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WIN-Initiative investiert 2,64 Milliarden Euro in Startups – ohne Steuergeld


Mit der WIN-Initiative sollen bis 2030 zwölf Milliarden Euro in Startups und Scaleups fließen. Der erste Report zeigt Fortschritte – aber es wird auch deutliche Kritik an Tempo und Strategie laut.

WIN-Initiative investiert 2,64 Milliarden Euro in Startups – ohne Steuergeld

Katharina Beck (Bündnis 90/Die Grünen) findet lobende Worte – aber kritisiert auch offene Baustellen bei der Umsetzung der WIN-Initiative.
picture alliance / dts-Agentur

WIN-Initiative auf Kurs: Gemeinsam mit dem Bundesfinanz- und dem Bundeswirtschaftsministerium hat die KfW den ersten Jahresreport zum Programm für Wachstums- und Innovationskapital vorgelegt. Die Bilanz für 2025 fällt positiv aus. Aber Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst mahnen: Trotz Fortschritten gebe es weiterhin entscheidende Stellschrauben zu drehen.

Darum geht es bei der WIN-Initiative

Die Initiative wurde im September 2024 unter der Ampel-Regierung von Bundesfinanzministerium, Bundeswirtschaftsministerium, Bundeskanzleramt, der KfW, Unternehmen und Verbänden gegründet, um privates Kapital für Startups und Scaleups in Deutschland zu mobilisieren.

Hierzu zählen Beteiligungen an jungen Unternehmen – als direkte Investments, über Venture-Capital-Fonds oder -Dachfonds. Weitere Investitionen umfassen etwa Fremdkapital für diese Unternehmen. Das Ziel ist, bis 2030 Investitionen von zwölf Milliarden Euro zu erreichen. Im Auftrag der Bundesregierung koordiniert die KfW die WIN-Initiative.

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Das sind die Ergebnisse des Reports

Die Ergebnisse des Jahresreports: Bis Ende 2025 wurden 2,64 Milliarden Euro von insgesamt 12 Milliarden Euro zugesagten Commitments in den Markt investiert. Thematisch konzentrieren sich Investitionen in junge Unternehmen mit den Schwerpunkten KI, Klima- sowie Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.

61 Prozent des Kapitals fließt nach Deutschland. 37 Prozent der Investitionen fließt in den europäischen Markt, heißt es in einer Mitteilung des Bundesministeriums der Finanzen, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der KfW. Rund 67 Prozent der Milliardensumme flossen in Scaleup-Unternehmen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Zehn Prozent gingen an Startups, 18 Prozent wurden als Seed-Kapital in Early-Stage-Gründerinnen und Gründer investiert.

Ein Großteil der Mittel sei demnach in klassische Venture-Capital-Fonds (51 Prozent) geflossen. Direktinvestitionen in Unternehmen machen acht Prozent aus, Venture-Capital-Dachfonds sechs Prozent.

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„Wir arbeiten weiter daran, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Deutschland zu stärken. Wir wollen in zentralen Bereichen Technologieführerschaft erreichen“, sagt Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. „Mit dem Standortfördergesetz hat die Bundesregierung außerdem die Rahmenbedingungen für junge und innovative Unternehmen maßgeblich verbessert. Das schafft die Arbeitsplätze von morgen und stärkt unsere Souveränität.“

Lob für Fortschritte der Startup-Förderung

Zuletzt hatte das Bündnis 90/Die Grünen scharfe Kritik an der Umsetzung geübt. Nun gibt es lobende Worte von Katharina Beck (Bündnis 90/Die Grünen), Sprecherin für Finanzpolitik und Berichterstatterin: „Die WIN-Initiative ist im Plan, das ist nach einem Jahr großer Untätigkeit der neuen Bundesregierung endlich eine gute Nachricht für den Startup-Standort Deutschland. 2,64 Milliarden Euro in gut einem Jahr, 6 von 10 Maßnahmen umgesetzt, Pensionskassen mit mehr Spielraum für VC-Investitionen durch die angehobene Risikokapitalquote, Standortfördergesetz verabschiedet. Das zeigt, dass dieser Ansatz funktioniert. Gekostet hat es den Steuerzahler nichts.“

