Künstliche Intelligenz
Kommentar: Metaversum war gestern, nun kommt die Meta-Vision
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Ich und meine Meta Quest 3, das ist eine Form von Hassliebe. Das Headset der Facebook-Mutter ist kostengünstig, bietet dafür eine vergleichsweise hochwertige Bildqualität und ein großes App- und Spieleangebot, das direkt ohne PC-Anbindung läuft. Doch bei der Software will man, besonders, wenn man Apples visionOS kennt, fast nur noch schreien.
Es geht los bei einer Release-Strategie, die dafür sorgt, dass groß angekündigte neue Features in neuen Versionen erst nach Wochen freigeschaltet werden – selbst für Beta-Teilnehmer ist das so. Oder wie wäre es damit, dass Meta es für normal hält, laufende Programme bei aktiver automatischer Aktualisierung einfach im laufenden Betrieb zu beenden, um sie upzudaten. Oder die Tatsache, dass sich im äußerst schrägen „Metaversum“ Horizon Worlds zuletzt gefühlt nur noch Zwölfjährige tummelten. Oder eine UI, die sich gefühlt alle drei Versionen ändert und dabei lieb gewonnene Bestandteile einfach weglöscht, nur um sie drei weitere Versionen später zumindest teilweise wieder zurückzubringen.
Bei all dem fragt man sich, was die Strategie dahinter ist. Oft denke ich, es gibt einfach keine. Irgendwas wird im schönen Menlo Park ausprobiert, dann wieder eingestellt und neu gemacht. Zwischenzeitlich entlässt Meta zahlreiche Mitarbeiter bei den Reality Labs, um die Börse zu beglücken, während man zuvor Milliarden hinein gebuttert hatte. Geld dürfte das Unternehmen mit seiner Hardware sowieso nicht verdienen – und vermutlich auch mit den verkauften Services wie Horizon+ nicht.
„Irgendwoher kenn ich das“
Seit diesem Frühjahr geht Meta den nächsten Schritt – und ich würde ihn folgendermaßen beschreiben: Mit Horizon OS 2 wird aus dem Metaversum – für das Meta schließlich seinen Namen von Facebook gewechselt hat! – eine Meta-Vision. Das heißt: Das Headset versucht sich softwaremäßig noch mehr an einer Schmalspurvariante dessen, was Apple mit visionOS ohne große Anstrengung umgesetzt hatte.

Ben Schwan lebt als Journalist und Autor in Berlin, schreibt seit 25 Jahren über Technologie-, Forschungs- und Wissenschaftsthemen und lässt sich seine Begeisterung für Neues weder durch sich ständig wiederholende Hype-Zyklen, amoklaufende Sicherheitspolitiker noch technische Unzulänglichkeiten nehmen.
Vermutlich dient das auch der Vorbereitung: Schließlich gibt es Gerüchte, laut denen Meta sich ein Beispiel an Apple und dessen Nachahmer Samsung (Projekt Moohan alias Galaxy XR) nehmen möchte, und für die Quest 4 ein leistungsstärkeres Headset mit externem Akku anstrebt. (Ich hatte ja eher gehofft, dass wir dieses Zeitalter endlich hinter uns lassen, was jeder Vision-Pro-Besitzer nachvollziehen kann.) Und da muss dann eben eine „professionellere“ Software her und ein Kindergarten wie Horizon Worlds passt nicht mehr.
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Und so begab es sich, dass Meta den „Navigator“ freischaltete. Der Retrobegriff – erinnert sich noch jemand an Netscape? – steht für eine Oberfläche, die aussieht wie der Homescreen der Vision Pro. Einziger Unterschied: man scrollt nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Tauchte man einst direkt in VR-Fällen ein, wenn man die Quest 3 aufzog, versucht uns Meta nun das zwar etwas verbesserte, nach wie vor aber unscharfe Passthrough als neue Heimat anzudrehen. Dabei setze ich das Headset doch auf, um meine Umgebung eben mal nicht zu sehen! Okay.
Meta Navigator navigiert
Neu ist der Navigator an sich nicht. Er wird von Meta bereits seit einem Jahr vorangetrieben, wobei ihn nur wenige Nutzer bekamen: Ihnen fehlte schlicht die Option der Aktivierung. Nun, in dieser Woche, kündigte das Unternehmen an, die neue Oberfläche für alle freizugeben. Es sei ein „neugestaltetes Interface, das deine Apps, Menschen und Systemeinstellungen an einem Ort zusammenbringt“. Um sich damit vertraut zu machen, präsentiert Meta allen Navigator-Neubesitzern ein schwer bis gar nicht skipbares „Guided Walkthrough“-Erlebnis.
Was in den aktuellen Horizon-OS-Versionen dabei herauskommt (inklusive der Previews, die hoch bis 2.3 gehen), ist ein merkwürdiger Mischmasch. Es gibt nach wie vor die alte, feste Fenstergestaltung, bei der man diese im Raum nebeneinander platzieren kann. Der Navigator überlagert das alles, was ein wenig wie ein Bildfehler wirkt. Gefunden wird der Navigator wiederum über einen Klick auf den Punkt neben der von visionOS abgekupferten Fenstergriffleiste. Alternativ kann man auch den Metaknopf betätigen (der dummerweise nur auf einem der Controller vorhanden ist) oder eine Handgeste vollführen, wobei ich selbige als visionOS-Nutzer wegen ihrer Ungenauigkeit ungern nutze – zumal der Wechsel zwischen Hand und Controller nicht immer optimal funktioniert.
Wird man mit der neuen Meta-Vision unglücklicher sein als zuvor? Nicht unbedingt. Die wenigen Horizon-Worlds-Fans sind betrübt, weil sie ihre Community verloren haben, alle anderen hoffen, dass Meta seine Softwarestrategie endlich stringenter aufstellt. Außer die Wall Street meldet sich wieder und meint, der Konzern solle lieber mehr Geld in KI stecken. Dann gehen die Reality Labs vielleicht ganz über den Jordan. Wer angesichts dieser Unsicherheiten noch gerne die Hardware kauft, ist mir schleierhaft.
(bsc)
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Künstliche Intelligenz
Top 10: Der beste günstige E-Scooter im Test – schon unter 600 Euro richtig gut
E-Scooter müssen nicht teuer sein, ab 180 Euro gibt es ordentliche elektrische Tretroller. Wir zeigen die zehn besten, günstigen E-Scooter aus über 100 Tests.
Es ist nicht lange her, da waren E-Scooter unter 600 Euro kaum zu gebrauchen. Das hat sich geändert. Mittlerweile eignen sich die Elektroroller sogar im Einstiegs- und Mittelklassesegment gerade für Pendler und Fahrten in der Stadt. Sie sind qualitativ hochwertig, bieten einen passablen Motor, Luftreifen, zuverlässige Bremsen und ausreichend große Akkus. Sogar Premium-Features wie Blinker, gute Federung oder eine App-Anbindung sind im Einstiegssegment keine Seltenheit mehr. In dieser Bestenliste zeigen wir die 10 besten günstigen E-Scooter aus über 100 Tests.
Die 10 besten günstigen E-Scooter
Unser Testsieger ist der Navee N65i II für 559 Euro (Expert). Starker 1350-W-Motor, 150 kg Zuladung und bis zu 70 km Reichweite machen ihn vor allem für schwerere und größere Pendler attraktiv.
Der Egret Ey! 3 für nur 299 Euro (Amazon) ist unser Technologiesieger. Die hochwertige Verarbeitung, das clevere Design und die komfortable Vollfederung machen ihn zu einem der besten E-Scooter seiner Preisklasse.
Unser Preis-Leistungs-Sieger WQ-W4 Pro kostet 183 Euro (Amazon). Für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer, die hauptsächlich auf guten Straßen unterwegs sind, bietet er ein überzeugendes Gesamtpaket mit fast schon unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Navee N65i II liefert für 559 Euro bei Expert ein beeindruckendes Gesamtpaket. Starker 1350-W-Motor, 150 kg Zuladung und bis zu 70 km Reichweite machen ihn vor allem für schwerere und größere Pendler attraktiv. Kleinere Schwächen bei Federung und Wendigkeit fallen angesichts des Preises kaum ins Gewicht.
- starker 1350-W-Motor
- hohe Zuladung 150 kg
- 22 km/h (innerhalb Toleranz)
- helles Frontlicht
- attraktiver Preis
- Frontfederung etwas straff
- keine Heckfederung
- hohes Eigengewicht
- limitierter Lenkereinschlag
- Registrierungszwang per App
Der Egret Ey! 3 hinterlässt im Test einen positiven Eindruck. Die hochwertige Verarbeitung, das clevere Design und die komfortable Vollfederung machen ihn zu einem der besten E-Scooter in dieser Preisklasse. Die agilen Fahreigenschaften und das geringe Gewicht prädestinieren ihn besonders für den urbanen Einsatz und Pendler. Die cleveren Details am Lenker wie der Bremsgriff für die Motorbremse gefallen uns ebenfalls. Lediglich der etwas zu kleine Akku, der etwas schwachbrüstige Motor und die geringe maximale Zuladung stören uns.
Der Egret Ey! 3 ist für 299 Euro (Amazon) erhältlich.
- Vollfederung trotz niedrigem Gewicht
- schickes Design, hochwertige Verarbeitung
- agiles Fahrverhalten
- günstig
- schwacher Motor
- geringe Zuladung
- kleiner Akku
Der WQ-W4 Pro beweist, dass ein brauchbarer E-Scooter mit Straßenzulassung nicht teuer sein muss. Mit pannensicheren Reifen, leichtem Gewicht und ordentlicher Verarbeitung eignet er sich perfekt für preisbewusste Pendler auf kurzen Strecken. Auf den Fahrkomfort einer Federung muss man allerdings verzichten – wer regelmäßig über holprige Wege fährt, sollte besser etwas mehr investieren.
- günstiger Preis von 189 Euro mit ABE
- nur 12 kg
- pannensichere Wabenreifen
- guter Klappmechanismus
- App-Unterstützung
- keine Federung
- mäßig starker Motor
- Kein Blinker vorhanden
Ratgeber
Welcher ist der beste günstige E-Scooter?
Wer einen E-Scooter günstig sucht, muss heute kaum mehr Abstriche bei der Qualität machen. Unser Preis-Leistungs-Sieger WQ-W4 Pro zeigt, dass schon im Einstiegssegment ordentliche Modelle verfügbar sind. Wer etwas mehr investiert, bekommt mit dem Egret Ey! 3 für unter 300 Euro sogar Vollfederung und Luftreifen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in dieser Preisklasse oft besser als bei vielen Premium-Geräten.
Luftreifen oder Vollgummi? Was beim Kauf zählt
Ein wichtiger Faktor für komfortables Fahrvergnügen sind luftgefüllte Reifen. Sie fangen Unebenheiten ab und geben sie nicht ungefiltert an Elektroscooter und Fahrer weiter. Zudem greifen Luftreifen gerade bei Feuchtigkeit besser. So rutscht der Roller weniger weg und bremst schneller. Ihr Nachteil: Sie müssen bei Druckverlust wieder aufgepumpt werden und sind nicht pannensicher. Ein Nagel kann die Luftkammer verletzen und zu einem Platten führen.
Ihnen gegenüberstehen Vollgummireifen oder Reifen mit festen, teilweise offenen Luftkammern. Die Hersteller nennen sie Honeycomb-Reifen. Auf ihnen fährt es sich härter als auf Luftreifen. E-Scooter mit Hartgummireifen kommen häufig mit einer Federung, die beim Fahren aber ein schwammiges Gefühl verursachen kann. Vollgummireifen sind dafür wartungsfrei, bieten aber spürbar weniger Komfort.
Wir empfehlen, beim Kauf auf Luftreifen zu achten. In der Vergangenheit gab es diese Luftreifen nur bei E-Scootern jenseits der 500-Euro-Marke. Dies hat sich erfreulicherweise geändert – auch günstige Modelle setzen mittlerweile auf Luftreifen mit ordentlichem Profil.
Motorleistung: Wie viel W braucht ein günstiger E-Scooter?
Die Motorleistung eines E-Scooters beeinflusst die Geschwindigkeit und die Fähigkeit, Steigungen zu bewältigen. Günstigere Modelle haben oft Motoren mit 250 bis 350 W Nennleistung. Ein Motor mit 250 W reicht üblicherweise, um Personen mit 80 kg oder weniger vernünftig eine leichte Steigung hinaufzubefördern. Wer 100 kg und mehr wiegt, sollte einen Motor mit mindestens 350 W wählen. Erlaubt sind maximale 500 W Nennleistung, bei der Spitzenleistung gibt es keine gesetzliche Begrenzung.
Die Höchstgeschwindigkeit ist gesetzlich klar geregelt: In Deutschland dürfen E-Scooter mit Straßenzulassung maximal 20 km/h mit einer Toleranz von 10 % fahren. Diese Geschwindigkeit reicht für die Stadt und kurze Pendelstrecken aus. Wer einen E-Scooter manipuliert, sodass er schneller als 20 km/h fährt, riskiert hohe Bußgelder und den Verlust der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE).
Außerdem gilt es, auf die Herstellerangaben zu achten: Einige E-Scooter erlauben nur eine maximale Zuladung von 100 kg, die meisten mittlerweile jedoch 120 kg. Robustere Modelle wie der Navee N65i II bieten Traglasten von bis zu 150 kg.
Mit 1350 W Spitzenleistung gehört der Motor des Navee N65i II zu den stärksten seiner Preisklasse. heise bestenlisten
Bremsen: Zwei unabhängige Systeme sind Pflicht
Bezüglich der Bremsen schreibt der deutsche Gesetzgeber zwei unabhängig voneinander funktionierende Systeme vor. Käufer von Billig-E-Scootern sollten darauf achten, dass nicht eine davon eine Schutzblechbremse am Hinterrad ist, die schlicht mit dem Fuß auf den Reifen gedrückt wird. Bewährt hat sich bei günstigen E-Tretrollern eine Scheibenbremse in Kombination mit einer Motorbremse. Bei der Motorbremse gibt es jedoch gehörige Qualitätsunterschiede. Einige bremsen fein dosierbar, andere deutlich zu abrupt.
Klappmechanismus und Gewicht
Beim Klappmechanismus haben wir in unseren Tests keine wirklichen Ausfälle erlebt. Allerdings kann es vorkommen, dass das Klappscharnier nachjustiert oder geschmiert werden muss. Im Preissegment um die 500 Euro lassen sich alle E-Scooter zusammenklappen. In einigen Fällen ist es gar möglich, den Lenker anzulegen.
Wichtig fürs Pendeln: Wer den E-Scooter häufig tragen oder in Bus und Bahn mitnehmen muss, sollte auf das Gewicht achten, wobei die günstigen E-Scooter eher zu den leichten Vertretern gehören. Modelle unter 18 kg lassen sich noch komfortabel transportieren. Schwerere E-Scooter wie der Navee N65i II sind dafür stabiler und sie fahren weiter, eignen sich aber weniger für regelmäßiges Tragen.
Blinker und sicherheitsrelevante Ausstattung
Hochwertige und zuweilen teurere E-Scooter kommen mit sinnvollen Zusatzfunktionen wie einem Blinker. Gut, dass diese sicherheitsrelevanten Funktionen schrittweise auch im Einstiegssegment Einzug halten. In manchen Ländern, etwa in Österreich, dürfen nur noch E-Scooter mit Blinker verkauft werden. Wer einen E-Scooter ohne Blinker hat, kann diesen jedoch relativ einfach und günstig nachrüsten. Mehr dazu in unserer Bestenliste Top 5: Der beste Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten.
Zusätzliche Funktionen wie NFC und Apps zur Steuerung des Scooters sind ebenfalls oft nur in teureren Modellen zu finden. Wer Wert auf App-Anbindung legt, findet sie aber auch schon bei Modellen wie dem WQ-W4 Pro oder dem Ninebot Segway F2 Pro.
Akku und Reichweite: Was ist realistisch?
Der Akku ist eines der teuersten Bauteile an einem E-Scooter. Deswegen darf man im Einstiegssegment keine große Reichweite erwarten. Dabei ist die Akkukapazität ein entscheidender Faktor für die Reichweite.
Trotzdem sollten Käufer darauf achten, dass ihr günstiger E-Scooter mindestens einen 250-Wattstunden-Akku (Wh) bietet. Dieser sollte je nach Wetter, Fahrweise, Strecke und Fahrergewicht um die 20 km schaffen. Ein guter E-Scooter sollte eine Reichweite von mindestens 20 bis 30 km bieten, um den Ansprüchen der meisten urbanen Pendler zu genügen.
Die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite wird unter Idealbedingungen ermittelt. Faktoren wie Fahrergewicht, Steigungen und Außentemperatur beeinflussen die tatsächliche km-Reichweite erheblich. Realistisch liegt die Reichweite eines E-Scooters zwischen 12 km und 40 km, größere Elektromobile schaffen teilweise bis zu 70 km.
Ist ein E-Scooter mit 20 km/h versicherungspflichtig?
Ja. In Deutschland dürfen E-Scooter im öffentlichen Raum nur mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) geführt werden. E-Scooter dürfen eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten und müssen unter anderem über zwei voneinander unabhängige Bremsen sowie eine konforme Beleuchtungsanlage verfügen.
Für den Betrieb eines E-Scooters im Straßenverkehr ist zudem eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Den Nachweis liefert eine Klebeplakette am Heck des Scooters. Ohne diese Versicherungsplakette ist die Fahrt im öffentlichen Raum nicht erlaubt – unabhängig davon, ob es sich um einen günstigen oder teuren E-Scooter handelt.
Welche Versicherung benötigt man für einen E-Scooter?
Für E-Scooter gibt es eine Haftpflichtversicherungspflicht, aber auch andere Versicherungen können wichtig sein. Selbst die vorsichtigsten Fahrer können die Gefahr eines Unfalls nie zu 100 % ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.
Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen. Wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.
Welcher E-Scooter unter 500 € ist der beste für den Stadtverkehr?
Die Preise für E-Scooter variieren stark: Einsteigermodelle kosten häufig unter 400 Euro, während Premium-Modelle über 800 Euro liegen können. E-Scooter im Preisbereich bis 400 Euro bieten meist grundlegende Funktionen, während Modelle über 800 Euro mit besseren Motoren, Federungen und größerer Akkuleistung ausgestattet sind. Wer auf unabhängige Tests und einen Preisvergleich setzt, vermeidet Fehlkäufe leichter. Auch Vorjahresmodelle etablierter Marken wie Ninebot, Xiaomi oder Segway sind oft stark reduziert und technisch weiterhin überzeugend.
Für den Stadtverkehr empfehlen wir den Egret Ey! 3 für unter 300 Euro. Er bietet Vollfederung, Luftreifen und eine solide Verarbeitung. Wer auf Vollfederung verzichten kann, fährt mit dem Joyor C10E ebenfalls gut. Alle Modelle sind als E-Scooter mit Straßenzulassung erhältlich und fahren die zulässigen 20 km/h.
Wichtig: Die Wahl des richtigen Elektro-Scooters sollte auf den individuellen Nutzungszweck abgestimmt sein – Pendelstrecke, Freizeitfahrten oder kombinierte Aktivitäten machen einen Unterschied.
Fazit: E-Scooter günstig kaufen lohnt sich
Unglaublich, wie gut mittlerweile E-Scooter unter 600 Euro sind. Wer einen E-Scooter günstig kaufen möchte, muss nur noch wenige Kompromisse eingehen. Viele Modelle bieten bereits einen starken Motor, tolle Verarbeitung, Blinker und weitere Premium-Funktionen wie eine Federung und eine App. Lediglich wer die Extra-Prise Akkukapazität, extra-weiche Federung und bärenstarke Motoren bevorzugt, muss mehr Geld auf den Tisch legen.
Navee N65i II
Der E-Scooter Navee N65i II verbessert den beliebten N65i. Er bietet nun 1350 W Spitzenleistung, üppige 150 kg Zuladung und eine hohe Reichweite.
- starker 1350-W-Motor
- hohe Zuladung 150 kg
- 22 km/h (innerhalb Toleranz)
- helles Frontlicht
- attraktiver Preis
- Frontfederung etwas straff
- keine Heckfederung
- hohes Eigengewicht
- limitierter Lenkereinschlag
- Registrierungszwang per App
Navee N65i II im Test: Mit 1350 Watt einer der stärksten E-Scooter unter 600 €
Der E-Scooter Navee N65i II verbessert den beliebten N65i. Er bietet nun 1350 W Spitzenleistung, üppige 150 kg Zuladung und eine hohe Reichweite.
Navee mischt den E-Scooter-Markt seit einigen Jahren auf. Der chinesische Hersteller gilt mittlerweile als ernstzunehmende Alternative zu den Platzhirschen Segway und Xiaomi. Bereits der Navee ST3 Pro (Testbericht) überzeugte uns mit exzellenter Federung und hochwertiger Verarbeitung.
Jetzt schickt Navee den Nachfolger des sehr beliebten N65i (Testbericht) ins Rennen. Achtung: Viele Online-Händler wie Amazon führen das Modell weiterhin unter der alten Bezeichnung, liefern aber tatsächlich schon die neue Version aus. Ein auffälliger Unterschied fällt schnell ins Auge – die Frontfederung ist beim N65i II verkleidet.
Mit einem Preis von 559 Euro bei Expert siedelt sich der N65i II im unteren Mittelfeld an. Wie sich der neue Navee schlägt, klärt unser Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau gelingt gewohnt zügig. Der E-Scooter kommt weitgehend vormontiert beim Käufer an, lediglich der Lenker will noch festgeschraubt werden. Die vier dafür nötigen Schrauben und ein Inbusschlüssel liegen bei. In wenigen Minuten ist der N65i II startklar – fast.
Denn vor der ersten Fahrt verlangt der Navee zwingend eine Aktivierung über die App. Wer das ignoriert, hört statt Fahrgeräuschen nur einen nervigen Piepton. Ein ähnliches Vorgehen kennen wir bereits vom Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht).
Optisch hinterlässt der N65i II einen sauber verarbeiteten Eindruck. Zwei robuste Stahlrohre verbinden die Lenkeinheit mit dem Basisrahmen. Die verkleidete Frontfederung wirkt wuchtig und verleiht dem E-Scooter einen individuellen Charakter. Das Trittbrett zeigt klare Kanten und misst 19 cm in der Breite, fällt aber nicht besonders lang aus. Schwarz und Grau bestimmen das Design, ein weißer Navee-Schriftzug auf der Lenkstange setzt einen dezenten Akzent. Display und Beleuchtung sind elegant integriert, damit bleibt das Kabelmanagement aufgeräumt.
Navee N65i II
Die großen 10,5-Zoll-Reifen mit grobem Profil unterstreichen den massiven Auftritt. Hier wirkt nichts nach Pendler-Spielzeug. Die Verarbeitung überzeugt mit hoher Steifigkeit, dicke Schweißnähte zeugen vom robusten Aufbau. Dank IPX5-Schutzklasse macht dem E-Scooter auch Regen nichts aus.
Praktisch im Alltag: Ein Haken an der Lenkstange nimmt Tüten oder einen Rucksack auf. Die maximale Zuladung von 150 kg sucht in dieser Preisklasse ihresgleichen und macht den N65i II auch für schwerere Fahrer interessant. Das Eigengewicht von knapp 24 kg fordert beim Transport jedoch Tribut – Treppensteigen oder ÖPNV-Nutzung werden zur Schwitzpartie.
Klappmechanismus
Aufgeklappt misst der Navee N65i II 121 × 60 × 130 cm. Zusammengeklappt schrumpft die Höhe auf kompakte 61 cm, die anderen Maße bleiben gleich. So passt er in die meisten Kofferräume. Die Lenksäule klappt nach hinten und rastet zuverlässig ein. Der Mechanismus lässt sich mit einer Hand bedienen. Im Gelenk zeigt sich kaum Spiel. Tragen kann man den E-Scooter an der Lenkstange.
Lenker & Display
Das große LED-Display sitzt mittig am Lenker und ist leicht erhöht angebracht – eine elegante Lösung. Es zeigt Akkustand, gewählten Fahrmodus und Lichtstatus übersichtlich an. Das Layout bleibt schlicht und verzichtet auf überflüssige Spielereien. Bei direkter Sonne spiegelt das Display etwas, doch die Helligkeit reicht für eine gute Ablesbarkeit.
Das fest integrierte Frontlicht ist ein Highlight. Es leuchtet den Weg breit aus und eignet sich dank der hohen Helligkeit auch für Nachtfahrten. Der vertikale Abstrahlwinkel ist anpassbar, damit der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Bei Dämmerung schaltet sich die Beleuchtung automatisch ein – diese Komfortfunktion muss man allerdings erst in der App aktivieren. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf.
Die Blinker thronen an den Enden des Lenkers und werden aus allen Richtungen gut wahrgenommen. Die Bedienelemente links wie rechts sind logisch angeordnet und sitzen in Reichweite der Daumen.
App
Die Navee-App verbindet sich per Bluetooth mit dem E-Scooter und zeichnet alle wichtigen Fahrdaten auf. Die Oberfläche ist funktional und übersichtlich, ohne mit Features überladen zu wirken. An die Tiefe der Segway-App reicht sie nicht heran. Alle wesentlichen Grundfunktionen sind aber an Bord.
Navee N65i II Screenshot
Praktisch ist die Integration von Apples „Find My“-Netzwerk. Bei Verlust oder Diebstahl lässt sich der Standort über das iPhone orten. Die Rekuperationsstärke kann individuell angepasst werden. Ein am E-Scooter einzugebender PIN-Code schützt auf Wunsch vor unbefugtem Losfahren. Wer mag, aktiviert die automatische Bluetooth-Entriegelung. Die optionale Traktionskontrolle (TCS) verhindert das Durchdrehen des Hinterrads auf rutschigem Untergrund wie Schotter oder nassem Laub.
Fahren
Das Fahrgefühl ist stabil und souverän. Die hohe Lenkerposition kommt großen Fahrern entgegen. Die breiten 10,5-Zoll-Luftreifen sorgen für entspannten Vortrieb und eine hohe Spurtreue. Auf schlechter Fahrbahn zeigt sich der N65i II komfortabel. Allerdings ist die vordere Federung etwas straff abgestimmt. Eine Heckfederung fehlt. Für längere Touren über Feldwege empfehlen wir daher Modelle mit Vollfederung wie den Egret Ey! 1 (Testbericht).
Bei niedrigem Tempo offenbart der N65i II eine kleine Schwäche. Der Lenkereinschlag ist begrenzt, was ihn in engen Kurven schwerfällig wirken lässt. Auch erschwert das hohe Gewicht das Rangieren im Stand. Einmal in Bewegung gesetzt, zeigt sich aber ein gutmütiges Handling.
Der Motor sitzt im Hinterrad und liefert eine Nennleistung von 500 W. In der Spitze leistet er 1350 W. Der Antritt ist kräftig, die Beschleunigung gelingt auch mit höherem Fahrergewicht zügig. An Anstiegen hält er seine Leistung erstaunlich konstant. Der Gashebel reagiert feinfühlig und lässt sich präzise dosieren.
Im Test erreicht der N65i II bis zu 22 km/h – das entspricht den 20 km/h Höchstgeschwindigkeit zuzüglich der erlaubten Messtoleranz von 10 Prozent. Beim täglichen Pendeln macht sich das gegenüber Modellen bemerkbar, die bereits bei 19 oder 20 km/h abregeln.
Das Bremssystem kombiniert eine Trommelbremse vorne mit einer Scheibenbremse hinten. Zusätzlich greift ein elektronisches EABS-System ein. Die Bremsleistung ist kräftig und gut dosierbar, auch bei höherem Tempo verzögert der E-Scooter verlässlich.
Akku
Der Akku besteht aus Lithium-Ionen-Zellen im 18650-Format und ist fest verbaut. Bei einer Spannung von 46,8 V und einer Kapazität von 477,36 Wh verspricht Navee eine Reichweite von bis zu 70 km bei konstanten 15 km/h. Bei 20 km/h sinkt der Wert auf 60 km. Diese Angaben gelten unter Idealbedingungen: leichter Fahrer, ebene Strecke, milde Temperaturen, konstante Geschwindigkeit.
In der Praxis sind realistisch 35 bis 50 km drin – abhängig von Fahrergewicht, Temperatur und Fahrweise. Für die Preisklasse ist das ein hervorragender Wert. Die Ladezeit beträgt 7 bis 8 Stunden, ein Schnellladen unterstützt der N65i II nicht.
Preis
Aktuell kostet der Navee N65i II ab 559 Euro etwa bei Expert. Angesichts der Leistung des Rollers ist das ein faires Angebot.
Fazit
Der Navee N65i II ist ein gelungener Nachfolger des beliebten N65i. Seine größten Stärken liegen im starken Antrieb, der hohen Zuladung von 150 kg und der guten Reichweite von realen 35 bis 50 km. Damit eignet er sich besonders für schwerere Fahrer und Pendler, die täglich längere Strecken zurücklegen.
Die Verarbeitung wirkt hochwertig, das Dreifach-Bremssystem sorgt für Sicherheit. Das helle Frontlicht, der Blinker, die Find-My-Integration und der Tüten-Haken sind sinnvolle Extras. Auch die volle Ausnutzung der Toleranzgrenze von 22 km/h spricht für den N65i II.
Schwachstellen zeigen sich bei der etwas zu harten Frontfederung und der fehlenden Heckfederung. Auch das hohe Gewicht von knapp 24 kg, der limitierte Lenkereinschlag und der Registrierungszwang über die App trüben das Bild leicht. Wer über diese Punkte hinwegsieht, bekommt für wenig Geld einen guten E-Scooter, der deutlich über seiner Preisklasse spielt.
Egret Ey! 3
Der Ey! 3 ist das erste Mittelklassemodell des Premiumherstellers Egret. Mit Federung vorn und hinten, hellem Blinker und toller Verarbeitung macht er im Test vieles richtig. Doch er zeigt auch Schwächen.
- Vollfederung trotz niedrigem Gewicht
- schickes Design, hochwertige Verarbeitung
- agiles Fahrverhalten
- günstig
- schwacher Motor
- geringe Zuladung
- kleiner Akku
E-Scooter Egret Ey! 3 im Test: Premium zum Mittelklassepreis
Der Ey! 3 ist das erste Mittelklassemodell des Premiumherstellers Egret. Mit Federung vorn und hinten, hellem Blinker und toller Verarbeitung macht er im Test vieles richtig. Doch er zeigt auch Schwächen.
Immer mehr E-Scooter kommen mit einer Federung an Vorder- und Hinterrad. Kein Wunder, schließlich wird das Fahren so deutlich angenehmer, Unebenheiten werden einfach weggebügelt, selbst Bordsteine verlieren ihren Schrecken. Auch der neue Egret Ey! 3 hat eine Vollfederung.
Egret war bisher primär für seine hochpreisigen E-Scooter bekannt. Die folgenden Egret-Modelle haben wir bereits getestet.
Mit dem Ey! 3 bringt Egret nun ein Mittelklasse-Modell auf den Markt, das einiges anders macht als die Konkurrenz. Im ausführlichen Testbericht schauen wir uns den neuen E-Scooter im Detail an.
Neben dem Egret Ey! 3 gibt es in der neuen Serie auch noch die Modelle Ey! 1, Ey! 2 und Ey! 6. Dabei positioniert sich der Egret Ey! 3 als günstigstes Modell. Er hat im Vergleich zu den höherpreisigen Varianten eine geringere Reichweite, einen schwächeren Motor und etwas kleinere Reifen. Dafür ist er mit einem Preis ab 299 Euro (Amazon) aber auch deutlich günstiger als etwa der Ey! 1.
Entwickelt wurde der Ey! 3 in Kooperation mit dem E-Mobility Hersteller Yadea. Dieser ist hierzulande noch relativ unbekannt, gehört aber Weltweit zu den Marktführern für Elektroroller.
Versicherung
Für E-Scooter gibt es eine Haftpflicht-Versicherungspflicht, aber auch andere Versicherungen können wichtig sein. Selbst die vorsichtigsten Fahrer können die Gefahr eines Unfalls nie zu 100 Prozent ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.
Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen wirklich. Denn wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.
Aufbau: Schnell erledigt
Wie bei den meisten E-Scootern müssen auch beim Egret Ey! 3 nach dem Auspacken nur wenige Schrauben fixiert werden, damit die Lenkstange hält. Zusätzlich empfiehlt es sich, alle Schrauben noch einmal nachzuziehen und die Reifen auf den korrekten Luftdruck aufzupumpen. Wir raten außerdem dringend zum Tragen eines Helms. Welcher am smartesten schützt, zeigt unsere Bestenliste Top 7: Der beste smarte Fahrradhelm mit Blinker, Bluetooth, SOS & Musik im Test.
Optik: So ein Hübscher!
Rein optisch gefällt uns der Ey! 3 auf Anhieb. Der Rahmen ist in einem matten Hellgrau gehalten, die Lenkstange in elegantem Mattschwarz. Ein echter Hingucker sind die für Egret typischen türkisen Farbakzente wie die Schriftzüge oder Zierstreifen am Trittbrett.
Bei genauerem Hinsehen fallen weitere durchdachte Details auf: So sind kaum Kabel zu sehen, was für ein sehr aufgeräumtes Erscheinungsbild sorgt. Die Federung an der Vorderradgabel verleiht dem E-Scooter zudem einen futuristischen Touch. Insgesamt wirkt der Egret Ey! 3 hochwertig verarbeitet und eher filigran als massig.
Verarbeitung: Filigran und dennoch stabil
Trotz seines filigranen Äußeren macht der E-Scooter aber einen robusten Eindruck. Das hintere Schutzblech ist zur Verstärkung mehrfach geknickt. Das gummierte Trittbrett fällt etwas kompakter aus als bei vielen Konkurrenten. Es ist nach hinten leicht angewinkelt, was dem Fahrer sicheren Stand bietet. Der Ständer wirkt, als könne er einiges aushalten.
Zum Zusammenklappen kommt ein klassischer Sicherungshebel im unteren Bereich der Lenkstange zum Einsatz. Die Lenkstange rastet dabei sicher in einer Öse am hinteren Teil des Trittbretts ein, sodass sich der E-Scooter bequem tragen lässt. Mit nur 18,6 kg Gewicht ist er recht leicht und eignet sich damit besonders für Pendler, die ihn zwischendurch auch mal ein paar Stufen hochtragen müssen, zum Beispiel in der S-Bahn oder um ihn im Kofferraum zu verstauen. Die maximale Zuladung gibt Egret mit 100 kg an – das ist zu wenig und könnte für schwerere Fahrer oder viel Gepäck knapp werden.
Aufgeklappt misst der Ey! 3 118 cm in der Länge, 57,6 cm in der Breite und 120 cm in der Höhe. Zusammengefaltet reduziert sich die Höhe auf kompakte 53 cm. So sollte er auch in kleine Kofferräume passen.
Nach IPX5 zertifiziert, ist der E-Scooter gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel geschützt. Breite Schutzbleche an Vorder- und Hinterrad halten hochspritzenden Regen und Schmutz zuverlässig vom Fahrer fern.
