Künstliche Intelligenz
Verteidigungsministerium verschärft Regeln für private Handys
Im Bundesverteidigungsministerium herrscht Alarmstimmung. Das Haus von Minister Boris Pistorius (SPD) reagiert mit einer dringlichen Sicherheitsanweisung auf die wachsende Bedrohung durch ausländische Geheimdienste. Die Nutzung privater Mobilgeräte sei in sensiblen Bereichen des Wehrressorts sowie in den Dienststellen der Bundeswehr deutlich eingeschränkt worden, schreibt der Spiegel. Die Maßnahme ziele darauf ab, die Kommunikation innerhalb des Apparats vor den neugierigen digitalen Augen und Ohren fremder Mächte zu schützen. Denn das Spionagerisiko wird als so hoch wie selten zuvor eingestuft.
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Kern der neuen Richtlinie ist ein striktes Mitbringverbot für private Smartphones, Tablets und sogar Smartwatches bei Besprechungen. Dies gilt laut dem Bericht nicht nur für physische Treffen in den Konferenzräumen. Betroffen seien auch virtuelle Zusammenkünfte, sobald dort Informationen geteilt würden, die mindestens als „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft sind.
Im Fokus stehen dabei Runden, in denen es um die Einsatzbereitschaft der Truppe oder die konkrete Planung von Übungsvorhaben und Einsätzen geht. In solchen Fällen müssen die privaten Begleiter zwingend in Schließfächern auf den Fluren verweilen.
Einzugsbereich bis in die Dienstzimmer
Die Tragweite der Entscheidung wird beim Blick auf die räumlichen Konsequenzen deutlich. Die Regelung beschränkt sich nämlich nicht auf explizite Sitzungssäle. Sie erstreckt sich auch auf sämtliche Amtsstuben, in denen als Verschlusssache eingestufte Dokumente lagern. Im Berliner Bendlerblock, dem Hauptsitz des Ministeriums, betrifft das fast jedes Dienstzimmer. Für die Beamten sowie das militärische Personal bedeutet das eine Rückkehr zur strikten Trennung von Privatem und Dienstlichem, die im digitalen Zeitalter vielerorts brüchig geworden ist.
Die Begründung der Sicherheitsabteilung lässt wenig Spielraum für Interpretation. Die Bundeswehr gilt derzeit als eines der prioritären Aufklärungsziele russischer Dienste. Doch nicht nur der Kreml bereitet Sorgen: Auch China wird in der internen Anweisung explizit erwähnt. Demnach verfolgt Peking einen strategischen und langfristigen Ansatz bei der nachrichtendienstlichen Informationsgewinnung.
Die privaten Geräte der Mitarbeiter werden dabei als Achillesferse identifiziert. Während dienstliche Mobiltelefone regelmäßig auf Schadsoftware geprüft werden und speziell abgesichert sind, entziehen sich Privatgeräte der staatlichen Kontrolle.
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Das Smartphone als Spionagewerkzeug
Das Risiko ist technischer Natur: Über manipulierte Apps oder gezielte Phishing-Angriffe lassen sich Abhörprogramme relativ simpel auf herkömmlichen Smartphones installieren. Da das Ministerium keinen Zugriff auf die privaten Geräte hat, könnten solche Infektionen über Monate oder Jahre unbemerkt bleiben. Das Smartphone in der Hosentasche wird so zum potenziellen Sender, der sensible Details über die Verteidigungsfähigkeit des Landes direkt an gegnerische Geheimdienste übermittelt.
Die Anweisung trifft eine Belegschaft, die sich an die ständige Erreichbarkeit gewöhnt hat. Zwar ist das Personal nahezu flächendeckend mit Dienst-Handys ausgestattet, auf denen auch die Bearbeitung eingestufter Dokumente möglich ist. Doch diese Geräte unterliegen strengen Software-Beschränkungen. Gängige Messenger wie WhatsApp sind dort aus Sicherheitsgründen tabu. Das führte dazu, dass von einfachen Angestellten bis hinauf in die Leitungsebene fast jeder sein privates Zweitgerät ständig bei sich trägt, um privat vernetzt zu bleiben. Damit soll nun in den sicherheitsrelevanten Zonen Schluss sein.
Andere Institutionen haben noch schärfere Vorgaben. Beim Bundesnachrichtendienst (BND) etwa ist das Mitführen privater Elektronik schon lange grundsätzlich untersagt. Auch die NATO setzt auf drakonische Einschränkungen.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Befolgt Anweisungen „substanziell besser“: Anthropic gibt Opus 4.7 frei
Anthropic hat mit Claude Opus 4.7 sein jüngstes KI-Modell freigegeben, das in verschiedenen Benchmarks angeblich nur von dem unter Verschluss gehaltenen Claude Mythos Preview übertroffen wird. Gegenüber dem Anfang Februar veröffentlichten Vorgänger stelle das Update aber eine „deutliche Verbesserung“ dar, verspricht das KI-Unternehmen. So würden Nutzer und Nutzerinnen jetzt auch ihre schwersten Coding-Aufgaben „vertrauensvoll“ an die Technik abgeben, eine stringente Kontrolle sei nicht mehr nötig. Das KI-Modell erledige „komplexe, langwierige Aufgaben mit Sorgfalt und Beständigkeit“, befolge Anweisungen genaustens und entwickle Methoden, um Ergebnisse vor der Ausgabe zu überprüfen. Zudem könne es Bilder in höherer Auflösung verarbeiten.
