Künstliche Intelligenz
Iran: Drohnenangriffe auf AWS-Rechenzentren waren angeblich Absicht
Die Islamische Republik Iran hat die Rechenzentren von AWS in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain absichtlich mit Drohnen angegriffen. Das behauptet zumindest die staatliche iranische Nachrichtenagentur FARS in einem Beitrag auf Telegram. Es habe sich um strategische Ziele gehandelt, die attackiert wurden, weil darüber militärische und nachrichtendienstliche Aktivitäten des Feindes unterstützt wurden, behauptet die Nachrichtenagentur weiter. Diese Angaben können nicht überprüft werden, es könnte sich auch um nachträgliche Rechtfertigungen versehentlicher Treffer handeln. Die Cloud-Infrastruktur bleibt derweil weiter gestört, die Amazon-Tochter hat aber angekündigt, nicht mehr alle Informationen zur Wiederherstellung öffentlich machen zu wollen. Betroffene sollen direkt informiert werden.
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Angeblich auch Microsoft getroffen
Die Rechenzentren wurden am Wochenende beschädigt, anfangs hieß es von AWS aber lediglich, dass sie von „Objekten“ getroffen wurden. Erst merklich später hat das Cloud-Unternehmen bestätigt, dass die anhaltenden Störungen auf Drohneneinschläge zurückgehen und damit ein direkter Zusammenhang zu den Kämpfen in der Region besteht. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden demnach gleich zwei Einrichtungen direkt getroffen, in Bahrain war eine Drohne dagegen in der Nähe niedergegangen. Die Treffer hätten „strukturelle Schäden“ zur Folge, zudem sei die Stromversorgung beeinträchtigt. Wann die Einrichtungen wieder voll funktionsfähig sind, kann AWS weiterhin nicht mitteilen. Es hat zum Wechsel der AWS-Region geraten.
Vergangenen Samstag haben Israel und die USA begonnen, die Islamische Republik anzugreifen, und dabei auch direkt den bisherigen Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Teheran hat darauf mit Luftangriffen auf verschiedene Staaten in der Region reagiert. Aus den Golfstaaten gibt es seitdem zahlreiche Berichte über Raketen- und Drohnenschläge, zehntausende Menschen, die dort Urlaub gemacht haben oder lediglich auf einer Reise umsteigen wollten, sitzen noch immer fest. FARS spricht jetzt von „gezielten Angriffen“ auf Amazon und Microsoft, die dem Feind einen „schweren Schlag“ versetzt hätten. Es gibt aber keine Berichte über Störungen bei Microsoft, auch im Nahen Osten funktionieren gegenwärtig alle Azure-Dienste. Anders sieht es bei AWS aus.
(mho)
Künstliche Intelligenz
DMEA: Wie digitale Kommunikation Patienten stärken soll
Gleich zu Beginn der Medizin-IT-Messe DMEA in Berlin wurde ein Thema gesetzt, das die digitale Transformation im Gesundheitswesen grundlegend prägt: Kommunikation mit Patienten kommt oft zu kurz, weil das Gesundheitssystem historisch auf Behandlung ausgerichtet ist – nicht auf Beziehung: Termine sind zu kurz, Prozesse zu starr, digitale Tools zu selten in den Alltag integriert und die Rolle der Patienten als aktive Mitentscheider kulturell noch längst nicht selbstverständlich.
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Darum machte Moderatorin Andrea Galle, Vorständin der mkk – meine krankenkasse, gleich zu Beginn klar: „Eigentlich werden wir nicht über Digitalisierung reden. Wir werden über Beziehung reden.“ Und weiter: „Am Ende geht es genau darum, wie wir miteinander unsere Beziehung gestalten.“
Unter dem Titel „Mitreden, mitentscheiden, mitgestalten“ zeigten vier Projekte, wie sie die Rolle der Patienten stärken wollen – weg vom reinen Informationsempfänger hin zu einem aktiven Teil des Versorgungsgeschehens.