Grüne fordern konkrete Schritte für 25-Milliarden-Ziel

Trotzdem hapere es noch an einigen Stellen, insbesondere die Kommunikationsstrategie der Bundesregierung wird von den Grünen kritisiert. Keine Pressekonferenz, kaum Kommunikation durch die Bundesregierung – es sei einfach zu still um den Report. „Reiche und Klingbeil verkennen ganz offensichtlich das riesige Potenzial der WIN-Initiative. Wer neue Investoren gewinnen und weitere Commitments mobilisieren will, muss auch öffentlich dafür eintreten.“ Dieses Signal bleibe aus.

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Und noch eine weitere Forderung haben die Grünen, denn die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, das Kapital auf über 25 Milliarden Euro zu verdoppeln. Aber: „Eine Verdoppelung setzt voraus, dass die Bundesregierung konsequent handelt. Davon ist nichts zu sehen“, sagt Katharina Beck. Deshalb fordert sie, dass sich die Regierung nun für die geplante Verdoppelung einsetzen müsse.

Bitkom fordert mehr Tempo

Auch die noch vier noch offenen WIN-Maßnahmen, darunter die Stärkung von Dachfondsstrukturen und die Reform der privaten Altersvorsorge sollten ebenfalls zügig umgesetzt werden, so Beck. „Auf europäischer Ebene braucht Deutschland eine stärkere Verhandlungsposition beim 28. Regime einem einheitlichen Rechtsrahmen, der Gründen und Skalieren in Europa für alle erleichtern würde.“

Wo es wirklich zählt, sind die Beteiligten die Umsetzung noch schuldig.

Dr. Ralf Wintergerst

Bitkom-Präsident

Auch der Digitalverband Bitkom mahnt in einer Mitteilung, dass es weitere Schritte brauche, um die Wachstumskapital-Lücke wirklich zu schließen. „Ausgerechnet dort, wo es wirklich zählt, sind die Beteiligten der WIN-Initiative noch die Umsetzung schuldig“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Für Stiftungen und Family Offices muss es attraktiver werden, in Startups zu investieren.

Und vor allem Pensionskassen und Versorgungswerke müssen einen Teil ihres Kapitals in junge Technologieunternehmen investieren – davon würden beide Seiten profitieren, weil dann auch breite Bevölkerungsteile am Erfolg von Startups teilhaben könnten. Und schließlich müssen Investoren, die wie zum Beispiel Business Angels frühzeitig in Startups eingestiegen sind, ihre Anteile auch weiterverkaufen können.“ Er fordert mehr Sichtbarkeit für diese Themen und deutlich mehr Tempo von der Politik gefragt.





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+++ Neura Robotics +++ Isar Aerospace +++ fonio.ai +++ Galvany +++ Ona +++ Gaius Capital +++ Kloster Kitchen +++


Was gibt’s Neues? In unserem #Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!

#STARTUPLAND

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#Wochenrückblick – Was zuletzt wirklich wichtig war!

STARTUP-RADAR

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+++ In den vergangenen Tagen haben wir folgende Startups vorgestellt: tvently, Carbony, SilverFriend, QUCOXX, Kai Karosse,  AITHEA, ioncentric, Elephant, caremare, Invertix, BeatSquares, Execurater, Leadary, Rethinking Job und Lumina. Mehr im Startup-Radar

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INVESTMENTS

Neura Robotics
+++ US-Konzerne wie Tether, Amazon, NVIDIA und Qualcomm sowie imec.xpand, Bosch, Schaeffler, Lingotto, InterAlpen Partners und Co. investieren – wie bereits erwartet wurde – bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar (eine absolute Rekordsumme) in Neura Robotics. Mehr über Neura Robotics

Isar Aerospace
+++ Der US-Investor Island Green und der britische Geldgeber Molten Ventures sowie Altinvestoren wie HV Capital, Lakestar, UVC Partners und KfW Capital investieren 270 Millionen Euro in Isar Aerospace. Die Firmenbewertung soll bei rund 2 Milliarden Euro liegen. Mehr über Isar Aerospace

fonio.ai
+++ Der Londoner Investor 20VC (Harry Stebbings) und Altinvestoren investieren im Rahmen einer Seed-Investmentrunde 14,6 Millionen Euro in fonio.ai. Die Bewertung liegt bei 120 Millionen Euro. Mehr über fonio.ai