Über die zugehörige App lässt sich neben Zusatzinformationen wie dem exakten Akkustand auch eine Diebstahlsperre aktivieren. Das verhindert zwar, dass Langfinger einfach mit dem E-Scooter davonfahren. Zusammenklappen und wegtragen könnten sie ihn aber dennoch. Daher empfehlen wir in jedem Fall die Verwendung eines robusten Schlosses. Welche Modelle gut abschneiden, zeigt unser Ratgeber Fahrradschloss für E-Bike & E-Scooter: Smart, mit App, Alarm & GPS.
Lenker: Hier sitzt die Überraschung
Am Lenker des Egret Ey! 3 zeigen sich gleich mehrere Besonderheiten. Am auffälligsten ist der rechte Bremsgriff, der wie ein gewöhnlicher Handbremshebel für einen Seilzug aussieht – nur dass der Seilzug fehlt. Stattdessen steuert der Hebel die elektronische Motorbremse am Hinterrad an und erlaubt so eine präzise Dosierung der Bremskraft. Das überzeugt im Praxistest und ist eine der cleversten Lösungen, die wir bisher bei E-Scooter-Bremsen gesehen haben.
Ebenfalls ungewöhnlich ist der Gasring auf der rechten Seite. Die meisten anderen E-Scooter setzen stattdessen auf einen Daumenhebel. Der türkisfarbene Ring am Egret lässt sich dank Riffelung gut greifen und geht nicht zu straff. So ermöglicht auch bei längeren Touren ein ermüdungsfreies Fahren.
An den Lenkerenden sitzen die Blinker, die dank kräftiger LEDs auch bei Tageslicht gut zu erkennen sind. Die Steuerung erfolgt über zwei gut erreichbare Taster links am Lenker – vorbildlich! Ebenfalls links befindet sich die in den Bremshebel integrierte Klingel.
Display & Licht: Standardkost
Das mittig platzierte Display ist in den Lenker eingelassen und bei normalen Lichtverhältnissen gut ablesbar. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es je nach Winkel aber schwierig werden, die Anzeigen zu erkennen. Neben der Geschwindigkeit ohne Nachkommastelle zeigt es unter anderem den gewählten Unterstützungsmodus und die Akkukapazität in fünf Balken an.
Unterhalb des Displays befindet sich die einzige Taste des Ey! 3. Sie schaltet den E-Scooter ein und aus, wechselt zwischen den Fahrmodi und steuert das LED-Licht.
Die Lichtanlage besteht aus einem starren Frontscheinwerfer und einem Rücklicht, das beim Bremsen heller leuchtet. Der Scheinwerfer ist zwar nicht in der Höhe verstellbar, der Lichtkegel ist aber so ausgerichtet, dass er die Fahrbahn gut ausleuchtet, ohne Gegenverkehr zu blenden.
Fahren: Wie fährt sich der Egret Ey! 3?
Das Fahren mit dem Egret Ey! 3 gestaltet sich sehr angenehm – nicht zuletzt dank der Federung an Vorder- und Hinterrad. Sie ist straff genug, um sportliche Fahrmanöver zu ermöglichen und schluckt dennoch die meisten Unebenheiten effektiv weg. So lassen sich auch Kopfsteinpflaster oder Feldwege mit ordentlich Tempo entlangfahren und selbst kleinere Bordsteinkanten sind kein Problem mehr.
Die 9-Zoll-Luftreifen mit Pannenschutz bieten ein Profil, das für den Einsatz in der Stadt optimiert ist. Auch sie tragen zum hohen Fahrkomfort bei. Trotzdem hätten wir uns etwas größere 10-Zoll-Reifen gewünscht. Das würde gerade bei höheren Geschwindigkeiten für noch bessere Stabilität und mehr Sicherheit sorgen.
Der Nabenmotor im Hinterrad hat eine Nennleistung von 350 Watt, in der Spitze sind kurzzeitig bis zu 864 Watt drin. Das maximale Drehmoment beträgt magere 18 Nm. Verglichen mit anderen E-Scootern in dieser Preisklasse ist das eher durchschnittlich bis unterdurchschnittlich. Mit echten Tempobolzern wie dem Offroad-E-Scooter Slidefox NT (Testbericht) oder dem Niu KQi 300x (Testbericht) kann er aber nicht mithalten. Bei Tempo 20 regelt er weich ab, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Per GPS haben wir die maximale Geschwindigkeit nachgemessen und konnten die Angabe von 20 km/h exakt bestätigen. Es gibt zwar stärkere E-Scooter, für die meisten nicht allzu schweren Nutzer, die eher im flachen Gebiet unterwegs sind, dürfte der Motor aber ausreichen. Spaß macht das Fahren mit dem Ey! 3 auf jeden Fall.
Die direkte Lenkung vermittelt ein gutes Gefühl der Kontrolle und sorgt zusammen mit dem niedrigen Gewicht für eine agile Kurvenlage. Dabei bleibt der E-Scooter aber stets beherrschbar und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Selbst enge Manöver meistert er mit Bravour. Dazu kommt der sehr leise Motor. Insgesamt fühlt sich der Egret hochwertig und aus einem Guss an.
Die clevere Bremsanlage kombiniert über zwei Bremshebel eine mechanische Trommelbremse vorn mit der elektronisch gesteuerten Motorbremse hinten. Sie packt gut zu und bringt den E-Scooter schnell und sicher zum Stehen.
Akku: Wie ist die Reichweite des Egret Ey! 3?
Mit einer Kapazität von 275 Wh fällt der Akku für einen modernen E-Scooter eher klein aus. Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von 30 km an. Das ist unter Idealbedingungen gemessen und daher in der Praxis kaum zu erreichen. In unserem Praxistest mit einem 80 kg schweren Fahrer, häufigen Stopps und überwiegend hoher Geschwindigkeit kamen wir auf eine realistische Reichweite von etwa 20 km. Das deckt sich mit vergleichbar dimensionierten Akkus anderer Modelle, ist insgesamt aber eher mäßig. Für kürzere Pendlerstrecken ausreichend, für längere Touren müsste schon nach kurzer Zeit nachgeladen werden. Hier bieten andere E-Scooter deutlich mehr. Die E-Scooter mit der höchsten Reichweite zeigen wir in unserer Bestenliste Top 10: E-Scooter mit der besten Reichweite.
Ist der Akku leer, lässt er sich über das mitgelieferte Ladegerät in rund fünf Stunden wieder vollständig aufladen. Das ist in Ordnung, aber kein Rekordwert. Angesichts der geringen Kapazität hätten wir uns hier eine schnellere Ladefunktion gewünscht.
Preis
Der Egret Ey! 3 ist für 299 Euro (Amazon) erhältlich.
Alternativen
Hier im Preisvergleich zeigen wir die günstigsten Elektroroller mit einer Federung vorn und hinten.
Fazit
Der Egret Ey! 3 hinterlässt im Test einen positiven Eindruck. Die hochwertige Verarbeitung, das clevere Design und die komfortable Vollfederung machen ihn zu einem der besten E-Scooter in dieser Preisklasse. Die agilen Fahreigenschaften und das geringe Gewicht prädestinieren ihn besonders für den urbanen Einsatz und Pendler. Die cleveren Details am Lenker wie der Bremsgriff für die Motorbremse gefallen uns ebenfalls. Lediglich der etwas zu kleine Akku, der etwas schwachbrüstige Motor und die geringe maximale Zuladung stören uns.
E-Scooter WQ-W4 Pro
Der E-Scooter WQ-W4 Pro bietet für 183 Euro ein erstaunlich solides Gesamtpaket. Wir haben den Budget-Roller getestet und zeigen, warum er trotz seines Tiefpreises eine Überlegung wert ist.
- günstiger Preis von 189 Euro mit ABE
- nur 12 kg
- pannensichere Wabenreifen
- guter Klappmechanismus
- App-Unterstützung
- keine Federung
- mäßig starker Motor
- Kein Blinker vorhanden
Test: Legal, leicht & nur 189 Euro – wir testen den E-Scooter WQ-W4 Pro
Der E-Scooter WQ-W4 Pro bietet für 183 Euro ein erstaunlich solides Gesamtpaket. Wir haben den Budget-Roller getestet und zeigen, warum er trotz seines Tiefpreises eine Überlegung wert ist.
Als ich vor einigen Jahren meinen ersten E-Scooter testete, kosteten brauchbare Modelle noch mindestens 500 Euro. Seitdem hat sich viel getan. E-Scooter haben sich nicht nur als praktische Fortbewegungsmittel für die Stadt etabliert, sondern sind auch deutlich erschwinglicher geworden. Besonders für Pendler, die die berühmte „letzte Meile“ vom Bahnhof oder Auto zum Büro zurücklegen müssen, bieten elektrische Tretroller eine zeitsparende Alternative.
Während Premium-Modelle nach wie vor jenseits der 500-Euro-Marke liegen, drängen zunehmend Budget-Alternativen mit deutscher Straßenzulassung auf den Markt. Der WQ-W4 Pro gehört zu dieser Kategorie und verspricht für schlanke 183 Euro eine ABE-Zertifizierung, pannensichere Reifen, eine gute Reichweite und einen soliden Klappmechanismus.
Wichtiger Hinweis: Wir haben eine Variante ohne deutsche Straßenzulassung getestet, die auf Banggood für 219 Euro erhältlich ist und bis zu 25 km/h fährt. Für den legalen Betrieb in Deutschland empfehlen wir ausdrücklich die ABE-zertifizierte Version, die auf 20 km/h begrenzt ist. Beide Modelle sind in weiten Teilen baugleich.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Die Montage des WQ-W4 Pro gestaltet sich unkompliziert. Den Lenker einsetzen, vier Schrauben fixieren – fertig. Wir empfehlen, anschließend alle weiteren Schrauben nachzuziehen. Das Aufpumpen entfällt dank der Wabenreifen komplett. Im Lieferumfang befindet sich außerdem eine Handyhalterung für den Lenker – ein nettes Extra in dieser Preisklasse.
Optisch gibt sich der WQ-W4 Pro betont unauffällig. Kein schrilles Design, keine auffälligen Farben – die Funktionalität steht im Vordergrund. Das Kabelmanagement verdient ein Lob: Die Kabel verschwinden oben in der Lenkstange und zeigen sich nur weiter unten noch einmal kurz. So entsteht ein aufgeräumter Gesamteindruck ohne störende Kabelschlaufen.
Mit gerade einmal 12 Kilogramm gehört der WQ-W4 Pro zu den Leichtgewichten unter den E-Scootern. Das macht ihn besonders attraktiv für alle, die ihren Roller regelmäßig tragen oder in den Kofferraum hieven müssen. Die maximale Zuladung von 120 Kilogramm deckt die meisten Erwachsenen ab. Der E-Scooter verfügt über eine IP54-Zertifizierung, die ihn gegen Staub und Spritzwasser schützt. Bei Wolkenbrüchen sollte man ihn besser zu Hause lassen.
Eine Schwachstelle offenbart sich beim hinteren Schutzblech, das nur aus Kunststoff besteht. Hier sollte man keinesfalls drauftreten. Da der E-Scooter weder über eine Federung noch über Luftreifen verfügt, werden Straßenunebenheiten ungefiltert an den Fahrer und die Bauteile weitergegeben. Dies erhöht die mechanische Belastung und dürfte die Lebensdauer des Geräts verkürzen.
Der Klappmechanismus funktioniert erfreulich einfach und schnell – ideal für Pendler, die ihren E-Scooter in öffentlichen Verkehrsmitteln oder kleinen Wohnungen verstauen müssen. Der Haken an der Lenkstange rastet zuverlässig an der Öse am hinteren Schutzblech ein und löst sich nicht versehentlich. So lässt sich der zusammengeklappte Scooter sicher tragen.
Lenker & Display
Das Display sitzt elegant integriert in der Lenkstange und zeigt die wesentlichen Informationen wie Geschwindigkeit, Akkustand (in fünf Balken) und den gewählten Fahrmodus an. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Ablesbarkeit allerdings nur ausreichend – hier hätte ein helleres Display mit besserer Entspiegelung geholfen.
Die Frontbeleuchtung ist relativ weit oben an der Lenkstange positioniert, was für gute Sichtbarkeit sorgt. Eine Höhenverstellung sucht man vergeblich, aber die Werkseinstellung passt gut für den Alltagsgebrauch. Das Rücklicht schaltet sich mit dem Frontlicht ein und aus – keine Selbstverständlichkeit bei sehr günstigen E-Scootern. Ein nettes Sicherheitsfeature: Das Rücklicht blinkt beim Bremsen auf. Einen Blinker gibt es nicht, was bei diesem Preis allerdings zu erwarten war.
Die zugehörige App zeigt Fahrstatistiken an, ermöglicht das Sperren des E-Scooters und bietet Firmware-Updates sowie anpassbare Fahrmodi. Für einen E-Scooter dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.
Ergonomie, Motor, Bremsen
Der WQ-W4 Pro wird von einem bürstenlosen 350-Watt-Motor im Vorderrad angetrieben. Die von uns getestete Version erreicht 25 km/h, während die in Deutschland zugelassene Variante auf 20 km/h begrenzt ist. Der Motor ist nicht gerade ein Kraftpaket, was angesichts des günstigen Preises kaum überrascht. Dennoch beschleunigt er einen 85 Kilogramm schweren Fahrer zügig auf die Höchstgeschwindigkeit. Für den alltäglichen Stadtverkehr reicht die Leistung aus.
Das Bremssystem kombiniert eine elektronische Bremse am Vorderrad mit einer mechanischen Scheibenbremse am Hinterrad. Zusammen funktionieren sie erstaunlich gut und ermöglichen sowohl feinfühliges Verzögern als auch kraftvolle Vollbremsungen.
Die 8,5-Zoll-Wabenreifen sind Fluch und Segen zugleich. Einerseits sind sie pannensicher – keine Glasscherbe oder Reißzwecke führen zu einem unfreiwilligen Boxenstopp. Andererseits greifen sie gerade auf feuchtem Asphalt weniger gut als Luftreifen und geben jede Unebenheit ungefiltert an den Fahrer weiter. Wer regelmäßig über Kopfsteinpflaster oder holprige Radwege fahren muss, wird die fehlende Federung schmerzlich vermissen. Für kurze Strecken ist das verschmerzbar, bei längeren Fahrten auf unebenen Wegen können die Vibrationen jedoch ermüdend werden.
Das Trittbrett bietet ausreichend Platz und eine rutschfeste Oberfläche. Die Ergonomie passt für Personen zwischen 165 und 185 Zentimetern gut. Bei jeder Fahrt empfehlen wir das Tragen eines Helms – auch wenn es nicht explizit vorgeschrieben ist, schützt er im Ernstfall vor schweren Kopfverletzungen.
Akku
Der 36V 10Ah-Akku (360 Wh) soll laut Hersteller eine Reichweite von 25 bis 30 Kilometern ermöglichen. Diese Angabe basiert allerdings auf Idealbedingungen: ein leichter Fahrer, konstante Geschwindigkeit, ebene Strecke und moderate Temperaturen. In der Realität mit Stop-and-Go-Verkehr, voller Geschwindigkeit, 85 Kilogramm Zuladung und sommerlichen 25 Grad Celsius kommen wir auf gut 20 Kilometer.
Das mitgelieferte Netzteil lädt den Akku in etwa 4 bis 5 Stunden vollständig auf. Für den täglichen Pendelverkehr reicht die Reichweite in den meisten Fällen völlig aus. Wer längere Strecken plant, sollte entweder eine Lademöglichkeit am Zielort einplanen oder zu einem E-Scooter mit größerem Akku greifen.
Preis
Die von uns getestete Variante ohne Straßenzulassung kostet auf Banggood 219 Euro. Wir raten jedoch ausdrücklich zum Kauf der in Deutschland zugelassenen Version, die auf Amazon für 183 Euro erhältlich ist. Die Straßenzulassung (ABE) liegt laut Käuferkommentaren nicht bei und muss beim Kundenservice angefragt werden. Ausprobieren konnten wir das nicht.
Fazit
Der WQ-W4 Pro hat mich überrascht. Für unter 200 Euro bietet er deutlich mehr, als ich erwartet hatte. Natürlich gibt es Kompromisse – die fehlende Federung macht sich auf holprigen Straßen bemerkbar, und der Motor wird keinen Beschleunigungsrausch auslösen. Doch für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer, die hauptsächlich auf guten Straßen unterwegs sind, bietet er ein überzeugendes Gesamtpaket mit fast schon unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Verarbeitung ist für den Preis erstaunlich solide, besonders der aufgeräumte Lenker mit schick integriertem Display und der zuverlässige Klappmechanismus fallen positiv auf. Auch die App-Unterstützung ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Das geringe Gewicht von nur 12 Kilogramm macht ihn zum gern gesehenen Begleiter für Pendler, die ihren E-Scooter regelmäßig tragen müssen.
Wer einen günstigen E-Scooter für kurze Strecken auf guten Straßen sucht und keine überzogenen Erwartungen an Fahrkomfort und Leistung hat, macht mit dem WQ-W4 Pro definitiv nichts falsch. Für längere Fahrten oder unebene Wege empfehlen wir jedoch, etwas mehr zu investieren und zu einem Modell mit Luftreifen oder Federung zu greifen.
Joyor C10E
Der Joyor C10E hat einen abnehmbaren Akku und verspricht viel Power bei komfortabler Fahrt. Wir zeigen, ob sich der Kauf für 500 Euro lohnt.
- Wechselakku
- solide Verarbeitung
- gute Scheibenbremsen
- angenehmes Fahrverhalten
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Display bei Sonne schlecht ablesbar
- kein Blinker
- ungenaue Akkuanzeige
- keine Hinterradfederung
- Frontlicht sitzt zu tief
E-Scooter Joyor C10E im Test
Der Joyor C10E hat einen abnehmbaren Akku und verspricht viel Power bei komfortabler Fahrt. Wir zeigen, ob sich der Kauf für 500 Euro lohnt.
E-Scooter mit Wechselakku sind noch immer eine Seltenheit. Dabei bieten sie einen entscheidenden Vorteil: Der Akku kann zum Laden einfach entnommen werden, während der E-Scooter selbst draußen oder im Keller verbleiben kann. Der Joyor C10E gehört zu dieser seltenen Spezies.
Joyor hat bereits in früheren Tests gezeigt, dass ihre E-Scooter ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Mit dem C10E bringt der Hersteller nun einen komfortablen E-Scooter mit ABE-Zulassung für 381 Euro (Geekmaxi, Coupon-Code: 4QUA36MJ) auf den Markt, der nach dem Kauf eines Versicherungskennzeichens legal auf deutschen Straßen gefahren werden darf. Ob der Joyor C10E mit etablierten Modellen wie dem Ninebot Segway Max G2D oder dem günstigen Navee S65D mithalten kann, zeigt unser ausführlicher Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Joyor C10E zeigt sich in einem dezenten, komplett schwarzen Design. Das weiße Joyor-Logo an der Lenkstange ist neben oragenen Elementen am Vorder- und Hinterrad das einzige optische Highlight. Trotz seiner zurückhaltenden Farbgebung gefällt der E-Scooter durch seine abgerundeten und teilweise geschwungenen Elemente. Das Kabelmanagement könnte allerdings besser sein – sowohl am Lenker als auch weiter unten an der Lenkstange sind Kabel sichtbar.
In Sachen Verarbeitung hinterlässt der Joyor C10E einen hochwertigen Eindruck. Nichts wackelt oder knarzt während der Fahrt, was für eine solide Konstruktion spricht. Das hintere Schutzblech ist stabil und das Trittbrett bietet ausreichend Platz für einen sicheren Stand. Mit knapp 20 Kilogramm ist der E-Scooter noch vergleichsweise leicht.
Der C10E misst aufgeklappt 119 × 59 × 130 Zentimeter und kann ein maximales Fahrergewicht von 120 Kilogramm tragen. Über einen leichtgängigen Sicherungshebel am unteren Teil der Lenkstange lässt sich diese nach hinten umlegen und am hinteren Schutzblech einrasten. So kann der Scooter auch getragen und platzsparend verstaut werden – er passt problemlos in viele Kofferräume. Allerdings löst sich der hintere Haken zu leicht, was die Transportfunktion etwas einschränkt. Ein weiterer Nachteil: Der Lenker lässt sich nicht werkzeugfrei umklappen.
Ein kleines, aber feines Detail: Der Hersteller legt dem E-Scooter einen Ersatzschlauch bei – ein praktisches Extra, das bei einer Reifenpanne hilfreich sein kann.
Lenker & Display
Der Lenker des Joyor C10E ist angenehm hoch und breit, was ihn auch für größere Menschen geeignet macht. Die Lenkgriffe sind ergonomisch geformt und ausgesprochen komfortabel. Der Daumengriff auf der rechten Seite sitzt allerdings etwas weit vom Lenkgriff entfernt und geht recht schwerfällig. Bei längeren Fahrten kann das zu Ermüdungserscheinungen im Daumen führen – ein Problem, das wir auch bei anderen E-Scootern wie dem Trittbrett Fritz beobachtet haben.
Die Bremsgriffe sind gut erreichbar. In den linken Bremsgriff ist eine Klingel integriert. Ebenfalls auf der linken Seite befindet sich die Steuereinheit mit drei Tasten. Einen USB-Port zum Laden von Smartphones sucht man vergeblich – ein Feature, das bei einigen Konkurrenzmodellen mittlerweile Standard ist.
Das große, farbige Display in der Mitte des Lenkers zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe, die Restkapazität in fünf Balken und die gefahrenen Kilometer an. Leider ist das Display bei direkter Sonneneinstrahlung kaum noch ablesbar – ein Problem, das wir auch beim Navee V50 festgestellt haben. Eine App zur Steuerung und Überwachung des E-Scooters gibt es nicht. Zudem ist die Anzeige der Restkapazität ungenau, was die Planung längerer Fahrten erschweren kann.
Das Frontlicht sitzt recht weit unten an der Lenkstange. Für eine bessere Sicht und um besser gesehen zu werden, hätten wir es uns höher und heller gewünscht. Das Rücklicht hingegen ist hell genug und leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf – ein wichtiges Sicherheitsfeature im Straßenverkehr.
Ein in unseren Augen großes Manko ist das Fehlen eines Blinkers. Dieser würde die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich erhöhen.
Fahren
Der Joyor C10E fährt sich überraschend angenehm. Das liegt an seiner hochwertigen Verarbeitung, den breiten 10-Zoll-Luftreifen mit gutem Profil und der ordentlichen Zwei-Kolben-Federung am Vorderrad. Diese Kombination reicht bereits aus, um mühelos Bordsteine hinunterzufahren und auch mal eine Pflastersteinstraße zu bewältigen. Für noch mehr Fahrkomfort wäre allerdings eine zusätzliche Hinterradfederung wünschenswert gewesen, wie sie etwa der Ninebot Segway Max G2D bietet.
Die zwei mechanischen Scheibenbremsen am Vorder- und Hinterrad lassen sich feinfühlig ansteuern und ermöglichen ein präzises Dosieren der Bremskraft. Auch wenn sie zusätzlich stets die Motorbremse aktivieren, ist ein wohldosiertes und im Bedarfsfall auch abruptes Abbremsen jederzeit möglich.
Der Motor bietet bei 48 Volt starke 500 Watt. Allerdings verhindert die Elektronik ein flottes Anfahren – seine volle Motorkraft entfaltet der E-Scooter erst ab etwa 6 km/h. Das macht ihn zwar für Fahranfänger sicherer, nimmt ihm jedoch gleichzeitig viel von seiner Spritzigkeit. Schade, dass der Hersteller dem Fahrer nicht die Option lässt, dies nach seinen Wünschen anzupassen.
Als maximale Endgeschwindigkeit messen wir per GPS 21 km/h. Das ist ein guter Wert, der innerhalb der in Deutschland erlaubten Grenzen von 20 km/h plus 10 Prozent liegt. Bei unserem Test an einem Hügel zeigt sich jedoch, dass die Leistung des Motors nur im Mittelfeld spielt. Wer eher schwer ist und steile Anstiege bewältigen will, könnte mit dem Joyor C10E an seine Grenzen stoßen. Für flache Strecken in der Stadt reicht die Motorleistung jedoch vollkommen aus.
Akku
Das Highlight des Joyor C10E ist zweifellos sein Wechselakku. Nur wenige E-Scooter auf dem deutschen Markt bieten dieses praktische Feature. Der Akku lässt sich über einen Schlüssel komfortabel zusammen mit dem Trittbrett entnehmen. An einem Tragegriff kann er so einfach in die Wohnung transportiert und dort geladen werden, während der E-Scooter unten im Hof oder im Keller bleibt. Dies ist besonders praktisch für alle, die in Mehrfamilienhäusern wohnen oder den Akku im Büro laden wollen.
Der Akku hat eine Kapazität von 329 Wattstunden. Das ist für die Preisklasse ein ordentlicher Wert. Der Hersteller gibt an, mit dem Akku bis zu 40 Kilometer weit zu kommen. Diese Reichweite ist jedoch unter Idealbedingungen gemessen – also bei einem Fahrergewicht von etwa 70 Kilogramm, bei Temperaturen um 20 Grad Celsius, auf ebener Strecke ohne Steigungen und mit konstanter Geschwindigkeit ohne häufiges Anfahren und Bremsen.
In unserem Test mit einer Zuladung von 80 Kilogramm, bei kaltem Wetter, viel Stop-and-Go und überwiegend Asphalt, kommen wir auf gut 25 Kilometer. Das ist ein realistischer Wert für den Alltagsgebrauch und reicht für die meisten Pendlerstrecken aus. Der Akku ist nach etwa 6 Stunden vollständig geladen. Ein passendes Ladegerät liegt dem E-Scooter bei.
Preis
Der Joyor C10E kostet bei Geekmaxi 381 Euro (Coupon-Code: 4QUA36MJ). Wer bei Amazon kauft, zahlt 400 Euro. Damit positioniert er sich im mittleren Preissegment für E-Scooter mit Straßenzulassung.
Fazit
Der Joyor C10E überzeugt im Test mit seinem praktischen Wechselakku, der soliden Verarbeitung und dem angenehmen Fahrverhalten. Er eignet sich besonders für Pendler, die einen kompakten E-Scooter für den täglichen Gebrauch suchen und keine Möglichkeit haben, diesen in der Wohnung zu laden.
Die Kombination aus breiten Luftreifen und Vorderradfederung sorgt für ausreichenden Fahrkomfort auf typischen Stadtstraßen. Auch die Scheibenbremsen an beiden Rädern machen einen guten Job. Der 500-Watt-Motor bietet genug Leistung für flache Strecken, könnte aber bei steileren Anstiegen und schwereren Fahrern an seine Grenzen stoßen.
Zu den Schwachpunkten zählen das bei Sonnenlicht schlecht ablesbare Display, die ungenaue Akkuanzeige, der fehlende Blinker und der etwas schwergängige Gasgriff. Auch das tief sitzende und nicht besonders helle Frontlicht könnte besser sein.
Für 500 Euro bietet der Joyor C10E dennoch ein überzeugendes Gesamtpaket. Wer einen zuverlässigen E-Scooter für den täglichen Gebrauch sucht und Wert auf einen entnehmbaren Akku legt, macht mit dem C10E nichts falsch.
Epowerfun EPF-2 Pro
Der preiswerte Epowerfun EPF-2 Pro gefällt im Test mit Wechselakku, einstellbarer Vollfederung und hellem Blinker vorne und hinten.
- Wechselakku
- Blinker vorn und hinten
- einstellbare Vollfederung
- 80-Lux-Frontlicht
- gute App
- Trittbrett etwas kurz
- Federung knallt zurück
- Motor bei 120 kg grenzwertig
Epowerfun EPF-2 Pro im Test: Überraschend viel E-Scooter ab 569 Euro
Der preiswerte Epowerfun EPF-2 Pro gefällt im Test mit Wechselakku, einstellbarer Vollfederung und hellem Blinker vorne und hinten.
Nun zeigt Epowerfun mit dem EPF-2 Pro ein seltenes Feature: einen herausnehmbaren Wechselakku, etwa zum Laden in der Wohnung oder im Büro. Ein optionaler Zweitakku verlängert die Gesamtreichweite.
Epowerfun bietet den EPF-2 Pro in zwei Grundvarianten an. Die Wechselakku-Modelle kommen mit 490 Wh oder 653 Wh und starten bei 689 Euro, im Bundle mit Zusatzakku ab 889 Euro. Wer auf den Wechselakku verzichten kann, greift zu den drei Festakku-Modellen mit 490, 612 oder 816 Wh ab 569 Euro. Wer will, kann zum gleichen Preis auch direkt beim Hersteller Epowerfun kaufen. Wir haben die Wechselakku-Variante getestet.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Die Lieferung erfolgt in einer rein kartonbasierten Verpackung. Kein Styropor, kein Plastikmüll. Das ist umweltfreundlich und einfach zu entsorgen.
Der E-Scooter kommt weitgehend vormontiert. Lenker mit beiliegendem Inbus-Werkzeug befestigen, Reifendruck prüfen, bei Bedarf die Heckfederung mit dem mitgelieferten Spezialschlüssel auf das eigene Körpergewicht einstellen – fertig. Dass ein solcher Spezialschlüssel beiliegt, ist selten und gern gesehen. Auspacken und Montage dauern unter zehn Minuten. Wir empfehlen bei jeder Fahrt das Tragen eines Helms (Bestenliste).
Epowerfun EPF-2 Pro Bilder
Optisch gibt sich der EPF-2 Pro clean und minimalistisch. Die gleichmäßige Lackierung wirkt hochwertig. Nur ein einziges Kabel bleibt sichtbar: das Kabel des Bremshebels, das sauber in der Lenkstange verschwindet.
Die Verarbeitung überzeugt auf ganzer Linie: Ein stabiler Rahmen und präzise Passungen sorgen dafür, dass absolut nichts wackelt oder klappert. Zudem hält die IP65-Zertifizierung Staub und Strahlwasser zuverlässig fern.
Ein kleines Manko ist jedoch die starre Lenkstange, die sich nicht in der Höhe verstellen lässt – ein klarer Nachteil für besonders große oder kleine Fahrer. Mit einem Gewicht von 22 bis 24 Kilogramm, je nach gewählter Akku-Variante, macht sich der E-Scooter zudem beim Tragen über Treppen deutlich bemerkbar.
Ein wichtiger Pluspunkt: Epowerfun ist ein deutscher Hersteller mit gutem Service. Ersatzteile sind einzeln verfügbar.
Lenker & Display
Der Lenker liegt angenehm in der Hand. Bequeme, wenn auch keine ergonomischen Griffe, stabile Standposition, angenehme Breite. Rechts sitzt der gummierte Daumenregler für das Gas, links der Bremshebel – ebenfalls als Daumenhebel mit gummierter Oberfläche. Beide sind gut erreichbar, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen.
Die kompakte Bedieneinheit am Lenker schützt ihre Schalter mit Gummikappen vor Feuchtigkeit. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: S für sportlich, D für normal und Eco mit Schiebehilfe bei 5 km/h.
Das Display misst 78 × 56 mm und gehört zu den größeren am Markt. Es zeigt unter anderem Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrmodus und aktuelle Leistung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar. Optisch wirkt es eher funktional als modern – die Informationsdichte stimmt aber.
Das Frontlicht strahlt mit 80 Lux ausgesprochen hell. Es lässt sich im Winkel und in der Höhe verstellen. Ein seitliches Leuchtelement verbessert die Sichtbarkeit. Das Rücklicht leuchtet dauerhaft und beim Bremsen zusätzlich als helles, automatisches Bremslicht auf. Ein Reflektor ergänzt die Sichtbarkeit nach hinten.
Blinker finden sich beim EPF-2 Pro sowohl vorne an den Lenkerenden als auch hinten am Heck – eine echte Seltenheit in dieser Preisklasse. Während die meisten Konkurrenten wie der Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) oder der Navee ST3 Pro (Testbericht) auf hintere Signalleuchten verzichten, leuchten diese hier angenehm hell. Zudem geben sie ein akustisches Signal ab, das sich bei Bedarf über die App deaktivieren lässt. Gesteuert wird das Ganze bequem mit der linken Hand, sodass der Griff am Lenker jederzeit sicher bleibt.
Fahren
Das Fahrgefühl des EPF-2 Pro ist stabil und vorhersagbar. Gute Geometrie und Heckantrieb sorgen für ein ruhiges Fahrverhalten, auch bei höheren Geschwindigkeiten. In Kurven liegt der E-Scooter sicher. Die Lenkung reagiert direkt und der Wendekreis ist klein.
Das Trittbrett misst etwa 45,5 × 16,5 cm. Es fühlt sich etwas kurz an. Hinten ist es hochgezogen, da darunter die hintere Federung sitzt – eine gute Platzierung, die aber Fahrer mit großen Füßen einschränken kann. Die Standfläche selbst bietet guten Grip. Die maximale Zuladung beträgt 120 kg – da hätten wir uns mehr erhofft.
Die Gasdosierung gelingt feinfühlig. Gas- und Bremsreaktionen lassen sich in der App abstimmen – von sanft bis direkt.
Motor
Der 48-Volt-Heckantrieb leistet 500 Watt nominal und 1200 Watt in der Spitze. Gegenüber dem Standard-EPF-2 bietet er rund 20 Prozent mehr Drehmoment. Das Anfahren erfolgt gemütlich, aber konstant. Kein Beschleunigungsmonster, aber für Stadt und leichte Touren absolut ausreichend.
Der Motor läuft nahezu geräuschlos. Auch bei niedrigem Akkustand bleibt die Leistung konstant. Moderate Steigungen meistert er problemlos. Bei sehr hohem Fahrergewicht nahe 120 kg ist die Leistung allerdings grenzwertig. Die Höchstgeschwindigkeit nutzt das gesetzlich erlaubte Maximum von 22 km/h voll aus.
Bremsen
Vorne arbeitet eine wartungsarme Trommelbremse. Sie steuert gleichzeitig auch die hintere Bremse an. Dort bremst eine dosierbare, verschleißfreie E-Bremse mit Rekuperation über einen eigenen Daumenhebel links. Der kombinierte Bremsweg ist gut, die Verzögerung zuverlässig und sicher.
Ein Punkt fällt auf: Anfangs greift die E-Bremse etwas zu hart zu und lässt sich schwer dosieren. Über die App kann die Bremsempfindlichkeit jedoch weicher eingestellt werden. Danach funktioniert das System gut.
Federung
Die Vollfederung ist eines der Highlights des EPF-2 Pro. Vorne kommt die bewährte Federgabel zum Einsatz. Hinten sitzt eine Stahlfeder, die mit dem beiliegenden Spezialschlüssel auf das Fahrergewicht eingestellt werden kann.
Bordsteine, Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster absorbiert die Federung gut. Feldwege verlieren ihren Schrecken. Allerdings knallt sie etwas hart in die Ursprungsposition zurück. Das ist besonders bei höherem Fahrergewicht spürbar. Trotzdem: Der Unterschied zu einem ungefederten E-Scooter ist enorm.
Die 10-Zoll-Luftreifen ergänzen die Federung und schlucken zusätzlich kleinere Unebenheiten. Das Zusammenspiel ergibt ein komfortables Fahrgefühl auf fast allen Untergründen.
