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KI, GEO und Performance: Die wichtigsten Trends von der AllSocial Marketing Conference in München 2026


Sind wir im Social Media Marketing bereits übersättigt von Künstlicher Intelligenz? Auch auf der AllSocial Marketing Conference in München kam man an KI nicht vorbei. Doch ein kleiner Spoiler vorweg: Trotz aller Möglichkeiten rund um Automatisierung und GenAI‑gestützte Content-Produktion bleibt der Mensch der entscheidende Faktor. Denn auch wenn Bot-Netzwerke existieren – auf Social Media folgen, reagieren und interagieren nach wie vor echte Menschen miteinander.

Was zählt, sind zwei Hebel: kreativer, mutiger Content und eine Strategie, die Social Media nicht isoliert betrachtet, sondern als integralen Bestandteil der gesamten Markenkommunikation. Sonst bleiben sie nur ein weiterer Kanal ohne echte Wirkung.

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Sichtbarkeit entsteht durch Mut, nicht durch Hochglanz

Von der Strategie ist es nur ein kleiner Schritt zur Content-Kreation. Genau hier müssen sich Marken bewusst machen: Inhalte, die ausschließlich den Brand‑Safety‑Vorgaben und der Corporate Identity entsprechen, gehen in den Feeds der Nutzer*innen zunehmend unter. Die Konkurrenz durch Entertainment‑Formate ist schlicht zu groß. Marken, die bereit sind, mutiger zu werden, neue Formate auszuprobieren und sich stärker an der tatsächlichen Nutzungskultur der Plattformen zu orientieren, werden dafür belohnt – mit mehr Sichtbarkeit, Relevanz und echter Interaktion.

Foto von Philipp Lage auf der Bühne bei seinem Vortrag "Selbstversuch: 100 Posts in 7 Tagen – Wie viel Perfektionismus braucht Social Media?" auf der AllSocial Marketing Conference 2026.
Philipp Lage in seinem Vortrag „Selbstversuch: 100 Posts in 7 Tagen – Wie viel Perfektionismus braucht Social Media?“ auf der AllSocial Marketing Conference 2026. Quelle: Rising Media.

Und manchmal beginnt alles mit einem Selbstversuch, wie Philipp Lage in seiner Keynote gezeigt hat. Seine Ausgangsfrage: Sind 100 Posts in 7 Tagen machbar? Das Ergebnis war eindeutig. Aufmerksamkeit entsteht durchs Machen, nicht durch Perfektion. Glattgeschliffener Content geht unter, während mutige, schnelle und authentische Inhalte sichtbar werden gerade weil sie nicht perfekt sind.

Community first: Nähe und klare Haltung

Für nachhaltigen Impact reichen gute Inhalte längst nicht mehr. Wer im Social Media Marketing wirklich erfolgreich sein will, muss aus Follower*innen eine Community formen. Wie das gelingen kann, zeigte Patrick Stecker.  Er hat rund um Deutschrap eine lebendige Social Community aufgebaut und demonstriert, wie konsequente Plattformnutzung, Nähe zur Zielgruppe und ein klares Verständnis für Nutzungskultur echte Bindung schaffen.

Dr. Juliane Howitz spricht vor Publikum auf der Bühne der AllSocial Marketing Conference in München zu ihrem Vortrag über die Performance von LinkedIn Unternehmensaccounts.
Dr. Juliane Howitz in ihrem Vortrag „Dein LinkedIn Unternehmensaccount performt nicht? Dann lass endlich die Menschen ran!“ auf der AllSocial Marketing Conference 2026. Quelle: Rising Media.

Nähe zur Zielgruppe ist auch auf LinkedIn entscheidend, etwa im Recruiting und für Employer Branding. Doch wie Dr. Juliane Howitz in ihrer Keynote “Dein LinkedIn Unternehmensaccount performt nicht? Dann lass endlich die Menschen ran!” betonte, ist die Unternehmensseite dafür der schwächste Ort, aber ein wertvoller Hub für starke Personal Branding Profile.

Denn die organische Reichweite von Unternehmensseiten sinkt weiter. Sichtbarkeit entsteht heute über Menschen, nicht über Logos. Genau deshalb zeigte sie, wie Führungskräfte und Mitarbeitende gezielt eingebunden werden können, um Inhalte klug zu orchestrieren und LinkedIn wieder zum echten Multiplikator zu machen, denn Menschen sind der stärkste Algorithmus‑Booster.

Community Management braucht klare Regeln und vor allem Reaktion. Zu oft lassen Unternehmen Hate Speech und problematische Kommentare einfach stehen. Wie Vivian Pein zeigte, ist das ein Fehler: Provokationen und ironische Spitzen prägen die Tonalität einer Community, und wer als Marke überall mitreden will, ohne auf Kontext oder Haltung zu achten, riskiert Glaubwürdigkeit.

