Künstliche Intelligenz
Aus dem Weg! E-Scooter Navee UT5 Max mit Kuhfänger und brachialer Power im Test
Der Navee UT5 Max protzt mit 2400 W Spitzenleistung, 12-Zoll-Reifen und hydraulischer Vollfederung bei 34 kg. Außerdem hat der E-Scooter einen Rammschutz.
Mit dem UT5 Max greift Navee nun ganz oben an. Der E-Scooter tritt gegen Schwergewichte wie den Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) und den Vmax VX2 Hub (Testbericht) an. Während der G3 D 2000 W Spitzenleistung bietet, legt Navee mit 2400 W noch eine Schippe drauf. Die 12-Zoll-Reifen sind in dieser Klasse ohnehin selten.
Aktuell kostet der UT5 Max ab 949 Euro bei Expert. Damit positioniert sich der E-Scooter im Premium-Segment. Weitere Vergleichsmodelle finden sich in unserer Top 10: Die besten E-Scooter im Test. Ob das massive Gefährt seinen Preis rechtfertigt, klärt unser Praxistest.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau gelingt schnell. Vier Schrauben fixieren den Lenker, das Werkzeug liegt bei – fertig. Allerdings erschwert das hohe Gewicht das Auspacken aus dem Karton. Ein Helfer ist hier Gold wert. Vor der ersten Fahrt zwingt der Navee UT5 Max den Käufer zur Registrierung über die App. Ohne diese piept das Gerät nur und verweigert die Mitarbeit.
Optisch zeigt sich der E-Scooter auffällig und aggressiv. Die kantige Linienführung wirkt erwachsen. Besonders martialisch fällt der Kuhfänger an der Front auf – wer sich an dem Rammschutz das Schienbein stößt, dürfte das so schnell nicht vergessen. Die großen 12-Zoll-Reifen unterstreichen den massiven Auftritt.
Navee UT5 Max Bilder
Die Verarbeitung überzeugt weitgehend. Der Stahlrahmen vermittelt Stabilität und scheint einiges auszuhalten. Mit einem zulässigen Fahrergewicht von beeindruckenden 150 kg gehört der UT5 Max zu den robustesten E-Scootern auf dem Markt. Zum Vergleich: Selbst der Segway Ninebot Max G3 D begnügt sich mit 130 kg.
Das Trittbrett misst üppige 22 cm in der Breite und fällt auch in der Länge großzügig aus. An der Lenkstange wartet ein Haken auf Einkaufstüten. Ein kleines, aber im Alltag nützliches Detail.
Der größte Kritikpunkt ist das Eigengewicht. Mit 34 kg gehört der UT5 Max zu den schwersten E-Scootern überhaupt. Selbst der ohnehin kräftige Egret Ey! 1 (Testbericht) wirkt mit knapp 30 kg dagegen schlank. Wer den E-Scooter regelmäßig tragen muss, bekommt hier ein Problem.
Klappmechanismus
Der Klappmechanismus funktioniert tadellos. Sicherungshebel lösen, Lenkstange nach hinten klappen und am Haken des hinteren Trittbretts einrasten – das war’s. Die Bedienung gelingt einhändig. Die Verriegelung hält fest, sodass sich der Scooter anschließend an der Lenkstange anheben lässt.
Aufgeklappt misst der UT5 Max stattliche 125 × 62 × 136 cm, zusammengeklappt schrumpft die Höhe immerhin auf 64,5 cm. Wegen des hohen Gewichts und der sperrigen Bauweise bleibt der Transport in der Bahn oder über Treppen dennoch ein Krampf. Für mobile Pendler ist dieser E-Scooter daher die falsche Wahl.
Lenker & Display
Der hohe Lenker eignet sich besonders gut für große Fahrer. Kleinere Personen könnten den UT5 Max insgesamt als zu wuchtig empfinden. Die Bedienelemente sitzen logisch angeordnet und sind gut erreichbar.
Mittig sitzt das 5-Zoll-LED-Display. Es zeigt alle wichtigen Informationen großflächig an: Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrmodus und Bluetooth-Status. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar.