Vom Informationsfluss zur Beziehung
Den Auftakt machten Gudrun Liß und Andreas Hempel von der Asklepios Service IT mit ihrem Patientenportal. Ihr Ausgangspunkt: Patienten haben heute oft mangelnde Transparenz über die Behandlungsschritte, die mit ihnen geplant sind. Termine, Dokumente, Aufgaben und Nachrichten sollen künftig an einem Ort zusammenlaufen – und Patienten so aktiv in den Behandlungsprozess einbinden.
Dabei betonten beide, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. „Eine gute Versorgung entsteht nicht mehr nur durch eine gute Behandlung. Sondern auch durch eine kontinuierliche Information, gute Kommunikation“, so Hempel. Und Liß betonte klar: „Ein Portal ist kein IT-Projekt.“ Entscheidend seien die Integration in klinische Abläufe, das Einbeziehen der Mitarbeitenden und ein konsequentes Change-Management. Ohne diesen organisatorischen Unterbau, so die Erfahrung aus den Pilotprojekten, entstünden schnell doppelte Dokumentation und mangelnde Akzeptanz.
Bessere Entscheidungen durch Vorbereitung
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Wie digitale Werkzeuge die Interaktion im Arztgespräch verändern können, zeigte Martin Huber mit seinem kostenlosen, KI-gestützten „ClinicCoach“ für Android und iOS. Er schilderte, was passiert, wenn Patienten zwar informiert, aber nicht vorbereitet in ein Gespräch gehen: Frustration, Missverständnisse, das Gefühl, nicht gehört zu werden. „Medizin ist einfach kein Online-Shopping“, sagte Huber – und spielte damit sowohl auf die Grenzen unkritischer Internetrecherche als auch auf die Komplexität medizinischer Entscheidungen an.
Sein ClinicCoach setzt früher an: In einem dialogbasierten Prozess hilft die Anwendung, Symptome, Sorgen und Fragen zu strukturieren. Dabei gehe es nicht in erster Linie um Daten, sondern laut Huber um „Zuversicht, Lösungen, Werte und dass der Patient seinen eigenen Weg findet“. Das Ergebnis: Patienten seien besser vorbereitet und könnten auf Augenhöhe in das Gespräch gehen.
Was Huber besonders antreibt, machte er am Ende seines Vortrags deutlich. Die Geschichte, die er zuvor als Patientenbeispiel präsentiert hatte, war seine eigene: 2018 erhielt er die Diagnose Kopftumor. „Ich habe mich damals wirklich alleine gefühlt“, sagte er. „Das war das, was mich am meisten bewegt hat – dieses Gefühl, dass Patienten nicht alleine sein sollten.“
Transparenz als Schlüssel für Therapietreue
Caroline Ringauf von Fresenius Medical Care zeigte am Beispiel der Heimdialyse, wie entscheidend die ersten Wochen nach dem Wechsel in das häusliche Umfeld sind. Bis zu 20 Prozent der Patienten brechen die Therapie in den ersten 90 Tagen ab – trotz intensiver Vorbereitung. Der Auslöser für einen Wandel war eine simple, aber entscheidende Rückmeldung aus einer Pilotphase: „Es ist gut, dass meine Pflegekraft meine Behandlungsdaten sehen kann – ich möchte sie auch sehen.“
Für Ringauf war das ein Schlüsselmoment: „Offensichtlich ist es kein reines Monitoring-Problem, sondern ein Empowerment-Problem.“ Digitale Anwendungen, die Patienten Einblick in ihre eigenen Daten geben, schaffen Sicherheit – besonders dann, wenn Unsicherheiten im Alltag auftauchen. Die Pilotprojekte zeigten: Transparenz führt zu weniger Therapieabbrüchen. Ergänzt durch KI-gestützte Risikoanalysen lassen sich zudem gefährdete Patienten frühzeitig identifizieren, sodass Pflegepersonal gezielt eingreifen kann.