Performance entsteht im Duo: Organic trifft Paid

Organische Inhalte helfen beim Aufbau einer Community. Und doch stehen sie zunehmend unter Rechtfertigungsdruck, zu wenig für die Performance zu leisten. Paid Ads und Performance Inhalte sind dabei jedoch kein Widerspruch zu organischen Inhalten und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

So haben Jan Ritter und Tobias Krammer auf der Bühne ein äußerst unterhaltsames Battle zwischen Paid und Organic ausgetragen. Dabei haben sie einerseits gezeigt, was die Stärken und Schwächen der beiden Seiten sind und andererseits eine Potenzialmatrix eingeführt, mithilfe derer Brands einschätzen können, was am besten zu ihnen passt.

Jan Ritter und Tobias Krammer gemeinsam auf der Bühne in ihrem Vortrag “Das Battle des Jahres 2026: Owned vs. Paid — Wer gewinnt?” auf der AllSocial Marketing Conference 2026.
Jan Ritter und Tobias Krammer in ihrem Vortrag “Das Battle des Jahres 2026: Owned vs. Paid — Wer gewinnt?” auf der AllSocial Marketing Conference 2026. Quelle: Rising Media.

Nützliche Hacks für Paid-Kampagnen lieferte ebenfalls Larissa Lammering in ihrer Keynote, die einen Überblick über Post‑Andromeda‑Ära gab und die Auswirkungen auf die Konzeption Meta Ads. Was wirklich zählt, sind smarte Creative‑Testing‑Logiken, präzises Audience‑Targeting und ein Fokus auf die KPIs, die wirklich relevant sind.

Doch einfach mal Creatives bauen und Ads schalten? So leicht geht es nicht für komplexe, erklärungsbedürftige Produkte. Mia-Malaika Lange und Daniel Levitan verdeutlichten dass erfolgreiches Advertising weit über den Werbeanzeigenmanager hinausgeht und auch mal den grundsätzlichen Marketing Ansatz hinterfragt. In dem Case von Barfer`s wurde eine intensive Recherche durchgeführt, um die Zielgruppe an die Hand zu nehmen und ihre kaufhinderlichen Bedenken aufzulösen.

Search und Growth: Warum SEO ohne Social Media Marketing nicht mehr funktioniert

Eine ähnliche Frage stellt sich für die gesamte Branche: Wie kann Social Media zu besseren Search‑Rankings und mehr Wachstum beitragen? Es lohnt sich, Social Media und SEO gemeinsam zu denken und auch hier sind die Auswirkungen von KI deutlich spürbar. War SEO für Social‑Teams früher eher ein Randthema, gehört die Optimierung von Inhalten für GenAI‑basierte Suche mit GEO inzwischen zum Pflichtprogramm. Besonders ein Netzwerk rückt dabei in den Fokus: Reddit.

Doch Marken dürfen nicht dem Irrtum erliegen, Reddit wie eine klassische Social Media Plattform zu behandeln. Hier gilt „Communities first“, wie Theresa Steinbauer in ihrer Keynote “Reddit: Das Forum on Steriods?” darlegte. Unternehmen müssen bereit sein, sich vollständig auf die Community‑Logiken einzulassen und Inhalte zu liefern, die echten Mehrwert bieten, statt Reddit als weiteren Absatzkanal zu betrachten.

Julia Weißbach auf der Bühne vor Publikum in ihrem Vortrag “Social meets SEO: Von Insights zu Impact im AI-Zeitalter” auf AllSocial Marketing Conference 2026.
Julia Weißbach in ihrem Vortrag “Social meets SEO: Von Insights zu Impact im AI-Zeitalter” auf AllSocial Marketing Conference 2026. Quelle: Rising Media.

In ihrer Keynote „Social meets SEO“ zeigte Julia Weißbach auf der AllSocial Marketing Conference, wie stark Social Media und Suchmaschinenoptimierung heute bereits miteinander verzahnt sind und wie viel Potenzial noch in der Zusammenarbeit beider Disziplinen steckt. Mit viel Humor ließ sie dabei bewusst die klassische „Social Bubble“ platzen und machte deutlich, dass digitale Sichtbarkeit längst nicht mehr in getrennten Kanälen gedacht werden sollte. Stattdessen plädierte sie dafür, Silos aufzubrechen und Social- und SEO-Strategien besser miteinander zu verbinden.

Dazu hatte sie direkt konkrete Empfehlungen für die Praxis im Gepäck: Inhalte, die auf Social funktionieren, können Suchinteresse verstärken, während SEO-Daten wertvolle Impulse für Social-Content liefern. Wer beide Perspektiven zusammenführt, kann Reichweite und Sichtbarkeit deutlich nachhaltiger aufbauen. Die Botschaft: Die Zukunft des Online Marketings liegt weniger im Wettbewerb einzelner Disziplinen, sondern in ihrer intelligenten Zusammenarbeit.

Breaking the Silos!

KI, SEO, Performance Marketing und mehr: Social Media Marketing ist heute vielfältiger und anspruchsvoller denn je. Algorithmen und Feeds verändern sich rasant – und KI beschleunigt diese Dynamik zusätzlich. Das Bild auf AllSocial Marketing Conference in München war eindeutig. Marken können nur dann Schritt halten, wenn die einzelnen Marketingdisziplinen noch enger zusammenarbeiten.