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Vorsicht bei alten Prompts
Als zentrale Verbesserungen verweist Anthropic darauf, dass Claude 4.7 „substanziell besser“ darin sei, Anweisungen zu befolgen. Interessant sei, dass das KI-Modell dadurch bei Prompts, die früher funktioniert haben, nun unerwartete Ergebnisse zeigen könne: „Opus 4.7 befolgt die Anweisungen wörtlich.“ Deshalb sollten solche Anweisungen überprüft werden. Das neue KI-Modell sei zudem besser darin, Finanzdaten zu analysieren, könne professionellere Präsentationen erstellen und einzelne Aufgaben besser verzahnen. Zudem könne das aktualisierte Opus den auf dem Dateisystem basierenden Speicher effizienter nutzen. Über mehrere Sitzungen würden dadurch weniger Kontextinformationen benötigt.
Zur Freigabe des neuen KI-Modells weist Anthropic noch darauf hin, dass Opus 4.7 Text besser verarbeiten könne. Das habe aber Einfluss auf den Verbrauch von Tokens, weshalb je nach Input bis zu einem Drittel mehr davon nötig sein können. Auch bei anderen Aufgaben könne die verbesserte Performance dafür sorgen, dass mehr Token benötigt werden, als das vorher der Fall gewesen sei. Nutzer und Nutzerinnen könnten das aber steuern, etwa „indem sie das Modell dazu auffordern, sich prägnanter auszudrücken“. In einem Leitfaden haben die Verantwortlichen solche und andere Tipps für die Migration zusammengetragen, die dafür sorgen sollen, dass sich der Token-Verbrauch im Endeffekt trotzdem verringern würde.
Die Freigabe von Opus 4.7 erfolgt gerade einmal gut eine Woche nach der Vorstellung eines KI-Modells, das so gefährlich sein soll, dass es nicht öffentlich gemacht werden könne. Vor allem weil Claude Mythos Preview bislang unerreicht gut darin sein soll, Sicherheitslücken in Software zu finden und auszunutzen, wird das Modell ausschließlich Firmen zur Verfügung gestellt, die an IT-Sicherheit arbeiten. In einer Auflistung von Benchmark-Ergebnissen zeigt Anthropic jetzt, dass Mythos Opus 4.7 in allen schlägt, teilweise aber auch nur knapp. Bei der Reproduktion von Sicherheitslücken ist Opus 4.7 derweil sogar etwas schlechter als der Vorgänger.
(mho)
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FritzOS 8.25: Update für Fritzbox 7530 AX verfügbar
Fritz gibt die FritzOS-Version 8.25 für den nunmehr fünften Router frei, die Fritzbox 7530 AX. Anders als bei den gleichnamigen Updates für die Fritzboxen 6660, 6591, 7590 AX und 7590 nennt der Hersteller bei der Fritzbox 7530 AX keine Probleme mit der Hardware-Beschleunigung für die Paketverwaltung. Letztere geriet bei zahlreichen Fritzboxen mit FritzOS 8.20 ins Wanken, was sich in langsamen Verbindungen oder kompletten Abbrüchen äußern konnte.
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FritzOS 8.25 sollte über die Web-Oberfläche zeitnah zur Installation bereitstehen. Alternativ können Nutzer die Firmware bei Fritz herunterladen und manuell installieren.
