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Was für eine Ikea-Kampagne im Nahen Osten › PAGE online


Von wegen kurzlebige Massenware: Die Agentur Memac Ogilvy zeigt in der neuesten Ikea-Kampagne in was für einer langen, kunsthistorischen Tradition Ikea-Möbel stehen – und das von Henri Matisse zu Paul Cézanne.

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Der rote Pinntrop Stuhl, das Billy Regal, der Sessel Strandmon oder das Schaffell Ullerslev: Wer Ikea mit billiger Massenware verbindet, den belehrt die neue Kampagne, die Memac Ogilvy für Ikea Alsulaiman in Saudi-Arabien und Bahrain entwickelte, eines besseren.

Schon in den Gemälden meisterhafter Künstler wie Henri Matisse, wie Paul Cézanne, Edvard Munch, Hugo Simberg oder Dario Barbose lassen sich Ikea-Klassiker sehen.

Und das in Öl verewigt, zu einem Stilleben arrangiert, über einem Schaukelstuhl drapiert oder vor einem Fenster mit Blick aufs Meer positioniert.

»Affordable Masterpieces« hat Memac Ogilvy die Kampagne genannt, die augenzwinkernd zeigen möchte, dass auch Erschwingliches durchaus zeitlos sein kann.

Und das führen die Kreativen in verschiedenen Plakaten und mit zwei Werbespots vor, die zeigen welche Ikea Klassiker sich in den Meisterwerken verbergen.

Meisterwerke für alle

In den beiden Spots werden die Entdeckungen von einer honorigen und wohl akzentuierten, vornehmen Stimme vorgetragen und das höchst kunsthistorisch sozusagen.

Zu hören ist, dass es sich bei dem Gemälde mit dem roten Pinntrop Stuhl um »Stuhl mit Pfirsichen« 1918 von Henri Matisse handle. »Ein Zufall? Wer kann das schon sagen«, heißt es dazu.

Das klassische Billy Bücherregal hingegen findet sich in »Andreas liest« wieder, das Edvard Munch 1883 malte.

Das ist so verschmitzt, wie es den Designanspruch von Ikea-Produkten unterstreicht, ihre Ausgereiftheit und Zeitlosigkeit – und sie in »Affordable Masterpieces«, in »Erschwingliche Meisterwerke« verwandelt.

Die Kampagne wird in Social Media ausgespielt und ist in Saudi-Arabien und Bahrain auf Bildschirmen in Geschäften und Einkaufszentren zu sehen und bei Ikea selbst zudem als besondere Installation.

Wie bei einem Museumsbesuch kann man dort an Nachbildungen der Gemälde entlang flanieren, begleitet von Audio-Kommentaren im leicht humorvollen Ikea-Style.

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Für mehr Gestaltung in urbanen Räumen › PAGE online


Hier wird Kreativität als gesellschaftlicher Prozess gedacht. Mit der Umsetzung dieses kreativen Reallabors sollen urbane Räumen aufgewertet werden. Der DDC hat eine Initiative ins Leben gerufen, die sogenannte »Unorte« in bessere Umgebungen transformieren möchte.

Für mehr Gestaltung in urbanen Räumen › PAGE online

Alle kennen sie, niemand mag sie! Vergessene, hässliche Orte in der eigenen Nachbarschaft. Vor allem in Großstädten, häufig sind Hauptbahnhöfe betroffen, ist das ein unschönes Phänomen, das jetzt mehr Aufmerksamkeit erhält.

Mitglieder des DDC haben das Urban Now Lab auf den Weg gebracht – und im November 2025 im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 zum ersten Mal veröffentlicht.

Kreatives Reallabor

Die Slogans verraten, was hierbei Programm ist »Gestaltung beginnt mitten im Leben« und »Erobert euch die Stadt zurück!«. Und so ist es ja auch, denn überall in urbanen Räumen gibt es unendliche viele Möglichkeiten, die Umgebungen mit kreativen Ideen ansprechender zu gestalten.

Gemeint ist aber nicht nur der urbane Raum selbst, sondern genauso die Objekte darin und die Kommunikation, die dort stattfindet. Ein weites Feld. Die Initiator:innen des Urban Now Lab sehen dies daher auch als ein kreatives Reallabor.

Stadtplanungen gehen häufig in eine Richtung: Effizienz beziehungsweise es wird der Frage nachgegangen, wie man möglichst günstig und schnell Lebensräume schaffen kann. Für Gestaltungen ist oft wenig Platz, weil eben der Planungsfokus woanders liegt.

