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„Wie APIs auf Steroiden“ – über die Vorteile von Agentic AI
Agentic AI ist keine Tool-Frage, sondern eine Organisationsentscheidung. Davon ist Julian A. Kramer von Adobe überzeugt. Er erklärt, warum KI an Strukturen scheitert, wie Agent Teams Marketing Workflows verändern und weshalb Governance zur Schlüsselkompetenz wird. [Anzeige]
AI Agents gelten als der nächste große Entwicklungsschritt nach generativer KI. Doch der eigentliche Umbruch ist kein technologischer, sondern ein organisatorischer. Auf dem Adobe AI Forum in München am 22. Januar wurde deutlich, was sich in vielen Marketing-Organisationen bereits zeigt: KI verändert nicht nur Arbeitsweisen, sondern ganze Unternehmensstrukturen – mit erheblichen Vorteilen, aber auch neuen Regeln. Unser Event Recap thematisiert diese und zeigt die wichtigsten KI-Trends im Marketing 2026 rund um Agent Teams, Governance, Generative Engine Optimization (GEO) sowie neue Organisationsmodelle.
Auf dem Adobe AI Forum durften wir zudem mit Julian A. Kramer, AI Evangelism Leader EMEA und Teil des Adobe EMEA Value Acceleration Teams, sprechen. Er lieferte zur organisatorischen Verankerung von KI die operative Perspektive. Seine Arbeit beginnt dort, wo viele KI-Initiativen scheitern: zwischen strategischer Vision und tatsächlicher Umsetzung im Tagesgeschäft. Er formuliert das Problem – und den Wendepunkt – so:
Agentic AI ist kein Zukunftsversprechen mehr, sondern eine organisatorische Entscheidung.
Damit verschiebt sich die Debatte endgültig weg von Tools, hin zu Systemen. Weg von einzelnen Assistants, hin zu orchestrierten Agent Workflows.
Adobe AI Forum München:
Die 5 wichtigsten KI-Trends im Marketing 2026

Der Aufstieg orchestrierter Agent Teams
Orchestrierte Agent Workflows stehen für einen grundlegenden Schritt im Umgang mit KI: weg vom kurzfristigen Produktivitätsgewinn, hin zu belastbarer Infrastruktur. Es geht nicht mehr um einzelne Tools, die isoliert Aufgaben beschleunigen, sondern um koordinierte Agent Teams, die ganze Aufgabenketten übernehmen. Gleichzeitig verschiebt sich die Logik digitaler Sichtbarkeit: Klassische SEO-Mechaniken verlieren an Dominanz, während die Präsenz von Marken in Antworten von LLMs und generativen KI-Systemen an Bedeutung gewinnt. Themen wie Governance, Markenverantwortung und die Frage, wie KI vom Experiment zur verlässlichen Grundlage des Arbeitsalltags wird, rücken ins Zentrum.
Dieser Wandel zeigt sich auch empirisch: Laut dem Adobe Agentic Readiness Report setzen bereits über 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen Agentic AI ein oder planen die Einführung – vor allem mit Blick auf Effizienz und Automatisierung komplexer Abläufe und Entlastung von Teams. Anbieter:innen wie Adobe reagieren darauf mit Orchestrierungs-Layern, die Agents systemübergreifend steuern und in bestehende Prozesse einbetten.
Die zentrale Entwicklung dahinter: Generative KI war der Einstieg, Agentic AI wird zur operativen Ebene. McKinsey beschreibt AI Agents als Systeme, die planen, handeln und Workflows eigenständig koordinieren – ein Schritt von der Inhaltsproduktion zur Prozesssteuerung. Genau dafür bauen große Plattformanbieter:innen wie Adobe derzeit ihre Architekturen um. Dass dieser Wandel nicht primär technologisch, sondern organisatorisch ist, brachte Julian A. Kramer auf den Punkt:
KI scheitert selten an der Technologie – sondern an fehlenden Strukturen und klaren Verantwortlichkeiten.
Der Engpass liegt in Prozessen, Datenflüssen, Zuständigkeiten und Governance, nicht in der Modellleistung. Marktforschung stützt dieses Bild: Gartner erwartet, dass viele Agentic-AI-Projekte scheitern, wenn Zielklarheit, Steuerungsmodelle und Kostenkontrolle fehlen. Gleichzeitig werden die Anforderungen an konsistente Markenführung über alle Touchpoints hinweg erweitert – ein Szenario, das Orchestrierung statt Tool-Insellösungen erfordert.