Beim Thema Sicherheit punktet der E-Scooter mit Blinkern vorn und hinten. Die zusätzlichen Heckblinker erhöhen die Sichtbarkeit gegenüber reinen Lenkerblinkern deutlich. Hier sind viele Konkurrenten – darunter auch der Segway Ninebot Max G3 D – schlechter aufgestellt. Aktiviert werden die Blinker über die Lenker-Bedienelemente. Eine automatische Abschaltung nach dem Abbiegen fehlt. Das akustische Blinkergeräusch lässt sich bei Bedarf über die App deaktivieren.
Der 6-W-Frontscheinwerfer leuchtet hell und ist vertikal verstellbar. So passt der Abstrahlwinkel zur Fahrsituation, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Ein Helligkeitssensor schaltet das Licht bei Dämmerung automatisch ein. Diese Funktion muss allerdings zunächst in der App aktiviert werden – eine unnötige Hürde. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf und warnt nachfolgende Verkehrsteilnehmer.
App
Ohne App geht nichts. Die Registrierung ist zwingend, was nicht jedem schmecken dürfte. Anschließend bietet die Anwendung ein umfangreiches Funktionspaket. Nutzer können Fahrstatistiken einsehen und die Stärke der Rekuperation anpassen. Die Startgeschwindigkeit lässt sich zwischen 3, 4 und 5 km/h wählen.
Navee UT5 Max Screenshot
Eine praktische Funktion ist das geplante Laden. Damit füllt sich der Akku zu günstigen Stromzeiten – mehr Tipps für günstigen Strom liefert unser Stromtarifrechner. Ein Batteriesparmodus verlängert die Akkulaufzeit. Sicherheitsbewusste Nutzer aktivieren einen PIN-Code, der direkt am Scooter eingegeben werden muss. Alternativ funktioniert die Entsperrung per Bluetooth, sobald sich das Smartphone in Reichweite befindet.
Bei Bedarf lässt sich auch die Traktionskontrolle deaktivieren. Apple-Nutzer profitieren von der Integration ins „Wo ist?“-Netzwerk. So ortet man den E-Scooter bei Verlust oder Diebstahl. Die App spielt Firmware-Updates per OTA automatisch ein.
Fahren
Der Fahrkomfort des UT5 Max ist hoch. Die großen 12-Zoll-Reifen und das hohe Gewicht sorgen für bemerkenswerte Laufruhe. Auch die Spurstabilität überzeugt. Kopfsteinpflaster und schlechte Wege verlieren ihren Schrecken. Selbst bei höherem Fahrergewicht bleibt der E-Scooter satt auf der Straße.
Die doppelte hydraulische Federung an Vorder- und Hinterrad hebt den Komfort deutlich über klassische Straßen-Scooter. Sie filtert kleine Unebenheiten zuverlässig. Große Schlaglöcher bleiben aber spürbar. Der Fokus liegt auf Komfort statt sportlicher Härte.
Beim Handling zeigt sich der Nachteil des massiven Aufbaus. Der UT5 Max ist weniger wendig als kompakte City-Scooter. Wer enge Kurven navigieren muss, stößt schnell an die Grenzen des Lenkeinschlags. Noch problematischer wird es beim Schieben mit ausgeschaltetem Motor – hier wirkt der E-Scooter regelrecht störrisch.
Ergonomisch passt der Scooter gut zu größeren Fahrern. Das große Trittbrett bietet auch für ausladende Füße sicheren Stand. Der hohe Lenker entlastet den Rücken auf langen Strecken. Längere Fahrten sind dank der komfortorientierten Abstimmung angenehmer als auf kleinen 10-Zoll-Scootern. Kleine, leichte Fahrer könnten sich vom wuchtigen Auftritt dagegen erschlagen fühlen.
Motor
Der Heckmotor liefert eine Dauerleistung von 500 W und eine beeindruckende Spitzenleistung von 2400 W. Damit übertrifft er den Segway Ninebot Max G3 D mit dessen 2000 W. Steigungen bis 39 Prozent soll der Motor laut Hersteller meistern. Bei schweren Fahrern oder niedrigem Akkustand sollte man realistisch mit weniger rechnen.
Die Beschleunigung ist im Vergleich zu klassischen 500-W-Scootern brachial. Wer den Gashebel beherzt drückt, sollte sich nach vorn lehnen. Sonst droht ein unfreiwilliger Wheelie. Im Stadtverkehr sorgt der starke Motor für souveränes Mitschwimmen und schnelles Anfahren an Ampeln.