Das lässt sich tagtäglich am Beispiel Berlin erleben. Es wird viel geplant, gebaut und diskutiert. Aber den urbanen Räumen fehlt es an so einigen Ecken und Enden an Charme, an Persönlichkeit oder an Lebendigkeit. Und das liegt nicht daran, dass die Hauptstadt nicht quirlig genug wäre!

Urban Now Lab
Urban Now Lab Bild Ebene Untergrund

Gesellschaftliche Fragen kommen auf den Tisch

Genau hier liegt der Ansatz des Reallabors, der auch gesellschaftliche Fragen verhandeln möchte sowie Verbindungen schaffen.

Im Rahmen der Urban Now Lab sind daher ein Urban Now Mapping und Workshops am sogenannten Actionday geplant. Dieser Aktionstag findet und ist dazu da, um frische Placemaking-Lösungen zu finden. Gute Gestaltung und Kreation für urbane Räume sind gefragt.

Urban Now Lab Stadt
Urban Now Lab – Platz in der Stadt

Es dürfen sich viele verschiedenen Personengruppen angesprochen fühlen – von Designer:innen, Gestalter:innen, Stadtplaner:innen bis hin zu Eigentümer:innen, Betreiber:innen, Ladenbesitzer:innen oder Gastronom:innen.

Der nächste Actionday & Urban Now Mapping

Das nächste Event ist am Freitag, 20. Februar 2026, in Frankfurt am Main. Infos dazu erhält man auf der Website. Dort wird zudem erklärt, was die Initiator:innen als Unorte verstehen. Es sind vernachlässigte, hässliche, ausgrenzende Orte, die sich als Ausgangspunkte für Transformation besonders gut eignen.

Wer in der eigenen Stadt mal aufmerksam die Augen aufhält, wird sicher schnell solch einem Unort begegnen …

Zudem hat das Urban Now Lab noch das Urban Now Mapping veröffentlicht – inklusive der Möglichkeit, Bilder von Orten hochzuladen und einer Befragung.

Urban Now Lab
Urban Now Lab Bild Stadtecke

Das Key Visual WDC:

Key Visual WDC

 

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»Wer Menschen führt, muss sich mit sich selbst auseinandersetzen« › PAGE online


Was macht Marken heute wirklich relevant? Cultural Trendscout Isabelle Rogat spricht über Marken in der Gen Z, Trendforschung, moderne Führung und Kreativität – und erklärt, warum das Timing so wichtig ist.

»Wer Menschen führt, muss sich mit sich selbst auseinandersetzen« › PAGE onlineBild: Frieda Maelle

Isabelle, du giltst als Trend- und Markenexpertin, besonders mit Blick auf die Gen Z. Was macht für dich eine starke Marke in dieser Generation aus?

Isabelle Rogat: Eine starke Marke ist heute keine reine Sendermarke mehr. Gerade für die Gen Z geht es viel stärker um Austausch und Beziehung. Marken müssen bereit sein, in Interaktion zu treten – und auch Feedback anzunehmen, das vielleicht nicht immer bequem ist. Das heißt auch, klassische Vorstellungen von Corporate Identity oder Markenführung ein Stück weit zu öffnen und organischer zu denken.

Ein Punkt, den ich immer wieder sehe, ist das Thema Timing. Erfolgreiche Marken schaffen es, sehr nah an kulturellen Themen zu sein und in Echtzeit darauf zu reagieren. Manchmal können da schon ein paar Tage zu spät sein. Gleichzeitig dürfen Marken aber nicht jedem Trend blind hinterherlaufen. Entscheidend bleibt eine klare Markenidentität, die Orientierung gibt – nach innen wie nach außen.

Und dann spielt natürlich auch Identity Signaling eine große Rolle. Das betrifft nicht nur die Gen Z. Marken müssen beantworten können, wofür sie stehen und warum Menschen sie freiwillig nach außen tragen möchten. Diese Perspektive geht im starken Fokus auf Performance und Business-Ziele leider oft verloren, ist aber zentral für echte Identifikation.

Wie entstehen Trends überhaupt – und was bedeutet das für Marken?

