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Glasfaser-Bestechung: Razzien in Nordrhein-Westfalen | heise online


Ein Mitarbeiter der DT-Tochterfirma Telekom Technik GmbH steht unter Verdacht, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Daher hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Dienstagmorgen gleich 40 Hausdurchsuchungen hat durchgeführt und zusätzlich diverse Bankschließfächer öffnen lassen. Anlass sind Ermittlungsergebnisse nach einer Anzeige der Deutschen Telekom selbst.

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Im Zuge des Glasfaserausbaus investiert die Deutsche Telekom viel Geld. Ihre Tochterfirma namens Telekom Technik GmbH hat immer wieder außenstehende Unternehmen mit Baumaßnahmen zu beauftragen. Ein dafür zuständiger 37-jähriger Mitarbeiter in Bonn soll wiederholt eine Duisburger Baufirma beauftragt haben, die ihm im Gegenzug heimlich drei Prozent der Auftragssumme zugesteckt haben soll. In Summe soll dabei ein mittlerer sechsstelliger Betrag zusammengekommen sein. Laut dpa wird insgesamt gegen zehn Personen, überwiegend aus der Baubranche, ermittelt, nämlich wegen „Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall”.

Nach Angaben der Telekom hat zunächst ein aufmerksamer Kollege anonym intern einen Hinweis gegeben. Sofern sich die Vorwürfe bestätigen, hat das Whistleblower-System des Konzerns also so funktioniert, wie es funktionieren soll. Der Verdacht hat sich jedenfalls erhärtet, weshalb der Konzern schließlich Anzeige erstattet hat.

Das Landeskriminalamt hat seit Herbst ermittelt [-] zunächst verdeckt, jetzt offen. Neben dem Arbeitsplatz des verdächtigen Telekom-Mitarbeiters wurden weitere Firmen- sowie Wohnimmobilien durchsucht. Die Beamten haben Unterlagen sichergestellt und zusätzlich Vermögen einfrieren lassen.

Stand Ende Februar waren Glasfaser-Kabel der Deutschen Telekom an 12,8 Millionen Haushalten, Firmen und Behörden in Deutschland verfügbar („homes passed”) – eine Million mehr als Ende September. Allerdings dürfte nur rund ein Sechstel das Angebot tatsächlich nutzen. Die Zahl der von der Deutschen Telekom betriebenen Breitbandanschlüsse insgesamt, also inklusive DSL, ist voriges Jahr sogar leicht gesunken.


(ds)



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Zendure Solarflow 2400 Pro im Test: Speicher für BKW mit lokaler Ansteuerung


Starker Balkonkraftwerk-Speicher mit bis zu 2.400 W Ausgang, 16,8 kWh max., 3.000 W Solar-Eingang und optionaler lokaler MQTT-Steuerung.

Speicherlösungen für Balkonkraftwerke entwickeln sich zunehmend in Richtung klassischer PV-Systeme. Der Zendure Solarflow 2400 Pro ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Im Standardbetrieb als Balkonkraftwerk speist das System bis zu 800 Watt ein. Darüber hinaus ermöglicht das Gerät eine maximale Einspeiseleistung von bis zu 2.400 Watt.

Bei Einsatz mehrerer Geräte – jeweils eines pro Phase – lässt sich die Einspeiseleistung auf bis zu 7.200 Watt erhöhen. In diesem Szenario handelt es sich jedoch nicht mehr um ein Balkonkraftwerk, sondern um eine reguläre Photovoltaikanlage, die entsprechend installiert, geprüft und angemeldet werden muss.

Die Basiseinheit verfügt über einen integrierten Akku mit 2,4 kWh Kapazität. Durch Zusatzbatterien des Typs Zendure AB3000L lässt sich die Kapazität auf bis zu 16,8 kWh erweitern. Zudem besteht Kompatibilität zu den älteren Akkus AB1000 und AB2000. Vier MPP-Tracker ermöglichen eine maximale PV-Eingangsleistung von 3.000 Watt. Über die integrierte Notstromsteckdose können zusätzlich bis zu 1.800 Watt eingebunden werden, etwa durch bestehende Balkonkraftwerke mit eigenem Wechselrichter.

Eine lokale Steuerung ist über das MQTT-Protokoll möglich. Dadurch lässt sich das System beispielsweise in Home Assistant integrieren und ohne Cloud-Anbindung betreiben.