Agent Teams stehen damit für mehr als Automatisierung. Sie verschieben KI von der Experimentierphase in die Betriebslogik von Organisationen. Ein Beispiel für diesen Ansatz liefert Adobe mit dem Agent Orchestrator in der Experience Platform. Wie dieser strukturelle Wandel in der Praxis aussieht, zeigt das ganze Gespräch mit Kramer vor Ort auf dem Adobe AI Forum München.
Das Interview
OnlineMarketing.de: AI Agents gelten als nächster großer Schritt nach generativer KI. Woran erkennt man, dass wir gerade wirklich an einem Wendepunkt stehen
Julian A. Kramer: Das Spannende ist, dass generative KI vor allem Inhalte produziert – auf Basis statistischer Vorhersagen. Agentische KI geht einen Schritt weiter: Sie nutzt Reasoning Engines, also Logikmodule aus den Modellen, und koppelt sie an echte Werkzeuge. Damit wird aus „Intent“ tatsächlich „Action“: Du formulierst ein Ziel und bekommst nicht nur eine Antwort, sondern ein Ergebnis, das im System umgesetzt wird.
In der Praxis heißt das: Agents können Tools bedienen, auf Datenbanken zugreifen und Prozesse anstoßen – ein bisschen wie APIs auf Steroiden, nur dynamischer. Statt einer reinen Textzusammenfassung entstehen konkrete Outputs: Zielgruppen werden segmentiert, Workflows gestartet, Inhalte oder Assets in Photoshop bearbeitet. Genau daran arbeiten wir gerade sehr stark, nämlich Services, Tools und Funktionen agentisch ansprechbar zu machen.
Dass Skalierung vielerorts noch zäh ist, liegt vor allem daran, dass wir sehr früh in der Entwicklung stehen. Vor zwei Jahren hat kaum jemand über Agents gesprochen. Aktuell gibt es viele „Build-your-own“ Setups, bei denen Teams Tools zusammenstecken und testen, was überhaupt funktioniert, ähnlich wie in der frühen Chatbot-Phase. Adobes Ansatz ist ein anderer: Wir bauen Agents entlang der Kund:innenwertschöpfungskette, damit sie konkrete Business-Probleme lösen, besonders in klassischen Marketing Workflows.
Viele Unternehmen scheitern dabei nicht grundsätzlich, erleben aber ein typisches Muster: Man ist begeistert, was die Systeme können, stellt dann eine leicht andere Frage und plötzlich kippt das Ergebnis. Genau das lässt sich reduzieren, wenn Agents semantisch und aufgabenbezogen für spezifische Use Cases trainiert werden. Dann werden die Outputs verlässlicher und brechen nicht so schnell aus dem Rahmen.
Adobe ist kein Startup, das nur experimentiert. Wir müssen schnell belastbaren Mehrwert liefern, sonst kauft das niemand. Deshalb fokussieren wir uns auf klare Use Cases und rollen die Agents gerade aus. Wir sind noch in einer Frühphase – aber die Entwicklung beschleunigt sich gerade deutlich.
Wenn wir zwischen Experimentier- und Implementierungsphase stecken: Was hat sich seit den ersten großen Ankündigungen vor rund einem Jahr wirklich getan?
Zwischen Ankündigung, Testphase und Marktreife vergeht Zeit. Wir hatten viele Betakund:innen, die schon arbeiten, aber noch nicht darüber kommunizieren konnten. Jetzt sind mehrere Agents „generally available“, also für alle kaufbar.
Zweitens verändert sich, wie wir an den Markt gehen. Statt ein großes Produkt zu verkaufen, schalten wir Funktionen mit niedrigen Hürden frei und arbeiten mit einem „Try-before-you-buy“-Modell über Credits. Kund:innen probieren aus und kaufen Credits nach, wenn sie den Mehrwert sehen.
Und drittens: Auf Unternehmensseite müssen sich Prozesse etablieren. Ein Beispiel ist der LLM Optimizer, der auf Content- beziehungsweise Asset Management und Website-Ausspielung setzt, Website Traffic analysiert und zusätzlich Wettbewerb um die Sichtbarkeit in zum Beispiel ChatGPT und Gemini auswertet. Das betrifft mehrere Teams: Infrastruktur, Analytics, BI, Content und Marketing, teilweise Agenturen. Danach muss definiert werden, wann Content optimiert wird: kompletter Katalog oder pro Produkt-Launch. Das sind neue Workflows. Deshalb ist vieles noch in Implementierung und Test.
Woran erkennt man einen sinnvollen Use Case – und was sind typische Fehler beim Einstieg?
Die interessanten Use Cases kommen oft dort her, wo Leute keinen Bock auf repetitive Aufgaben haben. Wiederholbare Prozessarbeit kann eine Maschine gut übernehmen, mit Agenten inzwischen deutlich zuverlässiger.
