützräder. Die große Stopp-Taste im hinteren Bereich der Oberseite unterbricht nicht nur sofort den Mähvorgang, sondern öffnet gleichzeitig auch die obere Abdeckung, unter der ein kleines Display sowie ein dreh- und drückbarer Bedienknopf und Folientasten zur weiteren Steuerung untergebracht sind. Das erinnert an den Worx Vision (Testbericht), nur dass diese Elemente dort nicht unter einer Abdeckung verborgen sind. Die Unterseite des A2 bietet mit drei per Schnellverschluss ohne Werkzeug wechselbaren Klingen ein weiteres kleines Highlight des rund 16 kg schweren Geräts. Zudem darf der Dreame-Mäher dank IPx6-Zertifizierung auch auf der Unterseite mit einem Gartenschlauch abgespritzt werden – das ist bei vielen Wettbewerbern anders.

Wie gut ist die App des Dreame A2?

Zur Steuerung des Dreame A2 kommt die bewährte Dreamehome-App zum Einsatz. Dort scannt der Nutzer mit seinem Smartphone wie gewohnt den QR-Code, der unter der Bedienfeldabdeckung positioniert ist, und folgt den weiteren Anweisungen. Das klappt genauso einfach wie bei den Saugrobotern des Herstellers. Im Laufe der Einrichtung wird nach der Bluetooth-Verbindung auch eine WLAN-Verbindung hergestellt, über die der Roboter später auch aus der Ferne gesteuert werden kann. Fährt der A2 aus dem Empfangsbereich des WLANs, sorgt das integrierte 4G-Modul für eine Verbindung.

Mittig ist die Mähkarte positioniert, darüber Auswahlbuttons für die Mähart („Gesamtes Gebiet“, „Begrenzung“, „Zone“), Zeitpläne (unterteilt nach Frühling/Sommer und Herbst/Winter), Karte, Einstellungen und Sperrung der Bedienung am Mäher. Darüber befindet sich eine weitere Reihe mit Anzeigen für Bluetooth, WLAN und 4G, außerdem werden hier die Gesamtgröße aller Zonen und die Akkuladung des Roboters angezeigt. Ganz oben rechts gibt es über das typische Dreipunkt-Menü Zugriff auf weitere Optionen wie Aktivitätenprotokolle, Regen- und Frostschutz, Roboterstimme und einiges mehr.

Im Kartenmenü zeigt sich die Erfahrung des Herstellers mit Saugrobotern. Hier gibt es zahllose Features zum Anlegen von Zonen, Verbotszonen und Pfaden. So viel gibt es bei der Konkurrenz meist nicht. So dürfen No-Go-Zonen nicht nur wie gewohnt mit dem Roboter abgefahren, sondern wahlweise auch in der App eingezeichnet werden, wobei Nutzer Linien, Rechtecke oder Kreise verwenden können. Pfade verbinden Zonen untereinander oder die Ladestation mit einer Zone – sie darf also auch außerhalb stehen. Die Schnitthöhe darf der Nutzer pro Zone oder global zwischen 30 und 70 mm wählen, die Ausrichtung der Mähbahnen frei bestimmen.

3D-Karte: So sieht der Dreame A2 unsere Rasenflächen.

Besonders hervorzuheben ist, dass man eine Zone nicht nur hinsichtlich der Mähgeschwindigkeit und -höhe, sowie Hinderniserkennung konfigurieren kann, sondern, anders als etwa bei Ecovacs, auch die Mährichtung und das Muster (Kreuz- oder Schachbrettmuster) einstellen kann. Zudem unterscheidet die Hinderniserkennung nicht nur hinsichtlich der Größe, sondern auch zwischen Menschen, Tieren und Objekten. All dies lässt sich pro Zone und nicht nur generell festlegen – ausgezeichnet.

Schick ist auch die 3D-Darstellung dessen, was der Roboter sieht. In einem Punktraster findet der Nutzer hier eine erstaunlich detaillierte Karte der Umgebung vor, auf der Gegenstände, Pflanzen, Bäume, Autos und wegen der großen Reichweite des Lidar-Systems auch schon mal Teile vom Nachbarhaus schematisch angezeigt werden. Der „Laser“ des A2 kommt nämlich bis zu 75 Meter weit und in einem Winkel von bis zu 59 Grad hoch. Die Karte ist flüssig zoom-, dreh- und bewegbar.

Im Standard-Modus fährt der A2 überlappende Bahnen und lässt nichts aus, er mäht hier bis zu 120 m² pro Stunde. Im Effizienzmodus sinken Genauigkeit und Hinderniserkennung, dafür steigt die Mähleistung auf bis zu 200 m²/h. Einer der wichtigsten Punkte dürfte die Hinderniserkennung sein. Hier darf der Nutzer bestimmen, ob der Roboter generell berührungslos fahren soll und wie groß Hindernisse sein müssen, um erkannt werden zu können. Die App unterscheidet dabei zwischen ab 5, 10, 15 und 20 Zentimeter Höhe. Je unebener oder höher der Rasen ist, desto häufiger werden mit abnehmender Höhe der zu erkennenden Objekte allerdings Fehlerkennungen. So kann es passieren, dass der Roboter einzelne Grasbüschel nicht mehr mäht oder in die Zone hängende Zweige und Blätter dafür sorgen, dass er darum herum statt darunter herfährt.

Der Dreame A2 bietet eine 1080P-Kamera, die auch Menschen erkennt und eine entsprechende Benachrichtigung verschickt.

Wie lernt der Dreame A2 die Mähzonen?

Die Einrichtung der einzelnen Mähzonen klappt dank der guten Erklärungen und des überwiegend einfachen Aufbaus der App kinderleicht und letztlich wie beim Großteil der Konkurrenz. Der Nutzer muss dafür beim Anlernen den A2 wie ein RC-Auto mit dem Smartphone steuern und die Grenzen abfahren – fertig. Neu ist beim A2 die Möglichkeit der automatischen Kartierung. Allerdings funktioniert das im Test in unserem Garten mit direkt an den Rasen grenzenden Beeten und Bepflanzungen ohne Randsteine nicht so gut. Daher raten wir bei Rasenflächen ohne klare Abgrenzung zur manuellen Kartenerstellung. Damit fährt man besser, weil diese Karte einfach präziser ist.

Vorsicht ist wie immer bei Kanten geboten, die die Rasenfläche von einem etwas tiefer liegenden Weg abgrenzen. Hier sollte man ein wenig Abstand halten und nicht auf Kante kartieren. Denn ansonsten kann es wie im Test passieren, dass der A2 über diese hinausfährt und hängenbleibt. Dadurch besteht außerdem die Gefahr, dass sich die Klingen stumpf schleifen und die bewegliche Mähscheibe beschädigt wird. In einem solchen Fall schaltet der A2 sich zwar ab, doch die Vermeidung solcher Vorfälle ist immer besser.

Toll ist auch die Möglichkeit, dass man die Rasenfläche auch nach der Kartierung in mehrere Zonen einteilen kann. Und zwar ohne, dass man diese Trennlinie mit dem A2 abfahren muss. Stattdessen ermöglicht das die App, indem man einfach eine Linie einzeichnet.

Dreame A2: Die Zonenverwaltung sucht ihresgleichen. Nach der Kartierung kann man die Rasenfläche bequem per App in mehrere Zonen aufteilen und diese umfassend konfigurieren. So kann man etwa unterschiedliche Mährichtungen und -muster einstellen und auch die Mähgeschwindigkeit und -höhe sowie die Hinderniserkennung lokalen Begebenheiten anpassen.

Wie navigiert der Dreame A2 im Alltag?

Wir haben uns wie immer nicht an die Vorgaben gehalten, sondern ohne Blick ins Handbuch losgelegt – und sind grundsätzlich nicht enttäuscht worden. Zwar bezahlte unser Testgerät des Dreame A2 schon nach kurzer Zeit mit einer hässlichen Schramme von der unsachgemäßen Installation, die er sich an einer Wand zugezogen hatte. Das als Bumper konzipierte Chassis sorgt aber in solchen Ausnahmen dafür, dass der Roboter problemlos weiter mäht. Hier rächt sich dann allerdings das schicke Hochglanz-Chassis des „Silberpfeils“.

Dreame A2: An dieser Engstelle scheiterten bislang alle RTK-basierten Mähroboter. Die Lidar-basierten Modelle wie den Dreame A2 oder den Ecovacs A3000 passieren das enge Verbindungsstück problemlos.

Davon abgesehen schlug sich der A2 bei der grundsätzlichen Navigation aber sehr gut, auch wenn es im Detail noch etwas Anpassungsbedarf gibt. So findet sich der Mähroboter stets sehr gut zurecht und navigiert daher auch in Umgebungen, in denen RTK/GPS-basierte Modelle längst aufgeben. Wir haben ihn etwa dem Härtetest rechts neben dem Haus unterzogen, wo selbst die besten GPS-Mäher wie Mammotion Luba (Testbericht) und Stiga A1500 (Testbericht) immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatten. Außerdem haben wir zwei Zonen per Pfad zwischen zwei Gebäudeteilen hindurch verbunden. Spätestens hier hätte sich jeder GPS-Mäher geweigert und die Arbeit eingestellt. Nicht so der A2, der nach dem ersten Anlernen fortan stoisch dem einmal angeeigneten Weg folgte und auch die beiden Problemzonen ohne Einschränkung mähte. Auch hat er eine Engstelle wie der Ecovacs A3000 Lidar gemeistert, an der etwa der Mammotion Luba Mini nicht vorbeikam.

Es wurde bereits angedeutet: Ganz rund läuft trotzdem nicht alles beim A2. Zwar passt für uns die grundsätzliche Navigation schon sehr gut und auch die Genauigkeit, die der Hersteller mit bis zu 1 cm angibt, scheint meist erreicht zu werden. Gerade in Verbindung mit der anpassbaren Hinderniserkennung, die im Abschnitt „App“ beschrieben wurde, mäht der Roboter nach der Fläche dann auch direkt an der Begrenzung – und das bei entsprechender Einstellung auch unter Büschen. Bei GPS-Mähern steigt hier die Abweichung, Kamera-Mäher wollen sich erst gar nicht in die Büsche schlagen.

Auffällig ist allerdings, dass der A2 – egal ob manuell per Fernbedienung gesteuert oder automatisch fahrend – immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde abrupt stehenbleibt und dann direkt ohne Richtungswechsel weiterfährt. Das hatte im Test auch der sehr gute Segway Navimow (Testbericht) gemacht. Außerdem wirkt er – vor allem bei aktivierter Hinderniserkennung – bisweilen recht unstrukturiert. Dann wird mal hier, mal dorthin gedreht, ein Bogen gefahren oder sonst wie versucht, mit dem Störfaktor klarzukommen. Das funktionierte letztlich immer, wirkt aber noch sehr chaotisch und kostet Zeit. Denn gemäht wird bei solchen Kapriolen auch nicht, wohl aus Sicherheitsgründen.

Wie gut mäht der Dreame A2?

Dank der systematischen (und in der Ausrichtung frei wählbaren) Bahnennavigation schafft der Dreame A2 pro Tag etwa 1000 m² Rasenfläche. Die versprochenen 3000 m² beziehen sich also auf 2 Tage – oder der Nutzer stellt die Mäeffizienz in der App von „Standard“ auf „Effizient“ um. Die angegebenen Rasenflächen erreicht er wie die Konkurrenz, indem er mäht, anschließend zur Ladestation zurückkehrt, lädt und nach rund einer Stunde wieder seine Arbeit fortsetzt. Das Schnittbild gibt keinen Anlass zur Kritik.

Dreame A2: Der Abstand zwischen Gehäuserand und Mähteller beträgt wie bei den Ecovacs-Modellen A3000 Lidar und A1600 RTK nur 5 cm. Entsprechend wenig muss man mit einem Trimmer an Kanten mit fester Begrenzung nacharbeiten.

Wird es enger und der A2 muss viel rangieren, macht sich das langgezogene Chassis negativ bemerkbar. Gerade dann, wenn der Rasen eher holperig ist und nicht einem englischen Wimbledon-Grün entspricht, bleibt der Mäher bei Wendemanövern immer wieder kurz mit den vorderen, ungelenkten Rädern hängen. Das führt dann immer wieder kurzzeitig zu durchdrehenden Rädern, denn die Kraft, die der Bot benötigt, um den langen Vorbau herumzuschwenken, ist einfach höher als bei einem kompakten Modell. Das macht sich auch an Hängen bemerkbar. Muss er sie nur gerade hinauf oder hinunterfahren, gibt es bis zur Herstellerangabe von 45 Prozent oder 24 Grad keine Probleme. Soll am Hang gewendet werden, rutscht der Roboter aber immer wieder ab. Das machen Stiga und Mammotion besser.

Der Dreame A2 bietet ein bewegliches Klingensystem mit einer Schnittbreite und drei Klingen, das am Rand nur 5 cm ungemäht lässt. Im Lieferumfang befinden sich zudem 81 Ersatzklingen. Somit kann man die Klingen, die nach 100 Stunden Betriebszeit ausgetauscht werden sollen, 27x wechseln.

Preise: Was kostet der Dreame A2?

Die UVP für den Dreame A2 für Rasenflächen bis 3000 m² beläuft sich auf 2500 Euro, eine andere Farbe als Silber gibt es nicht. Aktuell gibt es den Lidar-Mähroboter für 1899 Euro. Zuletzt war er auch schon für 1579 Euro im Angebot.

Im Lieferumfang sind nicht nur sämtliche Werkzeuge für die Befestigung der Ladestation enthalten, sondern auch 81 Ersatzklingen.

Wer auf die Kamera verzichten kann, erhält mit dem Dreame A1 Pro für Rasenflächen bis 2000 m², einer etwas verbesserten Version des 2024 vorgestellten A1 (Testbericht), einen Lidar-basierten Mähroboter für 899 Euro. Ist die zu mähende Rasenfläche kleiner als 1000 m², kommt auch der Dreame Mova 1000 für 699 Euro infrage.

Dreame A2: Gibt es eine Integration für Home Assistant?

Es gibt eine Community-Integration für Home Assistant für Mähroboter von Dreame. Die Einbindung in Home Assistant erfolgt über die Dreame-Cloud. Der Dreame A2 wird inzwischen ebenfalls unterstützt. Neben der Steuerung des Mähroboters kann man sich über die Integration Benachrichtigungen über bestimmte Betriebszustände wie den Ladestand des Akkus schicken lassen, was etwa mit der App nicht möglich ist.

Dreame A2: Cloud-basierte Community-Integration für Home Assistant

Fazit

Der Dreame A2 bietet mit Lidar-Navigation und KI-Kamera das Beste, was die Technik für Mähroboter in puncto Navigation und Hinderniserkennung derzeit hergibt. Allerdings ist das noch immer nicht perfekt. Im Test in unserem anspruchsvollen Parcours ist der Dreame A2 wie jeder andere von uns getestete Mähroboter über den befestigten Rasenrand auf einen tieferliegenden Weg gefahren und hing dort fest. Allerdings ist das weniger häufig vorgekommen als bei den RTK-basierten Modellen. In einem solchen Fall lässt man bei der Kartierung besser einen kleinen Abstand zur Kante, dann passiert das nicht, muss aber später mit einem Trimmer mehr nacharbeiten.

Insgesamt haben uns die Leistungen des Dreame A2 nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert. Wie der Ecovacs bewältigt er auch Engstellen von weniger als 1 Meter Breite bravourös und bietet in puncto Zonenkonfiguration die meisten Einstellungen. Allerdings gibt es mit dem Blick auf die Konkurrenz auch einige Kritikpunkte. Die Schnittbreite von 22 cm ist für ein Top-Modell nur durchschnittlich. Hier haben die Ecovacs-Varianten A1600 RTK und A3000 Lidar mit 32 cm und die Mammotion-Luba-Modelle mit 40 cm deutlich mehr zu bieten. Dadurch verlängert sich die Mähzeit des Dreame A2 erheblich. Was in kleinen und mittleren Gärten kaum eine Rolle spielt, kann in größeren Gärten schnell zum Problem werden – und dafür ist der A2 mit einer maximal möglichen Mähfläche von 3000 m² ausgelegt. Vor allem bei wechselhaftem Wetter, wie das hierzulande leider häufig der Fall ist. Für derart große Gärten empfehlen wir daher eher den Ecovacs Goat A3000 Lidar oder Mammotion Luba 2 AWD. Für kleinere und mittlere Gärten ist hingegen der Dreame A2 klar unsere Nummer 1. Mehr Technik und Einstellungsmöglichkeiten bietet derzeit kein anderer von uns bislang getesteter Mähroboter. Mit einem Preis von derzeit knapp 1899 Euro ist der A2 allerdings kein Schnäppchen. Das sind Sportwagen aus Stuttgart aber auch nicht.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 15.5.2025
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum
Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Test: Der erste Mähroboter mit Lidar und RTK

Der Mammotion Luba Mini AWD Lidar vereint als erster Mähroboter die Navigationstechniken Lidar und RTK. Muss man das haben? Unser Testbericht klärt auf.

VORTEILE

  • Lidar- und RTK-Navigation
  • bewältigt Engstellen unter 1 Meter Breite
  • kompatibel mit Home Assistant

NACHTEILE

  • geringere Mähfläche als reine RTK-Variante aufgrund höherem Energieverbrauch der Lidar-Einheit
  • lässt an Kanten mit fester Begrenzung mindestens 12 cm bauartbedingt ungemäht
  • Schnittbreite nur 20 cm

Der Mammotion Luba Mini AWD Lidar vereint als erster Mähroboter die Navigationstechniken Lidar und RTK. Muss man das haben? Unser Testbericht klärt auf.

Bislang setzt Mammotion bei seinen Geräten größtenteils auf das bei Mährobotern ohne Begrenzungsdraht weitverbreitete Real-Time-Kinematic-Positioning, kurz RTK-Technik. Das erfordert allerdings eine RTK-Antenne, die fix im Garten unter freiem Himmel positioniert wird, sowie eine RTK-Empfangseinheit im Roboter selbst.

Mit dem iNavi-Dienst bietet Mammotion zusätzlich einen Service, der ohne feste RTK-Antenne im Garten eine zentimetergenaue Navigation erlaubt. Dazu muss der Roboter aber mit dem Internet verbunden sein, und zwar an jedem Punkt der Rasenfläche. Da die WLAN-Abdeckung meist nicht den gesamten Garten abdeckt, sind Mammotion-Roboter mit 4G-Funk ausgerüstet. Der Dienst ist im Jahr des Kaufs kostenlos und kann für 12 Monate für knapp 50 Euro verlängert werden.

Doch die RTK-Technik hat ihre Grenzen. In unserem Testgarten gibt es eine Engstelle mit einer Breite von weniger als einem Meter, und die ist auch noch beidseitig von dreistöckigen Gebäuden umgeben. Somit ist der RTK-Empfang an dieser Stelle nicht besonders gut, mit der Folge, dass bislang sämtliche RTK-Mähroboter die Engstelle nicht gemeistert haben. Lediglich die auf Lidar-Navigation (Light Imaging, Detection and Ranging) basierenden Modelle Ecovacs Goat A3000 Lidar und Dreame A2 konnten diese Engstelle fehlerfrei passieren.

Die Lidar-Navigation bietet gegenüber der RTK-Technik also klare Vorteile. Sie hat aber auch Nachteile: Da die Reichweite der Laserabtastung begrenzt ist und sie Objekte zur Entfernungsbestimmung benötigt, taugt sie als Navigation bei großen offenen Flächen nur wenig. In großen Gärten, Parks et cetera sind RTK-Mähroboter die bessere Wahl. Hier fehlen der Lidar-Technik Objekte, die Laserstrahlen zurückwerfen, anhand deren Dauer sie die Position bestimmen kann.