Zendure Solarflow 2400 Pro: Aufbau und Einrichtung

Der Aufstellort der Solarmodule beeinflusst die benötigte Kabellänge. Bei einer Installation am Balkongeländer und kurzer Distanz zur Steckdose kann das System in unmittelbarer Nähe der Module positioniert werden. In diesem Fall reichen die mitgelieferten Anschlusskabel sowie das rund drei Meter lange Schuko-Kabel aus.

Bei einer Installation im Garten oder an einem Zaun sind entweder längere Anschlussleitungen für die Module (MC4) oder Verlängerungen für die Stromversorgung erforderlich. Die Komponenten sind zwar für den Außeneinsatz geeignet, sollten jedoch vor direkter Witterung und Sonneneinstrahlung geschützt aufgestellt werden. Ein schattiger Standort wird auch im Handbuch (PDF) empfohlen.

Die Installation erfolgt nach dem üblichen Prinzip von Balkonkraftwerken: Die Solarmodule werden an die vier MPP-Tracker angeschlossen, das Schuko-Kabel mit der Steckdose verbunden.

Zendure Solarflow 2400 Pro: Die Notstromsteckdose kann bei einem Stromausfall Verbraucher mit bis zu 2400 Watt versorgen.

Zendure-App: Energiepläne und Betriebsmodi

Die Zendure-App stellt verschiedene Betriebsmodi zur Verfügung. Der Modus „Zenki“ nutzt algorithmische Auswertung von Verbrauchsdaten, Stromtarifen, Wetterinformationen und Ladezustand, um die Energieflüsse zu steuern.

Die Nutzung dynamischer Stromtarife setzt in der Regel eine intelligente Messeinrichtung voraus, die in vielen Haushalten nicht vorhanden ist. Dadurch ist das netzseitige Laden des Speichers für viele Anwendungen eingeschränkt relevant.

Praxisrelevanter sind folgende Betriebsmodi:

  • Steuerung über intelligente Stromzähler, etwa Shelly Pro 3EM
  • Steuerung über smarte Steckdosen von Zendure oder Drittanbietern
  • Zeitbasierter Grundlastmodus
  • Stromtarifmodus für dynamische Tarife mit optionalem automatischem Laden

Wie zuverlässig funktioniert die dynamische Einspeisung?

Im Testbetrieb mit einem Shelly Pro 3EM passt der Solarflow 2400 Pro die Einspeiseleistung dynamisch an den aktuellen Verbrauch an. Die Reaktionszeit liegt typischerweise zwischen drei und fünf Sekunden.

Eine vollständig konstante Nulleinspeisung wird jedoch nicht erreicht. Die Werte bewegen sich meist im Bereich von etwa -5 bis +5 Watt, mit gelegentlichen Abweichungen darüber hinaus. Dieses Verhalten ist auch bei vergleichbaren Systemen zu beobachten.

Zendure Solarflow 2400 Pro: Mit einem Tagesmaxima von über 8 kWh kann sich der Ertrag sehen lassen.

Wie effizient arbeitet Zendure Solarflow 2400 Pro?

Von den 2400 Wh des Akkus haben wir bei einer Einspeiseleistung von 800 Watt und einer Entladegrenze von 10 Prozent, etwa 2350 Watt entnommen, was einer ausgezeichneten Effizienz von knapp 98 Prozent entspricht. Beim Laden des Speichers über die Steckdose, was für Anwender mit einem dynamischen Stromtarif interessant sein kann, muss der Strom allerdings zweimal umgewandelt werden. Dabei haben wir Ladeverluste von etwa 18 Prozent gemessen. Wer also einen dynamischen Stromtarif nutzt, sollte das Laden der Batterie per Steckdose nur dann nutzen, wenn der Preisunterschied zwischen hohem und niedrigem Tarif größer als 20 Prozent ausfällt.

Zudem sollte man die Effizienzwerte im Auge behalten. Die Effizienz bei der Einspeisung ist wie üblich abhängig von der Höhe der Einspeiseleistung. Wird weniger als 800 Watt eingespeist, sinkt die Effizienz. Bis zu einer Einspeiseleistung von 500 Watt liegt sie aber noch über 97 Prozent. Mit 200 Watt sind es aber nur noch 93 Prozent und mit 150 Watt noch knapp 91 Prozent, während sie bei 100 Watt nur noch knapp 85 Prozent beträgt.