Beispiele: Kund:innengruppen segmentieren, Customer Journeys gegentesten, A/B-Tests aufsetzen. Viele Unternehmen könnten das technisch, haben aber weder Zeit noch Personal – der Markt ist leergefegt. Nach Einschätzung einer Bitkom-Studie bleiben in Deutschland monatlich mehr als 5.000 Marketingstellen dauerhaft unbesetzt. Es geht hier um grundlegende Kompetenzen – und dennoch fehlen die personellen Ressourcen.
Typischer Fehler: Viele Unternehmen setzen zuerst dort an, wo „Cost of Service“ hoch ist – Customer Care und Support – weil das teuer ist. Aber dort hast du Emotionen, komplexe Situationen, Kulanzfragen. Kulanz an die Maschine auszulagern ist nicht trivial. Es gibt auch diese Beispiele, wo KI am Drive-In plötzlich absurde Bestellungen ermöglicht. Das zeigt: In der direkten Kund:inneninteraktion kann das schnell auseinanderfallen.
Wir fokussieren uns stärker auf alles, was zur Transaktion führt, und auf verändertes Kund:innenverhalten. Dabei sehen wir, dass sich Conversion-Raten bei Chatbot Traffic spürbar verändert haben. Dieser Traffic ist in bestimmten Kontexten deutlich besser und konvertiert um 31 Prozent besser, weil Chatbots Kund:innen vorqualifizieren, Fragen stellen und sie gezielter weiterleiten.
Das heißt auch, dass sich Content Marketing verändert. Du musst nicht nur Storytelling machen, sondern Fakten und Spezifikationen maschinenlesbar bereitstellen, damit LLMs sie finden und korrekt nutzen können. Das kann sogar positive Effekte haben, etwa 68 Prozent mehr Zuversicht in Kaufentscheidungen und 1,2 Prozent weniger Retouren YOY.
Mein Rat: Erstens aufs Kund:innenverhalten schauen, zweitens intern repetitive Aufgaben identifizieren, drittens in menschlicher Interaktion nicht einfach blind automatisieren.
Dass es sich nicht nur um einen Tool Shift, sondern um einen grundlegenden Systembruch in der digitalen Logik handelt, zeigen auch die Einschätzungen führender Branchenvertreter:innen in unserem Deep Dive. Dort wird deutlich, wie KI, veränderte Plattformmechaniken und neue Formen der Community-Interaktion die bisherigen Spielregeln für Sichtbarkeit, Reichweite und Markenführung strukturell verschieben.
Was Expert:innen über den größten Digital-Bruch seit Social Media sagen
AI Agents könnten künftig Produkte entdecken, vergleichen und kaufen, ohne dass Nutzer:innen klassische Websites oder Shops nutzen. Was bedeutet das für Customer Experience und Erwartungen?
Ich werde oft gefragt, ob die Customer Journey obsolet wird. Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage sollte lauten: Wir sehen seit Jahren eine Konsolidierung auf Plattformen. Affinity erreichst du stark über Social, Intent über Search. Welche Suchmaschine genutzt wird, entscheidet die Person.
Conversational Interfaces wie Chatbots konsolidieren die Research- und Consideration-Phase. Du gehst nicht mehr auf hunderte Websites und baust dir Informationen manuell zusammen, sondern du recherchierst im Interface. Deshalb ist es so wichtig, LLMs mit verifizierten, belastbaren Inhalten zu füttern.
Auch Nadine Wolanke, Vice President & Managing Director Central Europe bei Adobe, hob auf dem Adobe AI Forum in München die wachsende Relevanz der LLM-Optimierung hervor.
Die Journey existiert weiter, aber die Research-Phase verschiebt sich. Und wir werden sehen, dass Purchase näher an Consideration heranwächst – teilweise im gleichen Interface, insbesondere wenn neue Protokolle wie A2P und Integrationen zunehmend breiter implementiert werden. Im B2B ist das besonders spannend, weil dort mehr Stakeholder, mehr Informationsbedürfnisse, mehr Prozesse zusammenkommen.
Für Marken heißt das, dass Inhalte zur Klarheit der Interfaces passen müssen. Wenn ich im Chat präzise Infos bekomme, aber auf der Website nur generische Aussagen und schwer auffindbare Kaufwege, entsteht ein Bruch. Marken müssen Produkte und Services stärker agentisch ansteuerbar denken.
Viel wird über Agent Teams statt einzelner Tools gesprochen. Wie funktioniert das Zusammenspiel mehrerer spezialisierter Agents heute schon in der Praxis?