App
Die Epowerfun-App verbindet sich per Bluetooth schnell und stabil. Das Pairing erfolgt unkompliziert mit dem Start-Code 888888. Eine aufwendige Registrierung verlangt die App nicht – ein klarer Pluspunkt gegenüber Segway und Navee, die den Nutzer vor der ersten Fahrt zur Kontoerstellung zwingen.
Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich. Die Maximalgeschwindigkeit lässt sich zwischen 6 und 22 km/h begrenzen. Gas- und Bremsempfindlichkeit können stufenlos angepasst werden. Der Blinker-Ton lässt sich ein- oder ausschalten. Eine Wegfahrsperre schützt vor unbefugter Nutzung. Display-Helligkeit und Software-Updates steuert der Nutzer ebenfalls über die App.
Für Technikinteressierte zeigt die App Live-Daten zu Spannung, Temperatur, Stromstärke und Tour-Distanz. Das Interface ist schlicht und funktional. Navigation oder Kartenfunktionen gibt es nicht.
Akku
Der Wechselakku ist das zentrale Feature des EPF-2 Pro. Mit einem Schlüssel lässt sich der 48-Volt-Lithium-Ionen-Akku aus dem Trittbrett entnehmen. Er wiegt je nach Variante 3,4 bis 4 kg. Separat laden in der Wohnung, im Büro oder unterwegs – kein Problem. Das Trittbrett bleibt bei entnommenem Akku offen.
Zwei Kapazitäten stehen zur Wahl: 490 Wh (ca. 10,2 Ah) und 653 Wh (ca. 13,6 Ah). Laut Hersteller reicht der kleine Akku für bis zu 60 km, der große für bis zu 80 km. Diese Werte gelten unter Idealbedingungen: 75 kg Fahrergewicht, 20 km/h, ebene Strecke, 25 °C.
In der Realität erreichen wir mit dem 490-Wh-Akku bei 85 kg Fahrergewicht, gemischtem Gelände und zügiger Fahrt rund 35 km. Mit dem 653-Wh-Akku sind bis zu 50 km realistisch. Bei Kälte sinkt die Reichweite deutlich – im Winter um bis zu 30 Prozent. Wer einen Zweitakku mitführt, verdoppelt die Reichweite. In der Praxis sind dann 70 bis 100 km möglich. Die Ladezeit beträgt etwa 4,5 Stunden pro Akku.
Der Vorteil liegt auf der Hand: kein schweres Scooter-Schleppen, schneller Tausch unterwegs. Allerdings kosten Wechselakku-Varianten mehr als Festakku-Modelle gleicher Kapazität.
Preis
Fazit
Der Epowerfun EPF-2 Pro löst mit seinem Wechselakku ein echtes Alltagsproblem. Akku raus, nach oben tragen, laden – fertig. Kein Schleppen des gesamten E-Scooters mehr. Mit optionalem Zweitakku verdoppelt sich die Reichweite. Das bietet in dieser Preisklasse kein anderer Hersteller.
Der 1200-Watt-Motor beschleunigt kraftvoll und leise auf die vollen 22 km/h. Die einstellbare Vollfederung sorgt für hohen Komfort auf fast allen Untergründen. Der Doppel-Blinker vorn und hinten sowie das 80-Lux-Frontlicht mit seitlichem Leuchtelement erhöhen die Sicherheit spürbar. Die App bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten ohne Registrierungszwang. Und als deutscher Hersteller liefert Epowerfun einzeln verfügbare Ersatzteile und guten Service.
Schwächen zeigen sich beim etwas kurzen Trittbrett, der bei harten Schlägen zurückknallenden Federung und dem nicht höhenverstellbaren Lenker. Bei sehr hohem Fahrergewicht nahe 120 kg stößt der Motor an seine Grenzen. Für den Preis bekommt man dennoch einen durchdachten E-Scooter mit Wechselakku, der die Konkurrenz in puncto Alltagstauglichkeit alt aussehen lässt.
Joyor Y8-S
Der Joyor Y8-S hat einen massiv großen Akku, dicke Reifen mit Vollfederung, viel Power und eine Straßenzulassung. Dabei kostet er vergleichsweise wenig. Wir haben ihn getestet.
- extrem großer Akku
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- Straßenzulassung, starker Motor, gute Bremsen
- kompakter Klappmechanismus
- Zeigefingergriff stört beim Bremsen
- kein Blinker
Joyor Y8-S im Test
Der Joyor Y8-S hat einen massiv großen Akku, dicke Reifen mit Vollfederung, viel Power und eine Straßenzulassung. Dabei kostet er vergleichsweise wenig. Wir haben ihn getestet.
Der Joyor Y8-S ist ein E-Scooter fürs Grobe. Seine dicken 10-Zoll-Reifen sollen ihn zusammen mit der Federung an Vorder- und Hinterrad für die Offroad-Nutzung qualifizieren. Dabei erinnert er uns bezüglich seiner Optik und der Ausstattung an den Eleglide D1 (Testbericht) – bietet jedoch im Gegensatz zu diesem eine Straßenzulassung.
Wer den ultimativen Offroad-E-Scooter zum Einstiegspreis sucht, sollte sich den Eleglide D1 Master (Testbericht) anschauen. Er hat gleich zwei Motoren, eine tolle Federung und einen sehr großen Akku. Allerdings fehlt ihm die Straßenzulassung. Ebenfalls gut, aber ohne ABE-Zulassung, ist der verboten schnelle Kugoo Kirin G3 (Testbericht). Dass es auch mit Straßenzulassung über Stock und Stein gehen kann, zeigt der Premium-E-Scooter IO Hawk Legend (Testbericht).
Spannend ist am Joyor Y8-S vor allem sein Preis. So kostet er trotz Mammut-Akku, guter Federung und starkem Motor auf Amazon 499 Euro.
Optik & Verarbeitung
Der Joyor Y8-S kommt quasi komplett vormontiert in einem Karton zum Käufer. Einzig das Display mit Zeigefingergriff will über zwei Schrauben am Lenker montiert werden. Der Lenker ist in seiner Höhe variabel. So eignet sich der Joyor Y8-S auch für größere Fahrer – die maximale Zuladung beträgt 120 Kilogramm. Nachteil der Höhenverstellbarkeit: Die Kabel führen erst recht weit unten in die Lenkstange, was etwas unaufgeräumt wirkt. Das Trittbrett des E-Scooters ist nicht sehr lang, dafür aber ausgesprochen breit. Das hintere Schutzblech besteht aus einem Kunststoff und wirkt, als könne es bei einem beherzten Tritt kaputt gehen.
Rein optisch macht der Joyor Y8-S einiges her. Das liegt vor allem an den breiten Reifen, der deutlich sichtbaren Federung und der robusten Bauweise. Farbelemente sucht man am Offroad-E-Scooter vergeblich – hier herrschen Grau- und Schwarztöne vor.
Klappt man den etwa 26 Kilogramm schweren E-Scooter zusammen, reduzieren sich seine Maße von 120 × 57 × 119 Zentimeter auf 1150 × 21 × 38 Zentimeter. Das ist ausgesprochen kompakt. Der Joyor Y8-S erreicht das unter anderem dadurch, dass sich die Lenkstange einfahren und die Griffe am Lenker umklappen lassen. So passt der E-Scooter auch in kleine Kofferräume oder unter den Sitz der S-Bahn.
Lenker
Die Haltegriffe sind ergonomisch geformt und entsprechend bequem. Auf der linken Seite sitzt neben dem Bremsgriff für die hintere mechanische Scheibenbremse zusätzlich eine schick integrierte Klingel und ein Taster zum Steuern des Lichts. Das Frontlicht ist hell, sitzt aber nur etwa 30 Zentimeter über dem Boden. Das beeinträchtigt die Sichtbarkeit negativ. Das Rücklicht hängt ebenfalls am Stromkreislauf und befindet sich direkt oberhalb des Versicherungskennzeichens. Es leuchtet beim Bremsen nicht zusätzlich auf.
Auf der linken Seite des Lenkers sitzt neben der Bremse das Display mit Zeigefingergriff für das Ansteuern des Motors. Auch wenn sich bei E-Scootern eher der klassische Daumengriff durchsetzt, hat ein Zeigefingergriff Vorteile. So ermüden die Finger bei längeren Fahrten weniger schnell. Beim Joyor Y8-S zeigt sich jedoch ein Problem. So ist es nur mit etwas Übung möglich, erst Gas zu geben und dann mit der gleichen Hand den Bremsgriff zu betätigen.
Das runde und farbige OLED-Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Es zeigt unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe, die Restkapazität des Akkus in fünf Balken und wahlweise die Trip-Kilometer, die Gesamtkilometer oder die gefahrene Zeit an. Eine App unterstützt der elektrische Tretroller nicht. Auch einen Blinker suchen wir vergeblich. Diese sind jedoch für wenige Euro nachrüstbar. Mehr dazu in unserem Ratgeber Zubehör & Tuning für E-Scooter: Blinker, smarte Schlösser, GPS-Tracker & Co.
Fahren
Der Joyor Y8-S kommt mit je einer mechanischen Scheibenbremse an Vorder- und Hinterrad. Beim Bremsen schaltet sich stets die Motorbremse hinzu. Das kann nerven, erschwert es doch ein sanftes Abbremsen. Das Lösen einer Steckverbindung unterbricht das automatische Zuschalten der Motorbremse. Wir empfehlen jedoch, dies nicht zu tun.
Im Bremstest schneidet der E-Scooter gut ab. Mit etwas Fingerspitzengefühl kommen wir flott zum Stehen. Allerdings sind die Bremsen nicht unbedingt für Anfänger geeignet. So kann es bei einer Vollbremsung passieren, dass das Vorderrad blockiert und wegrutscht. Das kann zu schweren Stürzen führen. Wir empfehlen dringend das Tragen eines Helms. Mehr dazu in unserer Bestenliste Top 5: Die besten smarten Fahrradhelme mit Blinker, Bluetooth & Musik im Test.
Der 500-Watt-Motor des Joyor Y8-S sitzt im Hinterrad und ist stark. Er schafft es mühelos, uns unsere Testhügel hinaufzuschieben. Allerdings fällt auf, dass er ein paar Meter benötigt, bevor er seine volle Power entfaltet.
Die Fahrt selbst gestaltet sich dank der guten Federung angenehm. Die Federung am Vorderrad hat einen großen Hub und ist gedämpft. Auch die Doppelzylinderfederung am Hinterrad gefällt uns. Im Zusammenspiel mit den dicken Offroad-Reifen auf dem 10-Zoll-Rädern ist es mit dem Joyor Y8-S kein Problem, über eine Wiese, einen Feldweg oder Trails zu heizen. Bordsteine stellen weder hinauf noch hinab ein Problem dar. Doch auch wenn die Federung gut ist, mit der des Eleglide D1 Master (Testbericht) kann sie nicht mithalten. Einen Nachteil hat die Federung: Die Lenkstange ist nicht fest mit dem Trittbrett verbunden und wirkt daher leicht schwammig.
Der Akku ist das Prachtstück des Joyor Y8-S. Er hat eine unfassbar hohe Kapazität von 1248 Wattstunden. Wir hatten noch nie einen E-Scooter mit einer höheren Kapazität in der Redaktion.
Laut Joyor soll der Y8-S mit einer Akkuladung 55 bis 75 Kilometer weit kommen. Tatsächlich halten wir diese Angabe bei einem Fahrergewicht von etwa 80 Kilogramm, warmen Wetter und Stadtverkehr für realistisch. Für eine komplette Ladung benötigt das mitgelieferte Netzteil mindestens acht Stunden.
Preis
Der Joyor Y8-S kostet auf Amazon 499 Euro.
Fazit
Der Joyor Y8-S ist ein echtes Brett. So gibt es wohl kaum einen anderen E-Scooter um die 700 Euro, der mehr bietet und trotzdem eine Straßenzulassung hat. Besonders krass ist die enorme Akkukapazität, mit der eine Reichweite von 50 Kilometern gar kein Problem ist, unter Umständen sind gar deutlich höhere Reichweiten möglich. Auch die massive Verarbeitung und die gute Federung wissen zu gefallen. Erwähnenswert ist zudem der Klappmechanismus. Dank einziehbarer Lenkstange und anklappbaren Lenkgriffen gibt es kaum einen E-Scooter, der kompakter klappt. Hier kommen noch der starke Motor, die dicken Reifen, das gute Display und die ordentlichen Bremsen hinzu.
Weniger gut gefällt uns, dass der Zeigefingergriff für das Gas und der Hebel der Bremse zu nah beieinander liegen. Auch fehlen Premium-Funktionen wir ein Blinker oder eine App. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt mit dem Joyor Y8-S einen Offroad-fähigen E-Scooter mit massiver Reichweite zum vernünftigen Preis.
Segway Ninebot F3 Pro
Der Segway Ninebot F3 Pro D positioniert sich als Mittelklasse-E-Scooter mit starkem Motor und umfangreicher App. Wir testen, ob er gegen die starke Konkurrenz besteht.
- starker 1200-Watt-Motor
- sehr gute Bremsen
- umfangreiche App-Funktionen
- einfacher Klappmechanismus
- solide Verarbeitung
- optimistische Reichweitenangabe
- keine Heckblinker
- recht teuer
- Registrierungszwang
Segway Ninebot F3 Pro D im Test: E-Scooter mit 1200 Watt und toller App
Der Segway Ninebot F3 Pro D positioniert sich als Mittelklasse-E-Scooter mit starkem Motor und umfangreicher App. Wir testen, ob er gegen die starke Konkurrenz besteht.
Segway erweitert 2025 sein E-Scooter-Portfolio um den Ninebot F3 Pro D, der sich zwischen Einstiegs- und Mittelklasse positioniert. Als 2025-Modell bringt er aktuelle Technik und Verbesserungen gegenüber den Vorgängern mit.
So bietet er im Vergleich zum aktuell nur 447 Euro teuren Ninebot F2 Pro D (Testbericht) eine deutlich höhere maximale Motorleistung von 1200 Watt statt 900 Watt und eine theoretisch längere Reichweite von 70 km versus 55 km. Gegenüber dem bewährten Ninebot Max G2D (Testbericht), der lange unsere Bestenliste anführte, hat er eine ähnliche Motorleistung von 1000 Watt und eine vergleichbare Reichweite. Der Max G2D ist jedoch robuster gebaut und kostet etwa 693 Euro – nicht viel mehr als der F3 Pro D.
Der neue Ninebot Max G3 D (Testbericht) ist deutlich teurer, er liegt aktuell bei 949 Euro, bietet aber eine höhere Reichweite mit stärkerer Federung. Der F3 Pro kann hier nicht mithalten – der Max G3 ist in fast allen Kategorien besser und unser aktueller Testsieger der Premium-Klasse. Im Kontrast zum Ninebot ZT3 Pro D (Testbericht) ist der ZT3 Pro offroad-orientiert mit toller Federung und höherer Belastbarkeit, aber mit 789 Euro teurer.
Für 689 Euro (Mediamarkt) positioniert sich der F3 Pro D als günstiger Einstieg in die Segway-Welt der 2025er-Generation. Doch der Konkurrenzdruck durch andere Marken ist hoch.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau gestaltet sich typisch unkompliziert: Der Scooter kommt weitgehend vormontiert, nur der Lenker muss mit vier Schrauben befestigt werden. Die im Lieferumfang enthaltenen Werkzeuge machen die Montage in unter 10 Minuten möglich. Die Verpackung setzt noch auf Styropor, während andere Hersteller mittlerweile auf umweltfreundlichere Pappe-Alternativen umsteigen – hier könnte Segway nachbessern.
Optisch zeigt sich der F3 Pro D modern und ansprechend, mit mattschwarzem und grauem Design sowie markanten roten Akzenten. Das Bremskabel und Teile der Federung sind rot gehalten, auch der rote Schriftzug des Logos auf dem grauen Trittbrett setzt willkommene Akzente.
Segway Ninebot F3 Pro Bilder
Das Gewicht von 18,6 kg liegt im unteren Mittelfeld und macht den Transport noch gut handhabbar. Die Verarbeitung entspricht dem gewohnten Segway-Standard, auch wenn Schrauben am Lenker sich nach etwa 5 km Fahrt etwas gelockert haben – ein Nachziehen ist daher ratsam. Die schlauchlosen Reifen sind selbstverschließend und sollen kleinere Pannen durch Dornen oder Nägel automatisch abdichten.
Der Klappmechanismus nutzt das bewährte Segway-System: Per Hebel bedienbar rastet der Klappmechanismus sicher ein und lässt sich schnell mit nur einer Hand bedienen. In der Praxis dauert das Zusammenklappen etwa 5 Sekunden. So verringert sich seine Größe von 115 × 59 × 126 cm auf 115 × 59 × 61 cm. Praktisch: Auf Wunsch schaltet sich der E-Scooter nach dem Falten automatisch aus.
Lenker & Display
Der Lenker bietet runde, nicht-ergonomische Griffe ohne Handballenauflage. Das kann bei längerer Fahrt zu Ermüdungserscheinungen an den Händen führen. Die Bedienelemente sind alle links angeordnet. Rechts sitzt der präzise Gasgriff. Alle Schalter sind auch während der Fahrt blind erreichbar, was die Sicherheit erhöht.
Das integrierte, farbige Display zeigt viele Informationen übersichtlich an: unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit, den Akkustand in Prozent, die Restreichweite und sogar die Uhrzeit. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist es jedoch schwer ablesbar.
Die Beleuchtung umfasst ein höhenverstellbares helles Frontlicht, das sich automatisch bei Dämmerung einschaltet, sowie ein rotes Rücklicht mit Bremslichtfunktion. Blinker an den Lenkerenden erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr, leider fehlen zusätzliche Blinker am Heck.
App
Hier spielt Segway seine Stärken voll aus. Die Segway-Ninebot Mobility App ist ein Musterbeispiel dafür, wie E-Scooter-Apps funktionieren sollten – umfangreich, aber nicht überladen. Die Bluetooth-Verbindung für die Aktivierung des Scooters ist bei der Ersteinrichtung notwendig, danach läuft alles smooth.
Die App bietet Live-Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Akku und Reichweite in Echtzeit. Fahrstatistiken und Routenverfolgung helfen dabei, das eigene Fahrverhalten zu analysieren. Besonders clever: Eine Taste am Scooter lässt sich frei belegen – etwa für den Lieblings-Fahrmodus oder die Lichtsteuerung.
Segway Ninebot F3 Pro Screenshot
Die Sicherheitsfunktionen sind beeindruckend: Automatische Entsperrung per Nähe (Abstand zwischen 1 bis 10 Meter einstellbar), Wegfahrsperre (Motor blockiert, Hinterrad sperrt) und eine Alarmanlage mit Bewegungssensor. Letztere ist allerdings recht leise – ein entschlossener Dieb lässt sich davon kaum abschrecken. Die PIN-Code-Eingabe direkt am Scooter (4-stellig via Blinker und Bremse) ist durchdacht, aber gewöhnungsbedürftig.
Smarte Features wie Apple Find My Integration und integrierte Navigation zeigen, wohin die Reise geht. Anruf-Benachrichtigungen runden das Paket ab. Die App stabilisiert sogar das Fahrverhalten via Segride/TCS – die aktivierbare Traktionskontrolle verhindert Rutschen auf glattem Untergrund.
Der große Funktionsumfang ist lobenswert, die Individualisierung top. Kritikpunkte gibt es trotzdem: Updates sind langsam und erfordern eine stabile Verbindung. Zudem bleibt der Registrierungszwang ein Ärgernis – ohne App ist der Scooter nicht voll nutzbar.
Fahren
Der F3 Pro D fährt sich angenehm ausgewogen. Die sanfte Beschleunigung macht auch Anfängern keine Probleme, während erfahrene Fahrer die knapp 22 km/h Höchstgeschwindigkeit (offiziell 20 km/h) zu schätzen wissen. Der 1200-Watt-Motor arbeitet leise und performant.
Das Bremssystem verdient besonderes Lob: Mechanische Scheibenbremsen vorne und hinten, ergänzt durch elektronische Hinterradbremse, sorgen für starke und gut dosierbare Bremsleistung. Der E-Scooter verzögert zuverlässig und kontrolliert, ohne den Fahrer über den Lenker zu katapultieren.
Die Kombination aus Vorder- und Hinterradfederung dämpft kleinere Unebenheiten ab und macht Bordsteinkanten erträglich. Für längere Fahrten auf Kopfsteinpflaster oder Feldwegen reicht sie nicht – hier sind Schwingfedermodelle überlegen. Für Stadtfahrten ist das Fahrverhalten aber völlig ausreichend.
Akku
Der Akku bietet eine Kapazität von 477 Wh – ein solider Wert in dieser Preisklasse, der sich mit teureren Modellen messen kann. Segway verspricht bis zu 70 km Reichweite unter Idealbedingungen: 75 kg Fahrergewicht, 15 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 25°C Außentemperatur und ebene Strecke ohne Gegenwind.
Die tatsächliche Reichweite hängt stark von zahlreichen Faktoren ab: Fahrergewicht, Wetter, Streckenprofil, Fahrweise und Reifendruck. Realistisch sind bei zügiger Fahrt mit 22 km/h, 85 kg Zuladung und normalem Stadtverkehr mit Stop-and-Go etwa 35 bis 40 km erreichbar – immer noch ein guter Wert für diese Preisklasse.
Die Ladezeit beträgt etwa 6 bis 8 Stunden mit dem mitgelieferten Ladegerät. Ein integriertes Netzteil wie bei anderen Segway-Modellen (MAX G2 D, MAX G3 D) gibt es nicht.
Preis
Der Segway Ninebot F3 Pro D kostet 689 Euro (Mediamarkt) und positioniert sich im unteren Mittelfeld. Für diesen Preis bekommt man solide Technik mit bewährter Segway-Qualität und Zuverlässigkeit, muss aber auf Premium-Features wie Federung oder integriertes Ladegerät verzichten.
Im Vergleich zur Konkurrenz ist der Preis fair, aber nicht besonders günstig. Andere Hersteller wie Navee oder Xiaomi bieten für ähnliches Geld teilweise mehr Ausstattung, bessere Leistungsdaten oder zusätzliche Features.
Fazit
Der Segway Ninebot F3 Pro D ist ein solider E-Scooter mit bewährter Segway-Qualität und Zuverlässigkeit. Seine größten Stärken liegen in der hochwertigen Verarbeitung, dem starken 1200-Watt-Motor und der ordentlichen Reichweite. Die umfangreiche App bietet viele Features, auch wenn der Registrierungszwang unnötig nervt. Sein größter Schwachpunkt ist der doch recht hohe Preis von 689 Euro (Mediamarkt). Hier gibt es Konkurrenzprodukte wie den Navee GT3 Max (Testbericht), die weniger kosten und im Grunde mindestens genauso gut sind.
Ausom L1
Der Ausom L1 zeigt im Test viel Offroad-Tauglichkeit fürs Geld: Vollfederung, 749-Wh-Akku, Blinker und Straßenzulassung. Doch ein Punkt trübt den positiven Gesamteindruck.
- großer 749-Wh-Akku
- gute Vollfederung vorn/hinten
- fairer Preis
- helle Blinker
- kräftiger 930-W-Motor
- schwammiges Fahrgefühl
- umständlicher Klappmechanismus
- hohes Gewicht von 28 kg
- Ladezeit 9–10 Stunden
E-Scooter Ausom L1 im Test: großer Akku, gute Federung & Blinker für 499 Euro
Der Ausom L1 zeigt im Test viel Offroad-Tauglichkeit fürs Geld: Vollfederung, 749-Wh-Akku, Blinker und Straßenzulassung. Doch ein Punkt trübt den positiven Gesamteindruck.
Vollfederung, Riesenakku, Blinker und Straßenzulassung für unter 500 Euro? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch der Ausom L1 will genau das liefern. Der robuste Offroad-E-Scooter kombiniert einen 749 Wh großen Akku mit einem 930-W-Motor, einstellbarer Federung an beiden Rädern und StVO-konformen Blinkern. Hier ist dank Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) alles legal.
Damit wildert der Ausom L1 im Revier etablierter Offroad-Modelle. Der Joyor Y8-S (Testbericht) kostet ähnlich wenig und bringt sogar mit 1248 Wh einen fast doppelt so großen Akku mit. Wer mehr investieren kann, greift zum Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) – geniale Federung, perfekte Verarbeitung und 2000 W Spitzenleistung sprechen für unseren Testsieger.
Aktuell kostet der Ausom L1 bei Geekmaxi 469 Euro (Code: 3X338MUK) und bei Amazon 499 Euro. Ob er trotz des günstigen Preises mit der Konkurrenz mithalten kann, zeigt unser Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau des Ausom L1 dauert rund 15 Minuten – etwas länger als bei den meisten Konkurrenten. Nach der Fixierung der Lenkerstange müssen Lenker, Display und Frontlicht separat angeschraubt werden. Im Karton liegen neben dem E-Scooter ein Netzteil, drei NFC-Karten, Montagehandschuhe und eine Bedienungsanleitung. Anschließend muss man den Reifendruck und die Bremsen prüfen. Wir empfehlen das Tragen eines Helms.
Optisch macht der Ausom L1 mehr her, als sein günstiger Preis vermuten lässt. Der massive Stahlrahmen in Grau mit gelb-orangen Akzenten wirkt erwachsen und robust. Das breite Trittbrett (51 × 19 cm) bietet ausreichend Standfläche. Am Heck schützt eine leicht erhöhte Ablage das Schutzblech und dient gleichzeitig als Stütze für den hinteren Fuß. 15 cm Bodenfreiheit sorgen dafür, dass auch höhere Bordsteinkanten oder Wurzeln kein Problem darstellen. Die großen Schutzbleche aus Kunststoff sitzen fest und halten Spritzwasser zuverlässig ab.
Die Verarbeitung überrascht für diese Preisklasse. Saubere Schweißnähte, ein steifes Lenkrohr, ein verwindungsarmer Rahmen – Billig-Plastikteile oder störende Spaltmaße sucht man vergeblich. Der E-Scooter sieht schlicht teurer aus, als er ist. Mit IP54-Zertifizierung trotzt er Spritzwasser aus beliebigem Winkel.
Mit 28 kg ist der Ausom L1 allerdings ein echtes Schwergewicht. Selbst der schwere Doppelmotor-Bolide Iscooter IX7 Pro (Testbericht) wiegt mit 30 kg nur wenig mehr. Wer den Ausom L1 regelmäßig in den dritten Stock ohne Aufzug schleppen muss, sollte vorher seinen Bizeps trainieren.
Der Klappmechanismus ist unnötig kompliziert. Statt eines einfachen Schnellverschlusshebels muss zunächst eine große Kunststoffschraube gelöst werden – das dauert etwa zehn Sekunden. Auch das Einhaken der Lenkstange am hinteren Trittbrett gelingt nicht intuitiv: Die Lenkstange muss erst auf die richtige Höhe gebracht werden, bevor der Haken greift. Das hätte man deutlich einfacher lösen können. Zusammengeklappt misst der E-Scooter etwa 125 × 69 × 56 cm. Für den täglichen Transport im ÖPNV oder häufiges Treppensteigen ist er damit weniger geeignet.
Lenker & Display
Der Lenker ist mit 69 cm erfreulich breit und vermittelt gute Kontrolle. Seine Höhe lässt sich zwischen 113 und 133 cm verstellen – damit eignet sich der E-Scooter für Fahrer von 150 bis 200 cm Körpergröße. Die ergonomisch geformten Griffe liegen angenehm in der Hand.
Etwas gewöhnungsbedürftig: Der Gashebel wird nicht mit dem Daumen, sondern mit dem Zeigefinger bedient. Er geht etwas straff. Bei längeren Fahrten kann das zu Ermüdung oder gar Schmerzen im Finger führen.
Das 4,5-Zoll-LC-Display ist eines der größten, die wir bisher an einem E-Scooter gesehen haben. Es zeigt Geschwindigkeit, Fahrmodus, Akkustand, Distanz und verschiedene Untermenüs übersichtlich an. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar.
Die integrierten Blinker an den Lenkerenden sind erfreulich hell. Ein Wippschalter auf der linken Seite aktiviert sie. Ein akustisches Signal gibt es nicht und der Blinker schaltet sich nicht automatisch ab – hier muss der Fahrer aufpassen.
Das Voll-LED-Lichtsystem überzeugt. Der im Abstrahlwinkel verstellbare Frontscheinwerfer leuchtet hell und hat einen seitlichen Lichtaustritt, der die Sichtbarkeit bei Nachtfahrten verbessert. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf. Einen Dämmerungssensor gibt es nicht, das Licht wird über einen separaten Schalter aktiviert.
Besonders ist das Sicherheitskonzept. Vor jeder Fahrt muss ein Passwort eingegeben (Standard: 0000) oder eine der drei beiliegenden NFC-Karten ans Display gehalten werden. Über ein verstecktes Untermenü – Plus- und Minus-Taste gleichzeitig gedrückt halten – lassen sich unter Position P23 neue Passwörter und unter P18 neue NFC-Karten binden. Sogar das eigene Smartphone funktioniert mit einer entsprechenden NFC-App als Schlüssel. Coole Option, aber alles andere als selbsterklärend. Ohne Bedienungsanleitung steht man hier auf dem Schlauch.
Eine eigene App gibt es leider nicht. Schade, denn sie hätte die Passwort- und NFC-Verwaltung deutlich komfortabler gemacht.
Fahren
Auf dem Ausom L1 stehen – das fühlt sich erst mal gut an. Das breite Trittbrett bietet viel Platz, die erhöhte Ablage am Heck gibt dem hinteren Fuß Halt. Dank des höhenverstellbaren Lenkers und der ergonomischen Griffe finden Fahrer unterschiedlicher Statur eine bequeme Position. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: Eco (ca. 10 km/h), Sport (ca. 15 km/h) und Race (ca. 20–22 km/h). Die Umschaltung erfolgt über die Plus- und Minus-Tasten an der rechten Seite des Lenkers.
Die Vollfederung mit einstellbaren Federn an Vorder- und Hinterrad ist das Herzstück des E-Scooters. Sie schluckt Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster, Schotter und kleine Wurzeln hervorragend. Auf Feldwegen fühlt sich der Ausom L1 richtig wohl – hier spielt er seine Stärken voll aus. Die 10-Zoll-Tubeless-Offroad-Reifen bieten guten Grip auf Asphalt und leichten Waldwegen.
Allerdings – und das ist der größte Kritikpunkt am E-Scooter – fühlt sich das Fahren ungewöhnlich schwammig an. Präzise Lenkmanöver gelingen nur mit Mühe. Das liegt vermutlich an der weichen Federung. Dieses Problem kennen wir auch vom Trittbrett Fritz (Testbericht), dort ist es aber weniger ausgeprägt. Andere vollgefederte Modelle wie der Segway Ninebot Max G3 D oder der Navee S65D bekommen das deutlich besser hin. Wer ein knackiges, direktes Fahrgefühl erwartet, wird enttäuscht.
Der Heck-Nabenmotor mit 500 W Nennleistung (48-V-System) und bis zu 930 W Spitzenleistung zieht kräftig aus dem Stand an. 29 Nm Drehmoment sorgen dafür, dass auch leichte Steigungen souverän gemeistert werden. Im Race-Modus schöpft der Motor den gesetzlichen Rahmen mit 20 bis 22 km/h gut aus.
Das Bremssystem mit E-ABS und mechanischen Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad packt satt zu. Der Bremsweg ist kurz, die Dosierung gelingt feinfühlig. Auch bei Vollbremsungen bleibt der E-Scooter kontrollierbar.
Akku
Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 749 Wh (48 V / 15,6 Ah) und ist fest eingebaut. Laut Hersteller soll eine Reichweite von bis zu 70 km möglich sein – unter Idealbedingungen.
Im Praxistest mit einem 85 kg schweren Fahrer, Race-Modus, flacher Strecke und 15 °C Außentemperatur kommen wir auf 35 bis 45 km. Ein solider Wert, der für die meisten Pendelstrecken und Freizeitausflüge ausreicht. Die reale Reichweite hängt wie immer von Fahrergewicht, Temperatur, Streckenprofil und Fahrstil ab.
Die Ladezeit von 9 bis 10 Stunden mit dem mitgelieferten 54,6 V / 1,5-A-Ladegerät ist eine echte Geduldsprobe. Über Nacht laden – andere Optionen gibt es kaum.
Preis
Der Ausom L1 kostet aktuell bei Geekmaxi 469 Euro (Code: 3X338MUK) und bei Amazon 499 Euro. Für einen vollgefederten Offroad-E-Scooter mit 749 Wh Akku, Blinkern und Straßenzulassung ist das ein ausgesprochen fairer Preis. In dieser Ausstattungskombination gibt es aktuell kaum Konkurrenz zu diesem Kurs.
Fazit
Der Ausom L1 liefert für vergleichsweise wenig Geld eine beeindruckende Ausstattung. Der große 749-Wh-Akku sorgt für ordentliche Reichweite, die Vollfederung schluckt Feldwege und Schlaglöcher zuverlässig, die Blinker erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr. Auch schwerere Fahrer zieht der kräftige Motor souverän durch die Gegend. Die Bremsen packen verlässlich zu. Und die Verarbeitung überrascht positiv für diese Preisklasse – saubere Schweißnähte, steifer Rahmen, keine Billig-Anmutung.
Doch es gibt Schattenseiten. Das schwammige Fahrgefühl ist der größte Kritikpunkt. Andere vollgefederte E-Scooter fahren sich deutlich präziser. Der umständliche Klappmechanismus nervt, das Gewicht von 28 kg macht den Transport zur Kraftübung, und die Ladezeit von 9 bis 10 Stunden erfordert Geduld. Auch der straffe Zeigefinger-Gashebel ist ein Minuspunkt.
Wer einen günstigen Offroad-E-Scooter mit großem Akku und Straßenzulassung sucht und über das schwammige Fahrgefühl hinwegsehen kann, bekommt hier viel E-Scooter fürs Geld. Für den Preis gibt es schlicht keinen besser ausgestatteten Offroad-Roller mit ABE – man muss nur damit leben, dass er sich eher wie ein gemütlicher Feldweg-Cruiser als ein präzises Fahrinstrument anfühlt.
5th Wheel V30 Pro
Der 5th Wheel V30 Pro ist ein günstiger E-Scooter, der dennoch einige Extras wie eine Federung am Hinterrad und einen Blinker mitbringt. Wir haben ihn getestet und zeigen, ob er trotz seines geringen Preises eine gute Figur macht.
- nur 300 Euro
- geringes Gewicht
- Blinker und Hinterradfederung
- keine Vorderradfederung
- kleiner Akku
- wackeliges hinteres Schutzblech
5th Wheel V30 Pro im Test
Der 5th Wheel V30 Pro ist ein günstiger E-Scooter, der dennoch einige Extras wie eine Federung am Hinterrad und einen Blinker mitbringt. Wir haben ihn getestet und zeigen, ob er trotz seines geringen Preises eine gute Figur macht.
E-Scooter müssen nicht teuer sein. Das beweist 5th Wheel mit dem V30 Pro eindrucksvoll. Für knapp 300 Euro bekommt der Käufer einen solide verarbeiteten elektrischen Tretroller mit ein paar spannenden Extras, die man sonst eher von teureren Modellen kennt. Dazu gehören etwa der Blinker und eine Federung am Hinterrad.