Komplexität beherrschbar machen
Einen systemischen Ansatz präsentierten Birthe Boeckel und Dr. Fabian Feutlinske von MenoLife am Beispiel der Frauengesundheit. „Frauengesundheit gehört zu einem der komplexesten medizinischen Bereiche“, sagte Boeckel – und beschrieb damit zugleich das Grundproblem: Symptome, Zyklus, Laborwerte, Medikation und Lebensumstände hängen eng zusammen, lassen sich aber in einem siebenminütigen Arzttermin kaum erfassen.
Ihre Plattform von MenoLife besteht aus zwei eng verzahnten Komponenten: der Mena-App für Patientinnen und dem MenoLife-Dashboard für Therapeuten und Ärzte. Während Patientinnen über die App Symptome, Zyklus, Medikation und Laborwerte strukturiert erfassen und dokumentieren, sollen Behandelnde über das MenoLife-Dashboard eine verdichtete Übersicht erhalten – aufbereitet durch KI, noch bevor die Patientin den Behandlungsraum betritt.
„Unser momentanes Gesundheitssystem kann dieses Problem gar nicht aufgreifen, wenn es sich nur um den Arzttermin herumdreht“, so Boeckel. Die Lösung: eine Plattform, die App und Dashboard kombiniert, Daten strukturiert erfasst und aufbereitet – bereits vor dem eigentlichen Termin. „KI kann uns helfen, diese Komplexität herunterzubrechen“, ergänzte Feutlinske. Ziel ist kein weiteres Einzeltool, sondern eine gemeinsame Infrastruktur für Patienten, Ärzte und Therapeuten: „Wir brauchen ein integriertes System.“
Langfristig soll die Plattform über die Frauengesundheit hinaus auf weitere komplexe medizinische Bereiche wie Schilddrüsenerkrankungen, Insulinregulation oder Palliativversorgung ausgeweitet werden.
Empowerment mit Augenmaß
In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Empowerment kein Selbstläufer ist. Nicht alle Patienten wollen aktiv Verantwortung übernehmen – und das ist legitim. „Man darf niemanden zu Glück zwingen“, sagte Huber. Der Schlüssel liegt in der Wahlfreiheit: Digitale Anwendungen sollten denjenigen, die mitentscheiden wollen, die Werkzeuge dafür geben – ohne diejenigen zu überfordern, die das nicht möchten. Vertrauen entsteht dabei nicht durch einzelne Kontakte, sondern durch kontinuierliche Begleitung und viele kleine Rückmeldungen im Alltag.
Alle waren sich einig: Es geht nicht um Digitalisierung. Es geht um Beziehung.
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(vza)
Künstliche Intelligenz
Neuer Apple-CEO, alte Probleme: Jetzt muss Ternus liefern | Mac & i-Podcast
Lange erwartet, jetzt offiziell: Anfang September übernimmt Apples bisheriger Hardware-Chef John Ternus die CEO-Rolle von Tim Cook – pünktlich zur Einführung neuer iPhone-Modelle. Damit leitet künftig ein auf iPhones, Macs und iPads fokussierter Ingenieur das Unternehmen. Der Umbau an der Konzernspitze geht darüber hinaus: Als „Executive Chairman“ bleibt Tim Cook an Bord und wohl weiter involviert in das Tagesgeschäft. Chip-Experte Johnny Srouji wird Apples neuer Hardware-Guru, der die Entwicklung von Produkten wie Technik vorantreibt.
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In Episode 120 ordnen Malte Kirchner und Leo Becker Apples nächtliche Ankündigung der CEO-Nachfolge ein. Wir sprechen über Cooks Vermächtnis und über die erstaunlich wenigen Dinge, die bislang über Ternus bekannt sind. Uns beschäftigen primär die großen Herausforderungen, vor denen der langjährige Hardware-Chef nun steht – KI-Rückstand, Softwarequalität, China-Abhängigkeit und immer komplexere Regulierung sind nur einige der Minenfelder. Und Ternus wird Antworten auf den Ruf nach Produktinnovationen – dem „one more thing“ – finden müssen.