Aus unserer Sicht sind spezialisierte Agents entlang der Wertschöpfungskette gebaut. Der Vorteil: Wir wissen, mit welchen Problemen Marken arbeiten.
Wichtig ist außerdem Explainability by Design. Du kannst jeden Schritt sehen: Step-by-Step, du kannst intervenieren, korrigieren, backtracken. Wir liefern Zitate und Quellen, also woher zum Beispiel ein erstelltes Segment kommt, welche Daten genutzt wurden. Das ist in der Entwicklung aufwändiger, aber wichtig für die Kontrolle, die Qualität der Ergebnisse und das Vertrauen in die KI.
Im Kern heißt das: Du brichst Arbeit auf einer logischen Ebene in Teilaufgaben. Kleine, vorab trainierte Agents beherrschen einzelne Schritte zuverlässig. Und eine zentrale Steuerung, ein Agent Orchestrator, verteilt Aufgaben, verbindet Tools, nutzt Reasoning, und orchestriert die Zusammenarbeit. Wie ein Teamlead in der Küche: jemand verteilt Aufgabenpakete, am Ende wird daraus ein Menü.
Welche Auswirkungen hat das auf Rollen und Skills – gerade für Mitarbeitende, die bisher stark in der Ausführung waren?
Wir haben zu wenig Leute, der demografische Wandel kommt dazu, die Welt wird komplexer. Aufgaben verschieben sich: Menschen werden weniger Ausführende und mehr Supervisor:innen von Systemen.
Du arbeitest mit Agents oft wie mit Junior:innen oder Praktikant:innen: Du musst nachfragen, korrigieren, Feedback geben. „Mach anders“ reicht nicht, du brauchst klare Kommunikation. Das sind Soft Skills, die früher auf der Sachbeabeiter:innenebene weniger wichtig waren.
Und du brauchst Bewertungsverständnis. Du musst nicht alles selbst machen, aber du musst beurteilen können, ob es richtig ist. Deshalb ist es kurzsichtig, Einstiegsstellen komplett zu streichen. Wenn du keine Junior:innen einstellst, wo sollen in drei bis fünf Jahren die Seniors herkommen? Ich halte das für naiv. Man muss Menschen anders entwickeln: schneller Richtung Seniorität, stärker Richtung Meta-Skills.
Meta-Skills wie Neugier, Anpassungsfähigkeit, unternehmerisches Denken werden wichtiger, weil die Entwicklung immer schneller wird. Und man muss Werkzeuge regelmäßig ausprobieren – was vor drei Monaten nicht ging, kann heute funktionieren.
Ihr sprecht von KI-nativen Umgebungen. Welche praktischen Auswirkungen hat das auf Aufbau, Pflege und Ausspielung von Websites, Assets und Kampagnen?
Nicht jede Anwendung muss KI-nativ sein. Man muss unterscheiden: Greife ich nur auf Daten zu oder arbeite ich aktiv mit den Daten?
Eine Datenbank muss nicht KI-nativ, sollte wohl aber sauber strukturiert und für KI ansprechbar sein. Bei komplexen und sensiblen Bereichen wie Customer Journey Analytics oder Segmentierung brauchst du stärkere Governance. Dort macht es Sinn, Produkte KI-nativ zu denken oder sehr kontrolliert KI darauf zu setzen.
Bei geringem Risiko, etwa in der Bannerproduktion, lohnt es sich stark, Workflows KI-nativ zu bauen, weil du ganze Prozessketten komprimieren kannst: Briefing, Varianten, Guidelines, Template-Arbeit, Feedback Loops. Das will niemand hundertfach machen. Genau da kann KI-native Software massiv entlasten.
Dass Adobe diesen Wandel nicht erst seit Kurzem denkt, sondern strategisch vorbereitet, zeigte sich bereits vor rund einem Jahr in unserem Gespräch mit Luc Dammann, EMEA-Präsident von Adobe – mit Fokus auf purpose-built Agents, Orchestrierung und C-Level-Verantwortung.
Adobes EMEA-Präsident Luc Dammann über die KI-Strategie hinter dem Hype

Themen wie Algorithmic Drift, Datensicherheit und Regulierung prägen den Diskurs. Was müssen Unternehmen beachten, bevor sie Agents produktiv einsetzen?
Viele Unternehmen wollen das nicht mehr alles selbst bauen. In einer größeren Umfrage unter Senior Executives zeigte sich, dass ein erheblicher Teil lieber arbeitsteilig mit KI-Anbieter:innen zusammenarbeitet. Nur 15 Prozent wollen KI in-house selber bauen. Der Grund: Modelle zu trainieren, Governance, Datenschutz, Compliance – das ist kapitalintensiv und komplex.