Mit dem Mammotion Luba Mini AWD Lidar muss man sich über Stärken und Schwächen der Lidar- und RTK-Technik und darüber, ob sie für den eigenen Garten geeignet ist oder nicht, keine Gedanken mehr machen: Denn der Luba Mini AWD Lidar bietet neben einem modernen Festkörper-Lidar, das auch beim autonomen Fahren von Pkws zum Einsatz kommt, zusätzlich eine RTK-Empfangseinheit und kann in Verbindung mit einer RTK-Antenne oder mit dem iNavi-Dienst per RTK navigieren. Mammotion nennt die Navigationstechnik, bestehend aus Lidar, RTK und Kamera, Trifusion.

Wie gut sich der Lidar-RTK-Mähroboter in der Praxis bewährt, zeigt der folgende Testbericht.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar: Unterschiede zum RTK-Modell

Der Mammotion Luba Mini AWD Lidar ist bis auf das Lidar-Modul, das außerdem noch eine Kamera bietet, baugleich zum Luba Mini AWD 1500 (Testbericht). Allerdings gibt es auch einige Unterschiede. Aufgrund des höheren Strombedarfs des verbauten Festkörper-Lidars schafft der Luba Mini AWD nur eine Mähfläche von 250 m², während die RTK-Variante mit gleicher Akkukapazität von 6,1 Ah 350 m² schafft.

Auch ist die maximale Mähfläche mit 1500 m² niedriger als beim reinen RTK-Modell mit 1800 m². Dafür lädt das Lidar-Modell den Akku von 0 auf 100 Prozent innerhalb von 150 Minuten, während die RTK-Variante 200 Minuten benötigt. Auch ist das Lidar-Modell mit 16,5 kg 1,5 kg schwerer als sein RTK-Pendant. Während Länge und Breite mit 58,4 cm und 43,0 cm bei beiden Modellen identisch sind, unterscheiden sie sich in der Höhe. Hier kommt das RTK-Modell auf 28,2 cm, während die Lidar-Variante eine Höhe von 30,7 cm aufweist.

Lieferumfang und Aufbau

Bis auf die fehlende RTK-Antenne ist der Lieferumfang identisch mit dem RTK-Modell. Mitgeliefert werden eine Ladestation inklusive Netzteil sowie ein Werkzeug zur Montage des Lidar-Moduls, das außerdem noch eine Kamera integriert. Die Ladestation benötigt eine ebene Fläche und wird wie bisher mit den mitgelieferten Plastikschrauben im Rasenboden befestigt.

Inbetriebnahme mit Mammotion-App

Gesteuert wird der Mammotion Luba Mini AWD Lidar mit der App des Herstellers, für die eine Registrierung erforderlich ist. Die Inbetriebnahme ist einfach und schnell erledigt. Einzelheiten dazu, bietet das Benutzerhandbuch, das auch in Deutsch, aber nur als PDF vorliegt.

Da Mammotion häufig die Firmware aktualisiert, dürfte nach der ersten Inbetriebnahme ein solches Update für die Installation bereitstehen. Das kann je nach Verbindungsgeschwindigkeit und Update-Größe unterschiedlich lange dauern. Mit einem guten WLAN-Empfang ist es nach wenigen Minuten erledigt, bei schlechteren Bedingungen dauert es bei uns im Test auch mal 30 Minuten.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar: Schematische Kartendarstellung nach Kartierung (oben) und 3D-Map auf Basis der Lidar-Einheit.

Wie erfolgt die Kartierung und was gilt es zu beachten?

Nach der Inbetriebnahme folgt die Kartierung. Anders als die RTK-Version dreht sich die Lidar-Variante vor der Kartierung zur Positionierung einmal um die eigene Achse. Hierfür muss entsprechender Platz vorhanden sein, sonst stoppt der Kartierungsvorgang. Wie üblich ist eine genaue Kartierung essenziell für den Erfolg der späteren Vorgänge. Daher gilt es, so exakt wie möglich den Mähroboter um die Grenzen der Rasenfläche zu navigieren. Mammotion wie auch viele andere Hersteller bieten zudem die Möglichkeit einer automatischen Kartierung. Doch die ist in Gärten mit offenen Übergängen zu Beeten respektive abfallenden Randsteinen meistens zu ungenau, sodass man eine manuelle Kartierung vorziehen sollte. Damit das möglichst exakt erfolgt, setzen wir die Geschwindigkeit bei der Kartierung auf 0,4 m/s herab. Damit gelingt eine präzise Steuerung mithilfe der zwei Cursor für vor und zurück sowie links und rechts.

Luba Mini AWD Lidar: Die automatische Kartierung empfiehlt Mammotion nur für Rasenflächen mit einer klaren Umgrenzung. Wir raten wegen der höheren Genauigkeit grundsätzlich zur manuellen Kartierung.

Wird die Rasenfläche von Randsteinen begrenzt, die eben zur Mähfläche verlaufen, aber ein tiefer gelegener Weg angrenzt, sollte man bei der Kartierung etwas Abstand zu den Randsteinen lassen. Damit gibt man dem Luba Mini AWD Lidar etwas mehr Raum für nötige Richtungsänderungen, ohne dass das Gehäuse beschädigt wird. Zudem verhindert man, dass der Mähroboter über die Kante hinausfährt, an dieser hängenbleibt und das Mähwerk in Mitleidenschaft gezogen wird. Letztlich gilt das aber für alle anderen von uns bislang getesteten Mähroboter, die allesamt an dieser Kante in unserem Testgarten kapitulieren. Hier ändert auch das Lidar-System wenig.

Bietet die Rasenfläche einen ebenen Übergang zu etwa einem gepflasterten Weg, sollte man überlappend kartieren. Dafür steuert man den Mähroboter so, dass er je zur Hälfte auf dem Rasen und dem Weg fährt.

Da der Mammotion Luba Mini AWD Lidar keine spätere Aufteilung der Rasenfläche in Zonen erlaubt, sollte man entsprechend einen Bereich nach dem anderen kartieren. So kann man später beim Mähen unterschiedliche Einstellungen je nach Zone vornehmen, etwa Mährichtung, Schnittbahnenmodus, Bahnabstand, Mähgeschwindigkeit und Schnitthöhe.

Gibt es im Garten Rasenflächen, die nicht miteinander verbunden sind, muss man außerdem noch einen Kanal zu diesen kartieren. Auf diesen Umstand weist die App hin.

Wie exakt navigiert der Mammotion Luba Mini AWD Lidar?

Wie nicht anders zu erwarten war, meistert der neue Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Test unseren schmalen Verbindungsweg zwischen zwei Rasenzonen, die kaum breiter als der Mähroboter ist. Allerdings gelingt ihm das nur, wenn die Hinderniserkennung ausgeschaltet ist. Obendrein mussten wir den Kanal mehrmals anlegen, bis er schließlich vom Mammotion befahren werden konnte. Im ersten Versuch hatten wir zu nah an den Randsteinen kartiert, was sich bei der Rückfahrt des Mammotion als Problem herausstellte und er hängen geblieben ist. Beim zweiten Versuch verlief der Kanal zu nahe an der angrenzenden Hecke, in der sich der Luba Mini festgefahren hat. Erst im dritten Anlauf, bei dem wir sowohl zur Hecke als auch zum Randstein wenige Zentimeter Abstand gelassen haben, war es perfekt. Wie im Video zu sehen ist, gelingen dem Mammotion Luba Mini AWD Lidar nun An- und Abfahrtsweg.

Bislang haben diese Engstelle nur die ebenfalls mit Lidar ausgestatteten Ecovacs Goat A3000 Lidar und Dreame A2 gemeistert, während die von uns getesteten RTK-basierten Varianten bislang daran gescheitert sind.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Einsatz

Wie gut mäht der Mammotion Luba Mini AWD Lidar?

Beim Mähen navigiert der Mammotion Luba Mini AWD Lidar sehr präzise. Er fährt gerade Bahnen und am Schnittbild gibt es nichts auszusetzen. Darin unterscheidet er sich nicht von der RTK-Variante. An die Kanten fährt er aber etwas exakter. Dennoch bleibt bauartbedingt ein Rand von etwa 12 cm ungemäht, wenn der Rasen von einer festen Begrenzung wie Mauern oder Randsteinen umgeben ist. So breit ist der Abstand zwischen Mähwerk und Gehäuserand. Diesbezüglich bieten die Ecovacs-Modelle A3000 Lidar, A1600 RTK und der Dreame A2 mit nur 5 cm zwischen Schnittsystem und Gehäuse klare Vorteile.

Die Schnelligkeit beim Mähen ist von vielen Faktoren abhängig, wie der Mähgeschwindigkeit, die man zwischen 0,2 m/s und 0,6 m/s einstellen kann. Auch der Bahnabstand (8 cm bis 12 cm) sowie der Schnittbahnmodus wie Zickzackkurs oder Schachbrettmuster haben darauf einen Einfluss. Im schnellsten Modus schafft der Mammotion Luba Mini AWD Lidar mit einer Schnittbreite von 20 cm, einem Mähtempo von 0,6 m/s, einem Bahnabstand von 12 cm und einem optimalen Schnittbahnwinkel eine ebene Fläche von 181 m² in 93 Minuten. Zum Vergleich: Der Ecovacs Goat A1600 RTK bietet eine Schnittbreite von 33 cm und mäht eine ebene Fläche von 242 m² in nur 74 Minuten.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar mäht problemlos auch unter Büschen.

Wie aktiviert man die RTK-Navigation?

Für große und offene Gärten empfiehlt es sich, den RTK-Modus zu aktivieren. In unserem Testgarten war dies nicht nötig, da die Reichweite der Lidar-Einheit von 30 Metern nicht an ihre Grenzen kam. Mit der aktuellen Firmware 1.14.6.311 aktiviert man den RTK-Dienst, indem man auf der Startseite in der App auf POS tippt. Anschließend klickt man am unteren Rand auf die Schaltfläche „RTK-Dienst aktivieren“. Im Test hat das bei uns zunächst nicht funktioniert. Erst mit „Erzwungene Umschaltung“ hat sich der RTK-Dienst aktiviert. Da wir keine RTK-Antenne installiert haben, nutzen wir für den Mammotion-Dienst iNavi, der Satellitendaten über das Internet bereitstellt und mit den Daten der lokalen RTK-Empfangseinheit im Mähroboter abgleicht. Außerdem nutzen wir als Verbindungsmethode das im Roboter integrierte 4G-Modul, da unser WLAN nicht den gesamten Garten abdeckt.

In der Standardauslieferung steht beim Luba Mini AWD Lidar nur die Lidar-Navigation (links) zur Verfügung, was für die meisten Gärten vollkommen ausreichend ist. Wer aber über einen großen Garten mit offenen Flächen verfügt und die Lidar-Reichweite von 30 Metern nicht ausreicht, kann zusätzlich die RTK-Navigation aktivieren (rechts). Anschließend sollte man allerdings neu kartieren.

Luba Mini AWD Lidar: Gibt es eine Integration für Home Assistant?

Mit einer Community-Integration ist es möglich, die Mammotion-Mähroboter über Home Assistant zu steuern. Das gilt auch für den Luba Mini AWD Lidar. Nützlich ist etwa die Möglichkeit, sich über bestimmte Betriebszustände wie die aktuelle Akkukapazität schicken zu lassen, die die App nicht bietet.

Luba Mini AWD Lidar: Dank einer Community-Integration lässt sich der Mammotion-Mähroboter auch mit Home Assistant steuern.

Wie zuverlässig funktioniert die Hinderniserkennung?

Die Hinderniserkennung funktioniert im Test bei mittleren und größeren Objekten einwandfrei. Der Mammotion umkurvt diese großräumig, sodass es zu keinen Zusammenstößen kommt. Kleinere Bälle erkennt der Luba Mini AWD Lidar hingegen häufiger nicht.

Die Hinderniserkennung sollte man grundsätzlich mit Bedacht einsetzen, denn sie offenbart beim Mähen auch Nachteile. Wenn etwa Äste von Pflanzen in die Rasenfläche reichen und man möchte, dass der Mähroboter unter diesen auch mäht, sollte man die Hinderniserkennung ausschalten. Denn ansonsten umfährt er diesen Bereich. Außerdem bietet der Luba 2 Mini AWD Lidar eine vordere Stoßstange mit Sensoren, die erkennen, wenn er gegen ein Objekt fährt, und dann den Mähvorgang stoppen.

Preis: Was kostet der Luba Mini AWD Lidar?

Während der Luba Mini AWD 1500 regulär knapp 2000 Euro kostet, verlangt Mammotion für den Luba Mini AWD Lidar zum Marktstart knapp 2300 Euro. Inzwischen hat Mammotion den Preis auf 1399 Euro gesenkt. Mit dem Code MAMMOTIONDE50 ist die Lidar-Variante zum Tiefstpreis für 1349 Euro erhältlich.

Fazit

Mit dem Luba Mini AWD Lidar liefert Mammotion einen Mähroboter, der primär in Gärten mit engen Übergängen seine Stärke gegenüber der RTK-Version ausspielen kann. Während diese wie alle anderen RTK-Mähroboter die Engstelle in unserem Garten nicht passieren, meistert der Luba Mini AWD diese genauso wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und der Dreame A2 (Testbericht), die ebenfalls die Lidar-Technik einsetzen. In puncto Kantenschnitt muss er sich diesen allerdings geschlagen geben: Bauartbedingt lässt der Luba Mini AWD Lidar mit 11 cm mehr am Rand ungemäht als der Ecovacs und der Dreame, deren Messer vom Gehäuserand nur 5 cm entfernt sind.

Gegenüber dem Mitbewerb zeichnet sich der Luba Mini AWD Lidar noch durch seinen Allrad-Antrieb aus. Damit bewältigt er Steigungen von bis zu 38° und überflügelt die Lidar-Konkurrenz mit 27° deutlich. Steile Geländeabschnitte sollte man mit dem Mammotion aber nur bei absoluter Trockenheit mähen lassen, andernfalls schädigt er den Rasen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die RTK-Navigation zu nutzen, was bei großen Gärten, bei denen die Lidar-Reichweite nicht ausreicht, von Vorteil ist. Die Kombination aus RTK und Lidar bietet bislang kein anderer Mähroboter. Insgesamt ist der Mammotion Luba Mini AWD Lidar besonders empfehlenswert für Gärten mit engen Verbindungsstellen und steilen Rasenflächen. Und durch die RTK-Option eignet er sich auch für große und offene Gärten.

Navigation Lidar, Kamera Lidar, Kamera Lidar, Kamera, RTK
Max. Mähfläche bis 3000m² bis 3000m² bis 1500m²
Schnittbreite 22 cm 33 cm 20 cm
Abstand Messer/Gehäuse 5 cm 5 cm 12 cm
Maximale Steigung 26,5° 27° 38°
Abmessungen (BxHxT) 444x273x666mm 460x340x680mm 430x307x584
Gewicht 16,3 kg 16,4 kg 16,5 kg
LTE Ja, 3 Jahre kostenlos optional Ja, 1 Jahr kostenlos
Preis 2499 Euro 2999 Euro 2299 Euro
Aktueller Preis 1699 Euro 2299 Euro 2299 Euro
Bislang niedrigster Preis 1699 Euro 1599 Euro 2299 Euro

Veröffentlichung: 5.9.2025

Preisupdate: siehe Artikel-Datum

Segway Navimow X3 im Test: Mähroboter mit GPS & VSLAM

Der Navimow X3 ist das neue Top-Modell unter den drahtlosen Mährobotern von Segway. Wir haben das Modell X350 ausführlich getestet – und sind begeistert.

VORTEILE

  • perfekte Navigation mit Kamera & GPS
  • erstklassiges Mähbild
  • unkomplizierte, schnelle Einrichtung
  • zuverlässig

NACHTEILE

  • teuer
  • WLAN-Passwort darf nicht länger als 32 Zeichen sein

Der Navimow X3 ist das neue Top-Modell unter den drahtlosen Mährobotern von Segway. Wir haben das Modell X350 ausführlich getestet – und sind begeistert.

Segway bietet im Rahmen der Navimow-X3-Serie gleich vier Modelle für unterschiedliche Rasengrößen an. Allen gemein ist die Kombination aus RTK-Navigation per Satellit und VSLAM-Navigation mit drei Kameras – und ein vergleichsweise hoher Preis. Dafür schaffen die Segways aber auch riesige Grundstücke von bis zu 1500 bis 10.000 m². Wir haben den Navimow X350 mehrere Wochen fahren lassen. Ja, der Preis ist hoch, aber wer Wert auf ein tolles Schnittbild, einfache Konfiguration, zuverlässige Navigation und geniale Funktionen legt, ist hier genau richtig. Folgende Modelle stehen zur Auswahl:

  • Segway Navimow X315 für bis zu 1500 m² Rasenfläche
  • Segway Navimow X330 für bis zu 3000 m² Rasenfläche
  • Segway Navimow X350 für bis zu 5000 m² Rasenfläche
  • Segway Navimow X390 für bis zu 10.000 m² Rasenfläche

Wie kompliziert ist der Aufbau des Navimow X3?

Der große Karton wirkt hochwertig und macht Lust aufs Auspacken. Auf der Terrasse klappen wir ihn auf. Im Inneren ist alles sorgfältig verstaut, alle Kisten sind ordentlich beschriftet. Praktisch: Bereits an dieser Stelle wird man mit einer knallorangenen Pappkarte mit QR-Code aufgefordert, die Navimow-App auf dem Smartphone zu installieren. Wer das macht, benötigt keine Anleitung mehr durchzublättern: Ein vorbildlicher und komfortabler Assistent führt durch den Aufbau des Mähroboters und des nötigen Zubehörs, bis das Gerät selbsttätig im Garten unterwegs ist.

Der gesamte Aufbau hat bei uns eine gute Stunde gedauert. Das ist ohne Vorwissen im Bereich der drahtlosen Mähroboter zu schaffen, wenn man ein wenig technisches Verständnis mitbringt und Daten wie sein WLAN-Passwort griffbereit hat. Sollte man zunächst noch Vorbereitungen im Garten treffen müssen, kann die Inbetriebnahme freilich länger dauern. So liegt die maximale Schnitthöhe des Mähwerks von X315, X330, X350 und X390 bei 70 Millimetern – bevor der Roboter die Arbeit übernehmen kann, sollte man den Rasen manuell auf 70 Millimeter oder niedriger gemäht haben. Auch große Steine und Stöcke müssen aus dem Weg, wir haben darüber hinaus noch ein paar Zweige und Brennnesseln, die aus dem Gebüsch in den Rasen hingen, mit einem Trimmer und einer Astschere entfernt.

Es gibt ein paar Anforderungen an die Platzierung der Ladestation sowie der RTK-Antenne. Letztere sollte möglichst freien Blick haben, vorrangig gen Süden – ein Platz wird gesucht, der möglichst weit weg von hohen Bäumen, Hauswänden und so weiter ist. Gleichzeitig will man die Antenne nicht mitten im Garten in den Boden rammen, da von ihr ein Kabel zur Ladestation geführt werden muss – und von dort zu einer Steckdose. Wir haben die Position nach ein paar Tagen noch einmal verändert, um ein besseres Kantenschnitt-Ergebnis zu erhalten. Wer hier von vornherein perfekte Arbeit abliefern möchte, benötigt unter Umständen noch optional zu erwerbende Verlängerungskabel, zusätzliche Bodenhaken für die Kabel und mehr Zeit bei der Ersteinrichtung. Allerdings wird einem der Roboter schon mitteilen, wenn ihm etwas nicht passt – man muss also keine Angst davor haben, sondern bereit sein, vielleicht noch etwas zu optimieren. Nur einen Kritikpunkt haben wir noch an der Einrichtung: Unser WLAN-Passwort war zu lang für den Segway oder seine App. Maximal 32 Zeichen darf es haben. Ein Glück, das Gäste-WLAN hat ein kürzeres Passwort, weswegen das in der Praxis nicht gestört hat – aber dennoch nicht optimal ist.