Der 5th Wheel V30 Pro kostet 339 Euro bei Mediamarkt.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Wie von den meisten E-Scootern gewohnt, gestaltet sich auch der Aufbau des 5th Wheel V30 Pro kinderleicht. Lediglich vier Schrauben müssen eingesetzt werden, um die Lenkstange zu fixieren. Die Reifen müssen nicht aufgepumpt werden, da es sich um luftlose Exemplare mit Wabenstruktur handelt. Die sogenannten Honeycomb-Reifen sind praktisch pannensicher, federn aber Stöße weniger gut ab als Luftreifen. Nach dem Aufladen des Akkus kann es dann auch schon losgehen – wir empfehlen einen Helm. Welche Helme sich für E-Scooter eignen, zeigen wir in unserer Bestenliste der besten smarten Helme.
Optisch präsentiert sich der 5th Wheel V30 Pro betont unauffällig. Er ist überwiegend in schlichtem Grau und Schwarz gehalten. Nur die hintere Scheibenbremse setzt einen roten Farbakzent. Erfreulich ist das gute Kabelmanagement des E-Scooters. So führt lediglich ein Bremskabel vom Bremsgriff in die Lenkstange. Ein weiteres Kabel am unteren Ende des Rollers ist sehr dezent verlegt.
Die Verarbeitung des 5th Wheel V30 Pro macht einen ordentlichen ersten Eindruck. Die Lenkstange wackelt nicht und die Beleuchtung ist sauber integriert. Lediglich das hintere Schutzblech aus Kunststoff wirkt etwas wackelig. Hier hätten wir uns eine stabilere Lösung gewünscht, weil dieses bei einem Tritt beschädigt werden kann. Die maximale Zuladung des E-Scooters beträgt 120 kg.
Der Klappmechanismus des V30 Pro ist einfach, aber effektiv. In unserem Fall musste der Sicherungshebel mit dem beiliegenden Werkzeug nachjustiert werden – das war jedoch völlig problemlos möglich. Die Lenkstange lässt sich so auf das hintere Schutzblech klappen und dort fixieren. In diesem Zustand kann der E-Scooter bequem getragen werden. Mit einem Gewicht von unter 15 kg ist er für einen Elektroroller nicht sonderlich schwer. Das macht ihn besonders interessant für Pendler, die den V30 Pro regelmäßig über Treppen oder in Bus und Bahn tragen müssen. Zusammengeklappt misst der 5th Wheel V30 Pro 1130 × 485 × 460 mm, aufgeklappt 1130 × 485 × 1215 mm. Mit einer IP54 Zertifizierung ist er gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt, jedoch nicht wasserdicht. Bei starkem Regen oder Pfützen ist also Vorsicht geboten.
5th Wheel V30 Pro Bilder
Lenker & Display
Die Lenkergriffe des 5th Wheel V30 Pro sind zwar nicht ergonomisch geformt, dafür aber gut gepolstert und griffig. An den Lenkerenden sitzt je ein gut sichtbarer Blinker. Eine Signalleuchte am hinteren Ende des E-Scooters fehlt jedoch. Wer einen E-Scooter ohne Blinker hat, kann diese aber problemlos nachrüsten. Welche Modelle empfehlenswert sind, zeigen wir in unserer Bestenliste Top 5: Der beste Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten. Die Bedienelemente für den Blinker befinden sich auf der linken Lenkerseite. Angenehm: Nach etwa zehn Sekunden schaltet sich der Blinker selbstständig wieder aus. So ist kein lästiges manuelles Ausschalten nach dem Abbiegen nötig.
Auf der rechten Seite des Lenkers befindet sich der Daumengriff für die Motorsteuerung. Er geht angenehm leicht, was für längere Fahrten von Vorteil ist. So ermüdet der Daumen nicht so schnell.
In der Mitte des Lenkers ist das einfache Display stilvoll integriert. Es verfügt über einen Knopf mit Mehrfachbelegung und zeigt die wichtigsten Informationen wie Geschwindigkeit, gewählte Unterstützungsstufe und Akkustand an. Eine Smartphone-App gibt es für den V30 Pro ebenfalls. Jedoch bietet sie kaum einen Mehrwert. Nützlich ist allenfalls die Möglichkeit, in der App eine Wegfahrsperre zu aktivieren. Potenzielle Diebe wird das aber kaum abschrecken, da sie den Roller einfach wegtragen können. Dennoch ist es besser als nichts. Deutlich mehr Schutz bietet ein hochwertiges Schloss. Welche Modelle zuverlässig vor Langfingern schützen, zeigen wir in unserem Ratgeber Fahrradschloss für E-Bike & E-Scooter: Smart, mit App, Alarm & GPS.
Die Lichtanlage des 5th Wheel V30 Pro weiß zu gefallen. Das vordere Licht ist fest integriert und ausreichend hell. Schade nur, dass der Abstrahlwinkel sich nicht anpassen lässt. Die hintere Leuchte ist ebenfalls ins Gesamtsystem eingebunden und leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf. Das erhöht bei Dunkelheit die Sichtbarkeit für den nachfolgenden Verkehr und damit auch die Sicherheit des Fahrers.
Fahren
Der 5th Wheel V30 Pro überzeugt mit einem agilen und wendigen Fahrverhalten. Vor allem auf ebenen, glatten Untergründen wie Asphalt macht er eine gute Figur. Das Fahrgefühl ist direkt und man hat den E-Scooter jederzeit gut unter Kontrolle. Allerdings ist die Ergonomie nicht optimal für sehr kleine oder sehr große Personen, da sich der Lenker nicht in der Höhe verstellen lässt.
Die luftlosen 10 Zoll Reifen mit der Waben- bzw. Honeycomb-Struktur bieten den Vorteil, dass sie pannensicher sind. Das gibt gerade bei längeren Fahrten abseits der eigenen Haustür ein gutes Gefühl – eine Reifenpanne ist praktisch ausgeschlossen. Dafür müssen Fahrer Abstriche beim Komfort machen. Die Wabenreifen schlucken Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster oder Schlaglöcher im Asphalt merklich schlechter als klassische Luftreifen. Hier macht sich dann auch das Fehlen einer Federung am Vorderrad negativ bemerkbar. Für ein komfortables Fahren auf unebenen Wegen wären größere Reifen und eine Vollfederung wünschenswert gewesen.
Die Hinterradfederung des V30 Pro funktioniert jedoch tadellos und schlägt sich achtbar. Sie ist angenehm weich abgestimmt und bügelt so zumindest kleinere Unebenheiten gut aus. Dennoch sind dem ungefederten Vorderrad bei gröberen Schlägen schnell Grenzen gesetzt. Fahrten auf Feldwegen sind zwar grundsätzlich möglich, machen aber nur bedingt Spaß. Letztlich ist der 5th Wheel V30 Pro eben eher ein E-Scooter für die Stadt als ein Offroad-Modell. Wer viel abseits asphaltierter Wege unterwegs sein will, sollte sich unsere Bestenliste Offroad-E-Scooter ansehen.
Angetrieben wird der V30 Pro von einem 350 Watt Motor im Vorderrad, der in der Spitze 520 Watt leisten kann. Wir konnten damit bei einem Fahrergewicht von etwa 80 kg problemlos die maximal erlaubte Geschwindigkeit von 20 km/h erreichen. Jedoch hatten wir im Vergleich schon deutlich stärkere Motoren im Test. Besonders für schwerere Personen könnte die Motorleistung grenzwertig sein. Auch verliert der Motor an langen, steilen Anstiegen schnell an Power. In der Ebene und für Fahrer bis circa 90 kg reicht die Kraft des Motors jedoch aus.
Verzögert wird der 5th Wheel V30 Pro über einen Bremsgriff auf der rechten Lenkerseite. Dieser aktiviert gleichzeitig die elektrische Motorbremse am Vorderrad und die mechanische Scheibenbremse am Heck. In der Praxis überzeugt die Brems-Performance. Der E-Scooter kommt schnell und in angemessener Distanz zum Stehen. Auch langsames, dosiertes Abbremsen ist möglich.
Akku
Der Akku des 5th Wheel V30 Pro fällt mit einer Kapazität von 270 Wh recht klein aus. Der Hersteller verspricht damit eine Reichweite von 32 km. Diese wurde jedoch unter Idealbedingungen ermittelt. Im urbanen Stop-and-Go-Verkehr sind diese Bedingungen praktisch nie gegeben. Deswegen konnten wir im Test mit einem Fahrergewicht von 80 kg, im Stadtverkehr, mit höchster Unterstützungsstufe und bei warmen 20 Grad Außentemperatur lediglich knapp 20 km weit kommen. Für Fahrten zum Supermarkt, Bäcker oder ins Büro ist das ausreichend. Wer jedoch längere Strecken zurücklegen will, muss den V30 Pro entsprechend häufiger laden.
Preis
Der 5th Wheel V30 Pro kostet 339 Euro bei Mediamarkt.
Fazit
Der 5th Wheel V30 Pro überrascht im Test mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für gut 300 Euro bekommt man einen solide verarbeiteten E-Scooter mit einigen Premium-Features wie Blinker und App-Anbindung. Der Motor ist für die meisten Nutzer ausreichend stark, die Bremsen funktionieren zuverlässig.
Positiv fallen auch das geringe Gewicht und der einfache Klappmechanismus auf. Damit eignet sich der V30 Pro gut für Pendler, die ihren E-Scooter regelmäßig tragen müssen. Die Hinterradfederung arbeitet effektiv, allerdings vermissen wir eine Federung am Vorderrad. Auch der relativ kleine Akku begrenzt den Aktionsradius.
Insgesamt bietet der 5th Wheel V30 Pro für seinen günstigen Preis eine ordentliche Ausstattung und Fahrleistung. Wer einen preiswerten Einstieg in die Welt der E-Scooter sucht und keine Langstrecken plant, findet hier ein empfehlenswertes Modell. Für anspruchsvollere Nutzer oder häufige Offroad-Fahrten gibt es aber bessere, wenn auch teurere Alternativen.
Iscooter E9 Max
Der E-Scooter E9 Max hat eine Straßenzulassung und bietet für nur 380 Euro einen 350-W-Motor und einen 360-Wh-Akku. Wir haben ihn getestet.
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- Zuladung 120 kg
- gute Bremsen, kommt mit App
- schwacher Motor
- Honeycomb-Reifen
- zu harte Federung
Preis-Leistungs-Knaller für 299 Euro: E-Scooter E9 Max im Test
Der E-Scooter E9 Max hat eine Straßenzulassung und bietet für nur 380 Euro einen 350-W-Motor und einen 360-Wh-Akku. Wir haben ihn getestet.
Der uns vorliegende E9 Max kostet bei Iscooterglobal.de nur noch 299 Euro statt 430 Euro. Wem das immer noch zu teuer ist, kann auch zum E9 Klassisch greifen. Dieser kostet 239 Euro, kommt jedoch im Vergleich zum E9 Max mit kleineren 8,5-Zoll-Reifen, 270-Wattstunden-Akku und ohne Federung. Für nur 255 Euro bekommen Käufer beim E9 Aufgerüstet eine zusätzliche Hinterradfederung.
Der E9 Max bietet trotz seines günstigen Preises einige Features, die man sonst vor allem bei etwas teureren Modellen findet. Ob sich der Kauf des E9 Max lohnt, zeigt dieser Testbericht.
Optik und Verarbeitung
Nach dem Auspacken muss der Nutzer zunächst den Lenker über vier mitgelieferte Schrauben an der Lenkstange fixieren. Dann gilt es noch, die mitgelieferte Tasche vor dem Lenker zu montieren – schon kann es losgehen. Wir empfehlen für die Fahrt auf jeden Fall einen Helm. Mehr dazu in unseren Ratgeber Blinker, Notruf & Musik: Deswegen lohnt sich ein smarter Fahrradhelm.
Die Verarbeitungsqualität ist dem günstigen Preis angemessen, kann aber nicht mit hochwertigeren E-Scootern mithalten. So wackelt die Lenkstange leicht und auch das hintere Schutzblech wirkt etwas windig. Insgesamt ist der Lenker weder besonders breit noch besonders hoch. Der E9 Max bietet sich deshalb vor allem für etwas kleinere Fahrer an. Wer über 185 Zentimeter groß ist, kommt beim Fahren schnell in eine gebückte Haltung, die es zu vermeiden gilt. Immerhin verträgt der E9 Max laut Datenblatt eine maximale Zuladung von 120 Kilogramm und ist dabei dennoch mit einem Eigengewicht von nur gut 14 Kilogramm angenehm leicht.
Optisch präsentiert sich der E-Tretroller unauffällig. Er kommt mit den von vielen anderen günstigen E-Scootern gewohntem und bewährtem Rahmen und ist überwiegend in Schwarz gehalten. Einzelne Elemente wie das Bremskabel sind rot, was für einen schicken Kontrast sorgt.
Toll finden wir, dass Iscooterglobal.de dem E9 Max eine Tasche beilegt. Einmal über Klettbänder an der Lenkstange montiert, fasst sie etwa drei Liter. Genug Platz für Netzteil, Wasserflasche, Powerbank und Co.
Der Klappmechanismus ist einfach, aber funktional. Über ihn reduzieren sich die Maße des E-Rollers von 110 × 44 × 115 Zentimeter auf 115 × 44 × 50 Zentimeter. Ein Haken am Lenker rastet am hinteren Schutzblech ein. So kann der E-Scooter zusammengeklappt an der Lenkstange hochgehoben werden.
Lenker
Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt neben dem Haken für den Klappmechanismus außerdem der Daumengriff zum Beschleunigen. Dieser geht angenehm leichtgängig. Auf der linken Seite sitzen die Klingel, der mechanische Bremsgriff und der Daumengriff für die elektrische Bremse. Schön, dass es hier nach wie vor beide Varianten gibt. Hersteller anderer E-Scooter wie der Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht) verzichten auf den Daumengriff für die Motorbremse.
Im Bremstest funktioniert die Kombination aus der Scheibenbremse am Hinterrad und der Motorbremse am Vorderrad gut. Auch ein kontrolliertes Abbremsen ist möglich. Wer verlustfrei bremsen will, nutzt den Daumengriff. Auch hier ist ein dosiertes Abbremsen möglich.
Display & Licht
In der Mitte sitzt schick in den Lenker integriert das kleine Display. Es zeigt unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit und die Akkuladung an. Es spiegelt etwas und kann bei direkter Sonneneinstrahlung nur schwer abgelesen werden. Der einzige Knopf des E-Scooters sitzt direkt unterhalb des Displays. Über ihn schaltet sich der E-Scooter ein und aus, die Unterstützungsstufe kann nicht gewechselt werden. Außerdem regelt der Knopf das Licht. Das Frontlicht ist ausreichend hell und kann in seinem Abstrahlwinkel angepasst werden. Auch das hintere Licht hängt am Stromkreislauf und schaltet sich mit dem Frontlicht ein und aus. Es leuchtet beim Bremsen nicht auf.
App
Der E9 Max kommt mit einer eigenen App namens Minirobot. Diese verbindet sich anstandslos und ohne vorherige Registrierung mit dem E-Scooter. Über die App aktiviert der Nutzer unter anderem einen Tempomaten und eine Zero-Start-Option. Zudem zeigt die App Informationen wie die gesamte Betriebszeit, die insgesamt gefahrenen Kilometer, die voraussichtlich verbleibende Reststrecke und einiges mehr. Die App ermöglicht auch ein Firmware-Update.
Fahren
Der E9 Max kommt mit 10 Zoll großen Honeycomb-Reifen. Diese haben den Vorteil, komplett pannensicher zu sein. Ihr Nachteil: Sie sind deutlich härter als Reifen mit Luftfüllung und übertragen deswegen Unebenheiten wie Steinchen, Bordsteine oder Schlaglöcher direkter auf E-Scooter und Fahrer. Um dies etwas abzumildern, kommt der E9 Max mit einer Federung des hinteren Rads. Diese ist zwar etwas hart eingestellt, hilft dennoch heftige Ruckler auszugleichen.
Die günstige E-Scooter-Variante E9 Klassisch kommt mit kleineren 8,5-Zoll-Reifen und verzichtet auf diese Federung. Wir empfehlen stark, 10 Euro mehr für den E9 Aufgerüstet mit ebendieser Federung zu investieren. Beim Fahren selbst vermittelt der E9 Max ein direktes und sehr wendiges Fahrgefühl.
Der Frontmotor des E9 Max hat eine Nennleistung von 350 Watt und eine Spitzenleistung von 500 Watt. Eine Angabe der Newtonmeter finden wir nicht. Insgesamt ist die Leistung des Motors enttäuschend. Er schafft es zwar, den 80 Kilogramm schweren Testfahrer recht flott auf die maximale erlaubten 20 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen, schwächelt aber bereits bei leichten Anstiegen. Wer etwas mehr auf die Waage bringt – immerhin erlaubt der E9 Max eine maximale Zuladung von 120 Kilogramm – könnte mit dem kleinen Motor echte Probleme bekommen.
Der Akku des E9 Max hat eine Kapazität von 360 Wattstunden. Damit soll er laut Hersteller etwa 40 Kilometer weit kommen. Die tatsächliche maximale Reichweite hängt unterdessen von vielen Faktoren wie dem Fahrergewicht, dem Untergrund, den zurückgelegten Höhenmetern, dem Fahrstil, der durchschnittlichen Geschwindigkeit und vielem mehr ab. Wir rechnen bei einem Fahrergewicht von 80 Kilogramm und einer urbanen Nutzung mit viel Stopp-&-Go mit knapp 30 Kilometern, bevor der E9 Max wieder ans Netzteil muss.
Preis
Der uns vorliegende E9 Max kostet bei Iscooterglobal.de nur noch 299 Euro statt 430 Euro. Wem das immer noch zu teuer ist, kann auch zum E9 Klassisch greifen. Dieser kostet 239 Euro, kommt jedoch im Vergleich zum E9 Max mit kleineren 8,5-Zoll-Reifen, 270-Wattstunden-Akku und ohne Federung. Für nur 255 Euro bekommen Käufer beim E9 Aufgerüstet eine zusätzliche Hinterradfederung.
Fazit
Der E9 Max besticht vor allem dank seines günstigen Preises. Dafür geht seine Ausstattung völlig in Ordnung. Er fährt sich angenehm und wendig. Die Bremsen sind gut, die App nützlich, der Akku für den Preis recht groß, die Lichtanlage hell und der Klappmechanismus praktikabel. Toll, dass Iscooter eine Tasche für die Lenkstange beilegt.
Trotzdem gibt es auch Nachteile. Dazu gehören die Honeycomb-Reifen in Verbindung mit der zu harten Federung, die zu viele Ruckler von der Straße an den Fahrer weitergeben. Auch ist der Motor insgesamt zu schwach.
ZUSÄTZLICH GETESTET
Doc Green Explorer ESA 1919
Doc Green Explorer ESA 1919
Der Doc Green Explorer ESA 1919 ist mit 300 Euro einer der günstigsten legalen E-Scooter. Im Testbericht überzeugt sein stimmiges Gesamtpaket.
- Top Preis-Leistungs-Verhältnis
- Stimmiges Gesamtpaket
- Bremst schnell
- Bremst zu abrupt
- Keine Federung
- schwache Beschleunigung
Doc Green Explorer ESA 1919 im Test
Der Doc Green Explorer ESA 1919 ist mit 300 Euro einer der günstigsten legalen E-Scooter. Im Testbericht überzeugt sein stimmiges Gesamtpaket.
Der elektrische Tretroller Doc Green / Explorer ESA 1919 ist regelmäßig bei Lidl, Edeka und Saturn im Angebot. Gerade bei den erstgenannten ist er häufig ausverkauft. Aktuell hat ihn ATU für sehr günstige 300 Euro im Sortiment. Üblicherweise kosten E-Scooter mit einer vergleichbaren Ausstattung deutlich mehr, so will Trekstor für den ähnlichen EG3178 (Testbericht) gleich mal 460 Euro haben. Aber man kann auch deutlich mehr ausgeben: etwa 1450 Euro für den Egret Ten V4 (Testbericht) oder 1600 Euro für den Metz Moover (Testbericht).
Design & Verarbeitung
Der ESA 1919 erinnert stark an den guten E-Scooter-Klassiker Xiaomi Mijia M365 (Testbericht) , für den es noch immer (Stand: 05/20) keine Straßenzulassung gibt. Die in weiten Teilen bestehende Baugleichheit hat den Vorteil, dass man weiß, was man bekommt: Einen stabilen und wertig verarbeiteten Allrounder zum günstigen Preis.
Der fixe Lenker ist etwa 110 cm hoch und eignet sich so auch für größere Fahrer. Das passt zur gummierten Trittfläche, die mit einer betretbaren Länge von 43 cm und einer Breite von knapp 15 cm ebenfalls großzügig ausfällt.
Am Lenker selbst befindet sich mittig zwischen den gummierten Haltegriffen ein einfaches, auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbares Display zur Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit ohne Nachkommastelle. Vier LEDs zeigen die ungefähr verbleibende Akkukapazität an, darunter sitzt der On-/Off-Button. Leider ist es nicht möglich, die gefahrenen Kilometer einzusehen.
Ein blauer Hebel steuert den Antrieb, ein roter aktiviert die Motorbremse. Außerdem gibt es auf der rechten Seite einen Bremsgriff und auf der linken eine Klingel. Clever gelöst: Der Hebel zum Betätigen der Klingel ist gleichzeitig die Öse, in die im zusammengeklappten Zustand der Haken auf dem hinteren Schutzblech einrastet.
Zusammengeklappt hat der ESA 1919 nur noch eine Höhe von knapp 50 cm und kann an der Lenkstange hochgehoben werden. Damit ist es kein Problem, ihn etwa in die S-Bahn zu tragen oder in den Kofferraum des Autos zu heben. Längeres Tragen führt jedoch schnell zu Ermüdungserscheinungen, immerhin wiegt der ESA 1919 knapp 13 kg. Seine maximale Zuladung beträgt 100 kg.
Der Klappmechanismus selbst macht einen einfachen, aber stabilen Eindruck. Sollte er zu fest oder zu lose sein, kann man ihn über eine Inbusschraube justieren. Damit sich der Hebel etwa während der Fahrt nicht versehentlich von selbst löst, gibt es einen Sicherungshaken. Die Lenkgriffe sind nicht umklappbar.
Sehr schön: Nicht nur das vordere, sondern auch das hintere Licht hängt am Stromkreislauf und kann über den einzigen Knopf in der Mitte des Lenkers ein- oder ausgeschaltet werden. Selbst einige viel teurere E-Scooter wie der ansonsten sehr gute Egret Ten V4 (Testbericht) lösen das schlechter.
Fahren
Zunächst fällt auf, dass der ESA 1919 keine Federung besitzt – weder zwischen Aufhängung des Hinterrads und Trittbrett wie beim 460-Euro-E-Scooter Trekstor EG3178 (Testbericht) , noch direkt am Vorderrad wie beim massiven Mytier (Testbericht) . Das ist gerade bei Honeycomb-Reifen sehr ungewöhnlich. Denn die Vollgummireifen mit Wabenstruktur fangen deutlich weniger Unebenheiten ab als Luftreifen und geben so Stöße ohne viel Dämpfung an den Tretroller weiter. Das belastet die Bauteile und schüttelt den Fahrer, zum Beispiel beim Überqueren von Ausfahrten mit Kopfsteinpflaster, ordentlich durch. Dafür ist das Fahrgefühl insgesamt sehr stabil, man hat stets das Gefühl der vollen Kontrolle.
Ein Vorteil der Honeycomb-Reifen ist ihre Pannensicherheit: Wo keine Luft ist, kann auch kein Platten entstehen. Dafür rutscht man mit ihnen auf nasser Fahrbahn schneller weg und hat einen deutlich längeren Bremsweg.
Der Fahrer kann über einen Doppeldruck auf den Knopf zwischen dem auf 15 km/h gedrosselten Eco-Modus und dem normalen 20-km/h-Modus wechseln. Auch im normalen Modus ist die Beschleunigung moderat und nicht zu vergleichen mit dem Metz Moover (Testbericht), eher mit dem gemächlichen Soflow S06 (Testbericht). Der Motor mit der Nennleistung von 350 Watt schafft es kaum einen 85-kg-Fahrer auf die maximale Geschwindigkeit von 20 km/h zu beschleunigen. Trotzdem bringt uns der ESA 1919 auch auf steileren Straßen voran. Falls es zu steil wird, kann man mit dem Fuß nachhelfen.
Bremsen
Der Bremsgriff auf der rechten Seite des Lenkers löst gleichzeitig die mechanische Scheibenbremse am Hinterrad und die elektrische Motorbremse am Vorderrad aus. Das haben wir bereits beim Trekstor EG3178 (Testbericht) gesehen und waren schon dort wenig begeistert. Denn während man mechanisch mit der Scheibenbremse sanft bremsen kann, kennt die Motorbremse nur die Zustände ein und aus. So führt man auch beim leichten Anziehen der Bremse stets eine halbe Vollbremsung durch, was gerade für Anfänger richtig gefährlich sein kann. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran, vor jedem Bremsen zunächst den eigenen Körper deutlich nach hinten zu lehnen. Dabei scheint der ESA 1919 eine stärkere Motorbremse als der Trekstor EG3178 zu haben, zumindest wirkt das Bremsen deutlich abrupter.
Wer nur die elektrische Bremse betätigen will, kann das mit dem Hebel auf der rechten Seite des Lenkers tun. Allerdings besteht hier die Gefahr, mit dem Vorderrad wegzurutschen. Das könnte wegen des schlechten Grips der Honeycomb-Reifen gerade bei nasser Fahrbahn passieren.
Vorteil der automatischen Kombination von mechanischer und elektrischer Bremse: Der Bremsweg ist sehr kurz, im Grunde mit etwas über 2 Metern aus voller Fahrt, 85 kg Zuladung und trockenem Asphalt sogar der kürzeste Wert aller von uns getesteten E-Scooter.
Reichweite
Der fest eingebaute Akku hat eine Kapazität von 259 Wh. Einmal leer benötigt das 63-W-Netzteil knapp 6 Stunden, um ihn wieder vollzupumpen. Laut Hersteller soll der ESA 1919 mit einer Akkuladung 22 km weit kommen. Damit stapelt man deutlich tiefer als die meisten anderen E-Scooter. Trotzdem erreichen wir in der Praxis den Wert nicht, kommen bei 85 kg auf ebener Strecke auf gut 15 km.
Preis
Der Doc Green Explorer ESA 1919 kostet bei Autoteile Unger (ATU) dauerhaft 300 Euro. Das ist ein sehr guter Preis für einen vollausgestatteten E-Scooter und unterbietet den bisher günstigsten von uns getesteten E-Tretroller um mehr als 150 Euro.
Fazit
Der ESA 1919 ist für seine aktuell aufgerufenen 300 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger. Klar müssen Käufer gerade im Vergleich zu teureren Modellen Abstriche in Kauf nehmen. So beschleunigt er zu gemächlich, was ihn für schwere Personen disqualifiziert. Auch fehlt in Kombination mit den Honeycomb-Reifen eine Federung, um das Fahrgefühl weicher zu gestalten und die Bauteile zu entlasten.
Richtig nervig und im schlimmsten Fall sogar gefährlich können die Bremsen sein, die stets zu abrupt einsetzen. Dafür hat er aber auch den kürzesten Bremsweg aller von uns getesteten E-Scooter. Gut ist auch seine Verarbeitung, das sichere Fahrgefühl, die Integration des Lichts und der Klappmechanismus. Selbst die Reichweite, die mit gut 15 km eher moderat ausfällt, ist in Anbetracht des günstigen Kaufpreises von 300 Euro absolut in Ordnung. Der Doc Green Explorer ESA 1919 erhält damit unsere Kaufempfehlung.
Ninebot Segway F2 Pro
Ninebot Segway F2 Pro
Der Ninebot Kickscooter F2 Pro D glänzt mit starkem Motor, hohem Fahrkomfort, guten Bremsen und dickem Akku. Dabei kostet er nur 460 Euro. Wir haben ihn getestet.
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- Motor, Bremsen, Akku
- Blinker, Wendigkeit, Federung der Frontgabel
- wenig durchdachter Diebstahlschutz
- Display spiegelt
- Registrierungszwang
Ninebot Segway F2 Pro im Test: Sehr guter E-Scooter mit Blinker ab 500 Euro
Der Ninebot Kickscooter F2 Pro D glänzt mit starkem Motor, hohem Fahrkomfort, guten Bremsen und dickem Akku. Dabei kostet er nur 460 Euro. Wir haben ihn getestet.
Ninebot by Segway ist neben Xiaomi der in Deutschland beliebteste Hersteller von E-Scootern. Zu Recht! Der mittlerweile etwa zwei Jahre alte Ninebot by Segway G30D II (Testbericht) führte die letzten Monate souverän unsere Bestenliste E-Scooter an. Mittlerweile steht sein Nachfolger in den Regalen. Der Ninebot by Segway Max G2D (Testbericht) bessert an entscheidenden Stellen nach und ist damit sogar noch besser als der G30D II. Besonders hervorzuheben sind die tollen Bremsen und die gute Federung.
Die G-Serie markiert das Premium-Segment von Ninebot. Die E-Serie sieht sich im Einsteiger- und die F-Serie im Mittelklasse-Segment. In diesem Test schauen wir uns den Ninebot Segway F2 Pro an – das Topmodell der F-Serie. Auf dem Papier bietet der F2 Pro so ziemlich alles, was man von einem guten E-Scooter erwartet. Dabei kostet er weniger als andere E-Scooter mit vergleichbaren Spezifikationen. Amazon will für den F2 Pro 460 Euro.
Aufpassen müssen Käufer in Deutschland bezüglich der ABE-Zulassung. Der F2 Pro D regelt bei 20 Kilometern pro Stunde ab und darf mit Versicherungskennzeichen legal in Deutschland fahren. Der F2 Pro E fährt bis zu 25 Kilometer pro Stunde und hat keine Zulassung für deutsche Straßen.
Optik & Verarbeitung
Wie üblich, gestaltet sich der Aufbau auch beim Ninebot F2 Pro sehr leicht. Im Grunde muss lediglich der Lenker eingesetzt und über vier Schrauben fixiert werden. Vor der ersten Fahrt sollte man dennoch alle Schrauben nachziehen und den Reifendruck prüfen.
Optisch gefällt er uns gut. Er ist überwiegend in Schwarz gehalten, bietet jedoch einige orangefarbene Elemente, die ihn optisch aufwerten. Das Trittbrett ist lang und breit, aber nicht dick. Der Faltmechanismus reduziert seine Maße von 116 × 57 × 125 Zentimeter auf 116 × 57 × 55 Zentimeter. Zusammengeklappt kann man den knapp 18 Kilogramm schweren E-Scooter an der Lenkstange hochheben.
Lenker
Der Lenker ist vergleichsweise breit, die Griffe angenehm dick und gummiert. Auch bei längerer Fahrt sollten so keine Schmerzen im Handgelenk entstehen. Allerdings geht der Gasgriff, der wie üblich auf der rechten Seite sitzt, etwas straff. Auf der linken Seite liegt neben der Klingel die Bedieneinheit für Blinker und Hupe. Wir finden es super, dass der F2 Pro sowohl eine klassische Klingel als auch eine elektrische Hupe besitzt. So kann man etwa Fußgänger mit der Klingel auf sich aufmerksam machen, die vielleicht durch eine elektrische Hupe erschrecken würden. Die laute Hupe wiederum bietet sich bei Autos an.
Ninebot Segway F2 Pro D Bilder
In der Mitte des Lenkers befindet sich das Display. Es zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, den Licht- und Bluetooth-Status sowie die Akkukapazität in fünf Balken an. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist es nicht immer gut ablesbar. Der einzige Knopf unterhalb des Displays schaltet den E-Scooter ein und aus, regelt die Unterstützungsstufe und das Licht. Ninebot legt dem F2 Pro einen Haken bei, der am Lenker befestigt Taschen und Tüten hält.
App
Wer nach dem Zusammenbau den E-Scooter einschaltet und sich auf eine erste Spritztour freut, wird zunächst enttäuscht. Denn der Ninebot F2 Pro D piepst zunächst genervt vor sich hin und beschleunigt lediglich auf Schritttempo. Um alle Funktionen nutzen zu können (und das Gepiepse aus dem Ohr zu bekommen), muss der Käufer sich zunächst mit der Segway-App registrieren und den E-Scooter verbinden. Nun dauert es etwa fünf Minuten, bis alle Updates installiert sind.
Ninebot Segway F2 Pro D Screenshot
Über die App kann der Fahrer zusätzliche Daten wie die gesamt gefahrenen Kilometer oder die Restreichweite einsehen. Außerdem können hier Strecken aufgezeichnet werden. Die App nutzt dafür das GPS des Smartphones und stellt den Streckenverlauf anschließen grafisch auf einer Karte dar.
Zudem erlaubt die App, die Stärke der Energierückgewinnung zu definieren, ein Ladelimit zu bestimmen oder eine Verriegelungsfunktion zu aktivieren. Der vierstellige Code zum Entsperren kann komfortabel über Blinkertasten und Bremshebel eingegeben werden. Versucht jemand, ohne Eingabe des richtigen Codes den elektrischen Roller wegzuschieben, aktivieren sich der Blinker sowie die Motorbremse und der F2 Pro fängt an, leise zu piepsen. Legt ein Dieb die Hand auf das Display, ist bei urbanen Umgebungsgeräuschen das Piepen kaum noch zu hören. Warum Ninebot als Alarm nicht die elektrische Hupe ansteuert, ist uns ein Rätsel. Ohnehin hält sich der tatsächliche Diebstahlschutz in Grenzen. Denn zusammenklappen und wegtragen geht auch mit aktivierter Verriegelung.
Fahren
Beim Premium-E-Scooter Ninebot by Segway Max G2D (Testbericht) waren wir vom starken Motor begeistert. Noch begeisterter sind wir davon, dass Ninebot beim deutlich günstigeren F2 Pro scheinbar den gleichen Motor verwendet. Wieder bietet der 36-V-Motor am Hinterrad eine Nennleistung von 450 Watt und eine Spitzenleistung von 900 Watt. Wieder wissen wir nichts von dessen Newtonmeter. Und wieder beschleunigt er uns rekordverdächtig schnell unseren Testhügel hinauf. Dabei müsste der F2 Pro sogar etwas schneller sein als der Max G2, schließlich wiegt der F2 Pro etwa 6 Kilogramm weniger.
Im Sportmodus zeigt das Display maximal 22 Kilometer pro Stunde an. Per GPS nachgemessen sind das reelle 21 Kilometer pro Stunde. Damit bewegt sich der F2 Pro im legalen Rahmen von erlaubten 20 Kilometer pro Stunde plus 10 Prozent.
