Datenschutz & Sicherheit
Signal-Phishing-Angriffe: BfV und BSI aktualisieren Warnung
Im Februar hatte der Verfassungsschutz (BfV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Phishing-Attacken auf hochrangige Persönlichkeiten wie Politiker, Militärs und Diplomaten sowie Investigativjournalisten gewarnt. Zum Wochenende haben die Behörden ihre Warnung aktualisiert.
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Der aktualisierte Sicherheitshinweis beim Verfassungsschutz führt weiter aus, dass die Angriffe „wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt“ würden. Ziel ist etwa das Ausspähen der Kommunikation über den Signal-Messenger. Nun warnen die Behörden jedoch, dass die Kampagne weiterhin aktiv sei und zudem an Dynamik gewinne.
Leitfaden mit Hilfestellung
Die beiden Behörden haben inzwischen einen Leitfaden erstellt, der helfen soll herauszufinden, ob man bereits Opfer der Phishing-Welle wurde und welche Gegenmaßnahmen darauf basierend zu ergreifen sind. Dazu zeigt der Leitfaden beispielhafte Phishing-Nachrichten, die die Angreifer versenden. Sofern Empfänger auf die Nachrichten reagiert haben, erklärt das Dokument, wie Opfer nun richtig reagieren. Sofern noch Zugriff auf das Konto möglich ist, sollen Opfer ihre Signal-PIN ändern. Im Anschluss daran sollen sie ihr Konto löschen – nicht die App – und ein neues mit neuer PIN anlegen. Darin ist dann idealerweise die Registrierungssperre zu aktivieren. Die Behörden empfehlen zudem, wann immer möglich, auf selbstlöschende Nachrichten zu setzen.
Sofern kein Zugriff auf das Konto mehr möglich ist, haben es die Angreifer bereits übernommen. Der Leitfaden ist hier noch nicht ganz rund, denn auch in dem Fall sollen Opfer ihre PIN ändern, was ohne Zugriff jedoch schwierig sein dürfte. Zudem sollen Betroffene ihre Kontakte über den Vorfall informieren, etwa per Telefon oder E-Mail. Die sollten das geknackte Konto in ihren Kontakten blockieren. Chat-Gruppen, an denen der geknackte Kontakt teilgenommen hat, sollten gelöscht und neu angelegt werden. Zudem sollten Opfer den Signal-Support kontaktieren und das alte, übernommene Konto löschen lassen.
Im März hatten der niederländische MIVD und AIVD vor einer großangelegten, weltweiten Spionagekampagne durch russisch-staatliche Akteure gewarnt, worauf Signal reagierte und bekräftigte, dass die Infrastruktur nicht kompromittiert sei; es handele sich um Sicherheitsprobleme durch ausgeklügeltes Phishing. Die aktualisierte Warnung bezieht sich jedoch explizit nicht nur auf Signal, sondern auf alle Messengerdienste, also auch WhatsApp & Co.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
271 Firefox-Lücken dank Mythos-KI geschlossen: Durchbruch für IT-Sicherheit?
Im jüngsten Firefox-Update wurden 271 Lücken geschlossen, die das Entwicklungsteam des Browsers mithilfe des neuen KI-Modells Claude Mythos Preview von Anthropic gefunden hat. Das hat Mozilla jetzt mitgeteilt und erklärt, dass für ein gehärtetes Produkt wie den eigenen Browser jede einzelne dieser Schwachstellen einen roten Alarm gerechtfertigt hätte. Trotzdem sei die Arbeit mit dem KI-Modell – auf das offiziell nur wenige Firmen Zugriff haben, die an IT-Sicherheit arbeiten – eine hoffnungsvolle gewesen, versichert das Team. Im ewigen Kampf zwischen den Angreifern und Verteidigern im IT-Bereich hätten letztere dank des Durchbruchs bei der KI-Entwicklung endlich die Möglichkeit zu gewinnen – „und zwar entscheidend“.