Die folgende Fotostrecke zeigt den Aufbau des Segway-Mähroboters.

Segway Navimow X3: Wie funktioniert die Kartenerstellung?

Grundsätzlich unterscheidet sich das „Anlernen“ des Grundstücks beim Segway Navimow X3 nicht von anderen kabellosen Mährobotern. Er navigiert mit einer Kombination aus optischer Hindernis- und Grenzenerkennung, dafür hat er drei Kameras an Bord: eine nach vorn gerichtete und zwei seitliche. Außerdem nutzt er Satellitennavigation (RTK), um sich zurechtzufinden.

Wie wir bei anderen Tests dieser Mähroboter schon beobachtet haben, kann RTK in manchen Gärten problematisch sein: Tiefe Häuserschluchten, hohe Bäume, dicke Büsche und überwachsene Rasenteile blockieren den Satelliten-Empfang und können den Roboter blind machen. Tiefe Häuserschluchten hat der Garten, in dem der X350 seine Runden dreht, nicht zu bieten – aber hohe Bäume und ein dichtes Gebüsch, unter dem er sogar durchfahren muss, um den Rasen komplett mähen zu können. An keiner Stelle, selbst unter dichten Thuyen, hatte er dabei Probleme, was wohl an der ergänzenden Orientierung per Kameras liegt.

Sobald die grundlegende Einrichtung abgeschlossen ist, zeigt die App „Gamepad-Controller“ auf dem Display. Mit dem linken Daumen kann man Gas geben und rückwärts fahren, auf der rechten Seite gibt es einen Regler zum Lenken. Die App empfiehlt, ein paar Runden mit dem X3 wie mit einem ferngesteuerten Auto über den Rasen zu drehen, damit man ein Gefühl für das Fahrverhalten bekommt.

Wenn man so weit ist, schickt man den Roboter zurück in seine Ladestation und kann mit dem Kartieren beginnen. Dafür fahren wir unseren Navimow X350 an den Startpunkt der Kartierung, also an einen beliebigen Ort am Rasen-Rand, tippen auf die Start-Schaltfläche und steuern den Roboter wie ein ferngesteuertes Auto an der Rasenkante entlang. Dank der dicken Räder klappt das ziemlich gut, allerdings machen uns Beton-Rasenkanten, neben denen der Boden sich im Laufe der Jahre um zwei Zentimeter abgesenkt hat, etwas Probleme: Aufgrund der Kante können wir nicht direkt am Rand entlangfahren, weil das rechte Rad dann immer wieder mal schleift und der Roboter so nicht sauber geradeaus fährt. Weil auf der anderen Seite feine weiße Ziersteinchen liegen, können wir auch nicht mittig drüberfahren, denn auf dem weichen Schotter kommt der X3 auch nicht perfekt geradeaus.

In der Praxis ist das erst mal kein Problem. Sollte man beim Erfassen der Karte über solche Probleme stolpern, drückt man die Radiergummitaste. Solange man drauftippt, fährt der Roboter den Pfad rückwärts und löscht die eben gelernte Grenze; man kann es einfach noch einmal probieren. An dieser einen Kante halten wir jetzt einen guten Zentimeter Abstand. Damit wird die Rasenkante zwar nicht perfekt vom Roboter gemäht, doch für solche fiesen Sonderfälle gibt es eine Lösung – dazu später mehr. An allen anderen Stellen im Garten, egal ob am Abhang, an ungepflegtem Wildwuchs neben dem Rasen, an Hecken oder Zäunen, hatten wir beim Erfassen der Karte keine Probleme und konnten wirklich bis zum Rand fahren – und später mähen.

Eine nachträgliche Änderung oder Ergänzung der Karte ist jederzeit möglich. Man kann beispielsweise auch das nicht zusammenhängende Nachbargrundstück oder den Vorgarten erfassen und den Roboter dahin tragen, wenn er dort mähen soll. Nur, wenn man die Position der RTK-Antenne verändert, muss man alle Karten neu erfassen. Die gesamte Steuerung und Anlernphase funktionierte im Test vollkommen intuitiv und schnell.

Wie gut mäht der Segway Navimow X3?

Das Grundstück, auf dem der X350 seit ein paar Wochen seine Runden dreht, ist ein gemeiner Härtetest für Mähroboter. Anstelle des gepflegten Golfrasens gibt es hier hauptsächlich vermooste und überwucherte Bereiche, Furchen und Löcher von Wühlmäusen und im Frühjahr plattgetretene, aber bisher nicht schön wieder bewachsene Maulwurfshügel. Neben Rasen wachsen Disteln, Löwenzahn, das bereits erwähnte Moos und diverses andere Krautsorten auf der Grünfläche. Mäht man einen Teil des Gartens, riecht es nach Oregano, in einem anderen füllt sich der Korb des Benzinrasenmähers dem Geruch nach primär mit Zitronenmelisse. Genau deswegen fuhr hier im letzten Jahr auch kein Roboter mehr: Das bislang beim Tester eingesetzte kabelgebundene Modell hat sich regelmäßig festgefahren und benötigte mehrmals pro Woche eine Rettungsaktion – so macht das keinen Spaß.

Der Segway Navimow X350 kurz vor seinem ersten Einsatz.

Der Segway hingegen pflügt wie ein moderner Traktor von John Deere über die „Rasenfläche“. Er hat hinten zwei große, einzeln angetriebene Räder, in der Mitte die Mähscheibe mit frei schwingenden Klingen und vorn zwei große Luftreifen, die um 360 Grad drehbar sind. Fast lautlos fährt und mäht er über Hügel, Stock und Stein, gelegentlich hört man ein leises „Klock“, wenn ein Vorderrad kurz den Kontakt zum Boden verloren hat und wieder erlangt. Unser Navimow X3 nimmt alle Hindernisse hin, als wären sie nicht vorhanden, schafft die engsten Kurven und die tiefsten Löcher. Wird es ihm zu bunt, bremst er etwas ab. Er ist kein einziges Mal stecken geblieben, doch zur Navigation erklären wir später mehr.

Beim Mähen fährt er zunächst die Rasenkante ab und orientiert sich dann an einer Kante, um die Fläche Linie an Linie abzufahren. Beim nächsten Mähvorgang orientiert er sich an einer anderen Kante, sodass er immer in einem anderen Winkel Bahn um Bahn über das Grundstück fährt. Nach drei Durchgängen sieht man keine Bahnen mehr, der Rasen sieht einfach top aus.

Der Segway Navimow X350 von unten.

Die Schnitthöhe kann man zwischen 20 und 70 Millimetern in 5-Millimeter-Schritten in der App einstellen – sogar zonenweise. Der Bereich vor der Terrasse kann auf 35 Millimeter gekürzt werden, der Bereich unter den Streuobstbäumen darf 70 Millimeter hoch wachsen. Rund um den Pool schonen wir den Rasen und erlauben 50 Millimeter. Änderungen sind jederzeit komfortabel per App möglich. Das Einzige, was stört: Das Speichern jeder Änderung dauert immer ein paar Sekunden, in denen man einer Progress Bar beim Ansteigen auf 100 Prozent zusieht.

Wie laut und schnell mäht der Segway Navimow X3?

Im Mähbetrieb arbeitet er erfreulich leise. Per App kann man zwischen drei Modi wählen – normal, leise und schnell. Die Nachbarn, deren Terrasse nur von einer Rosenhecke getrennt an die Rasenfläche grenzt, haben eine Woche lang nicht mal gemerkt, dass da nun wieder ein Roboter seine Touren dreht – selbst, wenn sie zu Kaffee und Kuchen draußen saßen. Im leisen Modus wird der Segway noch mal leiser; der Hersteller spricht von 3 dB, was einer Halbierung der gefühlten Lautstärke entspricht. Tatsächlich wird er noch leiser, aber da er schon zuvor nicht gestört hat, war das gar nicht nötig. Der schnelle Modus hingegen wird ein Stück lauter. Weil es bei uns nicht aufs Tempo ankommt, betreiben wir den X3 überwiegend im normalen Modus.

Auf der Oberseite gibt es ein großes Matrix-Display für Status-Informationen, Akkustand und Begrüßung.

Die Geschwindigkeit hängt vorrangig von der Form des Grundstücks ab. Rechteckig und ohne Hindernisse geht es freilich viel schneller, als wenn der X3 permanent drehen, bremsen, schauen muss. Bei uns hat er sehr verwinkelte und gemeine 200 Quadratmeter in einer knappen Stunde gemäht und dabei in der Ausführung X350 knapp 20Prozent des Akkus verbraucht.

Je mehr Hindernisse die Optik erkennt, desto häufiger muss der Navimow herunterbremsen und noch einmal extra schauen. Wie beim Saugroboter im Wohnzimmer gilt: Je besser das Grundstück auf den Einsatz eines Mähroboters vorbereitet ist, umso schneller und effizienter kann er arbeiten. Im Falle des Segway gilt: Egal, wie das Grundstück aussieht, der Navimow X3 kommt damit klar.

Wie gut ist die Objekterkennung des Segway Navimow X3?

Dem Roboter beim Mähen zuzusehen, hat schon fast etwas Meditatives – ähnlich wie ein 3D-Drucker. Beim X3 kommt hier sogar noch ein Gefühl dazu, das man fast schon als väterlichen Stolz bezeichnen kann, denn sein Umgang mit Hindernissen ist fast ein Spektakel.

Beim ersten Mähen entdeckte die Kamera vor dem Roboter ein Büschel einer anderen Grassorte, das eine etwas andere Farbe hatte als der Rest – und die offensichtlich etwas schneller wächst, denn dieses Büschel stand einen knappen Zentimeter über die Grasnarbe hinweg. Der X3 hat davor abgebremst, ist kurz stehen geblieben, dann drübergefahren – und hat sich danach noch einmal umgedreht. Fast, als wollte er schauen, ob seine Einschätzung richtig und das Mähen erfolgreich war. War es, das Büschel war weg.

Über Stock und Stein und unter Büschen und Blättern zieht der X350 seine Bahnen.

Anderes Beispiel: Eine Brennnessel ist aus dem Gebüsch am Rand über die Rasenfläche gekippt, aber ohne sie zu berühren. Die Pflanze hing gute zehn Zentimeter über dem Rasen, einen halben Meter in die Rasenfläche hinein. Beim Kantenmähen hat der Roboter die Brennnessel erkannt und im großen Bogen umfahren. Am Ende der Mäharbeiten ist er noch mal dahin gefahren, hat sich die Brennnessel von drei Seiten angesehen und dann angestupst. Danach hat er den Rasen unter der Brennnessel abgefahren, als wäre kein Hindernis dort. Den Gartenschlauch und das Kinderspielzeug hat er sauber gemieden und umfahren, auf den kläffend anrennenden Hund reagiert er mit Rückzug – was der Hund wohl als unterwürfiges Verhalten interpretiert und sich sofort mit dem neuen Gast im Garten arrangiert hat.

Kommt ein Mensch in die Nähe des Roboters, zeigt er auf seinem großen Matrix-Display gelegentlich „Hi!“.

Ist der Segway Navimow X3 wasserfest und kommt er mit Regen zurecht?

Das Gehäuse ist wasserdicht. Der Roboter hat einen Feuchtigkeitssensor und holt sich darüber hinaus noch Wetterinformationen aus dem Internet, um zu entscheiden, ob er heute mäht oder nicht.

Sorry für die schlechte Bildqualität: Diese Amsel hat im X350 einen neuen Freund gefunden. Sie saß regelmäßig beim Mähen in seiner Nähe.

Wenngleich er auf feuchtem Untergrund mäht: Er zerstört den Rasen nicht. Seine großen Räder drehen sporadisch mal durch. Der Segway reagiert sofort darauf, schaltet gegebenenfalls das Mähwerk ab und sucht zunächst ganz vorsichtig und langsam nach einem Ausweg, statt einfach stumpf ein Rad weiterdrehen und damit die Grasnarbe abtragen zu lassen. Bei uns hat sich der Navimow nie festgefahren und auch an kritischen Stellen stets und rasenschonend einen Ausweg gefunden.

Wie ist die Verarbeitung des Segway Navimow X3?

Der Segway hat ein Kunststoff-Gehäuse und ist in Grau-Orange gehalten. Er fühlt sich stabil und hochwertig an und hat nach einigen Wochen Test-Betrieb weder Kratzer noch andere Gebrauchsspuren davongetragen. Dazu zahlt natürlich ein, dass seine hervorragende Navigation per Kameras und RTK einen vollkommen berührungslosen Betrieb möglich machen. Der X3 rumpelt nirgendwo gegen.

Auch das Zubehör ist hochwertig. Zur Ladestation gehören stabile Bodenplatten aus dickem Kunststoff und komfortable und gut haltende Erdschrauben zur Befestigung. Die RTK-Antenne bringt eine Halterung aus Metall mit drei Erdspießen aus Metall mit, die wir ohne Probleme mit dem Fuß in Erde und Schotter treten konnten. An keiner Stelle haben wir hier Qualität vermisst.

Preis: Was kostet der Segway Navimow X3?

Alles Gute hat seinen Preis. Das gilt auch für das High-End-Produkt Segway Navimow X3. Der folgende Preisvergleich zeigt die derzeit günstigsten Angebote für die Modelle X315 (1500 m²), X330 (3000 m²), X350 (5000 m²) sowie X390 (10.000 m²).

Fazit

Der Segway Navimow X3 hat uns rundherum begeistert. Seine Einrichtung war einfach, die Verarbeitung ist gut. Er mäht ganz hervorragend und ist dabei noch leise. Selbst in einem für Mähroboter sehr herausfordernden Garten ließ er sich zu keiner Zeit aus der Ruhe bringen. Er navigierte und steuerte perfekt um Hindernisse, mähte aber sauber über alles, was weg sollte. Er fuhr unter Büschen durch, neben Gartenschläuchen, Kies und Kinderspielzeug, freundete sich mit dem Hund an und macht genau das, was ein guter Haushaltsroboter eben machen soll: Er kümmert sich selbsttätig ohne nötiges und nerviges händisches Eingreifen um seine Aufgabe.

Test: Segway-Mähroboter i208 LiDAR – keine Kabel, keine Antenne, keine Probleme?

Der Segway Navimow i208 navigiert dank LiDAR ohne RTK-Antenne. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und sorgt für eine exakte Navigation.

VORTEILE

  • Dank LiDAR einfache Inbetriebnahme
  • Sauberes Schnittbild
  • GPS-Tracking, PIN-Schutz
  • relativ günstig

NACHTEILE

  • Enge Übergänge problematisch
  • scheitert an niedrigen Randsteinen
  • Mähen an Kanten nicht optimal

Der Segway Navimow i208 navigiert dank LiDAR ohne RTK-Antenne. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und sorgt für eine exakte Navigation.

LiDAR-Mähroboter waren 2025 noch eine seltene Erscheinung. Dieses Jahr sieht das anders. Nahezu jeder Hersteller hat mindestens ein Gerät im Angebot, das statt auf Basis von Satellitendaten mithilfe von LiDAR navigiert. Vor allem in Stadtgärten mit hohen angrenzenden Gebäuden ist das von Vorteil, da der Empfang von Satellitendaten in diesem Umfeld nicht immer gewährleistet ist.

Auch Segway verwendet bei vielen Navimow-Modellen die LiDAR-Technik. Anders als Hersteller wie Dreame und Ecovacs, die auf ein 360°-LiDAR mit rotierenden Teilen setzen, kommt im Navimow i208 die robustere Solid-State-Variante zum Einsatz. Sie kommt ohne fragile, bewegliche Teile aus und ist daher langlebiger. Der geringere Sichtwinkel von Solid-State-LiDAR (etwa 120–140° statt 360°) ist im Garten meist vernachlässigbar, da sich der Mähroboter beim Navigieren ständig dreht und so die gesamte Umgebung nach und nach erfasst. Nur bei sehr schneller Fahrt oder komplexen Labyrinthen kann der fehlende Rundblick theoretisch Nachteile bringen – für typische Heimgärten spielt das aber keine Rolle.

Wie sich der neue Navimow i208 LiDAR in unserem Testgarten mit nicht verbundenen Zonen und engen Übergängen schlägt, zeigt der Testbericht.

Modelle und Ausstattung

Segway bietet die i2-Serie in unterschiedlichen Ausführungen an, die sich im Wesentlichen durch unterschiedlich große Akkus unterscheiden. Der getestete Navimow i208 ist für Rasenflächen bis 800 m² geeignet, während die Modelle i215 und i220 Flächen bis 1500 m² und 2000 m² bewältigen. Darüber hinaus gibt es noch die Allrad-Variante LiDAR Pro, die für 1000 m² (i210) und 2000 m² (i220) große Gärten geeignet sind. Die Allrad-Modelle mit drei Antriebsrädern können zusätzlich noch RTK-Daten aus der Segway-Cloud zur Navigation verwenden. Das ist etwa bei offenen, großflächigen Gärten nützlich, bei denen die Reichweite des LiDAR-Systems nicht ausreicht.

Das Schnittsystem besteht aus einer Mähscheibe mit sechs Klingen, die von einem 100 Watt starken Motor angetrieben wird. Die Schnittbreite beträgt 22 cm und der Abstand der Messer zum Gehäuserand liegt bei etwa neun Zentimetern. Letzterer Wert signalisiert, dass bei Rasenflächen mit einer festen Begrenzung etwa neun Zentimeter ungemäht bleiben. Die Schnitthöhe kann per App in 5-mm-Schritten zwischen 20 und 70 mm eingestellt werden.

Die Hinderniserkennung des Mähroboters basiert auf Solid-State-LiDAR in Kombination mit einer integrierten Kamera und soll über 200 Hindernisse erkennen.

Neben den typischen Funkverbindungen Bluetooth und WLAN bietet der Navimow i208 LiDAR außerdem noch eine 4G-Mobilfunkverbindung, die für ein Jahr bezahlt ist. Wer den Service weiter nutzen möchte, etwa weil der WLAN-Empfang im Garten nicht bis an alle Grenzen reicht, zahlt für den Service jährlich 30 Euro. Notwendig ist er nicht, solange der WLAN-Empfang bis zur Ladestation reicht.

Mit einem iPhone oder iPad kann man über den Dienst „Wo ist?“ den Standort des Navimow i208 LiDAR ermitteln.

In puncto Sicherheit ist der i208 bestens ausgestattet: GPS-Tracking, Geofencing, Hebealarm und Unterstützung für „Wo ist?“ von Apple gehören serienmäßig dazu. Zusätzlich ist der Roboter ohne das verknüpfte Benutzerkonto des Eigentümers nicht nutzbar – Diebe haben keine Chance. Eine PIN-Funktion bietet weiteren Schutz.