Die deutsche Version ist auf 20 km/h begrenzt. Per GPS nachgemessen fährt der UT5 Max etwas schneller – alles im Rahmen der erlaubten 10-Prozent-Toleranz. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl: Gehmodus, D (Drive), S (Sport) und Boost. Letzterer entfesselt die volle Power.
Bremsen
Das Bremssystem kombiniert Scheibenbremsen vorn und hinten mit elektronischem E-ABS. Die Bremskraft greift kräftig und lässt sich gut dosieren. Allerdings verlängert das hohe Fahrzeuggewicht physikalisch den Bremsweg. Wer mit 34 kg plus Fahrer unterwegs ist, benötigt naturgemäß länger bis zum Stehen als auf einem leichten Pendler-Scooter. In Notsituationen stoppt der E-Scooter trotzdem zuverlässig.
Akku
Der UT5 Max setzt auf ein 46,8-Volt-System mit 716 Wh Kapazität. Die 18650-Zellen sind im 13s6p-Aufbau verbaut. Ein Wechsel ohne Werkzeug ist nicht möglich, der Akku ist fest eingebaut.
Navee verspricht bis zu 100 km Reichweite. Dieser Wert stammt jedoch aus dem Labor: leichter Fahrer, ebene Strecke, konstant niedrige Geschwindigkeit von etwa 15 km/h, optimale Temperatur. Im Alltag mit zügiger Fahrweise und 90 kg Zuladung sind realistisch 40 bis 60 km drin. Immer noch ein ordentlicher Wert.
Die Standardladezeit liegt bei rund 7 Stunden. Wer es eilig hat, greift zum optionalen 10-A-Schnellladegerät. Damit ist der Akku in etwa 2 Stunden voll.
Preis
Der Navee UT5 Max kostet aktuell ab 949 Euro bei Expert. Damit positioniert er sich in etwa auf Augenhöhe mit dem Segway Ninebot Max G3 D. Angesichts der Ausstattung mit 2400-W-Motor, hydraulischer Vollfederung, 12-Zoll-Reifen und 150 kg Zuladung geht der Preis in Ordnung.
Fazit
Der Navee UT5 Max ist ein Kraftpaket für alle, die einen E-Scooter ohne Kompromisse suchen. Der 2400-W-Motor liefert brachiale Beschleunigung. Hydraulische Vollfederung und 12-Zoll-Reifen sorgen für überdurchschnittlichen Fahrkomfort. Die Belastbarkeit von 150 kg macht ihn auch für schwere Fahrer interessant. Praktisch sind außerdem die Blinker vorn und hinten sowie die optionale Schnellladung in nur zwei Stunden.
Das hohe Eigengewicht von 34 kg bleibt der größte Kritikpunkt. Wer den Scooter regelmäßig tragen oder über Treppen wuchten muss, sollte zu einem leichteren Modell greifen. Auch die eingeschränkte Wendigkeit und der Registrierungszwang trüben das Bild leicht.
Für 949 Euro bekommt man dennoch einen der leistungsstärksten E-Scooter auf dem deutschen Markt. Wer Komfort, Stabilität und Power über alles stellt, findet im UT5 Max einen treuen Begleiter.
Künstliche Intelligenz
Smart Glasses werden immer dünner und leichter und setzen auf mehr Privatsphäre
Einige Hersteller von Smart Glasses haben die Datenschutzbedenken vieler Menschen offenbar verstanden. So bringt Solos spezielle Abdeckungen für Brillenmodelle mit Kameras, die die Linse komplett verbergen. Parallel dazu hat der Hersteller neue Smart Glasses ohne Kamera angekündigt, die besonders dünn und leicht sind. Während die bisherigen und ebenfalls Kamera-losen AirGo A5 je nach Gestell 36 bis 40 Gramm wiegen, bringen die neuen Solos AirGo A6 ohne Gläser nur noch 19 Gramm auf die Waage.
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Die im letzten Monat vorgestellten Meta Glasses, die sich vom Ray-Ban-Design lösen und günstiger werden, kommen noch auf 54 bis 60 Gramm, besitzen aber auch Kameras. Diese Brillenfunktion kommt bei umstehenden Personen aber oft nicht gut an, die heimliche Aufnahmen und mögliche Gesichtserkennung befürchten. In der EU geraten Kamerabrillen deshalb zunehmend ins Visier von Datenschützern und Parlamentariern.