Galvany
+++ Der niederländische EnergyTech-Investor SET Ventures und der Berliner ClimateTech-Geldgeber AENU investieren im Rahmen einer Seed-Investmentrunde 10 Millionen Euro in Galvany. Mehr über Galvany

Tawo
+++ Die Unternehmensgruppe Centrotec, die sich um nachhaltige Gebäudetechnik kümmert, das Unternehmen Leadership Datacenter (Rechenzentren), OBI SQUARED Venture Capital, die Handwerksgruppe HPM, H2 Ventures (Michael Haufler, Andreas Haufler) und weitere Business Angels investieren 4,5 Millionen Euro (darüber 500.000 Euro Fremdkapital) in Tawo. Mehr über Tawo

MERGERS & ACQUISITIONS

NexDash – March Transporte
+++ Der Berliner Neo-Carrier NexDash übernimmt die Rheinbacher Lkw-Spedition March Transporte.  Mehr über NexDash

DeepIP – PatentMaker
+++ Das umtriebige Startup DeepIP (Paris, New York), eine KI-Plattform für Patentausarbeitung, kauft das 2020 gegründete Münchner Unternehmen PatentMaker, eine KI-gestützte Software für Patentanmeldungen und Patentausarbeitung. Mehr über PatentMaker

Infomedia – veact
+++ Das australische Unternehmen Infomedia, ein Anbieter für Datenlösungen im Automotive Aftersales, übernimmt die Münchner Jungfirma Veact, eine „Automotive Marketing Plattform“. Mehr über veact

MoleQlar – Tomorrowlabs
+++ Das Berliner Longevity-Unternehmen MoleQlar übernimmt im Rahmen eines Asset Deals das 2016 gegründete Wiener BioTech- und Skincare-Unternehmen Tomorrowlabs. Mehr über MoleQlar

Bose – StreamUnlimited
+++ Der amerikanische Kopfhörer-Gigant Bose übernimmt das 2005 gegründete Wiener Unternehmen StreamUnlimited, das „integrierte Lösungen für Connected Audio“ entwickelt. Mehr über StreamUnlimited

OpenAIOna
+++ Der amerikanische ChatGPT-Entwickler OpenAI schnappt sich das Kieler KI-Unternehmen Ona, das früher als Gitpod bekannt war. Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt. Mehr über Ona

VENTURE CAPITAL

Generation Tech Partners
+++ Mit Generation Tech Partners starten Sebastian Herfurth (Friendsurance), Daniel Szabo (Körber Digital) und Elias Bitzer (Afinum, Liqid) eine neue Beteiligungsgesellschaft, die auf die Konsolidierung mittelständischer Unternehmen setzt. Mehr über Generation Tech Partners

Gaius Capital
+++ Der junge Berliner Investor Gaius Capital verkündet das First Closing seines ersten Fonds (Gaius Nachfolgekapital I). Im Topf sind zunächst 40 Millionen Euro. Die Beteiligungsgesellschaft tritt an, um mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Regelung ihrer Nachfolge zu unterstützen. Mehr über Gaius Capital

OFFLINE

neosfer
+++ Die Frankfurter Commerzbank macht ihren Frühphaseninvestor neosfer, der zugleich als Innovationseinheit fungierte, dicht. Als Corporate Venture Capitalist investierte neosfer seit 2013 in „Gründer:innen, deren Geschäftsmodelle und Teams das Potenzial haben, zu skalieren und einen Mehrwert für die Gesellschaft und Anwender:innen zu liefern“. Mehr über neosfer

Kloster Kitchen
+++ Bereits im April schlitterte das Ingwer-Shot-Startup Kloster Kitchen in die Insolvenz. Wie zu vernehmen war, konnten sich die Gesellschafter des Unternehmens nicht auf eine weitere Finanzierung einigen. Mehr über Kloster Kitchen

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock



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Als Berlin für einen Abend zum Startup-Wohnzimmer wurde


The Delta und Axel Springer brachten vor der BAD1-Konferenz die Berliner Startup-Szene an einen Tisch. Hier sind die Bilder des Abends.

