Künstliche Intelligenz
Viofo A329 S im Test: Die beste 4K-Dashcam mit drei Kameras und Top-Bildqualität
4K-Front-Kamera, 2K für Heck und Innenraum, Wi-Fi 6, Polfilter, Fernbedienung und Parküberwachung: Wie viel Schutz bietet die Viofo A329 S im Alltag wirklich?
Die Viofo A329 S deckt alles ab: Frontkamera in 4K, Heck- und Innenraumkamera in jeweils 2K sowie dauerhafte Parküberwachung mittels optionalem Hardwire-Kit. Hinzu kommen Wi-Fi 6 für schnellen Datentransfer aufs Handy, außerdem Unterstützung für externe SSD, optionale Wireless Bluetooth Remote Control und Circular Polarizing Lens Filter (CPL) – so geht Oberklasse! Da ist es schon fast überraschend, dass Cloud-Funktionen und Assistenzsysteme fehlen. Wie wichtig das ist und ob der hohe Preis von rund 450 Euro gerechtfertigt ist, klärt der Test.
Design und Montage
Die Haupteinheit der Viofo A329 S ist recht groß und von der Seite gesehen keilförmig. Damit passt sie sich grob an die Neigung der Frontscheibe an. Mit etwa 6 x 10 x 4,3 cm lässt sie sich aus Fahrersicht hinter dem Innenspiegel verstecken und bleibt so auf Wunsch außer Sicht. Da die Innenraumkamera auch den Fahrer aufnehmen können soll, geht das hier natürlich nicht – sie ist zwangsläufig sichtbar. Das Gehäuse der Kameras besteht aus mattem Kunststoff und wirkt eher funktional als luxuriös, macht aber trotzdem einen ausreichend wertigen und stabilen Eindruck. Tasten und Display sind zum Fahrraum hin positioniert und gut erreichbar. Die beiden Kameras für Innenraum und Heck sind zylindrisch, etwa 7 x 3 cm klein und mit drehbarer Kameraeinheit ausgestattet, damit sie möglichst frei positioniert werden können.
Statt per Saugnapf werden die Kameras per Klebepad direkt an Front- und Heckscheibe installiert. Viofo legt elektrostatische Folien bei, auf die die Klebepadhalterungen geklebt werden. Dadurch lässt sich das System später rückstandsfrei entfernen. Häufig ist es bei der Befestigung per Klebestreifen allerdings so, dass sich die Klebeflächen einzelner Kameramodule bei starker Sommerhitze lösen. Das kann zwar auch bei Kameras mit Saugnapfbefestigung passieren, die kann der Nutzer anschließend aber einfach erneut befestigen. Bei Modellen mit Klebepads muss hingegen normalerweise das Pad erneuert werden. Für den Langzeiteinsatz ist es daher sinnvoll, die Klebestelle besonders sorgfältig zu entfetten oder alternative Klebelösungen einzuplanen.
Mitgeliefert werden ausreichend lange Kabel. Für die Heckkamera stehen etwa 6 m zur Verfügung, das reicht selbst in einem großen Kombi locker. Für die Innenraumkamera liegt sogar ein Kabel bei, das eher zu lang als zu kurz ist. Das führt dazu, dass der Kabelüberschuss im Bereich hinter dem Spiegel verstaut werden muss. Da hier bei modernen Fahrzeugen oft Sensoren für Assistenzsysteme positioniert sind, kann das zu Platzproblemen führen.
Das HK4-Hardwire-Kit ersetzt den Zigarettenanzünder als Stromquelle. Es wird direkt an das Sicherungspanel des Fahrzeugs angeschlossen. Die drei Leitungen sind klar markiert: Dauerplus, Zündungsplus und Masse. Die Praxis zeigt aber, dass der Einbau je nach Fahrzeugmodell anspruchsvoll sein kann, da Sicherungen zum Teil tief im Armaturenbrett positioniert und dann schwer zugänglich sind. Zusätzlich ist das Kabel des HK4 relativ dick, was das Verlegen hinter Verkleidungen erschwert. Zur Not hilft hier der örtliche Kfz-Betrieb weiter.
Die Bluetooth Remote Control BTR200 ist eine kleine Kunststofffernbedienung, die per Klebe-Pad auf dem Armaturenbrett oder an der Mittelkonsole befestigt wird. Sie wird mit einer Knopfzelle betrieben und benötigt keine Verkabelung. Die Haptik ist solide, aber deutlich einfacher als bei den Kameramodulen. Sie bietet einen großen Hauptknopf zum Sichern gerade aufgenommener Dateien und zwei weitere seitliche Drücker, die frei belegbar sind. In Summe ist die Montage für technikaffine Nutzer problemlos machbar, für Einsteiger jedoch deutlich anspruchsvoller als bei einfachen Ein-Kanal-Dashcams. Vor allem das unsichtbare Verlegen des Kabels für die hintere Kamera ist aufwändig, sofern keine Verkleidungsteile des Fahrzeugs beschädigt werden sollen. Außerdem dürfen die Verbindungskabel nicht geknickt werden.
