Künstliche Intelligenz
iCloud-Lock-in: Apple droht weiter Milliardenstrafe in Großbritannien
Die Klage britischer Verbraucherschützer gegen Apple wegen einer angeblichen iCloud-Zwangsnutzung darf im bisherigen Umfang fortgeführt werden. Der Versuch von Apples Anwälten, das Verfahren nur auf zahlende Kunden zu beschränken, verfing beim zuständigen Gericht nicht. Die Verbraucherschutzorganisation Which? will von Apple bis zu 3 Milliarden britische Pfund (3,47 Milliarden Euro) einklagen. Gut 40 Millionen Apple-Kunden in dem Land sollen bis zu 70 Pfund pro Person erhalten, weil Apple es unmöglich machen soll, andere Cloud-Dienste zu nutzen, und außerdem Usern nur 5 GByte an freiem Speicher gibt. Das Verfahren läuft bereits seit 2024.
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Ungewöhnliches rechtliches Konstrukt hat Erfolg
Das zuständige Tribunal entschied nun mehrheitlich (zwei Richter dafür, einer dagegen), dass das Verfahren alle iCloud-Nutzer betrifft – also sowohl die, die für iCloud+ bezahlen, als auch ganz normale Apple-User, die iCloud im Rahmen des kostenlosen Dienstes verwenden. Die Anwälte von Which? (sowie dessen Prozessfinanzierer) agieren dabei auf neuartigem rechtlichem Weg: Üblicherweise entsteht kein Schaden, wenn ein Kunde für einen fehlerhaften Dienst nichts bezahlt hat.
Die Verbraucherschützer gehen jedoch von einem sogenannten Forgone Consumer Surplus (FCS) aus. Das soll die Summe sein, die Kunden aufgrund des marktmissbräuchlichen Verhaltens Apples entgangen ist. Die juristische Theorie: Durch die „unfaire“ Bepreisung des iCloud+-Dienstes konnten die Kunden nicht kaufen, obwohl sie eigentlich wollten. Dafür soll es nun eine Entschädigung geben.
Which? glaubt etwa, dass ein wettbewerbsrechtlich korrektes Angebot des 200-GByte-Pakets statt der aktuellen 2,99 Pfund nur 1,99 Pfund gekostet hätte, wenn Apple sich nicht illegal verhalten hätte. Diese Illegalität wiederum ergibt sich laut der Verbraucherschützer offensichtlich dadurch, dass Apple nur 5 GByte an kostenlosem Speicher mitliefert.
Kunden seit November 2018 betroffen
Das Verfahren wird nun für alle iCloud-Kunden fortgesetzt. Das Gericht muss unter anderem feststellen, ob iCloud illegal innerhalb von iOS bevorzugt behandelt wurde. Betroffen sind Kunden, die iCloud seit November 2018 verwendet haben. Which? sammelt diese im Rahmen einer Liste, um dann bei Apple vorstellig werden zu können.
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Apple hatte zuletzt im November versucht, das Verfahren auf anderem Weg zu stoppen: Der Konzern ging davon aus, dass der von Which? engagierte Prozessfinanzierer nicht in der Lage sei, die Klage wirtschaftlich durchzuhalten. Tatsächlich hatte das Unternehmen zwischenzeitlich finanzielle Probleme. Wie es in diesem Prozesspunkt weitergeht, ist noch unklar.
(bsc)
Künstliche Intelligenz
Android 17: Bekannte Bugs und erste Lösungen
Für das Pixel 6 und neuere Modelle steht seit einigen Tagen das große Update auf Android 17 zur Installation bereit. Google hat bei der neuen Version zwar viele Fehler behoben, aber trotz der monatelangen Betaphase wohl auch einige übersehen, die auf Geräten sämtlicher Pixel-Generationen auftreten können, aber nicht müssen.