Die Effizienzwerte sollte man also bedenken, wenn der Speicher per AC geladen wird, und man durch Nutzung eines dynamischen Stromtarifs davon profitieren möchte. Denn die Verluste bei der Einspeisung addieren sich zu den Umwandlungsverlusten von AC zu DC. Oder anders ausgedrückt. Bei einem Ein-Personen-Haushalt mit einer durchschnittlichen Leistungsabgabe von 100 Watt pro Stunde dürfte sich das Laden per Netzstrom kaum lohnen, da die Umwandlungsverluste insgesamt größer sind als der Unterschied zwischen günstigstem und teuerstem Preis pro kWh.

Zendure Solarflow 2400 Pro: Per MQTT in Home Assistant integrieren.

Lokale Ansteuerung per MQTT unter Home Assistant

Wer nicht die Zendure-App für den Betrieb von Solarflow 2400 Pro verwenden möchte, kann nach der Inbetriebnahme des Speichers das MQTT-Protokoll aktivieren. Das System überträgt anschließend Betriebsdaten und Steuerbefehle an einen MQTT-Broker. In Verbindung mit Home Assistant ist damit eine lokale Steuerung ohne Cloud-Anbindung möglich. Für eine vollständige Integration von Zendure Solarflow 2400 Pro ins Energy-Dashboard von Home Assistant sind allerdings einige Anpassungen vorzunehmen.

In der Zendure-App lässt sich das MQTT-Protokoll aktivieren. Dann kann man etwa mit Home Assistant Solarflow 2400 Pro steuern. Mit der App ist dann eine Steuerung aber nicht mehr möglich.

Preis

Zendure verlangt für den Solarflow 2400 Pro regulär knapp 1300 Euro. Aktuell ist der beim Hersteller für 1099 Euro erhältlich. Bei Ebay gibt es den Speicher mit integriertem Wechselrichter bereits für 871 Euro. Das sind pro kWh stolze 360 Euro. Mit dem Vorgänger Solarflow 800 Pro wird man mit aktuell 223 Euro pro kWh erheblich günstiger bedient.

Günstige Stromtarife: Sparpotenzial erschließen

Wer ein Balkonkraftwerk nutzt, möchte Stromkosten sparen. Ein weiteres Einsparpotenzial sollte man außerdem durch die Wahl des günstigsten Stromanbieters erschließen. Spätestens wenn man Post vom Stromlieferanten über eine Preiserhöhung erhält, lohnt sich ein Wechsel. Neutarife sind meist wesentlich günstiger. Gleiches gilt für Gastarife. Auch hierfür bieten wir ein entsprechendes Vergleichsangebot im heise Tarifvergleich.

Wer sich nicht selbst um günstige Preise und Anbieterwechsel kümmern will, kann zu Wechselservices wie Remind.me gehen. Der Anbieter bietet kostenlose Wechsel zwischen Strom- und Gasanbietern an. Dabei erhält der Kunde vorab eine Empfehlung und kann sich dann für oder gegen das jeweilige Angebot entscheiden. Vorteil: Remind.me vergleicht über 12.000 Tarife und meldet sich automatisch, wenn man einen Vertrag wechseln kann.

Wer sich für einen Stromspeicher mit bidirektionaler Lademöglichkeit wie dem Zendure Solarflow 2400 Pro entscheidet, kann diesen bei Nutzung eines dynamischen Stromtarifs, etwa von Rabot Energy (mit Code RABOT120 erhält man 120 Euro nach einem Jahr ausgezahlt, bei sechs Monaten sind es mit dem Code RABOT60 60 Euro) oder von Tibber, besonders profitabel einsetzen. So ist es möglich, diesen etwa während der Dunkelflaute über die Wintermonate oder bei schlechtem Wetter bei günstigen Konditionen, wenn etwa die Windkraft für billigen Strom sorgt, zu laden und ihn bei teuren Strompreisen zu entladen. Wegen der doppelten Stromumwandlung sollte der Preisunterschied aber deutlich über 20 Prozent liegen, damit sich das lohnt.

Zendure bietet mit Zen Wave ebenfalls einen dynamischen Stromtarif.

