Digital Business & Startups
admark.ai, Bierbommel, LUBELL, Andenkraft, eezee, CONCARD treten vor die Löwen
#DHDL
Die Löwen brüllen wieder! An diesem Montag geht es bei Vox erneut in “Die Höhle der Löwen”. In der aktuellen Folge pitchen admark.ai, Bierbommel, LUBELL, Andenkraft, eezee und CONCARD.

In der erfolgreiche VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) dreht sich in der mittlerweile 19. Staffel wieder alles um spektakuläre Geschäftsideen, außergewöhnliche Pitches und umkämpfte Deals. Zur Löwen-Jury gehören in dieser Frühjahrs-Staffel der Regal-Löwe Ralf Dümmel, die Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler, der Sales-Löwe Carsten Maschmeyer, die Beauty-Löwin Judith Williams, die Familien-Löwin Dagmar Wöhrl und der Startup-Löwe Frank Thelen.
Die DHDL-Startups der Woche
admark.ai aus Schwarzenbek
Mit gerade einmal 18 Jahren steht Christopher Luis Zoellner in der „Höhle der Löwen“ und tritt damit in die Fußstapfen seines Bruders Davis, der bereits 2021 Investor Carsten Maschmeyer überzeugen konnte. Christopher präsentiert admark.ai, eine KI-gestützte Plattform für datenbasiertes Social-Media-Marketing „Made in Germany“ – entwickelt, wie er selbst sagt, im Kinderzimmer. Für den Ausbau seines Unternehmens fordert der junge Gründer 200.000 Euro für 20 Prozent der Anteile. Die Idee entstand aus eigener Praxis: Als Teenager baute Christopher erfolgreiche Instagram-Accounts mit bis zu 200.000 Followern auf und entwickelte daraus ein skalierbares Tool für Unternehmen. admark.ai analysiert Inhalte für Instagram, Facebook und LinkedIn, vergibt Erfolgsscores und liefert Optimierungsvorschläge zu Text, Emojis sowie Bild- und Videoinhalten. „Ich möchte Social-Media-Marketing messbar erfolgreicher machen. Automatisiert, datenbasiert und aus Deutschland“, erklärt der Gründer selbstbewusst. Der Pitch sorgt für Diskussionen: Während einige Löwen den KI-Ansatz kritisch hinterfragen, zeigen sie sich zugleich beeindruckt von Alter, Mut und Ehrgeiz des Jungunternehmers. Ob der junge Gründer den kritischen Fragen standhält und einen Löwen von admark.ai überzeugt?
Battle-Pitch
Auch in dieser Staffel gibt es wieder den Battle-Pitch: Zwei Gründer(-teams) treten dabei im jeweils einminütigen Kurzpitch gegeneinander an – doch nur eines von beiden bekommt die Chance, den Löwen sein Produkt in voller Länge zu präsentieren. Wer darf um einen Deal kämpfen und wer muss „Die Höhle der Löwen“ sofort wieder verlassen?
Bierbommel aus Castrop-Rauxel
Dr. med. Heinz von Gersum (55)
Angebot: 60.000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile
Produkt: Bierbommel für sicheren Bechertransport im Stadion
LUBELL aus Offenberg
Lisa Hennrich (35)
Angebot: 100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile
Produkt: LUBELL, ein duftspendendes Armband
Andenkraft aus Oldenburg
Justinian Emanuel Gomes Moreno (34), der Gründer von Andenkraft, stellt eine natürliche Zuckeralternative auf Basis der Yaconwurzel aus den peruanischen Anden vor – einer Pflanze, die seit Jahrhunderten für ihre verdauungsstärkenden Eigenschaften geschätzt wird. Gemeinsam mit Kleinbauern aus Peru bringt Justinian die Yaconwurzel als Sirup und Haselnusscreme nach Europa – gesüßt ohne Industriezucker, palmölfrei und mit deutlich reduziertem Zuckergehalt. Yacon enthält präbiotische Ballaststoffe, die die Darmflora unterstützen können und dabei angenehm süß schmeckt. „Dieses Wissen wurde in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben“, sagt der Gründer. Heute steht seine ganze Familie hinter Andenkraft, von seiner Mutter bis zu seiner 96-jährigen Urgroßmutter. Seine Mutter Rosa serviert die Produkte persönlich in der Höhle und sorgt für einen emotionalen Moment. Geschmacklich überzeugt Andenkraft die Löwen, doch sie stellen kritische Fragen: hoher Preis, erklärungsbedürftiges Produkt und hoher Marketingaufwand. Reicht die Kombination aus persönlicher Geschichte, funktionalem Mehrwert und wachsendem Gesundheitsbewusstsein für ein Investment? Für 60.000 Euro bietet er 20 Prozent seines Unternehmens an.
