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Netflix, Disney+ und mehr: Streamingdienste zu Investitionen in deutsche Filmindustrie verpflichtet


Netflix, Disney+ und mehr: Streamingdienste zu Investitionen in deutsche Filmindustrie verpflichtet

Streaminganbieter wie Netflix, Disney+ oder Amazon sollen zu stärkeren Investitionen in den Filmstandort Deutschland bewegt werden. Aktuell wird verstärkt im Ausland produziert, was ein neuer Gesetzesentwurf in Zukunft ändern soll.

Das deutsche Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, wodurch Streamingdienste in Zukunft einen Teil ihrer Einnahmen der deutschen Filmindustrie zugute kommen lassen müssen. Dieser Entwurf von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sieht vor, dass Netflix, Prime Video und Co. mindestens 8 Prozent des Jahresumsatzes in den Filmstandort Deutschland investieren müssen.

Investitionspflicht soll Anfang 2027 starten

Das Gesetz zur Investitionsverpflichtung für Streamingdienste wird voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft treten, zuvor muss es aber noch vom Bundestag verabschiedet werden. Dadurch soll der aktuell angespannten Auftragslage der Filmbranche in Deutschland entgegengewirkt werden, denn Studios wie Bavaria oder Babelsberg können mit anderen europäischen Ländern wie Tschechien nicht mehr mithalten.

Zudem stellt der Bund nun Fördermittel für Filme mit einer Summe von 250 Millionen Euro pro Jahr, was einer Verdoppelung verglichen mit dem Vorjahr entspricht. Werden weitere Fördermittel hinzugerechnet, werden demnach über 300 Millionen Euro für die Produktion von Filmen vom Bund bereitgestellt. Eine Öffnungsklausel dieses sogenannten Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetzes (MedienInvestVG) ermöglicht es den großen Streaminganbietern außerdem, ab Investitionen von mindestens 12 Prozent von bestimmten Vorgaben abzuweichen.

„Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss zünden wir für den deutschen Film eine neue Stufe im internationalen Standortwettbewerb. Wir haben über Parteigrenzen hinweg entschieden, mit dem Filmbooster so viel Geld in die heimische Filmbranche zu geben, wie nie zuvor. Zugleich nehmen wir die Streaminganbieter und Sender deutlich in die Pflicht, geben ihnen über die Öffnungsklausel aber auch Spielraum. Damit kann die gesamte Filmwirtschaft nun erstmals wirklich verlässlich über Jahre hinaus planen. Nun ist es an der Branche, diese Chance zu nutzen, um Filmhits ‚made in Germany‘ in Serie zu produzieren.“

Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien,

Gilt auch für deutsche Fernsehsender

Die Verpflichtung, mindestens 8 Prozent des Jahresumsatzes in die deutsche Filmbranche zu investieren, gilt ferner nicht nur für die US-amerikanischen Streaminganbieter, sondern auch für die heimischen Fernsehsender. Somit müssen auch ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL sich an die kommenden Regeln halten, wobei die deutschen Fernsehsender diese Investitionsquote bereits erfüllen sollten.

Vor der Einigung auf die Investitionspflicht im Februar dieses Jahres gab es Diskussionen in der rot-schwarzen Koalition über die Notwendigkeit des Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetzes. Während Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sich um rechtliche Risiken sorgte und freiwillige Abmachungen bevorzugte, setzten sich schließlich Finanzminister Lars Klingebeil mit seinem Ministerium und die SPD mit einer Investionspflicht durch.

Billboard März 2026



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8BitDo Ultimate 3E: Dieses modulare Gamepad hat austauschbare Tasten


8BitDo Ultimate 3E: Dieses modulare Gamepad hat austauschbare Tasten

Bild: 8BitDo

8BitDo baut nicht nur einen überzeugenden Budget-Controller, den Ultimate 2C Wireless (Test), sondern ist auch am anderen Ende des Spektrums tätig. Der Ultimate 3E soll rundum flexibler und besser sein – auch ergonomisch. Austauschbar sind sogar die Tasten.

Austauschbare TMR-Thumbsticks und D-Pads kennt die Luxusklasse schon, auch der Ultimate 3E hat sie. Er kann darüber hinaus aber auch die ABXY-Buttons austauschen. Dazu verbaut sie 8BitDo in einem Modul, das es in zwei Varianten gibt: Eines nutzt taktile, präzise klickende Mikrotaster, die Alternative setzt auf weichere Rubberdome-Tasten.