Algorithmic Drift wird dann riskant, wenn du keine Kontrolle hast. Deshalb setzen wir auf Explainability, Human-in-the-Loop und strikte In- beziehungsweise Out-of-scope-Mechaniken. Adobes Systeme sagen dir klar: „dafür bin ich nicht gemacht“, statt irgendwas zu behaupten.
Für bestimmte Use Cases haben wir außerdem die Möglichkeit, exklusive Custom Models für unsere Kund:innen zu trainieren, etwa für Brand Tone, Produktnamen, Brand Identity & Tone of Voice oder oder Markeneigener:innen – geschützter IP – mit klaren Rechte- und Datenschutzmechanismen. Das ist ein Service, für den es großen Bedarf gibt.
2026 gilt als Jahr der Skalierung von Agentic AI. Was wird aktuell unterschätzt – und was ist der wichtigste erste Schritt?
Erstens: Weg von den generischen KI-Strohfeuern, hin zu konkreten Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette. So wie vor zehn Jahren ehrlicherweise nicht alles eine App sein musste, braucht heute nicht alles einen LLM Chat.
Zweitens: Es wird gerade noch komplett unterschätzt, wie stark orchestrierte Agents quer durch Prozesse und Abteilungen arbeiten können. Es wird eindimensional über Einsparungen gesprochen und zu wenig darüber, wie man Teams, Prozesse, Hand-offs und Arbeitsweisen neu baut. Viele nutzen die Tools wie einen Sportwagen im ersten Gang.
Es gibt selten Zeiten, in denen ein Unternehmen mit gutem Gewissen sagen kann: Wir denken wegen einer Innovation Prozesse auf einem weißen Blatt neu. Genau die Phase ist jetzt da. Und bitte: weiter Junior:innen einstellen – nur anders entwickeln, mit Fokus auf Meta-Skills und Bewertungskompetenz.
Die großen Marketing-Trends für 2025:
Doch nicht nur AI
Online Marketing & SEO
Lese-Boom dank TikTok? BookTok prägt Europas Bestsellerlisten
Deutschland liebt BookTok: Neue Daten und Bestsellerlisten aus sechs europäischen Märkten zeigen, wie TikTok Sichtbarkeit in Nachfrage übersetzt und damit Buchhandel, Verlage, Autor:innen und Bestsellerlisten prägt.
Was früher vornehmlich Feuilleton, Buchhandel oder Autor:innen auf Lesereisen übernommen haben, passiert heute oft auf TikTok. Denn BookTok prägt, welche Titel relevant und gekauft werden und im besten Fall auf der Bestsellerliste landen. Die deutsche Bestsellerautorin Caroline Wahl gibt beispielsweise auf ihrem TikTok Account Einblicke in ihre Arbeit und kommuniziert so direkt mit einer lesebegeisterten Community.
Wie groß der Einfluss inzwischen ist, zeigt ein Blick auf die Marktdaten.
50 Millionen Verkäufe: So krass prägt TikTok Europas Buchmarkt
BookTok prägt längst nicht mehr nur, worüber Leser:innen sprechen, sondern auch, was sie kaufen. 2025 hat die Community den Verkauf von mehr als 50 Millionen Büchern in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Spanien, Italien, Österreich und der Schweiz mitgeprägt. Darauf verweist TikTok in einer aktuellen Pressemitteilung und im Newsroom unter Berufung auf eine Analyse von NielsenIQ BookData und Media Control. In die Auswertung fließen Titel ein, die in den BookTokBestsellerlisten auftauchen oder im Zuge viraler Trends auf TikTok deutliche Verkaufsanstiege verzeichnen. Der Umsatz lag in diesen sechs europäischen Kernmärkten bei über 800 Millionen Euro.
Deutschland war dabei der stärkste Markt. Hierzulande wurden 2025 rund 28 Millionen Bücher verkauft, die durch Empfehlungen auf TikTok oder durch dort ausgelöste Trenddynamiken an Relevanz gewonnen haben. Das waren mehr als doppelt so viele wie 2023. Der Umsatz summierte sich in Deutschland auf 482 Millionen Euro. Für Buchhandel, Verlage und Autor:innen ist BookTok damit längst mehr als kultureller Buzz und inzwischen ein relevanter Discovery-, Demand- und Sales-Treiber.