Mit Abmessungen von 635,2 × 445 × 287,5 mm fällt der Navimow nicht besonders kompakt aus. Auf die Waage bringt er knapp 15 kg. Der Antrieb erfolgt über die beiden großen Hinterräder mit auffälligem orangefarbenem Profil. Damit soll der Mähroboter auch Steigungen bis zu 45 % (24°) bewältigen. Die Verarbeitung des schwarz-grau-schwarz lackierten Mähroboters ist ansonsten ohne Fehl und Tadel. Eine Bedienung ist auch per Tasten unterhalb des kleinen Displays auf der Oberseite möglich. Mit der App gelingt die Steuerung aber wesentlich bequemer, sodass wir die Tasten während des Tests nur zur Eingabe der PIN genutzt haben.

Inbetriebnahme, Kartierung

Die Inbetriebnahme erfolgt mit der Navimow-App. Bevor wir diese nutzen, bauen wir zunächst die Ladestation auf und verbinden sie über das mitgelieferte Verbindungskabel mit dem Stromnetz. Die Aufstellung einer Antenne wie bei RTK-basierten Mährobotern entfällt. Damit lässt sich der LiDAR-Mähroboter schon einmal schneller und einfacher in Betrieb nehmen.

Doch so wie in der Werbung versprochen, „Absetzen und mähen“, funktioniert die weitere Inbetriebnahme nur in Ausnahmefällen. Wie viele andere Mähroboter bietet auch der Navimow i208 Lidar eine automatische Kartierung. Doch die gelingt in der Praxis nur zufriedenstellend, wenn der Rasen von klaren Grenzen umgeben ist. Das ist bei unserem komplexen Garten mit mehreren Zonen, die entweder gar nicht oder nur über einen schmalen Verbindungsweg miteinander verbunden sind, nicht der Fall. Somit erstellen wir die Karte des Gartens manuell: Wir fahren dafür die Grenzen des Rasens mit dem Mähroboter ab und teilen die Fläche in einzelne Zonen, um mit der App für jede Zone die optimale Mährichtung wählen zu können. Hat man nur eine Zone, gibt es auch nur eine Mährichtung und die ist häufig nicht optimal, weil der Mähroboter mehr als nötig wenden muss und somit Zeit unnötig vergeht.

Navimow-App: Einstellungen

Konfiguration per App

Mit der Navimow-App kann man pro Zone nicht nur die Mährichtung einstellen, sondern auch die Schnitthöhe und den Modus für das Mähen der Rasenkante festlegen. Mit Edge Sense bietet die App eine Konfigurationsoption für ein optimales Kantenmähen, das auf Vorsichtig, Standard und Extrem eingestellt werden kann. Diese Option ist in der Praxis aber nur relevant, wenn die Rasenkanten nicht genau erfasst wurden, etwa durch eine automatische Kartierung. Hat man wie wir im Test die Karte manuell erstellt und dabei den Mähroboter exakt navigiert, benötigt man diese Option nicht. Jedenfalls haben wir in der Praxis keinen großen Unterschied bemerkt.

Die Navimow-App bietet wie üblich auch das Erstellen von Zeitplänen, sodass man einen Mähvorgang nicht manuell starten muss. Die App bietet mit der Einstellung von Lade- und Entlade-Limits für den Akku außergewöhnliche Konfigurationsmöglichkeiten. Senkt man etwa das Ladelimit auf 80 Prozent, kann man damit die Lebensdauer des Akkus verlängern. Das Entladelimit steht standardmäßig schon bei 15 Prozent und erlaubt eine maximale Entladetiefe von 5 Prozent.

Die Navimow-App ist übersichtlich und lässt sich einfach bedienen. Die Kartenansicht bietet ähnlich wie Google Maps zwei Darstellungsoptionen. Im Test erreicht der Navimow i208 LiDAR eine Mähgeschwindigkeit von etwa 83 m².

Mähleistung und Hinderniserkennung

Der Navimow i208 LiDAR mäht den Rasen in präzisen, geraden Bahnen und liefert ein sauberes Schnittbild. Dabei bleibt er mit maximal 59 dB(A) äußerst geräuscharm. Wenn man nicht direkt danebensteht, ist er kaum zu hören.

Beim ersten Einsatz ließ er stellenweise noch vereinzelt Halme stehen, was bei den folgenden Mähvorgängen nicht mehr auftrat. Mit einer Schnittbreite von 22 cm benötigt er im voreingestellten Standardmodus 2,9 Stunden, um die 241 m² großen Teilflächen unseres Testgartens zu mähen – das entspricht einer Flächenleistung von 83,4 m² pro Stunde.

Segway Navimow i208 LiDAR: Unsere Engstelle passiert er im Test nicht zuverlässig. Einmal ist er gar umgekippt.

Im Vergleich zum Dreame A3 AWD Pro 3500 Pro, der auf 186 m² pro Stunde kommt, ist der i208 LiDAR vor allem aufgrund seiner geringeren Schnittbreite langsamer.

Die Mähleistung an Rasengrenzen ist bei ebenen Flächen perfekt, da er hier über die Rasengrenze hinausfährt und so kein Rasen stehen bleibt. Bei hohen Rasenbegrenzungen aus Stein fährt er zwar nahe an diese heran, lässt aber prinzipbedingt etwa 9 cm Rasen stehen. Der Einsatz eines Trimmers ist an solchen Kanten also vonnöten.

Den engen Übergang zwischen zwei Rasenzonen hat er im Test nicht zuverlässig geschafft. Mal gelang die Hinfahrt, mal die Rückfahrt. Im schlimmsten Fall hat beides nicht funktioniert. Diese Engstelle haben in der Vergangenheit nur LiDAR-basierte Modelle wie der Dreame A2 und der Mammotion Luba Mini 2 LiDAR problemlos passiert.

Randsteine mit einer Höhe von 4-5 cm verhindern, dass der Navimow i208 abgelegene Zonen erreicht.

Doch egal, welche Einstellungen wir vorgenommen haben, der i208 LiDAR scheitert bislang an unserer Engstelle. Während der Testphase erreichten uns zwei Firmware-Updates, die die Navigationsleistung etwas verbessert haben, sodass der Mähroboter nun häufiger mal durchkommt. Doch zuverlässig gelingt das bislang noch nicht. Auch das andere Teilstück hat der Navimow i208 LiDAR nicht erreicht, weil er an den 4 – 5 cm hohen Randsteinen hängen geblieben ist. Für Gärten mit solchen Eigenschaften sind Gelände-gängigere Modelle wie der Mammotion Luba 2 Mini AWD LiDAR besser geeignet.

Die Hinderniserkennung hat im Test bis auf winzige Bälle, die unerkannt blieben, zuverlässig funktioniert.

Smart Home

Der Navimow i208 LiDAR unterstützt eine Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant. Außerdem gibt es eine offizielle Integration für Smart Home by Hornbach (Bestenliste). Allerdings sind die Steuerungsmöglichkeiten begrenzt. Auch die inoffizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Möglichkeiten. Eine Integration von Zeitplänen und Karten wie bei Mammotion oder Sunseeker gibt es für den Navimow nicht.

Die inoffizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Möglichkeiten. Eine Integration von Zeitplänen und Karten wie bei Mammotion oder Sunseeker gibt es für den Navimow nicht.

Preis

Für den Navimow i208 Lidar verlangt Segway regulär 1499 Euro. Die Preise schwankten zuletzt zwischen 1200 und 1000 Euro.

Fazit

Der Segway Navimow i208 LiDAR ist ein solide verarbeiteter, leiser Mähroboter mit überzeugender Sicherheitsausstattung. Die Solid-State-LiDAR-Technik kommt ohne bewegliche Teile aus und ist damit robuster und langlebiger als 360°-Systeme. Für einfache, ebene Gärten bis 800 m² liefert er ein sauberes Schnittbild.

Einschränkungen: Die Flächenleistung ist mit 83 m²/h eher gering, der Akku reicht nicht für einen kompletten Durchgang. Vor allem aber scheitert der i208 an engen Übergängen und niedrigen Randsteinen. Auch an Kanten leistet er sich Schwächen.

Insgesamt ist der Navimow i208 ein guter Mähroboter für Standardgärten ohne komplexe Strukturen. Wer verwinkelte Flächen oder Hindernisse wie Randsteine hat, sollte zu einem anderen Modell greifen.

Mähroboter Sunseeker X7 im Test: Tolle App, große Schnittbreite und Allrad

Der Sunseeker X7 erklimmt dank Allrad-Antrieb bis zu 35 Grad steile Steigungen und navigiert mit RTK-GPS ohne Kabel. Wie gut ihm das gelingt, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • Mäht zügig dank großer Schnittbreite von 35 cm
  • Dank Allrad-Antrieb problemlos in steilem Gelände
  • Zonen- und Karten-Management hervorragend
  • Dank Schnellladung nur kurze Ladezeit
  • Community-Integration für Home Assistant

NACHTEILE

  • schafft Engstelle im Test-Garten nicht (wie alle RTK-Mähroboter)
  • Auto-Kartierung bei Rasenflächen ohne Begrenzung unbrauchbar
  • Erkennt in Rasen eingelegte Platten teilweise als Hindernis
  • Keine Integration für Home Assistant

Der Sunseeker X7 erklimmt dank Allrad-Antrieb bis zu 35 Grad steile Steigungen und navigiert mit RTK-GPS ohne Kabel. Wie gut ihm das gelingt, zeigt unser Test.

Mähroboter mit Allrad-Antrieb gibt es nur wenige. Im Test hatten wir bereits die Mammotion-Modelle Luba 2 AWD (Bestenliste) und Luba Mini AWD (Bestenliste), deren Vierradantrieb zwar Steigungen von bis zu 38,6 Grad schafft, doch bei feuchten Bedingungen primär bei Richtungsänderungen im steilen Gelände den Rasen schädigt. Das will der Sunseeker X7 mit Drei-Rad-Antrieb besser machen. Er schafft zwar „nur“ 35 Grad steile Steigungen, doch ist er mit einem Gewicht von knapp 14 kg etwa 5 kg leichter als der Luba 2. Damit drückt er sich nicht so in den Rasen und dank des Drei-Rad-Antriebs ist er deutlich wendiger als die Lubas. Dementsprechend sollte er in der Praxis rasenschonender zu Werke gehen.

Wie der Luba 2 AWD 3000 ist der Sunseeker X7 für Rasenflächen bis zu 3000 m² ausgelegt. Er verfügt über zwei schwimmend gelagerte Mähscheiben, die sich an Unebenheiten anpassen und eine Schnittbreite von 35 cm bieten. Das ist zwar 5 cm weniger als der Luba 2, doch noch immer ordentlich. Zum Vergleich: Der Goat A3000 Lidar und der Goat A1600RTK von Ecovacs bieten eine Schnittbreite von 32 cm. Aber viele andere Modelle wie der Dreame A2 kommen nur auf 22 cm oder wie der Luba Mini AWD auf 20 cm.

Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 20 mm und 100 mm anpassen, was eine individuelle Rasenpflege ermöglicht. Die Einstellung erfolgt einfach über die App, und zwar nicht global, sondern pro Zone. Das gilt auch für die Mährichtung.

Die Hinderniserkennung basiert auf 3D-Binokular-Kameras und Deep Learning. Technische Merkmale sind unter anderem eine Batteriekapazität von 5 Ah, ein Ladegerät mit 5 A, ein Geräuschpegel von 60 dB(A) und eine IPX5-Wasserdichtigkeit. Der Roboter verfügt über Wi-Fi- und Bluetooth-Konnektivität, einen Regensensor und unterstützt die Einteilung der Rasenfläche in bis zu 10 Mähzonen.

Sunseeker X7: RTK-Mähroboter mit Allrad-Antrieb für Rasenflächen mit bis zu einer Größe von 3000 m².

Sunseeker X7: Design und Verarbeitung

Der Sunseeker X7 ist mit 74,1 cm etwas länger als der Mammotion Luba 2 AWD mit 69 cm. Die Breite ist bei beiden Allrad-Mährobotern mit 51,3 cm identisch. Aber mit einer Höhe von 25,9 cm ist der Sunseeker X7 etwas flacher als der Luba 2 AWD mit 27,3 cm. Das Design ist nicht so schön wie das des Dreame A2 und auch nicht so auffällig wie das des Luba 2. Insgesamt würden wir es als wenig aufregend und unauffällig bezeichnen. Doch Schönheit sollte bei einem Mähroboter ohnehin nicht den Ausschlag geben. Praktisch ist hingegen der hohe Abstand der vorderen Abdeckung zum Gras, sodass dieses beim Mähvorgang nicht niedergedrückt wird.

Trotz des langen Chassis ist der Sunseeker mit seinem Drei-Rad-Antrieb sehr wendig. Mit nur einem Rad an der Hinterachse sind Richtungsänderungen auf engstem Raum kein Problem. Auch wird der Rasen beim Manövrieren nicht stark belastet. Ähnlich wie bei Mährobotern mit einem Zwei-Rad-Antrieb. Die beiden Schnittteller an der Unterseite sind versetzt angeordnet, sodass in der Mitte kein Rasen ungemäht bleibt.

Auf der Oberseite gibt es ein kleines Display mit vier Bedienknöpfen. Damit wird der X7 ein- und ausgeschaltet, zurück zur Ladestation geschickt oder der Mähvorgang gestartet. Zudem dienen die Bedientasten zur Eingabe der vierstelligen PIN, die man bei der Inbetriebnahme vergibt. Display und Bedientasten verdienen sich zwar keinen Schönheitspreis, erfüllen aber ihren Zweck. Hinter dem Display befindet sich der obligatorische Stopp-Schalter und davor sitzt die RTK-Antenne des Mähers. Vor dieser, an der Gehäusevorderseite, haben die Binokular-Kameras zur Erkennung von Hindernissen ihren Platz gefunden.

In puncto Design gibt es schönere Mähroboter als den Sunseeker X7. An der Verarbeitung des Grau-Silber lackierten Gehäuses gibt es hingegen nichts auszusetzen. Es ist wie üblich wasserdicht nach IPX5 und hinterlässt einen stabilen Eindruck.

Sunseeker X7: Im Lieferumfang ist alles für die Inbetriebnahme und Montage der Ladestation enthalten.

Mähroboter Sunseeker X7: Was ist im Lieferumfang?

Neben einer Schnellstart-Anleitung enthält der Lieferumfang auch ein mehrsprachiges Handbuch, das auf 22 Seiten auch auf Deutsch Ausstattung, Inbetriebnahme und Betrieb des Sunseeker X7 erläutert. Für die Befestigung von Ladestation und RTK-Antenne sind im Lieferumfang entsprechende Halterungen enthalten. Anders als bei vielen Mitbewerbern werden die Plastikhalterungen für die Ladestation und die Metallstifte für die RTK-Antenne nicht in den Boden gedreht, sondern müssen mit einem Hammer (Metallstifte) oder per Hand (Plastikhalterungen) versenkt werden. Mit dabei sind auch 12 Ersatzklingen für die beiden Mähteller mit jeweils drei Klingen (siehe auch Bildergalerie).

Aufstellort von Ladestation, RTK-Antenne und Inbetriebnahme

Die Ladestation und die RTK-Antenne haben wir wie üblich am Rand des Rasens platziert, der etwa drei Meter von der Hauswand entfernt beginnt. Die Ladestation kann sich auch außerhalb des Rasens befinden. Dann muss man eine Route zu dieser mit der App anlegen, sodass der Mähroboter sie erreichen kann. In jedem Fall benötigt sie einen ebenen Untergrund. Die 135 cm hohe RTK-Station muss mindestens drei Meter von Gebäuden und Bäumen entfernt platziert werden, um möglichst viele Satelliten empfangen zu können. Dank des mitgelieferten, netto zwölf Meter langen Verbindungskabels, das mit dem im Lieferumfang befindlichen Netzteil mit Strom versorgt wird, lässt sie sich relativ flexibel positionieren.

Sunseeker X7: Für eine präzise Navigation benötigen RTK-Mähroboter einen optimalen Satellitenempfang. In dicht bebauten Gebieten kann dieser problematisch sein.

In unseren beiden Test-Gärten hat die RTK-Antenne auf Anhieb die für den Betrieb nötige Anzahl von Satelliten empfangen. Selbst in dem von hohen Gebäuden umgebenen Garten gelang der Empfang, während etwa die RTK-Antenne von Ecovacs dort nicht genügend Satelliten empfangen konnte (siehe auch: Testbericht zum Ecovacs Goat A1600 RTK).

Der Aufbau und die Inbetriebnahme gelingen dank Schnellstart-Anleitung und der selbsterklärenden Sunseeker-App im Test innerhalb weniger Minuten. Bei schwierigen Empfangsbedingungen kann es allerdings nötig sein, die RTK-Antenne an einer Wand oder auf dem Dach zu montieren. Mehr Informationen dazu bietet das Handbuch.

Tipp: Da auch die Sunseeker-App keine Satellitenempfangshilfe bietet, empfiehlt sich eine Smartphone-App wie GNSS-View, um einen möglichst optimalen Standort für die RTK-Antenne zu finden. Grundsätzlich gilt, dass die Inbetriebnahme an einem sonnigen Tag erfolgen sollte und zu einer Zeit, die den Empfang möglichst vieler Satelliten ermöglicht.

Was sollte man bei der Kartierung beachten?

Die neuesten Mähroboter ohne Begrenzungskabel bieten inzwischen eine automatische Kartierung. Doch in der Praxis entpuppt sich diese Funktion als Marketing-Feature. Bei einer nicht durch Randsteine oder einen Zaun begrenzten Rasenfläche ist diese Funktion wertlos. Das ist auch beim Sunseeker X7 so. Er verließ während der automatischen Kartierung die Rasenfläche und kartierte unter Gartentischen- und Stühlen.

Durch die Aufteilung in Zonen können Anwender mit der Sunseeker-App die effizienteste Schnittrichtung pro Zone festlegen.

In den meisten Fällen liefert daher die manuelle Kartierung, bei der man in Bluetooth-Reichweite kurz hinter dem Mähroboter läuft und diesen per virtuellen Steuerungsflächen mit dem Smartphone navigiert, das bessere Ergebnis. Ähnlich wie Mammotion setzt Sunseeker dabei auf zwei Steuerungsflächen: Eine für Vor und Zurück und die zweite für Links und Rechts. Damit ist die Kartierung schnell abgeschlossen. Wer möchte, kann die Geschwindigkeit des Robotors für die Kartierung justieren.

Grundsätzlich empfehlen wir bei Rasenflächen, die unterschiedliche Ausrichtungen und Begrenzungen aufweisen, entsprechende Zonen anzulegen. Das hat den Vorteil, dass man pro Zone unterschiedliche Einstellungen vornehmen kann. Das wird von der Sunseeker-App unterstützt. So kann man pro Zone nicht nur Mähgeschwindigkeit und -höhe definieren, sondern auch die Mährichtung.

Sunseeker X7: Zonen können nachträglich per App aufgeteilt werden. Ein nachträgliches Abfahren zur Aufteilung ist nicht nötig.

Bei der Kartierung einer Rasenfläche, die an einen Weg grenzt, kartiert man überlappend zwischen Rasen und angrenzendem Weg, sodass beim Mähvorgang kein Gras stehen bleibt. Wenn hingegen die Rasenfläche von hohen Randsteinen begrenzt wird oder ein etwas niedriger gelegener Weg an diese grenzt, sollte man beim Kartieren zum Rand etwas Abstand lassen. Damit gibt man dem Mähroboter etwas mehr Raum für nötige Richtungsänderungen, ohne dass das Gehäuse beschädigt wird. Zudem verhindert man, dass der Sunseeker X7 über die Kante hinausfährt und an dieser hängenbleibt. Bei schwierigen Zonen sollte man außerdem die Mähgeschwindigkeit herabsetzen, die App bietet dafür die Einstellungen Schnell, Standard und Langsam.