Beide Module, abweichende Thumbsticks sowie ein D-Pad in Kreuz- und Kreisform gehören zum Lieferumfang. Austauschen lässt sich außerdem die Faceplate, wobei Preise und Varianten für Zubehörteile noch unbekannt sind.

Modifikationen verspricht 8BitDo auch an anderer Stelle. Bumper sollen, zumindest schreibt das der Hersteller, besonders schnell reagieren, Trigger können in zwei Stufen gesperrt werden. Das soll Reaktionszeiten wie die Polling Rate, die auf dem PC bei 1.000 Hz liegt, ebenfalls beeinflussen. Die beiden Zusatztasten auf der Unterseite sind hingegen fest, sie können nicht gesperrt werden. Auf dem PC steht zusätzlich ein Gyroskop für Eingaben zur Verfügung.

Gegenüber den vorherigen Ultimate-Controllern hat 8BitDo zudem die Form verändert. Griffe in flacherem Winkel sollen das Halten angenehmer machen, Silikonelemente ein eventuelles Rutschen verringern.

8BitDo Ultimate 3E (Bild: 8BitDo)

Ungewöhnliche Neuerungen

Darüber hinaus erhält der Controller eine Reihe ungewöhnlicher Features, die ihn abheben. Beleuchtete Friction-Ringe mit RGB-LEDs sind das eine, ein Wireless Charging Dock das andere. Gegenüber ähnlichen Lösungen, etwa derjenigen des GameSir G7 Pro (Test), verschwinden die Metallpins und -kontakte, es wird nun induktiv geladen.

Daten werden auf den üblichen drei Wegen übertragen. Die Laufzeit liegt bei maximal 18 Stunden, die Akkukapazität bei 1.400 mAh.

Preis und Verfügbarkeit

Laut Webshop des Herstellers soll der Controller am 31. August verschickt werden. Verlangt werden aktuell rund 150 US-Dollar zuzüglich Versandkosten. Ähnliche Beträge in Euro sind im Handel zu erwarten.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „Chismon“ für den Hinweis zu dieser Meldung!



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Xiaomi 17T und 17T Pro: Xiaomi rüstet Smartphones mit 5-fach-Telekamera auf


Xiaomi setzt auch bei der knapp unterhalb der Premium-Smartphones positionierten 17T-Serie die Kooperation mit Leica fort und konzentriert sich diesmal auf Upgrades der Telekamera. Der Hersteller rüstet die Neuauflagen aber auch mit schnelleren Prozessoren und größeren Akkus auf. Verfügbar ist das 17T ab sofort ab 750 Euro.

Teleobjektiv mit 5-facher Vergrößerung

Anstelle der maximal zweifachen optischen Vergrößerung auf 46 mm Brennweite, die das Xiaomi 15T noch bot, geht das Xiaomi 17T auf eine 5-fache Vergrößerung mit 115 mm, die letztes Jahr noch dem 15T Pro vorbehalten war. Hinter der Optik mit f/3.0 sitzt ein 50-MP-Sensor mit 0,64 µm großen Pixeln. Die Kamera lässt sich im Nahbereich bis 30 cm auch als Telemakro nutzen. Besitzer des Xiaomi 15T Pro kennen diese neue Kamera bereits und erhalten sie im neuen 17T Pro unverändert ein weiteres Mal.

Xiaomi 17T im Hands-on

50-Megapixel-Sensoren sind auch hinter den Hauptkameras beider Modelle verbaut. In diesem Punkt setzt Xiaomi im Großen und Ganzen auf die Technik des 15T. Das 17T bietet 50 MP mit 1,0 µm großen Pixeln, f/1,7 und 23 mm Brennweite, das 17T Pro dieselbe Auflösung auf einem größeren Sensor mit 1,2 µm großen Pixeln, f/1.67 und 23 mm. Die Ultraweitwinkelkamera der 17T-Serie kommt mit 12 MP, f/2.2 und 15 mm Brennweite.