eezee aus March-Hugstetten bei Freiburg
Was als ruhiger Familienpitch beginnt, entwickelt sich zu einem der nervenaufreibendsten Momente der Staffel – für Gründer und Löwen. Das Produkt: eezee, eine einfache, aber revolutionäre Lösung für perfekt gezogene Silikonfugen. Sandra (47), Heiko (59) und ihr Sohn Tom-Lewis (21) Geffers treten als echtes Familienunternehmen aus der Nähe von Freiburg an. Über 20 Jahre führten Sandra und Heiko einen erfolgreichen Heizungs- und Sanitärbetrieb mit rund 50 Mitarbeitenden. Die Idee zu eezee entstand direkt aus dem Arbeitsalltag: ungleichmäßige oder gar rissige Fugen, unzufriedene Kunden und ein bislang ungelöstes Problem. Gemeinsam mit ihren Kindern entwickelten sie eine flexible Fertigfuge, die Profis wie Heimwerkern saubere Ergebnisse ermöglicht. Um sich voll auf eezee zu konzentrieren, verkauften sie ihren Handwerksbetrieb. „Das war kein leichter Schritt, aber wir wollten alles auf diese Idee setzen“, erklären Heiko und Tom-Lewis. eezee ist bereits am Markt und verkaufte innerhalb weniger Monate mehrere tausend Produkte. Den Löwen wird schnell klar: Das ist kein Nischenprodukt, sondern ein universeller Problemlöser. Es folgt ein emotionaler Schlagabtausch mit mehreren Angeboten und sogar am Ende ein Kombi-Deal von drei Löwen – die Familie steht vor einer der schwersten Entscheidungen ihres Unternehmerlebens…
CONCARD aus Karlsruhe
„Ist das hier ‚Verstehen Sie Spaß?’“ Bei diesem Produkt kann Judith Williams ihren Augen nicht trauen. Getreu dem Motto „Sex sells“ kommt der 23-jährige Gründer Patrick Beyer von CONCARD direkt zur Sache. Sein Produkt: eine Kondomschutzhülle fürs Portemonnaie. Sein Angebot: ein Quickie! Auslöser war eine persönliche Erfahrung: Ein falsch aufbewahrtes Kondom riss. Daraus entstand CONCARD, eine besonders flache Hülle, die Kondome seitlich aufnimmt und durch umliegende Karten vor Reibung, Quetschung und spitzen Gegenständen schützt. Safer Sex soll so wirklich „safe“ werden, auch in spontanen Momenten. Der Pitch löst regelrechtes Löwengebrüll aus. Judith Williams hält das Produkt für das „Uninvestierbarste“, das sie je in der Sendung gesehen hat. Teilen die anderen Löwen ihre Meinung oder lassen sie sich auf den Quickie-Deal ein?
Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.
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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer
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„Hogwarts für Hacker“: So gründete Thomas Bachem die Code University
Keine klassischen Vorlesungen und Klausuren: An der Code-Hochschule in Berlin arbeiten Studierende von Tag eins an eigenen Projekten. Thomas Bachem erzählt, wieso er sie gegründet hat.
Eine Hochschule ohne klassische Vorlesungen, Klausuren oder Anwesenheitspflicht: Stattdessen arbeiten Studierende vom ersten Tag an in Teams an eigenen Projekten und gestalten ihren Studienalltag selbst. Alles ist so darauf ausgelegt, dass Studierende schon während des Studiums gründen. So lässt sich das Konzept der Code University of Applied Sciences in Berlin-Neukölln einfach zusammenfassen.
Die Code ist eine staatlich anerkannte, aber private Hochschule mit Fokus auf Tech und Produktentwicklung. Studieren kann man hier im Bachelor und Master. Zum Beispiel: „Software Engineering“, „Business Management & Entrepreneurship“ oder „Innovation Design“.
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„Ich wollte ein Hogwarts für Hacker schaffen und für innovativ denkende junge Menschen“, sagt Thomas Bachem in der neuesten Folge unseres Podcasts Royal GS. Bachem gründete die Hochschule 2016 gemeinsam mit Manuel Dolderer und Jonathan Rüth, nachdem er bereits 2012 den Deutschen Startup-Verband ins Leben gerufen sowie mehrere Startups gegründet und zum Exit geführt hatte.