Fazit

Zendure liefert mit dem Solarflow 2400 Pro einen Speicher, der für ein Balkonkraftwerk schon fast überdimensioniert ist. Mit einer maximalen Einspeiseleistung von bis zu 2400 Watt kann die Lösung auch für große PV-Anlagen genutzt werden. Die vier einzelnen MPP-Tracker können insgesamt Module mit einer Leistung von bis zu 3000 Watt aufnehmen. Zusätzlich kann die Notstromsteckdose noch 1800 Watt beisteuern, sodass die Gesamt-PV-Leistung bis zu 4800 Watt betragen kann. Installiert man drei Geräte (pro Phase eins), dann kommt man auf eine maximale PV-Leistung von 14,4 kWp. In diesem Fall ist dann aber die Abnahme und Anmeldung der Anlage durch einen Elektriker Pflicht.

Wer nur auf der Suche nach einem Speicherlösung für sein Balkonkraftwerk mit maximal 2000 Watt Modulleistung ist, fährt mit der bisherigen Lösung Solarflow 800 Pro wirtschaftlicher. Auch sie kann per MQTT lokal angesteuert werden.

Während auch andere Lösungen wie von Anker oder Ecoflow leistungsfähig und grundsätzlich empfehlenswert sind, bietet Zendure über das MQTT-Protokoll eine lokale Ansteuerung seiner Geräte. Somit kann man den Speicher auch ohne Cloud-Anbindung an den Hersteller ansteuern.



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Reiskocher im Überblick: simpel bis smart – mit App, Backfunktion & Lernmodus


Reiskocher von simpel bis smart sorgen im Idealfall für immer perfekt gegarten Reis. Wer mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt intelligente Zusatzfunktionen.

Ob als Risotto oder gebraten, mit Gemüse oder Fleisch, als Beilage oder als Hauptspeise: Reis steht für viele regelmäßig auf dem Speiseplan. Das Getreide zu kochen, ist auch erst einmal nicht sonderlich schwer. Die perfekte Konsistenz im Kochtopf hinzubekommen, gelingt vielen aber nicht. Manchmal liegt es daran, dass man zu viel, manchmal zu wenig Wasser verwendet hat. Ein anderes Mal ist der Reis wenige Minuten zu lange im Topf und erhält eine ungewollte Bräune.

Für ein konsistentes Ergebnis bei der Zubereitung von Reis sorgen Reiskocher. Das Küchengerät automatisiert den Kochvorgang und beendet ihn, wenn der Reis die ideale Temperatur erreicht und das Wasser vollständig aufgenommen hat. Während alle Modelle im Grunde den gleichen Job verrichten, gibt es Unterschiede in der Erhitzungstechnik, der generellen Zubereitung und der Auswahl an Funktionen. Wir geben in diesem Ratgeber einen Überblick zum Reiskocher und zeigen, worauf es beim Kauf des Multifunktionsküchengeräts ankommt.

Wie sinnvoll ist ein Reiskocher?

Im Vergleich zur Zubereitung von Reis im Topf haben Reiskocher einen entscheidenden Vorteil: Sie kochen den Reis immer gleich. Wer also mit dem Kochtopf zu kämpfen hat, etwa weil der Reis nicht perfekt durchgekocht ist oder gar anbrennt, der wird mit Reiskochern definitiv mehr Erfolg haben. Dafür benötigt man nicht einmal hochpreisige Modelle mit vielen Zusatzfunktionen und Programmen, denn bereits günstigere Geräte sind in der Lage, Reis zuverlässig und vor allem eigenständig zu kochen.

Ein Reiskocher vereinfacht in erster Linie die Zubereitung und automatisiert den Kochvorgang. So kann man parallel am Herd das restliche Abendessen kochen, während der Reis bedenkenlos unbeaufsichtigt vor sich hin köchelt. Generell schadet es unserer Meinung nach nicht, sich eines der günstigeren Reiskocher-Modelle anzuschaffen. Für die höherpreisigen Modelle sollte man sich natürlich überlegen, ob der eigene Reiskonsum die Investition rechtfertigt.

Der Unterschied zwischen einfachen Reiskochern und teureren ist in erster Linie der Funktionsumfang. Günstige Geräte haben meist nur einen Ein-/Aus-Schalter und fangen sofort an loszulegen, wenn man sie anschaltet. Höherpreisige Modelle warten beispielsweise mit mehreren Kochmodi und einem Timer auf.