Leica Live Moment sorgt für bewegte Fotos

Einen Zeitsprung machen Xiaomis neue Smartphones bei den Fotomodi der Kamera-App. Neu hinzugekommen ist diesmal der „Leica Live Moment“. Gemeint ist damit eine Aufnahme, die nicht nur ein statisches Bild, sondern auch die Bewegung kurz vor der Aufnahme erfasst. Das erinnert an die Live Photos, die Apple anno 2015 mit dem iPhone 6s eingeführt hatte. Der Hersteller erklärt, dass der „Leica Live Moment“ alltäglichen Szenen mehr Kontext verleihe. Die Funktion wird über alle Brennweiten der Rückkamera unterstützt und kann auch im Porträtmodus verwendet werden.

GIF Leica Live Moment auf dem Xiaomi 17T

Das 17T ist dieses Mal das kleinere Smartphone

Unterschiede sind dieses Jahr bei den Bildschirmgrößen zu finden. Waren 15T und 15T Pro noch fast gleich groß und setzten beide auf einen 6,83-Zoll-Bildschirm, unterteilt Xiaomi die Serie diesmal in 6,59 Zoll für das 17T und 6,83 Zoll für das 17T Pro. Davon abgeleitet gibt es kleinere Unterscheide bei der Auflösung und Bildwiederholrate. Features wie HDR10+, Dolby Vision und neuerdings bis zu 3.500 cd/m² statt 3.200 cd/m² Spitzenhelligkeit gehören jedoch zur Serienausstattung beider Varianten. Die „Xiaomi Vision Care“ soll das AMOLED-Panel (optional) automatisch dem Umgebungslicht anpassen und Blaulicht, Bildschirmflimmern sowie Bewegungsunschärfe verringern.

Die Akkus wachsen auf 6.500 mAh und 7.000 mAh

Im Vergleich zum Vorgänger des letzten Jahres setzt Xiaomi bei der neuen Serie auf größere Silizium-Kohlenstoff-Batterien, die auf 6.500 mAh statt 5.500 mAh (17T) und 7.000 mAh statt 5.500 mAh (17T Pro) kommen. Xiaomi unterstützt das Laden mit bis zu 67 Watt (17T), wobei das 17T Pro sogar von 90 Watt auf 100 Watt geht. Das drahtlose Laden bleibt dem 17T Pro vorbehalten und wird erneut mit 50 Watt unterstützt. Über den USB-C-Port des Smartphones lassen sich andere Endgeräte mit maximal 22,5 Watt laden.

MediaTek liefert das Prozessor-Upgrade

Mit dem Batterie-Upgrade geht ein kleinerer Leistungsschub einher. Xiaomi geht vom Dimensity 8400 Ultra des 15T auf den Dimensity 8500 Ultra im 17T. Das bedeutet mehr Takt für die drei unterschiedlich ausgelegten Cortex-A725-Cluster und eine schnellere Mali-Grafikeinheit. Xiaomi verbaut immer schnellen LPDDR5X-9600-RAM und UFS 4.1.

Xiaomi 17T Pro (Bild: Xiaomi)

Größer fallen die Unterschiede für das 17T Pro aus, das mit dem Dimensity 9500 das aktuelle MediaTek-Flaggschiff mit neuen Arm-C1-Kernen und Mali G1-Ultra MC12 erhalten hat. Die neuen Kerne sind von Haus aus schneller, sie takten aber auch abermals höher. Auch beim 17T Pro sind 12 GB RAM immer gesetzt, den UFS 4.1 gibt es neben 256 GB und 512 GB hier alternativ auch mit 1 TB für dann knapp 1.100 Euro.

Bis zu 5 Jahre neue Android-Hauptversionen

Xiaomi bietet das 17T in Deutschland ab sofort in den Farben Violet, Opal White, Blue und Black an und will das ab Werk mit Android 16 laufende Smartphone für vier Jahre mit neuen Android-Hauptversionen und fünf Jahre mit Sicherheitsupdates versorgen. Das 17T Pro kommt in Deep Blue, Deep Violet und Black und mit fünf Jahren Support für Android-Hauptversionen. Zum Marktstart kommen die Geräte mit folgenden Testversionen:

  • 3 Monate Google AI Pro mit erweiterten Zugriffsmöglichkeiten auf Google-KI-Funktionen und 5 TB Cloud-Speicher
  • 3 Monate YouTube Premium für werbefreie Nutzung und Offline-Downloads bei YouTube und YouTube Music
  • 4 Monate Spotify Premium mit werbefreier Wiedergabe, Offline-Downloads und verbesserter Audioqualität