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Verbindungsprobleme
Wie unter anderem einige Nutzerinnen und Nutzer auf Reddit schreiben, haben ihre Geräte nach dem Update auf Android 17 Probleme, sich mit dem WLAN zu verbinden. Stattdessen laufe sämtlicher Datenverkehr über die mobile Datenverbindung, obwohl das WLAN-Symbol angezeigt wird. Reddit-Nutzer berichten, dass die WLAN-Verbindung offenbar nur einige Apps betreffe. Offenbar behebt das letzte Google-Play-Dienste-Update den Fehler, wie ein Redditor schreibt. Nutzer spekulieren, dass es ein IPv6-Fehler sein könnte: Hat der heimische Router IPv6-Unterstützung, sollte man diese aktivieren.
Auch über eine fehlende 5G-Verbindung beschweren sich Nutzer unter anderem im Google-Pixel-Subreddit. Ihre Pixel-Geräte verschiedener Generationen funkten nur noch im LTE-Netz.
Ein Google-Support-Mitarbeiter antwortete in dem Thread und verlinkte ein Support-Dokument, das Nutzern bei der Behebung ihrer Verbindungsprobleme helfen könnte. Der ursprüngliche Verfasser des Beitrags entgegnete, dass ihm die Lösung eines anderen Redditors bei der Problemlösung geholfen habe. Er konnte die 5G-Verbindung wiederherstellen, indem er sein Pixel 9 Pro in den Reparaturmodus versetzt und dann neu gestartet habe. Bei anderen sei die eSIM nach der Aktualisierung komplett gelöscht worden. Hier hilft jedoch offenbar nur die erneute Installation.
Touchscreen
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Wie unter anderem Android Authority berichtet, beobachten Reddit-Nutzer Probleme bei der Bedienung: Ihre Smartphones ignorieren entweder die Toucheingaben komplett oder interpretieren vertikale Wischgesten falsch. Wische man etwa nach oben, um im Social-Media-Feed nach unten zu scrollen, verfrachtet Android 17 den Nutzer direkt wieder an den Anfang der Seite.
Auch hier hat ein Pixel-Community-Moderator eine mögliche Lösung parat: Er empfiehlt, den Cache der „Pixel Launcher“-App zu leeren. Hierfür öffnet man die Einstellungen > Apps > Alle Apps anzeigen > App Pixel Launcher > Speicher & Cache > und wählt „Cache leeren“.
Zudem rät der Moderator, das Smartphone im abgesicherten Modus neu zu starten. Falls es darin einwandfrei funktioniere, sei eine App eines Fremdanbieters Ursache des Problems.
Sollte Googles Lösung nicht funktionieren, könnte das Ein- und Ausschalten der Funktion „Smooth Display“ in den Displayeinstellungen helfen.
Verlorene Widgets
Kurios ist außerdem, dass Nutzer nach dem Update berichten, dass Widgets auf dem Homescreen nicht mehr angezeigt werden. Das Problem scheint nicht sonderlich weitverbreitet zu sein und trete offenbar nur auf Smartphones auf, auf denen ein zusätzliches Arbeitsprofil eingerichtet ist. Google hat bereits auf den Fehler reagiert und sagt, man arbeite an einer Lösung, die mit einem künftigen Update verteilt werde.
Falls ein Gerät von diesem Fehler betroffen sein sollte, könne man das Problem offenbar beheben, indem man das Arbeitsprofil vom Gerät entfernt, es neu startet und die Widgets manuell wieder einfügt. Weitere mögliche temporäre Lösungen sind laut 9to5Google das kurzzeitige Deaktivieren und Reaktivieren oder Archivieren der betroffenen Apps. Ebenso habe auch das Umschalten in den Fokusmodus vorübergehend geholfen, schreiben Redditoren.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Lore: Epic Games‘ Git-Alternative für Spieleentwickler
Epic Games hat das Open-Source-Versionskontrollsystem (VCS) Lore veröffentlicht. Konzipiert ist es für Projekte, die Code mit großen Binärdateien kombinieren, wie sie typischerweise in der Spielebranche und der Unterhaltungsindustrie vorkommen. Damit schließt Lore eine Lücke, die bislang kein anderes VCS adressiert hat. Im Unreal Editor for Fortnite (UEFN) nutzt Epic Games Lore bereits.