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Von „komplett unfähig“ zu „genauso leistungsfähig“ wie die besten Menschen
Anthropic hat Mythos vor zwei Wochen vorgestellt und dazu erklärt, dass das Modell so gefährlich sei, dass es nur Firmen zur Verfügung gestellt wird, die an IT-Sicherheit arbeiten. Das KI-Modell habe schon tausende hochriskante Zero-Day-Lücken identifiziert. Gleichzeitig sei die KI-Technik deutlich häufiger in der Lage, einen funktionierenden Exploit für solche Lücken zu entwickeln, teilweise würden dafür sogar mehrere in Verbindung miteinander ausgenutzt. Deshalb hätten nur Firmen Zugriff darauf bekommen, die das Werkzeug nutzen können, um die IT-Sicherheit zu verbessern. Inwieweit es sich dabei um ehrliche Sorge, clevere PR oder gar eine Beschränkung handelt, die darauf beruht, dass Anthropics Ressourcen für eine Freigabe gar nicht ausreichen, darüber wird aktuell fleißig diskutiert.
Das Firefox-Team von Mozilla gehört nun zu den ersten, die Erfahrungen mit Mythos gesammelt haben und öffentlich machen. Es arbeitet seit Februar 2026 mit Anthropic, die Suche mit dem Modell Opus 4.6 hatte bereits 22 sicherheitsrelevante Bugs in Firefox 148 zutage gefördert. In dem Blogeintrag zur Veröffentlichung der Firefox-Version 150 schreibt die Gruppe jetzt, dass sie seit Langem im Stillen anerkannt habe, dass die Zahl ausnutzbarer Sicherheitslücken nie auf Null gedrückt werden könnte. Man habe aber versucht, Zero-Day-Exploits so teuer zu machen, dass nur Akteure mit unbegrenzten Mitteln darauf Zugriff haben und diese nicht gegen „normale“ Nutzer und Nutzerinnen einsetzen würden. Zu dieser Einschätzung sei man gelangt, weil Angreifer einen asymmetrischen Vorteil hätten. Die Angriffsfläche etwa bei einem Browser sei zwar nicht unendlich, aber groß genug, um die Verteidigung mit existierenden Werkzeugen sehr schwer zu machen.
Bislang seien nur wenige Menschen in der Lage gewesen, durch die zeitaufwendige Analyse von Quellcode Sicherheitslücken zu finden. Computer seien dazu bis vor wenigen Monaten „komplett unfähig“ gewesen und bei Firefox habe man jahrelange Erfahrung damit, die Arbeit dieser Experten und Expertinnen zu analysieren. Anthropics Mythos Preview sei jetzt mit einem Mal „genauso leistungsfähig“ wie diese ganz wenigen Menschen: „Bis jetzt haben wir keine Kategorie oder Komplexität von Sicherheitslücken gefunden, die Menschen aufdecken können, die dieses Modell nicht aufdecken kann“, schreibt das Team. Das klinge zwar erschreckend, aber gleichzeitig habe man festgestellt, dass Mythos keine Lücken gefunden habe, die ein Spitzenforscher nicht hätte finden können.
„Wir betreten eine neue Welt“
Vorhersagen, dass KI-Modelle künftig völlig neue Formen von Lücken finden können, die unser bisheriges Verständnis übersteigen, teilt man bei Firefox deshalb nicht: „Die Fehler sind endlich, und wir betreten eine Welt, in der wir sie endlich alle finden können.“ Während man bei Firefox damit die behauptete Leistungsfähigkeit von Mythos bestätigt, ist das ein erster Hinweis auf die möglichen Folgen für die IT-Sicherheit. Bei Mozilla geht man tatsächlich davon aus, dass sich mit KI-Hilfe alle Schwachstellen und alle Angriffspunkte finden lassen. Das wäre ein enormer Gewinn für die IT-Sicherheit. Ob sich das bewahrheitet, muss sich aber erst noch zeigen. Das Update für Firefox wird automatisch installiert, es lässt sich aber auch per Klick auf „Über Firefox“ im Menü „Hilfe“ anstoßen.