Das komplette Changelog zu FritzOS 8.25 auf der Fritzbox 7530 AX:
Internet
- Verbesserung: Bedienung von Zeitplänen in der Kindersicherung für kleine Displays (Handy, Tablets) überarbeitet
- Verbesserung: Detailliertere Abbildung des Ausfallschutzes im Online-Monitor
- Verbesserung: Interoperabilität mit neueren Browserversionen verbessert
- Verbesserung: Unterstützung der IPv6-Konfiguration für den Ausfallschutz
- Verbesserung: Unterstützung des Ausfallschutzes auch für primäre Internetverbindungen mit fester IP-Konfiguration
- Behoben: Bei gesperrtem Standardprofil in der Kindersicherung konnte es vorkommen, dass sich berechtigte Geräte nicht mehr automatisch im WLAN anmeldeten
- Behoben: Die Option „Feste Reservierung von Bandbreite für das Heimnetz“ war teilweise unwirksam
- Behoben: Fehlerbehandlung beim Speichern von Priorisierungsregeln war nicht korrekt
- Behoben: Im Online-Monitor war bei den Verbindungsdetails der Status der WAN-Verbindung unter Umständen trotz einer aktiven Internetverbindung inaktiv
- Behoben: In der Zusammenfassung individueller Zugangsprofile der Kindersicherung wurde trotz einschränkender Einstellungen „Keine Beschränkung“ angezeigt
- Behoben: In der Übersicht der WireGuard®-Verbindungen wurden IPv6-Adressen nicht vollständig dargestellt
- Behoben: Internetzugriff (Fernzugriff) auf die FRITZ!Box konnte nur eingerichtet werden, während die FRITZ!Box mit dem Internet verbunden war
Telefonie
- Änderung: Netzanpassung Telefonie Deutsche Telekom
- Änderung: Stammzertifikat für SSL.com für verschlüsseltes VoIP hinzugefügt
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Heimnetz
- Behoben: Aktive Geräte mit statischen IP-Adressen wurden unter Umständen als inaktiv angezeigt und umgekehrt
- Behoben: In der Netzwerkübersicht wurden in bestimmten Szenarien unnötige Einträge für Switches (FA:CE:…) im Abschnitt ungenutzte Verbindungen angezeigt
- Behoben: In speziellen Szenarien war es möglich, dass für einen Repeater im Heimnetz statt dessen eigener IP-Adresse die 192.168.178.1 angezeigt wurde
- Behoben: Namen von Heimnetzgeräten wurden unter Umständen falsch zugeordnet
System
- Verbesserung: Fehlerbehandlung bei der Updatesuche robuster
- Verbesserung: Stabilität
- Verbesserung: Vereinfachte Einrichtung: Bei der Einrichtung internationaler Produkte ist kein Neustart nach Auswahl von Land und Sprache mehr nötig
(mma)
Künstliche Intelligenz
Projekt morphAIR: DLR testet verformbare Flügel
Elastische Flächen statt Klappen: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) testet Tragflächen, die sich im Flug verformen. Diese sollen Flugzeuge effizienter und sicherer machen.
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Morphing Technologies & Artificial Intelligence Research Group (morphAIR) heißt das Projekt, in dessen Rahmen Flügel entwickelt wurden, die sich im Flug verändern. „Der morphende Flügel kann seine Form während des Flugs verändern und sich so optimal an unterschiedliche Flugzustände anpassen“, sagt Projektleiter Martin Radestock vom DLR-Institut für Systemleichtbau.
Das DLR-Team hat zwei Flügelsätze entwickelt, die beide aus Faserverbundmaterialien bestehen. Diese Flügelsätze wurden dann auf dem unbemannten DLR-Versuchsflugzeug Proteus getestet.
Die morphenden Flügel haben eine formvariable Hinterkante, hyperelastische Hinterkantenverbindung (hyperelastic trailing edge morphing, HyTEM) genannt, die sich spalt- und stufenfrei verformt. Das erledigen kleine Motoren. „Das HyTEM-Konzept ersetzt klassische Klappen und Querruder durch ein intelligentes System mit mehreren kleinen und über die Flügelspannweite verteilten Antrieben“, sagt Radestock. „Diese können die Profile an zehn Stellen präzise anpassen, ohne dass Lücken zwischen den Bereichen entstehen.“
Vorteil für Aerodynamik und Flugmechanik
Durch die kontinuierliche Form sinke der Profilwiderstand des Flügels. Daneben könne der Auftrieb, der induzierte Luftwiderstand sowie die Steuerung des Flugzeugs gezielt beeinflusst werden, erläutert Radestock. Das stelle „einen großen Vorteil für die Aerodynamik und Flugmechanik“ dar. Aber das System soll nicht nur die Effizienz verbessern, sondern auch für mehr Sicherheit sorgen, da Steuerfunktionen über den gesamten Flügel verteilt werden können.
Gesteuert wird das komplexe HyTEM-System von einer Flugregelung mit Künstlicher Intelligenz (KI), die vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik entwickelt und trainiert wurde. Zum Training gehörte dabei auch die Simulation von Schäden oder Ausfällen einzelner Steuerflächen. So lernte der Algorithmus, Veränderungen im Flug zu erkennen und die noch intakten Aktoren so zu steuern, dass das Flugverhalten möglichst stabil bleibt.
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Das DLR hat die morphenden Flügel an das unbemannte Versuchsflugzeug Proteus montiert und im Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt in Sachsen-Anhalt getestet. Die ersten Tests verliefen laut DLR erfolgreich: Sowohl die morphenden Flügel als auch die Referenzflügel erwiesen sich als flugtauglich.
Im Laufe dieses Jahres plant das DLR eine weitere Testkampagne mit Proteus. Dann soll unter anderem untersucht werden, ob das System auch für größere Fluggeräte skaliert werden kann. Das System soll dann im Projekt UAdapt (Unmanned Aircraft Wing Adaption) weiterentwickelt werden.
(wpl)
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