Technische Daten der Xiaomi-17T-Serie

Launch von Lautsprecher, Watch, Band und Buds

Abseits der zwei neuen Smartphones entlässt Xiaomi heute auch eine Reihe neuer IoT-Produkt in den Markt. Dazu gehören der Bluetooth-Lautsprecher Sound Play für 49,90 Euro, die Watch S5 in 46 mm ab 179,99 Euro, das Smart Band 10 Pro ab 79,99 Euro und die Buds 6 für 119,99 Euro. Details lassen sich den Produktblättern entnehmen.

Sound Play
Sound Play (Bild: Xiaomi)
Watch S5
Watch S5 (Bild: Xiaomi)
Smart Band 10 Pro
Smart Band 10 Pro (Bild: Xiaomi)
Buds 6
Buds 6 (Bild: Xiaomi)

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Xiaomi unter NDA im Vorfeld und im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in Wien erhalten. Die Kosten für An- und Abreise wurden vom Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.



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be quiet! Dark Rock Pro 6: Semi-Passiv-CPU-Kühler im Test


Der be quiet! Dark Rock (Pro) 6 bietet einen Semi-Passiv-Modus: Wird er per Switch direkt am Kühler aktiviert, steht der Lüfter unter ~40 Prozent PWM ganz still, darüber wird er gegenüber dem Performance-Modus wie gehabt gedrosselt. Klingt in der Theorie sehr interessant. Was das für die Praxis bedeutet, klärt der Test.

Der be quiet! Dark Rock (Pro) 6 im Überblick

Mit Dark Rock 6 und Dark Rock Pro 6 hat be quiet! im Mai zwei neue Kühler in der Flaggschiff-Serie „Dark Rock“ auf den Markt gebracht. Sie stellen ab sofort die Speerspitze im CPU-Luftkühler-Portfolio des Herstellers dar. In der zweiten Jahreshälfte soll dann noch das zur CES 2026 vorgestellte, wahre neue Topmodell der Reihe erscheinen: der Dark Rock Pro 6 IO LCD mit 4,5″-IPS-Display auf seinem Kühlturm.

GIF Der be quiet! Dark Rock Pro 6 auf dem Testsystem – Rundumblick

Der be quiet! Dark Rock Pro 6 im Test

ComputerBase hat heute den Dark Rock Pro 6 im Test. Er verfügt über zwei Kühltürme und sieben Heatpipes sowie zwei Lüfter für maximal 300 Watt TDP (Dark Rock 6: ein Turm, ein Lüfter, 6 Heatpipes, 220 Watt TDP).

Dabei kommt eine Lüfter-Mischbestückung zum Einsatz: Zwischen beiden Lamellentürmen sitzt ein 135-mm-Lüfter (1.900 U/Min), davor ein etwas schmalerer 120-mm-Lüfter (2.000 U/Min). Er ist zudem an einer Schiene befestigt, die es erlaubt, ihn in der Höhe dreistufig variabel zu positionieren. So kann bei Bedarf mehr Platz für Kühlkörper auf Speichermodulen geschaffen werden. Die Lüfter kommen aus der Silent-Wings-Serie, was sie im Vergleich zum Pure-Wings-Lüfter der zuletzt getesteten Pure Rock Pro 3 bei niedriger Drehzahl absolut geräuschlos agieren lässt.

GIF Dark Rock Pro 6: Lüfter-Verstellung und Deckel-Demontage

Die Lüfter sitzen in eigenen Rahmen, was zusammen mit dem Kühler-Deckel (befestigt mit „Push-Pins“) ein extrem sauberes, homogenes Bild ergibt. Der Nachteil (wie zuletzt beim Tryx Turris 620 (Test)): Einzeln zu bekommen sind sie nicht.

Das Motto des Dark Rock (Pro) 6 lautet ansonsten „Black is Beautiful!“ – bis auf die Bodenplatte und das be-quiet!-Logo auf dem Deckel ist der Kühler komplett in Schwarz gehalten. Auch auf das Retention-Kit trifft das zu. Eine (RGB-)Beleuchtung gibt es nicht.