Wie stark der BookTok-Effekt bei jüngeren Zielgruppen in Deutschland ist, zeigt eine weitere Studie von Media Control, genauer ein Consumer Panel auf Basis einer Online-Befragung unter 1.300 Personen. Mehr als ein Drittel der 16- bis 39-Jährigen entdeckt laut dieser Erhebung neue Bücher über BookTok. Fast die Hälfte gibt heute mehr Geld für Bücher aus als noch vor zwei Jahren. Rund ein Drittel hat bereits ein Buch gekauft, das zuvor in digitalen Medien sichtbar war oder dort empfohlen wurde. Zwei Drittel sagen zudem, dass Creator ihre Kaufentscheidungen zumindest teilweise beeinflussen.
Viral auf TikTok:
Tochter macht Papas Thriller zum Bestseller
Schluss mit dem Vorurteil vom reinen Gen Z Hype
Die Zahlen machen deutlich, dass BookTok längst mehr ist als eine romantisierte Nische für junge Leser:innen. Auffällig ist nicht nur das Verkaufsvolumen, sondern auch, wie breit der Effekt inzwischen wirkt. BookTok ist längst kein reines Gen Z-Phänomen mehr. Laut TikTok zählen inzwischen auch die 30- bis 39-Jährigen zu einer schnell wachsenden Käufer:innengruppe. Gleichzeitig hat sich das Genrespektrum deutlich verbreitert. Nach zusätzlichen Listen für Young Adult und New Adult umfasst die BookTok Bestsellerliste heute laut TikTok insgesamt 17 Genres. Das spricht gegen die Vorstellung, BookTok funktioniere vor allem über wenige stark gehypte Romance-Titel.
Wie sehr die Community auch einzelne Autor:innen pushen kann, zeigt Mercedes Ron. Sie hat derzeit die meisten Einträge in der BookTok Bestsellerliste. Mehr als 60 Chart-Platzierungen führt TikTok auf den Erfolg ihrer Culpables-Trilogie zurück, die später auch als vielbeachtete BookToScreen-Verfilmung adaptiert wurde.
BookTok Bestsellerliste kommt in 3 neuen Märkten
Nach dem Start der BookTok Bestsellerliste in Deutschland im April 2023 und der Ausweitung auf Österreich und die Schweiz 2024 folgt nun der nächste Roll-out im Vereinigten Königreich, in Italien und in Spanien. Die monatliche Liste wird laut TikTok in diesen Märkten auf Basis von Plattform-Insights von TikTok sowie Verkaufsdaten von NielsenIQ BookData erstellt, während Media Control die Rangliste aufbereitet. Mit den offiziellen BookTok-Aufklebern können Buchhandlungen außerdem Titel aus der BookTok-Bestseller direkt im Laden kennzeichnen. Jetzt auch im UK, in Italien und in Spanien.

Auch die BookTok Community selbst wächst rasant. Weltweit wurden inzwischen mehr als 75 Millionen Beiträge unter dem Hashtag veröffentlicht. Damit zählt BookTok zu den aktivsten Literatur-Communities im Netz. Auf TikTok teilen Leser:innen Rezensionen, Empfehlungen und Diskussionen, die auch ältere Backlist-Titel wieder sichtbar machen und im besten Fall zu internationalen Bestsellern pushen. Für Verlage, Buchhandlungen und Autor:innen entsteht daraus die Chance, neue Zielgruppen zu erreichen.
Millionen Menschen in Europa setzen auf TikTok
– und prägen Kultur und Politik
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Claude Code ist jetzt auch per Messenger erreichbar
Mit den neuen Channels kannst du Claude Code jetzt über Telegram oder Discord Nachrichten schicken. Anthropic erweitert den Coding Assistant damit um Messenger-Zugriffe für laufende Sessions und baut die mobile Nutzung weiter aus.
Claude Code lässt sich ab sofort über Telegram oder Discord ansprechen. Anthropic führt dafür neue Channels ein, über die Nachrichten und andere Ereignisse direkt in eine laufende Session geschickt werden können. Weitere Channels für andere Systeme sind zwar vorgesehen, in der aktuellen Preview aber noch nicht frei verfügbar. Aktuell sind nur Plugins zugelassen, die auf einer von Anthropic verwalteten Allowlist stehen. Thariq Shihipar, Engineer bei Anthropic und Teil des Claude Code Teams, macht auf X auf das Update aufmerksam und schreibt, dass User Claude Code über ihr Smartphone Nachrichten schicken können. Claude bleibt in einer offenen Terminal-Sitzung aktiv, kann aber zusätzlich über ausgewählte Messenger erreicht werden.
We just released Claude Code channels, which allows you to control your Claude Code session through select MCPs, starting with Telegram and Discord.