Ausstattung
Die Viofo A329 S ist als ein-, zwei- oder dreikanal-System erhältlich; bedeutet: Nur Frontcam, Front und Heck oder alle drei Kameras. Die Frontkamera bietet 4K-Auflösung, Heck- und Innenraumkamera jeweils 2560 x 1440 Pixel, also 2K. Alle Kameras zeichnen mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Wer vorn 4K mit 60 Bildern pro Sekunde will, muss auf HDR und die dritte Kamera verzichten.
Vorne kommt ein Starvis 2 IMX678 von Sony mit 1/1,8 Zoll als Sensor zum Einsatz. Hinten und innen arbeitet ein Sony Starvis 2 IMX675 mit 1/2,8 Zoll. Die Frontkamera deckt ein Blickfeld von rund 140 Grad ab, die Heckkamera etwa 160 Grad. Innen sind es dank Fischaugenoptik sogar etwa 210 Grad. Damit erfasst das System nicht nur den Verkehr vor und hinter dem Auto, sondern abgesehen vom Innenraum auch Teile der Bereiche neben dem Fahrzeug.
Als Antrieb für die Hauptkamera dient ein auf einem ARM Cortex A53 basierender Quad-Core-Prozessor. Die Kamera unterstützt Wi-Fi 6 mit 2,4 und 5 GHz, GPS sowie Speicherkarten bis 512 GB. Zusätzlich lassen sich über USB-C externe SSDs bis 4 TB anschließen, was angesichts der hohen Datenrate der Aufnahmen bei drei Kameras durchaus sinnvoll sein kann. Der mitgelieferte Circular Polarizing Lens Filter (CPL) für die Frontkamera wird einfach auf das Objektiv gesteckt. Wichtig: Er muss in die richtige Position gedreht werden, die durch einen Punkt markiert ist. Optional gibt es passende CPL-Filter für Heck- und Innenraumkameras der Serie. Sie werden aufgeklipst. Die Filter reduzieren Spiegelungen an der Scheibe und erhöhen den Kontrast auf Kosten des nutzbaren Lichts. Besonders bei tief stehender Sonne und auf nasser Fahrbahn tragen solche Polfilter zur Verbesserung der Bildqualität bei. Nachts kann das allerdings auch nach hinten losgehen und für stärkeres Bildrauschen oder insgesamt dunkle Aufnahmen sorgen.
Das HK4-Hardwire-Kit ermöglicht verschiedene Parkmodi und bietet einen einstellbaren Unterspannungsschutz mit Abschaltschwellen zwischen 11,8 und 12,4 Volt. Damit soll die Starterbatterie des Fahrzeugs vor Tiefentladung geschützt werden. Die Viofo A329 S selbst unterstützt mehrere Parkmodi: durchgehende Zeitrafferaufnahmen, ereignisbasierte Aufzeichnung beim Auslösen des G-Sensors und einen Hybridmodus, der beides kombiniert. In Verbindung mit den drei Kameras entsteht so eine sehr dichte Überwachung des Fahrzeugs im Stand.
Im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen fehlen allerdings Cloud-Funktionen und klassische Fahrerassistenzsysteme wie Spur- oder Kollisionswarnungen. Die Ausstattung legt den Fokus auf Bildqualität und umfassende Aufzeichnung statt Assistenzfunktionen.
Bedienung und App
Die Bedienung erfolgt über das 2,4 Zoll große Display an der Haupteinheit, über Sprachbefehle, das Smartphone oder die Bluetooth-Fernbedienung. Das Menü der Kamera ist simpel strukturiert, die Menüführung wirkt eher funktional als modern. Die App für Android und iOS stellt Verbindung per Wi-Fi 6 her. Dadurch sind die Übertragungsraten teils deutlich höher als bei älteren Dashcam-Modellen mit Wi-Fi 5. Auch große 4K-Dateien lassen sich damit in überschaubarer Zeit auf das Smartphone übertragen. 200 MB brauchten im Test rund 6 Sekunden. Die App bietet Live-Ansicht, Einstellungen, Firmware Updates sowie Dateiverwaltung auf Speicherkarte und SSD sowie den Download aufs Smartphone.
Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr detailliert. Belichtung, Bitrate, HDR, Empfindlichkeit des G-Sensors, Audioaufnahme, Parkmodus und Einblendungen wie Geschwindigkeit und GPS-Koordinaten lassen sich fein justieren. Für Einsteiger kann diese Vielfalt auf den ersten Blick erschlagend sein, zumal alles untereinander in einem ellenlangen Listenmenü ohne echte Unterteilung angezeigt wird. Andererseits bietet das aber erfahrenen Nutzern viel Kontrolle.