Das betrifft die neuen Solos AirGo A6 aber nicht, denn dieses Brillenmodell setzt komplett auf KI-unterstützte Sprachsteuerung. Ein integrierter KI-Assistent beantwortet Fragen, reagiert auf Sprachbefehle, bietet Übersetzungen in Echtzeit und erinnert an Termine. Der Nutzer hört dies über den Lautsprecher hinter den Ohren. Auch Musikhören und Telefonate sind damit möglich. Die AirGo A6 können mit Korrekturgläsern ausgestattet werden, aber der Preis und ein Termin für die Markteinführung stehen laut The Verge bislang nicht fest.

Solos AirGo A6
(Bild: Digital Trends)
Zwar bietet Solos etliche Brillenmodelle ohne, aber auch einige mit Kameras an, etwa die Ende 2024 als Konkurrenz zu Ray-Ban Meta eingeführten Solos AirGo V Smart Glasses mit ChatGPT. Mittlerweile ist der Nachfolger, die letztes Jahr vorgestellten AirGo V2, im Handel für 267,48 Euro verfügbar. Das ist derselbe Preis wie der Vorgänger, aber die neuen AirGo V2 bieten eine höhere Kameraauflösung und unterstützen auch Videoaufnahmen. Die Akkulaufzeiten sollen vergleichbar sein, aber die Einstufung von Wasser- und Staubschutz sinkt von IP67 der AirGo V auf IP54 beim Nachfolger.
Für die AirGo V2 bietet Solos jetzt ein sogenanntes Datenschutz-Kit an. Dazu gehören durchsichtige Rahmen, die zeigen sollen, dass keine Elektronik darin versteckt ist, eine Abdeckung für die Kamera, sodass keine Bild- und Videoaufnahmen mehr möglich sind, sowie ansteckbare Sonnenschutzgläser. Das Zubehör ist auch einzeln erhältlich, aber alle drei werden zusammen für 79 US-Dollar angeboten. Der Euro-Preis ist bislang nicht bekannt.

Solos AirGo V2 Privacy Kit
(Bild: Gizmodo)
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(fds)
Künstliche Intelligenz
IBM bringt den Mainframe fürs Rack
IBM ergänzt seine Mainframe-Plattform z17 um neue kompakte Hardwarevarianten und erweitert das Softwareangebot für KI, Sicherheit und Systemverwaltung. Neu sind unter anderem ein Single-Frame-System, ein Rack-Mount-Bundle, ein verbrauchsabhängiges Preismodell für zIIP-Kapazität sowie neue Verwaltungs- und Modernisierungswerkzeuge. Außerdem aktualisiert IBM zahlreiche bereits verfügbare Produkte mit zusätzlichen Funktionen.
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Den z17 hatte IBM im April 2025 als aktuelle Mainframe-Generation vorgestellt. Im Mittelpunkt standen der Telum-II-Prozessor mit integrierter KI-Beschleunigung sowie der später verfügbare Spyre Accelerator für generative KI.
Kompaktere Hardware und neue Infrastruktur
Komplett neu sind das Single-Frame-System z17 ME2 sowie das Rack-Mount-Bundle z17 MER. Sie sind für Kunden gedacht, denen im Rechenzentrum weniger Stellfläche zur Verfügung steht oder die Mainframes leichter in bestehende Rechenzentrumsumgebungen integrieren wollen. Die neuen Systeme sollen ab dem 12. August 2026 verfügbar sein.
Zur Hardware gehören außerdem neue Netzwerkoptionen. Ein integrierter 100-Gigabit-Ethernet-Adapter soll den Datenaustausch mit anderen Systemen beschleunigen. Für Managementumgebungen führt IBM zudem neue 1-Gigabit-Netzwerkadapter ein. Hinzu kommen neue DPU-Funktionen (Data Processing Unit), die Datenbewegungen und I/O-Aufgaben von den Hauptprozessoren entlasten sollen.
Auch die Hardwarekonfiguration wird flexibler. IBM verspricht eine bessere Ausnutzung des Rack-Platzes im Single-Frame-System, weniger benötigte I/O-Komponenten und mehr Spielraum für kundeneigene Hardware im Rack.
