Digital Business & Startups
+++ Kandou AI +++ Upvest +++ Dash0 +++ Entrix +++ PAVE Space +++ Eversports +++ RIVR +++ Tractive +++
Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#StartupTicker – Was zuletzt wirklich wichtig war!
STARTUP-RADAR
Brandneu
+++ In den vergangenen Tagen haben wir folgende Startups vorgestellt: conmeet, Ionic Wind, STARQstrom, enermaind, Twentyfour Industries, Porters, meda, Qontext, ailloy.io, codyco.ai., Ansehn, Soneo, DIONYS, bitsurance, One100, nurdu, DynamoBot, B3ST Accounting, tasty petfood, Ava, Ontoworks, Heimstatt, simmetry.ai, bluvero, SEADS, freshew, The Ocean Package, Mounti, Clever Sole und Meliodays Medical. Mehr im Startup-Radar
Newsletter
+++ Im Startup-Radar-Newsletter, unserem kostenpflichtigen Newsletter, berichten wir über diese Startups: N9 Robotics, respio, Silvernova, Tower, Lernly, Another Earth, datin, Kipti, Neuramancer, Fyrce Care, SkyLANX, Spree Monitoring, revotail, easy pisy, Comena, Famulor, Qodia, NeoBid, Tutel, therafair, 3tag, pace club, Fracto, maiasa, syntaccx, eternal.ag, ZeroWait, iknowly, copany und Placed. 30 Tage kostenlos testen
INVESTMENTS
Kandou AI
+++ Der amerikanische Halbleiter-Investor Maverick Silicon, SoftBank, Synopsys, Cadence und Alchip investieren 225 Millionen US-Dollar in Kandou AI. Mehr über Kandou AI
Upvest
+++ Sapphire Ventures, Tencent, Bessemer Venture Partners und BlackRock investieren 125 Millionen US-Dollar (Fremd- und Eigenkapital) in Upvest. Mehr über Upvest
Dash0
+++ Balderton Capital, DTCP Growth, Accel, Cherry Ventures, DIG Ventures, July Fund und T.Capital investieren 110 Millionen US-Dollar in Dash0. Mehr über Dash0
Entrix
+++ Die französische Großbank BNP Paribas (Solar Impulse Venture Fund), der Versicherungskonzern Allianz, der belgische Junction Growth Investors, der belgische Geldgeber Korys (Colruyt Family Office), der Berliner Venture Capitalist AENU, das Berliner Unicorn Enpal, der Hamburger Investor Abacon Capital und die Arvantis Group aus München investieren 43 Millionen Euro in Entrix. Mehr über Entrix
PAVE Space
+++ Der Berliner Investor Visionaries Club, Creandum aus Schweden, Lombard Odier Investment Managers (Genf), Atlantic Labs, Sistafund, b2venture, ACE Investment Partners, Ilavaska Vuillermoz Capital, Pareto und Motier Ventures investieren 40 Millionen US-Dollar (Seed-Investment) in PAVE Space. Mehr über PAVE Space
Interloom
+++ Der englische Investor DN Capital, UiPath-Investor Bek Ventures (früher Earlybird Digital East Fund) und Altinvestor Air Street Capital investieren 16,5 Millionen US-Dollar in Interloom. Mehr über Interloom
Rivia
+++ Der Berliner Geldgeber Earlybird Venture Capital, Defiant aus London, Speedinvest, Amino Collective und Nina Capital investieren 15 Millionen US-Dollar in Rivia. Mehr über Rivia
Kewazo
+++ Schooner Capital, Chevron Technology Ventures, Asahi Kasei, Benson Capital, Mana Ventures, Gaingels, Atlas Ventures, True Ventures und Cybernetix Ventures investieren eine zweistellige Millionensumme (vermutlich 15 Millionen US-Dollar) in Kewazo. Mehr über Kewazo
WeSort.AI
+++ Der niederländische Investor Infinity Recycling, der Berliner Geldgeber Green Generation Fund (GGF), vent.io und SPRIND investieren 10 Millionen Euro in WeSort.AI. Mehr über WeSort.AI
Wellster HealthTech
+++ Der britische Growth Debt-Geldgeber Claret Capital investiert erneut in Wellster HealthTech. „Insgesamt wurde die bestehende Finanzierungslinie mit Claret Capital Partners auf 10 Millionen Euro erweitert“, teilt das Unternehmen mit. Mehr über Wellster Healthtech
Cellbricks
+++ Der englische Investor Silicon Roundabout Ventures (SRV), SPRIND, ACT Venture Partners und weitere Geldgeber investieren 10 Millionen Euro in Cellbricks Therapeutics. Mehr über Cellbricks
blue activity
+++ Wind Capital (Paris), Venture Stars (München) und Angel Invest (Berlin) investieren 8,5 Millionen Euro in blue activity. Mehr über blue activity
eternal.ag
+++ Der Düsseldorfer Early-Stage-Investor Simon Capital, Oyster Bay Venture Capital, EquityPitcher Ventures und Backbone Ventures investieren 8 Millionen Euro in eternal.ag. Mehr über eternal.ag