Alex Schultz, CMO & VP, Analytics at Meta im Gespräch auf der AllSocial Marketing Conference 2026.
Alex Schultz, CMO & VP, Analytics at Meta im Gespräch auf der AllSocial Marketing Conference 2026. Quelle: Rising Media.

Beim Interview mit Alex Schultz stand dementsprechend als zentrale Botschaft im Mittelpunkt: Auch in einer Marketingwelt, die sich durch KI rasant verändert, bleiben die grundlegenden Prinzipien dieselben. Tools und Technologien entwickeln sich ständig weiter, doch nachhaltiges Wachstum basiert weiterhin auf sauberen Grundlagen, wie dem Fokus auf echten inkrementellen Effekt statt auf reine Post-Click-Korrelationen, sowie auf klugen strategischen Entscheidungen statt blindem Vertrauen in automatisierte Systeme.

KI kann die operative Umsetzung erleichtern und den „Floor“ an Qualität anheben, doch Wettbewerbsvorteile entstehen weiterhin durch bessere kreative Entscheidungen und durch einzigartige Daten, die Unternehmen in die Systeme einspeisen. Dies vom CMO von Meta zu hören, dürfte uns alle beruhigen, dass unsere Arbeit trotz AI noch gebraucht wird.

Das war unser Recap auf die AllSocial Marketing Conference in München. Sei beim nächsten mal auch dabei, wenn wieder die besten Speaker*innen aus der Social Media Welt auf der ASMC zusammenkommen!



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13 Social-Marketing-Aufgaben, die du in unter 30 Minuten erledigen kannst


Die Sonne kommt raus. Es wird Zeit für deinen Social-Media-Frühjahrsputz! Denn machen wir uns nichts vor: Unser Fokus liegt meistens nur auf dem Content, nicht aber auf dem ganzen Drumherum. Aber das ändern wir jetzt! Wir haben euch 13 Aufgaben aufgeschrieben, die ihr jetzt sofort und mit wenig Zeitaufwand umsetzen könnt:

  1. First Things first: Stimmen die Angaben im Info-Bereich deiner Profile noch? Gibt es Felder die du neu ausfüllen kannst?
  2. Hast du schon einmal über ein Update von Profilbild und Coverfoto nachgedacht?
  3. Entferne alle Administratoren von deinen Accounts und aus den Business-Managern, die dort nichts (mehr) zu suchen haben. Auch Fake-Accounts solltest du dringend entfernen. Und wenn du gerade dabei bist, überprüfe auch die Sicherheitseinstellungen für deinen Account.
  4. Verifiziere deinen Business-Manager, um die Accountsicherheit weiter zu erhöhen.
  5. Mache dir über den Einsatz von Nachrichten für Pages und Accounts Gedanken. Hast du eine Abwesenheitsnotiz und eine automatische Antwort für deine Accounts eingerichtet? Sind diese noch aktuell?
  6. Ist dein Konto oder Profil in der richtigen Kategorie gelistet, damit es schneller gefunden wird?
  7. Prüfe das Impressum deiner Facebook-Seite. Bei Facebook gibt es dafür ein eigenes Feld in den Einstellungen.
  8. Verbinde deine Facebook-Seite mit deinem Instagram-Konto, und verlinke auch Accounts auf anderen Netzwerken.
  9. Richte einen Call-to-Action Button für deine Accounts ein.
  10. Plane deine Social-Posts für die nächsten 7 Tage.

3 Bonus Aufgaben:

  1. Überlege dir, welches Unternehmensziel du in den nächsten sechs Monaten mit deiner Social-Media-Arbeit unterstützen möchtest.
  2. Überlege dir, wie viel Zeit du jede Woche für deine Social-Accounts einsetzen kannst. Vermerke dir diese als wiederkehrende Aufgabe im Kalender.
  3. Überlege dir, wie viel Budget (für Anzeigen und die Erstellung von Inhalten) du in den nächsten 6 Monaten für Social zur Verfügung hast. Stelle dir dafür einen groben Marketingplan auf.

Alles erledigt? Super! Dann kannst du dich jetzt für den Rest des Tages zurücklehnen!



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Feed und Fudder 78 – Content über den niemand spricht


Psst, wir wagen uns in die dunklen Ecken von Social Media. Klingt gruselig, ist aber ganz harmlos und doch wenig bekannt. Dark Social bezeichnet Plattformen und Funktionen, die wie soziale Netzwerke aufgebaut sind oder innerhalb von Social Plattformen, wie Gruppen, existieren, aber nicht öffentlich zugänglich sind.

Der Clou an Dark Social: die große Menge an User-Generated-Content! Nirgends reden die User*innen so frei und offen, wie in geschlossenen Räumen. Dark Social Kanäle sind zahlreich, denkt an Whatsapp-Chats, Facebook-Gruppen oder auch Bewertungen in Google Maps.