Als Berlin für einen Abend zum Startup-Wohnzimmer wurde

Hier wird sich vernetzt.
Martin Lengemann

Der Journalistenclub im Axel-Springer-Hochhaus hat schon Staatschefs, Politiker und Mediengrößen gesehen. Am Mittwochabend gehörte die Bühne der Berliner Startup-Szene.

Noch vor dem offiziellen Start der BAD1-Konferenz kamen rund 60 Gründerinnen, Gründer und Investoren zum exklusiven Vordinner bei Axel Springer (Gründerszene gehört zu Axel Springer) zusammen. Mit dabei: Delivery-Hero-Gründer Niklas Östberg, Felix-Capital-Gründer Frederic Court, SAP-Signavio-Mitgründer Gero Decker, Moss-Mitgründer Ante Spittler und viele weitere bekannte Gesichter der Tech-Szene.

Bei Drinks, Dinner und Blick über Berlin wurde diskutiert, genetzwerkt und darüber gesprochen, was es braucht, um Berlin wieder ganz nach vorne in Europa zu bringen. Die Bilder des Abends gibt es hier.

Deutschlands Tech-Bubble bei uns im 19. Stock

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner im Gespräch mit Deutschlands-Top-Investoren.

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Martin Lengemann

Die Zukunft gehört uns: Daniel Mladenov (Founders Associate The Delta), Moritz Holländer (Almedia-Gründer) und Bulletpoint-Gründerin Linda Büscher (sie hat bei DHDL teilgenommen!).

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Marc Angeloff

Wer findet Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg?

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Kurze Generalprobe vor der Eröffnungsrede: Head of Venture bei Axel Springer, David Döpfner, und The-Delta-Chef Julian Teicke.

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Marc Angeloff

Bitte lächeln: World Fund-Partner Danijel Višević, Nala-Earth-Gründerin Anna Alex, Julian Teicke und Carbon-Equity-Partnerin Saskia Brysten

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Marc Angeloff

Investorin Kimberley Breuer im Fokus, Signavio-CEO Gero Decker (links) unscharf.

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Marc Angeloff

Schönes Licht.

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Martin Lengemann

VC-Kenner erkennen Antler-Partner Alan Poensgen (weißes Hemd).

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Marc Angeloff

Wären doch ein gutes Podcast-Duo, oder? The-Delta-Chef Julian Teicke und Journalist Ulf Poschardt.

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Martin Lengemann

Dealmaker unter sich: Kommunikationsprofi Tilo Bonow (r.) mit B2Venture-Partner Mathias Ockenfels.

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Martin Lengemann

Berater Ole Tillmann hat sich hochgehumpelt.

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Martin Lengemann

Locked in: Tech.Europe-Gründer und Hackathon-Versteher Bela Wiertz im konzentriertem Gespräch mit Gründerszene-Chef Leo Ginsburg.

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Martin Lengemann

Die Kappe gabs gratis: Nilo-Gründerin Kimberley Breuer mit Ulf Poschardt, seit neuestem „Freiester Mitarbeiter von Axel Springer“ (echter Titel!).

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Marc Angeloff

Wohin mit dem Geld? Deutsche-Ventures-Partner Gunnar Graef und Tio-Holdings-Investor Jonathan Teklu.

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Martin Lengemann





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Unternehmer arbeitet bis zum Umfallen – „Ich sterbe so oder so“


Der KI-Unternehmer Nico Laqua schläft oft im Büro, arbeitet sieben Tage die Woche und kommt mit nur drei Stunden Schlaf aus.

Unternehmer arbeitet bis zum Umfallen – „Ich sterbe so oder so“

Arbeiten bis an die Grenze der Belastbarkeit? Für Nico Laqua ist das kein Problem. (Symbolfoto)
Westend61 / GettyImages

Nico Laqua würde nach eigenen Worten lieber Jahre seines Lebens opfern, als sein Startup scheitern zu sehen.