Tower
+++ Der Londoner Investor DIG Ventures, der Wiener Investor Speedinvest, Flyer One Ventures, Roosh Ventures, Celero Ventures, Angel Invest sowie Business Angels wie Jordan Tigani, Olivier Pomel, Ben Liebald und Maik Taro Wehmeyer investieren 6,4 Millionen US-Dollar in Tower. Mehr über Tower
Logistikbude
+++ Der Kölner Investor Capnamic Ventures, der Supply Chain-Investor Moguntia Capital und Altinvestoren wie Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds (FTTF), Rethink Ventures, XPRESS Ventures sowie Golzern investieren 5 Millionen Euro in Logistikbude. Mehr über Logistikbude
pace club
+++ Vorwerk Ventures und ESN-Gründer Benjamin Burkhardt investieren 5 Millionen Euro in pace club. Mehr über pace club
sequestra
+++ Die Dr. Rudolf Fries Familien-Privatstiftung investiert über die VSE Beteiligungs-GmbH in sequestra. „Gemeinsam mit bestehenden Förderungen von FFG und aws stehen dem Unternehmen damit rund 5 Millionen Euro zur Verfügung“, heißt es in einer Presseaussendung. Mehr über sequestra
Incirt
+++ Der finnische Early Stage-Investor Lifeline Ventures und Altinvestor High Tech Gründerfonds (HTGF) investieren 4,8 Millionen Euro in Incirt. Mehr über Incirt
Level Nine
+++ Der Berliner Investor Visionaries Tomorrow, Zero Carbon Capital, Rockstart, IBB Ventures und das Angel-Investoren-Netzwerk better ventures investieren 4 Millionen Euro in Level Nine. Mehr über Level Nine
Bounti
+++ Der französische Frühphasen-Investor Ventech, IBB Ventures, Robin Capital, Common Magic und Business Angels wie Paul Forster, Koen Bok und Jorn van Dijk investieren 4 Millionen Euro in Bounti. Mehr über Bounti
MERGERS & ACQUISITIONS
Eversports – MATCHi
+++ Das 2013 gegründeten Wiener Unternehmen Eversports, eine Softwareplattform für Boutique-Fitnessstudios und Betreiber von Sportanlagen, und der 2012 gegründete schwedische Wettbewerber MATCHi Group schließen sich zusammen. Mehr über Eversports
Amazon – RIVR
+++ Der amerikanische Versandriese Amazon übernimmt das 2023 gegründete Schweizer Robotik-Startup RIVR, das vierbeinige Maschinen für Zustellungen bis an die Haustür entwickelt. Mehr über RIVR
Berentzen – JUMA
+++ Die Berentzen-Gruppe übernimmt über ihre Tochter Vivaris den Functional Drink JUMA. Mehr über JUMA
Bending Spoons – Tractive
+++ Die italienische Softwarefirma Bending Spoons, zu der Evernote, Meetup und WeTransfer gehören, übernimmt das erfolgreiche österreichische Haustier-Tracking-Grownup Tractive. Mehr über Tractive
myneva Group – GETECO
+++ Die Essener myneva Group, ein Softwareanbieter für den sozialen Sektor, übernimmt das Unternehmen GETECO, eine 1998 gegründete Softwarelösungen für soziale Einrichtungen. Mehr über myneva
VENTURE CAPITAL
Operator Circle
+++ Mehr als 35 Gründer:innen sowie „C-Level-Exekutives“ starten mit Operator Circle einen DeepTech-Investor für Startups (DACH-Region) in der Wachstumsphase. Mehr über Operator Circle
OFFLINE
FarmInsect
+++ Pleite! Das Münchner AgriTech FarmInsect ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Alexander Zarzitzky bestellt. Mehr über FarmInsect
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
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Mein Freund hat mit mir Schluss gemacht – damit er mehr arbeiten kann
Unter den eher unerwarteten Folgen des KI-Wettlaufs ist eine neue Trennungsfloskel aufgetaucht: Es liegt nicht an dir, sondern an meinem Startup.
Lee Beckman, 30, Gründer eines Edtech-Startups, führte etwa fünf Monate lang eine Fernbeziehung mit seiner Freundin, als ihm klar wurde, dass ihn der Aufbau seines Unternehmens so sehr auslaugte, dass ihm kaum noch Energie für die Beziehung blieb. Wenn er sie abends anrief, sei sein Kopf „so voll mit Informationen und dem Versuch, so viele Dinge gleichzeitig zu erledigen“, dass „kein Platz mehr im Gehirn übrig war“.
„Ich habe gemerkt, dass ich mich für meine mentale Gesundheit auf sie verlassen habe – und das fand ich nicht fair“, sagt Beckman.