Die Bluetooth Remote Control BTR200 erweitert und vereinfacht die Grundbedienung im Alltag deutlich. Sie besitzt eine zentrale Taste zum Sperren wichtiger Videoclips und zwei seitliche Tasten, die sich etwa mit Mikrofon, Wi-Fi oder Power belegen lassen. Das Speichern von Videoszenen geht damit schneller und zuverlässiger als Sprachbefehle. Die wurden im Test zwar überwiegend erkannt, jedoch nicht immer und nur mit leichter Verzögerung. Außerdem sind sie nur auf Englisch möglich.
Bildqualität
Die Viofo A329 S bietet sehr hohe Bildqualität, die zum Besten gehören dürfte, das aktuelle Dreikanal-Dashcams parat haben. Tagsüber liefert die Frontkamera in 4K-Auflösung sehr detailreiche Aufnahmen. Kennzeichen vorausfahrender und entgegenkommender Fahrzeuge lassen sich in der Regel im Nahbereich gut erkennen. Wegen der Beschränkung auf 30 fps im Dreikanalbetrieb können Aufnahmen von schnell fahrenden Fahrzeugen allerdings zu verschwommen sein, um Nummernschilder sicher erkennen zu können. Die Belichtung wirkt stimmig, der Dynamikumfang fängt helle Himmel und dunkle Fahrzeugfronten in Kombination dank HDR ausgewogen ein – mit, aber auch ohne Polfilter. Nachts sinkt die Erkennungsrate wegen steigendem Bildrauschen deutlich. Mit etwas Umgebungslicht wie in der Stadt klappt das häufig aber immer noch.
Die Heckkamera in 2K erreicht das hohe Niveau der Frontcam zwar nicht, liegt aber ebenfalls auf gutem Niveau für diese Art Zusatzkamera. Kennzeichen des direkt nachfolgenden Fahrzeugs sind meist problemlos lesbar, sofern es nicht zu weit weg ist – auch bei höherer Geschwindigkeit. Bei weiter entfernten oder schräg einfahrenden Fahrzeugen sinkt die Erkennungsrate naturgemäß. Nachts wird das wegen der Blendung der Scheinwerfer zunehmend unmöglich und in lichtarmer Umgebung bleiben Aufnahmen gerade mit Polfilter sehr dunkel. Die Innenraumkamera setzt auf Fischaugenoptik, um einen möglichst großen Sichtbereich abzudecken. Dadurch werden Armaturenbrett, Fahrer, Beifahrer und die Bereiche vor den Seitenscheiben gleichzeitig erfasst. Die Bildmitte bleibt scharf, zu den Rändern hin sind deutliche Verzerrungen sichtbar. Dieser Nachteil wird durch den großen Blickwinkel der Kamera aber mehr als aufgewogen. Bei zu wenig Umgebungslicht schalten sich IR-LEDs zu und das Bild wechselt auf Schwarz-Weiß. Damit wird der Innenraum selbst bei fast vollständiger Dunkelheit noch recht scharf und detailliert abgebildet.
Etwas störend ist die lange Hochfahrzeit der Kamera. Rund 30 Sekunden vergehen vom Motorstart bis zur ersten Aufnahme – da kann theoretisch schon was passiert sein, das dann nicht aufgezeichnet wurde. In der Summe überzeugt die A329 S mit sehr hoher Videoqualität, besonders bei der Frontkamera.
Sonderfunktionen
Die A329 S bietet verschiedene Parküberwachungsmodi. Im Zeitraffer-Modus laufen dauerhaft Aufnahmen mit reduzierter Bildrate, im ereignisgesteuerten Modus wacht der G-Sensor über Erschütterungen und zeichnet jeweils einige Sekunden vor und nach dem Ereignis in voller Qualität auf. Ein Hybridmodus kombiniert beide Ansätze, um lange Standzeiten und konkrete Vorfälle gleichzeitig abzudecken. Das funktioniert aber nur zusammen mit dem HK4-Hardwire-Kit, das die Kamera bei abgeschalteter Zündung weiter mit Strom versorgt. Sobald der Motor aus ist, wechselt das System dann auf Wunsch in den gewählten Parkmodus. Sinkt die Bordspannung unter den eingestellten Wert, trennt das Kit die Stromversorgung, damit die Batterie des Fahrzeugs nicht tiefenentladen wird und es startbar bleibt.