Trends folgen keinem festen Plan, aber sie bewegen sich häufig in Zyklen. Viele Dinge kommen in Wellen zurück – oft mit einem starken Hoch und einem ebenso starken Abflachen danach. Wer Trends verstehen will, muss diese Wiederholungen und Gegenbewegungen mitdenken. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen: Nur ein sehr kleiner Teil der Menschen greift Trends extrem früh auf und prägt damit ein aspiratives Bild. Der Großteil wartet ab, bis sich etwas etabliert. Deshalb ist nicht jeder Trend automatisch relevant für jede Marke.

Social Media spielt vor allem bei der Verbreitung eine große Rolle. In Nischen können sich Bewegungen sehr schnell verstärken, bleiben außerhalb dieser Räume aber oft unsichtbar. Trendarbeit ist deshalb für mich weniger Bauchgefühl als vielmehr eine Kombination aus Daten, Research und Beobachtung. Ich arbeite mit Search- und Trend-Tools, Social-Media-Signalen von Plattformen wie TikTok oder Instagram, aber auch im Austausch mit Journalist:innen, Creators und KI-Tools.

»Ich sammle Beobachtungen sehr systematisch – visuell, in Listen oder Datenbanken. Denn am Ende ist Trendforschung vor allem eines: Mustererkennung.«

Je nach Thema hilft es außerdem enorm, Trends vor Ort zu beobachten – etwa auf Events – oder tief in digitale Communities wie Reddit einzutauchen. Manche Entwicklungen sind stark physisch geprägt, andere entstehen fast ausschließlich online.

Was mir besonders wichtig ist, ist der Aufbau einer eigenen Datenbasis. Ich sammle Beobachtungen sehr systematisch – visuell, in Listen oder Datenbanken. Denn am Ende ist Trendforschung vor allem eines: Mustererkennung.

Welche Muster beobachtest du aktuell, die 2026 prägend werden könnten?

Es gibt viele spannende Entwicklungen, aber nur wenige, die wirklich universell sind. Sehr deutlich sehe ich aktuell das wachsende Bedürfnis nach Offline-Erlebnissen und echtem Austausch. Als Gegentrend zu KI, Social Media und permanenter Digitalität entsteht eine neue Sehnsucht nach Real-Life-Momenten – zum Beispiel in Form von Offline-Events, Hosting-Kultur, kleinen Community-Treffen oder auch ganz bewusst handyfreien Abenden mit Freunden.

Parallel dazu beobachte ich eine spannende Gegenbewegung im Umgang mit Wissen. Einerseits nimmt Anti-Intellectualism zu, andererseits gibt es einen starken Hype um Hyper-Intellectualism – etwa rund um Substack oder sogenannte Intellectual Influencer, die Lesen, Lernen und Denken wieder aufwerten.

Und dann gibt es diese nostalgische Erzählung, dass »2026 das neue 2016« werden könnte – modisch, kulturell und emotional. Ob sich das wirklich bewahrheitet oder eher ein kollektives Wunschbild bleibt, verfolge ich gerade sehr aufmerksam.

Was bedeuten diese Entwicklungen konkret für Marken – jenseits kurzfristiger Hypes?

Wichtig ist weniger der einzelne Trend als die Fähigkeit, ihn sinnvoll auf die eigene Marke zu übertragen. Marken müssen ihren »Transfer-Muskel« trainieren: schnell zu erkennen, ob ein Thema wirklich zum eigenen Kern passt – oder sich bewusst dagegen zu entscheiden. Nicht jeder Trend braucht eine Markenreaktion.

Dafür braucht es eine klare strategische Grundlage. Gute Marken wissen, wofür sie stehen, welche Tonalitäten zu ihnen passen und wie ihre Brand-Strategie auf Social übersetzt wird. Das konnte man zum Beispiel gut bei der Coldplay-Debatte letztes Jahr beobachten: Viele Marken sind aufgesprungen, aber gerade bei Marken, die eigentlich für Positivität stehen, stellte sich die Frage, ob das strategisch wirklich sinnvoll war – unabhängig davon, ob es Aufmerksamkeit gebracht hat.

Du bist Teil der Jury des German Brand Award. Worauf achtest du besonders?

Mir sind vor allem drei Dinge wichtig. Erstens: kulturelle Relevanz. Ich frage mich immer, ob eine Arbeit wirklich im Jetzt stattfindet – oder ob sie genauso gut vor zehn Jahren hätte entstehen können. Zweitens: Distinktivität und Mut. Viele Kampagnen fühlen sich heute leider sehr austauschbar an. Der dritte Punkt ist der psychologische Aspekt. Haben die Macher:innen die Menschen wirklich verstanden, mit denen sie sprechen? Gibt es einen echten Human Insight – oder bleibt es bei einer cleveren Oberfläche?

