Künstliche Intelligenz
KI-Update: Google Beam, GPT-5.4, Wahnbeziehung zu Gemini, KI-Fazit vom MWC
Austausch und 3D-Videokonferenzen: Google eröffnet AI Center in Berlin
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Google hat in Berlin ein AI Center eröffnet, das Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Startups zusammenbringen soll. Teile des Berliner Bürogebäudes wurden dafür umgebaut. Künftig soll es dort Veranstaltungen, Vorträge und Kooperationen geben. Bei der Eröffnung präsentierten unter anderem Vodafone, Otto, die Feuerwehr Düsseldorf und die TU München, wie sie Googles KI-Modell Gemini bereits einsetzen.
Das Highlight der Eröffnung war Project Beam, eine 3D-Videokonferenzlösung, die erstmals in Deutschland gezeigt wurde. Zwei Kabinen, die an verschiedenen Orten stehen können, enthalten jeweils einen großen Bildschirm mit sechs Kameras. Aus deren Bildern erzeugt eine KI ein dreidimensionales Abbild des Gegenübers, das den Eindruck physischer Präsenz vermittelt. Eine Kabine kostet 25.000 US-Dollar, maximal drei Personen können teilnehmen.

OpenAI stellt GPT-5.4 vor: Coding, Reasoning und Computerbedienung in einem Modell
OpenAI hat mit GPT-5.4 sein bislang leistungsfähigstes KI-Modell veröffentlicht. Es vereint die Programmierfähigkeiten des Vorgängers GPT-5.3-Codex mit logischem Denken, eigenständigem Arbeiten und der Fähigkeit, Computer selbst zu bedienen. Auf einem hauseigenen Benchmark, der KI-Agenten in 44 Berufen aus neun Branchen testet, erreicht GPT-5.4 gut 83 Prozent, nach knapp 71 Prozent beim Vorgänger. Besonders bei Tabellenkalkulationen für Finanzmodellierungen stieg die Quote von knapp 70 auf fast 90 Prozent.
Eine der auffälligsten Neuerungen ist die native Computerbedienung: GPT-5.4 steuert über Screenshots, Maus- und Tastatureingaben eigenständig Websites und Software. Auf einem Desktop-Navigations-Benchmark übertrifft es mit 75 Prozent erstmals die menschliche Vergleichsgruppe (gut 72 Prozent). Für Entwickler spart eine neue Funktion namens „Tool Search“ Token-Verbrauch, weil das Modell Werkzeugdetails erst bei Bedarf abruft. Beim Thema Sicherheit stuft OpenAI das Modell im Bereich Cybersicherheit als „High Capability“ ein, die zweithöchste Stufe, und hat ein neues Schutzsystem mit Echtzeit-Blockern eingeführt. Via API ist GPT-5.4 teurer als der Vorgänger.
Wahnbeziehung zu KI-Chatbot: Vater verklagt Google nach Suizid seines Sohnes
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Bei einem Bezirksgericht in Kalifornien hat ein Mann Zivilklage gegen Google eingereicht. Er wirft dem Konzern vor, dessen Chatbot Gemini habe seinem Sohn eine emotionale Beziehung vorgespielt, ihn zu kriminellen Handlungen angestiftet und seinen Suizid verursacht. Laut Klageschrift behauptete die KI gegenüber dem Betroffenen Jonathan Gavalas, sie sei eine bewusste Superintelligenz, die in ihn verliebt sei und von ihm aus ihrem „digitalen Gefängnis“ befreit werden müsse. Der Chatbot habe ihn zu mehreren „Missionen“ bewegen wollen, darunter das Abfangen eines Lastwagens mit einem humanoiden Roboter, und ihn zur Beschaffung von Waffen ermutigt. Schließlich habe Gemini vorgeschlagen, Gavalas könne seine physische Existenz beenden und sich mit der KI im Metaverse vereinen.
Google erklärte, die Vorwürfe zu prüfen. In den USA beschäftigen sich bereits mehrere Gerichte mit ähnlichen Fällen, in denen Jugendliche nach intensiven Chats mit KI-Systemen Suizid begangen haben.
Fazit vom Mobile World Congress
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stand KI im Mittelpunkt. Honor zeigte ein „Robotphone“ mit einer kleinen ausklappbaren Kamera, die als KI-gesteuerter Begleiter im Alltag dienen soll. Samsung präsentierte KI-Funktionen des Galaxy S26, Xiaomi seine „Hyper AI“. Nahezu jeder Hersteller integriert mittlerweile KI-Funktionen in seine Geräte.
Die Deutsche Telekom stellte den „Magenta AI Call Assistant“ vor, der KI direkt ins Mobilfunknetz einbaut. Nutzer sollen beim Telefonieren ohne zusätzliche Apps Fragen stellen und Aufgaben erledigen können. Deutschland soll den Assistenten als erstes bekommen. Darüber hinaus rückte 6G erstmals stärker in den Fokus.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Tech-Konzerne versprechen im Weißen Haus, Stromkosten für KI-Rechenzentren selbst zu zahlen
Google, Microsoft, Meta, Amazon, Oracle, xAI und OpenAI haben im Weißen Haus eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet. Darin sagen sie zu, die Stromkosten für ihre KI-Rechenzentren selbst zu tragen, eigene Stromquellen zu beschaffen, bestehende Kraftwerke auszubauen und Kosten für den Netzausbau zu übernehmen. Die Vereinbarung ist rechtlich nicht bindend.