Quiet-Modus mit Semi-Passiv-Betrieb

Seit der 5. Generation besitzt die Dark-Rock-Serie einen Modus-Umschalter: Per Dip-Switch am Kühler kann jederzeit in die Lüfterkurve eingegriffen werden. Zur Wahl stehen „Performance“ und „Quiet“. Im Quiet-Modus wird das PWM-Signal in niedrigere Lüfterdrehzahlen als im Performance-Modus umgesetzt. Je niedriger das PWM-Signal, desto größer die Schere – bei 100 % PWM, also wenn Leistung benötigt wird, ist die Drehzahl gleich.

be quiet! Dark Rock Pro 6 im Test: Der CPU-Kühler mit dem optionalen Passiv-Modus
be quiet! Dark Rock Pro 6 im Test: Der CPU-Kühler mit dem optionalen Passiv-Modus

Neu beim Dark Rock (Pro) 6 ist jetzt, dass die Lüfter bei unter 40 Prozent PWM im Quiet-Modus ganz stillstehen. Das Umschalten sollte nur im ausgeschalteten Zustand des Systems erfolgen und es gilt zu beachten, dass eine etwaige CPU-Lüfter-Drehzahlüberwachung anschlägt, sobald der Kühler den Lüfter stillstehen lässt (siehe Handbuch):

Achtung: Schalte zwischen den Modi nur um, wenn das System ausgeschaltet ist. Bei bestimmten Mainboards kann es erforderlich
sein, im BIOS das Silent-Profil der CPU Lüfterkurve zu aktivieren. Um eine Lüfterfehler
meldung zu vermeiden, deaktiviere im BIOS „fan error alarm“.

Aus dem Handbuch

Offiziell bedeutet der Wechsel von Performance auf Quiet den folgenden Drehzahlabfall in Abhängigkeit des PWM-Signals:

Dark Rock Pro 6: Lüfterdrehzahl je PWM-Signal in Abhängigkeit des Modus'
Dark Rock Pro 6: Lüfterdrehzahl je PWM-Signal in Abhängigkeit des Modus‘ (Bild: be quiet!)

Preise und Verfügbarkeit

Beide Kühler sind seit 19. Mai im Handel erhältlich. Die Preisempfehlung für den Dark Rock Pro 6 liegt bei rund 109,90 Euro (im Handel ab 93 Euro), der Dark Rock 6 kostet 89,90 Euro (im Handel ab 75 Euro).

Weitere Details zu be quiet! Dark Rock 6 und Dark Rock Pro 6 halten die News zur Ankündigung und die nachfolgenden technischen Eckdaten bereit:

  • Dark Rock 6 & Dark Rock Pro 6: be quiet! lässt (Twin-)Tower wahlweise semi-passiv kühlen

Technische Daten

Testergebnisse

Testsystem und Testmethodik

Getestet hat ComputerBase den be quiet! Dark Rock Pro 6 wie zuletzt auch die Luftkühler Tryx Turris 620 (Test), be quiet! Pure Rock Pro 3, Arctic Freezer 36 A-RGB Black, Noctua NH-D15 G2 und Noctua NH-D15S (Test) auf einem Core i9-13900K im Sockel LGA 1700.

Der Testparcours beinhaltet Messungen bei 150 und 253 Watt TDP unter konstanter Last in einem vollautomatisierten (!) Verfahren über den gesamten Drehzahl- und Lautstärke-Bereich eines Kühlers von 31 dB (an der Grenze zu unhörbar) bis zur maximalen Lautstärke in 1-dB-Schritten.

Dazu wird im ersten Schritt ermittelt, bei welcher Drehzahl die Kühler welche Lautstärke erreichen. Gemessen wird aus 15 cm Abstand im 45-Grad-Winkel zur Kühleroberfläche („von schräg oben“).

Im Anschluss wird die Lüfterdrehzahl auf beiden TDP-Profilen alle 10 Minuten von 31 dB ausgehend bis zum Maximum erhöht und dabei die Telemetrie mitgeschnitten. Das Ergebnis wird im Anschluss als Delta zur ebenfalls kontinuierlich ermittelten Raumtemperatur abgebildet (zwischen 19 und 20 °C schwankend). Als Wärmeleitpaste kommt bei jedem Kühler die gleiche Menge Thermal Grizzly Kryonaut zum Einsatz.