Darüber hinaus unterstützt die A329 S Sprachbefehle, etwa zum Auslösen von Fotos oder Sperren von Videos. Die Zuverlässigkeit war im Test grundsätzlich gut, aber nicht perfekt. Gerade bei geöffnetem Fenster oder lauter Musik sollte man daher lieber zur Bluetooth Remote greifen. Eine Besonderheit ist die Unterstützung externer SSDs bis 4 TB. Damit lässt sich die übliche Begrenzung durch Speicherkarten deutlich ausweiten, was bei drei Kameras und hoher Bitrate tatsächlich praxisrelevant ist. Anders als einige Konkurrenzsysteme bietet die Viofo A329 S weder Cloud-Speicher noch Live-Zugriff über das Mobilfunknetz. Wer sein Fahrzeug aus der Ferne überwachen möchte, muss auf andere Lösungen ausweichen oder mit rein lokaler Aufzeichnung leben.
Achtung Datenschutz: Die Kamera sollte in Deutschland so eingestellt sein, dass sie am besten alle 30 Sekunden Aufnahmen wieder überschreibt, sofern sie nicht durch G-Sensor oder manuell gesichert werden. Der Parkmodus darf eigentlich nur im ereignisbasierten Modus verwendet werden – alles andere gilt als anlasslose Aufzeichnung öffentlichen Raums und ist Datenschutz-rechtlich verboten.
Akku
Die Viofo A329 S verwendet keine klassische Lithium-Ionen-Batterie, sondern interne Kondensatoren. Diese stellen sicher, dass laufende Dateien bei einem Stromausfall sauber gespeichert werden. Dann schaltet die Kamera nach Stromtrennung wenige Sekunden später ab. Für den Parkmodus ist die Stromversorgung daher zwingend über dauerhaften 12-Volt-Anschluss oder das optionale Hardwire Kit notwendig.
Preis
Für die Viofo A329 S gibt es keine UVP für Deutschland. Laut Geizhals liegt der Straßenpreis der A329 S 2CH (Front- und Heckkamera) aktuell bei 360 Euro, die 3CH-Version (Front-, Heck- und Innenraumkamera) bei 450 Euro. Die Frontkamera alleine gibt es ab 310 Euro (Stand: 01/2026). Die hier zusätzlich betrachteten Komponenten schlagen separat zu Buche. Der Wireless Bluetooth Remote Button BTR200 liegt bei etwa 20 Euro, der (im Lieferumfang enthaltene) CPL-Filter für die Frontkamera kostet je nach Händler ebenfalls rund 20 Euro. Gleiches gilt für den speziellen CPL-Filter für die Heckkamera. Das HK4-Hardwire-Kit wird im Fachhandel mit etwa 25 Euro geführt.
Fazit
Die Viofo A329 S positioniert sich klar in der Oberklasse der Dashcams – sowohl bei Bildqualität als auch beim Preis. Frontkamera mit 4K-Auflösung, zwei zusätzliche 2K-Kanäle, Wi-Fi 6 und Unterstützung für externe SSD schaffen ein sehr leistungsfähiges Paket. Bei der Bildqualität sehen wir die A329 S derzeit insgesamt an der Spitze der Systeme mit drei Kameras, insbesondere mit Blick auf die Frontaufnahmen bei Tag und Nacht.
Im Alltag überzeugen außerdem die flexible App mit vielen sinnvollen Einstellmöglichkeiten und der gute Parkmodus. Der funktioniert allerdings leider nur mit dem HK4-Hardwire-Kit, bietet dann aber zugleich auch Schutz für die Fahrzeugbatterie. Bluetooth Remote und CPL-Filter erhöhen den Nutzwert deutlich: Wichtige Szenen lassen sich mit einem Knopfdruck sichern, Reflexionen an der Frontscheibe werden sichtbar reduziert.
Nachteile gibt es aber auch. Die Montage mit Hardwire Kit und Heckkamera ist deutlich aufwendiger als bei einfachen Lösungen. Das relativ dicke Kabel und das Problem von vereinzelt nachlassende Klebepads im Sommer bei hastiger Installation erfordern Geduld und Sorgfalt bei Anbringung. Außerdem fehlen moderne Cloud-Funktionen und Assistenzsysteme, die einige Wettbewerber in ähnlichen Preisregionen anbieten – wie wichtig die einem sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bleibt noch der Preis: Je nach Ausstattung bis 500 Euro sind eine Menge Geld, das dürfte nicht wenige Interessenten abschrecken. Für Nutzer mit weniger Ansprüchen an Bildqualität, Anzahl der Kameras und Bedienkomfort gibt es deutlich günstigere Alternativen, die in vielen Alltagsszenarien ausreichen.
Künstliche Intelligenz
Top 5: Die besten 4K-Beamer bis 2000 Euro – Preis-Leistungs-Sieger kostet 855 €
Preis-Leistungs-Sieger
Xiaomi Laser Projector 3 4K
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K bringt Triple-Laser-Technik für unter 800 Euro ins Heimkino. Wir zeigen, ob der kompakte 4K-Beamer überzeugt.