Apple-Themen – immer ausführlich
Der Apple-Podcast von Mac & i erscheint mit dem Moderatoren-Duo Malte Kirchner und Leo Becker im Zweiwochenrhythmus und lässt sich per RSS-Feed (Audio) mit jeder Podcast-App der Wahl abonnieren – von Apple Podcasts über Overcast bis Pocket Casts.
Zum Anhören findet man ihn auch in Apples Podcast-Verzeichnis (Audio) und bei Spotify. Wir freuen uns über Feedback, Kritik und Fragen an podcast@mac-and-i.de.
(lbe)
Künstliche Intelligenz
Zendure Solarflow 2400 Pro im Test: Speicher für BKW mit lokaler Ansteuerung
Starker Balkonkraftwerk-Speicher mit bis zu 2.400 W Ausgang, 16,8 kWh max., 3.000 W Solar-Eingang und optionaler lokaler MQTT-Steuerung.
Speicherlösungen für Balkonkraftwerke entwickeln sich zunehmend in Richtung klassischer PV-Systeme. Der Zendure Solarflow 2400 Pro ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Im Standardbetrieb als Balkonkraftwerk speist das System bis zu 800 Watt ein. Darüber hinaus ermöglicht das Gerät eine maximale Einspeiseleistung von bis zu 2.400 Watt.
Bei Einsatz mehrerer Geräte – jeweils eines pro Phase – lässt sich die Einspeiseleistung auf bis zu 7.200 Watt erhöhen. In diesem Szenario handelt es sich jedoch nicht mehr um ein Balkonkraftwerk, sondern um eine reguläre Photovoltaikanlage, die entsprechend installiert, geprüft und angemeldet werden muss.
Bilder: Zendure Solarflow 2400 Pro
In der Zendure-App lässt sich das MQTT-Protokoll aktivieren. Dann kann man etwa mit Home Assistant Solarflow 2400 Pro steuern. Mit der App ist dann eine Steuerung aber nicht mehr möglich.
Die Basiseinheit verfügt über einen integrierten Akku mit 2,4 kWh Kapazität. Durch Zusatzbatterien des Typs Zendure AB3000L lässt sich die Kapazität auf bis zu 16,8 kWh erweitern. Zudem besteht Kompatibilität zu den älteren Akkus AB1000 und AB2000. Vier MPP-Tracker ermöglichen eine maximale PV-Eingangsleistung von 3.000 Watt. Über die integrierte Notstromsteckdose können zusätzlich bis zu 1.800 Watt eingebunden werden, etwa durch bestehende Balkonkraftwerke mit eigenem Wechselrichter.
Eine lokale Steuerung ist über das MQTT-Protokoll möglich. Dadurch lässt sich das System beispielsweise in Home Assistant integrieren und ohne Cloud-Anbindung betreiben.
Zendure Solarflow 2400 Pro: Aufbau und Einrichtung
Der Aufstellort der Solarmodule beeinflusst die benötigte Kabellänge. Bei einer Installation am Balkongeländer und kurzer Distanz zur Steckdose kann das System in unmittelbarer Nähe der Module positioniert werden. In diesem Fall reichen die mitgelieferten Anschlusskabel sowie das rund drei Meter lange Schuko-Kabel aus.
Bei einer Installation im Garten oder an einem Zaun sind entweder längere Anschlussleitungen für die Module (MC4) oder Verlängerungen für die Stromversorgung erforderlich. Die Komponenten sind zwar für den Außeneinsatz geeignet, sollten jedoch vor direkter Witterung und Sonneneinstrahlung geschützt aufgestellt werden. Ein schattiger Standort wird auch im Handbuch (PDF) empfohlen.
Die Installation erfolgt nach dem üblichen Prinzip von Balkonkraftwerken: Die Solarmodule werden an die vier MPP-Tracker angeschlossen, das Schuko-Kabel mit der Steckdose verbunden.
Zendure-App: Energiepläne und Betriebsmodi
Die Zendure-App stellt verschiedene Betriebsmodi zur Verfügung. Der Modus „Zenki“ nutzt algorithmische Auswertung von Verbrauchsdaten, Stromtarifen, Wetterinformationen und Ladezustand, um die Energieflüsse zu steuern.