Die Sunseeker-App hat beim ersten Versuch der Kartierung unserer gesamten Rasenfläche einen Fehler ausgegeben. Start- und Endpunkt lägen zu weit auseinander. Also haben wir zunächst einen kleineren Bereich kartiert und mit diesen um weitere Zonen erweitert. Die App unterstützt das nachträgliche Aufteilen von Zonen und speichert auch einmal erstellte Karten ab.

Wie gut gelingt die Navigation und wie effizient arbeitet das Schneidesystem?

Die Schnitthöhe können Anwender über die App zwischen 20 mm und 10 mm einstellen. Die beiden Mähscheiben bieten jeweils drei Messer und eine Schnittbreite von 35 cm. Damit ist klar, dass Sunseeker X7 zu den schnelleren Varianten seiner Gattung zählt, wenn er auch nicht die Leistung des Luba 2 AWD mit 40 cm Schnittbreite erreicht. Immerhin ist diese geringfügig größer als bei den Ecovacs-Modellen Goat A3000 Lidar und Goat A1600 RTK, die eine Schnittbreite von 32 cm bieten. Auch beim Kantenmähen macht der Sunseeker X7 mit einem Abstand der Mähklingen von etwa 8 cm zum Gehäuserand eine gute Figur. So muss man nur wenig mit einem Rasentrimmer nacharbeiten. Die Top-Modelle von Ecovacs Goat A3000 Lidar und Goat A1600 RTK sind mit einem Abstand von 5 cm allerdings noch besser aufgestellt.

Die Navigation hat im Test in allen Zonen einwandfrei mit den Standardeinstellungen funktioniert. Doch einen schmalen Weg, der zwischen zwei Häuserwänden liegt und zu einer abgelegenen Zone führt, hat der Sunseeker X7 wie auch andere RTK-Mäher nicht passiert. Hier kommt die RTK-Technik an seine Grenzen. Lediglich die Lidar-basierten Modelle Dream A2 und Ecovacs Goat A3000 haben diese Herausforderung bislang als einzige Mähroboter gemeistert. Schließlich haben wir den Sunseeker manuell durch diese Engstelle gesteuert. Interessanterweise hat er nach dem Mähen dieser Zone den Rückweg zur Ladestation gefunden.

Sunseeker X7: Je nach Mährichtung unterscheidet sich die Mähgeschwindigkeit für einen bestimmten Bereich. Die Angaben der gemähten Fläche variieren dabei zwischen 181 m² und 195 m² und die Mähdauer liegt zwischen 53 min und 1h 16min.

Wie gut und wie schnell mäht der Sunseeker X7?

Der Sunseeker X7 mäht zuverlässig in geraden Bahnen und geht dabei dank seiner großen Schnittbreite auch sehr zügig zu Werke. Das Schnittbild geht in Ordnung und kann dank zahlreicher Einstellungen in der App noch optimiert werden. Dafür gibt es etwa die Einstellung spurlos, die dafür sorgt, dass der Sunseeker unterschiedliche Mährichtungen einschlägt, sodass die typischen Mähbahnen mit der Zeit verschwinden.

Erreicht der Akku eine Kapazität von 15 Prozent, fährt der Sunseeker zurück zur Ladestation. Dank des 5 A starken Netzteils ist der Akku jedoch schnell aufgeladen. Ein Ladevorgang dauert von 0 auf 100 Prozent lediglich eine Stunde.

In unserem zweiten Testgarten mit teils sehr steilen Stellen zeigt der Sunseeker X7, wozu ein Allrad-Antrieb nützlich ist. Während bei dem Ecovacs Goat A3000 Lidar bei einer Querfahrt der Kippsensor ausschlägt und er diesen Bereich nur in der Falllinie bemähen kann, zeigt der Sunseeker X7 dank Allrad-Antrieb, egal in welcher Mährichtung, keine Schwächen. Aufgrund des rasenschonenden Drei-Rad-Antriebs ist er in unserem steilen Testgelände sogar den Mammotion-Modellen überlegen, die beim Manövrieren auf feuchtem Untergrund den Rasen beschädigen können.

Modelle und Preise: Was kostet der Sunseeker X7?

Der Sunseeker X7 kostet regulär knapp 2500 Euro. Derzeit gibt es kein günstigeres Angebot. Sein Tiefstpreis lag bei 2198 Euro. Vielleicht wird er zur Black Week wieder günstiger.

Neben dem X7 bietet Sunseeker mit dem X7 Plus noch ein Modell, das mit einem 10 Ah starken Akku ausgestattet und für eine Rasenfläche von bis zu 6000 m² ausgelegt ist. Der Sunseeker X5 für 2000 m² bietet zwar ebenfalls einen Allrad-Antrieb, unterscheidet sich gegenüber den Top-Modellen aber durch eine kleinere Schnittbreite von 22 cm.

Welche Smart-Home-Plattformen unterstützt der Sunseeker X7?

Mithilfe von Google Assistant und Amazon Alexa können Anwender den Sunseeker X7 auch per Sprache steuern. Anders als für Mammotion steht für Home Assistant allerdings keine Integration zur Verfügung. Inzwischen steht auch eine Community-Integration für Home Assistant (Bestenliste) zur Verfügung, mit der man den Sunseeker X7 vollständig steuern kann. Dashboard-Vorlagen für Pläne, Kontrolle und Zonen gibt es ebenfalls.

Dank einer Community-Integration auf Basis der Sunsseker-Cloud steht der X7 auch unter Home Assistant zur Verfügung.

Fazit

Der Sunseeker X7 ist für große Rasenflächen mit bis zu 3000 m² ausgelegt. Im Test bestätigt er diesen Anspruch dank einer großen Schnittbreite von 35 cm und einem starken Akku mit 5 Ah, der außerdem mit dem 5 A starken Netzteil schnell wieder aufgeladen ist. Gefühlt ist der Sunseeker X7 immer einsatzbereit.

Gegenüber dem Vier-Rad-Antrieb der Mammotion-Modelle erklimmt er mit seinem Drei-Rad-Antrieb zwar nicht ganz so steile Steigungen. Doch dafür ist er wendiger, wiegt weniger und geht trotz Allrad-Antrieb schonend mit dem Rasen um.

Die App erlaubt die Anpassung der Betriebsparameter wie Schnitthöhe, Geschwindigkeit und Mährichtung nach Zonen. Hervorragend.

Wie andere RTK-Mäher hat er unsere Engstelle zu einer Rasenzone im Testgarten nicht geschafft. Hier sind Lidar-basierte Mähroboter wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar und der Dreame A2 klar im Vorteil.

Die Hinderniserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Unseren Hund hat er großräumig umfahren.

Die Hinderniserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Erkannte Objekte wie Hunde, Katzen oder kleinen Bällen umfährt er großzügig. Teilweise reagiert die Hinderniserkennung aber auf in der Rasenfläche eingelegte Platten, mit dem Ergebnis, dass hier ein wenig Rasen nicht gemäht wird. Mit dem neuesten Firmware-Update hat Sunseeker das Problem behoben. Jetzt mäht der X7 auch den Rasen auf einer mit Terrassensteinen durchsetzten Fläche.

Der Abstand vom Mähteller zur Außenkante des Gehäuses beträgt etwa 8 cm, sodass Rasen ungemäht bleibt, wenn diese von Randsteinen oder Zäunen begrenzt ist.

Insgesamt ist der Sunseeker X7 für große Rasenflächen mit starken Steigungen eine ausgezeichnete Wahl, wenn der RTK-Empfang gewährleistet ist. Sind Zonen durch enge Übergänge miteinander verbunden, sind Lidar-basierte Modelle aber besser geeignet. Mit einem Preis von aktuell 2500 Euro ist der Sunseeker X7 zwar kein Schnäppchen, aber angemessen bepreist.

Update 8.9.2025: Angaben zum Firmware-Update und Integration für Home Assistant ergänzt.

Mähroboter Hookii Neomow X im Test: auch ohne GPS präzise

Drahtloses Mähen per Lidar und Kamera auf großen Flächen bis 4000 m², einfache App mit allen wichtigen Funktionen – das ist der Hookii Neomow X im Test.

VORTEILE

  • gute Navigation und Objekterkennung dank Lidar und Kamera
  • für große Flächen und ordentliche Steigung
  • gute App mit allen wichtigen Funktionen inkl. Kartenkorrektur
  • Lidar für Navigation in GPS-problematischer Umgebung
  • 4G-Option für Fernzugriff ein Jahr inklusive

NACHTEILE

  • an Kanten bleibt Rand, unter niedrigen Zweigen kein Mähen
  • nicht für sehr schmale Durchfahrten geeignet
  • Mäher könnte leiser sein (Fahrgeräusche und Lidar)

Drahtloses Mähen per Lidar und Kamera auf großen Flächen bis 4000 m², einfache App mit allen wichtigen Funktionen – das ist der Hookii Neomow X im Test.

Seit fast drei Jahren gibt es jetzt Mähroboter ohne Begrenzungsdraht, die per Kamera, GPS oder Lidar navigieren – oder mit einer Mischung daraus. Auch der Hookii Neomow X gehört zu den Geräten, die auf mehrere Techniken setzen. Statt Begrenzungsdraht verwendet er sogenanntes 3D-Lidar-Slam, also Lidar (Light Detection and Ranging) und eine Kameralösung. GPS gibt es zwar auch, es dient aber lediglich dem Schutz gegen Diebstahl – genauso wie eine 4G-Verbindung, die nur zur Kommunikation dient.

Der Hersteller zielt auf mittelgroße bis große Grundstücke, als Zahl nennt er dabei maximal 4000 m². Das Pro-Modell schafft sogar 6000 m², die Lite-Version „nur“ 3000 m². Die Steuerung erfolgt dabei bequem per App, in der man Mähzonen, Korridore und No-Go-Zonen erstellt. Neben weiteren Funktionen gibt es dabei auch eine Korrekturmöglichkeit, sodass bei einem kleinen Fehler beim Anlernen nicht immer gleich der ganze Bereich neu kartiert werden muss. Alles ist aber nicht perfekt, wie der Test zeigt.

Design und Verarbeitung

Der Hookii Neomow X ist ein ziemlicher Klotz. Die Abmessungen liegen laut Hersteller bei 52 × 51 × 34 cm. Das Nettogewicht wird für die X-Variante mit 22,7 Kilogramm angegeben. Damit ist der Roboter kein Leichtgewicht, lässt sich aber zu Wartungszwecken noch handhaben – auch wenn es keine dedizierten Tragemöglichkeiten gibt. Optisch wirkt der Mäher sogar noch stämmiger als die Daten vermuten lassen. Sein graues Kunststoffgehäuse ist wuchtig, schnörkellos und nur von vorn gesehen schick. Aus allen anderen Blickwinkeln dominiert trotz der geschwungenen Oberseite seine wenig moderne Kastenform rund um die großen vorderen Räder.

Hookii Neomow X: Mit Lidar navigiert der Neomow X zuverlässig auch unter Bäumen oder zwischen hoch aufragenden Gebäuden, wo GPS-gestützte Modelle Schwierigkeiten haben.

Auf der Oberseite sitzt vorn der charakteristische Lidar-Turm in Form einer Tischtennisball-großen Halbkugel aus Glas – ganz ähnlich wie bei den Modellen Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und Dreame A2 (Testbericht). Dahinter sind ein einfaches Bedien-Panel sowie die typische rote Stopp-Taste für Notfälle. Ein Display gibt es nicht. Auf der Vorderseite fällt ein voluminöser mechanischer Stoßfänger ins Auge, außerdem der beleuchtete Hookii-Schriftzug sowie eine einzelne Kameralinse. Zudem ist weiter oben der Regensensor platziert. Die Seiten sind vorn hochgezogen, sodass die großen, stollenbewährten Räder frei zu sehen sind. Dahinter wird das Grau-Schwarze Chassis bis auf wenige Zentimeter heruntergezogen – gut für die Sicherheit, theoretisch schlecht für Geländegängigkeit und auch nicht sonderlich elegant.

Unter dem Gerät sitzt eine rotierende Mähscheibe mit stolzen 28 cm Schnittbreite und fünf Klingen. Nur ein Teil der Klingen schaut aus einer darüber installierten Abdeckung hervor, die soll für weniger Verklumpen von nassem Gras unter dem Gehäuse sorgen. Hinten installiert der Hersteller zwei Stützräder, die in alle Richtungen schwenken können, allerdings nicht angetrieben sind. Zum Reinigen darf wie üblich der Gartenschlauch, nicht aber ein Hochdruckstrahler verwendet werden.

Die Ladestation ist zwar nicht sehr voluminös, mit ihrer blauen Reflektorfolie, die dem Mäher auf Lidar-Höhe beim „Einparken“ helfen soll, aber trotzdem ausgesprochen auffällig. Positiv: Sie darf auch abseits von Mähzonen platziert werden.

Hookii Neomow X: Die Schnittbreite beträgt 28 cm.

Inbetriebnahme und App

Die Inbetriebnahme beginnt mit der Platzierung der Ladestation an einer gut zugänglichen Stelle mit freier Anfahrt. Der Neomow X wird per Bluetooth und WLAN mit der App gekoppelt. Ein 4G-Dienst ist für ein Jahr mit einer SIM-Karte und begrenztem Datenvolumen (etwa 1 GB) vorgesehen. Danach ist eine kostenpflichtige Verlängerung erforderlich. Einen Schacht für eine Nano-SIM-Karte gibt es, theoretisch müsste also eine eigene SIM besorgt und eingelegt werden können. Das konnten wir im Test aber nicht überprüfen. Die 4G-Konnektivität empfiehlt sich, wenn der Mäher bei großen Gärten abseits des heimischen WLANs arbeitet oder um bei Diebstahl Meldung zum Standort zu erhalten.

Eine GPS-Antenne gibt es nicht, folglich muss man sich über deren optimale Positionierung auch keine Gedanken machen. Entsprechend geht es nach dem Verbinden mit der Neomow-App direkt los. Zum Erstellen von Mäh- und No-Go-Zonen fährt der Nutzer den Neomow X wie von anderen Modellen gewohnt per Smartphone als Fernbedienung einmal an den Grenzen entlang. Danach werden Korridore zwischen den Zonen und einer zur Ladestation erstellt, sofern diese nicht direkt an der Rasenfläche positioniert ist.

Die Verbindungswege müssen nach Angaben des Herstellers mindestens 77 cm breit sein, damit der Mäher sie passieren kann. Die Steuerung ist nach einigen Updates inzwischen feinfühliger als zu Verkaufsbeginn. Wer hier nicht zu schnell unterwegs ist, kann die Grenzen seiner Rasenfläche problemlos zentimetergenau abfahren. Zu beachten ist dabei, dass der Neomow X wegen des Vorderrad-Antriebs hinten ausschwenkt – an Zäunen oder Mauern sollten Nutzer also nicht zu eng vorbeifahren, wenn anschließend enge Innenkurven geplant sind. Der Hersteller empfiehlt generell 5 cm Abstand zur eigentlichen Grenze.

Die App selbst ist recht übersichtlich. Das liegt auch daran, dass Hookii dem Nutzer weniger Features als etwa Mammotion bietet. Dennoch sind alle wichtigen Funktionen dabei. Besonders wichtig: Es lassen sich Mähzonen bearbeiten, um etwa einzelne Grenzbereiche zu verändern, ohne gleich die ganze Mähzone neu anlegen zu müssen. In der App finden sich zudem Modi für hohes Gras, tägliche Pflege und eine leistungsbetonte Variante. Zudem dürfen Nutzer Parameter wie Schnitthöhe in Stufen zwischen 3 und 8,5 cm, Fahrgeschwindigkeit zwischen 0,2 und 0,6 m/s, Bahnenüberlappung von 14 bis 28 cm, Mähwinkel manuell, automatisch oder wechselnd sowie die Höhe der Hinderniserkennung von in einer eigenen Vorlage anpassen. Die Schnitthöhenanpassung erfolgt dann automatisch per Motor. Features wie einen Planer für Wochentage und Uhrzeiten, manuelles Mähen, Eingriff auf die Objekterkennung und Firmware-Updates sowie eine Anzeige der Betriebszustände gibt es in der App ebenfalls.

Hookii Neomow X: Mit der App lässt sich der Mähroboter in allen wesentlichen Punkten konfigurieren. Sie erlaubt außerdem die Korrektur einer Karte, was nicht jeder Mähroboter zu bieten hat.

Weitere Optionen betreffen das Mähen bei Regen und ob der Mäher einfache Linien oder ein Schachbrettmuster mähen soll. Hinzu komme Einstellungsmöglichkeiten, ob der Mäher Hindernisse per Kamera vermeiden soll, wie er zurück zur Ladestation findet (auf dem schnellsten Weg oder entlang der Grenzen) und ob er beim Mähen der Grenzen die Hinderniserkennung abschalten soll. Der Mäher kann auf Geheiß auch im Regen mähen, ansonsten lässt sich die Sensibilität für den Regensensor einstellen und sogar eine Wettervorhersage mit in die Mähplanung einbeziehen. Auch eine Option für „nur Grenzen mähen“ gibt es, und der leuchtende Hookii-Schriftzug, der rot bei Fehlern, grün bei Inaktivität und blau beim Arbeiten leuchtet, kann inzwischen ganz oder zeitlich begrenzt abgeschaltet werden.

Vermisst haben wir anfangs lediglich ein Log, aus dem hervorgeht, welche Aufgaben der Mäher zuletzt absolvierte. Das ist allerdings nur etwas umständlich auf der Startseite des Mähers unter den Buttons „Eintrag“ und dem gleichnamigen Reiter versteckt, aber vorhanden. Allerdings wirkt die Darstellung der bereits gemähten Fläche etwas an den Rändern ausgefranst – das ist aber nur eine Frage der Darstellung, tatsächlich mäht der Mäher lückenlos.

Navigation und Hindernisvermeidung

Kern der Positionsbestimmung ist beim Hookii Neomow X das oben auf dem Gehäuse installierte 3D-Lidar-Slam. Dabei handelt es sich um einen schwachen drehbaren Laser, der der mittels zehn- oder sogar hunderttausender Lichtpunkte die Umgebung in unterschiedlicher erfasst und so in Echtzeit zusammen mit weiteren IMU-Daten wie Beschleunigung oder Lage eine punktgenaue 3D-Karte erstellt (Slam – Simultaneous Localization and Mapping). Im Gegensatz zu Modellen wie dem Dreame A2 (Testbericht) lässt sich die 3D-Karte beim Hookii leider nicht einsehen.

Der Mäher fährt dank der 3D-Umgebungskarte planvoll in geraden Bahnen und navigiert so zentimetergenau. Eine Kamera ergänzt die Erkennung, identifiziert größere Objekte und erkennt Menschen und Tiere. Zusätzlich arbeitet ein mechanischer Stoßfänger als letzte Absicherung. Der Hersteller nennt für die Hinderniserkennung Mindestmaße von 1 cm Breite oder 15 Zentimeter Höhe für die erkennbaren Objekte – theoretisch werden also auch winzige Gegenstände erkannt. Sehr flache, bodennahe Gegenstände können allerdings durchflutschen. Kabel, Schläuche, Seile oder dünne Äste sollten daher vor dem Start entfernt werden.

Hookii Neomow X: Die Ladestation ist zwar nicht sehr groß, aber mit der blauen Reflektorfläche, die dem Mähroboter helfen soll zurückzufinden, sehr auffällig.