Mehr KI direkt auf dem Mainframe
IBM baut die KI-Funktionen der Plattform weiter aus. Das AI Toolkit für IBM Z und LinuxONE unterstützt künftig zusätzlich Embedding- und Encoder-Modelle wie BERT. Solche Modelle erzeugen semantische Repräsentationen von Texten und bilden die Grundlage für Aufgaben wie semantische Suche, Dokumentenanalyse oder Retrieval-Augmented Generation (RAG), bei der Sprachmodelle mit unternehmenseigenen Informationen ergänzt werden.
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Der watsonx Assistant for Z erhält neue Agentenfunktionen, Multi-Tenancy sowie Unterstützung für weitere Granite-Modelle. IBM erweitert außerdem den AI Optimizer for IBM Z und LinuxONE, der eine vorkonfigurierte Laufzeitumgebung für KI-Inferenz bereitstellt. Sie bündelt Betriebssystemkomponenten, Containerlaufzeit, Überwachung und Modellverwaltung in einem vorinstallierten Softwarepaket.
Für Datenanalysen ergänzt IBM den Db2 Analytics Accelerator um direkt angebundene NVMe-SSDs. Das soll analytische Abfragen beschleunigen. Außerdem erweitert das Unternehmen SQL Data Insights Pro sowie Data Gate, das Daten aus Db2, IMS oder VSAM nahezu in Echtzeit in Cloud-Umgebungen synchronisieren kann.
Verwaltung und Modernisierung
Für den Betrieb der Systeme führt IBM ein verbrauchsabhängiges Preismodell für zIIP-Kapazität ein. zIIPs sind Spezialprozessoren, die bestimmte Workloads wie Datenbank-, Java- oder Analyseaufgaben ausführen und Lizenzkosten für reguläre Prozessorkapazität reduzieren können. Künftig soll sich diese Kapazität flexibler nach tatsächlicher Nutzung beziehen lassen.
Neu ist außerdem IBM COBOL Elevate for z/OS. Die Software soll bestehende COBOL-Anwendungen analysieren, den Umstieg auf aktuelle Compiler unterstützen und Optimierungsvorschläge direkt im Quellcode liefern. KI soll dabei helfen, notwendige Anpassungen schneller zu identifizieren.
Mit Project Polaris startet IBM zudem ein Technology-Preview-Programm für eine modernisierte z/OS-Verwaltung. Statt klassischer Administrationswerkzeuge nutzt Polaris APIs, YAML-Konfigurationen und KI-gestützte Assistenten. Ziel ist es, den Betrieb stärker an DevOps- und Cloud-Workflows anzulehnen.
Sicherheit mit Blick auf Post-Quanten-Kryptografie
Auch im Sicherheitsbereich erweitert IBM bestehende Funktionen. Der Crypto Express 8S unterstützt zusätzliche Post-Quanten-Algorithmen wie ML-KEM und ML-DSA. Damit sollen sich Unternehmen schrittweise auf künftige kryptografische Verfahren vorbereiten.
Neu sind außerdem Erweiterungen für den Unified Key Orchestrator, Verbesserungen bei IBM Confidential Computing sowie zusätzliche Funktionen für die zSecure-Produktfamilie. Diese reichen von automatisierter Zertifikatsverwaltung über Compliance-Prüfungen bis hin zur KI-gestützten Erkennung ungewöhnlicher Zugriffe auf z/OS-Systeme.
Nicht alle Punkte der Ankündigung stellen allerdings neue Produkte dar. IBM bündelt auch zahlreiche bereits verfügbare Angebote – etwa watsonx.ai, Machine Learning for IBM z/OS, Data Gate oder Teile der zSecure-Familie – unter dem Dach der erweiterten z17-Plattform und versieht sie teilweise mit neuen Funktionen.
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(fo)
Künstliche Intelligenz
Günstiger als zu Hause laden: EnBW startet Sommerpreisaktion
Der Energieversorger EnBW senkt die Ladepreise an seinen eigenen Ladestationen in Deutschland: Von 8. Juli bis 30. September 2026 gilt ein Rabatt von fünf Cent pro Kilowattstunde für die EnBW mobility+ Ladetarife S, M und L. Die Aktion soll laut EnBW noch mehr Menschen von der E-Mobilität zu überzeugen.