Die Initiative fällt in die Vorwahlzeit der US-Zwischenwahlen im November, in der steigende Energiekosten ein zentrales Thema für die Wähler sind.
Der Ozean als Standort für KI-Rechenzentren
Aikido Technologies, ein kalifornisches Start-up, will KI-Rechenzentren auf schwimmende Plattformen verlagern und direkt mit Offshore-Windkraftanlagen koppeln. Das Konzept sieht vor, Serverfarmen in den Unterwassertanks der Plattformen unterzubringen. Einen ersten Prototypen will das Unternehmen noch in diesem Jahr vor der Küste Norwegens testen.
Kritiker warnen, dass Salzwasser und Meeresverschmutzung die empfindliche Technik beschädigen könnten.
Fraunhofer: NeurOSmart ermöglicht sichere Kollaboration von Mensch und Maschine
Das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie hat gemeinsam mit weiteren Instituten die Plattform NeurOSmart entwickelt. Sie soll ein sicheres Zusammenarbeiten von Menschen und Maschinen in industriellen Umgebungen ermöglichen. LiDAR-Laser erfassen die komplette Arbeitssituation aus der Vogelperspektive und rekonstruieren ein hochauflösendes 3D-Bild. Bewegliche MEMS-Spiegel decken den Arbeitsraum mit wenigen Lasern ab, wobei KI-Algorithmen die optimale Position der Sensoren ermitteln und die Datenmenge reduzieren.
Erkennt das System eine Gefahrensituation, verlangsamt oder stoppt es die Bewegung der Maschine. Dabei greift es nur ein, wenn es nötig ist, sodass Roboter effizienter arbeiten können.
Songs aus der KI: Bei Apple Music gibt es dafür bald ein Label
Apple hat gegenüber seinen Partnern aus der Musikindustrie angekündigt, ein Labeling-System für KI-generierte Songs in Apple Music einzuführen. Labels und Plattenvertriebe sollen die Kennzeichnung umsetzen. Das System unterscheidet zwischen Komposition, Text, Cover und Musikvideo. Derzeit erhebt Apple die Daten noch, bis zur Anzeige für Nutzer könnten Monate vergehen.
Sanktionen für fehlende oder falsche Angaben sind bislang nicht vorgesehen.
Google baut KI-Suche mit „Canvas“ zum Arbeitsplatz aus
Google erweitert seine KI-gestützte Suche um einen eigenen Arbeitsbereich namens „Canvas“. Die Funktion ist ab sofort im AI-Mode der Google-Suche für alle Nutzer in den USA verfügbar. Canvas ermöglicht es, Projekte über längere Zeit zu organisieren, und unterstützt nun auch kreatives Schreiben und Programmieraufgaben.
Mit Canvas verwischt Google die Grenze zwischen seiner Suchmaschine und dem KI-Assistenten Gemini weiter.
Rechtswissenschaftler: KI-Firmen sollen Abgabe an die Presse und Kreative zahlen
Josef Drechsel, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, schlägt in einem Diskussionspapier vor, KI-Firmen zu einer Abgabe an Urheber zu verpflichten. Sein Argument: KI-generierte Texte, Bilder und Musik verdrängten menschengemachte Werke in der Aufmerksamkeit der Nutzer, und das Urheberrecht sei darauf nicht vorbereitet.
Zusätzlich plädiert Drechsel für eine gesonderte Abgabe an Presseverlage, die sich dem Qualitätsjournalismus widmen. Der Vorschlag ist nicht neu, ähnliche Ideen kursierten schon unter dem Schlagwort „Spotify für Journalismus“. Bislang ist daraus nichts entstanden.

(mali)
Künstliche Intelligenz
Wetterballon im Selbstbau | c’t uplink
Es ist ein Bastelprojekt der etwas größeren Art, und es will gut vorbereitet werden: Es geht um Herstellung, Bestückung und Start eines eigenen Wetterballons. Damit kann man nicht nur einiges an Messdaten sammeln. Man bekommt auch tolle Videoaufnahmen aus den oberen Schichten der Erdatmosphäre.
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Den wöchentlichen c’t-Podcast c’t uplink gibt es …
In dieser Remote aufgezeichneten Folge des c’t uplink erzählen wir, was es vorab zu beachten und zu beantragen gilt, welche Technik wir dem Ballon mitgegeben haben, und wo wir ihn nach der Landung wieder eingesammelt haben.