Die maximale Steigfähigkeit ist mit 24 Grad respektive 45 Prozent angegeben. Die grobstolligen und großen Räder scheinen dazu gut zu passen. Wie immer gilt, bei Feuchtigkeit können die Räder schon mal durchdrehen. Im Test passierte das bei manueller Fahrt, etwa, wenn der Mäher von dichtem Gestrüpp aufgehalten wurde – oder an stärkeren Steigungen. Die Roboter überfährt Hindernisse mit einer Höhe von bis 5 cm, aus dem Boden ragende Wurzeln sollten also nicht zu groß sein. Bei sehr unebenem Gelände sollte zudem nicht eine besonders niedrige Mähhöhe gewählt werden. Trotz schwimmendem Mähdeck kann die Mähscheibe dann nämlich aufsetzen, was in einer Fehlermeldung resultiert. Inzwischen kann die aber per App gelöscht und das Mähen fortgesetzt werden. Anfangs klappte das nur am Mäher selbst.

Engstellen erfordern Aufmerksamkeit: Durchgänge unter 77 cm Breite sind nicht vorgesehen und wurden vom Neomow X folgerichtig auch nicht verlässlich durchfahren. Um sicherzugehen, empfiehlt der Hersteller Rasenbereiche ab 150 cm Breite. Tatsächlich konnten wir das nicht testen, denn der Roboter weigerte sich beharrlich, eine kleine Teilfläche neben dem Haus zu erlernen, die ohne schmale Zufahrt nicht erreichbar ist. Das Problem war aber offenbar nicht die Engstelle, sondern die Kartierung: Irgendwann erkannte der Mäher seine tatsächliche Position nicht mehr und wähnte sich jedes Mal wieder auf der bereits zuvor angelernten Fläche. Eine ordentliche Erstellung der zusätzlichen Fläche war so nicht möglich. So etwas hatten wir auch noch nicht …

Beim Mähen des Randes gibt es leider zwei Probleme. Konstruktionsbedingt bleibt wegen des Sicherheitsabstands zwischen Messern und Gehäuserand ein Reststreifen von 10 bis 15 cm stehen. Zudem fährt der Mäher trotz speziellem Randmodus oder sogar ausgeschalteter Objekterkennung nicht unter überhängenden Zweigen, da er diese per Lidar als festes Hindernis erkennt. Zumindest teilweise Abhilfe schafft hier nur die Möglichkeit, die „Hindernisvermeidungshöhe“ auf 10 cm zu senken. Alles mäht der Neomow X aber auch dann nicht.

Während die Navigation per Lidar-Sensor in diesem Punkt nachteilig ist, bietet sie anderswo klare Vorteile. So benötigt der Mäher keine freie Sicht in den Himmel, um ein ausreichend starkes Satellitensignal zu finden. Das ist ein Vorteil unter Bäumen, Vordächern und nah an großen Objekten wie Häusern. Allerdings können dichtes Blattwerk, reflektierende Flächen und abrupt wechselnde Lichtverhältnisse zumindest die visuelle Erkennung des Neomow X per Kamera beeinflussen. Komplett darauf verlassen sollte man sich also nicht, auch wenn das Ausweichen vor Hindernissen im Test zuverlässig funktionierte. Immerhin gibt es den Frontbumper als letzte Sicherungs-Instanz – das ist bei Modellen wie einem Mammotion Yuka Mini (Testbericht) anders.

Die Rückkehr zur Station erfolgt wahlweise auf direktem Weg oder entlang des Randes und machte im Test keinerlei Probleme.

Mähleistung im Alltag

Der Neomow X fährt systematisch schön gerade Bahnen ab. Das Schnittbild bei typischem Nutzrasen ist bei regelmäßiger Maht in kurzen Intervallen gleichmäßig, aus täglicher oder zweitäglicher Pflege resultiert ein sauberer, kurzer Rasenteppich. Auch für das erste Mähen im Frühling ist der Neomow X gut gewappnet. Dafür gibt es den Modus „Hohes Gras“. Laut Hersteller kommt der Mäher mit bis etwa 15 cm hohen Halmen zurecht. So hoher Rasen sollte in mehreren Durchgängen mit Schritt für Schritt abnehmender Schnitthöhe abgetragen werden, um dem Gras nicht zu viele Nährstoffe zu entziehen und es dem Mäher nicht unnötig schwer zu machen. Außerdem muss so anschließend kein langer Grasschnitt entsorgt werden. Wer noch mehr Wildwuchs hat, sollte einen Blick auf den Lymow One (Testbericht) mit Kettenraupen und Mähbalken statt Messern werfen.

Der Rasen zeigt bei trockenen Verhältnissen nach dem Mähgang ein sauberes Bild. Der Mulchschnitt verschwindet in der Grasnarbe und sorgt bei kontinuierlicher Pflege für Nährstoffrückführung. Fahrspuren bleiben zwar durch die relativ hohe Masse und mehr oder weniger breite Räder vorübergehend sichtbar, im Laufe der Stunden nach dem Mähen richten sich die Halme aber wieder auf. Auf sehr weichem, feuchtem Boden mit wenig Gras können allerdings Abdrücke an Wendepunkten entstehen. Variierte Startpunkte schaffen Abhilfe und manuelle oder automatische Winkeldrehungen der Fahrbahnen.

Hookii Neomow X: Der Hookii-Schriftzug leuchtet während des Mähens in Blau, in Rot bei Fehlern und in Grün bei Inaktivität. Die Funktion lässt sich in der App ausschalten.

Während der Innenraum von Grasflächen insgesamt optimal bearbeitet wird, sind Randbereiche die Achillesferse des Hookii Neomow X. Durch den bauartbedingten Abstand zu höheren Hindernissen wie Zäunen oder Mauern bleibt ein rund 10 bis 15 cm breiter Saum stehen. Das kann an Stellen mit ausreichend breiten Randsteinen oder an Terrassen, auf denen der Mäher halb Stein und halb Rasen befahren kann, minimiert oder ganz eliminiert werden. Allerdings sorgt Lidar als Navigationsmethode zu den bereits beschriebenen Problemen: Der Mäher will einfach nicht unter überhängenden Ästen und Zweigen fahren, weil er sie als feste Hindernisse ansieht. Je nach Höhe des Pflanzenüberhangs reicht dann auch das Herabsetzen der Erkennungshöhe nicht, und das Gras wächst an entsprechenden Stellen munter in den Himmel.

Hindernisse wie Bälle, Blumentöpfe, Stühle oder Spielzeug werden in der Regel erkannt und umfahren. Sehr flache Gegenstände, dünne Seile oder Gartenschläuche sind problematischer – sie können, müssen aber nicht zwingend erkannt werden. Lebewesen wie Haustiere und Igel werden besonders aufmerksam beachtet und ebenso vorsichtig umfahren. Mit einer Igel-Attrappe gab es keinerlei Probleme. Eine Garantie für jede Situation gibt es aber wie immer nicht, weshalb wir auch beim Neomow X dringend von Nachtfahrten und generell unbeaufsichtigtem Mähen abraten. Wer dennoch bei Nacht mäht, sollte die örtlichen Auflagen beachten. In Leipzig gilt etwa ein Nachtfahrverbot für Mähroboter, das bei Nichteinhaltung eine Strafe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann.

Als einer von wenigen Mährobotern unterstützt der Hookii Neomow X eine Anpassung der kartierten Rasenfläche. Bei den meisten anderen Modellen müssen Anwender den kompletten Bereich neu kartieren.

Bei all den beschriebenen Aufgaben ist der Hookii Neomow X nicht übermäßig laut. Maximal 60 Dezibel verspricht der Hersteller, das passt zu unseren Messungen und geht in Ordnung. Tatsächlich ist es nicht die Lautstärke, sondern die Art der Geräusche des Roboters, die nicht immer gefällig sind. So vernimmt man immer wieder leises Knarren und Knacken während des Mähvorgangs, deutlich lauter ist aber das konstante, tiefe Brummen des drehenden Lidar-Sensors. Obwohl auch dieses Geräusch nicht übermäßig laut ist, ist die Stille, wenn es nach der Rückkehr in die Ladestation aufhört, irgendwie erleichternd. Neben diesen Geräuschen sind auch die Getriebe des Antriebs zu vernehmen, primär bei schneller Fahrt. Auch dann stören sie dabei aber weit weniger als beim Kärcher RCX 6 (Testbericht). Der Mähmotor ist hingegen nur in nächster Nähe zu vernehmen. Nachts kommt eine andere Art der „Belästigung“ hinzu: Während der Hookii-Schriftzug vorn am Mäher nachts entweder gedimmt oder ganz ausgeschaltet werden kann, leuchtet die kleine LED oben am Mäher und noch viel stärker, die grüne Lade-LED der Basisstation viel zu hell weiter.

Akku

Der Neomow X nutzt einen Lithium-NMC-Akkupack mit 13 Ah bei 18 Volt. NMC verspricht höhere Energiedichte und bessere Leistung bei Kälte als LFP, ist dafür aber etwas teurer und nicht ganz so zyklenfest. Der Hersteller nennt innerhalb des ersten Jahres eine Restkapazität von mindestens 80 Prozent als Richtgröße. Normalerweise liegen NMC-Akkus nach 1000 bis 2000 Zyklen bei rund 80 Prozent.

Die Herstellerangabe sieht bis zu 120 Minuten Laufzeit unter Normalbedingungen vor, die Ladezeit liegt bei rund 180 Minuten. Die Pro-Variante steigert die Kapazität auf 17,5 Ah und erreicht bis zu 180 Minuten Laufzeit. Im dichten, nassen oder hohen Rasen sinkt die Nettofläche pro Zyklus, auf großen freien Flächen steigt sie. Für unsere verwinkelte Haupt-Testfläche von etwas über 300 m² reicht eine Ladung aber immer locker aus, meist waren hinterher noch über 50 Prozent Restladung vorhanden. Im Schnitt benötigte der Mäher dafür – abhängig von der Fahrtgeschwindigkeit – etwa 2,5 Stunden. Das passt nicht mit den Herstellerangaben zusammen, ist aber ordentlich.

Preis

Der Straßenpreis für den Neomow X bis 1500 m² liegt aktuell (Stand 4/2026) bei 1700 Euro (400-Euro-Coupon). Das SE-Modell (bis 3000 m²) kostet inklusive Garage aktuell 2099 Euro.

Fazit

Der Hookii Neomow X kann nach zahlreichen Firmware-Updates im Vergleich zu unserem abgebrochenen ersten Testversuch vor etlichen Monaten inzwischen überzeugen. Die 3D-Lidar-Slam-Navigation arbeitet verlässlich und strukturiert, und auch die Objekterkennung ist in den meisten Fällen einwandfrei. Zudem ist das Schnittbild auf der Fläche sehr sauber. Die App wirkt auf den ersten Blick fast etwas rudimentär, dennoch sind alle wesentlichen Funktionen inklusive Korrektur-Optionen von Grenzen vorhanden. Die Kombination passt insgesamt, primär zu Gärten mit großen, offenen Flächen, mit vielen Bäumen oder nahen, hohen Gebäuden, die zwar GPS, nicht aber Lidar stören können.

Schwächen gibt es aber auch. Für enge, verwinkelte und vielleicht auch noch stark bewachsene Gärten ist der Neomow X nichts. Denn er ist insgesamt groß und schwer, mag keine schmaleren Durchfahrten als 77 cm und will partout nicht unter auf die Rasenfläche hängende Zweige fahren. An Kanten bleibt daher nicht nur bauartbedingt ein Streifen stehen, sondern unter solchen Pflanzen macht sich schnell unbearbeiteter Wildwuchs breit. Hinzu kommt eine moderate, aber gut zu hörende Geräuschkulisse – gerade bei höherer Fahrtgeschwindigkeit.

Anthbot Genie 3000 im Test: Mähroboter mit RTK und vier Kameras für große Gärten

Der Genie 3000 von Anthbot ist ein RTK-Mähroboter, der für einen vergleichsweise niedrigen Preis einiges zu bieten hat. Doch überzeugt er auch in der Praxis?

VORTEILE

  • Lange Betriebszeit
  • ausgezeichnete Zonenverwaltung
  • Randschnitt konfigurierbar

NACHTEILE

  • passiert Engstelle im Test-Garten nicht (wie alle RTK-Modelle)
  • teilweise erratische Navigation durch Update behoben
  • App könnte mehr technische Daten wie RTK-Empfangsqualität anzeigen

Der Genie 3000 von Anthbot ist ein RTK-Mähroboter, der für einen vergleichsweise niedrigen Preis einiges zu bieten hat. Doch überzeugt er auch in der Praxis?

Der aus einem Kickstarter-Projekt hervorgegangene Anthbot Genie 3000 bietet mit einem 10-Ah-Akku eine lange Betriebszeit. Die wird auch benötigt. Schließlich ist das Gerät für Gartengrößen bis 3600 m² vorgesehen. Dank integriertem 4G-Dienst, der für ein Jahr kostenlos ist, lässt er sich von unterwegs jederzeit steuern. Zudem soll er mit den vier Kameras nicht nur fehlerfrei navigieren, wenn das RTK-Signal mal unter Bäumen nicht empfangbar ist, sondern auch zahlreiche Hindernisse erkennen. Gemessen an der Ausstattung ist der kabellose Mähroboter mit einer Preisempfehlung von 1699 Euro relativ günstig. Aktuell gibt es ihn sogar im Angebot mit einer Garage für 1359 Euro. Ob sich die Investition in den Anthbot Genie 3000 lohnt, zeigt unser Testbericht.

Anthbot Genie 3000: Design, Ausstattung, Funktionen

Der Anthbot Genie 3000 fällt mit 41 × 27 × 64 Zentimetern (BHL) und einem Gewicht von 13 Kilogramm im Vergleich zu anderen Mährobotern, die für eine Rasenfläche von 3000 m² und größer gedacht sind, relativ kompakt und leicht aus. Der Mammotion Luba 2 AWD ist etwa 5 Zentimeter länger, 10 cm breiter und über 5 kg schwerer. Diese Kompaktheit hat aber ihren Preis. Während der Luba 2 AWD eine Schnittbreite von 40 cm bietet und so beim Mähvorgang entsprechend schnell voranschreitet, begnügt sich der Anthbot Genie 3000 mit einer Schnittbreite von gerade einmal 20 cm. Die großen Hinterräder bieten ein großes Profil, sodass der Genie 3000 auch steilere Stücke bis zu 45 Prozent Steigung schafft.

Die vier Kameras zur Optimierung der Navigation sowie der Erkennung von Objekten befinden sich an der Front und an den Seiten. Der 10-Ah-Akku bietet eine Betriebszeit von vier Stunden. Das ist enorm und erlaubt dem Genie 3000 auch größere Rasenflächen in einem Stück zu mähen. Außerdem ist er austauschbar und unterstützt ein schnelles Aufladen innerhalb von zwei Stunden. Ein Ersatz-Akku kostet für den Genie 3000 329 Euro.

Die Mähscheibe bietet fünf Klingen, eine Modifikation der Drehgeschwindigkeit wie bei Mammotion-Mährobotern ist allerdings nicht möglich. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Mähroboter noch eine RTK-Empfangseinheit mit Erdstab, die Strom direkt von der mitgelieferten Ladestation erhält. Es gibt zwar ein RTK-Verlängerungskabel, sodass man die Antenne einige Meter vom Aufstellort der Ladestation platzieren kann, dennoch hätte uns eine Antenne mit Netzteil, weil flexibler positionierbar, besser gefallen. Wie üblich muss die Ladestation auf einer ebenen Fläche stehen. Laut Handbuch soll man sie entweder auf dem Rasen oder an der Rasengrenze aufstellen. Mäher, Ladestation und RTK-Antenne sind nach IPX6 gegen starkes Strahlwasser geschützt. Eine Garage ist also nicht unbedingt nötig, kann aber sinnvoll sein, wenn der Aufstellort starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Die kann in der Praxis für eine Erwärmung des Akkus sorgen, sodass der Mähroboter seine Arbeit nicht beginnen kann. Das gilt allerdings für sämtliche Modelle.

Das Gehäuse in Anthrazit-Grau ist einwandfrei verarbeitet. Beim ersten Kontakt bemerkt man allerdings, dass es recht wacklig ist. Der Grund dafür ist recht simpel: Es dient damit zusätzlich als Bumper, auf den die Steuerung entsprechend korrigierend eingreift, wenn der Genie 3000 Kontakt mit Objekten hat. Auf der Oberseite befindet sich wie üblich der Not-Aus-Schalter. Darüber befinden sich drei Soft-Touch-Schalter sowie ein Display. Nach dem Einschalten gibt man über diese den vierstelligen PIN-Code ein. Erst danach ist das Gerät betriebsbereit. Überdies kann man mit den Tasten den Mähroboter ein- und ausschalten, einen Mähvorgang starten oder ihn zurück zur Ladestation schicken. Unterhalb des Not-Aus-Schalters sitzt der Regensensor, der dafür sorgt, dass bei Regen der Genie 3000 seine Arbeit einstellt und zur Ladestation zurückkehrt. Hört der Regen auf, setzt der Mähroboter innerhalb einer per App definierten Zeit (0 bis 8 Stunden) den Mähvorgang fort.

Ausgestattet ist der Genie 3000 außerdem mit einer 4G-SIM-Karte, für die im ersten Jahr keine Servicegebühr anfällt. Danach kann man den Dienst innerhalb der App verlängern. Über den 4G-Dienst ist der Roboter auch dann erreichbar, wenn er sich außerhalb der Reichweite des heimischen WLANs befindet. Zudem kann der Genie 3000 damit einen Alarmton von sich geben, wenn sich das Gerät fünf Meter außerhalb der Rasengrenze befindet. Diese Funktion muss man in der App über die Option Diebstahlschutz-Modus aktivieren.

Aufstellort, Inbetriebnahme, Kartierung und Konfiguration

Die Inbetriebnahme sollte dank einer großformatigen Schnellstart-Anleitung schnell erledigt sein. Das mitgelieferte Handbuch, das elektronisch auch innerhalb der App zur Verfügung steht, bietet zusätzliche Informationen. Überdies hat Anthbot Videos zur Inbetriebnahme und Konfiguration sowie zur Wartung des Mähroboters veröffentlicht. Damit sollten selbst Anfänger kein Problem haben, einen passenden Aufstellort zu finden und den Mähroboter mit der Anthbot-App einzurichten. Letztlich muss man bei der Wahl des Aufstellorts nur darauf achten, dass die RTK-Antenne Satellitensignale empfangen kann. Im Erfolgsfall signalisiert die RTK-Antenne dies mit einer grün leuchtenden LED.

Anthbot Genie 3000: Pro Zone kann man die Mähhäufigkeit, die Schnitthöhe, die Hinderniserkennung sowie die Mährichtung konfigurieren.

Nachdem der Mähroboter mit der Anthbot-App, – die leider nicht für Tablets, sondern nur für Smartphones optimiert ist, – über das heimische 2,4-GHz-WLAN verbunden wurde, erfolgt als Erstes die Kartierung. Hierbei kann man zwischen automatischer und manueller Kartierung wählen. Bei Gärten mit fester Begrenzung kann die automatische Kartierung funktionieren, dennoch bekommt man mit der manuellen Kartierung eine präzisere Karte hin. Wer also an einem optimalen Mähergebnis inklusive gutem Randschnitt interessiert ist, wählt die manuelle Kartenerstellung. Bei Rasenflächen, wie in unserem Test-Garten, mit offenen Übergängen und über einen schmalen Pfad verbundenen Bereichen, ist die automatische Kartierung keine Option. Hier ist die manuelle Erstellung Pflicht.