Der Bremshebel auf der linken Seite des Lenkers aktiviert gleichzeitig die mechanische Scheibenbremse am Vorderrad und die elektrische Motorbremse am Hinterrad. Ein sanftes Abbremsen ist mit etwas Fingerspitzengefühl möglich. Bei einer Vollbremsung kommt der Ninebot F2 Pro schnell zum Stehen. Allerdings fehlt ihm die Antiblockierfunktion des Ninebot Max G2. Wer etwa auf Kies oder Schotter abrupt bremst, muss mit dem Blockieren des Vorderrads rechnen, was im schlimmsten Fall zu einem Sturz führt.
Die 10 Zoll großen Räder mit schlauchlosen Luftreifen mildern im Zusammenspiel mit der hydraulischen Federung am Vorderrad die meisten Stöße effizient ab. Schnelles Fahren auf Feldwegen sind möglich, schütteln auf Dauer den Fahrer dennoch zu stark durch. Wer regelmäßig Feldwege fahren will, sollte auf eine zusätzliche Federung am Hinterrad achten, wie sie der Max G2 bietet.
Auffällig ist beim Fahren die hohe Wendigkeit des F2 Pro. Kleine scharfe Kurven meistert er mit Bravour. Uns gefällt auch der große Abstand zwischen Trittbrett und Boden von stets mindestens elf Zentimetern. Bordsteine sind mit ihm kein Problem. Zum Vergleich: Der gute Epowerfun EPF-2 City (Testbericht) hat eine Bodenfreiheit von weniger als sechs Zentimetern.
Der Akku des F2 Pro hat eine Kapazität von 460 Wattstunden. Das ist für den aufgerufenen Preis viel. Ninebot schreibt von einer maximalen Reichweite von 55 Kilometer. Wir gehen bei einer urbanen Nutzung mit viel Stop & Go, einem Fahrergewicht von 85 Kilogramm und milden Temperaturen von einer Reichweite von über 40 Kilometern aus. Mehr zum Thema in unserer Bestenliste der E-Scooter mit dem größten Akku.
Preis
Der Ninebot Segway F2 Pro D kostet bei Amazon 460 Euro.
Wer mit dem E-Scooter legal in Deutschland fahren will, sollte dringend darauf achten, nicht versehentlich den F2 Pro E zu kaufen. Dem fehlt die ABE-Zertifizierung. Dafür beschleunigt er bis 25 Kilometer pro Stunde, bevor sich der Motor abschaltet.
Fazit
Wir kennen keinen anderen E-Scooter, der für einen Preis von gut 500 Euro derart viel bietet wie der Ninebot by Segway F2 Pro. Sein Motor ist ausgesprochen stark, die Verarbeitungsqualität hoch, die Bremsen gut und der Akku groß. Dazu bietet er sogar einen Blinker, eine Federung der Vordergabel und gute 10-Zoll-Luftreifen. Seine Wendigkeit ist hervorragend.
Das Display dürfte für unser Empfinden gerne etwas heller, sein, ist es doch bei direkter Sonneneinstrahlung nur schwer ablesbar. Nervig ist der Registrierungszwang über die App. Der Diebstahlschutz ist im Grunde eine gute Idee. Allerdings hätte man hier die lautere Hupe als Alarmsignal nutzen sollen.
Navee V50
Navee V50
Der Navee V50 ist ein vergleichsweise günstiger E-Scooter, der dennoch einen starken Motor und eine gute Verarbeitung bietet. Beeindruckt hat uns im Test der clevere Faltmechanismus.
- schlanke Faltmaße, geringes Eigengewicht
- starker Motor
- direktes und wendiges Fahrverhalten
- Lenkstange wackelt leicht
- nutzt die maximal erlaubte Geschwindigkeit nicht voll aus
- keinen Blinker, Akku nicht sehr groß
Navee V50 im Test
Der Navee V50 ist ein vergleichsweise günstiger E-Scooter, der dennoch einen starken Motor und eine gute Verarbeitung bietet. Beeindruckt hat uns im Test der clevere Faltmechanismus.
Bereits Mitte 2022 hatten wir einen E-Scooter von Navee im Test. Der Navee N65 (Testbericht) fiel durch seine hochwertige Verarbeitung, dem großen Akku und dem recht günstigen Preis von etwa 500 Euro auf. Sein Lenker lässt sich seitlich drehen, wodurch er zusammengeklappt weniger Platz einnimmt – ein schlaues Feature für alle, die den E-Scooter besonders platzsparend verstauen wollen. Sein größtes Manko: Er hat keine ABE-Zertifizierung, darf also nicht legal am Straßenverkehr in Deutschland teilnehmen.
Der Navee V50 hat ebenfalls einen umlegbaren Lenker und außerdem die hierzulande so wichtige ABE-Zertifizierung. Zudem soll sein Motor stark und die Verarbeitung hochwertig sein. Preislich bewegt er sich um die 500 Euro. Bei Ebay kostet er aktuell 490 Euro. Er scheint sich im Abverkauf zu befinden, einige Händler führen ihn nicht mehr.
Design & Verarbeitung
Der Navee V50 ist nach dem Auspacken direkt einsatzbereit – bei ihm muss nicht eine einzige Schraube gesetzt werden. Zum Nachziehen legt Navee ihm dennoch einen einfachen Innensechskantschlüssel bei. Optisch wirkt der E-Scooter wenig auffällig. Bei ihm dominiert Schwarz und Grau. Einzig das rote Bremskabel, welches vom Bremshebel im Lenkerrohr verschwindet und weiter unten wieder austritt, setzt einen farblichen Akzent. Das rote Kabel kennen wir bereits von einigen Xiaomi-E-Scootern wie dem Xiaomi Electric Scooter 4 (Testbericht).
Bezüglich der Verarbeitungsqualität haben wir am Navee V50 nur wenig auszusetzen. Allerdings wackelt die Lenkstange leicht. Zwar nicht annähernd so wild wie bei vollgefederten E-Scootern wie dem sehr guten Joyor Y8-S (Testbericht) für 624 Euro (Gutscheincode: 4VUxBP8D), aber eben mehr als bei den meisten anderen ungefederten E-Rollern wie dem Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht). Der zweite, nicht optimal gelöste Punkt: Das hintere Schutzblech gibt beim Drauftreten leicht nach. Trotzdem erweckt es nicht den Eindruck, als würde es schnell kaputtgehen.
Der Klappmechanismus ist genial! Lobten wir ihn bereits bei Navee N65 (Testbericht), ist er hier noch einmal ausgefeilter. Besonders das Drehen des Lenkers um 90 Grad geht befriedigend einfach von der Hand. Auch der Sicherungshebel zum Umklappen der Lenkstange ist leichtgängig. Umgeklappt hakt die Öse der Klingel an dem Haken auf dem hinteren Schutzblech ein. So verringern sich seine Maße von 114 × 48 × 116 Zentimeter auf 114 × 16 × 50 Zentimeter. Hier beeindruckt vorwiegend die zusammengeklappt geringe Breite von nur 16 Zentimetern. Dies ist für alle praktisch, die den E-Scooter in kleinen Kofferräumen transportieren oder die ihn während der Zug- und S-Bahn-Fahrt unter oder neben dem Sitz verstauen wollen.
Der mit unter 17 Kilogramm recht leichte V50 kann zusammengeklappt an der Lenkstange hochgehoben werden, um ihn etwa eine Treppe hinunterzutragen. In der Lenkstange findet ein Apple Airtag (Testbericht) Platz. An sich eine gute Idee. Falls ein Dieb jedoch davon weiß, kann er den Tag ganz einfach und ohne Werkzeug entfernen.
Lenker
Der Lenker dürfte für unser Empfinden etwas höher und breiter sein. Die gummierten Handgriffe sind recht schmal. Der Bremshebel auf der linken Seite ist gut zu erreichen. Er aktiviert gleichzeitig die hintere Scheibenbremse und die elektrische Motorbremse im Vorderrad. Dabei ist es auch möglich, fein dosiert abzubremsen. Bei einer Vollbremsung blockiert zwar das hintere, dank einer ABS-Funktion aber nicht das vordere Rad. Das verhindert das Wegrutschen des Vorderrads und damit im Zweifelsfall einen Sturz des Fahrers.
Das mittig am Lenker platzierte Farb-Display ist breiter, als wir es von anderen E-Scootern gewohnt sind. Es zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die Restkapazität des Akkus in Balken, das Licht sowie die gewählte Unterstützungsstufe an. Das Display gefällt uns richtig gut. Allerdings lässt es sich bei direkter Sonneneinstrahlung nur schwer ablesen.
Das Frontlicht ist ausreichend hell und in der Höhe seines Abstrahlwinkels variabel. Auch das hintere Licht ist hell genug, um im Straßenverkehr aufzufallen. Zudem leuchtet es beim Bremsen zusätzlich auf. Sehr schön: In der App kann man einstellen, dass das Licht sich automatisch entsprechend der Umgebungshelligkeit ein- und ausschaltet. Das funktioniert im Test tadellos.
Als App nutzt der Navee V50 Xiaomi Home. Einmal mit dem E-Scooter verbunden können Käufer hier Daten wie die insgesamt gefahren Kilometer, die Fahrzeit und die Durchschnittsgeschwindigkeit einsehen. Dort können Nutzer auch die Energierückgewinnung anpassen und einen Verriegelungsmodus aktivieren. Dieser schaltet die Motorbremse ein und löst beim Bewegen des E-Scooters einen zu leisen Alarm aus.
Fahren
Der Motor im Vorderrad hat eine Nennleistung von 350 Watt und eine maximale Leistung von 560 Watt. Eine Angabe der Newtonmeter finden wir nicht. Im Test entpuppt sich der Motor als äußerst kräftig. Er transportiert uns ohne Probleme den Testhügel hinauf. An die Power eines Ninebot Segway Max G2D (Testbericht) kommt er jedoch nicht heran. Wir hätten es bevorzugt, wenn Navee den Motor im Hinterrad untergebracht hätte. Dort ist die Kraftübertragung besser.
Der V50 hat drei Unterstützungsstufen. In der ersten beschleunigt er nur auf 6 Kilometer pro Stunde, in der zweiten bis 15 Kilometer pro Stunde und in der dritten bis 20 Kilometer pro Stunde – zumindest laut Display-Anzeige. Denn per GPS nachgemessen erreicht der E-Scooter auch bei voller Fahrt keine 19 Kilometer pro Stunde. Erlaubt wären 20 Kilometer pro Stunde plus 20 Prozent, also maximal 22 Kilometer pro Stunde. Das ist schade und macht gefühlt bei Fahren einen echten Unterschied zu E-Scootern, die sich an diese Obergrenze heranwagen, wie der Epowerfun EPF-2 XT 600 (Testbericht).
Das Fahren selbst fühlt sich trotz 10 Zoll großer Luftgummireifen härter an als bei E-Scootern, die mit einer oder gar mit zwei Federungen kommen. Für Fahrten im urbanen Umfeld ist das kein Problem. Wer länger etwa auf Feldwegen fahren will, sollte zu einem Modell mit guter Federung greifen, ein Beispiel dafür ist der Trittbrett Fritz (Testbericht). Dafür fühlt sich das Fahren mit dem Navee V50 angenehm direkt und wendig an.
Der Akku im V50 hat eine Kapazität von 367 Wattstunden. Da haben wir in E-Scootern zwischen 500 und 600 Euro schon größere gesehen. Laut Navee soll der V50 mit einer Akkuladung bis zu 50 Kilometer weit kommen. Diese bei maximal 15 Kilometer pro Stunde und unter Idealbedingungen gemessene Reichweite ist jedoch nicht realistisch. Die tatsächliche Reichweite hängt von vielen individuellen Faktoren wie Körpergewicht, Fahrstil, Geschwindigkeit, Außentemperatur, Höhenmeter und mehr ab. Deswegen können wir hier keine allgemeingültige Aussage treffen. In unserem Fall reicht eine Akkuladung für knapp 30 Kilometer. Was es alles beim Akku eines E-Scooters zu beachten gibt und welche E-Scooter den größten haben, zeigen wir in unserer Bestenliste der E-Scooter mit dem dicksten Akku.
Preis
Preislich bewegt er sich um die 500 Euro. Bei Ebay kostet er aktuell 490 Euro. Er scheint sich im Abverkauf zu befinden, einige Händler führen ihn nicht mehr.
Der Navee V50 bietet sich für alle an, die den E-Scooter häufig zusammengelegt – etwa im Kofferraum oder in der Bahn – transportieren. Denn es gibt kaum einen anderen E-Scooter, der in wenigen Handgriffen derart kompakt zusammengelegt werden kann. Das verdankt er in erster Linie seinem genial anlegbaren Lenker. Auch sein geringes Eigengewicht von unter 17 Kilogramm ist für Pendler, die den E-Scooter regelmäßig ein paar Meter tragen müssen, ein echter Pluspunkt. Positiv fällt auch der starke Motor, die hohe Wendigkeit und die hohe Verarbeitungsqualität auf.
Allerdings kommt der Navee V50 nicht ohne Kritik davon. So wackelt die Lenkstange leicht und das hintere Schutzblech dürfte gerne etwas fester sitzen. Zudem vermissen wir auf unebenem Untergrund eine Federung und der Akku ist mit 367 Wattstunden nicht gerade üppig. Leider erreicht der V50 nicht die in Deutschland maximal erlaubte Geschwindigkeit und wir hätten es bevorzugt, wenn der Motor statt im Vorder- im Hinterrad sitzen würde.
Trotzdem ist der Navee V50 ein guter E-Scooter, der wegen seiner geringen Faltmaße gerade unter Pendlern viele Freunde finden wird. Auch der hervorragende Joyor Y8-S (Testbericht) hat dank anlegbarer Lenkgriffe schlanke Faltmaße. Allerdings wiegt er wegen seines massiven Akkus und der Vollfederung mit 26 Kilogramm deutlich mehr.
Niu Kqi3 Sport
Niu Kqi3 Sport
Der Niu Kqi3 Sport zeigt im Test viele Stärken wie eine sehr gute Verarbeitung und gutes Fahrverhalten zum fairen Preis. Doch er hat auch eine Schwäche.
- hervorragende Verarbeitung
- gutes Fahrverhalten
- Komponenten gut integriert
- schwacher Motor
- Akku nicht so groß
Niu Kqi3 Sport im Test
Der Niu Kqi3 Sport zeigt im Test viele Stärken wie eine sehr gute Verarbeitung und gutes Fahrverhalten zum fairen Preis. Doch er hat auch eine Schwäche.
Niu hat sich in den letzten Jahren vor allem durch seine E-Roller einen Namen gemacht. So gefällt uns etwa der Niu NGT (Testbericht) ausgesprochen gut. Er überzeugt durch seine tollen Fahreigenschaften, die gute Verarbeitung und Batterie. Seine Erfahrungen aus dem E-Roller-Bereich will Niu nun auch bei E-Scootern ausspielen. Ob das gelingt und wie sich der Niu Kqi3 Sport im Vergleich zu anderen guten E-Scootern (Bestenliste) schlägt, zeigt dieser Testbericht.
Optik & Verarbeitung
Wie bei E-Scootern üblich muss der Käufer nach dem Auspacken mit vier Schrauben den Lenker an der Lenkstange befestigen. Danach kann es direkt losgehen. Die Optik des Niu Kqi3 Sport gefällt uns richtig gut. Auffälligstes Merkmal ist sein geschwungener Rumpf, in dessen Mitte das mit 17 Zentimeter sehr breite, mit 47 Zentimeter aber nur durchschnittlich lange Trittbrett sitzt. Wir haben die blaue Variante vorliegen. Es gibt ihn aber auch mit weißen und roten Elementen und in einer komplett schwarzen Ausführung.
Insgesamt wirkt er massiv. Alles an ihm scheint gut und durchdacht integriert. So hat es Niu geschafft, die meisten Kabel clever zu verstecken. Die Kabel der Bremse und des Gashebels verschwinden nicht wie bei anderen E-Tretrollern erst in der Lenkstange, sondern bereits im Lenker selbst. Die Lenkstange ist ausgesprochen robust, das hintere Schutzblech ist fest und hält auch mal einen Tritt aus. Überhaupt wackelt nichts. Der Niu Kqi3 Sport ist einer der am besten verarbeiteten E-Scooter, den wir bisher testen durften.
Klappmechanismus
Insgesamt eignet sich der Niu Kqi3 Sport besonders gut für größere Fahrer. Sein Lenker ist knapp 116 Zentimeter hoch und in seiner Höhe fixiert. Der E-Scooter ist 117 Zentimeter lang und der Lenker 54 Zentimeter breit. Der Klappmechanismus ist wie von aktuellen E-Scootern gewohnt sehr einfach: Sicherungshebel lösen, Lenkstange umklappen und einrasten, fertig. Eine kleine Besonderheit stellt der Einrastmechanismus dar, der beim Niu Kqi3 Sport über einen eignen mechanischen Knopf gelöst wird. An der Lenkstange kann der 18,5 Kilogramm schwere E-Scooter hochgehoben werden. Seine Faltmaße betragen 50 x 117 x 54 Zentimeter. Das maximale Zuladungsgewicht liegt bei 120 Kilogramm.
Bremse & Lenker
Am Lenker sitzt nur eine Bremse. Sie spricht sowohl die elektrische Motorbremse am Hinterrad als auch mechanische Scheibenbremse am Vorderrad an. Wer sie leicht betätigt, bremst ausschließlich elektrisch. Erst beim festeren Anziehen greift auch die Scheibenbremse. Das ist gut gelöst, so kann der Fahrer verlustfrei abbremsen und dabei gleich noch das Energierückgewinnungssystem nutzen. Der Bremsweg selbst ist bei einer Vollbremsung etwas länger, als wir es bei vielen anderen E-Scootern gesehen haben. Trotzdem geht er noch in Ordnung.
Auf der rechten Seite sitzt der Gashebel. Dieser ist für unser Empfinden etwas zu straff. Bei längeren Fahrten könnte er am Daumen Schmerzen verursachen. Auf der linken Seite sitzt die aufgesetzte Glocke. Die Griffe sind verhältnismäßig klein, aber gut gummiert. Vor dem Lenker sitzt als optischen Element eine Art Visier.
Das Display ist mittig am Lenker, recht groß und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Es zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit auch den gewählten Fahrmodus und die Restkapazität des Akkus in Balken an. Der einzige Knopf am Niu Kqi3 Sport befindet sich unterhalb des Displays.
Das Frontlicht sitzt mittig unterhalb des Lenkers. Es ist für einen E-Scooter ausgesprochen groß und wirft einen breiten und hellen Kegel nach vorn, der in seiner Höhe angepasst werden kann. Das Rücklicht leuchtet etwas weniger stark, ist aber dennoch im Dunklen ausreichend gut zu erkennen. Es leuchtet beim Bremsen hell auf.
Niu Kqi3 Sport Bilder
App
Die Niu-App erfordert zunächst eine Registrierung mit einer E-Mail-Adresse. Nach dem ersten Verbinden führt ein kurzes Tutorial in die Nutzung des E-Scooters ein. Die App selbst hat nur einen begrenzten Mehrwert. Über sie kann man etwa die Firmware aktualisieren, die Stärke der Energierückgewinnung bestimmen und die maximale Geschwindigkeit begrenzen. Außerdem erlaubt sie die Aufzeichnung der Fahrten inklusive Kilometerstand, Fahrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und mehr. Die App integriert Kartenmaterial aus Google Maps.
Niu Kqi3 Sport Screenshots
Fahren
Der Niu Kqi3 Sport fährt sich fantastisch. Das liegt vor allem an der hervorragenden Verarbeitung und seines trotz der massiven Verarbeitung agilen Fahrverhaltens. Die 9,5 Zoll großen Luftreifen fangen einen Großteil leichter Unebenheiten ab. Die Lenkstange sitzt ausgesprochen fest und wackelt nicht.
Niu gibt die Nennleistung des Motors mit 300 Watt und die Spitzenleistung mit 600 Watt an. Das ist weniger, als es viele andere E-Scooter bieten. Zum Vergleich: Der Motor des ausgesprochen starken E-Scooter Vmax VX2 (Testbericht) bringt eine Nennleistung von 500 Watt und 1300 Watt in der Spitze. Entsprechend gemächlich beschleunigt der Niu. Bei der Endgeschwindigkeit nimmt es der Roller sehr genau und begrenzt sie auf 20 Kilometer pro Stunde. Andere E-Scooter nutzen die 10-Prozent-Toleranz aus und beschleunige legal bis 22 Kilometer pro Stunde.
Akku
Die Kapazität des Akkus beträgt 365 Wattstunden. Wer sich für die Pro-Variante entscheidet, bekommt nicht nur einen etwas stärkeren Motor, sondern auch einen mit 486 Wattstunden größeren Akku. Niu behauptet, dass man bereits bei der kleinen Sport-Variante bis zu 40 Kilometer weit kommt.
Wie eigentlich immer, ist dieser Wert übertrieben, da unter Idealbedingungen gemessen. Faktoren wie das Gewicht des Fahrers, die gefahrene Geschwindigkeit, die Außentemperatur, die zurückgelegten Höhenmeter und vieles mehr beeinflussen die reale Reichweite maßgeblich. Wir gehen davon aus, dass ein etwa 90 Kilogramm schwerer Fahrer in der Stadt mit viel Stopp & Go etwa 20 Kilometer weit kommt, bevor der E-Scooter wieder als mitgelieferte Netzteil muss. Für eine volle Ladung benötigt man etwa sechs Stunden.
Preis
Der Niu Kqi3 Sport kommt zu einer UVP von 700 Euro. Viele Händler verkaufen ihn aber bereits für 600 Euro. Für die Pro-Variante zahlt man etwa 100 mehr.
Fazit
Beim Niu Kqi3 Sport handelt es sich um einen rundum gelungenen E-Scooter. Besonders seine hohe Verarbeitungsqualität, die durchdachte Optik und das sehr gute Fahrverhalten stechen positiv hervor. Auch das Licht ist richtig gut, das Display gut ablesbar und der Klappmechanismus durchdacht. Die Bremsen sind eher durchschnittlich, aber dennoch brauchbar. Die Akkukapazität hätte für unser Empfinden gerne etwas höher ausfallen dürfen. Auch der Motor könnte für einige, etwas schwerere Fahrer zu schwachbrüstig sein. Wer etwa 100 Euro mehr investiert und zur Pro-Variante des Niu Kqi3 greift, erhält einen etwas stärkeren Motor und einen deutlich größeren Akku. Unserer Meinung nach lohnt sich der Aufpreis.
Kugoo Kirin S1 Pro
Kugoo Kirin S1 Pro
Der Kugoo Kirin gehört mit 230 Euro zu den günstigsten E-Scootern am Markt. Ob sich der Kauf lohnt, zeigen wir im Testbericht.
- sehr günstig
- schmale Maße, geringes Gewicht, hohe Zuladung
- recht starker und flotter Motor
- keine Straßenzulassung
- keine mechanische Scheibenbremse
- Keine Glocke
Kugoo Kirin S1 Pro im Test
Der Kugoo Kirin gehört mit 230 Euro zu den günstigsten E-Scootern am Markt. Ob sich der Kauf lohnt, zeigen wir im Testbericht.
Chinesische E-Scooter bieten meist ein fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis. Das zeigten zuletzt der robuste E-Scooter mit Wechselakku Mankeel Pioneer (Testbericht), der schnelle Offroad-Elektro-Scooter Eleglide D1 Master (Testbericht) und der perfekt gefederte Kugoo Kirin G3 (Testbericht). Das Alleinstellungsmerkmal des Kugoo Kirin S1 Pro: Er unterbietet die allermeisten E-Scooter im Preis. Bei chinesischen Händlern kostet er zwischen 230 und 300 Euro.
Eines bietet er wie die allermeisten anderen chinesischen E-Tretroller jedoch ebenfalls nicht: Der Kugoo Kirin S1 Pro hat keine Zulassung für deutsche Straßen. Erlaubt ist er etwa auf dem Camping-Platz und privaten Bereichen wie ein großes Firmengelände. Auch in vielen weiteren europäischen Ländern dürfen E-Scooter ohne Straßenzulassung fahren.
Kugoo Kirin S1 Pro im Test
Der Kugoo Kirin S1 Pro kommt in einem vergleichsweise kleinen Karton. Nach dem Auspacken und Anschrauben des Lenkers zeigt sich, dass auch der E-Scooter selbst ziemlich klein geraten ist. Der Lenker ist lediglich 109 Zentimeter hoch und 43 Zentimeter breit. In der Länge erreicht der E-Scooter auf 110 Zentimeter. Zum Vergleich: Der legale Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) ist 117 Zentimeter hoch und 115 Zentimeter lang.
Wegen seiner recht geringen Maße ist der Kirin S1 Pro für größere Fahrer auf Dauer ergonomisch nicht optimal. Der Hebel, um die Lenkstange umklappen zu können, wird mit dem Fuß betätigt. Die Lenkstange rastet am Scharnier selbst ein, so muss der Lenker für den Transport nicht mit dem hinteren Schutzblech verbunden werden, um den E-Scooter hochzuheben. Mit einem Gewicht von unter 17,5 Kilogramm gehört der Kirin S1 Pro zu den leichteren E-Scootern am Markt. Trotzdem bietet er eine Tragfähigkeit von stolzen 120 Kilogramm. Zusammengeklappt verringern sich seine Maße auf 110 x 43 x 34 Zentimeter. Er ist nach IP45 gegen das Eindringen von Spritzwasser und Staub geschützt.
Lenker
Am schmalen Lenker sitzt mittig das LED-Display. Dort sieht der Fahrer die Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe, den Akkustand in Balken und die insgesamt zurückgelegten Kilometer. Der Druckknopf zum Ein- und Ausschalten des E-Scooters geht etwas zu straff. Über ihn regelt der Fahrer auch die Unterstützungsstufe und das Licht. Auf der linken Seite sitzt neben dem gummierten Haltegriff der Daumenhebel für die elektrische Bremse, auf der rechten Seite sitzt der Gasgriff. Das war’s. Mehr gibt es am Lenker nicht. Wir vermissen etwa Bremsgriffe und eine Glocke.
Licht
Das Frontlicht sitzt mittig auf der Höhe des Lenkers. Es ist nicht besonders hell und dient eher dazu gesehen zu werden, als tatsächlich den Weg auszuleuchten. Das Rücklicht hängt ebenfalls am Stromkreislauf und schaltet sich mit dem Frontlicht ein und aus. Beim Bremsen mit der elektrischen Motorbremse fängt es an zu blinken.
Kugoo Kirin S1 Pro Bilder
Fahren
Das gummierte Trittbrett hat eine anständige Länge von 52 Zentimetern und eine Breite von 15 Zentimetern. Beim Fahren wirkt der Lenker etwas wackelig. Das liegt hauptsächlich an der hinteren Federung. Diese und die leichte Federung des Vorderrads sind auch dringend nötig. Denn die nur 8 Zoll großen Vollgummireifen mit Wabenstruktur fangen Unebenheiten, Steine und Schlaglöcher kaum ab. Vorteil der Gummireifen: Sie sind pannensicher.
Motor
Der Heckmotor hat eine Nennleistung von 350 Watt (Spitzenleistung 480 Watt) mit 12,8 Newtonmeter bei 36 Volt. Damit gehört er nicht zu den allerstärksten Motoren, muss sich aber auch nicht verstecken. Unseren Testhügel bewältigt der Kirin S1 Pro anständig. Wer jedoch deutlich über 100 Kilogramm wiegt, für den könnte die Motorisierung zu schwach sein. Die drei Unterstützungsstufen regeln die Höchstgeschwindigkeit. Stufen 1 beschleunigt bis 12, Stufen 2 bis 20 und Stufe 3 bis 30 Kilometer pro Stunde.
Bremsen
Zusätzlich zur dosierbaren elektrischen Bremse steht eine Schutzblechbremse durch das Treten auf eben jene bereit. Beide greifen am Hinterrad. Wir hätten uns eine zusätzliche Bremse für das Vorderrad gewünscht. Bei einer Vollbremsung benötigt der Kirin S1 Pro länger als viele anderen E-Scooter, bevor er zum Halten kommt.
Akku
Der Akku des Kugoo Kirin S1 Pro hat eine Kapazität von 270 Wattstunden. Kugoo gibt an, mit einer Akkuladung etwa 30 Kilometer weit zu kommen. Wie immer ist dieser Wert mit Vorsicht zu genießen. Er wurde unter Idealbedingungen mit wenig Zuladung, warmen Wetter, niedriger Geschwindigkeit, gerader asphaltierter Strecke und weiteren nicht immer gegebenen Voraussetzungen gemessen. Wir gehen bei gemischter Nutzung und 90 Kilogramm Zuladung von 15 bis 20 Kilometer Reichweite aus. Über das mitgelieferte Netzteil ist der E-Scooter in maximal fünf Stunden wieder voll.
Preis
Der Kugoo Kirin S1 Pro kostet bei Geekmaxi 220 Euro.
Fazit
Für 230 Euro kann sich der Kugoo Kirin S1 Pro wirklich sehen lassen. Uns gefällt besonders seine recht stabile Verarbeitung, die hohe Mobilität dank des geringen Gewichts und der geringen Maße, der angemessen starke Motor und die passable Federung. Auch die Akkukapazität geht für den aufgerufenen Preis völlig in Ordnung. Der Klappmechanismus ist gar richtig gut.
Weniger gut ist der Verzicht auf eine Glocke und vor allem auf eine Scheiben- oder Trommelbremse. Das verlängert den Bremsweg, was sicherheitsrelevant sein kann. Auch die Reifen sind mit 8 Zoll etwas zu klein.
Trotzdem ist der Kugoo Kirin einer der besten E-Scooter seiner Preisklasse, den wir bisher testen konnten. Wer einen günstigen E-Scooter für private Wege sucht, ist mit ihm gut beraten. Wer jedoch etwa 200 Euro mehr investieren kann, der sollte sich Alternativen wie den Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) anschauen.
Leqismart A11
Leqismart A11
Der E-Scooter Leqismart A11 kostet unter 400 Euro. Dazu ist er einer der ganz wenigen E-Scooter direkt aus China, die mit einer deutschen Straßenzulassung kommen. Im Test zeigen wir, für wen sich der Kauf lohnt.
- günstig
- Display, Licht, Optik, Verarbeitung
- gutes Fahrgefühl dank 10-Zoll-Luftreifen
- Motor etwas schwach
- Akku recht klein
Leqismart A11 im Test
Der E-Scooter Leqismart A11 kostet unter 400 Euro. Dazu ist er einer der ganz wenigen E-Scooter direkt aus China, die mit einer deutschen Straßenzulassung kommen. Im Test zeigen wir, für wen sich der Kauf lohnt.
Schonmal von der E-Scooter-Marke Leqismart gehört? Nein? Wir auch nicht. Macht nichts. Leqismart ist einer der wenigen chinesischen E-Scooter-Hersteller, der elektrische Tretroller mit ABE-Straßenzulassung verkauft. Damit dürfen diese – eine entsprechende Versicherungsplakette vorausgesetzt – in Deutschland legal auf der Straße fahren.
Design und Verarbeitung
Der Aufbau funktioniert wie bei den meisten E-Scootern äußerst unkompliziert. Im Grunde muss lediglich der Lenker mit vier Schrauben über das beiliegende Werkzeug fixiert werden. Danach noch den Akku vollladen, das Versicherungskennzeichen aufkleben und los geht’s. Wir empfehlen dringend das Tragen eines Helms (Ratgeber).
Der Leqismart A11 ist überwiegend in Grau/Schwarz gehalten. Seine geschwungene Form verleiht ihm ein dynamisches Äußeres. An der Lenkstange steht in großen weißen Lettern der Markenname. Optisch zeigt sich der A11 unauffällig, fast schon minimalistisch. Uns gefällt das.
Auch bezüglich der Verarbeitung gibt es keine offensichtlichen Mängel. Der Lenker sitzt fest und wackelt nicht. Das Trittbrett bietet dank Gummierung eine passable Haftung. Auch der hintere Bereich verzeiht, wenn man etwa während der Fahrt seinen Fuß darauf abstellt. Der etwa 16,5 Kilogramm schwere E-Scooter ist für eine Zuladung von maximal 100 Kilogramm zugelassen. Das schließt schwerere Fahrer aus. Der A11 ist nach IPX5 gegen Spritzwasser geschützt.
Der Klappmechanismus geht einfach von der Hand. Dafür muss der Fahrer lediglich den Sicherungshebel am unteren Ende der Lenkstange umlegen, die Lenkstange nach hinten klappen und in die dafür vorgesehene Öse schieben. So darf man ihn an der Lenkstange anheben und etwa eine Treppe hinauftragen.
Lenker, Display & Licht
Der nicht besonders breite Lenker wirkt aufgeräumt. Auf der linken Seite sitzt der Bremsgriff mit schick integrierter Klingel, auf der rechten Seite der Daumenhebel zum Beschleunigen. Dieser lässt sich ohne viel Kraftaufwand betätigen, so sollte auch bei längeren Fahrten der Daumen nicht zu sehr belastet werden. Die Haltegriffe sind gummiert und ausreichend groß.
Mittig sitzt über dem Ein- / Ausschalter das für diese Preiskategorie ungewöhnlich große und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbare Display. Es zeigt unter anderem die gewählte Unterstützungsstufe, die aktuelle Geschwindigkeit und die verbleibende Restkapazität des Akkus in fünf Balken an. Eine App gibt es nicht.
Der einzige Knopf am E-Scooter regelt auch die Unterstützungsstufe und das Front-, sowie das Hecklicht. Das Frontlicht ist schick integriert und ausreichend hell. Es kann nicht in der Höhe variiert werden. Allerdings ist der fixe Abstrahlwinkel gut gewählt. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen auf.
Fahren
Der Motor sitzt am Hinterrad – eine Position, die wir der am Vorderrad aufgrund des besseren Fahrgefühls vorziehen. Er hat 350 Watt mit einer angeblichen Spitzenleistung von 630 Watt, eine Angabe der Newton-Meter finden wir nicht. Im Test schwächelt der Motor etwas. Er schafft es zwar uns unseren Testhügel noch oben zu schieben. Mit den besten E-Scootern (Bestenliste) kann er jedoch nicht annähernd mithalten. Leichten Fahrern sollte die Motor-Power ausreichen. Wer mehr wiegt, benötigt mit diesem E-Tretroller jedoch recht lang, bis er die maximale Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde erreicht. Apropos maximale Geschwindigkeit: Wir haben per GPS-App nachgemessen. Statt der erlaubten 20 Kilometer pro Stunde plus 10 Prozent Toleranz erreicht der Leqismart A11 meist nur um die 19 Stundenkilometer.
Das Fahrgefühl selbst ist super. Das liegt neben der Position des Motors und dem tief liegendem Trittbrett auch an den 10 Zoll großen Luftreifen, die einen Großteil der Unebenheit auffangen. Derart große Luftreifen sind bei einem E-Scooter des unteren Preissegments selten.
Der Bremsgriff aktiviert die elektrische Motorbremse und die Trommelbremse. Letztere benötigt ein paar Kilometer und einige Bremsungen, bis sie richtig greift. Danach haben wir jedoch nichts mehr zu beanstanden. Die elektrische und damit verlustfreie Motorbremse kann einzeln aktiviert werden, wenn der Fahrer den Bremsgriff nur ganz leicht anzieht. Wir bevorzugen es jedoch, wenn die mechanische und die elektrische Bremse über zwei getrennte Vorrichtungen angesprochen werden kann. Das ist jedoch nicht einmal im mittleren Preissegment immer gegeben. Insgesamt ist die Bremsleistung des Leqismart A11 ausreichend.