Wie funktioniert ein Reiskocher?

Die grundlegende Technologie hinter einem Reiskocher ist relativ simpel. Wie auch beim Kochen auf dem Herd gibt man zuvor die gewünschte Reismenge und das dafür benötigte Wasser in den Reistopf. Darunter befindet sich ein Heizelement, welches langsam beginnt, diesen aufzuheizen. Das Wasser wird immer heißer, bis es den Siedepunkt erreicht und zu verdampfen beginnt. Währenddessen steigt die Temperatur nicht über 100 °C. Das liegt daran, dass die durch Erhitzung entstehende Energie vollständig vom Wasser zur Bildung des Wasserdampfs aufgenommen wird (Verdampfungsenthalpie).

Erst nachdem das Wasser mehr oder weniger komplett verdampft ist und vom Reis absorbiert wurde, kann die Temperatur über 100 °C steigen. Hier greifen jetzt die Sensoren des Reiskochers, die diesen Temperaturanstieg sofort registrieren und den Stromkreislauf kappen, damit der Reis nicht anbrennt. Die meisten Reiskocher wechseln dann in den Warmhaltemodus, um den fertig gekochten Reis nicht kalt werden zu lassen.

Wird die Federung in der Mitte der Heizplatte heruntergedrückt, schließt sich der Kontakt und der Strom zur Generierung der Hitze kann fließen.

Umfangreichere Reiskocher kommen zudem mit zusätzlicher Technologie, die sich der sogenannten Fuzzy-Logik bedient. Diese Geräte können dann, ausgestattet mit Mikrochips, selbstständig kontinuierlich Anpassungen an Temperatur und Kochzeit in Abhängigkeit der Wassermenge vornehmen, um den Reis ideal zu kochen. Die Technologie ermöglicht es auch, Programme für individuelle Reissorten und die Zubereitungsart von Reis (hart, weich, knusprig) bereitzustellen.

Im hochpreisigen Bereich verwenden Reiskocher zudem Induktionshitze. Die Technologie ermöglicht eine gleichmäßigere Hitzeverteilung. Das liegt daran, dass bei Induktionserhitzung nicht die Platte unter dem Reistopf erhitzt wird, sondern Strom durch Kupferspulen geführt wird, wodurch ein Magnetfeld entsteht. In diesem Magnetfeld sitzt der Reistopf und wird so anstatt nur von unten von allen Seiten erhitzt. Diese gleichmäßigere Erhitzung hat außerdem den Vorteil, dass die Sensoren die Temperatur viel genauer erfassen und die Regulierung durch Reduzieren oder Stärken des Magnetfelds sekundenschnell verändern können.

Was kann man alles in einem Reiskocher machen?

Reiskocher bereiten alle gängigen Reissorten zu – darunter Basmati, Jasmin, Langkorn-, Vollkorn-, weißen und Sushi-Reis. Hochwertigere Modelle bieten dafür eigene Programme, die auf die jeweiligen Kochzeiten abgestimmt sind und so für optimale Ergebnisse sorgen.

Man kann mit ihnen tatsächlich aber auch diverse andere Dinge kochen und sogar backen. Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es dem Reiskocher egal, was sich da gerade in seinem Inneren befindet. Im Endeffekt achtet er nur darauf, dass es nicht zu heiß wird. Somit lassen sich etwa Suppen und Eintöpfe mit einem Reiskocher ähnlich wie in einem Slow-Cooker zubereiten oder sogar Brot und Kuchen backen.

Selbst günstige Reiskocher kommen teilweise schon mit einem Dämpfkorb, um mit dem ohnehin entstehenden Dampf gleichzeitig Gemüse garen zu können.

Während Suppen und Eintöpfe auch mit günstigen Reiskochern hervorragend umsetzbar sind, hilft es, wenn der Reiskocher für das Brot- und Kuchenbacken die Möglichkeit hat, die Koch- oder in diesem Fall Backzeit einzustellen. Manche Geräte der Hersteller Zojirushi oder Yum Asia Sakura-Reiskocher kommen sogar mit einem zusätzlichen Kuchen-Modus und sind somit von vornherein darauf ausgelegt, auch Kuchen backen zu können. Sobald man jedoch einen anderen Reiskocher verwendet als der Autor des Rezepts, kann das schon zu Problemen führen, da sich dann Backzeit und Temperatur voneinander unterscheiden können.