Bei der manuellen Kartierung steuert man den Mähroboter über die App an der Rasengrenze entlang, bis man wieder zum Ausgangspunkt kommt. Die Kartenerstellung stoppt dann automatisch und speichert die Karte ab. Mit der App kann man anschließend Zonen anlegen, um den Garten sinnvoll aufzuteilen. Das ist etwa dann empfehlenswert, wenn zur Rasenfläche Bereiche gehören, die der Roboter mit einer global eingestellten Mährichtung nicht optimal mäht. So kann man pro Zone nicht nur die Mährichtung festlegen, sondern auch die Anzahl der Mähvorgänge (1 oder 2), die Schnitthöhe (3–7 cm) und die Empfindlichkeit der Kameras zur Objekterkennung (hoch, mittel, niedrig). Letztere lässt sich auch ganz deaktivieren, was etwa in Gärten sinnvoll sein kann, wenn angrenzende Sträucher mit ihren Ästen in die Rasenfläche hineinreichen. In diesem Fall mäht der Roboter die darunterliegende Rasenfläche nicht, weil er die Äste als Hindernis erkennt und sie umfährt. Wer die „Visuelle Inspektionseinstellung“ komplett deaktiviert, sollte aber bei Gärten mit Gefahrenbereichen wie Beete, Schwimmbecken und innerhalb der Rasenfläche stehende Bäume oder Sträucher entsprechende No-Go-Zonen anlegen, um sicherzustellen, dass der Genie 3000 diese Bereiche unter keinen Umständen befährt.

Neben der Möglichkeit, die Rasenfläche in Zonen aufzuteilen, um den Rasenschnitt individuell in puncto Mährichtung und Schnitthöhe anzupassen, bietet die Anthbot-App, wie könnte es anders sein, auch noch eine KI-Funktion. Damit soll der Genie 3000 die Mähstrategie an das Wachstum des Rasens anpassen. Bei dieser Option lässt sich allerdings nur die Zeit sowie Wochentag und Schnitthöhe für die gesamte Rasenfläche einstellen. Die individuellen Einstellmöglichkeiten für die Zonen in Verbindung mit einem Zeitplan gefallen uns für unseren anspruchsvollen Test-Garten jedoch besser. So lassen wir den Mähroboter 3x die Woche für die ihm zugänglichen Bereiche mähen. Leider lässt sich das Randmähen nur manuell durchführen und nicht per Zeitplan festlegen.

Anthbot Genie 3000 im Praxiseinsatz

Der Anthbot Genie 3000 mäht unsere Rasenflächen in gleichmäßigen Bahnen, auch wenn die Vorderräder nicht sehr spurtreu sind und auf unebenem Untergrund zu leichten Schlangenlinien neigen. Dennoch kann sich das Mähergebnis sehen lassen. Auch Beschädigungen am Rasen bleiben aus. Allerdings ist das bei aktuellen Robotern bei den derzeit trockenen Verhältnissen kein nennenswertes Problem. Auf nassem Untergrund sollte man die Geräte ohnehin nicht zur Arbeit schicken.

Das Randmähen gehört standardmäßig allerdings nicht zu seinen Stärken. Hier lässt er mehr Abstand als nötig. Hinzu kommen bauartbedingt noch etwa 12 cm (Abstand vom Gehäuserand zum Messerteller). Hier arbeiten die Ecovacs-Modelle A3000 Lidar und A1600 RTK mit einem Abstand vom Rand zum Messerteller von nur 5 cm deutlich effizienter. Doch das Problem kann teilweise behoben werden, indem man in der App unter „Rand“ die Grenzen der Rasenfläche unterteilt und die Randüberlappung (5–20 cm) je nach Bereich anpasst.

Mit der niedrigsten Einstellung fährt er direkt am Rand, während er mit den anderen Werten diesen in einer bestimmten Breite überfährt. Letzteres ist etwa sinnvoll, wenn an den Rasen eine nicht bewachsene Fläche auf gleicher Ebene grenzt. Wird die Mähfläche hingegen von wenigen Zentimetern hohen Randsteinen begrenzt, ist erstere Einstellung empfehlenswert. Damit verbessert sich das Mähergebnis an der Rasengrenze erheblich. Allerdings muss man den Rand zusätzlich mähen lassen. Das ist zwar etwas umständlicher als bei anderen Herstellern wie Mammotion, deren Mähroboter die Ränder automatisch bei einem Mähvorgang gezielt abfahren, dafür differenziert der Mammotion nicht nach Randtyp.

Anthbot Genie 3000 im Test: RTK-Mähroboter mit vier Kameras und großem Akku

Wie alle RTK-Mäher scheitert auch der Genie 3000 an unserer Engstelle, die zwei Rasenzonen verbindet. Dabei rutscht er ab und seine Messer touchieren die Begrenzungssteine. Bislang haben diese Herausforderung nur Modelle mit Lidar wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und der Dreame A2 (Testbericht) sowie der aktuell im Test befindliche Mammotion Luba Mini AWD Lidar gemeistert.

Im Test mäht der Genie 3000 recht flott und benötigt für 339 m² etwa 3,5 Stunden – und das dank des großen Akkus an einem Stück. 80 m² schafft er in 45 Minuten. Klar ist aber auch, dass Mähroboter mit einer größeren Schnittbreite wie der Ecovacs Goat A3000 oder der Mammotion Luba 2 AWD mit 32 cm und 40 cm deutlich flotter zu Werke gehen als der Genie 3000, der nur eine Schnittbreite von 20 cm bietet. Der Ecovacs Goat A3000 schafft etwa eine Fläche von 258 m² in 73 Minuten.

Die Hinderniserkennung funktioniert im Test gut: Menschen, Hunde und Katzen erkennt der Genie 3000 einwandfrei und umfährt sie. Bei kleineren Objekten wie Tennisbällen hat er aber Probleme – hier liegt die Erkennungsquote bei etwa 50 Prozent.

Die RTK-Antenne signalisiert mit einer grün leuchtenden LED, dass sie genügend Satellitendaten für die Navigation empfängt. Wird sie vom Strom getrennt, meldet die App einen Fehler, dass sich die Antenne zur Seite geneigt hätte. Dann muss man die Karte neu anlegen - ein Fehler, der hoffentlich bald korrigiert wird.

Im Test zeigt der Genie 3000 respektive seine RTK-Station aber Mängel. Trennt man die Ladestation vom Strom und schließt sie wieder an, meldet die App, dass die RTK-Antenne bewegt wurde. Dann ist eine Neukartierung fällig. Wer also die RTK-Station samt Mäher während der Wintermonate einlagert und sie im Frühjahr wieder in Betrieb nimmt, darf – Stand heute – eine Neukartierung vornehmen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Problem durch ein Firmware-Update behoben wird.

Nicht immer hat der Genie 3000 die Grenzen unseres Gartens korrekt interpretiert und ist etwa über Randsteine gefahren. Das Problem betrifft aber nahezu alle Mähroboter. In diesem Fall muss man die Kartierung anpassen oder No-Go-Zonen anlegen. Zudem hat er Schwierigkeiten bei Rasenflächen, die mit Fliesen durchsetzt sind. Hier hat der Genie 3000 häufig die Richtung gewechselt. Irgendwann hat er aber auch diesen Bereich gemeistert.

Preis: Was kostet der Anthbot Genie 3000?

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 1699 Euro zählt der Anthbot Genei 3000 zu einem der günstigsten Mähroboter ohne Begrenzungskabel, die für große Flächen ab 3000 m² vorgesehen sind. Erst recht, wenn man ihn, wie aktuell, inklusive Garage für 1359 Euro kaufen kann. Unter 2000 Euro listet der Preisvergleich nur noch den Segway Navimow H-Serie (Testbericht) für 1889 Euro, den Dreame A2 (Testbericht) für 1567 Euro und den Ecovacs Goat A3000 Lidar für 1599 Euro.

Während der Genie 600 für Gärten bis 900 m² ausgelegt ist, kann der Genie 1000 bis zu 2000 m² große Gärten mähen und der Genie 3000 ist für Rasenflächen bis 3600 m² vorgesehen.

Für kleinere Gärten hat Anthbot die Modelle Genie 600 und Genie 1000 im Programm. Sie eignen sich für Rasengrößen von 900 m² und 2000 m² und basieren auf dem Genie 3000, sind aber mit leistungsschwächeren Akkus ausgestattet und können nur 20 Zonen verwalten, während der Genie 3000 bis zu 30 Zonen unterstützt. Bei der Einstiegsvariante muss man zudem auf 4G verzichten. Den Anthbot Genie 600 gibt es aktuell für knapp 750 Euro (Coupon aktivieren), während der Genie 1000 1100 Euro kostet.

Fazit

Der noch relativ unbekannte Hersteller Anthbot bietet mit dem Genie 3000 einen überzeugenden Mähroboter ohne Begrenzungskabel mit langer Akkulaufzeit. Mit einem Preis von nur 1359 Euro ist der Genie 3000 aktuell der günstigste Mähroboter, der für Gärten mit 3000 m² und größer ausgelegt ist. Die App bietet eine ausgezeichnete Zonenverwaltung mit unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten je nach Gartenbereich für ein optimales Mähergebnis. Auch die individuelle Konfiguration des Randschnitts ist positiv hervorzuheben.

Wie alle Mähroboter mit Satellitennavigation passiert aber auch der Genie 3000 nicht unsere Engstelle im Garten, sodass wir ihn in die daran anschließende Zone tragen müssen, damit er seine Arbeit dort fortsetzen kann. In diesem speziellen Fall zeigen Mähroboter mit Lidar-Navigation wie Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und Dreame A2 (Testbericht) klare Vorteile. Auch die teilweise erratische Navigation auf Flächen, bei denen der Rasen mit Steinplatten durchsetzt ist, ist zu bemängeln. Durch Update behoben. Und die App könnte mehr technische Daten liefern, etwa wie stark der aktuelle Satellitenempfang pro Zone ist, und eine Quadratmeterangabe für die Rasenfläche in der Karte, so wie sie in der Mähaufzeichnung angegeben ist, wäre ebenfalls wünschenswert.

Preis-Leistungs-Sieger

Roboup Raccoon 2 SE

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Zum Kampfpreis von nur 360 Euro bringt Roboup seinen neuen Mähroboter Raccoon 2 SE auf den Markt. Wie gut er in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • schnell einsatzbereit, funktioniert auch ohne App
  • Auto-Kartierung, manuell optional
  • Akku schnell geladen

NACHTEILE

  • an Kanten bleibt Rasen ungemäht, bauartbedingt mind. 10 cm
  • nicht für sehr schmale Durchfahrten geeignet
  • nur für einfache, klar abgegrenzte Rasenflächen empfehlenswert

Zum Kampfpreis von nur 360 Euro bringt Roboup seinen neuen Mähroboter Raccoon 2 SE auf den Markt. Wie gut er in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel sind bei Gartenbesitzern sehr beliebt. Anders als die Varianten, die auf das Verlegen eines Drahts angewiesen sind, bieten sie deutlich mehr Komfort. Die meisten Modelle setzen für die Navigation auf eine Kamera und kombinieren sie mit einer RTK-Antenne oder einer Lidar-Einheit (Light Detection and Ranging). Ausnahmen wie der Terramow V1000 (Testbericht) verlassen sich hingegen ausschließlich auf Kameras, kosten mit über 1000 Euro aber auch nicht weniger als RTK-Modelle.

Mit einem Preis von nur 360 Euro bringt Roboup mit dem Modell Raccoon 2 SE frischen Wind in den Mährobotermarkt. Der Roboter navigiert ausschließlich mit Kameras und kommt ohne teure Zusatzsysteme aus. Allerdings ist der günstige Mäher nicht für jeden Garten geeignet. Der Hersteller empfiehlt ihn nur für klar begrenzte Rasenflächen mit bis zu 500 m² und maximal drei Zonen. Doch genau das muss kein Nachteil sein. Schließlich wohnen viele Menschen in Wohnanlagen mit Gärten, die genau diese Voraussetzungen erfüllen. Für diesen Einsatzzweck wäre ein Mähroboter für über 1000 Euro oft überqualifiziert und zu teuer. Doch kann der Roboup Raccoon 2 SE diese Kundschaft zufriedenstellen? Dieser und anderen Fragen gehen wir im Test nach.

Design und Verarbeitung

Mit seinen Abmessungen von 61,7 × 40,8 × 28,8 cm fällt der Raccoon 2 SE relativ kompakt aus, ist mit 11,5 kg auch nicht sonderlich schwer. Dank des in sandfarben-anthrazit lackierten Gehäuse eingearbeiteten Haltegriffs lässt er sich leicht transportieren. Auffällig sind auch die sehr großen Antriebsräder vorn, die von der geschwungenen Gehäuseoberseite von oben abgedeckt werden. Der nach dem Auspacken anzuschraubende Bumper in Anthrazit schließt das vordere Gehäuse ab, hält dabei aber mehrere Zentimeter Abstand zum Boden, was der Geländetauglichkeit bei unebenem Untergrund zugutekommt. Damit sollen selbst 4 cm hohe Randsteine kein Hindernis für den Raccoon darstellen, was etwa dann von Vorteil ist, wenn unterschiedliche Rasenflächen von diesen umgeben sind. An der Front sitzt außerdem die nach schräg unten gerichtete KI-Kamera, über die der Raccoon 2 SE navigiert. Auch ist sie für die Hinderniserkennung zuständig. Die Seiten sind über den großen, stollenbewährten Rädern hochgezogen, sodass diese zu sehen sind. Die Lackierung der Reifen folgt der des Gehäuses.

Der Roboup Raccoon 2 SE bietet ein 20 cm breites Schnittsystem mit einem Abstand zum Rand von etwa 10 cm. So viel bleibt bei einer Kante mit fester Begrenzung bauartbedingt ungemäht.

Unter dem Gerät sitzt eine rotierende Mähscheibe mit 20 cm Schnittbreite und drei Klingen. Hinten installiert der Hersteller ein Stützrad, das in alle Richtungen schwenken kann, allerdings nicht angetrieben ist. Zum Reinigen darf wie üblich der Gartenschlauch, nicht aber ein Hochdruckstrahler verwendet werden.

Die Ladestation ist zwar nicht sehr voluminös, mit ihrem aufgedruckten QR-Code, über den der Mäher zurückfinden soll, aber trotzdem auffällig.

Auf der Oberseite sitzt hinten der Regensensor und in der Mitte der obligatorische, rot gefärbte Notausschalter. Davor befindet sich ein einfaches Bedien-Panel, das nach Eingabe des bei der Einrichtung vergebenen PIN-Codes Zugriff auf das Menü gibt. Über das Display können Anwender dem Roboter Mähaufgaben zuweisen. Dabei reicht ein Tastendruck auf die Play-Taste, und schon legt er los. Daher lautet das Roboup-Motto für den Raccoon 2 SE auch „Just Press Play“.

Insgesamt weiß der Raccoon 2 SE rein äußerlich zu gefallen und auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Inbetriebnahme und App

Die Inbetriebnahme beginnt mit der Platzierung der Ladestation. Anders als bei vielen Mährobotern hat man hier nicht die freie Wahl, sondern muss sie parallel zum Rasenrand mit einem Abstand von 10 bis 15 Zentimetern platzieren, sodass der Mähroboter den Weg zurück dorthin findet. Für eine feste Verankerung der Ladestation sind im Lieferumfang entsprechende Plastikschrauben enthalten, die man in den Rasen eindreht.

Ist die Ladestation platziert und mit dem mitgelieferten Netzteil mit Strom versorgt, muss man nur noch warten, bis der Mähroboter aufgeladen ist. Im Unterschied zu anderen Mährobotern ist der Raccoon 2 SE bereits jetzt, ohne Koppelung mit der App, einsatzbereit. Ein Betätigen der Play-Taste auf dem Panel und schon legt er los. Wie bereits erwähnt, ist ein Start des Mähvorgangs mit dieser Methode allerdings nur zu empfehlen, wenn die Rasenfläche von festen Grenzen umgeben ist.

Mit der optionalen Roboup-App, die eine Registrierung voraussetzt, ist die Bedienung einfach und es gibt mehr Möglichkeiten. So können Anwender damit Karten erstellen, Zeitpläne definieren oder den Mähroboter in Blutooth-Nähe auch fernsteuern. Auch lassen sich unter der Option Wildtierschutz Zeiträume definieren, in denen der Raccoon 2 SE nicht ausrücken darf. Wir empfehlen grundsätzlich, einen Mähroboter nur am Tag zu verwenden, um Igel und andere Tiere nicht zu gefährden. In einigen Kommunen wie in Leipzig gilt sogar ein Nachtfahrverbot für Mähroboter, das bei Nichteinhaltung eine Strafe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann.

Auch können Anwender in Bezug auf die Mähmethode an der Kante zwischen den Optionen „Schneiden bis zur Kante“ und „Auf Kante fahren“ entscheiden und dabei die Schnittdistanz, respektive die Auffahrdistanz definieren. Eine Anpassung der Hinderniserkennung bietet die App hingegen nicht. Sie ist also grundsätzlich aktiv.

Die Schnitthöhe des 20 cm breiten Mähtellers mit drei Klingen können Anwender per App zwischen 30 mm und 80 mm einstellen. Weitere Optionen, wie Mähgeschwindigkeit, das Anlegen von No-Go-Zonen, Messerdrehzahl, Routeneinstellung oder Mährichtung, bietet die App hingegen nicht.

Roboup Raccoon 2 SE: Über die App können Anwender die Schnitthöhe einstellen und die Kantenmähmodus steuern.

Praxiseinsatz in zwei unterschiedlichen Gärten

Wir haben den Raccoon 2 SE in zwei unterschiedlichen Gärten getestet. In unserem offenen Standard-Testgarten hat die automatische Kartenerstellung nicht funktioniert. Hier haben wir mit der App wie bei anderen Mährobotern auch manuell eine Karte erstellt. Ist die Rasenfläche in Zonen aufgeteilt, helfen bei der Kartierung die mitgelieferten runden Signalplatten, die dem Mähroboter zwischen zwei Zonen per QR-Code den Weg weisen.

Ansonsten ist der Raccoon 2 SE aber mit unserem offenen Garten, der von einem Beet, einem geteerten Weg auf Höhe des Rasens und von einer Hecke umgeben ist, recht gut klargekommen. Ausflüge ins Beet hat der Raccoon 2 SE im Test keine unternommen. Allerdings hat er doch einen größeren Abstand zum Rand gelassen, sodass man entsprechend nacharbeiten muss. Bauartbedingt beträgt der Abstand zwischen dem 20 cm breiten Schneidesystem, bestehend aus drei Klingen, etwa 10 cm. Dazu kommt noch einmal ein Respektabstand zur Kante von teilweise 5 bis 10 cm, sodass am Ende 15 bis 20 cm vom Rand ungemäht bleiben.

In unserem kleinen Test-Garten in einer Eigentumswohnanlage mit festen Begrenzungen und einer angrenzenden Terrassenfläche hat die automatische Kartierung hingegen einwandfrei funktioniert. Auch hat er am Rand weniger Rasen ungemäht gelassen.

Roboup Raccoon 2 SE: Unter der Option Zielbereich soll der Mäher Bereiche bis zu 80 m² auch in parallelen Bahnen mähen. Das funktioniert aber nur so lange, bis kein Hindernis im Weg steht.