- 4K mit Triple-Laser und 110 Prozent BT.2020
- flüsterleiser Betrieb
- schnelle automatische Bildanpassung
- guter Sound
- fairer Preis
- Betriebssystem Hyper OS Connect kaum nutzbar
- keine App-Installation möglich
- Helligkeit & Kontrast nicht auf High-End-Niveau
- nur ein HDMI-Anschluss
Günstig, leise, scharf: Xiaomi Laser Projector 3 4K für unter 800 Euro im Test
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K bringt Triple-Laser-Technik für unter 800 Euro ins Heimkino. Wir zeigen, ob der kompakte 4K-Beamer überzeugt.
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K ist ein kompakter 4K-Laser-Beamer mit Triple-Laser-Technik für das Heimkino. Triple-Laser bedeutet: Drei separate Laser in Rot, Grün und Blau erzeugen das Bild. Das sorgt für präzisere Farben als bei Single-Laser-Systemen. Mit einem aktuellen Preis von 855 Euro (Banggood) ist der Xiaomi ein erschwinglicher Einstieg in diese Technologie.
Der Beamer erschien Mitte 2025 als Nachfolger des Xiaomi Mi Laser Projector 150 Zoll (Testbericht). Anders als sein Vorgänger nutzt der Projector 3 kein Kurzdistanz-System mehr, sondern ein Standard-Projektionsverhältnis von 1,2:1. Das bedeutet: Der Beamer benötigt mehr Abstand zur Wand.
Design & Verarbeitung
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K ist ein kompakter Kubus in mattem Anthrazitgrau. Mit Maßen von 24 × 20 × 17 cm und einem Gewicht von knapp 3 kg ist er deutlich portabler als viele andere 4K-Laser-Beamer. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff in Metalloptik. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, die matte Oberfläche zeigt aber Fingerabdrücke.
Die zentrale Linse sitzt leicht nach innen versetzt. Direkt darunter befinden sich Sensoren für die automatische Bildanpassung.
Der integrierte Standfuß erlaubt eine Rotation von 130 Grad. So lässt sich der Beamer ohne zusätzliche Halterungen für Front- oder Deckenprojektion ausrichten. Der Mechanismus arbeitet ohne Spiel und bleibt in jeder Position stabil. Clever: Der Stromanschluss sitzt im Fuß. So steht das Kabel nicht unschön ab.
Xiaomi Laser Projector 3 4K Bilder
Auf der Rückseite finden sich die Anschlüsse für HDMI 2.1, USB-A und ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker für Audio-Out. Perforierungen an den Seiten und der Rückwand verbergen das Audiosystem. Die Gesamtoptik wirkt unauffällig und fügt sich gut in Wohnräume ein.
Die Verarbeitung überzeugt mit einer Monoblock-Konstruktion aus Kunststoff, die robust gefertigt ist. Der Gimbal-Mechanismus funktioniert reibungslos und ohne Vibrationen. Die Kühlung arbeitet effizient: Auch nach längerer Laufzeit wird der Beamer kaum warm. Die Laserquelle hält laut Hersteller über 20.000 Stunden.
Hardware-Ausstattung
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K nutzt eine Triple-Laser-Lichtquelle mit RGB-Lasern. Das Herzstück bildet ein 0,47-Zoll-DMD-Chip von Texas Instruments für native 4K-Auflösung (3840 × 2160 Pixel). Die Helligkeit liegt bei 1000 CVIA-Lumen, zertifiziert von CESI. Der Beamer deckt 110 Prozent des BT.2020-Farbraums ab und zeigt 1,07 Milliarden Farben. Der Kontrast liegt bei 1600:1. HDR10 und HDR10+ werden unterstützt.
Ein ToF-Laser-Sensor mit 8×8‑Messfeldern arbeitet mit einer HD-Kamera und KI-Algorithmen. Diese Kombination ermöglicht Echtzeit-Korrekturen: Autofokus funktioniert berührungslos oder manuell. Die Keystone-Korrektur gleicht Verzerrungen bis ±35 Grad horizontal und vertikal aus, inklusive Eckanpassung. Eine Hindernisvermeidung erkennt Objekte, die Bildausrichtung erfolgt automatisch.
MEMC-Technik (Motion Estimation, Motion Compensation) reduziert Bewegungsunschärfe in Action-Filmen und Sport. Die Funktion lässt sich in drei Stufen anpassen. Der Projektor eignet sich für Bildgrößen von 50 bis 120 Zoll bei einem Abstand von 1,3 bis 3,3 Metern. Das Projektionsverhältnis beträgt 1,2:1.
Für die Steuerung sorgt ein Quad-Core-MediaTek-MT9667-Prozessor mit ARM-Cortex-A73-Kernen bei 1,3 Gigahertz und Mali-G52-GPU. Dazu kommen 3 Gigabyte DDR4-RAM und 64 Gigabyte eMMC-Speicher. Das reicht für verzögerungsfreie Nutzung aller Menüs und 4K-Decodierung.