Viele Marken und Unternehmen haben das Potenzial von Dark Social noch gar nicht erkannt. Auch weil der Zugang natürlich nicht so leicht ist. Wir sprechen im Podcast, wie Marken das Potenzial von Dark Social nutzen können und welche Kanäle ihr nicht verpassen dürft!

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Mehr Informationen


Mehr zum Thema:

Die Macht des privaten Teilens: Warum Dark Social der nächste große Wettbewerbsvorteil ist

GEO für die KI-Suche – Erfolgsfaktor Social Media: Die besten Insights aus Blog und Podcast


Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 78 – Content über den niemand spricht

Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 78 – Content über den niemand spricht

Transkript

Nicola  

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed & Fudder mit Alex und mir, der Nici. Hallo Alex.

Alexander  

Hallo, herzlich willkommen. Darf ich die heutige Folge mit einem Sprichwort starten?

Nicola  

Ja, von mir aus, komm, hau raus.

Alexander  

Im Dunkeln ist gut munkeln.

Nicola  

Wow, aus welcher Kiste hast du das rausgeholt? Ich dachte, wir machen heute unsere Karma-Punkte, weil wir über Content reden, über den niemand spricht. Das sind unsere Karma-Punkte, dass man auch mal dem Content eine Chance gibt, über den eigentlich niemand sprechen möchte oder den niemand sieht.

Alexander  

Und teilweise haben diese Orte sogar einen Namen, deswegen auch mein Sprichwort. Da kommen wir gleich dazu, was das bedeutet: Dark Social.

Nicola  

Witzigerweise denke ich bei Dark Social immer an Darknet, so böse. Aber es ist gar nicht so böse, es wird heute nicht so böse.

Alexander  

Genau.

Nicola  

Und vielleicht darf ich ein Zitat einwerfen von Lara Daniel, die einen Gastbeitrag auf allsocial.de geschrieben hat, schon etwas länger her, über Dark Social. Schaut gerne nochmal nach, vielleicht verlinkst du das in den Shownotes. Sie ist Co-Founderin und CEO der Social-Media-Agentur Pulse Advertising.

Sie hat den Artikel damit begonnen, dass sie schreibt: Es ist eine unbequeme Wahrheit für alle, die im Social Media Marketing arbeiten. Der Großteil des Content-Sharings und der Gen Z findet an Orten statt, die nicht sichtbar sind. So, was heißt das eigentlich?

Alexander  

Ich würde sagen, wir trennen das. Wir reden zuerst über Content, der enorme Reichweite hat, aber von Marken nicht wahrgenommen wird, der an sichtbaren Orten stattfindet, wie Google Maps oder TripAdvisor. Und das Zweite sind diese Dark-Social-Geschichten. Die kann man schlichtweg nicht einsehen, weil sie nicht einsehbar sind, wie Direct Messages, private WhatsApp-Gruppen oder Facebook-Gruppen.

Nicola  

Das ist eine gute Idee. Eine meiner meistfrequentierten Apps ist Google Maps, bin ich ehrlich. Das ist echt traurig, aber ich liebe diese App. Ich schaue mir so gerne Orte an. Und wenn ich irgendwo hinfahre, recherchiere ich und markiere mir Orte. Ich schreibe Rezensionen und es ist unfassbar, welche Reichweiten man über Google-Rezensionen bekommen kann.

Es gibt so viele tolle Orte. Ich glaube, ich habe es schon mal erwähnt: In Heidelberg ist eine der berührendsten Sehenswürdigkeiten der Spongebob-Schwammkopf-Elektrokasten, wenn man reinfährt. Diese Rezensionen sind Content-Gold. Auch Stadien sind Content-Gold. Eine meiner Lieblingsrezensionen war bei der Allianz Arena: tolles Stadion, zu weit weg.

Alexander  

Ich habe leider den Namen der Stadt vergessen, aber es war eine Stadt in Baden-Württemberg. Die hatten mitten in der Stadt eine Baugrube. Dann ist das Geld ausgegangen oder man wusste nicht, was man damit macht. Irgendwann wurde das bekannt als „das Loch“ und hat hervorragende Bewertungen als Fünf-Sterne-Reiseziel bekommen, auf Google Maps oder TripAdvisor.

Nicola  

Ja, ich liebe es. Es gibt auch bei uns im Ort Markierungen von lustigen Locations. Die Insider wissen, was das ist. Es sind keine offiziellen Orte. Aber ich liebe Google-Rezensionen, sie machen unfassbar Freude. Ich lese sie auch gerne, einmal weil ich etwas wissen will, aber auch weil sie unterhaltsam sind. Das findet nicht so richtig in der Öffentlichkeit statt. Niemand spricht darüber.

Das sind die User unter sich. Es findet aus User-Sicht statt und sehr aktiv. Der Anteil an User-Generated-Content auf Google Maps, Rezensionsportalen, TripAdvisor, Kununu oder Arztbewertungsportalen ist extrem hoch. Aber in Marketingabteilungen denkt man nur in Plattformlogiken: Wie ist das Sentiment auf Facebook? Wie ist es auf TikTok? Aber mal zu schauen, wie stehen wir auf Google Maps da, daran denkt niemand.