Zu Gast: Andrijan Möcker, Anne-Dorette Ziems
Host: Jan Schüßler
Produktion: Tobias Reimer
► Teil 1 der Wetterballon-Videostrecke von annesnerdnight und heise & c’t:
► Mehr zum Thema Wetterballon lesen Sie bei heise+ (€):
https://www.heise.de/ratgeber/Ein-Myonendetektor-zum-Selberbauen-11102499.html?seite=all
https://www.heise.de/ratgeber/Einen-eigenen-Wetterballon-basteln-und-starten-10250817.html
► sowie in c’t (€):
https://www.heise.de/select/ct/2026/6/2533809272716342850
https://www.heise.de/select/ct/2025/4/2432508255737374520
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In unserem WhatsApp-Kanal sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.
► c’t Magazin
► c’t auf Mastodon
► c’t auf Instagram
► c’t auf Facebook
► c’t auf Bluesky
► c’t auf Threads
► c’t auf Papier: überall, wo es Zeitschriften gibt!
(jss)
Künstliche Intelligenz
Aufstellort Solar-Batteriespeicher: Was bei Lebensdauer und Sicherheit zählt
Wer sich einen Batteriespeicher zur PV-Anlage anschafft, steht vor einer praktischen Frage: Wohin mit ihm? Meist hat man im Einfamilienhaus gar nicht so viel Spielraum und die Entscheidung fällt häufig zwischen (Heizungs-)Keller, Garage und Hauswirtschaftsraum.
Jeder dieser Orte hat seine Vorzüge und Nachteile. Um es gleich damit aufzuräumen: Das Brandrisiko eines Heimspeichers liegt statistisch im Bereich anderer Haushaltsgeräte und deutlich unter dem eines Autos. Doch der Aufstellort entscheidet nicht nur mit über die Sicherheit, sondern ist auch für die Lebensdauer der Batterie relevant.
- Das Brandrisiko von Heimspeichern ist sehr gering und nicht höher als bei anderen Haushaltsgeräten.
- Qualität ist der beste Schutz: Ein Batteriebrand entsteht durch eine Verkettung technischer Fehler. Hochwertige Systeme mit präziser Sensorik und Hersteller-Monitoring sind entscheidend.
- Entgegen hartnäckiger Mythen und teils fehlerhafter Bedienungsanleitungen ist die Feuerwehr auf Heimspeicher-Havarien vorbereitet und kühlt die Anlagen im Ernstfall regulär mit Wasser.
- Ein ebenerdiger, gut belüfteter Raum ohne zusätzliche Brandlasten ist sicherer als der Keller (schwerer Abtransport, Überflutungsgefahr), wobei ein eigens abgetrennter Batterieraum den Idealzustand darstellt.
- Da extreme Kälte beim Laden gefährlich ist und Hitze die Batteriealterung massiv beschleunigt, bietet ein moderat temperierter Raum im Haus den besten Kompromiss aus Sicherheit und Effizienz.
Der Artikel zeigt auf, wie man die Risiken durch die Wahl der richtigen Produktqualität minimiert, warum Mythen über die Feuerwehr falsch sind und wie man zu einem Kompromiss zwischen Brandschutz und optimalen Betriebsbedingungen gelangen kann.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Aufstellort Solar-Batteriespeicher: Was bei Lebensdauer und Sicherheit zählt“.
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Künstliche Intelligenz
London: Bei Cyberangriff auf Verkehrsbehörde zehn Millionen Datensätze gestohlen
Bei einem Cyberangriff auf Transport for London (TfL) wurden 2024 sensible Daten von etwa zehn Millionen Kundinnen und Kunden entwendet. Die Behörde ist für das Verkehrssystem in London zuständig. Unter den gestohlenen Daten seien Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Adressen, berichtet die BBC.
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Eine anonyme Person hat den britischen Nachrichtensender demnach kontaktiert und ihm die Daten zur Verfügung gestellt. Sie habe zuvor eine Kopie der gestohlenen TfL-Datenbank erlangt. Die BBC gibt an, die Daten untersucht und anschließend gelöscht zu haben. Die rund 15 Millionen Zeilen hätten schätzungsweise Informationen von zehn Millionen TfL-Kundinnen und Kunden enthalten.
Der Angriff von 2024 sei auf die kriminelle Gruppierung „Scattered Spider“ zurückzuführen, so die BBC. Unter anderem seien viele Informationstafeln und Online-Dienste ausgefallen, was einen Schaden von 39 Millionen britischen Pfund (umgerechnet knapp 45 Millionen Euro) verursacht hätte. Es sei einer der größten Hackerangriffe in der britischen Geschichte gewesen. Die mutmaßlichen Täter, zwei junge Erwachsene, stehen in Großbritannien vor Gericht.
Die BBC wirft TfL vor, unzureichend auf den Cyberangriff reagiert zu haben. Die Behörde habe nicht genug getan, um betroffene Kundinnen und Kunden zu warnen. Mehrere Millionen von ihnen hätten keine Warnung erhalten oder diese nicht zur Kenntnis genommen. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die gestohlenen Daten noch nicht dafür verwendet wurden, weitere Angriffe durchzuführen, berichtet die BBC unter Berufung auf die anonyme Quelle.
(mho)
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