Die panische Angst vor der dauerhaften Unterschicht
Auch Archish Arun, 21, war rund sechs Monate mit seiner Freundin zusammen, als er beschloss, Stanford abzubrechen und Vollzeit an seinem von Y Combinator geförderten Video-Produktions-Startup zu arbeiten. Er geriet so stark in das rasante Tempo eines Frühphasen-Startups, dass er ungeduldig wurde, wenn sie Zeit brauchte, um einen Streit zu verarbeiten – er wollte eine Lösung so schnell wie einen Bugfix. Das Leben im Startup-Takt habe „viele unserer Probleme viel schneller an die Oberfläche gebracht“, sagt er.
Das ist auch mir passiert. Wie viele junge Gründer ist mein Ex-Freund überzeugt, dass in den kommenden Jahren die Gewinne des KI-Booms an diejenigen gehen werden, die jetzt darauf aufspringen – während der Rest von uns in einer dauerhaften Unterschicht feststeckt. Wir waren neun Monate zusammen, als er mir sagte, dass er nach San Francisco ziehen werde, um Fellow bei Andreessen Horowitz zu werden und sein Medien-Startup zu skalieren – und dass er dafür unsere Beziehung in New York beenden müsse.
Der ständige KI-Druck, etwas aufzubauen
„Ich habe das Gefühl, ich schulde es mir selbst, diesem Traum nachzugehen, den ich seit meiner Kindheit habe“, sagte er. „Und wenn wir zusammenbleiben, werde ich jede freie Minute damit verbringen, zu versuchen, nach New York zurückzukommen, um dich zu sehen.“
Autsch. Mich traf vor allem das Gefühl völliger Kontrolllosigkeit. Ich entwickelte eine einseitige, fast parasoziale Abneigung gegen Marc Andreessen, von dem ich das Gefühl hatte, er habe mir meinen Freund gestohlen, ohne es überhaupt zu versuchen. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich damit nicht allein bin.
Dating, ohnehin schon chaotisch für karriereorientierte Menschen in ihren Zwanzigern, ist aus den Fugen geraten. Die Diagnosen sind vielfältig: Swipe-Kultur, Ghosting, eine wachsende Einsamkeitskrise, die zunehmende politische Kluft zwischen Männern und Frauen, wirtschaftliche Unsicherheit, die Menschen dazu bringt, Heirat hinauszuzögern. Und für eine bestimmte Gruppe kommt heute ein weiterer, besonders heikler Faktor hinzu: der Druck, etwas aufzubauen.
Lieber aufs Startup konzentrieren, statt auf die Beziehung
Angelockt von den Versprechen der Künstlichen Intelligenz schotten sich viele junge Gründer zunehmend von ihrem sozialen Leben ab. Im vergangenen Jahr sagte ein General Partner von Y Combinator der New York Times, das Durchschnittsalter der Teilnehmer liege inzwischen bei 24 Jahren – nach 30 im Jahr 2022. Die Gründer, mit denen ich für diese Geschichte gesprochen habe, betonten, dass sie gute Partner sein wollen. Doch zwischen den ohnehin schon enormen Anforderungen eines Frühphasen-Startups und dem „Jetzt-oder-nie“-Druck des KI-Booms haben viele ihre bestehenden Beziehungen aufgegeben, um sich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Ihre Ex-Partner wollten sich dazu nicht äußern.
Wenn ein junger Gründer „eine Beziehung führen will, muss er sie mit derselben Zielstrebigkeit behandeln wie sein Unternehmen – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er dazu nicht in der Lage ist“, sagt Amy Andersen, Dating-Coach aus dem Silicon Valley. Unter ihren Gründer-Klienten seien diejenigen, die bereit für eine ernsthafte Beziehung sind, meist Mitte bis Ende 30. „Mitte 20 eher nicht“, sagt sie.
Ich frage Andersen, was sie einem 26-jährigen Gründer raten würde, der darüber nachdenkt, eine gesunde Beziehung zu beenden, um sich auf den Aufbau seines Startups zu konzentrieren. Ich erwähne nicht, dass dieses hypothetische Szenario meine eigene Realität war.
„Ich halte das für eine gute Idee, weil er auf sich selbst hört und sehr ehrlich einschätzt, was er leisten kann“, sagt Andersen. „Wenn er sich für die Beziehung entscheiden würde, hätte er am Ende wahrscheinlich Reuegefühle. Und irgendwann würden die Frustration und die Realität, dass es schwer ist, beides unter einen Hut zu bekommen, an die Oberfläche kommen.“ Hart.
Ein Grund, warum es so schwierig ist, mit einem jungen Gründer zusammen zu sein, liegt darin, wie eng ihr Startup mit ihrer Identität verknüpft ist, sagt Yariv Ganor, ein Startup-Psychologe, der häufig mit Gründern in Beziehungen arbeitet. „Der Partner muss in gewisser Weise akzeptieren, dass das Startup Priorität hat. Das Startup ist oft eine Erweiterung der Gründerperson – viele sehen es als eine Art Verkörperung ihrer selbst“, sagt Ganor.
Für viele junge Gründer rückt Dating hinter den Aufbau ihres Startups zurück – weil es sich für sie schlicht unverantwortlich anfühlt, finanziell und emotional in etwas anderes zu investieren als in ihr Unternehmen.