Die Anschlüsse umfassen HDMI 2.1 mit eARC für 4K bei 120 Hertz und HDR-Signale sowie Audio-Return. Ein USB-2.0-Port dient für externe Medien. Der USB-A-Port neben dem HDMI-Anschluss liefert Strom für Streaming-Sticks. Ein weiterer HDMI-Port wäre wünschenswert gewesen. Eine 3,5-mm-Klinkenbuchse ermöglicht den Anschluss von Kopfhörern oder externen Soundsystemen. Der DC-Stromanschluss benötigt 24 V bei 3,75 A. Der Verbrauch liegt im normalen Modus bei 63 W, im super hellen Modus bei 72 W. Im Standby sind es unter 0,5 W.
Dual-Band-WLAN (2,4/5 Gigahertz, IEEE 802.11 a/b/g/n/ac) und Bluetooth 5.1 sorgen für drahtlose Verbindungen. Screen-Mirroring funktioniert im Test mit Android, Windows und iPhone problemlos.
Die Bluetooth-Fernbedienung wirkt etwas billig, eher als würde sie einem 100-Euro-Beamer beiliegen.
Bildqualität
Das Bild des Xiaomi Laser Projector 3 4K überzeugt durch native 4K-Auflösung mit fantastischer Schärfe. Details werden präzise dargestellt. Die Schärfeverteilung ist gleichmäßig über die gesamte Bildfläche. Günstige Beamer zeigen oft unscharfe Ränder bei scharfer Bildmitte. Hier nicht.
Die 110-Prozent-Abdeckung des BT.2020-Farbraums sorgt für lebendige, natürliche Farben, allerdings mit einem leichten, im Menü korrigierbaren Rotstich. Gradienten verlaufen sanft, ohne Streifenbildung. Die Farbwiedergabe ist größtenteils akkurat.
Der Kontrast von 1600:1 ist solide. Schattige Szenen zeigen gute Schichtung. Allerdings erreicht der Xiaomi nicht das Niveau teurer High-End-Modelle. Tiefe Schwarztöne wirken bei hellem Umgebungslicht etwas verwaschen.
Die Helligkeit von 1000 CVIA-Lumens reicht für abgedunkelte Räume bei Bildgrößen von 50 bis 120 Zoll. Bei direktem Sonnenlicht leidet das Bild deutlich. In komplett dunklen Räumen entfaltet der Projektor seine Stärke. Dann ist das Bild fast schon Kinoreif.
MEMC minimiert Bewegungsunschärfe in dynamischen Inhalten. Die Funktion lässt sich in drei Stufen einstellen. HDR10 und HDR10+ erweitern die Dynamik. Bei schnellen Augenbewegungen zeigt sich ein leichter Regenbogeneffekt. Im normalen Betrieb stört das kaum.
Der Autofokus und die Keystone-Korrektur funktionieren blitzschnell, schon steht ein scharfes und perfekt ausgerichtetes Bild. Manuelle Anpassungen sind über das Menü möglich, aber selten nötig. Die automatische Kalibrierung spart Zeit und Nerven.
Der Modus „super hell“ erhöht die Helligkeit minimal. Dabei dreht der Lüfter jedoch voll auf und die Farben kippen ins Blaue. Der normale Modus ist für die meisten Situationen die bessere Wahl.
Software & Bedienung
Auf dem Xiaomi Laser Projector 3 4K läuft Hyper OS Connect, basierend auf Android 11. Der Startbildschirm zeigt chinesische Inhalte. Viele Filme und Serien werden vorgeschlagen, die in Deutschland nicht nutzbar sind. Das System richtet sich primär an den chinesischen Markt. Selbst nach Anlegen eines Accounts bleibt der Content unzugänglich. Wir haben keine Möglichkeit gefunden, Apps zu installieren.
Xiaomi Laser Projector 3 4K Screenshot
Das Einstellungsmenü ist neben Chinesisch auch auf Englisch verfügbar. Dort finden sich viele Anpassungsmöglichkeiten für Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Farbtemperatur. Das Bild lässt sich spiegeln und künstlich verkleinern.
Wir empfehlen die Nutzung eines Streaming-Sticks über den HDMI-2.1-Port. Strom kommt direkt vom USB-A-Port daneben. So lassen sich Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und andere Dienste problemlos nutzen. Mehr dazu in unserer Bestenliste Top 5: Die besten 4K-Streaming-Sticks und Boxen ab 40 Euro.
Screen-Mirroring mit Android, Windows und iPhone funktioniert zuverlässig. Das System ist kompatibel mit IoT-Geräten via Hyper OS. Die WLAN-Verbindung läuft stabil. Gelegentlich berichten Nutzer vergleichbarer Modelle von Instabilität bei 5-Gigahertz-Netzen.