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Laut Designdokument eignet sich das in Rust geschriebene und zentralisierte Lore besser als andere VCS für große Spiele- und Unterhaltungsprojekte. Denn es verfügt über beliebige Inhaltstypen, eine Skalierbarkeit entlang mehrerer Achsen, mandantenfähige Sicherheit sowie eine vollständig offene Spezifikation und Lizenz. VCS-Konkurrenten wie Git, Perforce oder Mercurial können die genannten Anforderungen nicht gleichzeitig erfüllen, so Epic Games.
Gleichbehandlung von Code und Dateien
Das vormals als Unreal Revision Control bekannte Lore besteht aus zwei Systemen: einem inhaltsadressierten Merkle-Baum-Speichersystem mit BLAKE3-Hashes, das sämtlichen Content dedupliziert vorhält und veränderliche Inhalte wie Metadaten separat speichert, und einem darauf aufbauenden VCS. Clients laden nur die benötigten Daten nach. Große Dateien teilt Lore in kleinere Chunks auf, sodass anschließend nur geänderte Abschnitte neu hochgeladen werden müssen.
Auf GitHub stehen neben dem Quellcode und OS-Binaries (unterstützte Systeme sind Windows, macOS und Linux) ein CLI und Server-Binaries für das MIT-lizenzierte Lore bereit. SDKs gibt es für JavaScript, Python, C# und Go.
Für Entwicklerinnen und Entwickler, die mit Lore loslegen wollen, gibt es eine Schnellstartanleitung. Da Lore Version 1.0 noch nicht erreicht hat, können sich Schnittstellen, Formate und APIs noch zwischen Releases ändern. Was genau geplant ist, lässt sich in der Lore-Roadmap nachlesen.
(mro)
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Raspberry Pi OS: Sanfte Versionspflege
Gegen Ende der vergangenen Woche haben die Raspberry-Pi-Entwickler das Betriebssystem Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian) in aktualisierter Version veröffentlicht. Es handelt sich um dezente Versionspflege, größere Neuerungen enthält die neue Fassung nicht.
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Die Release-Notes für die offenbar bereits am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte Fassung des Betriebssystems für die Einplatinencomputer (SBC, Single Board Computer) bleibt daher auch recht kurz. Am augenfälligsten ist der offizielle Wechsel auf den Linux-Kernel 6.18.3. Der entstammt der Long-Term-Support-Linie 6.18, die Linus Torvalds im November freigegeben hatte. Die Firmware kommt ebenfalls in aktualisierter Version mit. Der Wayland-Window-Manager labwc ist auf Stand 0.9.7. Für Touchscreens sind neue Standard-Zuordnungen eingezogen. Das python3-flask-Modul haben die Programmierer entfernt. Das aktualisierte Raspberry Pi OS umfasst auch kosmetische Änderungen wie neue Icons.
Einige nervende Fehler haben die Programmierer Raspberry Pi OS abgewöhnt: In piclone hat ein Handler zum Schließen der App gefehlt, das Drucker-Plug-in konnte beim Schließen hängen bleiben. In der Lautstärkesteuerung konnte das Audio-Eingabegerät falsch ausgewählt sein. Zudem ließ sich der oberste Eintrag in Hauptmenüs nicht korrekt mit der Tastatur aktivieren.
Raspberry Pi OS: Aktualisierung durchführen
Wer zwischendurch das System etwa durch den Aufruf von sudo apt update && sudo apt dist-upgrade auf den aktuellen Stand bringt, hat die ganzen Aktualisierungen bereits erhalten. Eine Neu- oder Überinstallation ist nicht nötig. Wer möchte, kann jedoch auch auf der Download-Seite des Projekts die aktuellen Abbilder herunterladen, um sie etwa frisch auf SD-Karte zu verfrachten.
Im April haben die Entwickler mit Raspberry Pi OS 6.2 einen größeren Sprung vollzogen. Die Fassung versprach etwa verbesserte Sicherheit, unter anderem durch das Deaktivieren des passwortlosen sudo. Die Maintainer hatten das Release daher auch als Sicherheitsupdate bezeichnet.
(dmk)
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