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Siehe auch:
- Firefox: Download schnell und sicher von heise.de
- Firefox ESR: Download schnell und sicher von heise.de
(mho)
Datenschutz & Sicherheit
Parfümerie Rituals: Mitgliederinformationen abgeflossen | heise online
Kunden mit Online-Konto bei der Parfümeriekette müssen sich insbesondere vor möglichem Phishing in Acht nehmen. Der Anbieter informiert derzeit Kunden in E-Mails über einen IT-Vorfall, bei dem Unbefugte Mitgliederdaten heruntergeladen haben.
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Rituals informiert Kunden per E-Mail über ein Datenleck von den Mitgliederdaten.
(Bild: heise medien)
Rituals stellt auf der Webseite aber auch eine FAQ mit einigen Informationen bereit. Demnach sind personenbezogene Daten davon betroffen: Vollständiger Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Geschlecht und Wohnanschrift nennt das Unternehmen. Nicht betroffen seien hingegen Passwörter oder Zahlungsinformationen.
Einbruch im April
Der Vorfall ereignete sich „im April“, genauere Informationen liefert Rituals nicht. Zwar hat das Unternehmen Untersuchungen eingeleitet, um anhand der Ursachen zu ergreifende Maßnahmen zu bestimmen und die zuständigen Behörden informiert. Details, etwa durch welche Sicherheitslücke sich Cyberkriminelle Zugang zu den Daten verschafft haben, nennt Rituals jedoch nicht.
Immerhin hat Rituals eigenen Angaben zufolge keine Kenntnis davon, dass die kopierten Daten veröffentlicht wurden. Das will das Unternehmen jedoch weiterhin „genau beobachten“. Auf den üblichen Darknet-Leakseiten findet sich zum Meldungszeitpunkt kein Hinweis auf dieses Datenleck und dessen Verursacher.
Kunden können und müssen nichts machen, erklärt der Anbieter. Sie sollten jedoch wachsam gegenüber Phishing sein. Zudem lässt sich mit den Daten unter Umständen auch Identitätsdiebstahl betreiben. Wer das eigene Konto nun löschen wolle, könne das Kontaktformular nutzen und dort den Punkt „Recht auf Löschung meiner personenbezogenen Daten“ auswählen.
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Auch die Modekette Zara ist jüngst Opfer eines IT-Vorfalls mit Datenleck geworden. Dort hat die kriminelle Vereinigung ShinyHunters Daten kopiert und am heutigen Mittwoch im Darknet veröffentlicht.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Schadcode-Schlupflöcher bedrohen Apache Airflow und Airflow Keycloak
Angreifer können Apache Airflow und Airflow Keycloak attackieren und Systeme im schlimmsten Fall vollständig kompromittieren.
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Sicherheitsupdates verfügbar
Insgesamt haben die Entwickler sechs Sicherheitslücken geschlossen. Das geht aus mehreren Warnmeldungen aus der Airflow-Mailingliste hervor. Eine Schwachstelle (CVE-2026-25917) gilt als „kritisch“. Darüber können Angreifer im Kontext des Webservers über eine Xcom-Payload Schadcode ausführen.
Es gibt noch eine weitere Schadcodelücke (CVE-2026-30898 „hoch“). Außerdem können Informationen leaken (CVE-2026-30912 „hoch“). Die Entwickler versichern, die Sicherheitsprobleme in Airflow 3.2.0 gelöst zu haben. Alle vorigen Versionen seien angreifbar.
Einer Warnmeldung zufolge ist Airflow Keycloak nur von einer Schwachstelle (CVE-2026-40948 „mittel“) betroffen. Hier schafft die Ausgabe 0.7.0 Abhilfe.
(des)
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