Akku
Am Akku sparen die Hersteller günstiger E-Scooter gerne. Das ist auch beim Leqismart A11 der Fall. So ist der Stromspeicher nur 280 Wattstunden groß. Wer etwas mehr investiert, bekommt beim E-Scooter E9 Max (Testbericht) satte 360 Wattstunden. Insgesamt ist die Akkukapazität des A11 aber dem günstigen Preis angemessen. Leqismart spricht von 20 bis 30 Kilometer Reichweite. 20 Kilometer könnten je nach Gewicht des Fahrers, der Fahrweise und weiteren Faktoren durchaus drin sein.
Preis
Der Leqismart A11 kostet bei Amazon 269 Euro.
Fazit
Der Leqismart A11 bietet ziemlich viel für seinen schlanken Preis. Positiv überrascht haben uns seine guten Fahreigenschaften. Das liegt unter anderem an den mit 10 Zoll für die Preisklasse ungewöhnlich großen Luftreifen. Gelungen ist auch das minimalistische Design, der Klappmechanismus, das große Display und die gute Integration des Lichts. Auch die Bremsen sind ausreichend. Weniger gefällt uns der doch recht schwache Motor. Zumindest leichte Fahrer sollten mit ihm aber keine Probleme haben. Auch die Größe des Akkus ist wie in dieser Preiskategorie üblich vergleichsweise gering. Um die 20 Kilometer sollten einige Fahrer dennoch erreichen.
Vmax VX5 ST
Vmax VX5 ST
Der VX5 ST ist das Einstiegsmodell von Vmax. Trotz seines günstigen Preises bietet er einen starken Motor, gute Bremsen und Luftreifen. Wir haben den E-Scooter mit Straßenzulassung getestet.
- starker Motor & gute Bremsen
- Luftreifen
- robuste Verarbeitung
- keine Federung
- spiegelndes Display
Vmax VX5 ST im Test
Der VX5 ST ist das Einstiegsmodell von Vmax. Trotz seines günstigen Preises bietet er einen starken Motor, gute Bremsen und Luftreifen. Wir haben den E-Scooter mit Straßenzulassung getestet.
Als wir den Vmax VX2 ST (Testbericht) im Juni 2022 in der Redaktion hatten, überzeugte uns der E-Scooter vor allem dank des starken Motors. Aber auch die Reichweite, der gute Klappmechanismus, die robuste Verarbeitung und die guten Bremsen standen auf der Habenseite. Weniger gut gefiel uns das hintere Schutzblech, das spiegelnde Display und die fehlende Federung.
Der Vmax VX5 ST ist der Nachfolger des VX3, ähnelt aber auch dem teureren VX2 ST in vielen Punkten. Neben dem VX5 ST verkauft Vmax ihren Einsteiger-E-Scooter auch als VX5 GT mit etwas größerem Akku. Dass der VX5 sein Geld wert ist und sogar die ein oder andere Schwäche des VX2 ST ausbügeln kann, zeigt unser Testbericht.
Optik & Verarbeitung
Optisch ähnelt der VX5 ST dem VX2 ST. Auffälligster Unterschied: Die Luftreifen sind von 10 Zoll auf 8,5 Zoll geschrumpft. Der E-Tretroller ist komplett in einem dunklen Grau gehalten. Abgesehen vom Hecklicht und den orangefarbenen Katzenaugen gibt es keine farbigen Highlights. Das verleiht ihm eine gewisse Eleganz. Allerdings wird es sicherlich auch einige geben, die sein Äußeres als langweilig empfinden.
Bezüglich der Verarbeitung haben wir nichts am VX5 ST auszusetzen. Im Gegensatz zum VX2 ST ist diesmal sogar sein hinteres Schutzblech stabil genug, um den ein oder anderen Tritt wegzustecken. Sein Klappmechanismus ist einfach und funktionell. Zusammengeklappt kann man den E-Scooter an der Lenkstange zum Tragen hochheben.
Die Haltegriffe am Lenker sind groß und ergonomisch geformt. Sie geben beim Fahren einen guten Halt. Premium-Features wie einen Blinker hat der Vmax VX5 ST nicht. Die Klingel auf der linken Seite ist schick integriert. Die Bremshebel links und rechts betätigen die Trommelbremsen am vorderen und hinteren Rad. Mit ihnen aktiviert sich gleichzeitig die Motorbremse. Einen zusätzlichen Daumengriff, um ausschließlich die verlustfreie Motorbremse zu nutzen, gibt es nicht. Wer das will, kann jedoch die Griffe der Trommelbremse ganz leicht anziehen. Insgesamt bremst der VX5 ST sehr gut. Allerdings mussten wir einige Kilometer fahren, bis die Trommelbremsen richtig zupackten.
Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt der Daumengriff für die Motorsteuerung. Sie ist feinfühlig und leichtgängig. Die beiden Taster daneben wirken etwas stabiler als noch beim VX2 ST. Mit ihnen schaltet der Fahrer den E-Scooter ein und aus, wechselt den Fahrmodus und steuert das Licht. Das Frontlicht ist ausreichend hell, um im Dunkeln von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Das Hecklicht schaltet sich ebenfalls mit dem Frontlicht ein und aus. Es leuchtet zusätzlich beim Bremsen auf – ein Vorteil gegenüber dem deutlich teureren Vorjahresmodell VX2 ST. Direkt unter dem Hecklicht kann der Fahrer das in Deutschland verpflichtend benötigte Versicherungskennzeichen anbringen.
Display & App
Das Display sitzt mittig am Lenker und erinnert stark an das Display des VX2 ST – mit allen Vor- und Nachteilen. So ist es angenehm groß und zeigt deutlich die wichtigsten Parameter wie die aktuelle Geschwindigkeit, den Fahrmodus und die Akkurestkapazität in fünf Balken an. Allerdings spiegelt es bei direkter Sonneneinstrahlung leider genauso stark wie das Display des VX2 ST.
Wer will, kann den E-Scooter mit einer App verbinden. Dort ist es unter anderem möglich, eine Motorbremse zu aktivieren. Das soll einen Diebstahl erschweren. Allein darauf sollte sich jedoch keiner verlassen, schließlich kann jeder Dieb den 16,2 Kilogramm schweren E-Scooter einfach davontragen. Mehr zum Thema in unserem Ratgeber Diebstahlschutz für Fahrrad, E-Bike & E-Scooter: Alarm, GPS-Tracker & Schlösser.
Fahren
Gleich vorweg: So stark wie beim VX2 ST ist der Motor des VX5 ST nicht. Das deuten bereits die Leistungswerte an. So hat der VX2 ST einen 500-Watt-Motor, während Vmax in den VX5 ST einen Motor mit 400 Watt Leistung packt. Trotzdem beschleunigt der Vmax VX5 ST flotter als die meisten anderen E-Scooter für unter 500 Euro. Auch schwerere Personen (Zuladung von bis zu 120 Kilogramm) beschleunigt er in angemessener Zeit auf die maximal erlaubten 20 Kilometer pro Stunde, die er per GPS nachgemessen auch erreicht. Wir empfehlen beim Fahren dringend das Tragen eines Helms (Ratgeber).
Während der Fahrt zeigt sich der VX5 ST wenig. Er reagiert schnell und präzise auf unsere Manöver. Allerdings hätte das Trittbrett gerne etwas größer ausfallen dürfen. Bodenwellen, Schlaglöcher, Steinchen und weitere kleine Hindernisse schluckt der E-Scooter weniger gut weg als der VX2 ST. Das liegt vor allem an den auf 8,5 Zoll geschrumpften Reifen. Dank ihrer Luftfüllung sind sie dennoch den allermeisten Vollgummi- oder Honeycomp-Reifen bezüglich der weitergegebenen Erschütterungen überlegen. Leider hat es Vmax versäumt, eine Federung einzubauen.
Akku & Reichweite
Der Akku im VX5 ST hat eine Kapazität von 281 Wattstunden. Das ist seinem Preis angemessen. Vmax gibt eine maximale Reichweite von 20 bis 30 Kilometern an. Unter Idealbedingungen wie einem leichten Fahrer, warmen Wetter, geradem Asphalt und so weiter, können diese Werte vielleicht erreicht werden. Wir gehen davon aus, dass unter realen Bedingungen ein etwa 80 Kilogramm schwerer Fahrer in der Stadt mit viel Stopp-&-Go 20 Kilometer weit kommt, bevor der Akku wieder ans Netz muss. Die Ladedauer ist mit vier Stunden angegeben. Wer sich für den VX5 GT entscheidet, bekommt einen 374-Wattstunden-Akku.
Preis
Der Vmax VX5 ST kostet bei Amazon 449 Euro. Wer mit dem fast baugleichen VX5 GT einen etwas größeren Akku möchte, zahlt etwas mehr.
Fazit
Der Vmax VX5 ST ist ein äußerst gelungener E-Scooter im Einstiegssegment. Mit seinem starken Motor, der robusten Verarbeitung, dem guten Klappmechanismus und den effizienten Bremsen bietet er trotz seines günstigen Preises von 500 Euro viele der positiven Eigenschaften des deutlich teureren Vmax VX2 ST (Testbericht). Die Verbesserungen beim hinteren Schutzblech und der Stabilität der Bedienelemente sind deutlich erkennbar. Trotz seiner kompakten Größe und der geschrumpften Reifengröße von 8,5 Zoll bietet er ein recht angenehmes Fahrgefühl, wobei er bei Unebenheiten etwas zurückstecken muss.
Dennoch hat der VX5 ST einige Mängel. Insbesondere das spiegelnde Display stört bei Sonne und die fehlende Federung haben wir vermisst. Zudem könnte das Trittbrett für manche Fahrer zu klein ausfallen. Trotz einer reduzierten Motorleistung im Vergleich zum VX2 ST zeigt der VX5 ST eine beachtliche Beschleunigungsleistung. Die maximale Reichweite dürfte im städtischen Stopp-&-Go-Verkehr bei rund 20 Kilometern liegen. Insgesamt bietet der Vmax VX5 ST ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist eine empfehlenswerte Option für Einsteiger.
Xiaomi Mi 1S
Xiaomi Mi 1S
Der Xiaomi Mi 1S kostet nur 400 Euro und gehört zu den beliebtesten E-Scootern. Wir zeigen im Test, warum sich dieser Elektro-Scooter tatsächlich lohnt.
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- Verarbeitung & Reparierbarkeit
- E-Scooter ohne gravierende Schwächen
- Motor etwas schwach
- Reichweite
- 100 Kilogramm Zuladung
Xiaomi Mi 1S im Test
Der Xiaomi Mi 1S kostet nur 400 Euro und gehört zu den beliebtesten E-Scootern. Wir zeigen im Test, warum sich dieser Elektro-Scooter tatsächlich lohnt.
Der Xiaomi Mi 1S bietet für seinen schlanken Preis von 350 bis 400 Euro einen Akku mit einer Kapazität von 275 Wattstunden, einen 300-Watt-Motor und 8,5 Zoll große Luftreifen. Was das im Alltag bedeutet, wie sich die Verarbeitungsqualität schlägt und was der Xiaomi Mi 1S sonst noch auf dem Kasten hat, zeigen wir hier im Testbericht.
Optik & Verarbeitung
Rein optisch gibt es wohl nur wenige E-Scooter, die noch unauffälliger sind als der Xiaomi Mi 1S. Im Grunde ist an ihm alles Grau-Schwarz, unterbrochen lediglich von einem recht kleinen Mi-Logo am unteren Teil der Lenkstange. Das Kabelmanagement ist vorbildlich. Vom Lenker führt ein einziges Kabel der Bremse in die Lenkstange. Im unteren Bereich der Lenkstange sind zwei Kabel zu sehen, die dort austreten, um den Sicherungshebel zum Umklappen des E-Scooters zu umgehen. Wenige Zentimeter später verschwinden die Kabel im Rahmen des Mi 1S. Das hat Xiaomi hervorragend gelöst.
Auch der Rest der Verarbeitung wirkt hochwertig. Die Lenkstange sitzt fest, das hintere Schutzblech hält auch mal einen Tritt aus und auch wegen des Verzichts auf eine Federung wackelt so gut wie nichts. Ein großer Vorteil des Xiaomi-E-Scooters: Dank seiner weiten Verbreitung ist es einfach und meist nicht teuer, Ersatzteile zu besorgen. Im Internet kursieren zudem viele Videos, wie man die neuen Teile selbst einbaut.
Der Mi 1S erlaubt eine maximale Zuladung von 100 Kilogramm. Eine Öse zum Abschließen des E-Scooters mit einem Schloss finden wir nicht. Welche Möglichkeiten zum Diebstahlschutz es dennoch gibt, zeigen wir im Ratgeber Must-Have-Zubehör für E-Scooter.
Lenker
Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt der bequem zu bedienende Gasgriff für den Daumen. Er ist angenehm leichtgängig. Die Griffe sind gummiert und groß genug, um auch bei längerer Fahrt keine Schmerzen an der Hand zu verursachen. Von den beiden Bremsgriffen betätigt der rechte die Motorbremse. Der linke Griff kombiniert die Motorbremse mit der mechanischen Scheibenbremse am Hinterrad. Die Glocke auf der linken Seit ist gleichzeitig der Haken, um die Lenkstange zusammengeklappt am hinteren Schutzblech zu fixieren.
Das Display in der Mitte zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die Unterstützungsstufen und die Restkapazität des Akkus in fünf Balken an. Es ist beleuchtet und lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Wer mehr Informationen will, etwa die insgesamt gefahrenen Kilometer, kann die Xiaomi Mi 1S mit der Xiaomi-Home-App verbinden.
Der Mi 1S hat nur einen einzigen Knopf unterhalb des Displays. Dieser schaltet den E-Scooter ein und aus, regelt die Unterstützungsstufe und das Licht. Diese Doppel- und Dreifachbelegung stört nicht, denn man gewöhnt sich schnell daran. Das Frontlicht ist recht hell, kann aber nicht in der Höhe variiert werden. Zumindest ist die Voreinstellung gut, Gegenverkehr wird nicht geblendet. Das hintere Licht schaltet sich zusammen mit dem Frontlicht ein und aus. Es leuchtet beim Bremsen nicht auf.
Klappen
Der Klappmechanismus ist einfach und funktional. Zunächst legt der Fahrer den Sicherungshebel an der Lenkstange um und rastet den Lenker anschließend am Schutzblech ein. So kann der mit etwa 12,5 Kilogramm nicht besonders schwere E-Scooter an der Lenkstange hochgehoben werden. Seine Maße verringern sich von 108 x 43 x 114 Zentimeter auf 108 x 43 x 48 Zentimeter.
Fahren
Der Xiaomi Mi 1S hinterlässt beim Fahren einen wendigen und stabilen Eindruck. Die Ergonomie ist in Ordnung, die Größe des Trittbretts gliedert sich mit 45 x 14 Zentimetern im Mittelfeld ein. Die 8,5 Zoll großen Luftreifen federn einen Teil der Steinchen und Unebenheiten ab. Allerdings gibt es am Xiaomi Mi 1S keine Federung. Deswegen sollte er überwiegend im urbanen Umfeld gefahren werden. Auf Feldwegen erfährt der Mi 1S bei voller Geschwindigkeit zu viele Schläge, die er an den Fahrer und an seine Komponenten weitergibt. Wer der Offroad fährt, sollte eher zum perfekt gefederten IO Hawk Legend (Testbericht) greifen. Oder auch zum Monster-E-Scooter Eleglide D1 Master (Testbericht).
Der Motor mit einer Nennleistung von 300 Watt ist nicht sehr stark. Auf unserem Testhügel schaffte er es gerade so, auf 17 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen. Kein Vergleich zum Vmax VX2 (Testbericht), den stärksten von uns bisher getesteten legalen E-Scooter. Der Xiaomi-E-Scooter fährt genau 20 Kilometer pro Stunde. Andere E-Scooter reizen die 10 Prozent Toleranz aus und fahren 22 Kilometer pro Stunde.
Bremsen
Das Bremssystem funktioniert zufriedenstellend. So hält der E-Scooter bei einer Vollbremsung, also der Kombination aus mechanischer Scheibenbremse und elektrischer Motorbremse, schnell an. Freies Rollen geht mit dem Xiaomi Mi 1S nicht, denn die Motorbremse schaltet sich stets automatisch ein, wenn der Elektro-Scooter über eine Geschwindigkeit von fünf Kilometer pro Stunde kommt und der Gashebel nicht gedrückt wird. Das nervt zu Beginn, allerdings gewöhnt man sich daran.
Akku
Der Akku hat eine Kapazität von 275 Wattstunden. Das ist zwar dem günstigen Preis angemessen, aber dennoch insgesamt recht wenig. Xiaomi gibt eine maximale Reichweite von 30 Kilometern an. Das ist unter Idealbedingungen wie einer geringen Zuladung, ebener Strecke, warmen Wetter und geringer Geschwindigkeit gemessen. Real dürfte der Wert für die allermeisten Fahrer deutlich darunter liegen. In unserem Fall transportierte uns der E-Scooter etwa 20 Kilometer, bis er anschließend für etwa 4 Stunden ans mitgelieferte Netzteil musste. Mehr Informationen rund um den Akku bei E-Scootern zeigen wir in der Bestenliste Reichweiten-Test: Die Top-10-E-Scooter mit dem größten Akku.
Preis
Der Xiaomi Mi 1S kostet bei Galaxus 429 Euro.
Fazit
Der Xiaomi Mi 1S gehört zu Recht zu den beliebtesten E-Scootern. Denn für gerade einmal 429 Euro (Galaxus) schnürt Xiaomi ein wirklich verlockendes Gesamtpaket. Uns gefällt besonders die schlichte Optik in Kombination mit der guten Verarbeitung und sehr guten Reparierbarkeit.
Der E-Scooter bietet eine für die meisten Fahrer passende Ergonomie und zeigt sich beim Fahren wendig. Licht, Klingel, Display, Klappmechanismus – alles Punkte, die beim Xiaomi Mi 1S positiv zu bewerten sind. Auch das Bremssystem geht in Ordnung. Weniger gut gefällt uns der doch recht schwache Motor und die maximale Zuladung, die auf 100 Kilogramm beschränkt ist. Auch hätte der Akku etwas mehr Kapazität vertragen.
iScooter i8M
iScooter i8M
Der iScooter i8M will als Einsteiger-E-Scooter mit Straßenzulassung und 8,5-Zoll-Luftreifen punkten. Er kostet nur 199 Euro.
- günstiger Preis
- kompaktes Faltmaß
- geringes Gewicht
- ABE-Straßenzulassung
- gut dosierbare Bremse
- schwacher Motor
- geringe Reichweite
- keine Federung
- keine Blinker
- kein Bremslicht
iScooter i8M im Test: Kompakter E-Scooter mit ABE, Luftreifen & App für 199 Euro
Der iScooter i8M will als Einsteiger-E-Scooter mit Straßenzulassung und 8,5-Zoll-Luftreifen punkten. Er kostet nur 199 Euro.
E-Scooter mit deutscher Straßenzulassung für unter 200 Euro sind selten. Der iScooter i8M will diese Lücke füllen. Für 199 Euro tritt er als günstige Einstiegsvariante an und zielt auf preisbewusste Pendler sowie Gelegenheitsfahrer.
Der i8M positioniert sich leicht unterhalb des Schwestermodells iScooter i9M, das für rund 259 Euro zu haben ist. Die Unterschiede betreffen vor allem vier Bereiche: Reifen (8,5 Zoll statt 10 Zoll), Akku (187 Wh statt 270 Wh), offizielle Reichweite (20–25 km statt 25–30 km) und Gewicht (13 kg statt 14 kg). Beide Modelle treten in Deutschland als ABE-Versionen mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit, 120 kg Traglast und IPX4-Spritzwasserschutz an. Ob das Gesamtpaket überzeugt, klärt dieser Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau geht zügig: Lenksäule hochklappen, Verriegelung schließen, Lenker aufsetzen, vier Schrauben festziehen – fertig. Der Lieferumfang fällt schlicht aus. Mit dabei sind Scooter, Bedienungsanleitung, sechs Schrauben inklusive zwei Ersatzschrauben, T-Hex-Schlüssel, Ladegerät und EU-Netzkabel. iScooter legt außerdem einen Ersatzschlauch bei. Wir empfehlen das Tragen eines Helms bei jeder Fahrt.
Optisch erinnert der i8M an längst vergangene Zeiten. So sahen E-Scooter vor fünf Jahren fast alle aus: schmaler Lenker, Display direkt im Lenker integriert, sehr minimalistisches Auftreten. Der Metallrahmen wirkt nüchtern, statt auffällig. Klare Linien, eine rutschfeste Trittfläche und ein klassisches Pendlerlayout ohne Spielereien prägen das Bild. Eine Premium-Anmutung sucht man vergebens.
iScooter i8M Bilder
Immerhin ist die Kabelführung ordentlich gelöst, im verriegelten Zustand klappert nichts auffällig. Der IPX4-Spritzwasserschutz reicht für den Alltagseinsatz aus, längere Fahrten im starken Regen sollte man trotzdem meiden. Mit 120 kg Traglast trägt der i8M auch schwerere Fahrer.
Der kleine E-Scooter überzeugt beim Klappmechanismus. Verriegelung öffnen, Lenksäule absenken, Haken am Heck einrasten lassen – schon liegt das Faltmaß bei kompakten 115 × 44 × 48 cm. Damit passt der i8M in jeden Kofferraum. Mit nur 13 kg Eigengewicht trägt er sich angenehmer als der 14 kg schwere i9M und lässt sich an der Lenkstange sicher hochheben.
Lenker & Display
Der Lenker fällt schmaler aus als bei modernen E-Scootern. Die genoppten Lenkergriffe wirken eher einfach und sind nicht ergonomisch geformt. Der Vorbau lässt sich nicht in der Höhe verstellen und die Lenker können nicht geklappt werden. Trotzdem reichen Lenkerhöhe und Trittbrett auch für größere Fahrer aus.
Rechts sitzt der Daumenhebel für die Beschleunigung. Er bietet einen angenehmen Widerstand, sitzt nicht zu stramm – auch nach längeren Fahrten ermüdet der Daumen kaum. Auf der linken Seite befindet sich der kombinierte Bremshebel.
Das Display ist schön in die Mitte des Lenkers integriert. Es zeigt die Basisdaten: Akkuanzeige, aktuelle Geschwindigkeit und Fahrstufen. Auch bei direktem Sonnenlicht bleibt es ablesbar – wenn auch schwer. Die Logik der einzigen Taste ist schlicht: lang drücken für Ein/Aus, einmal drücken fürs Licht, doppelt für den Moduswechsel, dreifach für den Wechsel zwischen km/h und mph.
Das StVZO-konforme LED-Lichtsystem mit Frontscheinwerfer und Rücklicht hängt am Stromkreislauf. Die Lichtleistung reicht eher fürs Gesehenwerden als fürs schnelle Fahren auf dunklen, unbeleuchteten Wegen. Eine Bremslichtfunktion fehlt – das Rücklicht leuchtet beim Bremsen also nicht zusätzlich auf. Auch Blinker sucht man vergeblich. Wer Wert auf höhere Sicherheit legt, findet in unserer Top 5: Der beste Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten passende Lösungen.
App
Die iScooter-App steuert beim i8M nur Grundfunktionen. Dazu gehören Fahrmodus wechseln, Batteriestand in Prozent anzeigen, sperren und entsperren sowie das Licht ein- und ausschalten. Besondere Zusatzfunktionen wie Navigation, detaillierte Fahrstatistiken oder ein Sicherheitspaket mit Alarmfunktion bietet sie aber nicht. Im Vergleich zu Apps von Segway oder Navee bleibt iScooter klar im Einsteigerbereich.
Fahren
Der i8M fährt mit Frontantrieb. Die Produktseite nennt 500 Watt Nennleistung. Die ABE-Datenbestätigung weist jedoch nur 0,42 kW Nennleistung aus – also 420 Watt, während die offizielle Beschleunigungsangabe bei 1–3 Sekunden auf 20 km/h und die Steigfähigkeit bei 20 bis 25 % liegt.
Im Test wirkt der Motor erstaunlich schwach. Bei 85 kg Zuladung auf flachem Asphalt benötigt der i8M recht lange, bis er die 20 km/h erreicht. Einen derart kraftlosen Antrieb hatten wir schon länger nicht mehr im Test. Wer bergauf fährt, muss schon bei etwa 10 Prozent Steigung mit dem Fuß mittreten. Der i8M ist eindeutig kein Kraftpaket.
Eine Besonderheit ergibt sich daraus: Der schwache Motor verhindert, dass das Vorderrad beim Beschleunigen auf losem Untergrund durchdreht – ein typisches Problem von Frontantrieben. So gleicht der i8M ungewollt einen Nachteil seiner Bauart aus.
Die 8,5-Zoll-Luftreifen reichen für die Stadt und Asphalt aus. Eine Federung gibt es nicht. Für normale Stadtfugen, Flickstellen und kleine Bordsteinkanten reicht der i8M noch. Auf grobem Kopfsteinpflaster, schlechten Wegen oder rauem Belag verliert er aber schnell an Komfort und Ruhe. Ein wirklich weiches Fahrgefühl darf man nicht erwarten.
Trotzdem fährt sich der kleine E-Scooter angenehm kompakt. Die Spurtreue ist gut, die Lenkreaktionen bleiben gelassen. Er passt eher als günstiger Kurzstrecken-Scooter denn für längere tägliche Fahrten.
Bremsen
Der i8M nutzt zwei unabhängige Bremssysteme. Beide werden über den kombinierten Bremshebel gleichzeitig aktiviert. Vorn bremst er elektrisch über die Motorbremse, hinten mechanisch über eine Scheibenbremse mit 81 mm effektivem Durchmesser und 110 mm Außendurchmesser. Das Bremsgefühl wirkt gut dosierbar und berechenbar. Das System erfüllt den Alltagseinsatz, liefert aber keine besondere Reserve.
Akku
Im i8M steckt ein 36-V-Akku mit 5,2 Ah und 187 Wh Kapazität. Damit gehört er zu den kleinsten Akkus im aktuellen E-Scooter-Markt. Die offizielle Reichweite liegt bei 20 bis 25 km, gemessen im Labor bei 100 Prozent Ladung, 70 kg Fahrergewicht und konstanten 15 km/h.
In der Praxis fällt die Reichweite deutlich geringer aus. Bei 85 kg Zuladung, gemischter Stadt-Fahrt mit Stop-and-Go, kühlem Wetter und konstanten 20 km/h erreichen wir realistisch nur 10 bis 15 km. Damit eignet sich der i8M nur für kurze Strecken. Wer mehr Reichweite benötigt, sollte eher zum i9M oder einem anderen Modell greifen.
Das mitgelieferte 42-V/1,5-A-Ladegerät füllt den Akku in gut vier Stunden komplett auf – etwas schneller als beim i9M.
Preis
Auf der offiziellen deutschen iScooter-Seite kostet der i8M 199 Euro. Der i9M liegt mit 259 Euro 60 Euro darüber. Achtung beim Kauf: Bei „Nichtgefallen“ akzeptiert iScooter eine benutzte Rückgabe nur innerhalb von 30 Tagen und bei unter 10 km Kilometerstand.
Fazit
Der iScooter i8M bedient preisbewusste Käufer, die einen kompakten und leichten Stadt-Begleiter für kurze Strecken suchen. Mit nur 13 kg Eigengewicht und einem Faltmaß von 115 × 44 × 48 cm gehört er zu den platzsparendsten ABE-zertifizierten E-Scootern am Markt. Schlichtes Display, solide Bremse und einfache App erfüllen ihren Zweck.
Die Schwachpunkte wiegen aber schwer. Der Motor ist erstaunlich kraftlos. An Steigungen ab 10 Prozent muss der Fahrer mittreten. Die fehlende Federung und die kleinen 8,5-Zoll-Reifen machen Fahrten auf rauem Untergrund unbequem. Die reale Reichweite von 10 bis 15 km enttäuscht. Blinker und Bremslicht fehlen ebenfalls.
Wer einen günstigen Zubringer-Scooter für kurze Wege im flachen Stadtverkehr sucht, bekommt mit dem i8M einen passenden Begleiter. Für längere Pendelstrecken oder hügeliges Gelände lohnt sich der Aufpreis von 60 Euro auf den i9M.
A-To Ultron Air
A-To Ultron Air
Der A-To Ultron Air ist ein sehr günstiger E-Scooter mit Straßenzulassung und Luftreifen. Im Test zeigt er trotz Schwächen, dass er alltagstauglich ist.
- günstiger Preis
- Straßenzulassung (ABE)
- 8,5-Zoll-Luftreifen, geringes Gewicht
- schwacher Motor, mäßige Bremsen
- geringe Reichweite
- keine Extras wie Federung oder Blinker
A-To Ultron Air im Test
Der A-To Ultron Air ist ein sehr günstiger E-Scooter mit Straßenzulassung und Luftreifen. Im Test zeigt er trotz Schwächen, dass er alltagstauglich ist.
Mit einem Preis von etwa 500 Euro gehört der A-To Ultron Air zu den günstigeren E-Scootern mit Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) am Markt. Der preiswerte E-Roller bietet sogar Luftreifen, was nicht selbstverständlich ist für den Preis.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Wie von anderen E-Scootern gewohnt, gestaltet sich der Aufbau des A-To Ultron Air einfach. Vier Schrauben für den Lenker und zwei Schrauben für die Versicherungsplakette müssen gesetzt werden. Dann noch den Reifendruck prüfen, eventuell Luft nachfüllen, den Akku laden und schon kann es losgehen. Wir empfehlen grundsätzlich immer das Tragen eines Helms. Eine Auswahl an empfehlenswerten Modellen zeigt unsere Bestenliste: Top 5: Die besten smarten Fahrradhelme mit Blinker, Bluetooth & Musik im Test.
Optisch hinterlässt der A-To Ultron Air einen eher unauffälligen Eindruck. Er ist überwiegend in Schwarz gehalten, einzig das große weiße A-To-Logo zwischen Lenkstange und Trittbrett sowie der Schriftzug „Where next?“ auf der Lenkstange setzen Akzente. Elemente des Logos finden sich auch an den Griffen und auf dem Gummi des Trittbretts wieder. Insgesamt wirkt der E-Scooter recht filigran. Positiv: Die Lenkstange wackelt kaum. Nicht ganz optimal ist die Befestigung des hinteren Schutzblechs, das etwas instabil wirkt.
Der Klappmechanismus verfügt über eine ungewöhnliche Sicherung. Statt des sonst üblichen Hebels muss hier ein Ring nach oben gezogen werden. Das funktioniert ganz gut. Zusammengeklappt hakt die Lenkstange sicher am hinteren Schutzblech ein und lässt sich so bequem tragen.
Die Maße betragen aufgeklappt 110 × 43 × 115 cm und zusammengefaltet 110 × 43 × 48,5 cm. Vorder- und Hinterrad kommen mit 8,5-Zoll-Luftreifen. Mit einem Gewicht von 13,8 kg ist der A-To Ultron Air erfreulich leicht. Die maximale Zuladung liegt bei 100 kg.
Lenker & Display
Der Lenker fällt mit einer Breite von nur 43 cm recht schmal aus. Die Griffe sind gummiert, in den Bremsgriff auf der rechten Seite ist eine Klingel integriert. Der Gashebel sitzt rechts, der Hebel für die Motorbremse links.
In der Mitte prangt das kleine runde Display, das auch bei Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar ist. Es zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die Akkukapazität in fünf Balken sowie den gewählten Fahrmodus an. Über den einzigen Knopf werden dank Mehrfachbelegung der E-Scooter ein- und ausgeschaltet, die Fahrmodi gewechselt und das Licht geregelt.
Beide Leuchten sind mit dem Stromkreislauf verbunden. Das Frontlicht im oberen Drittel der Lenkstange lässt sich im Abstrahlwinkel anpassen. Schade: Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen nicht zusätzlich auf. Einen Blinker gibt es nicht, was in dieser Preisklasse aber auch nicht zu erwarten wäre.
Erfreulich ist die App-Unterstützung, die man bei so günstigen E-Scootern selten findet. Eine Registrierung ist nicht nötig. Allerdings ist der Mehrwert der App überschaubar. Sie zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die Akkukapazität in Prozent und ermöglicht Firmware-Updates – wobei es im Test keines gibt. Außerdem lässt sich eine Wegfahrsperre aktivieren, die die Motorbremse einschaltet. Vor Diebstahl schützt das aber nur bedingt, da der E-Scooter weiterhin weggetragen werden kann. Hier empfiehlt sich ein separates Schloss, siehe dazu unseren Artikel Diebstahlschutz für Fahrrad, E-Bike & E-Scooter.
A-To Ultron Air Bilder
Fahren
Im Vorderrad arbeitet ein Elektromotor mit einer Nennleistung von 350 W und einer Maximalleistung von 500 W. Das maximale Drehmoment wird mit 20 Nm angegeben. Insgesamt ist der Motor eher schwach.
Auch die Bremsen – hinten eine Scheibenbremse, vorn die Motorbremse – sind nicht optimal. Bei einer Vollbremsung kommt der A-To Ultron Air langsamer zum Stehen als viele etwas höherpreisige Konkurrenten.
Das Trittbrett fällt recht schmal aus. Die Lenkung vermittelt ein etwas wackliges Fahrgefühl. Leider fehlt eine Federung, sodass Fahrten über Feldwege keinen großen Spaß machen. Immerhin spenden die 8,5-Zoll-Luftreifen etwas Komfort.
Akku
Der eingebaute Sanyo-Akku hat bei einer Spannung von 36 V eine Kapazität von 280 Wh. Laut Hersteller soll der A-To Ultron Air damit eine Reichweite von 25 km schaffen. Das gilt allerdings nur unter Idealbedingungen, also mit einem leichten Fahrer von unter 70 kg bei moderatem Tempo von etwa 15 km/h auf ebener Strecke ohne Gegenwind bei milden Temperaturen. In der Praxis mit einem 85 kg schweren Fahrer sind bei zügiger Fahrweise in der Stadt eher 15 km drin. Das Aufladen des Akkus dauert rund drei Stunden.
Preis & Alternativen
Der A-To Ultron Air kostet um die 500 Euro.
Fazit
Der A-To Ultron Air ist ein preiswerter E-Scooter, der trotz einiger Schwächen insgesamt ein ordentliches Gesamtpaket abliefert. Zu seinen Pluspunkten zählen die ABE-Zulassung, das geringe Gewicht, die 8,5-Zoll-Luftreifen und die App-Unterstützung.
Abstriche muss man bei der Motorleistung, der geringen Reichweite, den Bremsen, dem schmalen Trittbrett und dem fehlenden Blinker machen. Auch das wackelige Fahrgefühl und das Fehlen einer Federung sind der niedrigen Preisklasse geschuldet. Insgesamt ist der A-To Ultron Air aber alltagstauglich und stellt für preisbewusste Einsteiger eine interessante Wahl dar.