Natürlich kann der Reiskocher nicht alle Küchengeräte ersetzen. Fleisch muss man weiterhin in der Pfanne anbraten, da das Multitalent nicht die dafür nötigen Temperaturen erreicht und das Kleinhäckseln oder Pürieren von Gemüse, Käse und Nüssen muss dann doch ein Pürierstab oder eine Küchenmaschine übernehmen. Die Tatsache, dass man jedoch viele Gerichte mithilfe des kompakten Kochers bewerkstelligen kann, ist super praktisch. Gerade in kleinen Wohnungen oder unterwegs, etwa für Camping-Trips, ist das Schweizer Taschenmesser der Küchengeräte eine platzsparende Option.

Worauf muss man beim Kauf eines Reiskochers achten?

Reiskocher gibt es in verschiedensten Ausführungen. Um das richtige Modell für sich selbst zu finden, muss man sich zuvor über ein paar Dinge Gedanken machen.

Die Menge an Reis, die man konsumiert: Isst mehr als eine Person pro Mahlzeit mit, fallen Reiskocher mit einer kleineren Füllmenge direkt aus der Vorauswahl raus. Im Umkehrschluss benötigt man wahrscheinlich kein Gerät mit einem Fassungsvermögen von 3 Litern und mehr, wenn man nur für sich selbst kocht. Möchte man auf einen Schlag größere Mengen Reis zubereiten, sind Reiskocher mit einer Timer-Funktion ideal. Man richtet den Kochvorgang so ein, dass der Reis fertig ist, wenn man nach Hause kommt. Die Warmhaltefunktion sorgt dann dafür, dass dieser nicht kalt wird, bis man den Rest des Essens gekocht hat.

Eine Literanzeige im Inneren des Topfs hilft beim Abmessen der verwendeten Reis- und Wassermenge.

Wie häufig man Reis zubereitet: Ist Reis ein Hauptbestandteil der täglichen Ernährung und der Reiskocher damit permanent im Einsatz, lohnt sich der Blick auf Geräte, die sich einfach reinigen lassen. Vor allem Komponenten wie das Dampfventil sollten regelmäßig gereinigt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Auch der Formfaktor des Kochers spielt eine Rolle. Ist er im täglichen Einsatz, sollte er idealerweise einen festen Platz in der Küche finden. Ist das nicht möglich, hilft es, wenn der Reiskocher leicht und kompakt genug ist, um ihn einfach verstauen zu können.

Welche Arten von Reis man kochen möchte: Isst man gerne verschiedene Reissorten, lohnt sich ein Blick auf Modelle, die Kochprogramme für einzelne Reisarten haben. Diese berücksichtigen dann die unterschiedliche Kochdauer und berechnen teilweise auch den Einweichvorgang bei Sorten wie Basmati vorher noch mit ein. Bei manchen Modellen lässt sich zudem auch die gewünschte Konsistenz einstellen.

Wie wichtig Komfort- und Zusatzfunktionen für einen sind: Zusatzfeatures wie eine App-Steuerung sagen nichts über die Qualität des gekochten Reis aus, machen das Kochen aber in gewisser Hinsicht komfortabler. Ein Back- oder Dampfgarmodus erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Kochers enorm. Per einsetzbarem Korb kann man so neben dem Reiskochen auch zeitgleich Gemüse garen. Wer eine voll ausgestattete Küche hat, nutzt zum Backen aber wahrscheinlich lieber den herkömmlichen Backofen.

Wie viel Liter sollte ein Reiskocher haben?

Reiskocher gibt es in unterschiedlichen Größen. Besonders kompakt und dadurch platzsparend sind die Mini-Reiskocher, etwa von Reishunger oder Yum Asia, die ein Fassungsvermögen von 600 ml und weniger haben. Unserer Erfahrung nach sind aber Reiskocher zwischen 1 und 2 Liter der Sweetspot für die meisten Leute. Dadurch kann man mehr als genug Reis für eine Person kochen und kann auch problemlos Reis für mehrere Personen zubereiten. Größere Modelle jenseits der 3 Liter sind aufgrund ihres Formfaktors weniger praktikabel und ergeben meistens nur im Gastronomiekontext Sinn.