„Ich investiere so viel und verbrenne jeden Monat so viel Geld mit meinem Business. Da wirkt es einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll, zusätzlich ins Dating zu investieren“, sagt Beckman. Seit der Trennung von seiner Freundin im Jahr 2024 sei er auf gerade einmal zwei Dates gewesen. Mein Ex hat mir etwas Ähnliches gesagt: Er wolle in San Francisco erst einmal ein fast mönchisches, enthaltsames Leben führen.
Der „Hackathon-Ansatz“ beim Dating
Einige Gründer, die daten, haben gleichzeitig unrealistisch hohe Erwartungen daran, wie leicht sich der perfekte Partner finden lässt. Max Marchione, 25, Gründer des Longevity-Startups und Peptid-Anbieters Superpower, sagte mir, er würde einer Frau eine einwöchige „Probezeit“ geben – und in dieser Zeit prüfen, ob er sich ein Leben für immer mit ihr vorstellen kann.
„Es gab eine Phase, in der ich strikt gesagt habe: ‚Ich gehe gar keine Beziehung ein.‘ Jetzt ist es eher so: Wenn ich denke, dass ich jemanden vielleicht heiraten könnte, teste ich das eine Woche lang – und treffe danach eine Entscheidung“, sagt Marchione.
Andersen sagt, sie habe diesen „Hackathon-Ansatz“ beim Dating schon bei mehreren Gründern beobachtet. „Sie sind es gewohnt, voll reinzugehen, mit maximalem Einsatz zu testen, ob etwas funktioniert“, sagt sie. „Genau diese Mentalität hat ihnen wahrscheinlich auch zum Erfolg im Job verholfen.“ Sie hält sieben Tage allerdings für zu kurz, um jemanden wirklich kennenzulernen – hat aber auch mit Gründern gearbeitet, die innerhalb von zwei bis vier Wochen die Liebe gefunden haben.
Gründern fehle oft die emotionale Intelligenz, die Frauen suchen, die grundsätzlich offen dafür sind, sie zu daten, sagt Andersen. „Sie suchen jemanden, der die Balance zwischen IQ und EQ mitbringt. Und genau dieser EQ ist im Silicon Valley etwas schwerer zu finden“, sagt sie. Für viele Gründer sei „Kommunikation wahrscheinlich die am meisten unterschätzte Fähigkeit“.
Seine Ex-Freundin habe nicht zu ihm gepasst, weil sie „zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Tag“ braucht
Um mit einem Early-Stage-Gründer eine Beziehung zu führen, braucht es einen bestimmten Typ Mensch. Dmitri Mirakyan, 31, sagt, seine Ex-Freundin habe nicht zu ihm gepasst, weil sie „zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Tag“ gebraucht habe. Das sei „extrem schwer gewesen“, da er einen 9-to-5-Job hatte und parallel sein Startup Creed aufbaute, das sich selbst als „erste KI mit christlichen Werten“ bezeichnet.
Ganor sagt, am besten kämen Gründer mit Menschen zurecht, die „geben – also in Beziehungen viel einbringen, ohne ständig etwas im Gegenzug zu erwarten“.
Mirakyans aktuelle Freundin scheint genau so jemand zu sein. Sie spürt, was er braucht. Er erzählt, dass er vor einigen Monaten während der Hochzeitszeremonie eines Freundes in Indien in Panik geriet, weil es ein Problem mit seiner App gab.
Warum ich keine Gründer mehr date
„Eine völlig nachvollziehbare Reaktion wäre gewesen: ‚Du bist auf der Hochzeit meiner Freunde, du blamierst mich – was machst du da?‘ Das ist schon die zweite Hochzeit dieses Jahr, bei der ich meinen Laptop rausholen musste“, sagt Mirakyan. „Ich war sichtbar gestresst und am Handy – und statt genervt zu sein, hat sie mir das WLAN organisiert, einen Platz zum Sitzen gesucht und mir Snacks gebracht.“
„Für mich war es kein großes Problem, dass er einen Arbeitsnotfall hatte“, sagt seine Freundin. „Für mich war eher entscheidend: Es stresst ihn, und es stresst mich, ihn so zu sehen. Also wollte ich einfach helfen.“
Ich bin mir nicht sicher, ob ich so viel Geduld gehabt hätte. Mich hat es schon genervt, wenn mein Ex vergessen hat, ein Restaurant zu reservieren und wir dann irgendwo anstehen mussten – oder wenn er Pläne abgesagt hat, um nicht mit zu den Partys meiner Freunde zu kommen, sondern stattdessen die Nacht durchzucoden.
Ich date inzwischen keine Early-Stage-Gründer mehr. Mein neuer Freund ist verlässlich, entspannt und macht um 18 Uhr Feierabend. Er ist Engineer bei einem Big-Tech-Konzern. Vielleicht wird er eines Tages von KI ersetzt und landet in der permanenten Unterschicht – aber wenigstens haben wir Zeit füreinander.
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„Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“ – deutsche-startups.de
#Interview
Das Team von brixl möchte Bauunternehmen dabei helfen, „mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen“. Die größte Herausforderung ist dabei „nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen“.