Use this to message Claude Code directly from your phone. pic.twitter.com/sl3BP2BEzS
— Thariq (@trq212) March 19, 2026
In der Dokumentation erklärt Anthropic, wie die neuen Channels in Claude Code funktionieren. Über sie gelangen Nachrichten, Hinweise oder andere Ereignisse aus externen Diensten direkt in eine laufende Claude Code-Sitzung. Genannt werden etwa Chat-Nachrichten, CI-Ergebnisse oder Monitoring-Ereignisse. Claude kann darauf reagieren, solange die Sitzung geöffnet ist. Wird sie beendet, werden auch keine weiteren Inhalte zugestellt.
So funktionieren die neuen Channels in Claude Code
Für die Nutzung braucht es laut Anthropic Claude Code ab Version 2.1.80 eine Anmeldung über claude.ai und bei Teams oder Enterprise eine explizite Freischaltung durch Admins. Die Channels laufen als MCP Plugins und müssen beim Start von Claude Code aktiv eingebunden werden. Antworten von Claude erscheinen dann direkt in der angebundenen Anwendung, aktuell also nur in Telegram oder Discord. Im Terminal selbst sehen User lediglich den Tool-Aufruf und eine Bestätigung, nicht den eigentlichen Antworttext.
Erst Ende Februar führte Anthropic mit der Remote Control eine Art Fernbedienung für Claude Code ein, über die sich Aufgaben mobil in der App oder im Web weiterführen lassen. Die neuen Channels setzen genau dort an und erweitern eine laufende Session um eingehende Nachrichten aus Messenger-Diensten. Damit bewegt sich Anthropic ein Stück in eine Richtung, die auch OpenClaw so interessant macht. Das System hat einen regelrechten Hype um lokal laufende KI-Agents ausgelöst, unter anderem weil es direkt auf eigener Hardware arbeitet, per Messenger erreichbar ist und externe Tools einbinden kann. Mit den neuen Channels öffnet Anthropic Claude Code nun ebenfalls für genau solche Nutzungsszenarien, bleibt dabei aber restriktiver: Statt einen dauerhaft erreichbaren Agent zu bauen, erweitert das Unternehmen die Steuerung einer aktiven Session.
AI arbeitet sogar für dich, wenn du läufst:
Claude Code bekommt Fernbedienung

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Ein konsequentes „Sowohl als auch“ von der d3con 2026
Ralf Scharnhorst berichtet von der d3con zur Zukunft des digitalen Marketings, bei der Werbungtreibende nicht nur auf eigene Daten setzen, sondern auch ihren Umgang mit Plattformen erklären.
Großes Kino – das ist die Veranstaltung ohnehin, weil sie im CinemaxX am Dammtor stattfindet. Blockbuster-untypisch dominierten aber in 2026 eher die Zwischentöne. Das digitale Marketing ist nicht die Lösung aller Probleme, aber fest etabliert und weiterhin kompliziert im Detail.
Der Cookie lebt
Besonders stark auf den Panel-Diskussionen vertreten waren die Werbung treibenden Unternehmen, denn nur durch sie kommt das Geld in den Markt. Und jeder Euro Werbebudget will gerechtfertigt und optimiert werden. Wenn das Ziel ist, direkt im Internet zu verkaufen, dann sind es dafür immer noch die Cookies. Parship beispielsweise macht viel Umsatz durch Affiliate Marketing und misst den Erfolg mit First Party Cookies. Sie lassen es ihre Affiliates noch einmal mit deren Third Party Cookies abgleichen, die naturgemäß geringere, aber korrelierende Zahlen ausweisen. Am langen Ende des Kund:innennakquisetrichters schaltet Parship auch viel TV-Werbung. Deren Wirkung lässt sich am besten mit Media Mix Modelling messen.
Die Diskussion, in welchen Kanälen am besten geworben werden sollte, ist eine der ältesten auf Marketing-Konferenzen – und bleibt trotzdem immer spannend.
TV lebt
Nivea ist in anderen Märkten noch nicht so stark wie in Deutschland, sondern „Challenger Brand“ – und findet seine Zielgruppen in Südeuropa oft noch in analogem TV, das dort noch stark genutzt und günstig einzukaufen ist. Cosnova bewirbt auch Kosmetik, aber hier führt die gleiche Meinung „Wir gehen dahin, wo unsere Nutzer sind“ zum gegenteiligen Ergebnis: „Social first“. Am besten für Nagellack funktionieren Tutorials auf YouTube.
„Money follows margin“, aber „money should follow eyeballs“, fordert Bernd Fauser von YouTube und kritisiert damit die weiterhin intransparenten Preise und Rabatte der TV-Vermarkter:innen. Das kontert Melissa Manav von Nivea geschickt:
Money follows margin, aber unserer: es muss mit kommerziellem Erfolg verbunden werden.