Der Quad-Core-MediaTek-Prozessor mit 3 Gigabyte RAM sorgt für verzögerungsfreie Bedienung. Die 64 Gigabyte Speicher reichen für Apps und Medien. Das System reagiert flott, ruckelt nicht.
Sound
Auf der Rückseite sitzen zwei 8-Watt-Lautsprecher mit vier passiven Radiatoren. Eine rückseitige Klangkammer verstärkt den Sound. Dolby-Audio-Processing mit digitalem Verstärker sorgt für räumlichen Klang.
Für die Größe des Beamers ist der Klang überraschend gut. Die Lautsprecher sind laut genug für Filme und Serien. Etwas Bass ist vorhanden, allerdings kein tieffrequenter Subwoofer-Effekt. Für Action-Szenen mit donnerndem Bass empfehlen wir externe Lautsprecher.
Der Anschluss externer Systeme gelingt über eARC, die 3,5-Millimeter-Klinke oder Bluetooth. Wer den ultimativen Sound will, greift zu einer Soundbar. Mehr dazu in unserer Bestenliste: Die beste Soundbar mit Subwoofer im Test.
Wie laut ist der Lüfter?
Der Lüfter arbeitet im normalen Betrieb flüsterleise. Man muss schon mit dem Ohr an den Beamer gehen, um überhaupt etwas wahrzunehmen. Auch nach langer Laufzeit bleibt die Lautstärke gering. Nur im Modus „super hell“ dreht der Lüfter voll auf. Dann ist er deutlich hörbar.
Preis
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K kostet aktuell auf Banggood 855 Euro. Ab Dezember soll sein Preis auf 850 Euro steigen.
Für das Gebotene ist der Preis fair. Native 4K-Auflösung, Triple-Laser-Technik, 110 Prozent BT.2020-Farbraumabdeckung und automatische Bildanpassung gibt es sonst nicht für unter 1000 Euro.
Fazit
Der Xiaomi Laser Projector 3 4K überzeugt als günstiger Einstieg in die Triple-Laser-Welt. Native 4K-Auflösung, 110 Prozent BT.2020-Farbraumabdeckung und blitzschnelle automatische Bildanpassung bieten sonst nur deutlich teurere Modelle. Das Bild ist scharf, farbenfroh und gleichmäßig fokussiert. Der flüsterleise Betrieb beeindruckt. Mit knapp 3 kg ist er portabel.
Das Betriebssystem Hyper OS Connect enttäuscht. Chinesische Inhalte dominieren, Apps kann man nicht installieren. Wir empfehlen einen Streaming-Stick. Die Helligkeit von 1000 CVIA-Lumen reicht für abgedunkelte Räume. Bei Tageslicht wirkt das Bild verwaschen. Der Kontrast von 1600:1 ist solide, erreicht aber nicht das High-End-Niveau.
Wer einen günstigen 4K-Laser-Beamer mit exzellenter Farbwiedergabe sucht und auf ein ausgereiftes Betriebssystem verzichten kann, findet im Xiaomi Laser Projector 3 4K ein verlockendes Angebot. Für 855 Euro (Banggood) gibt es aktuell keine bessere Triple-Laser-Alternative.
Künstliche Intelligenz
Dell rudert zurück: Kunden ignorieren KI-Features bei PCs
Auf der Technikmesse CES 2026 war künstliche Intelligenz (KI) wie so oft das Thema Nummer 1. Von den großen PC-Herstellern stellte sich lediglich Dell gegen den Trend und das ganz öffentlich.
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Der Produktleiter Kevin Terwilliger sagte während einer Veranstaltung mit Journalisten, bei der auch heise online zugegen war: „Wir konzentrieren uns sehr darauf, die KI-Fähigkeiten eines Geräts zu nutzen. Tatsächlich verfügt jedes Produkt, das wir ankündigen, über eine KI-Einheit. Aber was wir im Laufe dieses Jahres gelernt haben, insbesondere aus Verbrauchersicht, ist, dass sie nicht aufgrund der KI kaufen.“
Die 180-Grad-Wende gegenüber einem Jahr zuvor war demnach kein Zufall. Auf der CES 2025 stellte auch Dell noch KI in den Vordergrund. Zurückgerudert ist der Hersteller seitdem auch bei seiner Namensgebung. Unter anderem der Markenname XPS kehrt zurück.
Lange Akkulaufzeiten ziehen besser
Bei anderen Herstellern hört man unter der Hand Ähnliches zum Thema KI und Geräteverkäufen: Starke KI-Einheiten (Neural Processing Units, NPUs) treiben die Nachfrage nicht sonderlich hoch.