Bei brixl dreht sich alles um Bauaufträge. „Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen“, erklärt Gründer Robin Karutz die Idee hinter seinem Startup, das er zusammen mit Sascha Nievelstein gegründet hat.
Im Interview mit deutsche-startups.de stellt brixl-Gründer Karutz sein Startup einmal ganz ausführlich vor.
Wie würdest Du Deiner Großmutter brixl erklären?
Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?
Wir sparen kostbare Ingenieurszeit, indem wir alle relevanten, fragmentierten Ausschreibungen an einem Ort bündeln und deren Auswertung teilautomatisieren. Gleichzeitig reduzieren wir Opportunitätskosten durch weniger verpasste Chancen, helfen dabei, mehr passende Projekte zu gewinnen, und schaffen Transparenz über Marktdynamiken. Als webbasierte Softwarelösung wird brixl über eine monatliche Lizenzgebühr angeboten.
Wie ist die Idee zu brixl entstanden?
Gemeinsam mit meinem Co-Founder Sascha haben wir direkt nach unserem Studium an der RWTH Aachen wissenschaftlich und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegründet. Wir sind als Dienstleistungsagentur gestartet. Als brixl – bricks + pixels – hat unsere Kompetenzschnittmenge zwischen Bau und Informatik die Ansprache im Produkt und Markt schon von Beginn an grob eingeschränkt. Nach vereinzelten Eigenentwicklungen haben wir immer wieder von den Problematiken rund um öffentliche Ausschreibungen gehört, und dann den Fokus konsequent darauf ausgerichtet.
Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Die größte Herausforderung ist für uns tatsächlich nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen. Gerade bei KI gibt es viele, oft berechtigte Vorbehalte: Dass sie halluziniert, unzuverlässig ist oder bestehende Prozesse aufwendiger als vorher ersetzt, statt sie sinnvoll zu unterstützen. Durch enge Zusammenarbeit in praxisnahen Pilotpartnerschaften konnten wir diese Bedenken aufnehmen und adressieren. Trotz KI ist unsere Suche deterministisch, bedeutet: Die selbe Suche, führt zur selben, robusten Antwort – im Gegensatz zu reinen Antworten eines Sprachmodells wie chatGPT. Damit sind unsere Ergebnisse nachvollziehbar, prüfbar und belastbar, was gerade am Bau entscheidend ist. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, uns sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das nicht aus der Ferne oder „one-size-fits-all“ funktioniert. Jedes Bauunternehmen arbeitet anders, hat eigene Strukturen und eigene Entscheidungslogiken. Deshalb gehen wir bewusst vor Ort, arbeiten eng mit den Teams zusammen und passen die Lösung an ihre Realität an. Die Herausforderung ist also weniger, ein gutes Produkt zu bauen, sondern es so einzuführen, dass es wirklich angenommen wird. Genau darin sehen wir heute eine unserer größten Stärken.
Wo steht brixl in einem Jahr?
In einem Jahr findet man brixl in jedem Bauunternehmen, dass die Projektakquise datengetrieben und strategisch angeht, anstatt sich auf Hörensagen und Bauchgefühl zu verlassen.
Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness
In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): brixl
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Vibe Coding: Jeder baut jetzt Apps mit KI – darum scheitern die meisten trotzdem
Wie viele andere seiner Generation hatte Eli Cohen im Jahr 2010 eine großartige Idee für eine App. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Altersgenossen, deren Träumereien sich auf Kneipentreffen und missglückte Dates beschränkten, investierte er tatsächlich rund 20.000 Dollar aus eigener Tasche, um das Projekt auf die Beine zu stellen.
Allerdings brachte ihn sein Tatendrang nur bis zu einem bestimmten Punkt. Damals war es „schmerzlich schwer, Software zu entwickeln“, sagt er uns. Er hatte sein Budget aufgebraucht, lange bevor das Projekt überhaupt in Gang kam.
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Was ihn stört, ist nicht, dass das Vorhaben scheiterte, sondern dass ein ähnliches Konzept – die Online-Bildungsplattform Udemy – im selben Jahr an den Start ging und 2021 mit einer Bewertung von vier Milliarden Dollar an die Börse ging. „Ich nehme an, sie hatten mehr Ressourcen, bessere Entwickler und natürlich Glück“, sagt Cohen und betont, dass er deswegen nicht verbittert sei. Die wichtigste Lektion, die er aus dieser Erfahrung gelernt hat, ist, dass der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg manchmal nicht in der Idee liegt, sondern in der Fähigkeit, sie umzusetzen.
Cohens unternehmerischer Weg endete damit jedoch nicht. Der 45-Jährige, der in Israel lebt, entwickelt derzeit eine Meditations-App, die er MediTailor nennt. Er und sein Bruder nutzten KI, um in wenigen Wochen das zu schaffen, wofür ein Entwicklungsteam vor nicht allzu langer Zeit noch 18 Monate gebraucht hätte. „Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Barriere zwischen einer Idee und ihrer tatsächlichen Umsetzung gefallen“, sagt er.