Media Mix Modelling ermöglicht granulare Optimierung auf den inkrementellen ROI. Jeder Mediaplan wird bei Nivea vorab vom MMM verprobt, also im voraus die Ergebnisse prognostiziert, wodurch auch mehrere Alternativen verglichen werden können.
Bewegtbild wird immer mehr digital mit Werbung bestückt. Netflix will Fandom kreieren und damit das werden, was TV-Sender früher waren, Spotify hat Video-Podcasts aufgebaut. Die Kund:innen wollen möglichst viele Menschen gleichmäßig erreichen – in der Praxis müssen sie aber über drei DSP-Partner:innen einbuchen, um die maximale Netto-Reichweite zu bekommen und können dann die Frequenz der Werbekontakte pro User nicht mehr einheitlich messen.

Kritik trifft die Technologie-Anbieter:innen: Es sei „unverschämt, wie viel Geld in der Technologie verloren geht und wie wenig beim Publisher ankommt“. Vor allem, weil auch einfache Targeting-Kriterien wie das Geschlecht bei einer Überprüfung oft nur zu 60 Prozent stimmen.
Wie abhängig sind wir von den Plattformen? Und welche sind das?
Universal Music wirbt für jede:n Künstler:in einzeln. Dabei sammeln sie E-Mail-Adressen und können so mit eigenen Daten arbeiten. Auf den unterschiedlichen Plattformen haben sie über 1.000 Custom Audiences für ihre Künstler:innen angelegt. Dort sind diese praktisch ewig haltbar, weil die User ihren Log-in nicht wechseln – im Gegensatz zu Cookies, die irgendwann gelöscht werden. Seinen Datenschatz öffnet Universal Music auch für Kooperationen mit anderen Marken wie beispielsweise FIAT. Ein Geheimtipp: Präzise Naming Conventions sind entscheidend, um die Daten auch nach Jahren noch gebrauchen zu können.
Ähnlich und doch ganz anders ist Unilever abhängig von Plattformen: Für Marken wie Knorr sind Retail-Media-Anbieter:innen sind die nächsten Walled Gardens. Wenn sie die Kampagne ausspielen, dann haben sie alle Daten von der Netto-Reichweite über Ad Impressions und Klicks bis hin zu Sales. Und weil Sales für Fast Moving Consumer Goods hauptsächlich offline an der Ladenkasse stattfinden, wird eine Loyality-Kund:innenkarte oder -App gebraucht, die dort mitmisst. Daten gewissermaßen zu mieten statt zu besitzen kann durchaus günstiger sein.
Das noch junge Segment Retail Media sollte aber noch Standards entwickeln, damit ein gemessener Verkauf auch bei allen Händler:innen das gleiche bedeutet, so Lukas Märtin von Unilever. Und wenn am Eingang von REWE mit Video auf Stelen geworben wird, kann das auch als Branding wirken – Unilever misst diesen Effekt am Ausgang der Supermärkte mit Befragungen. Als Trend lässt sich verallgemeinern, dass Kampagnen noch kleinteiliger und auch kurzfristiger werden. Ford beispielsweise hat auf die jüngste Elektroautoförderung der Bundesregierung am gleichen Tag reagiert.

AI als Chance und Risiko
AI bleibt ein Thema, das in der gesamten Konferenz präsent war. Hier nur drei kurze Sichtweisen:
Wir kommen von Google als Orientierungshilfe zu chatGPT als Vormund,
sagt Sven Hasselmann von der Deutschen Bahn. Holger Dohmen von Ford befürchtet, das Social Media durch die Überflutung mit AI-Fake-Videos das letzte Vertrauen verliert – sieht das aber auch als eine Chance für die redaktionellen News Publisher. Die Runde der Agenturen sah sich aufgrund von KI unter Kostendruck – und muss die wirklichen Effizienzvorteile dadurch aber erst noch erwirtschaften.

Das Fazit
Während sie weiter Daten sammeln, geben die Advertiser die Datenmacht an die Plattformen ab. Das sind aber nicht nur Google, Meta und TikTok, sondern auch die Retail-Media-Anbieter:innen und Loyality Apps, die einfach tiefer gehende Daten erheben können.
Marketing bleibt in Bewegung – also ist es wichtig, dass wir uns auf Konferenzen darüber austauschen. Sehen wir uns wieder auf der d3con am 16. und 17. März 2027? Noch gibt es besonders günstige Tickets.
d3con 2026:
CTV, Social Boosts und Money follows the margin

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