Warum Thomas Bachem eine Hochschule gründen wollte
Bachem selbst hat BWL an einer privaten Hochschule in Köln studiert, der Cologne Business School. Er wollte bewusst nicht Informatik oder Mathematik studieren, sagt er. Das sei ihm zu theoretisch gewesen. So eignete er sich den Wirtschaftsbackground an und lernte Programmieren durch Peer-Groups an der Uni und Online-Communities. Davon habe er immer am meisten profitiert. Deswegen wollte Bachem selbst eine Community schaffen, in die laut ihm „wirklich hochtalentierte junge Leute hinkommen“.
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Dafür brauchte er einen Ort. Und da kam nur eine eigene Hochschule in Frage, denn viele wollen nach dem Abi studieren und einen Uni-Abschluss machen. Ein alternatives Bildungsangebot ohne einen möglichen Abschluss sei deswegen nicht in Frage gekommen, „dann verpasst du viele der absoluten Top-Shots“, sagt Bachem. „Und ich wollte halt auf keinen Fall eine mittelmäßige Community für Top-Talente schaffen.“
Am Anfang gab es viel Misstrauen
Also gründete er die Code – keine leichte Aufgabe. Eine Hochschule in Deutschland gründet man nicht einfach so. Es braucht sowohl eine staatliche Anerkennung als auch die Akkreditierung der Studiengänge, damit die Abschlüsse gültig sind.
Am Anfang seien Bachem und seine Mitgründer bei der Berliner Verwaltung auf viel Misstrauen gestoßen. „Ich war 30 und wollte eine Uni gründen. Meine beiden Mitgründer, die hatten beide lange Haare zum Zopf zusammengebunden. Und wir kamen da so rein. Die hatten uns wirklich gar nicht ernst genommen“, sagt Bachem.
Dann sei er über sein politisches Netzwerk gegangen und habe schließlich auch die Verwaltung überzeugt, erzählt er. Dort habe man erkannt, dass die Gründer Bildung verändern wollten und nicht auf Profit aus seien.
Hochschule wie ein Startup aufbauen
Neben einem Lernkonzept erstellten Bachem und seine Mitgründer für die Code einen Businessplan und sammelten Geld von Privatpersonen ein. Das Modell der Code beschreibt Bachem als Social Entrepreneurship – die Hochschule muss sich finanziell selbst tragen können. „Das heißt, wir haben die Code auf dem Papier als GmbH gebaut und haben auch die Finanzierungsrunden gemacht, so wie bei anderen Startups“, sagt er. „Ich habe aber sehr offen allen gesagt: Das hier ist ein Impact-Thema für mich. Das Geld ist nicht weg, aber es wird wahrscheinlich auch nicht zurückkommen und schon gar nicht als Vielfaches.“
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Zu Beginn unterstützten 26 Menschen aus der Startup-Bubble den Aufbau der Hochschule – teils auch finanziell. Dazu zählen unter anderem Florian Heinemann, Founding Partner beim VC Project A, Rolf Schrömgens, Gründer von Trivago, Unternehmer Benjamin Otto und Udo Schlömer, Gründer der Factory.
Bachem habe die Erfahrung gemacht, dass Fundraising für Bildung in Deutschland schwierig ist. Aber: „Unternehmer lieben es vor allem, wenn sie das Saatkorn säen können für etwas, was dann ungleich viel größer wird“, sagt Bachem. „Und ob das dann ihnen auch noch ungleich viel mehr Geld bringt oder nicht, das ist im Zweifelsfall gar nicht so entscheidend, wenn die Summen für sie relativ gesehen nicht so groß sind.“
Trust Fund
2023 allerdings wurde das Geld knapp bei der Code, erzählt Bachem. Die Wirtschaftskrise habe sich auch in der Startup-Szene bemerkbar gemacht. Die Verantwortung, dauerhaft Geld einzusammeln, um die Hochschule am Laufen zu halten, habe ihn stark belastet. Zwischenzeitlich lag Bachem gar im Krankenhaus, erzählt er.
Ende 2023 entschied er sich deswegen dazu, seine Anteile an der Code, die bei 50 Prozent lagen, auf fünf weitere Leute aufzuteilen – und damit auch die Verantwortung. Zu den fünf Leuten gehören laut Bachem: Schrömgens, Heinemann, Unternehmer Stephan Schambach, Flix-Gründer Daniel Kraus und Unternehmerin Petra Becker.