Xiaomi Mi 4 Pro
Xiaomi-Spitzenmodell
Xiaomi Mi 4 Pro
Der Xiaomi 4 Pro ist das Spitzenmodell von Xiaomi. Er ist insgesamt größer, stabiler und hat einen stärkeren Motor. Was uns gefällt – und was nicht, zeigen wir im Test.
- exzellentes Fahrverhalten auch für große Fahrer
- Motor, Bremsen, Reifen
- keine Federung
- Display spiegelt
- zu kleiner Ständer
Xiaomi Mi 4 Pro im Test
Der Xiaomi 4 Pro ist das Spitzenmodell von Xiaomi. Er ist insgesamt größer, stabiler und hat einen stärkeren Motor. Was uns gefällt – und was nicht, zeigen wir im Test.
Kaum ein anderer E-Scooter-Hersteller hat mehr Erfahrung mit elektrischen Tretrollern als Xiaomi. Schließlich produzieren die Chinesen bereits seit dem Jahr 2016 E-Scooter. Diese Erfahrung merkt man ihren Elektroscootern an. Nicht umsonst räumte der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) eine Spitzenbewertung ab. Auch der Xiaomi Mi 1S (Testbericht) kann sich sehen lassen.
Der Xiaomi Electric Scooter 4 Pro schickt sich nun an, den sehr guten Xiaomi Mi Pro 2 vom Xiaomi-Thron zu verdrängen. Denn der Neue bietet größere Reifen und dadurch ein besseres Fahrgefühl. Außerdem hat er einen stärkeren Motor und auch sonst verbesserte Xiaomi den E-Scooter an vielen kleineren Stellen.
Der Xiaomi 4 Pro kostete bei Mediamarkt auf 479 Euro.
Optik & Verarbeitung
Der Xiaomi 4 Pro kommt im dezenten, matten Grau, unterbrochen durch rote Farbakzente. Das sorge bereits beim Vorgänger für einen stylishen und eindeutig wiedererkennbaren Look. Auch die Kabelführung ist vorbildlich. Ein einziges rotes Kabel führt von der Bremse in die Lenkstange. Im unteren Bereich sind wieder ein paar Kabel zu sehen, die jedoch hervorragend ins Design integriert sind und nicht negativ auffallen. Insgesamt gefällt uns die Optik sehr gut. Der Xiaomi 4 Pro wirkt eher wie ein Business-Roller als ein Spielzeug für Nerds.
Auch bezüglich der Verarbeitung rollt der Xiaomi 4 Pro ganz vorn mit. Er hinterlässt sogar einen besseren Gesamteindruck als der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht). Alles wirkt wie aus einem Guss, nichts wackelt, es gibt keine offensichtlichen Schwachstellen bei der Qualität.
Der Xiaomi Electric Scooter 4 Pro wiegt knapp 17 Kilogramm, der Mi Pro 2 wiegt mit gut 14 Kilogramm deutlich weniger. Der neue ist aber nicht nur schwerer, sondern auch größer. Er kommt nun auf die Maße 120 × 48 × 124 Zentimeter, statt 113 × 43 × 118 Zentimeter. Seine maximale Zuladung wächst von 100 Kilogramm auf 120 Kilogramm. Das Trittbrett ist mit 49 × 15 Zentimetern gleichgeblieben, gehörte aber auch vorher schon zu den größeren. Vor allem der hohe Lenker und die hohe Zuladung macht ihn für größere Fahrer attraktiv. Laut Xiaomi ist der E-Scooter für Personen bis zu einer Körpergröße von zwei Metern geeignet. Eine IP54-Zertifizierung zeigt an, dass der E-Scooter gegen Spritzwasser geschützt ist.
Klappmechanismus
Der Hebel zum Umlegen der Lenkstange wurde im Vergleich zum Vorgänger etwas verbessert. Er ist selbsterklärend, leichtgängig und sicher. Besser kann man das Scharnier kaum machen. Einmal umgelegt, rastet die Öse der Klingel in den Haken am hinteren Schutzblech ein. Das kennt man bereits vom Vorgänger. So kann man ihn an der Lenkstange hochheben und tragen.
Ein kleiner ausklappbarer Seitenständer lässt den E-Scooter zusammen- oder aufgeklappt stehen. Allerdings ist er deutlich zu klein geraten. Auf unebenem oder schiefen Untergrund besteht stets die Gefahr, dass der Xiaomi 4 Pro umfällt.
Lenker
Der Lenker wirkt angenehm aufgeräumt. Mittig sitzt das schick integrierte OLED-Display, welches bei direkter Sonneneinstrahlung leider kaum noch ablesbar ist. Es zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit außerdem den Akkustand, den Status des Lichts und die gewählte Unterstützungsstufe an. Darunter sitzt der einzige Knopf. Dank Mehrfachbelegung schaltet er den E-Scooter ein und aus, regelt das Licht und die Unterstützungsstufe.
Auf der rechten Seite sitzt der Daumengriff für die Steuerung des Motors. Über ihn lässt sich die Geschwindigkeit fein regulieren. Allerdings geht er gerade für längere Fahrten etwas zu straff. Das kann zu Schmerzen im Daumen führen. Auf der linken Seite sitzt neben der Klingel der Bremsgriff.
Licht
Das Frontlicht sitzt weit oben nach vorn gerichtet an Lenker. Es ist in seiner Höhe fix und kann entsprechend nicht variiert werden. Allerdings ist die Höhe gut voreingestellt. Auch seine Helligkeit ist hervorragend für Fahrten im Dunklen geeignet. Das Frontlicht schaltet sich zusammen mit dem Rücklicht ein und aus. Leider leuchtet das Rücklicht beim Bremsen nicht auf.
App
Vor der ersten Fahrt muss der Roller über die Xiaomi-Home-App und einen QR-Code am Roller entsperrt werden. Dafür verlangt die App zunächst eine Registrierung per E-Mail oder Telefonnummer. Nach einem Software-Update und einem Anleitungsvideo kann es dann losgehen. Kurios: Nach der Registrierung soll der Nutzer dem E-Scooter einen Raum zuweisen.
Die App zeigt die Restreichweite in Kilometern. Außerdem kann mit ihr der Motor gesperrt werden und es gibt eine Option, den Grad an Energierückgewinnung von Niedrig über Mittel auf Hoch zu stellen. Im Modus Hoch bremst der Xiaomi 4 Pro selbstständig bis zum kompletten Halt, wenn der Fahrer den Daumen vom Griff nimmt.
Xiaomi Mi 4 Pro Screenshots
Fahren
Schon das Fahren mit dem Xiaomi Pro 2 ist komfortabel. Doch der Mi 4 Pro schlägt das gute Fahrgefühl seines Vorgängers locker. Das liegt an der vergleichbar hohen Verarbeitungsqualität bei gleichzeitig von 8,5 auf 10 Zoll gewachsenen Luftreifen. Die größeren Luftreifen schlucken Unebenheiten besser als ihren kleineren Vertreter. Diese neuen Reifen haben keinen Schlauch und sollen deswegen dank einer Beschichtung widerstandsfähiger gegenüber Schäden sein.
Trotz der größeren Reifen eignet sich der Xiaomi 4 Pro hauptsächlich für das urbane Umfeld. Denn eine Federung fehlt ihm komplett. Mal über Kopfsteinpflaster oder einen Feldweg heizen geht – allerdings rüttelt es den Fahrer ordentlich durch. Wer Offroad fahren will, sollte zu gut gefederten Modellen wie den Gomate Steap ER1 Evo (Testbericht) oder den IO Hawk Legend (Testbericht) greifen.
Bremsen
Der Xiaomi 4 Pro bietet – wie gesetzlich vorgeschrieben – zwei Bremssysteme: Eine mechanische Scheibenbremse am Hinterrad und die elektrische Motorbremse am Vorderrad. Jedoch kann der Fahrer sie über den Bremshebel nicht getrennt, sondern nur gleichzeitig ansprechen. Um fein dosiert zu bremsen, braucht es etwas Übung. Das System eignet sich jedoch gut, um mit einer Vollbremsung flott zum Stehen zu kommen.
Wir kommen aus voller Fahrt auf trockenem Asphalt auf etwa 2,5 Meter. Übrigens besitzt die Motorbremse am Vorderrad ein Antiblockiersystem. Auch eine Vollbremsung auf feuchtem Laub bringt den E-Scooter nicht ins Schlingern. Wir empfehlen beim Fahren dennoch dringend einen Helm. Mehr dazu in unserem Ratgeber Blinker, Notruf & Musik: Deswegen lohnt sich ein smarter Fahrradhelm.
Motor
Der Motor bietet bei 36 Volt eine Nennleistung von 350 Watt (700 Watt Spitze), beim Vorgänger sind es 300 Watt (600 Watt Spitze). Tatsächlich gehört der Xiaomi 4 Pro damit zu den stärkeren E-Scootern. Noch dazu ist der Antrieb flüsterleise. Mit den Motoren von teuren Premium-Modellen wie dem Egret X (Testbericht) kann er nicht mithalten. Allerdings reicht die Power, um auch schwerere Fahrer flott moderate Steigungen hinaufzubefördern. Fahrer müssen jedoch auf Schotter und unebenem Untergrund aufpassen. Denn der Motor sitzt vorn, weshalb das Vorderrad beim Beschleunigen Traktion verlieren kann.
Der E-Scooter fährt laut Display und per GPS nachgemessen ziemlich genau 20 Kilometer pro Stunde, bevor er abregelt. Immerhin mehr als der Mi Pro 2, der nur 19 Kilometer pro Stunde fährt. Trotzdem hätte Xiaomi gerne den rechtlichen Rahmen ausnutzen und seinen Elektroroller 22 Kilometer pro Stunde fahren lassen dürfen.
Akku
Die Akkukapazität ist gegenüber dem Xiaomi Mi Pro 2 leicht von 474 auf 446 Wattstunden gefallen. Trotzdem schreibt Xiaomi, dass die Reichweite von 45 auf 55 Kilometer steigt. Xiaomi gibt als Grund Software-Optimierungen an. Aber auch die größeren Reifen könnten hier eine Rolle spielen.
Eine Einschätzung der tatsächlichen Reichweite ist schwierig. Hier spielen viele individuelle Faktoren wir Fahrergewicht, Außentemperatur, zurückgelegte Höhenmeter, Untergrund, Beschleunigung, Durchschnittsgeschwindigkeit und vieles mehr eine entscheidende Rolle. Wir gehen bei einem Fahrer mit 85 Kilogramm im Sportmodus und Fahrten in der Stadt von etwa 25 Kilometern echter Reichweite aus.
Der Ladeport sitzt dieses Mal nicht mehr auf Höhe des Trittbretts, sondern an der Verbindungsstrebe zwischen der Lenkstange und dem Trittbrett. Dadurch ist er besser erreichbar. Außerdem kommt ein magnetischer Ladeport zum Einsatz, was den Ladevorgang etwas erleichtert.
Preis
Der Xiaomi 4 Pro kostete bei Mediamarkt auf 479 Euro.
Fazit
Der Xiaomi 4 Pro ist einer der besten E-Scooter von Xiaomi. Er fährt sich dank seiner kompakten Bauweise, größerer Reifen, starkem Motor und guten Bremsen hervorragend und eignet sich dank des hohen Lenkers und des großen Trittbretts auch für große Fahrer. Dazu sieht er schick aus und kommt mit kleinen, aber feinen Verbesserungen wie einem neuen Klappscharnier und einem magnetischen Ladestecker. Seine Reichweite ist jedoch eher durchschnittlich.
Wegen der fehlenden Federung eignet er sich vorwiegend für Asphalt. Wer über Kopfsteinpflaster fährt, wird ordentlich durchgeschüttelt. Das Display spiegelt und kann in heller Umgebung nur schwer abgelesen werden. Der Daumengriff geht für unser Empfinden etwas zu straff und das Rücklicht leuchtet beim Bremsen nicht auf.
Xiaomi Electric Scooter 4
Xiaomi Electric Scooter 4
Der Xiaomi Electric Scooter 4 kommt mit Blinker, großen 10-Zoll-Luftreifen und einer deutlich verbesserten Ergonomie. Wir haben den E-Scooter getestet.
- sehr gutes Fahrverhalten
- hohe Verarbeitungsqualität
- Blinker
- schwacher Motor
- kleiner Akku
- keine Federung
Xiaomi Electric Scooter 4 im Test
Der Xiaomi Electric Scooter 4 kommt mit Blinker, großen 10-Zoll-Luftreifen und einer deutlich verbesserten Ergonomie. Wir haben den E-Scooter getestet.
In diesem Testbericht schauen wir uns den etwa 319 Euro teuren Xiaomi Electric Scooter 4 genauer an.
Optik & Verarbeitung
Nach dem Auspacken schraubt der Käufer vier Schrauben ein, um die Lenkstange zu fixieren und schon kann es losgehen. Dabei hinterlässt der Xiaomi Electric Scooter 4 sofort einen wertigen und stabilen Eindruck. Die Lenkstange sitzt fest und das hintere Schutzblech hält den ein oder anderen Tritt aus. Eine Federung gibt es nicht. Die maximale Zuladung des gut 17 Kilogramm schweren E-Scooters beträgt 110 Kilogramm.
Optisch ist der Electric Scooter 4 klar der Xiaomi-Familie zuzuordnen. Er ist wie bei Xiaomi-E-Scootern üblich überwiegend mattem Schwarz, unterbrochen von roten Elementen. Dazu gehört das rote Bremskabel, welches oben in der Lenkstange verschwindet, um weiter unten wieder auszutreten und seinen Weg zum Trittbrett zu finden. Die Farbgebung, aber auch das saubere und schnörkellose Design, verleihen dem Xiaomi Electric Scooter 4 einen angenehmen Minimalismus.
Sein Klappmechanismus ist einfach und durchdacht. Der Sicherungshebel am unteren Ende der Lenkstange sitzt fest und löst sich nicht von selbst, kann aber problemlos mit nur einer Hand umgelegt werden. Umgeklappt rastet ein kleiner Ring am Lenker am Haken des hinteren Schutzblechs ein. So kann der Xiaomi Electric Scooter 4 an der Lenkstange hochgehoben werden. Seine Maße verringern sich dann von 114 × 53 × 118 Zentimeter auf 114 × 53 × 48 Zentimeter. Gefaltet passt er problemlos in die allermeisten Kofferräume.
Xiaomi Electric Scooter 4 Bilder
Lenker
Der angenehm breite Lenker wirkt aufgeräumt und bietet Platz etwa für eine Smartphone-Halterung (Bestenliste). Auf seiner rechten Seite sitzt der gut dosierbare Daumengriff für die Steuerung des Motors. Auf der linken Seite gibt es den Bremsgriff, eine Klingel und zwei Taster für den am äußeren Ende des Lenkers sitzenden Blinker. Dieser ist angenehm hell. Auch gut: Der Xiaomi Electric Scooter 4 signalisiert den Blinker auch akustisch, damit der Fahrer nicht vergisst, ihn nach dem Abbiegevorgang wieder auszuschalten.
Mittig des Lenkers sitzt das Display mit der Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, der Restkapazität des Akkus in fünf Balken und der Unterstützungsstufe. Es ist nicht besonders hell und spiegelt etwas. Dennoch kann man es auch bei Sonne in den meisten Fällen ablesen. Der einzige, mehrfach belegte Knopf schaltet den E-Scooter ein und aus, bestimmt die Unterstützungsstufe und regelt das Licht. Das vordere Licht sitzt kaum sichtbar direkt in der Lenkstange. Es ist in seinem Abstrahlwinkel fix, ist aber so eingestellt, dass es entgegenkommenden Verkehr nicht blendet. Seine Helligkeit reicht aus, um gut gesehen zu werden. Um selbst den Weg bei Dunkelheit perfekt auszuleuchten, müsste es jedoch heller sein. Das hintere Licht oberhalb des Platzes für das Versicherungskennzeichen schaltet sich mit dem Frontlicht ein und aus. Es leuchtet beim Bremsen nicht auf.
Der Xiaomi Elektroscooter 4 hat eine App, die zusätzliche Auskunft etwa über den Zustand des Akkus bietet. Dort bestimmt der Fahrer unter anderem die Stärke der Energierückgewinnung, aktiviert eine Motorbremse oder spielt Firmware-Updates auf.
Fahren
Der Motor des Xiaomi Elektroscooter 4 hat eine Nennleistung von 300 Watt und eine Spitzenleistung von 600 Watt. Wie diese Zahl bereits vermuten lässt, bestätigt der Test, dass der Motor nicht zu den stärksten gehört. Der E-Scooter transportiert uns zwar ohne zu mucken unseren Testhügel nach oben. Andere E-Scooter wie der Joyor Y8-S (Testbericht) oder der Ninebot by Segway Max G2D (Testbericht) schaffen das aber deutlich schneller. Uns stört zudem, dass der Motor im Vorderrad sitzt. Auf Schotter dreht das Rad beim Beschleunigen gerne mal durch. Auch ist die Kraftübertragung bei Heckmotoren besser.
Das Display des Xiaomi Electric Scooter 4 zeigt maximal 20 Kilometer pro Stunde an – schneller unterstützt der Motor nicht. Per GPS nachgemessen, ist die reale Geschwindigkeit aber selten mehr als 19 Kilometer pro Stunde. Das ist schade, schließlich erlaubt der Gesetzgeber eine Toleranz von 20 Kilometer pro Stunde plus 10 Prozent.
Der Bremshebel aktiviert gleichzeitig die mechanische Scheibenbremse am Hinterrad und die elektrische Motorbremse am Vorderrad. In Kombination bringt uns die Bremse aus voller Fahrt angemessen schnell zum Stehen. Aber auch hier gibt es E-Scooter, die besser bremsen. Zumindest blockiert das Vorderrad ach bei einer Vollbremsung auf Schotter nicht, was die Sturzgefahr minimiert.
Der Xiaomi Elektroscooter 4 hat keine Federung. Trotzdem ist es mit ihm möglich, zumindest kurzzeitig einen Feldweg mit voller Geschwindigkeit entlangzurasen. Denn die 10 Zoll großen, schlauchlosen Luftreifen fangen kleinere Unebenheiten ab. Wer längere Zeit auf Feldwegen fahren will, sollte jedoch zu einem E-Scooter mit guter Federung greifen.
Einer der großen Pluspunkte am Xiaomi Electric Scooter 4 ist sein hervorragendes Fahrverhalten. Nur wenige E-Scooter fühlen sich derart direkt und sicher an. Wir liegen gut in der Kurve und auch schnelle Manöver sind kein Problem. Wir haben beim Fahren zu jeder Zeit das Gefühl der vollen Kontrolle.
Akku
Der Akku ist mit 275 Wattstunden verhältnismäßig klein. Xiaomi selbst spricht von einer maximalen Reichweite von 35 Kilometern. Wie so häufig ist dieser Wert unter unrealistischen Idealbedingungen gemessen. Die tatsächliche Reichweite ist von vielen Faktoren abhängig. Wir gehen bei einem Fahrergewicht von 75 Kilogramm, gutem Wetter, wenigen Steigungen, einer moderaten Geschwindigkeit und urbaner Nutzung von etwa 25 Kilometer Reichweite aus. Alles zum Thema Reichweite und die reichweitenstärksten E-Scooter zeigen wir in unserer Bestenliste Top 10 der E-Scooter mit dem größten Akku.
Preis
Der Xiaomi Electric Scooter 4 kostet 319 Euro.
Fazit
Der Xiaomi Electric Scooter 4 ist ein guter E-Scooter. Wir schätzen vor allem die hohe Verarbeitungsqualität und das sehr gute Fahrverhalten. Auch der Blinker ist im Preisbereich von 500 Euro keine Selbstverständlichkeit. Er zeigt keine eklatanten Schwächen und erhält deswegen unsere Kaufempfehlung.
Allerdings gibt es Punkte, die andere E-Scooter auch im vergleichbaren Preisbereich besser machen. Dazu gehört der in unseren Augen zu schwache Motor, der nur bis 19 Kilometer pro Stunde unterstützt. Die Reifen sind super, aber eine zusätzliche Federung wäre noch besser. Die Kombibremse geht in Ordnung, könnte aber zuweilen noch beherzter zugreifen. Der Akku ist in unseren Augen zu klein. Wer mehr will, kann zu hochpreisigen Varianten wie dem Xiaomi Electric Scooter 4 Pro greifen.
Xiaomi Mi Scooter Pro 2
Xiaomi Mi Scooter Pro 2
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ist der Nachfolger des sehr beliebten M365 mit Straßenzulassung und hoher Reichweite. Wir zeigen im Test, ob sich der Kauf lohnt.
- Sehr gute Verarbeitung
- Starker Akku, guter Motor
- Preis-Leistung
- Motor reagiert mit Verzögerung
- Durchschnittliches Bremsverhalten
E-Scooter Xiaomi Mi Scooter Pro 2 im Test: Viel Reichweite pro Euro
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ist der Nachfolger des sehr beliebten M365 mit Straßenzulassung und hoher Reichweite. Wir zeigen im Test, ob sich der Kauf lohnt.
Der Xiaomi M365 (Testbericht) ist der vielleicht am häufigsten verkaufte E-Scooter überhaupt. Er hat sich als günstiges und sehr haltbares Modell bewährt. So setzen ihn aufgrund seiner robusten Bauweise auch viele Verleiher ein. Sein größtes Problem: Er hat keine Straßenzulassung für Deutschland. Nach einer gefühlten Ewigkeit bringt Xiaomi Mitte 2020 endlich einen Nachfolger auf den Markt, der ganz legal in Deutschland fahren darf. Wobei es Xiaomi nicht bei einem Nachfolger belässt, sondern gleich zwei Modelle zeigt: Den Mi Scooter Pro 2, den wir uns hier im Test genauer anschauen, und den Mi Scooter 1S. Ihre wichtigsten Unterschiede: Der Pro 2 hat einen größeren Akku und kostet etwa 150 Euro mehr.
Verarbeitung
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ist auf den ersten Blick kaum vom Vorgänger M365 zu unterscheiden. Das ist grundsätzlich erst einmal gut. Denn der seit Jahren über die Straßen der Welt rollende M365 hat sich bewährt. Schade finden wir, dass Xiaomi das Kabelmanagement nicht verbessert hat. Nach wie vor steht das Bremskabel unter dem Lenker etwas unschön ab, bevor es in der Lenkstange verschwindet, nur um dann im unteren Bereich wieder eine ausladende Schlaufe zu bilden. Das ist nicht nur optisch auffällig. Der Scooter bietet so auch Angriffsfläche für Schäden, verhakt man sich beispielsweise darin und reißt das Kabel heraus.
Geklappt wird der 115 Zentimeter lange, 117 Zentimeter hohe und 43 Zentimeter breite E-Scooter über einen simplen Sicherungshaken an der Lenkstange. Dann verringern sich seine Maße in der Höhe auf 48 Zentimeter. Eine kleine Öse an der Glocke verhängt sich am Haken auf dem hinteren Schutzblech. So kann der gut 14 Kilogramm schwere E-Scooter auch ein paar Meter getragen werden. Die Lenkgriffe sind nicht anklappbar. Der Fahrer darf laut Xiaomi bis zu 100 Kilogramm wiegen.
Am Lenker selbst sitzt neben der hell tönenden Glocke links auf der rechten Seite der gut mit dem Daumen erreichbare und angenehm leichtgängige Gashebel. Der linke Bremsgriff betätigt die Scheibenbremse am Hinterrad, der rechte Bremsgriff die Motorbremse am Vorderrad. Mittig integriert Xiaomi ein schickes und funktionelles OLED-Display mit der Anzeige der Unterstützungsstufe, der Geschwindigkeit, des Lichts und des Akkuladestand in fünf Balken. Direkt unter dem Display sitzt der einzige Knopf.
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 korrespondiert mit der hauseigenen App Xiaomi Home , welche eine Registrierung per E-Mail erfordert. Dort können weitere Daten wie die insgesamt gefahren Kilometer ausgelesen werden. Außerdem gibt es noch eine handvoll Apps von Drittanbietern, die weitere Funktionen wie einen Tempomat oder das Heraufsetzen der maximalen Geschwindigkeit von 20 auf 25 Kilometer pro Stunde freischalten. Zumindest letzteres ist in Deutschland nicht erlaubt.
Mittig am Lenker strahlt eine perfekt integrierte helle Leuchte nach vorne. Auch die hintere Leuchte, die sicher am Schutzblech sitzt, ist mit dem Stromkreislauf verbunden und kann über den Knopf unter dem Display gesteuert werden. Das gummierte Trittbrett ist mit einer Länge von 49 Zentimetern und einer Breite von 15 Zentimetern angenehm groß. Seitlich klappt ein kleiner Ständer.
Fahren
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ist angenehm wendig. Allerdings bemerken wir, dass der Lenker in der geraden Position wie magnetisch einrastet. Das haben wir so noch bei keinem anderen von uns getesteten E-Scooter gesehen. Das stört das Fahrverhalten jedoch kaum. Der Sinn des Einrastens erschließt sich uns jedoch nicht.
Die 8,5 Zoll großen Luftreifen federn einen Großteil kleiner Unebenheiten ab. Eine zusätzliche Federung gibt es nicht. So schüttelt es den Fahrer auf Pflastersteinen zwar ordentlich durch, allerdings auch nicht mehr als bei anderen E-Scootern mit Luftreifen. Grundsätzlich ziehen wir Luftreifen den Vollgummireifen auf günstigen E-Scootern trotz ihrer nicht gegebenen Pannensicherheit vor. Denn Luftreifen vermitteln ein deutlich sanfteres Fahrgefühl.
Der leise und recht hell surrende Motor bringt eine Nennleistung von 300 Watt. Ein guter Wert, der dafür sorgt, dass dem E-Scooter auch bei leichtem Anstieg nicht die Kraft verlässt. Xiaomi selbst schreibt gar von 20 Prozent Steigung, was wir für etwas übertrieben halten. Allerdings scheint die Software den Motor bereits vor dem Erreichen der maximal erlaubten Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde herunterzuregeln. So beschleunigt uns der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 auf gerader Strecke selten über 19 Kilometer pro Stunde. Ein unbefriedigendes Gefühl.
Der Motor reagiert nicht unmittelbar auf den Gashebel. So benötigt er etwa eine halbe Sekunde, bevor er anspringt. Genauso läuft er etwa eine halbe Sekunde nach, nachdem man den Daumen bereits vom Gashebel genommen hat. Das beeinträchtigt das ansonsten makellose Fahrverhalten.
Die hintere Scheibenbremse reagiert gut auf den Bremshebel. Die vordere Motorbremse, die man mit dem zweiten Bremshebel aktiviert, lässt sich äquivalent zum Motor eine halbe Sekunde Zeit, bevor sie greift. Das kann in entsprechenden Situationen gefährlich sein. Im Bremstest benötigt der Xiaomi Mi Scooter fast drei Meter bis zum vollständigen Halt. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt unserer bisherigen Testgeräte.
Akku
Der Akku im Xiaomi Mi Scooter Pro 2 hat eine Kapazität von 474 Wattstunden und damit eine der höchsten Kapazitäten aller von uns getesteten E-Scooter. Xiaomi verspricht, dass er erst nach 40 Kilometer wieder ans Netzteil muss. Die tatsächliche Reichweite hängt von vielen Faktoren ab, darunter Gewicht des Fahrers, zurückgelegte Höhenmeter, Beschaffenheit des Untergrunds, Wetter und einiges mehr.
In unserem Fall fahren wir auf überwiegend gerader, asphaltierter Strecke mit einer Zuladung von knapp 85 Kilogramm und Temperaturen unter fünf Grad knapp 35 Kilometer, dann ist der Akku leer. Das ist ein hervorragender Wert und einer der besten bei den von uns getesteten E-Scootern. Das 72 Watt starke Netzteil benötigt gut acht Stunden, bis der Akku wieder voll ist.
Der Xiaomi Mi Scooter 1S hat einen deutlich kleineren Akku mit einer Kapazität von 275 Wattstunden. Da die beiden Modellen ansonsten in weiten Teilen baugleich sind, schätzen wir deshalb seine Reichweite auf etwa 20 Kilometer.
In beiden Modellen steckt ein System, welches über den Motor Energie zurückgewinnt. Wie viel dabei wirklich herumkommt, können wir nicht einschätzen. Jedenfalls stört die Energierückgewinnung nicht, indem sie etwa die Leerlaufleistung spürbar einschränkt.
Preis
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 kostete lange Zeit mindestens 540 Euro. Aktuell verkauft Proshop den E-Scooter Xiaomi Mi Scooter Pro 2 für 499 Euro. Achtung: Der E-Scooter bei Proshop hat keine Straßenzulassung.
Der Xiaomi Mi Scooter 1S mit dem etwas schwächeren Akku kostet derzeit 380 Euro, wurde laut dem Preisverlauf aber auch schon für 340 Euro verkauft.
Fazit
Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 ist ein richtig guter E-Scooter, der sich nur wenige Schwächen erlaubt. Dank seiner nahen Verwandtschaft zum unzerstörbaren M365 erhoffen wir uns eine ähnlich hohe Langlebigkeit. Der Klappmechanismus ist einfach und funktional. Alle Elemente wie Display und Licht sind perfekt integriert, lediglich die Kabel hätte man noch besser verstecken können. Das Trittbrett ist groß und das Fahrgefühl auch dank der Luftreifen sehr gut. Schade, dass der Motor nicht unmittelbar reagiert, gleiches gilt für die Motorbremse. Auch ihretwegen befindet sich der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 bezogen auf seine Bremsleistung im hinteren Mittelfeld.
Richtig gut ist der sehr große Akku, der den Fahrer deutlich weiter bringt als die Akkus in den meisten anderen E-Scootern dieser Preisklasse. Insgesamt schnürt Xiaomi mit dem Mi Scooter Pro 2 ein sehr gutes Paket.
Soflow S02 Zero
Soflow S02 Zero
Der Soflow S02 Zero ist ein rundum gelungener E-Scooter, der trotz seines günstigen Preises fast alles richtig macht. Wir haben ihn getestet.
- gute Verarbeitung
- starker Motor
- ordentliches Fahrgefühl
- kleiner Akku
- keine Federung
- kein Blinker
Soflow S02 Zero im Test
Der Soflow S02 Zero ist ein rundum gelungener E-Scooter, der trotz seines günstigen Preises fast alles richtig macht. Wir haben ihn getestet.
2019 testeten wir den ersten E-Scooter von Soflow. Der Soflow S06 (Testbericht) litt damals noch unter einigen Kinderkrankheiten. So wirkte das Bremssystem wenig durchdacht, der Motor war etwas schwach und der Preis insgesamt zu hoch. Uns gefiel damals die hochwertige Verarbeitung und die passable Reichweite. Der Soflow S04 Gen2 (Testbericht) aus dem Jahr 2021 machte schon vieles besser. Wieder lobten wir die Verarbeitung. Diesmal war aber auch der Motor stark genug und die Bremsen funktionierten im Zusammenspiel mit den Luftreifen hervorragend. Zudem war sein Preis niedrig. Begeistert waren wir vom Blinker – damals ein echtes Novum. Heute muss der E-Scooter für Einsteiger Soflow S02 Zero zeigen, was er kann.
Optik & Verarbeitung
Ganz E-Scooter-typisch ist auch der Aufbau des Soflow S02 Zero kinderleicht. Auspacken, mit vier Schrauben den Lenker fixieren – fertig. Eventuell müssen noch die Luftreifen aufgepumpt werden. Dafür liegt dem E-Tretroller ein 5 cm langer Verlängerungsschlauch bei, damit man besser an das Ventil kommt.
Optisch ist er dank des typischen Soflow-Grüns sofort der Schweizer Marke zuzuordnen. Die Mischung aus dunklem Türkis und vielen schwarzen Elementen sieht nach wie vor fantastisch aus. An der Lenkstange prangt in weißen Lettern das Soflow-Logo.
Die Verarbeitung ist wie von Soflow gewohnt hochwertig. Der S02 Zero liegt sicher auf der Straße, nichts wackelt oder klappert. Er ist nach IPX4 zertifiziert, Spritzwasser sollte ihm also nichts ausmachen. Die maximale Zuladung beträgt 100 Kilogramm – das könnte für einige Fahrer zu wenig sein.
Der Klappmechanismus gibt keinen Grund zu Beanstandung. Nach dem Lösen des Sicherheitshebels klappt die Lenkstange über das Trittbrett und hakt am Rückblech ein. So kann der etwa 14 Kilogramm schwere E-Scooter mit einer Hand hochgehoben werden. Der Haken an der Lenkstange hält aufgeklappt unter anderem eine Einkaufstüte.
Das Trittbrett ist ausreichend lang und breit. Außerdem ist es gummiert, um auch mit nassen Schuhen festen Halt zu finden. Das hintere Schutzblech sitzt fest. Trotzdem sollte man es nicht mit vollem Körpergewicht belasten.
SoFlow S02 Zero Bilder
Bremsen & Display
An der linken Seite des Lenkers sitzt der Bremsgriff mit integrierter Klingel. Der Bremsgriff löst sowohl die Trommelbremse am Hinterrad als auch die elektrische Bremse am Vorderrad aus. Mit ihr ist auch sanftes Abbremsen möglich. Insgesamt ist die Bremsleistung in Ordnung. Trotzdem hatten wir schon einige E-Scooter im Test, die bei einer Vollbremsung schneller zum Stehen kommen. Auf der rechten Seite sitzt der Daumengriff zum Beschleunigen. Er ist leichtgängig, sodass es auch bei längeren Fahrten kaum zu Ermüdungserscheinungen im Daumen kommt.
Mittig sitzt das Display mit Taster. Ein langes Drücken schaltet den E-Scooter ein oder aus. Kurz gedrückt schaltet sich das Licht ein oder aus. Das Licht selbst ist hell. So wird man nicht nur gesehen, sondern sieht in der Dunkelheit den Weg ausreichend gut. Das Rücklicht leuchtet bei einem Bremsmanöver auf – allerdings nur, wenn die Lichtanlage ausgeschaltet ist. Das ist schade. Andere E-Scooter zeigen einen Bremsvorgang auch an, wenn das Rücklicht bereits leuchtet. Ein Doppelklick auf den Knopf wechselt den Fahrmodus.
Das Display selbst zeigt neben der Geschwindigkeit ohne Nachkommastelle außerdem in fünf Balken die Batteriekapazität an. Zudem sieht der Fahrer hier, ob das Licht ein- oder ausgeschaltet ist und ob eine Verbindung mit der App besteht. Einen Blinker hat der S02 Zero nicht. Dieser kann jedoch relativ einfach und vor allem günstig nachgerüstet werden. Mehr dazu hier: Zubehör & Tuning für E-Scooter: Blinker, smarte Schlösser, GPS-Tracker & Co.
App
Der Soflow S02 Zero kommt mit einer optionalen Smartphone-App. Viele Einstellungsmöglichkeiten bietet diese allerdings nicht. Wer will, kann sich jedoch eine Smartphone-Halterung (Bestenliste) besorgen und sich in der App neben der aktuellen Geschwindigkeit zusätzlich die gefahrenen Kilometer, die Zeit sowie die Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen lassen – oder es ohne die App als Navigationsgerät nutzen.