Beim Prozessorzulieferer Qualcomm zeigt sich das indirekt. Schon im Sommer 2024 soll die Firma laut Bloomberg festgestellt haben, dass vor allem die langen Akkulaufzeiten von Notebooks mit den eigenen Snapdragon-X-CPUs auf Interesse stoßen. Und das, obwohl Snapdragon-Geräte als erstes Microsofts Copilot-Funktionen unterstützten. Die Akkulaufzeiten stellte Qualcomm schließlich auch zur Vorstellung der neuen Generation Snapdragon X2 in den Vordergrund.
Microsoft integriert Copilot mittlerweile in fast alle eigenen Dienste. Mit dabei sind etwa Studio-Effekte, die in Videokonferenzen zum Beispiel den Hintergrund weichzeichnen können. Videos bekommen auf Wunsch Untertitel. Paint kann mehr oder weniger gut Bilder generieren.
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heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.
(mma)
Künstliche Intelligenz
BND soll IT-Riesen hacken und Internetknoten stärker überwachen dürfen
In den Datenzentren des Frankfurter Internetknotens DE-CIX, wo die digitalen Lebensadern Europas in Form von Glasfaserkabeln zusammenlaufen, bahnt sich eine sicherheitspolitische Zäsur an. Was dort seit Jahren als „strategische Aufklärung“ betrieben wird, soll nach dem Willen des Kanzleramts auf ein neues rechtliches Fundament gestellt werden.
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Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, über den NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung erneut berichten. Die Befugnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND) sollen demnach so weit ausgedehnt werden, als ob es die Snowden-Enthüllungen nie gegeben hätte. Der Auslandsgeheimdienst könnte damit eigenständiger agieren. Vor allem will die Regierungszentrale die Abhängigkeit von den Erkenntnissen mächtiger Partner wie der NSA verringern.
Kern der geplanten Reform ist laut dem Bericht die Art und Weise, wie Daten am DE-CIX abgegriffen und verarbeitet werden. Bislang war es dem BND lediglich erlaubt, Metadaten für einen begrenzten Zeitraum zu sichern. Die eigentlichen Inhalte von E-Mails, Chats oder Internettelefonaten durften die Agenten nur in Echtzeit nach fest definierten Suchbegriffen filtern.
Künftig könnte dieser Prozess zweistufig ablaufen: Der Dienst soll die Befugnis erhalten, bis zu 30 Prozent des gesamten Datenverkehrs für ein halbes Jahr komplett zu speichern – inklusive aller Inhalte. In einem zweiten Schritt, der sogenannten Einsichtnahme, könnten die Spione diese gewaltigen Datenmengen nach relevanten Informationen durchforsten.
Computer Network Exploitation im NSA-Stil
Die vorgesehene Praxis erinnert an die umkämpfte Vorratsdatenspeicherung. Die Juristen im Kanzleramt widersprechen dieser Einordnung den Reportern zufolge aber: Nicht alle Provider würden pauschal zur Speicherung verpflichtet. Vielmehr greife der Staat punktuell an strategisch wichtigen Schnittstellen selbst zu. Ein solches Auswertungsniveau sei bei europäischen Nachbarn längst Standard.
Brisant sind die Pläne auch im Bereich der aktiven Cyberspionage. Unter dem Aufhänger „Computer Network Exploitation“ soll der BND eine weitere offizielle Lizenz zum Hacken erhalten. Wenn US-Tech-Giganten wie Google, Meta oder X bei Anfragen nicht kooperieren, dürfte der BND heimlich in deren Systeme eindringen. Dies würde sogar für IT-Infrastrukturen innerhalb Deutschlands gelten, sofern dies zur Abwehr feindseliger Cyberangriffe notwendig ist. Die Grenze zwischen Inlands- und Auslandsaufklärung wäre so kaum noch aufrechtzuerhalten.
Auch der Kreis der potenziellen Überwachungsziele wird dem Bericht nach neu definiert. Ausländische Funktionsträger, wie etwa unter Diplomatenstatus agierende Geheimdienstmitarbeiter, sollen in Deutschland künftig genauso einfach überwacht werden können wie im Ausland. Gleichzeitig rüttele der Entwurf an einem Tabu, heißt es: dem Schutz von Geheimnisträgern wie Journalisten. Das Kanzleramt plane hier eine Differenzierung. Mitarbeiter von Staatsmedien autoritärer Regime sollen nicht mehr denselben Quellenschutz genießen wie unabhängige Journalisten, da sie nach Einschätzung der Bundesregierung oft eher als Agenten agieren.
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Mit dem umfangreichen Vorhaben sollen BND-Agenten auch Wohnungen betreten und Bundestrojaner installieren dürfen. Die jüngste, nicht minder umstrittene Novelle des BND-Gesetzes erfolgte 2021. Damit erteilte das Parlament den Agenten etwa die Befugnis zum Hacken ausländischer Vermittlungsanlagen, Telekommunikationsinfrastruktur und von IT-Systemen von Providern.
(nen)
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