Manche schon, gerade Local Stores. Wenn ich lokale Rezensionen schreibe und wieder in den Laden gehe, wurde ich schon angesprochen. Eine Ladenbesitzerin hat mir gedankt. Sie hat gesagt, das war wertvoll und hat ihrem kleinen Laden geholfen. Das ist total schön.  

Ich habe mal nachgeschaut: Ich mache das aus Spaß, nicht professionell, aber ich habe inzwischen 806 Rezensionsbeiträge. Da war ich selbst überrascht.

Alexander  

Krass, du bist ja voll die Google-Maps-Influencerin.

Nicola  

Und manche Beiträge haben unfassbare Reichweiten, gerade ältere. Ich habe inzwischen fast 500.000 Views in Google-Rezensionen. Und was ich mache, ist harmlos. Es gibt Leute, die machen das professionell und haben unfassbare Reichweiten. Gerade bei lokalen Locations mit schönen Bildern.  

Alexander  

Also alle Läden da draußen: Wenn ihr bisher keine Rezension von Nicola habt, strengt euch mal an.

Nicola  

Ich mache nur positive. Ich mache kein Bashing. Ich schreibe nur, wenn ich finde, dass es wirklich gut ist und sie es verdient haben.  

Es ist erstaunlich. 1000 Views auf einen Beitrag sind nicht selten. Und seien wir ehrlich: Wenn du Instagram machst, ist es als Privatperson schwer, Views zu bekommen. Und das sind Evergreens. Wenn sie einmal drin sind, werden sie immer wieder gesehen.  

Ich hatte bei einem Restaurant in Heidelberg 7500 Views, der Beitrag ist zwei Jahre alt. Es ist erstaunlich, wie viel Reichweite da entsteht. Google Maps ist für mich Content, über den niemand spricht, der aber wirklich Reichweite bringt, unterhaltsam ist und sich lohnt.

Alexander

Sie sind auch manchmal total amüsant. Ich finde es lustig, wenn Leute sich beschweren, weil sie etwas völlig anderes erwartet haben. Zum Beispiel gehen sie in ein Fitnessstudio und erwarten einen Supermarkt.

Nicola

Oder wirklich Stadien. Schaut euch Stadionrezensionen an. Da steht dann: schönes Stadion, gute Stimmung, aber nicht mein Verein, nur ein Stern. Leute, echt jetzt? Das geht nicht.

Alexander

Aber du hast gerade etwas Entscheidendes gesagt: Die Ladenbesitzerin hat sich bei dir bedankt. Die Awareness ist ganz unten, aber die meisten Ladenbesitzer sind keine Marketingexperten. Trotzdem ist ihnen bewusst, wie wichtig das ist.

Nicola

Weil sie den direkten Effekt sehen. Für sie ist es wertvoll.

Alexander

Wir kommen gleich zu Dark Social. Aber es ist interessant, dass im professionellen Marketing das kaum jemand auf dem Schirm ist. Man kann es nicht direkt kontrollieren, man kann keinen Google-Maps-Account wie einen Facebook-Account anlegen. Aber man kann extrem viele Learnings daraus ziehen: Wie entsteht User-Generated-Content? Welchen Humor hat die Zielgruppe? Welche Gefühle? Welche Vorerfahrungen?

Nicola

Darf ich reingrätschen? Das stimmt nicht ganz. Es gibt Unternehmensaccounts. Wenn ich eine Rezension schreibe, kann das Unternehmen antworten. Jedes Hotel macht das. Gute Restaurants, gute Hotels, engagierte Menschen sagen auch: Wenn es dir gefallen hat, kannst du uns auf Google bewerten. Wenn man das charmant macht, mache ich das auch.

Und es gibt Branchen, da ist das ein volles Business-Ding, gerade im Tourismus. Da hätte ich auch noch ein Beispiel für Content, über den niemand spricht.

In anderen Branchen ist es schwierig. Wenn ich ein großes Pharmaunternehmen bin, sind Rezensionen extrem aktuellkeitsgebunden. Da ist es schwierig. Aber im Tourismus bietet es sich extrem an, da wirklich dahinter zu sein.

Zum Thema Content, über den niemand spricht: Webcams. Webcams von Städten, Webcams in Bergdestinationen. Ich liebe Webcams. Kennst du das? Zum Beispiel Bergfex. Ich will Schneehöhen sehen, gehe ins Skigebiet und schaue mir die Webcam an. Das ist Content, der da ist.

Früher gab es diese Panorama-TV-Sender, wo du morgens das Wetter aus jedem Skigebiet gesehen hast. Und manchmal entstehen aus Webcam-Material Geschichten. Wenn es krass schneit oder etwas passiert, kann man das als Content nutzen.

Alexander

Oder wenn man Sentimentanalysen machen will: YouTube-Kommentare sind extrem unterschätzt. Die Leute sind dort unglaublich aktiv. Ich sehe nirgendwo so viele Kommentare wie auf YouTube. Die Bereitschaft zu kommentieren, ist dort extrem hoch.