Nettes Feature: Der Soflow S02 Zero lässt sich über NFC sperren und entsperren. Das funktioniert erfreulich unkompliziert. Einmal in der App registriert, hält der Nutzer einfach sein entsperrtes Smartphone auf das Display, schon öffnet sich die Soflow-App. Beim zweiten NFC-Kontakt ist der E-Scooter gesperrt – oder eben wieder entsperrt.
Fahren
Der Soflow S02 Zero verfügt über 8,5 Zoll große Luftreifen. Eine Federung gibt es nicht. So ist es mit ihm durchaus möglich, einen Feldweg entlangzurasen. Allerdings gibt er doch deutlich mehr Vibrationen weiter als ein E-Scooter mit Federung oder größeren Reifen. Trotzdem gestaltet sich die Fahrt vor allem im urbanen Umfeld insgesamt angenehmen – auch wegen der hohen Wendigkeit des E-Scooters.
Der 36-Volt-Motor hat eine Leistung von 300 Watt. Bezüglich seiner Newtonmeter finden wir keine Angaben, insgesamt ist der Motor jedoch recht stark. Er beschleunigt den knapp 80 Kilogramm schweren Fahrer problemlos unseren Testhügel hinauf. Das Display zeigt 22 Kilometer pro Stunde an, bevor der Motor nicht weiter unterstützt. Per GPS-App nachgemessen bestätigt sich diese Geschwindigkeit knapp. Sehr gut, dass Soflow hier die erlaubte Toleranz von 20 Kilometer pro Stunde plus 10 Prozent voll ausnutzt. Doch ganz egal, wie schnell man fährt, wir empfehlen dringend das Tragen eines Helms (Bestenliste).
Der Akku im Soflow S02 Zero hat eine Kapazität von 270 Wattstunden. Das ist vergleichsweise wenig. Selbst Platz 10 unserer Bestenliste der E-Scooter mit dem größten Akku bietet 557 Wattstunden. Soflow gibt eine maximale Reichweite von 30 Kilometern an. Dies kann unter Umständen erreicht werden, wenn der Fahrer sehr leicht, der Untergrund eben und die maximale Geschwindigkeit moderat ist. Realistisch sind wohl eher 20 Kilometer. Geladen wird er über das mitgelieferte 86-Watt-Netzteil. Für eine volle Ladung braucht der E-Scooter laut Soflow fünf Stunden.
Preis
Der Soflow S02 Zero kostet im Soflow-Shop um die 300 Euro. Spannend ist die Kooperationen von Soflow mit dem Vertragsanbieter Starmobile. So gibt es den E-Scooter Soflow S02 Air Gen 2, der größere Reifen und einen stärkeren Motor bietet, mit dem Vertrag Magenta Zuhause L für 140 Euro. Dabei lohnt es sich, auf der Starmobile-Seite genauer hinzuschauen. Wer etwa den Vertrag Magenta Zuhause M Young mit Magenta TV Entertain bucht, zahlt gar nur 5 Euro für den E-Scooter.
Fazit
Der Soflow S02 Zero ist ein gelungener E-Scooter im Einstiegssegment, der sich keine eklatanten Schwächen leistet. Seine Verarbeitung ist hochwertig, der Motor stark, das Licht hell und das Sperren und Entsperren per NFC praktisch. Auch die 8,5-Zoll-Luftreifen sind gerne gesehen. Sie mildern die meisten Unebenheiten effizient ab und sorgen für ein ordentliches Fahrgefühl. Trotzdem hätte dem Soflow S02 Zero eine Federung oder größere 10-Zoll-Reifen gutgetan. Der Akku hätte für unser Empfinden zudem gerne etwas größer ausfallen dürfen. Die Bremsen funktionieren zuverlässig. Allerdings gibt es E-Scooter, die bei einer Vollbremsung flotter zum Stehen kommen.
Ninebot Segway F2
Ninebot Segway F2
Der Ninebot Segway F2 punktet mit starkem Motor, guten Bremsen, einer beeindruckenden Verarbeitung und hellem Blinker. Dabei ist er mit unter 500 Euro noch richtig günstig. Wir machen den Test.
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- Motor, Bremsen, Akku, Blinker
- sehr gutes Fahrgefühl
- Registrierungszwang
- spiegelndes Display
- keine Federung
Ninebot Segway F2 im Test: Einer der besten E-Scooter unter 500 Euro
Der Ninebot Segway F2 punktet mit starkem Motor, guten Bremsen, einer beeindruckenden Verarbeitung und hellem Blinker. Dabei ist er mit unter 500 Euro noch richtig günstig. Wir machen den Test.
Ninebot Segway ist die beliebteste E-Scooter-Marke Deutschlands – und die beste. In unseren Tests beweisen die Modelle immer wieder, dass sie bezüglich Verarbeitung, Fahrgefühl, Software und Preis-Leistung die Konkurrenz hinter sich lassen. Das spiegelt sich auch in unserer Bestenliste: Die 10 besten E-Scooter wider, für die wir etwa 60 E-Scooter getestet haben.
In diesem Testbericht muss der Ninebot Segway F2 zeigen, was er kann. Wie der Name bereits richtig vermuten lässt, verbindet ihn mit dem F2 Pro eine enge Verwandtschaft. Wir zeigen, für wen sich der F2 lohnt und wer besser zum F2 Pro, G2D oder G30D II greift.
Der Ninebot Segway F2 gehört zu den E-Scootern, die innerhalb kürzester Zeit aufgebaut sind. Wir benötigen dafür weniger als fünf Minuten. Bevor wir den E-Scooter jedoch Probefahren können, müssen wir ihn registrieren. Wer sich dem verweigert, darf nicht schneller als 15 km/h fahren. Für die Registrierung laden wir die entsprechende App runter und verbinden den Elektroroller über Bluetooth. Nach einem Software-Update kann es losgehen.
Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Hier wackelt nichts und alles wirkt wie aus einem Guss. Das Trittbrett ist gummiert und groß, der Abstand zum Boden hoch genug, dass auch Bordsteine kein Problem darstellen. Er erlaubt eine maximale Zuladung von 120 kg. Auch das Kabelmanagement gefällt. Der Ninebot Segway F2 ist überwiegend schwarz, unterbrochen nur von Reflektoren, Aufklebern und einem Logo in der Farbe Orange.
Ninebot Segway F2 Bilder
Der Sicherungshebel für den Klappmechanismus kann nach etwas Übung mit einer Hand umgelegt werden. Zusammengeklappt rastet eine Öse sicher am Haken des hinteren Schutzbleches ein. So kann der Ninebot Segway F2 problemlos an der Lenkstange hochgehoben werden. Allerdings geht das Tragen schnell an die Substanz, denn der Ninebot Segway F2 wiegt stolze 17,5 kg.
Das Display am Ninebot Segway F2 ist zu dunkel
Mittig am Lenker sitzt ein Display, darunter der einzige Knopf. Das Display zeigt unter anderem die Geschwindigkeit, die Restkapazität des Akkus in fünf Balken und die gewählte Unterstützungsstufe an. Leider ist es nicht besonders hell und spiegelt in heller Umgebung sowie direkter Sonneneinstrahlung stark.
An den Enden der angenehm großen und gummierten Griffe sitzt der sehr helle Blinker, den der Fahrer mit dem linken Daumen aktiviert, ohne die Hand vom Lenker nehmen zu müssen. Auf Wunsch gibt es dazu für den Fahrer ein akustisches Signal, welches ihn daran erinnern soll, den Blinker wieder auszuschalten. Von selbst macht er dies nicht. Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt der angenehme und gut dosierbare Daumengriff für die Motorsteuerung.
Was kann die App des Ninebot Segway F2?
Die App zeigt die insgesamt gefahrenen Kilometer, die Restkapazität des Akkus in Prozent und die Restreichweite. Außerdem ist es über das GPS des Smartphones möglich, den Streckenverlauf grafisch auf einer Karte darzustellen. Zudem erlaubt die App, die Stärke der Energierückgewinnung zu definieren, ein Ladelimit zu bestimmen oder eine Verriegelungsfunktion zu aktivieren. Der vierstellige Code zum Entsperren kann über Blinkertasten und Bremshebel eingegeben werden.
Ninebot Segway F2 Screenshot
Versucht jemand, ohne Eingabe des richtigen Codes den elektrischen Roller wegzuschieben, aktivieren sich der Blinker sowie die Motorbremse und der F2 fängt an, leise zu piepsen. Legt ein Dieb die Hand auf das Display, ist bei urbanen Umgebungsgeräuschen das Piepen kaum noch zu hören. Ohnehin hält sich der tatsächliche Diebstahlschutz in Grenzen. Denn zusammenklappen und wegtragen geht auch mit aktivierter Verriegelung. Wir empfehlen deswegen den F2 mit einem Schloss zu sichern. Mehr dazu in unserem Ratgeber Diebstahlschutz für Fahrrad, E-Bike & E-Scooter: Alarm, GPS-Tracker & Schlösser.
Wie fährt sich der Ninebot Segway F2?
Der Motor am Hinterrad hat eine Nennleistung von 400 W und eine maximale Leistung von 800 Watt. Damit ist er etwas schwächer als der Motor im Ninebot Segway F2 Pro (Testbericht). In der Praxis merkt man das kaum. So beschleunigt uns der F2 schneller unseren Testhügel hinauf als die meisten anderen E-Scooter. Das Display zeigt als Maximalgeschwindigkeit 22 km/h an. Per GPS nachgemessen pendelt die reale Geschwindigkeit zwischen 20 km/h und 21 km/h.
Gebremst wird ausschließlich über den Bremshebel auf der linken Seite des Lenkers. Dieser aktiviert gleichzeitig die elektrische Motorbremse und die mechanische Scheibenbremse am Vorderrad. Bei einer Vollbremsung kommt der E-Scooter flott zum Stehen. Aber auch sanftes, dosiertes Abbremsen ist möglich.
Insgesamt ist das Fahrgefühl hervorragend. Der Ninebot Segway F2 ist extrem wendig und agil. Die schlauchlosen 10-Zoll-Reifen eignen sich optimal für urbanes Umfeld. Auf Feldwegen oder Pflastersteinen vermissen wir jedoch eine Federung.
Wie weit fährt der Ninebot Segway F2
Der Akku hat eine Kapazität von 367 Wh. Damit soll der F2 laut Ninebot Segway bis zu 40 km weit kommen. Dieser Wert wurde unter Idealbedingungen gemessen. Bei einem Fahrergewicht von gut 80 kg, viel Stopp-&-Go, kühler Umgebung und viel Asphalt sind bis zu 25 bis 30 km realistisch. Nach einer Ladezeit von etwa fünf Stunden ist er wieder voll.
Preis
Fazit
Der Ninebot Segway F2 ist ein richtig guter E-Scooter. Er hat einen starken Motor, gute Bremsen, angenehme, schlauchlose 10-Zoll-Reifen, helle Blinker und ein Fahrgefühl, von dem E-Scooter anderer Marken nur träumen können. Der Nutzen des über die App aktivierbaren Diebstahlschutzes hält sich in Grenzen und das Display spiegelt in hellen Umgebungen zu stark. Vermisst haben wir auf Feldwegen eine Federung.
Isinwheel E9
Isinwheel E9
Der Isinwheel E9 ist mit einem Preis von 350 Euro einer der günstigsten E-Scooter mit Straßenzulassung, den wir bisher im Test hatten. Trotzdem bietet er im Grunde alles, was man von einem ordentlichen E-Roller erwartet.
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- hohe Zuladung, Lenkertasche
- gute Bremsen, kommt mit App
- schwacher Motor
- kleine Vollgummireifen
- Lenkstange wackelt leicht
Isinwheel E9 im Test
Der Isinwheel E9 ist mit einem Preis von 350 Euro einer der günstigsten E-Scooter mit Straßenzulassung, den wir bisher im Test hatten. Trotzdem bietet er im Grunde alles, was man von einem ordentlichen E-Roller erwartet.
Es sind erste wenige Wochen vergangen, seitdem wir den E9 Max (Testbericht) von Iscooterglobal bei uns in der Redaktion hatten. Der E-Scooter für 349 Euro überzeugt uns mit seinem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, der hohen Zuladung und den guten Bremsen. Auch die Verarbeitung, die Größe des Akkus und die Ausstattung sind besser, als man es in Hinblick auf den günstigen Preis erwartet. Weniger gut gefällt uns der etwa schwache Motor, die Honeycomb-Reifen und die zu straffe Federung.
Nun haben wir den in weiten Teilen baugleichen, aber mit 289 Euro nochmal günstigeren E9 von Isinwheel im Test. Interessanterweise hat auch Iscooterglobal einen fast identischen E9 für 309 Euro im Sortiment. Beide nennen die hier getestete Variante „E9 aufgerüstet“. Wenn man auf Amazon schaut, wird deutlich, dass es sich bei der E9-Reihe um eine Whitelabel-Version handelt, die in gleichwertiger Ausführung einige weitere Händler verkaufen.
Optik & Verarbeitung
Wie bei den allermeisten E-Scootern ist auch hier der Aufbau kinderleicht. Auspacken, Lenker in die Lenkstange stecken, vier Schrauben festziehen – fertig. Das Ganze dauert keine fünf Minuten. Sehr schön: Isinwheel legt dem E9 eine Tasche zur Montage unter dem Lenker bei. In der Tasche liegen das Netzteil und die Anleitung. Wir empfehlen für die Fahrt einen Helm. Mehr dazu in unseren Ratgeber Blinker, Notruf & Musik: Deswegen lohnt sich ein smarter Fahrradhelm.
Die Lenkstange wackelt beim Fahren ähnlich wie die Lenkstange des Iscooterglobal E9 Max (Testbericht). Allerdings ist das hintere Schutzblech stabiler, da Isinwheel zwei zusätzliche Streben einbaut. Mit vollem Gewicht sollte man es dennoch nicht belasten.
Der Lenker ist recht schmal und tief. Hoch gewachsenen Fahrern könnte der E9 zu klein sein. Unser Testfahrer misst 186 Zentimeter, was bezüglich der E-Scooter-Ergonomie gerade noch in Ordnung ist. Laut Datenblatt verträgt er eine maximale Zuladung von 107 Kilogramm und ist dabei dennoch mit einem Eigengewicht von nur gut 13 Kilogramm angenehm leicht.
Ausgeklappt hat der Isinwheel die Maße 117 cm × 43 cm × 110 cm (l × b × h). Zusammengeklappt reduzieren sie sich auf 117 cm × 43 cm × 50 cm. Der einfache Klappmechanismus wirkt stabil und durchdacht. Der Haken am Lenker rastet am hinteren Schutzblech ein. So kann der E-Scooter zusammengeklappt an der Lenkstange hochgehoben werden.
Display
Am schmalen Lenker mit seinen bequemen und recht dicken Griffen befindet sich mittig das selbstleuchtende, allerdings bei direkter Sonneneinstrahlung nur schwer abzulesende Display mit dem einzigen Knopf. Dieser funktioniert zuverlässig, hat jedoch einen recht schwammigen Druckpunkt. Über ihn schaltet der Fahrer den E9 ein und aus, bestimmt die Unterstützungsstufe und regelt das Frontlicht.
Das Frontlicht sitzt über dem Sicherungshebel. Es ist ausreichend hell und in seinem Abstrahlwinkel variabel. Das Hecklicht liegt am Stromkreislauf des E9 an und strahlt dauerhaft. Es leuchtet beim Bremsen nicht zusätzlich auf. Sinnvolle Zusatzfunktionen wie einen Blinker hat der E9 nicht. Diesen kann man jedoch für wenige Euro nachrüsten. Mehr dazu in unserem Ratgeber Blinker, Federung, GPS & Schloss: Das wichtigste Zubehör für den E-Scooter.
Gasgriff & Bremse
Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt neben dem Haken für den Klappmechanismus der breite und leichtgängige Daumengriff zum Beschleunigen. Links befindet sich schick im Bremsgriff integriert eine Klingel. Auch an einen eigenen Daumengriff für die Motorbremse hat Isinwheel gedacht. Der klassische Bremsgriff aktiviert die mechanische Scheibenbremse und gleichzeitig die Motorbremse. Insgesamt bremst der E9 gut und ausreichend schnell. Der Daumengriff erlaubt einen fein dosierten Einsatz der Motorbremse.
App
Zunächst die Ernüchterung: Die App Isinwheel verweigert die Kopplung mit dem E9. Allerdings klappt es mit der vom E9 Max bekannten App MiniRobot. Völlig ohne eine Registrierung kann der Fahrer hier unter anderem einen Zero-Start und eine Wegfahrsperre einschalten. Diese aktiviert dauerhaft die Motorbremse. Beim Bewegen der Räder ertönt zusätzlich ein Warnsignal, welches potenzielle Diebe in die Flucht schlagen soll. Ein wirksamer Diebstahlschutz ist das allerdings nicht. Schließlich kann man den E9 nach wie vor einfach wegtragen.
Fahren
Die Vollgummireifen des E9 sind 8,5 Zoll groß und damit kleiner als die 10-Zoll-Honeycomb-Reifen des E9 Max. Das wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus. Trotz der ordentlichen Federung am Hinterrad gestaltet sich die Fahrt insgesamt etwas ruppiger als beim E9 Max. Wirklich Abhilfe würden hier nur Luftgummireifen bieten, die allerdings meist bei teureren E-Scootern zu finden sind.
Der Frontmotor des Isinwheel E9 hat eine Nennleistung von 350 Watt. Wir finden im Datenblatt weder eine Angabe zur Peak-Leistung noch zu den Newtonmetern. Insgesamt ist der Motor vergleichsweise schwach. Trotzdem beschleunigt er den Testfahrer mit einem Gewicht von 80 Kilogramm angemessen schnell auf die maximal erlaubte Geschwindigkeit von 20 km/h. Wer mehr wiegt, könnte vor allem bei Steigungen das Limit des Motors erreichen.
Der Akku hat eine Kapazität von 270 Wattstunden. Laut Isinwheel soll das für 30 Kilometer reichen. Die tatsächliche maximale Reichweite hängt unterdessen von vielen Faktoren wie dem Fahrergewicht, dem Untergrund, den zurückgelegten Höhenmetern, dem Fahrstil, der durchschnittlichen Geschwindigkeit und vielem mehr ab. Wir rechnen bei einem Fahrergewicht von 80 Kilogramm und einer urbanen Nutzung mit viel Stopp-&-Go mit knapp 20 Kilometern, bevor der E9 wieder ans Netzteil muss. Laut Isinwheel ist der E9 nach 4 bis 6 Stunden am Netz wieder voll.
Preis
Fazit
Der Isinwheel E9 ist einer der günstigsten E-Scooter, die wir bisher im Test hatten. Dennoch liefert Isinwheel ein sehr brauchbares Gesamtpaket ab. So wirkt der E9 insgesamt gut verarbeitet, hat ein ordentliches Bremssystem, eine hohe Zuladung, ein helles Licht, eine App und einen Akku, der für Fahrten von etwa 20 Kilometern reichen sollte. Auch, dass Isinwheel eine Tasche für die Lenkstange beilegt, wissen wir zu schätzen.
Schwerere Fahrer könnten Probleme mit dem etwas schwachbrüstigen Motor bekommen. Auch die kleinen Vollgummireifen übertragen trotz Federung viele Unebenheiten an E-Scooter und Fahrer. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält mit dem E9 dennoch einen E-Scooter mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für einen Aufpreis gibt es den Iscooterglobal E9 Max (Testbericht), der im Detail einiges verbessert.
Joyor S5
Joyor S5
Wir testen den Joyor S5. Überrascht stellen wir fest, dass der Offroad-E-Scooter trotz einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) für deutsche Straßen viel schneller fährt, als erlaubt. Mittlerweile ist das Problem gelöst.
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- Optik, Verarbeitung, Federung, Straßenzulassung
- starker Motor, großer Akku, zwei Scheibenbremsen
- maximale Höchstgeschwindigkeit kann nach oben gesetzt werden
- Motor fährt behäbig an
- Motorbremse zu stark
Joyor S5 im Test
Wir testen den Joyor S5. Überrascht stellen wir fest, dass der Offroad-E-Scooter trotz einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) für deutsche Straßen viel schneller fährt, als erlaubt. Mittlerweile ist das Problem gelöst.
Als wir im Oktober 2023 den Joyor Y8-S (Testbericht) in der Redaktion hatten, waren wir von dem E-Scooter begeistert. Denn der mit 499 Euro (Geekmaxi) vergleichsweise günstige E-Scooter macht vieles besser, als so manch teurerer Vertreter. So kommt er mit einem irre großen Akku, der ihn auf Anhieb in unserer Bestenliste der E-Scooter mit den dicksten Akkus auf Rang 1 katapultiert. Dazu hat er eine Straßenzulassung, einen starken Motor, eine ordentliche Federung an beiden Reifen und kräftige Bremsen. Umso mehr freuen wir uns, Ende Januar 2024 den Offroad-E-Scooter Joyor S5 in der Redaktion zu haben und ihn auf Herz und Nieren zu testen. Der Test offenbart ein unerwartetes Detail. Die besten elektrischen Tretroller aus etwa 60 Tests zeigen wir in unserer Bestenliste E-Scooter.
Nach der Veröffentlichung unseres Tests meldete sich Joyor bei uns und versprach, ab sofort nur noch Versionen auszuliefern, die nicht mehr manipuliert werden können. Auch der Händler Geekmaxi versicherte uns, ausschließlich Modelle zu verschicken, bei denen die Geschwindigkeit nicht nach oben gesetzt werden kann.
Der Aufbau gelingt wie bei den meisten E-Scootern auch hier schnell und problemlos. Im Grunde genügt es, zwei Schrauben festzuziehen. Ungewöhnlich: Joyor legt dem S5 für den Fall einer Panne einen Ersatzschlauch bei. Vor der ersten Fahrt sollte man alle Schrauben und den Luftdruck prüfen, den E-Scooter einmal komplett aufladen und den Fahrradhelm (Bestenliste) nicht vergessen. Der dreipolige Ladeanschluss sitzt nach oben gerichtet auf dem Trittbrett. Vergisst man, die Schutzklappe zu schließen, läuft er bei Regen mit Wasser voll. Der Akku hat eine hohe Kapazität von 624 Wattstunden. Damit sind Reichweiten von 30 Kilometer und mehr möglich. Mehr zum Thema Akku in unserer Bestenliste E-Scooter mit dem größten Akku.
Display
Das große und schicke Farbdisplay mit USB-Anschluss spiegelt bei Sonneneinstrahlung. Es sitzt mittig über dem höhenverstellbaren Lenker und zeigt unter anderem die gewählte Unterstützungsstufe, die Geschwindigkeit und die Restkapazität des Akkus und fünf Balken an. Der Daumengriff geht angenehm leichtgängig. Die drei Taster auf der linken Seite des Lenkers sind selbsterklärend. Das Frontlicht ist hell, sitzt aber etwas zu tief.
Klappmechanismus
Der Klappmechanismus ist etwas schwergängig, aber zuverlässig. Leider kann der Joyor S5 im Gegensatz zu seinem großen Bruder Joyor Y8-S (Testbericht) die Lenker nicht anlegen. Zusammengeklappt kann der 22 Kilogramm schwere E-Scooter an der Lenkstange hochgehoben werden.
Federung
Der Joyor S5 hat sowohl am Vorderrad, als auch am Hinterrad je eine Federung, die uns bezüglich des Designs an den Trittbrett Fritz (Testbericht) erinnert. Allerdings ist die Federung etwas zu hart eingestellt. Wir haben keine Möglichkeit gefunden, das selbst anzupassen. Trotzdem fährt es sich vergleichsweise angenehm über Feldwege und Schotterstraßen. Dazu tragen auch die dicken 10-Zoll-Reifen bei, die selbst bereits einiges abfangen.
Das Trittbrett ist außergewöhnlich breit und nach hinten erhöht. Das hintere Schutzblech wirkt etwas wacklig. Am Vorderrad gibt es kein Schutzblech, lediglich einen Spritzschutz. Dieser hält Dreck jedoch nicht zuverlässig fern, sodass wir nach dem Fahren durch Matsch und Regen stets ein paar Schmutzspritzer auf unseren Schuhen finden.
Bremsen
Die zwei Scheibenbremsen sind in Ordnung. Allerdings schaltet sich hier stets sofort die Motorbremse am Hinterrad dazu. Diese scheint nur die Zustände Null und Eins zu kennen. So bremst der Joyor S5 stets zu stark ab, ein sanftes Bremsen ist nicht möglich. Oder doch? Löst man die Steckverbindung am entsprechenden Kabel hinter der Bremse, steuert sie die Motorbremse nicht mehr an. Wir würden jedoch trotzdem davon abraten, da so eventuell die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) in Mitleidenschaft gezogen wird.
Motor
Der 500-Watt-Motor am Hinterrad zieht zunächst sehr behäbig an. Ein flottes Losfahren ist nicht möglich. Nach ein paar Metern entfaltet er jedoch sein volles Drehmoment und beschleunigt auch schwerere Fahrer bis zur maximal erlaubten Zuladung von 120 Kilogramm auf 20 Kilometer pro Stunde. Allerdings lässt sich diese Maximalgeschwindigkeit durch eine einfache Tastenkombination erhöhen. Das ist in Deutschland nicht erlaubt und ist sicherlich nicht durch die ABE abgedeckt. Wir raten dringend von diesem „Jailbreak“ ab.
Preis
Der Joyor S5 wurde uns von Geekmaxi zur Verfügung gestellt. Dort kostet er 499 Euro. Wer lieber auf Amazon kauft, zahlt 549 Euro.
Fazit
Der Joyor S5 ist für seine Preisklasse ein empfehlenswerter E-Scooter. Die Optik überzeugt, die Federung nimmt Feldwegen den Schrecken und die Batterie ist groß. Der Motor legt zwar behäbig los, entfaltet dann aber nach ein paar Metern ordentlich Kraft. Die beiden mechanischen Scheibenbremsen sind im Grunde gut, sprechen aber stets auch die zu starke Motorbremse an.
Sein größter Konkurrent kommt aus dem eigenen Haus. Der Joyor Y8-S (Testbericht) ist nur unwesentlich teurer, dem S5 aber in einigen Punkten überlegen.
Künstliche Intelligenz
Anthropic bringt „ehrlicheres“ Claude Opus 4.8 – und kündigt Mythos an
Was für Microsoft der Patch Tuesday, ist für Anthropic der Release Thursday: Claude Opus 4.8 ist ab sofort verfügbar – zum gleichen Preis wie Vorgänger Opus 4.7, der erst Mitte April freigegeben wurde. Wenig überraschend soll sich das neue Modell in Benchmarks für Coding, agentische Fähigkeiten, Reasoning und Wissensarbeit weiter verbessert haben, ist allerdings nicht in jeder Diziplin Benchmarksieger. Begleitend zum Modell-Update stellt das Unternehmen mehrere neue Funktionen bereit, die primär auf autonomes, großskaliges Arbeiten abzielen.
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Ausgerechnet in einer der Paradediziplinen der Anthropic-Modelle muss sich Opus 4.8 OpenAIs GPT-5.5 geschlagen geben, wenn auch nur im Terminal Bench 2.1.
„Ehrlichere KI“: Viermal weniger unbemerkte Fehler
Laut Anthropic macht Opus 4.8 Unsicherheiten häufiger kenntlich und stellt seltener ungestützte Behauptungen auf als sein Vorgänger. In selbst geschriebenem Code lasse das neue Modell Fehler viermal seltener unkommentiert passieren als noch Opus 4.7.
Das hauseigene Alignment-Team bescheinigt dem Modell zudem angeblich neue Bestwerte bei sogenannten „prosozialen Eigenschaften“ – darunter die Unterstützung der Nutzerautonomie und das Handeln im Nutzerinteresse. Falsch ausgerichtetes Verhalten wie Täuschung oder Kooperation bei Missbrauch soll gegenüber Opus 4.7 deutlich seltener auftreten und auf dem Niveau des laut Anthropic bisher am besten ausgerichteten Modells, Claude Mythos Preview, liegen.
Dynamic Workflows: hunderte parallele Subagenten
Neu ist die Funktion „Dynamic Workflows“, die in der Forschungsvorschau für Claude Code verfügbar ist. Damit soll Claude Code komplexe Aufgaben aufteilen, Hunderte parallele Subagenten in einer einzigen Sitzung starten und die Ergebnisse vor der Ausgabe prüfen können. Als Beispiel nennt Anthropic Codebase-weite Migrationen über Hunderttausende Zeilen Code – von der Aufgabenstellung bis zum fertigen Merge. Die Funktion steht Enterprise-, Team- und Max-Plänen zur Verfügung.
Effort Control, günstigerer Fast Mode, neue API-Funktion
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Nutzerinnen und Nutzer auf claude.ai erhalten mit Opus 4.8 eine neue Effort-Control-Funktion. Damit lässt sich direkt neben der Modellauswahl einstellen, wie viel Aufwand Claude in eine Antwort investieren soll – von schnelleren, ressourcenschonenderen Antworten bis zu tieferem Nachdenken für schwierige Aufgaben.
Der Fast Mode – bei dem Opus 4.8 mit 2,5-facher Geschwindigkeit arbeiten soll – ist im Vergleich zum Vorgängermodell um zwei Drittel günstiger. Der reguläre API-Preis bleibt unverändert: 5 US-Dollar pro Million Input-Token und 25 US-Dollar pro Million Output-Token. Im Fast Mode kostet es 10 beziehungsweise 50 US-Dollar.
Für Entwickler kommt eine neue API-Funktion hinzu: Die Messages API akzeptiert ab sofort System-Einträge innerhalb des Messages-Arrays. Damit ließen sich Anweisungen mitten in einer laufenden Aufgabe aktualisieren, ohne den Prompt-Cache zu unterbrechen.
Claude Opus 4.8 ist ab sofort über die API unter dem Modellnamen claude-opus-4-8 sowie auf claude.ai verfügbar.
„Mythos-Klasse in den nächsten Wochen“ für alle
Parallel zur Veröffentlichung von Opus 4.8 kündigt Anthropic an, Modelle der Mythos-Klasse in den nächsten Wochen für alle Kunden verfügbar zu machen. Die Entwicklung der nötigen Schutzmaßnahmen schreite zügig voran, heißt es seitens Anthropic.
Bislang ist Claude Mythos Preview nur einem sehr engen Kreis zugänglich. Im Rahmen von „Project Glasswing“ erhalten rund 40 weitere ausgewählte Unternehmen kritischer Infrastruktur Zugang, um ihre Systeme auf Schwachstellen zu prüfen. Der Plan, diesen Kreis auf rund 70 weitere Unternehmen auszuweiten, stieß auf Widerstand aus dem Weißen Haus – mit Verweis auf Sicherheitsbedenken und mögliche Kapazitätsengpässe.
Anthropic begründet die bisherige Zurückhaltung mit der außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit des Modells beim Auffinden und Ausnutzen von Sicherheitslücken. Das KI-gestützte Schwachstellenscanner-Produkt Claude Security basiert dagegen auf dem weniger mächtigen Opus 4.7 und steht seit Ende April allen Enterprise-Kunden zur Verfügung.
Modell-Karussell dreht sich weiter
Ende April hat OpenAI GPT-5.5 vorgestellt, das ebenfalls stark auf agentisches Arbeiten setzt. Metas Llama 4 kam im April als Open-Weight-Modell mit Mixture-of-Experts-Architektur – und dem Versprechen, dass sich Open-Source-Modelle langfristig durchsetzen werden. Ebenfalls als Open-Weights-Modell ist das europäische Mistral Medium 3.5 verfügbar, das Datensouveränität und Selbst-Hosting in den Vordergrund stellt und dabei mit nur vier GPUs auskommen soll.
(vza)
Künstliche Intelligenz
iOS 27 Leaks und Renderings: Apple kreuzt Siri mit der iPhone-Suche
Siri haust künftig wohl im Dynamic Island: Für iOS 27 plant Apple angeblich ein weiteres Neu-Design des Sprachassistenzsystems sowie eine Verschmelzung mit der bislang separaten, systemweiten Suchfunktion. Über eine neue Geste lässt sich das Siri-Interface künftig vom oberen Bildschirmrand aus öffnen, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf informierte Personen berichtet. Renderings der bei Apple intern getesteten Bedienoberfläche zufolge erscheint eine Eingabezeile für „Suchen oder Fragen“ am oberen Bildschirmrand.
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Siri und Suche kombiniert
In diesem Menü bringt Apple demzufolge auch bekannte Funktionen der Spotlight-Suche unter, darunter die Siri-App-Vorschläge und die Option, in lokalen Dateien zu suchen. Siri lasse sich außerdem unverändert per Siri-Sprachbefehl oder durch Drücken der Standby-Taste aktivieren und zeige dann ebenfalls das neue Interface. Ob jegliche iPhone-Suchanfrage künftig durch ein KI-Modell geschleust wird und in welcher Cloud letzteres läuft, bleibt vorerst unklar.
Dem Bericht zufolge hat Apple weiterhin geplant, andere KI-Dienste ebenfalls zu integrieren – ähnlich, wie es derzeit bereits mit ChatGPT der Fall ist. Die bisherige Einbindung in iOS ist allerdings lausig: Ältere GPT-Modelle liefern dort nur kurze Antworten, die zudem unwiederbringlich verschwinden, wenn der Nutzer den Bildschirm absichtlich oder unabsichtlich an anderer Stelle berührt. Suchergebnisse sollen künftig in einer neuen, eigenständigen Siri-App auf dem iPhone gesichert werden, schreibt Bloomberg.
Angeblich beabsichtigt Apple, die ursprünglich für iOS 18 angekündigten Siri-Neuerungen mit iOS 27 auszuliefern. Versprochen wurde etwa, dass Siri etwa persönliche Daten abfragen und Aktionen über App-Grenzen hinweg ausführen kann. Auch soll das Sprachassistenzsystem dann erstmals in der Lage sein, aktuelle Inhalte im Web zu finden und zusammenzufassen – längst eine Standardfunktion für andere Chatbots.
KI-Analyse in iPhone-Kamera-App
Neben der Zusammenführung von Siri und Suche soll auch eine weitere KI-Funktion mit einer der populärsten iPhone-Apps verschmelzen: Die „visuelle Intelligenz“ zur Analyse von Bildinhalten ist laut dem Bericht künftig ein weiterer Modus in der Kamera-App. Für letztere plant Apple demnach, Funktionen mit einem Widget-System für den Nutzer flexibler anpassbar zu machen.
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Offen bleibt, wie gut Apples neuen KI-Modelle sind, die künftig auf Google Gemini basieren. Neben weiterentwickelten lokalen KI-Modellen wird Apple weiterhin auch auf die Cloud setzen. Beobachter gehen aktuell nicht davon aus, dass der Konzern dies mit seiner hauseigenen Private-Cloud-Compute-Infrastruktur allein stemmen kann. Entsprechend bleibt vorerst offen, durch welche Server Apple Intelligence die Nutzerdaten künftig schleust und wie diese dabei geschützt sind. Laut The Information stützt sich Siri bald auch auf die Google Cloud, zudem habe Apple mit Nvidia jüngst einen Deal über GPU Confidential Computing geschlossen, heißt es dort.
(lbe)
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