Die Nutzung dynamischer Stromtarife setzt in der Regel eine intelligente Messeinrichtung voraus, die in vielen Haushalten nicht vorhanden ist. Dadurch ist das netzseitige Laden des Speichers für viele Anwendungen eingeschränkt relevant.
Praxisrelevanter sind folgende Betriebsmodi:
- Steuerung über intelligente Stromzähler, etwa Shelly Pro 3EM
- Steuerung über smarte Steckdosen von Zendure oder Drittanbietern
- Zeitbasierter Grundlastmodus
- Stromtarifmodus für dynamische Tarife mit optionalem automatischem Laden
Wie zuverlässig funktioniert die dynamische Einspeisung?
Im Testbetrieb mit einem Shelly Pro 3EM passt der Solarflow 2400 Pro die Einspeiseleistung dynamisch an den aktuellen Verbrauch an. Die Reaktionszeit liegt typischerweise zwischen drei und fünf Sekunden.
Eine vollständig konstante Nulleinspeisung wird jedoch nicht erreicht. Die Werte bewegen sich meist im Bereich von etwa -5 bis +5 Watt, mit gelegentlichen Abweichungen darüber hinaus. Dieses Verhalten ist auch bei vergleichbaren Systemen zu beobachten.
Wie effizient arbeitet Zendure Solarflow 2400 Pro?
Von den 2400 Wh des Akkus haben wir bei einer Einspeiseleistung von 800 Watt und einer Entladegrenze von 10 Prozent, etwa 2350 Watt entnommen, was einer ausgezeichneten Effizienz von knapp 98 Prozent entspricht. Beim Laden des Speichers über die Steckdose, was für Anwender mit einem dynamischen Stromtarif interessant sein kann, muss der Strom allerdings zweimal umgewandelt werden. Dabei haben wir Ladeverluste von etwa 18 Prozent gemessen. Wer also einen dynamischen Stromtarif nutzt, sollte das Laden der Batterie per Steckdose nur dann nutzen, wenn der Preisunterschied zwischen hohem und niedrigem Tarif größer als 20 Prozent ausfällt.
Zudem sollte man die Effizienzwerte im Auge behalten. Die Effizienz bei der Einspeisung ist wie üblich abhängig von der Höhe der Einspeiseleistung. Wird weniger als 800 Watt eingespeist, sinkt die Effizienz. Bis zu einer Einspeiseleistung von 500 Watt liegt sie aber noch über 97 Prozent. Mit 200 Watt sind es aber nur noch 93 Prozent und mit 150 Watt noch knapp 91 Prozent, während sie bei 100 Watt nur noch knapp 85 Prozent beträgt.
Die Effizienzwerte sollte man also bedenken, wenn der Speicher per AC geladen wird, und man durch Nutzung eines dynamischen Stromtarifs davon profitieren möchte. Denn die Verluste bei der Einspeisung addieren sich zu den Umwandlungsverlusten von AC zu DC. Oder anders ausgedrückt. Bei einem Ein-Personen-Haushalt mit einer durchschnittlichen Leistungsabgabe von 100 Watt pro Stunde dürfte sich das Laden per Netzstrom kaum lohnen, da die Umwandlungsverluste insgesamt größer sind als der Unterschied zwischen günstigstem und teuerstem Preis pro kWh.
Lokale Ansteuerung per MQTT unter Home Assistant
Wer nicht die Zendure-App für den Betrieb von Solarflow 2400 Pro verwenden möchte, kann nach der Inbetriebnahme des Speichers das MQTT-Protokoll aktivieren. Das System überträgt anschließend Betriebsdaten und Steuerbefehle an einen MQTT-Broker. In Verbindung mit Home Assistant ist damit eine lokale Steuerung ohne Cloud-Anbindung möglich. Für eine vollständige Integration von Zendure Solarflow 2400 Pro ins Energy-Dashboard von Home Assistant sind allerdings einige Anpassungen vorzunehmen.