Wie viel kostet ein guter Reiskocher?

Das Schöne bei Reiskochern ist, dass man selbst im günstigen Preisbereich schon vollkommen solide Geräte bekommt, die ihren Job zufriedenstellend erledigen. Hier muss man natürlich in Sachen Funktionsumfang Abstriche machen. Wir haben etwa mit dem Reiskocher von Russell Hobbs für 49 Euro in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Er kommt mit einem Garkorb und kann so unkompliziert Gemüse dämpfen. Für aktuell 50 Euro (UVP 60 Euro) bietet der Xiaomi Smart Multifunctional Rice Cooker neben mehreren Programmen eine App-Anbindung, mit der man den Kochvorgang auch aus der Ferne startet.

Im Mittelklassebereich ab 100 Euro sind die Geräte dann überwiegend Mikrochip-gesteuert und in der Lage, die Temperatur selbstständig zu regulieren und dem Reis entsprechend anzupassen. Persönlich verwenden wir hier seit ein paar Jahren den digitalen Reiskocher von Reishunger für 158 Euro und sind rundum zufrieden. Er kommt neben Programmen für verschiedene Reissorten auch mit einem Modus für das Dämpfen, für Suppen und für das Backen. Für etwa 124 Euro kommt der Cuckoo CR-0675FW mit einem ähnlichen Funktionsumfang.

Zusätzliche Programme wie Suppe, Dampfen und Backen stehen bei Modellen der Mittelklasse zur Verfügung.

Ab 200 Euro arbeiten Reiskocher dann zusätzlich auch mit Induktionshitze wie der Yum Asia Bamboo für 230 Euro und kommen mit einer hochwertigeren Verarbeitung. Zusätzliche intelligente Features gibt es bei der Premium-Marke Zojirushi. Vielerorts als das Nonplusultra unter den Reiskochern gefeiert, liefert der Hersteller mit dem NW-QAQ-10 ab 550 Euro sogar einen Lernmodus mit. Nach getaner Arbeit kann man dem Reiskocher mitteilen, wie man das Ergebnis fand. Auf Basis des Feedbacks passt das Gerät beim nächsten Mal dann die Zubereitung an, um den Reis auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen.

Tatsächlich muss ein Reiskocher nicht hunderte Euro kosten, um köstlichen Reis auf den Teller zu zaubern. Bereits ab 49 Euro bekommt man Geräte, die einen soliden Job machen und Reis zuverlässig kochen. Wer mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt zusätzliche Funktionen und Komfort.

Fazit

Einen Reiskocher daheim zu haben, lohnt sich fast immer. Auch wenn man nur gelegentlich mal Reis kocht, erleichtern die günstigen Modelle die Arbeit bereits enorm. Gehört Reis regelmäßig auf den Speiseplan, lohnt sich auch der Blick auf höherpreisige Modelle. Diese sind dann mit mehr Funktionen und moderner Technik ausgestattet. Neben dem Kochen von Reis lassen sie sich auch prima als Multifunktionsküchengerät zum Garen von Gemüse, Kochen von Suppen und – je nach Modell – auch zum Backen von Brot und Kuchen einsetzen.

Dass der wandelbare Reiskocher hier nicht an einen vollwertigen Backofen herankommt, ist klar. Studenten, die Geld sparen wollen, oder Personen, die wenig Platz daheim haben, dürften sich über die kompakte Mehrzweckwaffe allerdings freuen. Auf absolute Reisliebhaber mit großem Geldbeutel warten im Premium-Bereich intelligente Modelle mit Lernmodus, hochpräziser Temperaturmessung und Hitzeerzeugung, um die perfekte Schüssel Reis zu zaubern. Für welches Modell und welche Preisklasse man sich auch entscheidet – eine Bereicherung für den Alltag sind die kleinen Kocher allemal.

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Deutschland soll bei EU-Gesundheitsdatenraum, ePA und EUDI-Wallet liefern


Mit dem European Health Data Space (EHDS), der elektronischen Patientenakte (ePA) und der geplanten European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) soll ein grenzüberschreitender Datenraum möglich werden, in dem einerseits Daten ausgetauscht werden, andererseits die Versorgung innerhalb der EU, länderübergreifend, funktionieren soll. Deutschland soll jetzt „EHDS-compliant“ werden.