Nicola

Ja, und auch da: Webcams sind vielleicht ein Nerd-Thema, aber spannend für Destinationen. Da gibt es viel Content. Die streamen 24 Stunden. Ein Skigebiet hat acht oder zehn verschiedene Webcam-Perspektiven. Das ist Content, der immer da ist. Manchmal langweilig, aber die Frage ist: Was machst du daraus? Und es gibt viele Leute, die sich das anschauen.

Alexander

Jetzt mal etwas Ernstes. Bisher war es humorvoll, aber einer spricht über diesen Content: die KI. Noch ist es eine Anekdote, diese User-Generated-Kommentare auf Google Maps. Aber KI-Modelle, die das ganze Internet abgrasen, suchen immer mehr Informationen. Reddit geht in eine ähnliche Richtung. Und du siehst in KI-Antworten immer mehr solche Quellen: Reddit, Google Maps, solche Dinge werden zitiert.

Die Relevanz von diesem Nicht-Content-Content wird durch KI steigen, weil die Modelle nach neuen Trainingsdaten suchen.

Nicola

Ja, und abgesehen davon gehe ich davon aus, dass Gemini Plattformen wie ChatGPT stark vom Markt fegen wird, weil Google seine eigenen Daten nutzt. Google hat alle Google-Rezensionen. Diese Trainingsdaten sind Google-Daten.

Wenn man nur bei Google-Rezensionen bleibt: Das wird mega spannend. Da bin ich voll bei dir. Das kann ein Meinungsbild verändern.

Aber auch Amazon-Bewertungen. Unfassbar viel Content.

Und eine Nische, die es rausgeschafft hat: eBay Kleinanzeigen. Der Content dort ist ein Running Gag, wie früher die Twitter-Perlen. Das hat es geschafft, aus Nicht-Content neuen Content zu machen. Und es ist unfassbar unterhaltsam.

Alexander

Mittlerweile werden auch oft Memes im eBay‑Kleinanzeigen‑Stil produziert, als Grafik oder ähnliches.

Nicola

Ja, es ist ein eigenes Genre. Rezensionen und eBay‑Kleinanzeigen haben es wirklich geschafft, aus Nicht‑Content Content zu machen.

Aber der Schwenk zur Dunkelheit, wobei dunkel… ich finde auch das Thema Direct Messaging spannend. Jetzt gehen wir mal kurz ins Private. Es ist unglaublich, wie viel Content in WhatsApp‑Gruppen geteilt, geschrieben und produziert wird. Das ist unfassbar viel.

Es schafft es natürlich nur bedingt aus dieser Bubble raus. Soll es vielleicht auch gar nicht. Es soll in dieser Bubble bleiben.

Ein Beispiel: Ich bin in einer lokalen Ortsgruppe. Da ist jeden Tag so viel Engagement, weil es sehr spezifisch ist. Nur Menschen aus diesem Ort. Da war letztes Jahr eine Mondfinsternis. Ohne Aufforderung teilen die Leute Bilder aus ihrer Perspektive und so viele reagieren darauf. Da dachte ich mir: Was für ein Potenzial da drin steckt. Unfassbar.

Alexander

Genau. Dark Social ist ein Begriff aus dem Marketing, der genau das beschreibt. Wie kann eine Marke herausfinden, wie in diesen Bereichen über sie gesprochen wird? Und was kann sie tun, um positiv wahrgenommen zu werden?

Das erste ist verdammt schwer. Ich weiß nicht, wie man als Marke in so eine Dorfgruppe reinkommt. Und es kommt oft nicht gut an. Ich kenne das aus Facebook‑Gruppen. Ich liebe Facebook‑Gruppen. Da gibt es alles: Kochen, Hobbys, historische Bilder von Mannheim. Ich bin überall drin.

Marken versuchen oft reinzukommen und posten dann Promocodes. Das wird meistens von Admins unterbunden und kommt bei Usern nicht gut an. Diese Gruppen eignen sich nicht gut für plumpes Marketing.

Nicola

Ich glaube, da verprellt man sich eher.

Alexander

Was man aber machen kann: Auf den eigenen Profilen Inhalte erstellen, die zum Teilen einladen. Rabattcodes, die man tracken kann. Dann sieht man, wie oft etwas geteilt wurde, wie oft es sichtbar geteilt wurde und ob es funktioniert.

Um in Dark Social zu punkten, brauchst du Inhalte, die geteilt werden wollen.

Nicola

Spannend ist auch: Was sind das für Gruppen? Interessengruppen oder lokale Gruppen? Im Lokalen geht es eher. In meiner Ortsgruppe gibt es Unterbereiche wie Ankündigungen oder Einkaufen. Da können lokale Geschäfte posten, was es zum Mittagstisch gibt oder dass zur Kerwe verkaufsoffener Sonntag ist. Das ist okay, weil es in den Rahmen passt.

Man muss schauen: Welche Optionen gibt es? Gibt es Unterrubriken, in denen Werbung akzeptiert ist? Neueröffnungen funktionieren gut. Für den lokalen Markt ist das super.