Followerzahlen oder reine Viralität spielen für mich eine untergeordnete Rolle. Relevanz kann auch in kleinen Zielgruppen entstehen. Und »viral gehen« lässt sich ohnehin nicht planen – echte Relevanz entsteht dann, wenn etwas den Zeitgeist trifft.

Last Call: Registration Deadline bis zum 27. Februar 2026

Du hast viele Auszeichnungen erhalten. Was bedeuten sie dir persönlich?

Für mich sind Auszeichnungen vor allem eine Form von Sichtbarkeit. Und Sichtbarkeit heißt, an Debatten teilnehmen zu können, Gedanken zu teilen und zu merken, dass bestimmte Perspektiven Resonanz finden. Im Grunde funktioniert das ähnlich wie bei Marken: Man bringt etwas in den öffentlichen Raum und hofft, dass es etwas auslöst.

Gleichzeitig finde ich solche Rankings spannend, weil sie wie ein Seismograph zeigen, wohin sich die Branche entwickelt. Welche Haltungen, Denkweisen und Profile gerade als relevant gelten – und wer langfristig prägt, wie Kommunikation und Werbung aussehen.

Du hast selbst Teams geführt und bist heute selbstständig. Was bedeutet gute Führung für dich?

Ich glaube nicht an den einen »richtigen« Führungsstil. Was ich bei gut funktionierenden Teams beobachte, ist eine Mischung aus Vulnerabilität und Klarheit. Führung heißt heute nicht mehr reine Autorität, sondern auch Menschlichkeit zuzulassen: Fragen zu stellen, Unsicherheiten zu zeigen und Hilfe anzunehmen.

Gleichzeitig bleibt Klarheit essenziell. Führung bedeutet, Orientierung zu geben, Verantwortung zu übernehmen und eine gemeinsame Richtung zu definieren. Gerade in kreativen Arbeitsumfeldern ist es wichtig, die eigene Rolle zu reflektieren. Nähe und Offenheit sind wertvoll – trotzdem hat Führung immer Wirkung auf andere.

Das erfordert viel Selbstarbeit. Gute Führung funktioniert nur, wenn man sich selbst kennt, die eigenen Werte reflektiert und weiß, wo die eigenen Grenzen liegen. Deshalb bin ich überzeugt: Wer Menschen führt, sollte sich intensiv mit sich selbst auseinandersetzen.

Schafft diese Art von Führung mehr Raum für Kreativität?

Absolut. Eine gesunde Fehlerkultur ist essenziell für Kreativität. Wenn Fehler sanktioniert werden, vermeiden Menschen Risiken – und Innovation bleibt aus. Kreativität braucht Sicherheit: das Gefühl, ausprobieren zu dürfen. Nicht nur Ergebnisse sollten belohnt werden, sondern auch der Mut, Dinge anzustoßen, Verantwortung zu übernehmen und neue Ideen einzubringen. Genau dort entsteht Raum für echte kreative Arbeit.

Über Isabelle:

Isabelle Rogat (bekannt als »Isi«) ist eine der führenden Stimmen in der deutschen Kreativ-Szene. Als Young Leader, die bereits mit 25 erste Teams führte besticht die Cultural Trendscoutin & angehende Autorin in der Branche mit pointierten Impulsen, Kolumnen & Keynotes in den Bereichen Zeitgeist, Next Gen Marketing & Feminismus.



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Badenova mit neuem Markenauftritt – Design Tagebuch


Der Energieversorger Badenova hat seinen Markenauftritt umfassend erneuert. Mit dem neuen Corporate Design mache das Unternehmen, wie es im Rahmen der Vorstellung heißt, die inhaltliche Transformation, weg vom klassischen Energieversorger, hin zur aktiven Gestalterin der Energie- und Wärmewende in der Region, sichtbar.

Badenova, 2001 durch die Fusion von sechs kommunalen Stadtwerken hervorgegangen, ist ein regionaler Energieversorger in Südbaden, Deutschland. Das Unternehmen versorgt Kunden zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald mit Strom, Gas, Wärme und Wasser, mit Fokus auf erneuerbare Energien und Klimaschutz.