Installation und Konfiguration

Der be quiet! Dark Rock (Pro) 6 kann auf AMD-Sockel AM4 und AM5 sowie auf Intel-Sockel LGA 1700 und LGA 1851 (in Zukunft auf Sockel LGA 1954) sowie LGA 1200, 1155, 1151 und 1150 installiert werden. Sowohl für AMD als auch für Intel wird ein eigenes Retention-Kit installiert, auch AMDs Standardhalterung nutzen die Kühler nicht.

be quiet! Dark Rock Pro 6: Lieferumfang
be quiet! Dark Rock Pro 6: Lieferumfang

Die Montage wird im beigelegten Handbuch (oder online) ausführlich erklärt. Ein Kreuzschlitzschraubendreher liegt bei.

Bei der Montage galt es im Test darauf zu achten, dass die beiden Bügel für Intel-Sockel parallel zum Sockel ausgerichtet sind, denn durch die zwei verschiedenen, aber miteinander verbundenen Bohrungen für neue (LGA 1851, 1700) und alte (LGA 1200, 1155, 1151, 1150) Sockel ist es leicht möglich, sie etwas „schräg“ zu montieren, was im Anschluss das Verschrauben des Kühlers erschweren kann. Eine Möglichkeit, über das Retention-Modul einen Offset je nach Sockel einzustellen, bietet der Dark Rock Pro 6 nicht.

Das Retention-Kit auf Sockel LGA 1700
Das Retention-Kit auf Sockel LGA 1700

Der Kühler selbst wird, nachdem der Deckel inklusive zentral sitzendem Lüfter (mit etwas Kraftaufwand) entfernt wurde, auf die Halterung geschraubt. Beide Lüfter werden über ein Y-Kabel per 4-Pin-PWM-Stecker mit dem Mainboard verbunden. Die Lüfter selbst verfügen über ein anderes Steckerformat.

Lautstärke über PWM/Drehzahl

Der Dark Rock Pro 6 dreht laut Datenblatt mit maximal 1.900/2.000 U/min (135 mm, 120 mm), im Test erzielt wurden bei 100 Prozent PWM laut Tachosignal maximal 1.910 U/min. Das ist im Quiet- und im Performance-Modus identisch.

Die Anlaufdrehzahl liegt bei circa 360 U/min. Die für den Test wichtige untere Lautstärkegrenze von 31 dB(A) liegt bei 890 U/min an, was im Performance-Modus 44 % PWM entspricht. Im Quiet-Modus liegt diese Schwelle bei 61 % PWM.

Das nachfolgende Diagramm zeigt den von be quiet! beworbenen Unterschied zwischen den beiden Modi auch in der Praxis: Je höher das PWM-Signal, desto geringer ist der Unterschied der Drehzahl. Auf dem genutzten Mainboard waren 400 U/min bei 45 % PWM im Quiet-Modus die niedrigste anliegende Drehzahl, bei 44 % PWM und niedriger stand der Lüfter still. be quiet! bestätigt, dass die kommunizierten 40 % PWM als Grenzwert von Mainboard zu Mainboard leicht unterschiedlich ausfallen können.

Drehzahl über PWM (31 bis max. dB(A))

06001.2001.8002.4003.000Umdrehungen pro Minute (UPM)

404550556065707580859095101PWM (%)


In der Disziplin Lautstärke über PWM (und damit Drehzahl) werden die Auswirkungen der beiden Modi noch deutlicher: Gibt das Mainboard beziehungsweise dessen Lüftersteuerung bei der aktuellen CPU-Temperatur beispielsweise 65 % PWM vor, agiert der Kühler im Quiet-Modus bei 33 dB(A), während er im Performance-Modus bereits bei über 40 dB(A) liegt – also doppelt so laut agiert. Maximal erzielt der Dark Rock Pro 6 eine Lautstärke von 52 dB(A) – im bis dato noch übersichtlichen Vergleichsfeld liegt nur der Noctua NH-D15 G2 noch höher. Aber am Ende kommt es auf die Kühlleistung in Kombination mit der Lautstärke an.