Willkommen im Vibe-Coding-Zeitalter
Cohen spricht ein Gefühl aus, das vielen Menschen im Zeitalter der KI vertraut ist: Ausgestattet mit einem Mac Mini und einem Claude-Abonnement können sich begeisterte Unternehmer relativ mühelos ihren Weg in den App Store programmieren. Vorbei sind die Zeiten des stereotypen Typen, der darauf besteht, er habe eine geniale Idee für eine App … wenn er sie nur umsetzen könnte.
Was früher im Silicon Valley ein Witz war, ist heute eine ernstzunehmende Bedrohung: Die Zahl der weltweit neu veröffentlichten Apps hat sich in diesem Jahr bisher gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.
Der technische Graben der Tech-Branche mag zwar zu einer Pfütze geschrumpft sein, aber nur weil jeder mit einer Idee wie das nächste „Uber für irgendwas“ diese auch umsetzen kann, heißt das noch lange nicht, dass sie den nächsten Internetgiganten schaffen werden. Die Umsetzung ist nach wie vor entscheidend, und die überwiegende Mehrheit der Apps scheitert immer noch. Ein gesättigterer Markt macht es zudem schwieriger, sich abzuheben, und die meisten Ideen sind nicht besonders skalierbar, leicht vermarktbar oder einzigartig.
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Als ich Cohen darauf hinweise, dass es bereits unzählige Meditations-Apps gibt, sagt er mir, dass er sich dessen sehr wohl bewusst ist. „Vielleicht werde ich keinen Erfolg haben, aber zumindest habe ich die Werkzeuge“, sagt er. Das gilt auch für alle anderen.
Jeder kann jetzt Apps bauen
Natürlich ist es nicht so, dass heutzutage buchstäblich jeder eine App per Vibe-Coding entwickeln kann – viele Menschen haben weder die Zeit noch die Energie oder den Wunsch, sich mit der Nutzung von OpenClaw oder Claude Code auseinanderzusetzen. „Die Hürde ist derzeit noch nicht gleich null“, sagt Rebecca Kaden, geschäftsführende Gesellschafterin bei Union Square Ventures. Zwar ermöglicht Vibe-Coding ein neues Niveau an „effizientem Unternehmertum“, doch sind wir noch nicht bei einer echten Demokratisierung der Technologie angelangt.
Vibe-Coding-Tools sind noch nicht Plug-and-Play – es ist für keinen beliebigen Verbraucher ein Kinderspiel, eines Morgens aufzuwachen und einfach damit anzufangen.
Die große App-Flut
Für diejenigen, die den Willen dazu haben, ist der Weg jedoch zugänglicher denn je. Das führt zu einer Lawine von Apps: Daten des Marktforschungsunternehmens Appfigures zeigen, dass im ersten Quartal 2026 414.000 neue iOS- und Android-Apps veröffentlicht wurden, ein Anstieg von 115 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025. Außerdem wurden im selben Zeitraum dreimal so viele Apps aktualisiert wie im Vorjahr, was auf rasche Veröffentlichungen, Experimente und hohe Fluktuation hindeutet.
Schnell gebaut, schwer erfolgreich
Es ist jedoch extrem schwer, Aufmerksamkeit zu erregen. Nur 118 neue Apps erreichten in den ersten drei Monaten des Jahres den von Appfigures als „High-Traction“-Status bezeichneten Status – also mehr als 50.000 Downloads in den USA –, was einer mageren Erfolgsquote von 0,02 Prozent entspricht. Dies ist zudem ein relativ geringer Anstieg gegenüber den 94 Apps, die dies im Jahr 2025 schafften.
„Die App-Stores könnten in eine Ära mit mehr Unruhe eintreten: mehr Experimente, schnellere Markteinführungen und ein geringerer Anteil, der sich zu bedeutenden Unternehmen entwickelt“, sagt Ariel Michaeli, CEO und Mitbegründer von Appfigures.
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Es gibt eine berühmte „South Park“-Folge aus den 90ern, in der die Crew auf eine Gruppe von„Unterhosen-Zwergen“ trifft, die einen fragwürdigen dreistufigen Geschäftsplan entwickeln. Sie haben eine praktische Tabelle, die drei Schritte zum Reichtum aufzeigt: Phase eins besteht darin, Unterhosen zu sammeln. Phase drei ist der Gewinn. Und Phase zwei ist ein riesiges „?“. Die Vibe-Coding-Umgebung führt zu einer Art „Unterhosen-Zwergen-Logik“, erklärt Charity Majors, Operations- und Datenbankingenieurin sowie CTO und Mitbegründerin von Honeycomb.io. Man kann die Unterhosen sammeln – also das Ding programmieren –, aber es gibt ein riesiges Fragezeichen, bevor man Gewinne erzielt.