Neue Badenova Marke im Einsatz, Quelle: Badenova
Neue Badenova Marke im Einsatz, Quelle: Badenova

Der bisherige Markenauftritt, im Jahr 2008 eingeführt, habe den heutigen digitalen Anforderungen und dem mittlerweile veränderten Selbstverständnis des Unternehmens nicht mehr entsprochen. Auf Basis von Marktforschungsergebnissen, die, bestätigt hätten, das Badenova oftmals vor allem als konservativ und traditionell wahrgenommen werde, wurde die Außendarstellung dahingehend überarbeitet, die für die Marke zentralen Aspekte Innovation, Wandel und Zukunftsgestaltung sichtbar und erlebbar zu machen.

Auszug der Pressemeldung

„Badenova hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert – vom klassischen Versorger zur aktiven Gestalterin der Energie- und Wärmewende“, sagt Hans-Martin Hellebrand, Vorstandsvorsitzender der Badenova. „Mit dem neuen Markenauftritt machen wir diesen Anspruch sichtbar und geben Orientierung in einem sich rasant wandelnden Energiemarkt.“ Grundlage für den neuen Markenauftritt ist das Zielbild von Badenova: „Für eine lebenswerte Zukunft gestalten wir die Energie- und Wärmewende. Mit der Region, für die Region.“

Das Corporate Design umfasst sämtliche visuellen Elemente der Marke, darunter Farben, Typografie, Bildsprache, Logos, Icons, Layouts sowie digitale Anwendungen. Statt TheSans fungiert als Hausschrift nun Lab Grotesque. Ziel ist ein einheitlicher, moderner und wiedererkennbarer Markenauftritt, so das Unternehmen. Der Markenauftritt sei mit Fokus auf Einzigartigkeit, Barrierefreiheit und Digitalisierung entwickelt worden.

Badenova Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Badenova, Bildmontage: dt
Badenova Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Badenova, Bildmontage: dt

Zentrales Element innerhalb des Corporate Designs bildet der geschwungene Anfangsbuchstabe „B“. Die als „Dynamic B“ bezeichnete Bildmarke stehe für Dynamik, Bewegung und Innovationsfähigkeit und verdeutliche den eigenen Anspruch, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Gleichzeitig lasse sich die Form als Anschnitt eines Rohres oder einer Leitung interpretieren und stelle damit einen klaren Bezug zu Energie- und Wärmenetzen her.

Die neue Farbwelt mit einem leuchtenden Blauton („Ocean Blue“) als Primärfarbe und einem Purpur-Rot („Berry“) als Sekundärfarbe verbinde Kontinuität mit einem klaren Aufbruch. Mit Blau, seit langem die Primärfarbe von Badenova, möchte die Marke Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen vermitteln.

Entstanden ist der neue Markenauftritt wie auch die begleitende Launch-Kampagne in Zusammenarbeit mit der Agentur Teufels (Rottweil).

Kommentar

Das bisherige visuelle Erscheinungsbild war, so mein persönlicher Eindruck, neutral, unscheinbar, auch ein Stück weit nichtssagend und ideenlos. Der in der Schriftart TheSans ausschließlich in Minuskeln gesetzten bisherigen Wortmarke im Neunziger-Jahre-Outfit mangelt es, charakteristisch für viele in Brotschriften gesetzten Typologos, an Eigenständigkeit, Wiedererkennung und Originalität. Die Wortmarke mag gut lesbar sein, ihre identitätsstiftende Qualität ist allerdings sehr gering: die in Lettern visualisierte Nüchternheit, könnte man sagen. Verständlich, dass eine Energiemarke dieses Bild in der heutigen dynamischen, hoch-emotionalisierten (Marken)Welt allzu gerne abschütteln möchte.

Ein wenig erinnert mich das Badenova-B von der Gestalt her an jenes B-Signet, welches die Umweltbank seit 2018 verwendet. Gemein ist beiden Zeichen ihr fehlender Stamm und ihre zum durchgehenden Band geformte Struktur. Die Idee ist nicht unähnlich. Ideen, und das ist außerhalb der Kreativbranche mitunter schwer nachzuvollziehen, entstehen in der Welt des Designs zuweilen parallel, unabhängig voneinander (Canton versus Erco). Entscheidend ist, dass in der Umsetzung ein ausreichend eigenständiges Zeichen entsteht, sodass im Zusammenspiel mit allen anderen Brand Assets (Farben, Typo, Raster, Bildsprache, Icons, etc.) ein differenzierendes zudem interessantes Markenprofil entsteht. Das scheint mir Kontext Energieunternehmen geglückt zu sein, trotz des im heutigen Markenkosmos häufig verwendeten Ultramarinblau.

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