Lautstärke über PWM (31 bis max. dB(A))

0102030405060dB(A)

404550556065707580859095101PWM (%)


Achtung: Die nachfolgenden Diagramme enthalten lautstärkenormierte Messergebnisse. Performance- und Quiet-Modus schneiden in diesem Fall gleich gut ab. In der Praxis liegt die Kühlleistung im Quiet-Modus aber erst bei höherem PWM-Faktor auf dem Niveau des Performance-Modus.

Kühlleistung bei 150 Watt TDP

Dauerhaft 150 Watt Abwärme auf dem Core i9-13900K sind für den be quiet! Dark Rock Pro 6 kein Problem, über das ganze Drehzahl- und Lautstärke-Band von 31 dB(A) bis zur maximalen Lautstärke wird die CPU jederzeit ausreichend gekühlt, so dass es nicht zum thermischen Drosseln der Leistung kommt.

Kühlleistung über Lautstärke (ΔT, 150 Watt TDP)

303642485460Kelvin

3031323334353637383940414243444546474849505152535455dB(A)


Bei 31 dB(A) liegt die Kühlleistung dabei höher als bei Tryx Turris 620 oder Noctua NH-D15S, am oberen Ende steckt der Dark Rock Pro 6 lautstärkenormiert aber etwas zurück – auch gegenüber dem Pure Rock Pro 3.

Thermal-Throttling bei 150 Watt TDP

Kühlleistung 253 Watt TDP

Bei 253 Watt Verlustleistung positioniert sich der Dark Rock Pro 6 über weite Strecken des Lautstärkebandes im Vergleich zur Konkurrenz stärker, wobei seine Stärke abermals der untere Lautstärkebereich ist: Schon ab 35 dB(A) wird die CPU vor dem thermischen Drosseln bewahrt, nur der NH-D15 G2 war im Vergleich noch früher dazu in der Lage. Gegen Noctuas Topmodell hat be quiet!s Topmodell aber ohnehin keine Chance.

Kühlleistung über Lautstärke (ΔT, 253 Watt TDP)

606570758085Kelvin

3031323334353637383940414243444546474849505152535455dB(A)


Beachtlich bleibt die Leistung des im Vergleich winzigen Arctic Freezer 36 A-RGB Black, der annähernd die gleiche Spitzenkühlleistung bei ebenfalls geringerer Lautstärke erreicht.

Thermal-Throttling bei 253 Watt TDP

So hört sich der Kühler an

Zur Einordnung von Kühlleistung und Lautstärke fehlt allerdings noch die Charakteristik der Geräuschemissionen. Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Verlauf über folgende Betriebsmodi:

  • 00:00 – 00:10: < 30 dB(A), min. U/min
  • 00:10 – 00:20: 31 dB(A)
  • 00:20 – 00:30: 35 dB(A)
  • 00:30 – 00:40: 40 dB(A)
  • 00:40 – 00:50: 45 dB(A)
  • 00:50 – 01:00: 48 dB(A)
  • 01:00 – 01:10: 52 dB(A), max. U/min

Der be quiet! Dark Rock Pro 6 zeichnet sich durch eine hohe Laufruhe aus: Bei einer festgelegten Drehzahl bleibt die Geräuschcharakteristik unverändert. Ein von anderen Kühlern bekanntes „Pumpen“ gibt es nicht. Auch der Motor erzeugt bei höherer Drehzahl ein sehr konstantes Klangbild.

be quiet! Dark Rock Pro 620: min. Drehzahl (360 U/min) über 31, 35, 40, 45, 50 bis 48 dB(A) (max. 1.910 U/min)

Zum Vergleich: der Tryx Turris 620 (Test), aufgenommen im selben Verfahren und mit demselben Mikrofon:

TRYX Turris 620: min. Drehzahl (340 U/min) über 31, 35, 40, 45 bis 48 dB(A) (max. 1.700 U/min)

Unterhalb der bei 31 dB(A) anliegenden Drehzahl von 890 U/min wird es schnell wirklich lautlos. Auch mit dem Ohr direkt in der Nähe des Kühlers sind keine Geräusche mehr wahrnehmbar.

Der Semi-Passiv-Modus

Eine perfekte Überleitung zum letzten Aspekt: dem Semi-Passiv-Modus. Er setzt auf dem Mainboard des Testsystems bei unter 45 % PWM ein. Bei 45 % liegen im Quiet-Modus noch etwas über 400 U/min an. Mit weniger als 360 U/min drehen die Lüfter (laut gemeinsamem Tachosignal) nie. Bei 400 U/min ist der Kühler als absolut lautlos zu bezeichnen.