Mähleistung im Alltag und Hinderniserkennung

Anders als RTK- oder Lidar-basierte Mähroboter mäht der Raccoon 2 SE den Rasen nicht in parallel verlaufenden geraden Bahnen, sondern fährt chaotisch über die Rasenfläche. Es gibt zwar mit der Option Zielbereich die Möglichkeit, eine Zone von bis zu einer Größe von 80 m² in parallelen Linien mähen zu lassen. Doch das hat im Test nur so lange funktioniert, wie der Mähroboter auf kein Hindernis gestoßen ist. Liegt etwas im Weg, etwa ein kleiner Ball oder ein anderes Objekt, umfährt er dieses, setzt aber sein ursprünglich geplanten Weg nicht fort, sondern beginnt erneut, parallele Bahnen zu mähen, nur eben in einer anderen Richtung.

Aufgrund der chaotischen Mähstrategie muss der Raccoon 2 SE häufiger wenden, sodass die Mähzeit deutlich länger ausfällt als mit einem RTK- oder Lidar-Roboter. So mäht der Yuka Mini die kleine Fläche unseres zweiten Test-Rasens mit etwa 12 m² in genau 12 Minuten – und das bei der niedrigsten Mähgeschwindigkeit von 0,2 m/s. Der Raccoon 2 SE benötigt bei vier Durchläufen zwischen 36 Minuten und 38 Minuten. Laut Hersteller soll der Mäher im günstigsten Fall 35 m² pro Stunde schaffen. Aufgrund der chaotischen Fahrweise entsteht auch kein schönes Schnittbild.

Die Hinderniserkennung hat im Test hingegen zuverlässig funktioniert. Kleine Bälle, Äste und unseren Hund hat er erkannt und entsprechend umfahren. Der Bumper als Notlösung war bis auf wenige Ausnahmen in einem engen Bereich kontaktfrei. Ansonsten geht der Raccoon 2 SE mit einer Lautstärke von bis zu 56 dB sehr leise zu Werke.

Akku

Der 5 Ah starke Akku bietet eine Betriebszeit von bis zu 2,5 Stunden und ist in 70 Minuten vollständig geladen. Wie bei Mährobotern üblich, kehrt auch der Raccoon 2 SE zurück auf die Ladestation, bevor der Akku komplett entleert ist. Sollte der Roboter sich festfahren, was im Test in zwei Gärten allerdings nicht passiert ist, schaltet er sich in der Standardkonfiguration nach 10 Minuten (maximal sind zwei Stunden einstellbar) ab.

Preis

Roboup hat den Raccoon 2 SE auf im Herbst 2025 auf Kickstarter ab 359 Euro angeboten. Für den anvisierten Marktstart im Frühjahr hatte der Hersteller ein Preis von 600 kalkuliert. Aktuell ist er für knapp 500 Euro erhältlich.

Fazit

Mit dem Raccoon 2 SE mischt Robup den Markt für Mähroboter ohne Begrenzungskabel auf. Bei Kickstarter gab es das Gerät letzten Herbst für günstige 360 Euro. Inzwischen ist der Mähroboter für knapp 500 Euro im Markt erhältlich. Für einfach strukturierte Gärten mit einer klar abgegrenzten Rasenfläche und einer maximalen Größe von bis zu 500 m² ist er unser Preis-Leistungs-Sieger. Das sind ziemlich viele Einschränkungen. Doch Gärten mit diesen Spezifikationen gibt es häufiger, als man denkt. In unserer Wohneigentumsanlage sind Gärten mit diesen Spezifikationen der Standard. Für diese ist der Raccoon 2 SE empfehlenswert und bei diesem Preis ein echtes Schnäppchen.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Mammotion Luba AWD

Ecovacs Goat G1 800

Einhell Freelexo Cam 500

Worx Landroid Vision

Ecoflow Blade

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Mammotion Luba Mini AWD 1500

Mammotion Yuka Mini

Terramow V1000

Ecovacs Goat O800 RTK

Goatbot Unicut H1

Mammotion Yuka 1500 / 2000

Husqvarna Automower 410XE Nera Epos

Ecovacs Goat G1 2000

Ecovacs Goat GX-600

Dreame A1

Mammotion Luba 2 AWD

Segway Navimow i-Serie

Ecovacs Goat A3000 Lidar

Segway Navimow H-Serie

Ecovacs Goat A1600 RTK

Ecovacs Goat G1

Roboup T1200 Pro

Lymow One

Kärcher RCX 6

Stiga A-Serie



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Künstliche Intelligenz

Bye-bye TV-News: US-Wähler setzen auf Influencer statt auf Nachrichten


Die Ära, in der das Einschalten der Fernsehnachrichten oder das Aufschlagen der Zeitung das kollektive Informationsbedürfnis einer Nation stillte, scheint in den Vereinigten Staaten Geschichte zu sein. Eine landesweite Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag des Jordan Center for Journalism Innovation and Advocacy an der University of Mississippi zeichnet das Bild einer gewichtigen Transformation der Medienlandschaft. Online-Plattformen und digitale Persönlichkeiten haben demnach in den USA das Fernsehen und traditionelle Printmedien als regelmäßige Nachrichtenquellen überholt.

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Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei Bürgern, die an der jüngsten Präsidentschaftswahl teilgenommen haben. Die Studie verdeutlicht, dass die Bindung an journalistische Institutionen bröckelt und stattdessen ein direktes Zugehörigkeitsgefühl zu Einzelpersonen tritt. Diese verfolgen oft eine klare politische Agenda oder stammen aus der Unterhaltungsbranche.

An der Spitze der neuen Informationshierarchie stehen paradoxerweise die Akteure, die eigentlich im Zentrum der traditionellen Berichterstattung stehen. Konservative Politiker, allen voran Präsident Donald Trump sowie Mitglieder seines Kabinetts, fungieren für viele Wähler als primäre Nachrichtenquellen. Sie umgehen die klassischen Filter der Redaktionen und kommunizieren direkt mit ihrer Basis.

Rechnet man die aktiven Politiker aus der Statistik heraus, wird die Macht der neuen Medienmacher noch deutlicher. Der umstrittene Podcaster Joe Rogan führt das Feld der einflussreichsten Nicht-Politiker an. Es folgen Gesichter des rechten Senders Fox News wie Greg Gutfeld und Sean Hannity sowie die konservativen Kommentatoren Ben Shapiro und Tucker Carlson. Doch nur drei Charakteren gelang es in der Umfrage, die Marke von zehn Prozent Zustimmung als „Top-Influencer“ zu knacken: Trump, Rogan und Vizekanzler JD Vance.

Die Verschiebung hin zu meinungsstarken Individuen ist kein rein rechtes Phänomen, auch wenn sie dort besonders ausgeprägt scheint. Wähler, die für die Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris von den Demokraten gestimmt haben, orientieren sich ebenfalls stark an Persönlichkeiten. Sie suchen diese aber häufiger im Bereich der politischen Satire und Unterhaltung.

Hier dominieren die Late-Night-Größen das Feld. Jimmy Kimmel, Stephen Colbert und Jon Stewart sind für Anhänger der Demokraten die wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um die Einordnung des Weltgeschehens geht. Andrea Hickerson, Dekanin des Journalismusinstituts der Uni von Mississippi, macht darin eine Abkehr von der institutionszentrierten Nachrichtennutzung aus. Die Menschen folgten Schöpfern und Kommentatoren direkt, was den klassischen Journalismus in eine defensive Rolle dränge.

Die Zahlen der im März durchgeführten Erhebung sind markant: Knapp 70 Prozent der Befragten erklärten, sich in einer typischen Woche online zu informieren. Das Fernsehen kommt nur noch auf 55,2 Prozent. Zeitungen folgen abgeschlagen mit 25,2 Prozent. Radio und Magazine spielen mit 18,5 beziehungsweise 5,5 Prozent eine untergeordnete Rolle. Innerhalb der digitalen Welt sind Facebook und YouTube die unangefochtenen Schwergewichte, gefolgt von Instagram, X, TikTok und Reddit. Auf diesen Plattformen scheinen laut Steven L. Herman, dem Direktor des Jordan Center, profilierte Meinungsführer und Comedians die Stimmen klassischer Journalisten regelrecht zu übertönen.

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Historisch betrachtet sind Polarisierung und Personalisierung nicht völlig neu. Schon im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert prägten sensationelle und polarisierende Stimmen wie der Satiriker Mark Twain oder der populistische Priester Charles Coughlin die politische Landschaft. Der Unterschied heute liegt in der technologischen Reichweite und der Geschwindigkeit, mit der sich Inhalte verbreiten.

Zudem zeigt die Untersuchung eine Kluft in der Mediennutzung zwischen den politischen Lagern. Während ein Drittel der Demokraten nach wie vor auf Zeitungen vertraut, tun dies nur 18,5 Prozent der Republikaner. Harris-Wähler rezipieren nach wie in hohem Maße etablierte Marken wie CNN oder die New York Times. Trump-Befürworter konzentrieren sich auf Fox News und soziale Medien. Diese Zersplitterung führt dazu, dass US-Bürger ihre Informationen zunehmend basierend auf ihrem bereits bestehenden Weltbild filtern. Das untergräbt den Studienmachern zufolge das Vertrauen in neutrale Berichterstattung weiter.

Eine Analyse des Reuters-Instituts zur internationalen Nachrichtennutzung offenbarte für Deutschland voriges Jahr eine andere Lage. Tagesschau, heute & Co. haben demnach hier den 1. Rang bei der Bedeutung zum Stillen des Informationshungers über aktuelle Ereignisse gegenüber Online-Quellen nebst Social Media zurückerobert.


(nie)



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Künstliche Intelligenz

Her mit Rum und Säbel: Piraten-Rollenspiel „Windrose“ überzeugt


Siebzehnhundert-und-ein-paar-kaputte: Edward Teach, auch bekannt als Blackbeard, hat sich zum König der Piraten ausgerufen und seine Flotte beherrscht die Karibik. Mit ihr belagert er Tortuga. Der Spieler versucht, sich durch die Blockade zu schlagen und zu entkommen. Sein Schiff wird aufgebracht und versenkt. Dann wirft man ihn mit schweren Verletzungen kurzerhand über Bord. Als er auf dem Strand einer kleinen Insel erwacht, schwört er Rache. Zuerst einmal muss man auf der einsamen Insel überleben. Und dann braucht man ein Boot. Danach steht der eigenen Freibeuter-Karriere nichts mehr im Wege.

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So beginnt das Piraten-Abenteuer „Windrose“, ein kooperatives Survival-Action-RPG für eins bis acht Spieler, das vor ein paar Tagen in einer ersten Early-Access-Version auf Steam erschienen ist. Wer sich mit dem Genre auskennt, für den ist Windrose schnell beschrieben: „Windrose“ ist „Valheim“ mit Piraten. In der Tat hat Windrose mit dem Pandemie-Hit von 2021 so viel gemeinsam, dass man es getrost als Abklatsch bezeichnen kann, jedenfalls was die Spielmechaniken angeht, denn die Grafik hebt sich deutlich vom Wikinger-Survival-Vorbild ab. Das ist an sich erst mal nicht schlecht, denn Valheim ist nicht umsonst beliebt: Die ausgeklügelten Spielmechaniken begeistern auch fünf Jahre nach Erscheinen der ersten Early-Access-Version immer noch eine ziemlich große Fangemeinde. Deshalb ist „Valheim mit Piraten“ auch eine ziemlich geniale Idee.

Für alle, die Valheim nie gespielt haben, sei das Spielprinzip von Windrose kurz erklärt. Es ist eine Art Survival Game Light. Weder Essen, Wasser noch Schutz vor der Witterung sind lebensnotwendig. Die Spielfigur überlebt, wenn man in keine Kämpfe mit Piraten, Wildschweinen oder den überraschend aggressiven, allgegenwärtigen Dodos gerät, auf unbestimmte Zeit. Wasser braucht man keins, Rum und Kaffee sind ein Bonus. Allerdings ist der eigene Gesundheitsbalken am Anfang so miserabel kurz, dass der eigene Möchtegern-Pirat selbst für einen Dodo leichte Beute ist. Zwar ist der Tod nicht das Ende des Spiels, aber man verliert viele der gesammelten Gegenstände. Das ist lästig, also sollte man sich auf die Suche nach etwas zu Essen machen.


Einmal hinter dem Steuer des eigenen Piratenschiffs stehen: Windrose erfüllt diese Fantasie eindrucksvoll. (Bild:

Fabian Scherschel/Screenshot Windrose

)

Zwei Essens-Slots wollen gefüllt werden. Jeder der zwei erweitert den Lebens-Balken deutlich. Allerdings muss man jederzeit zwei verschiedene Gerichte parat haben, ein unterschiedliches für jeden Essens-Slot, um mit der maximalen Lebensenergie in wilde Piratenabenteuer starten zu können. Es heißt also fleißig Zutaten zu sammeln und bei den Abenteuern immer ein Auge für neuer Rezepte offen zu haben. Dabei kann man nicht nur Gegner wie Riesenkrabben zu Kebabs verarbeiten, sondern auch Bananen, Dodo-Eier und Cayennepfeffer in kreativen Kreationen verwerten.

Später kann man sich neben einer Kochstelle auch einen Alchemie-Tisch bauen und die verschiedensten Tränke brauen. Hier kommt dann auch der beste Freund eines jeden Piraten zum Einsatz: der Rum. Neben Lebens-Elixieren, die Wunden heilen, gibt es eine ganze Ansammlung verschiedener Tränke, mit denen man seine Angriffskräfte verbessern oder sich nach Hause teleportieren kann.

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Nachdem der Spieler Palmen gefällt, Pflanzenfasern gesammelt und eine erste Hütte auf dem Strand der einsamen Insel gebaut hat, wird es Zeit, ins Landesinnere vorzudringen. Hier warten nicht nur wilde Tiere, sondern auch mysteriöse Ruinen. Später gibt es Zugang zu einer kleinen Jolle, mit der man weitere Inseln im Archipel erkunden kann. Dort finden sich schließlich Piratennester von Blackbeards Männern. Nach und nach befreit man die dort gefangenen Seemänner und stellt so seine eigene bunt zusammengewürfelte Piraten-Crew zusammen.

Dann macht man sich daran, eins der vielen Schiffswracks, die es in diesem Teil der Karibik wie Sand am Meer gibt, wieder seetüchtig zu machen. Unterwegs findet sich neben allen möglichen zeitgenössischen Waffen wie Säbeln, Schwertern, Hellebarden, Pistolen und Schwarzpulver-Büchsen auch den für einen Piraten-Captain obligatorischen Dreispitz. Jetzt kann es losgehen: auf in den Kampf mit Blackbeards Flotte!

Wie das Wikinger-Vorbild Valheim auch, so teilt sich die zum größten Teil aus prozedural generierter Geografie zusammengesetzte Welt von Windrose in verschiedene Landschaften auf. Zuerst geht es darum, in einer Landschaft versteckte Geheimnisse zu finden. Diese ermöglichen das Bauen neuer Werkzeuge, was es einem nach und nach ermöglicht, immer stärkere Gegner zu überwinden, bis man schließlich auf den Endboss der jeweiligen Landschaft trifft. Danach geht es dann damit weiter, einen neuen Landstrich zu erkunden und neue Herausforderungen zu meistern.


Das erste Lager wird am Strand einer einsamen Insel aufgeschlagen. (Bild:

Fabian Scherschel/Screenshot Windrose

)

Im Falle von Windrose stellt sich dem Spieler, nachdem das Küstendschungel-Biom erkundet wurde, Kapitän Thomas Richards entgegen – der Hundesohn, der das eigene Schiff niederbrannte und den Spieler den Haien überließ. Also wird es nun Zeit, Kapitän Richards zu zeigen, wie es sich anfühlt, eine kalte Kugel mitten ins Herz zu bekommen.

Wo sich Windrose, neben dem Piraten-Gewand, am deutlichsten vom Vorbild Valheim abhebt, ist die Grafik. Wo Valheim trotz der doch eher düsteren Wikinger-Endzeit-Stimmung pixelig-süß daherkommt, ist die Grafik von Windrose deutlich realistischer. Dass man von einem Indie-Spiel im Early Access keine revolutionären Grafik-Fortschritte erwarten kann, ist klar, aber das Spiel nutzt viel Potenzial der Unreal Engine. Die Palmen-Dschungel sind befriedigend dicht, die Strände weitläufig und vor allem Himmel und Meer des Spiels sind imposant. Das Segeln im Sturm, sowohl am Anfang in der Jolle, als auch später auf einem richtigen Schiff, kann einem schon mal den Atem verschlagen. Die Wellenberge sind episch und Schiffsgefechte überzeugen mit donnernden Breitseiten und dem stimmungsvollen Knallen der Segel in Wind.

Trotz blutiger Säbelduelle, Killer-Krabben und Wasserleichen-Zombies ist Windrose aber bunt genug, um generell eine leichtfüßig-humorvolle Stimmung beizubehalten. Der Tonfall des Spiels orientiert sich definitiv an Disneys „Fluch der Karibik“. Ernst zu nehmen ist vor allem der Schwierigkeitsgrad. Besonders, wenn man alleine unterwegs ist. Ähnlich wie bei Valheim legt man sich bei Windrose seine Spielfigur getrennt von einer Spiele-Welt an, die zum Teil dynamisch generiert wird und so bei jedem Mal etwas anders aussieht. Die Schwierigkeit der Welt kann man bis ins Detail regeln und man kann bis zu sieben andere Spieler in die eigene Welt einladen. Zusätzlich sind dezidierte Server-Welten mit noch mehr Spielern möglich.

Grundsätzlich ist Windrose für vier Spieler konzipiert. Man kann das Spiel auch als Solo-Spieler gut spielen, allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad dann deutlich. Im normalen Spielmodus wirkt für einen einzelnen Abenteurer der erste Endgegner fast wie ein Boss aus „Elden Ring“. Man muss sich darauf einstellen, ab und an zu sterben. Immerhin verliert man hier nie Erfahrungspunkte.

Das Kampfsystem von Windrose ist am Anfang gewöhnungsbedürftig. Es wirkt relativ langsam und baut stark auf dem Parieren der Angriffe von Gegnern auf – eine Technik, die man unbedingt erlernen sollte. Hat man den einzigartigen Rhythmus der Piratenduelle aber erst einmal verinnerlicht und verstanden, wann man taktisch geschickt die begrenzte Munition für Schusswaffen am besten anwendet, so wird das Ganze zu einem kunstvollen Tanz, der überraschend viel Tiefe besitzt. Vor allem bei Säbelduellen mit anderen Piratenkapitänen macht das Ganze ziemlich viel Laune.

Die Karibik, die in Windrose dargestellt wird, ist ebenso unrealistisch wie sie Freude macht. Das Erkunden der wunderschönen Inseln zu Fuß macht genauso viel Spaß wie das Umsegeln der Archipele hinter dem Steuer der eigenen Sloop. Säbelduelle in Piraten-Camps werden ebenso wenig langweilig wie die Versuche, den eigenen Kahn in Position zu manövrieren und gleichzeitig der Breitseite des gegnerischen Schoners auszuweichen.

Windrose ist eine sehr gelungene Umsetzung der Piraten-Fantasie und für ein gerade erst im Early-Access-Modus erschienenes Spiel überraschend umfangreich. Ganz zu schweigen davon, dass es anscheinend mit sehr wenigen Bugs und einem ziemlich auf Hochglanz polierten Spielprinzip daher kommt. Für knapp 30 Euro bekommt man hier wirklich viel geboten.

Das Piraten-Abenteuer ist in seiner aktuellen Ausstattung bereits empfehlenswert. Wenn das Entwicklerteam getreu dem Wikinger-Vorbild Vahlheim während der Early-Access-Phase über Jahre fleißig weiter an dem Spiel arbeitet, so könnte aus Windrose eins der besten Piraten-Spiele aller Zeiten zu werden.


(nie)



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