Der Code ist nicht mehr das Problem
Code, der mehr oder weniger kostenlos erstellt wurde, erfordert dennoch Modellierung und Wartung. Viele Leute könnten einen Slack-Klon per Vibe-Coding erstellen, aber der schwierige Teil beim Aufbau von Slack war nicht das Schreiben des Codes an sich, sagt Majors. Es war das Ausdenken des Designs, das die Anwendung benutzerfreundlich, intuitiv und für Milliarden von Menschen skalierbar machte. „Niemand möchte Slack jeden Tag starten und sehen, wie sich die Schaltflächen verschieben“, sagt Majors.
Ein Risiko beim „Vibe-Coding“ einer App ohne jegliche technische Kenntnisse besteht darin, dass man keine Ahnung hat, wie man etwas repariert, wenn es kaputtgeht – das schafft einen Markt für Softwareentwickler, die Fehler beheben oder die Sicherheit gewährleisten können.
Das eigentliche Problem: Reichweite
Entwicklung und Wartung sind nicht die einzigen Lücken zwischen „genialer Idee“ und „nachhaltigem Unternehmen“. Es gibt auch – und das ist sehr wichtig – Marketing und Reichweite. In Google Play oder den App Store zu kommen, bedeutet nicht, dass jemals jemand deine App sehen oder nutzen wird. Kate Minogue, eine KI-Beraterin, die als Teilzeit-Chief Product Officer für Consumer-Tech-Startups arbeitet, sagt, dass die Verbreitung nach wie vor das am schwersten zu lösende Problem ist. Die zunehmende Anzahl von Apps mache es noch schlimmer, nicht besser.
„Es gibt immer ein ‚Uber für‘ oder ein ‚Duolingo für‘, und man denkt sich: ‚Okay, nun, entweder gibt es das schon, oder es gibt eigentlich keinen Markt dafür‘“, sagt Minogue. „Oft ist es so: ‚Nun, die Idee ist nicht großartig, weil du nicht verstehst, wie viele Millionen Menschen deiner Meinung sein müssen, dass dies eine großartige Idee ist, damit sie Geld einbringt.‘“
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Ein paar Leute, die in einer Wohnung in einer Stadt mit hohem Einkommen zusammensitzen, sind nicht gerade eine Fokusgruppe für das, was ein Großteil der Bevölkerung will oder braucht. Deine tolle Geschäftsidee klingt für normale Leute vielleicht gar nicht so toll – oder sogar für dich selbst, wenn man es nüchtern betrachtet.
Angehende Unternehmer tun, was sie können, um ihre Performance in App-Stores, Suchmaschinen und LLM-Antworten zu optimieren, um zu versuchen, in den Rankings aufzusteigen, oder sie beten, dass sie einen viralen Hit landen. Wenn das nicht funktioniert, müssen sie auf bezahltes Marketing und Werbung zurückgreifen. „Wenn ich mit Unternehmen spreche, die eine App entwickeln, versuche ich, sie darauf vorzubereiten, dass sie Hunderttausende von Dollar ausgeben müssen, um eine skalierte Verbreitung ihrer Apps zu erreichen“, sagt Minogue.
Manche Unternehmen gehen das so an, dass sie einen „studiobasierten“ Entwicklungsansatz verfolgen, bei dem sie fünf oder zehn verschiedene Fitness- oder Produktivitäts-Apps auf einmal veröffentlichen und in Echtzeit testen, ob sich eine davon durchsetzt. Sie brauchen nicht unbedingt einen Knaller – sie wollen nur, dass eine oder zwei genug Zugkraft entwickeln, um etwas Geld einzuspielen. In der Zwischenzeit tragen die „Waisen“ zur wachsenden Masse an Apps bei.
Die neue Builder-Economy
Amjad Masad, CEO der Vibe-Coding-Plattform Replit, sagt, es sei gut, dass mehr „Möchtegern-Unternehmer“ ihre Ideen ausprobieren können – Demokratisierung, oder was auch immer dem nahekommt, wird unweigerlich Qualitätsunterschiede mit sich bringen.
Es ist auch nicht jeder darauf aus, ein Produkt im Wert von einer Milliarde Dollar zu entwickeln. Manche Leute programmieren Tools und Widgets, um sich die Arbeit zu erleichtern. Andere entwickeln Apps, die zwar nicht ausreichen, um ein vollwertiges Unternehmen zu finanzieren, aber genug einbringen, um ihre täglichen Ausgaben zu decken.
„Das Coole daran ist, dass viele dieser Apps keine milliardenschweren Apps im Venture-Maßstab sein müssen“, sagt Masad. „Sie können den Gründern trotzdem viel Geld einbringen und einen Bedarf decken.“
Silicon Valley bekommt Panik
Für einige Vertreter der alten Garde im Silicon Valley fühlt sich das langsam wie eine Identitätskrise an: Wenn ein x-beliebiger Typ an einem Wochenende ein funktionsfähiges Produkt programmieren kann, wozu hat es dann in den vergangenen 20 Jahren gedient, um exklusive Talente zu kämpfen und Konkurrenten bis aufs Messer zu bekämpfen?