Will heißen: Schaltet der Kühler die Lüfter ab, waren sie schon zuvor nicht zu hören. Der Vorteil des Semi-Passiv-Modus ist damit nicht im vollständigen Abschalten der Geräuschquelle, sondern in anderen Aspekten zu suchen: Optik, eventuell Schonung der Lüfter und dem Wissen darüber, dass die CPU so stromsparend und kühl agiert, dass das Mainboard weniger als 4x % PWM anlegt und die Lüfter daher stillstehen.

Wann sie wieder anlaufen, hängt ebenfalls von der Lüftersteuerung, die im Einsatz ist (Mainboard, Mainboard-Tool, Speedfan etc.) ab. Der Lüfter selbst überwacht die CPU-Temperatur ja nicht, er reagiert nur auf das PWM-Signal. Und sobald das über 4x % liegt, springt er wieder an.

Fazit

CPU-Luftkühler sind technisch ausentwickelt, das zeigt auch der be quiet! Dark Rock Pro 6, der sich statt auf monströse Ausmaße für die maximale Kühlleistung auf andere Merkmale fokussiert: Optik und „Features“.

be quiet! Dark Rock Pro 6 im Test: Der CPU-Kühler mit dem optionalen Passiv-Modus
be quiet! Dark Rock Pro 6 im Test: Der CPU-Kühler mit dem optionalen Passiv-Modus

Der neue Semi-Passiv-Betrieb im Quiet!-Modus ist dabei in der Tat eine interessante Ergänzung. Nüchtern betrachtet brauchte es diesen nicht. Denn auch die niedrigste vor dem Abschalten anliegende Drehzahl von circa 400 U/min ist als absolut unhörbar zu bezeichnen. Aber den CPU-Lüfter in einem System mit Glasseitenwand bei niedrigen Temperaturen, die das Mainboard mit weniger als ~40 % PWM quittiert, stillstehen zu sehen, hat durchaus etwas. Das Monitoring des CPU-Kühlers muss im BIOS dafür allerdings deaktiviert werden – und bleibt es damit auch dauerhaft.

Optisch setzt der Dark Rock Pro 6 auf ein geschlossenes, komplett in Schwarz gehaltenes Design – ohne Display, ohne RGB und ohne Braun. Aber kauft man CPU-Kühler auch der Optik wegen? Mit Sicherheit und wenn die Kühlleistung passt.

Und wie fällt sie aus? Nicht herausragend, das zeigt der Abstand zum NH-D15 G2 und auch die anderen Kühler im Vergleich hängt der Dark Rock Pro 6 nicht ab. Seine Stärke liegt dabei eher im niedrigen Drehzahlbereich als im hohen, was zum Motto „be quiet!“ durchaus passt. Ein schlagendes Argument für den Kauf ist die Kühlleistung des be quiet! Dark Rock Pro 6 nicht.

Die Preisempfehlung für den Dark Rock Pro 6 liegt bei rund 109,90 Euro, im Handel ist der Kühler aber bereits ab 93 Euro zu bekommen. Dieselbe Kühlleistung (lautstärkenormiert) gibt es zum Beispiel beim Arctic Freezer 36 A-RGB deutlich günstiger, wenn auch mit bei sehr niedriger Drehzahl „lauteren“ Lüftern, eine viel höhere Kühlleistung kostet beim Noctua NH-D15 G2 noch einmal deutlich mehr.

Abschließend betrachtet, ist der be quiet! Dark Rock Pro 6 ein weiterer Kühler zwischen den Polen „günstig und gut“ und „extrem teuer und saustark“, der mit seinen guten Lüftern einen guten Job macht, aber auch auf Optik, Marke und den Modus-Umschalter inklusive Semi-Passiv-Betrieb setzen muss, um den Zuschlag in der Masse der Angebote zu erhalten. Immerhin: Er bringt diese Argumente mit.

  • Kühlleistung/Lautstärke ausgewogen
  • Lüfter lautlos bei niedriger Drehzahl
  • Verarbeitungsqualität
  • Lieferumfang und Anleitung
  • Proprietärer Lüfter(-Rahmen)

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