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In Deutschland bildet die seit dem 15. Januar 2025 flächendeckend eingeführte ePA die Basis für den Anschluss an den EHDS. Lena Dimde und Charly Bunar von der Gematik betonten am Dienstag auf der Gesundheitsdatenmesse DMEA in Berlin, dass sich die ePA konsequent an Versorgungsprozessen orientieren müsse. „Wir machen uns gerade mit der ePA auf einen Weg, wo wir mit strukturierten Daten vorangehen wollen, wo wir Versorgungsprozesse verbessern wollen.“ Entscheidend sei, dass genau jene Datentypen, die für die Versorgung benötigt werden – etwa Medikationsdaten, Laborbefunde oder Arztbriefe – auch im EHDS vorgesehen sind. „Das ist total gut, passig zu dem, was auch in Europa erreicht werden will.“

Ein zentrales Element für den Aufbau einer „europäischen Gesundheitsunion“ sei der sogenannte National Contact Point for eHealth (NCPeH), also der nationale Kontaktpunkt, der Datenaustausch zwischen Mitgliedstaaten ermöglicht. „Ich werde also zum Jahreswechsel plus minus in der Lage sein, ein deutsches E-Rezept im EU-Ausland einzulösen.“


AOK zeigt mögliche Nutzung der Patientenkurzakte auf einer Bühne

AOK zeigt mögliche Nutzung der Patientenkurzakte auf einer Bühne

Sol soll sich die europäische Patientenkurzakte nutzen lassen.

(Bild: heise medien)

Wie sich dieser Austausch konkret ausgestalten kann, zeigten Kornell Adolph und Inger Koltermann von der AOK connect GbR. Sie beschrieben, wie Versicherte künftig mit einer digitalen Identität auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen und diese im Ausland teilen können. Versicherte greifen über ihre Krankenkassen-App auf ihren „persönlichen Gesundheitsdatenraum“ zu, wählen dort eine europäische Kurzakte – die für 2027 kommen soll – aus und erzeugen einen Zugriffscode, den sie im Ausland vorzeigen können. Diese Kurzakte enthält gezielt relevante Informationen wie Allergien, Schwangerschaft oder chronische Erkrankungen, und wird über den National Contact Point automatisch in die Landessprache des behandelnden Arztes übersetzt.

Die internationale Perspektive brachte Emilie Passemard aus dem französischen Gesundheitsministerium ein: „Das ist gewiss eine sehr lange Reise und wir haben nicht viel Zeit dafür.“

Eine Schlüsselrolle für die praktische Nutzung soll die EUDI-Wallet spielen. Janina Buchholz von der Bundesdruckerei GmbH erklärte: „Die European Digital Identity Wallet wiederum ermöglicht es, in bisweilen extrem komplexen Anwendungsfällen, Lösungen und Prozesse schnell, einfach und nutzerfreundlich aufzusetzen.“ Julian Hartz vom Verband der Privaten Krankenversicherungen ergänzte: „Damit wir mehr aktive Nutzer haben, muss das leichter funktionieren.“ Zugleich verwies er auf die bislang geringe Verbreitung der Gesundheits-ID, die laut Gematik-Dashboard derzeit etwas mehr als fünf Prozent nutzen.

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Aus dem Publikum kam die Rückfrage, was im Notfall passiert, wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr selbst einwilligen können. „So ein Breaking-the-Glass-Szenario nennt man sowas, ist da noch nicht konzipiert“, sagte Julian Hartz vom Verband der Privaten Krankenversicherung. Es handele sich dabei um eine „typische Datenschutzabwägung“.

Trotz der Fortschritte bleibt das Ziel einer gemeinsamen EU-Infrastruktur in einem ersten gemeinsamen Datenraum ambitioniert. „Wir haben aber noch nicht alle Detailregelungen“, so Bunar von der Gematik. Die Umsetzung sei nicht nur eine technische, sondern vor allem eine organisatorische und politische Herausforderung.

Die DMEA 2026 hat zirka 900 Aussteller und wird noch bis Donnerstag am Berliner Messegelände ausgerichtet. Die DMEA 2027 wird in München stattfinden.


(mack)



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