Unangenehm wird es, wenn es random ist. Wenn die Leute das Gefühl haben: Das ist eine private Gruppe, wir unterhalten uns hier gut, und jetzt kommt eine Brand rein. Da sind die Leute sensibel.

Ich würde es nicht ausschließen, aber man muss prüfen: Habe ich Relevanz und Berechtigung? Oder bin ich Initiator der Gruppe?

In Tirol habe ich erlebt, dass Tourismusvereine Gruppen gegründet haben. Sie sind eher Hosts. Sie posten wenig, bieten aber die Plattform. Die Leute unterhalten sich, teilen Bilder, reagieren auf Wetter. Das funktioniert.

Alexander

Es hält dich ja nichts davon ab, selbst aktiv zu werden und eine Gruppe zu gründen. Oder einen WhatsApp‑Channel oder einen Instagram‑Broadcast‑Channel.

Nicola

Genau. Da gibt es viele Möglichkeiten. Interessant ist: Wo bin ich unterwegs und wo bringt es mir etwas? Und dieses Sharing: Instagram bewertet inzwischen Saves und Shares höher, weil genau das passiert. Ich sehe etwas, mache einen Screenshot und teile es. Das ist mega wertvoll. Und ich teile es meistens nicht öffentlich, sondern privat. Für Brands ist das extrem wertvoll.

Lara hat in ihrem Artikel erwähnt, dass häufiger über private als über öffentliche Kanäle geteilt wird. Das überrascht nicht, weil wir Social nicht mehr so privat nutzen. Studien zeigen: 63 Prozent teilen eher privat, 20 Prozent ausschließlich über Dark Social.

Das ist sehr relevant. Und Empfehlungsmarketing ist da riesig. Wenn ich dir privat etwas empfehle, hast du kaum Streuverluste.

Alexander

Das ist natürlich die Königsdisziplin: Empfehlungsmarketing.

Nicola

Genau. Und ich glaube, es lohnt sich für euch da draußen, je nachdem ob ihr auf Agenturseite oder Brandseite arbeitet, diesen Dark‑Social‑Bereich einmal bewusst anzuschauen und in diese Richtung zu brainstormen. Reddit ist da natürlich ein großes Thema, war es schon immer.

Alleine Social Listening zu machen und sich anzuschauen, wie die Stimmung ist, würde helfen, Angebote zu schaffen oder einzuschätzen, wie die Brand wahrgenommen wird, wenn sie überhaupt wahrgenommen wird. Das muss man ja auch dazu sagen, wenn es Sinn macht.

Alexander

Deswegen: Macht Content, der gut teilbar ist. Und natürlich auch die Produktqualität. Du musst halten, was du versprichst. Wenn du ein schlechtes Produkt hast, wird das auch geteilt. Dann wird schlecht über dich gesprochen.

Nicola

Aber Teilbarkeit kann ja unterschiedlich sein. Shareability im privaten Umfeld ist nochmal spezieller. Die Frage ist: Wie ist der Content gemacht? Ist das ein Design, das eher dafür geeignet ist, privat geteilt zu werden? Dann müssen andere Komponenten drauf sein.

Alexander

Genau. Du musst Content so erstellen, dass er die Leute animiert, ihn in Gruppen zu teilen. Zum Beispiel: jemand findet ein richtig gutes Angebot und teilt es.

Nicola

Ja, das ist spezieller. Da kann man eine eigene Folge draus machen: shareable Content. Es ist ein Unterschied, ob ein Post öffentlich geteilt werden soll oder ob er privat geteilt wird.

Der Klassiker: Neueröffnung. Oder ein Musikfest. Das würde ich niemals auf Instagram teilen, aber in WhatsApp schon. Das sind diese Mini‑Poster, die als Kachel funktionieren. Privat teile ich das, öffentlich nicht.

Alexander

Schade, dass ich nicht im selben Dorf bin. Ich würde gerne wissen, wann bei euch das Musikfest ist.

Nicola

Kann ich dir über WhatsApp schicken. Aber genau das meine ich: Das Design ist privat tauglich, aber nicht für Instagram. Ihr könnt uns ja gerne schreiben, wie wichtig euch das Thema Dark Social ist. Ich finde, das ist ein Gedanke wert.

Alexander

Oder habt ihr jetzt zum ersten Mal in dieser Folge von Dark Social gehört? Ich bin gespannt auf das Feedback. Überlegt euch, das in die Marketingstrategie aufzunehmen. Und dann können wir über shareable Content reden.

Nicola

Auf der AllSocial Marketing Conference wird es auch Themen zu Reddit geben. Das streift das Thema, weil Reddit und KI gerade sehr präsent sind. Ich persönlich finde diese nischigen Sachen spannend: Webcams, Rezensionen, WhatsApp‑Gruppen. Da steckt so viel Potenzial drin. Es ist nicht einfach, eine clevere Strategie zu haben. Manchmal macht es keinen Sinn, aktiv zu werden. Aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, Social Listening zu betreiben und zu schauen, was es da gibt und wie es stattfindet. Vielleicht gibt es Content, den man anders nutzen kann.