Der US-Unternehmer gründete 2024 das KI-Versicherungs-Startup Corgi mit. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im Mai wurde das Unternehmen zum Einhorn und erreichte in einer Series-B-Finanzierungsrunde eine Bewertung von 1,3 Milliarden Dollar. Nur drei Wochen später verdoppelte sich diese in einer weiteren Finanzierungsrunde sogar auf 2,6 Milliarden Dollar.

Um sein Startup voranzubringen, lebt Laqua nach einem extremen Arbeitsrhythmus: Er arbeitet sieben Tage die Woche, schläft oft im Büro und kommt nach eigenen Angaben mit rund drei Stunden Schlaf pro Nacht aus.

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In einer Folge des „20VC“-Podcasts fragte Moderator Harry Stebbings Laqua: „Hättest du lieber, dass Corgi ein Billionen-Dollar-Unternehmen wäre, du aber mit 50 stirbst, oder dass es scheitert und du bis 80 lebst?“

„Die Antwort darauf ist ziemlich einfach“, sagte Laqua. „Ich sterbe so oder so.“

Mit seiner Haltung steht Laqua nicht allein da. In der Tech-Branche feiern viele Gründer den sogenannten „Grindset“ – eine Kultur, die maximale Leistung und Arbeit bis an die Belastungsgrenze verherrlicht. Beliebt ist etwa der „996“-Rhythmus: von 9 bis 21 Uhr arbeiten, sechs Tage die Woche. Manche verzichten dafür sogar auf Alkohol oder Sex.

Aber Laqua treibt es auf die Spitze. Hier ist, was er Stebbings im Podcast erzählte:

Das Büro als Schlafzimmer

Laqua sagte, er habe eine Matratze auf dem Boden des Corgi-Büros. Seine Mitarbeiter nennen es „Nicos Zimmer“.

„Ich verbringe nicht mehr jede einzelne Nacht dort“, sagte er. „Früher habe ich im Equinox eine Straße weiter geduscht, aber die schließen sehr früh, freitags schon um 20 Uhr. Das war also unangenehm.“

Als wir im September junge Gründer besuchten, zeigten mehrere ganz selbstverständlich auf Sofas oder Luftmatratzen in ihren Büros, für manche gehört das längst zum Startup-Alltag.

Doch die enge Vermischung von Arbeit und Privatleben hat ihre Schattenseiten. Was für manche funktioniert, kann auf Dauer auch zu Erschöpfung oder Burnout führen.

Laqua sagte außerdem, dass er nicht viel schläft. Er erklärte, dass er pro Nacht nur drei bis vier Stunden Schlaf bekommt. „Ich würde meine Lebensspanne lieber in Siegen als in Jahren messen“, sagte er.

Wochenende? Eher nicht

Manche Führungskräfte wollen eine Vier-Tage-Woche. Laqua strebt eine Sieben-Tage-Woche an. „Was auch immer du in fünf Tagen schaffst, ich verspreche dir, dass du in sechs und sieben Tagen noch mehr schaffen wirst“, sagte Laqua. „Du solltest alles geben.“

Laqua sagte, dass wachstumsstarke Startups in San Francisco an den Wochenenden voll besetzt sind. „Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist.“ Das bedeutet nicht, dass Corgi-Mitarbeiter keinen Ruhetag nehmen können. Laqua sagte, dass seine Mitarbeiter „ab und zu“ einen Tag frei nehmen – aber dass sie kein festes Wochenendprogramm haben. „Wenn deine freien Tage zufällig jede Woche Samstag und Sonntag sind, dann hast du bei Corgi keinen Platz“, sagte er.

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Karri Saarinen, Mitbegründer von Linear, schrieb auf X, dass Laquas Denkweise die vieler junger Gründer widerspiegele, „für die das Startup zu ihrer Identität wird“.

„Es fällt ihnen schwer, etwas anderes zu tun, und sie können nicht verstehen, dass deine Arbeit nicht die Person ist, die du bist“, schrieb Saarinen. „Aber Aktivitäten außerhalb der Arbeit können dich auch als Person wachsen lassen und dazu führen, dass du bessere Arbeit leistest.“ Laqua antwortete: „Wenn man von einem Problem besessen ist, arbeitet man hart.“

 





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