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Mittlerweile sind alle drei Gründer der Code auch nicht mehr operativ im Tagesgeschäft eingebunden – und das findet Bachem auch gut so. „Durch den Weggang von uns Gründern öffnen sich Räume, die von anderen gefüllt werden können.“
Angefangen mit 80 Studierenden, zählt die Code heute mehr als 600 Studierende, von denen laut Bachem zehn Prozent ein Startup oder eine Agentur gründen. „Wir haben in Summe mittlerweile weit mehr als 120 Gründungen“, sagt Bachem.
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5 brandneue Kölner Startups, die wir im Blick behalten
#Brandneu
Die Kölner Startup-Szene bleibt dynamisch. Hier sind erneut einige der vielversprechendsten, vor allem noch jungen Kölner Gründungen, die wir genauer verfolgen. Dazu gehören: O App, Reiner AI, Magister Compliance Safety, Soforce und eternal.ag.

In Köln und Umgebung lässt es sich gut leben, feiern und gründen. Auch in den vergangenen Wochen und Monaten sind wieder spannende neue Startups in der Domstadt entstanden. Einige Unternehmen davon stellen wie an dieser Stelle einmal vor.
O App
Hinter O App verbirgt sich ein ganzheitliche AI-Health App. „Die O App denkt Körper, Psyche und Emotionen gemeinsam und betrachtet dich als ganzen Menschen und nicht nur deine Symptome. Unsere KI erkennt Zusammenhänge und Ursachen in Sekundenschnelle und hilft dir personalisiert gesund zu sein“, erklärt das Team der Gründer Martin Bressem und Guido Gasper.
Reiner AI
Die noch junge Firma Reiner AI bietet eine „KI-Plattform für Engineering-, Planungs- und Architekturteams, die dabei hilft, die Art und Weise neu zu denken, wie Infrastruktur gebaut wird“. Das Startup aus Köln wird von den Studydrive-Gründern Sven Gasper und Philipp Mackeprang vorangetrieben.
Magister Compliance Safety
Bei Magister Compliance Safety, von Andrey Yarizov, Alexandra Hoffacker und Alexander Fahl ins Leben gerufen, handelt es sich um eine „all-in-one Plattform für Forschende und Laboranten, welche maßgeblich dazu beiträgt, die Compliance Lücke zwischen Mensch und praktischer Lehre zu schließen“. “Wir digitalisieren die Arbeitssicherheit an Hochschulen“, teilt das Team mit.
Soforce
Das AI-Startup Soforce, von Lukas Wrede und Alexander Krost auf die Beine gestellt, ermöglicht es operativen Teams, Arbeitsabläufe mit integrierter Kontrolle, Verantwortlichkeit und Zuverlässigkeit zu automatisieren. „Built for organizations taking a thoughtful approach to AI“, so das Unternehmen.
eternal.ag
eternal.ag aus Köln, von Renji John und Sherry Kunjachan an den Start gebracht, möchte autonome Ernteroboter für Gewächshäuser etablieren. „We remove the biggest risk in greenhouse operations: uncertainty of labor. Our autonomous robots handle hard, repetitive crop work, around the clock“, heißt es zum Konzept.
Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness
In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

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Foto (oben): Shutterstock
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„Alles ist möglich“: So bauen zwei Freunde mit KI ein Software-Startup
Vom Eierverkauf zum eigenen Software-Startup: Zwei Gründer zeigen, wie aus einer Schulchallenge ein Agritech-Unternehmen entsteht.
Alles habe mit einer ungewöhnlichen Challenge in der Schulzeit begonnen, berichten die Gründer Jonas Nolte und Lenn Hoffmann. Sie stellten sich regelmäßig kleine Aufgaben, um sich gegenseitig herauszufordern.
So sollte Hoffmann aus seiner Komfortzone herausgehen und die Eier aus dem Hühnergarten seiner Nachbarn in der Umgebung verkaufen. Parallel dazu bekam Nolte die Challenge, sich selbst das Programmieren beizubringen. „Er ist alle Eier losgeworden. Und ab dieser Woche kam dann keine Woche mehr, in der wir keine Eier verkauft haben“, sagt Nolte im Interview. Diese Aufgaben wurden später die Grundlage für das erste gemeinsame Unternehmen der beiden Freunde.
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Aus diesem Schulprojekt entwickelte sich nach und nach ein regionaler Lieferservice. Unter dem Namen „Bauer-Lieferant“ begannen die beiden, Lebensmittel von lokalen Bauernhöfen direkt an Kundinnen und Kunden zu liefern. Mit der Zeit erweiterten sie ihr System und entwickelten eine eigene Software zur Organisation von Bestellungen, Routen und Lagerprozessen.