Sicher, die großen Akteure, die bereits ihre Millionen – und Milliarden und Billionen – verdient haben, sind begeistert von der Aussicht, durch KI Kosten zu senken und Prozesse zu beschleunigen, aber was ist mit den Leuten, die sich mühsam den Weg nach oben erkämpft haben?
Kylan Gibbs, Mitbegründer und CEO von Inworld AI, der zuvor für Google DeepMind gearbeitet hat, erzählt mir, dass viele Einheimische aus dem Silicon Valley angesichts der jüngsten KI-Entwicklungen langsam „ausflippen“.
Die Befürchtung ist, dass Apps nun entweder so einfach zu erstellen sind, dass bald 100 Konkurrenten auftauchen, oder dass OpenAI oder Anthropic ein ähnliches Produkt auf den Markt bringen könnten, das ihre aufstrebenden Firmen über Nacht zerschmettern würde. Angenommen, du hast fünf Jahre lang an einer tollen Fitness-App gearbeitet, dich abgemüht, um Downloads zu generieren und das Angebot zu perfektionieren. Plötzlich wird der App-Store mit Optionen überschwemmt, die für potenzielle Nutzer nicht zu unterscheiden sind – selbst wenn sie in Wirklichkeit fehlerhaft oder umständlich sind.
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Gleichzeitig hängt ein Damoklesschwert über deinem Kopf: Was hindert einen der großen Akteure daran, ein eigenes Fitness-Add-on zu entwickeln? Sie schnappen dir ohnehin schon deine Kunden weg, denn wer braucht schon eine spezielle App für Trainingsratschläge, wenn er Gemini bitten kann, kostenlos einen Plan zu erstellen?
„Ich habe in den letzten Wochen buchstäblich von einer ganzen Handvoll Freunde und Kollegen, die ebenfalls Gründer sind, gehört: ‚Ja, ich gebe im Grunde genommen einfach auf‘“, sagt Gibbs. „Man denkt an diese Gruppe von Menschen, die sich so lange so besonders gefühlt haben, und dann wird ihnen das weggenommen.“
Terrence Johnson, ein Softwareentwickler aus Colorado, sieht die positive Seite der Einstellung, dass jeder programmieren kann: Es bedeutet, dass ihn weniger Leute damit nerven, ihre Projekte zu entwickeln. Kürzlich hatte er es mit einer besonders aufdringlichen Person zu tun, die versuchte, ihn für die Entwicklung einer Art Managementsystem für Autohäuser zu gewinnen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was das bedeuten würde oder wie lange es dauern würde.
Er erkannte, dass die Person ihre Ideen von vornherein von KI bezog, also wies Johnson sie auf andere Tools hin, mit denen sie selbst einige oberflächliche Dinge erledigen konnten. „Das hat als Ablenkung gereicht, sodass sie mich in Ruhe ließen“, sagt Johnson. „Es ist gut, Menschen zu befähigen, ihre Ideen auszuprobieren und umzusetzen, aber sie begreifen einfach nicht ganz, was das alles mit sich bringt.“
Warum die meisten trotzdem scheitern
Eine neue Generation von Unternehmern könnte ein böses Erwachen erleben, wenn es um die Lektionen geht, die viele Startup-Veteranen bereits kennen. Es ist so gut wie unmöglich, einen Blockbuster zu entwickeln. Die meisten Unternehmungen scheitern. Geld zu verdienen muss irgendwann von einem zukünftigen Problem zu einem aktuellen Problem werden.
Viaano Spruyt, der in Singapur lebt, ist begeistert, dass er dank Vibe Coding seine Online-Community zum Thema psychische Gesundheit – die zuvor auf Discord beheimatet war – in eine App namens Huddle verwandeln konnte. Die neue App ermöglicht es ihnen, weitere Features und Funktionen hinzuzufügen, und er und sein Mitbegründer haben sogar etwas Investorenkapital gesichert. Sie verlagern ihr Konzept von psychischer Gesundheit hin zur Betreuung von Fandoms, doch der Gewinnaspekt des Plans bleibt ein Fragezeichen, und sie verlassen sich bei der Verbreitung auf Mundpropaganda. „Was immer schwieriger wird, ist, das Interesse der Leute zu wecken“, sagt er.
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Spruyt und sein Mitbegründer lernen gerade, was viele „Vibe-Preneure“ allmählich erkennen: Die Grundlagen des Geschäfts sind besonders wichtig, und Spitzenleistungen in Vertrieb, Marketing und Logistik sind der Weg, um voranzukommen – oder sich zumindest aus den überfüllten Schützengräben herauszukämpfen.
KI macht Gründer – nicht automatisch Unternehmen
Relativ gesehen gibt es schlimmere Probleme, als dass es 900 Produktivitäts-Apps zu viel im App Store gibt und die Silicon-Valley-Elite dazu gezwungen wird, sich mehr anzustrengen. Eine „Builder Economy“ ist eine spannende Sache. Und hey, wenn sie den Typen mit der Killer-App-Idee zum Schweigen bringt, der dir in einer Bar mit einem Bier in der Hand die Ohren vollquatscht, ist das ein Gewinn für alle.
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