Preis
Zendure verlangt für den Solarflow 2400 Pro regulär knapp 1300 Euro. Aktuell ist der beim Hersteller für 1099 Euro erhältlich. Bei Ebay gibt es den Speicher mit integriertem Wechselrichter bereits für 871 Euro. Das sind pro kWh stolze 360 Euro. Mit dem Vorgänger Solarflow 800 Pro wird man mit aktuell 223 Euro pro kWh erheblich günstiger bedient.
Günstige Stromtarife: Sparpotenzial erschließen
Wer ein Balkonkraftwerk nutzt, möchte Stromkosten sparen. Ein weiteres Einsparpotenzial sollte man außerdem durch die Wahl des günstigsten Stromanbieters erschließen. Spätestens wenn man Post vom Stromlieferanten über eine Preiserhöhung erhält, lohnt sich ein Wechsel. Neutarife sind meist wesentlich günstiger. Gleiches gilt für Gastarife. Auch hierfür bieten wir ein entsprechendes Vergleichsangebot im heise Tarifvergleich.
Wer sich nicht selbst um günstige Preise und Anbieterwechsel kümmern will, kann zu Wechselservices wie Remind.me gehen. Der Anbieter bietet kostenlose Wechsel zwischen Strom- und Gasanbietern an. Dabei erhält der Kunde vorab eine Empfehlung und kann sich dann für oder gegen das jeweilige Angebot entscheiden. Vorteil: Remind.me vergleicht über 12.000 Tarife und meldet sich automatisch, wenn man einen Vertrag wechseln kann.
Wer sich für einen Stromspeicher mit bidirektionaler Lademöglichkeit wie dem Zendure Solarflow 2400 Pro entscheidet, kann diesen bei Nutzung eines dynamischen Stromtarifs, etwa von Rabot Energy (mit Code RABOT120 erhält man 120 Euro nach einem Jahr ausgezahlt, bei sechs Monaten sind es mit dem Code RABOT60 60 Euro) oder von Tibber, besonders profitabel einsetzen. So ist es möglich, diesen etwa während der Dunkelflaute über die Wintermonate oder bei schlechtem Wetter bei günstigen Konditionen, wenn etwa die Windkraft für billigen Strom sorgt, zu laden und ihn bei teuren Strompreisen zu entladen. Wegen der doppelten Stromumwandlung sollte der Preisunterschied aber deutlich über 20 Prozent liegen, damit sich das lohnt.
Zendure bietet mit Zen Wave ebenfalls einen dynamischen Stromtarif.
Fazit
Zendure liefert mit dem Solarflow 2400 Pro einen Speicher, der für ein Balkonkraftwerk schon fast überdimensioniert ist. Mit einer maximalen Einspeiseleistung von bis zu 2400 Watt kann die Lösung auch für große PV-Anlagen genutzt werden. Die vier einzelnen MPP-Tracker können insgesamt Module mit einer Leistung von bis zu 3000 Watt aufnehmen. Zusätzlich kann die Notstromsteckdose noch 1800 Watt beisteuern, sodass die Gesamt-PV-Leistung bis zu 4800 Watt betragen kann. Installiert man drei Geräte (pro Phase eins), dann kommt man auf eine maximale PV-Leistung von 14,4 kWp. In diesem Fall ist dann aber die Abnahme und Anmeldung der Anlage durch einen Elektriker Pflicht.
Wer nur auf der Suche nach einem Speicherlösung für sein Balkonkraftwerk mit maximal 2000 Watt Modulleistung ist, fährt mit der bisherigen Lösung Solarflow 800 Pro wirtschaftlicher. Auch sie kann per MQTT lokal angesteuert werden.
Während auch andere Lösungen wie von Anker oder Ecoflow leistungsfähig und grundsätzlich empfehlenswert sind, bietet Zendure über das MQTT-Protokoll eine lokale Ansteuerung seiner Geräte. Somit kann man den Speicher auch ohne Cloud-Anbindung an den Hersteller ansteuern.
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