Alexander

Social Listening ist nie verkehrt.

Nicola

Ich glaube, wir bleiben da mal dran. Oder, Alex?

Alexander

So oder so ja nicht, nein.

Nicola

Wir sind ja alle Voyeuristen. Daher ist es okay. Wir sneaken überall rein und gucken. Das befriedigt unseren voyeuristischen Drang.

Alexander

Du schaust ja eigentlich nach, wie über dich auf Social Media gesprochen wird. Aber Social Listening heißt ja eigentlich hören.

Nicola

Ja, du hast recht, das ist eigentlich nicht korrekt.

Alexander

Ich werde es verkraften. Macht es gut.

Nicola

In dem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche. Schau doch mal nach, was über dich im Social gesprochen wird. Vielleicht gibt es ja auch ein paar Gruppen. In die Ortsgruppe darfst du leider nicht rein, weil du weder aus dem Ort kommst noch dort wohnst. Sorry, it’s a closed community. Es bleibt ein dunkler Fleck in deiner Content‑Landschaft. Wir hören uns. Ciao.



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Meta-Ads in Österreich und Italien werden teurer


Wie viel kosten eigentlich Anzeigen bei Meta? Anders als zum Beispiel beim Kauf eines Autos oder einer Marmelade, lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten, da die Anzeigenplätze auf Facebook, Instagram und Threads keine Festpreise haben, sondern in einem komplizierten Auktionsverfahren vergeben werden. Das Ganze ist also höchst intransparent.

Umso überraschender ist es da, dass Meta heute eine Nachricht an alle Werbetreibenden sendet, dass die Anzeigenpreise sich in Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, der Türkei und dem Vereinigten Königreich erhöhen werden:

Worum geht es?

Digitale Geschäftsmodelle lassen sich auf Grund ihrer multinationalen Aufstellung bisher nur schwierig besteuern. Bereits seit 2019 versuchen deshalb die EU, aber auch die OSZE Regeln und Mechanismen zu finden, die hier greifen könnten. Bisher erfolglos. Deshalb haben einige Staaten begonnen, ihre eigenen „Digital Service Taxes“ (DST) zu implementieren. Darunter fallen auch die oben genannten.

Die Idee ist: Globale Digitalunternehmen wie Meta, aber auch Google und Amazon sollen ihre Gewinne aus digitalen Geschäftsmodellen in dem Land versteuern, in dem diese gemacht werden.

Hört sich gut und fair an.

Was macht nun aber Meta? Dort gibt man die Steuer 1:1 als Aufschlag an den Werbetreibenden weiter. Statt Meta zu besteuern, trifft das Ganze jetzt also den Werbetreibenden. Sicherlich nicht illegal, aber aber halt auch nicht so, wie geplant. Wer das Verhalten von Meta in den letzten Jahren verfolgt hat, hat aber fast auch nichts anderes erwartet. Amazon macht es übrigens genau so.

Wie wird das umgesetzt?

Meta nennt diese Umlage auf den Werbetreibenden „Location Fee“. Zahlen müssen alle Werbetreibenden, die in den oben genannten Zielländern werben. Unabhängig davon, wo der Werbetreibende seinen Sitz hat. Wenn ihr als deutsches Unternehmen eure Produkte also auch in Österreich und Südtirol bewerbt, seid ihr von dieser „Location Fee“ betroffen.

Meta selbst hat dazu ein Beispiel veröffentlicht:

If you deliver $100 in ads to Italy, where there is a 3% location fee, you will be charged $100 (ad delivery), plus $3 (location fee), for $103 total. Note that any applicable VAT will be calculated on top of the total amount.

Für viele deutsche Unternehmen ist das kein Randthema. Wer Kampagnen in mehreren europäischen Märkten ausspielt, muss damit rechnen, dass sich CPMs und CPCs regional stärker auseinanderentwickeln.

Achtung im Reporting

Der Aufschlag bei Meta tritt zum 1. Juli in Kraft. Das heißt, spätestens beim Reporting Ende Juli solltet ihr diesen Preissprung um zum Beispiel 5 % in Österreich im Blick haben und vielleicht auch entsprechend kenntlich machen. Je nachdem, wie knapp eure Margen sind, lohnt es sich dann auch noch einmal konkret, darüber nachzudenken, wie die Budgets in Zukunft verteilt werden und ob andere (neue) Märkte vielleicht für euch interessanter sein könnten.

Und was ist mit Deutschland?

In Deutschland hofft man, dass es zu einem globalen OSZE-Beschluss zu einer Mindestbesteuerung von Digitalunternehmen kommt, und hat deshalb noch keine eigenen Steuern eingeführt. Trotzdem kommt das Thema immer mal wieder als Forderung der CDU aber auch der Linken im Bundestag auf die Tagesordnung. Zuletzt hatte Bundestagspräsidentin Glöckner vor einer Woche für eine Digitalsteuer in Höhe von 10 % geworben. Konkrete Gesetzesentwürfe und Beschlussvorlagen gibt es aber noch nicht.



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