Heute arbeiten sie zusätzlich an einer Software zur Digitalisierung landwirtschaftlicher Betriebe. Das Ziel ist es, Abläufe zu automatisieren und Landwirten mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit zu verschaffen, sagen sie.
Der erste Kontakt mit „Vibe Coding“
Parallel dazu haben die Gründer begonnen, mit einem neuen Entwicklungsansatz zu arbeiten, der in der Tech-Szene zunehmend diskutiert wird: Die Rede ist von „Vibe Coding“. Damit ist ein Vorgehen gemeint, bei dem Software nicht mehr ausschließlich klassisch Zeile für Zeile programmiert wird, sondern stärker durch Ausprobieren, Feedback und schnelle Anpassungen mit KI-Unterstützung entsteht.
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Nolte beschreibt, dass er Programmieren ursprünglich ohne diese Möglichkeiten gelernt habe, sondern ausschließlich über YouTube-Tutorials. Der Einstieg sei entsprechend schwierig gewesen. „Ich hatte niemanden, der mir das erklären konnte. Ich hatte wirklich einfach nur YouTube-Tutorials“, sagt er. Auch später sei der Lernprozess sehr zeitintensiv gewesen. „Allein, um mal überhaupt die Entwicklungsumgebung zum Laufen zu bringen, habe ich eine Woche gebraucht.“ Und auch Fehler hätten lange gedauert: „Ich habe teilweise drei Monate gebraucht, um irgendwelche Bugs herauszufinden.“
Trotzdem habe er weitergemacht und dabei gelernt, „dass wirklich jeder Bug und jedes Feature lösbar ist, wenn man einfach nur dranbleibt.“ Der Wendepunkt sei später ein Hackathon gewesen. Dort habe er erstmals KI-gestützte Entwicklung genutzt. „Das war mein erster Aha-Moment“, sagt er. „Ich habe die ganze Nacht dann durchgecodet. Und meinen ersten Wow-Vibe-Coding-Effekt gehabt.“
Schneller bauen, anders denken
Durch den Einsatz von KI habe sich vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklung verändert. Laut Nolte könnten viele Softwareaufgaben heute deutlich schneller umgesetzt werden als früher: „Man kann gerade unglaublich schnell Software entwickeln.“ Auch die Denkweise habe sich verschoben. Statt einzelne Features stark zu begrenzen, gehe es heute stärker darum, ideale Systeme zu entwerfen und diese schnell zu testen. „Früher musste man genau abwägen, welches Feature wirklich nötig ist. Heute kann man eher überlegen: Wie würde das perfekte System aussehen?“
Nolte sagt, er entwickelt zuerst eine Version und zeigt sie anschließend seinem Co-Founder. „Oft ist es auch so, dass ich einfach mal was erstelle und es dann Lenn zeige. Er kritisiert es dann auch oft und wir bauen es so lange um, bis es passt.“ Auch Nutzerfeedback spielt laut dem Gründer eine zentrale Rolle: „Wir versuchen jedes Feedback, was wir kriegen können, mitzunehmen.“
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Für die Entwicklung nutzten die Gründer mehrere KI-Tools, darunter “Claude Code, Superpowers, Antigravity, CMUX und Wispr Flow.” Beim Arbeiten mit KI sei strukturiertes Prompting wichtig. Sie nutzten dafür Frameworks wie GSD oder Superpowers, um klar strukturierte Aufgaben zu formulieren. Grundsätzlich gelte jedoch, dass ein Problem selbst erst verstanden wird, bevor es automatisiert werde. KI werde vor allem für die Generierung von Claude Code eingesetzt.
Grenzen von Vibe Coding
Eine der größten Herausforderungen sieht Nolte aktuell im Testprozess. KI könne Software erstellen, aber sie ist noch nicht gut genug darin, komplexe Systeme vollständig zu testen und abzusichern. Dadurch bestehe das Risiko, dass Fehler unbemerkt ins Gesamtsystem gelangen.
„Alles ist möglich heutzutage“
Für Nolte hat sich durch Vibe Coding vor allem eines verändert, und zwar die Einschätzung dessen, was machbar ist. „Alles ist möglich heutzutage“, sagt er. Sein Rat ist entsprechend pragmatisch: „Ich würde wirklich jedem empfehlen, das einfach mal auszuprobieren und eine eigene Webseite zu bauen. Wenn man sich zwei Stunden hinsetzt und eine Schnapsidee umsetzt, bekommt man ein richtig gutes Gefühl dafür, was alles machbar ist.“
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