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Am stärksten profitieren Bestandskunden mit dem sogenannten Vorteilstarif L: Wer bereits Strom, Gas oder Wärme von EnBW bezieht, erhält bereits zehn Prozent Rabatt auf die Ladepreise. Mit der Rabattaktion sinkt der effektive Preis an EnBW-Ladepunkten damit auf 30 Cent pro Kilowattstunde. Das Unternehmen gibt an, dieser Wert liege „noch weiter unter dem typischen Haushaltsstrompreis in der Grund- und Ersatzversorgung“. Im einfachsten Tarif S ohne monatliche Grundgebühr fällt der Preis von 56 auf 51 Cent pro kWh.
Die Aktion gilt ausschließlich an EnBW-eigenen Ladepunkten in Deutschland. An Ladestationen anderer Betreiber im EnBW HyperNetz, das insgesamt Zugang zu über 900.000 Ladepunkten in Europa bietet, bleiben die variablen Preise unverändert, ebenso wie Preise für das Ad-hoc-Laden ohne Vertrag und die Blockiergebühr. Kundinnen und Kunden sollen per E-Mail über die Aktion informiert werden.
Deutlich unter dem Marktdurchschnitt – aber nur an eigenen Säulen
Im Marktvergleich positioniert sich EnBW mit der Aktion aggressiv. Die durchschnittlichen Preise an öffentlichen DC-Schnellladern in Deutschland liegen 2026 laut Branchenportalen bei circa 60 Cent pro Kilowattstunde, die typische Spanne reicht von etwa 39 bis 73 Cent. Der EnBW-Aktionspreis von 30 Cent im Vorteilstarif L unterschreitet damit selbst das untere Ende dieser Spanne um rund 23 Prozent. Auch im DACH-Raum bewegen sich HPC- und DC-Preise großer Anbieter üblicherweise zwischen 50 und knapp 80 Cent pro Kilowattstunde, der Aktionspreis bleibt also auch im internationalen Vergleich auffällig niedrig.
Allerdings ist der günstigste Tarif an konkrete Bedingungen geknüpft: Neben der monatlichen Grundgebühr des Tarifs L setzt der Vorteilsrabatt eine bestehende Kundenbeziehung für Strom, Gas oder Wärme voraus. Im grundgebührenfreien Tarif S liegt der Aktionspreis mit 51 Cent pro kWh zwar immer noch unter dem Durchschnitt fürs DC-Laden, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was auch andere Anbieter mit günstigen Tarifen aufrufen.
Alternativen für preisbewusste E-Auto-Fahrer
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Wer nicht ausschließlich an EnBW-Säulen laden möchte, hat im DACH-Raum mehrere Optionen. Große Roaming-Plattformen wie Elli, Maingau oder regionale Stadtwerke bieten eigene Tarifmodelle mit festen kWh-Preisen, teilweise ergänzt durch monatliche Grundgebühren für Vielfahrer. In der Praxis nutzen viele E-Auto-Fahrer eine Kombination aus zwei bis drei Ladekarten, um je nach Standort den günstigsten Preis zu zahlen.
Echte dynamische Tarife, die sich am Börsenstrompreis orientieren, sind im öffentlichen DC-Ladebereich zur Zeit noch kaum verbreitet. Die variablen Preise an Roaming-Ladepunkten unterscheiden sich zwar je nach Standort, sind aber nicht zeitabhängig-dynamisch im Sinne von Spotmarkt-Minutenpreisen. Das gilt auch bei EnBW. Im Haushaltsbereich können dynamische Stromtarife das Laden an der eigenen Wallbox auf 20 bis 30 Cent pro kWh drücken, was sich jedoch primär für Nutzer mit Smart-Home-Infrastruktur und gesteuertem Lademanagement rentiert. In der Schweiz etwa führen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 2026 dynamische Wahltarife ein, die gezielt auf flexible Verbraucher mit E-Autos ausgerichtet sind. Flatrate-Modelle für öffentliches Laden existieren vereinzelt bei Stadtwerken oder in Firmenkundentarifen, sind aber meist mit Volumendeckeln versehen.
EnBW baut Marktposition aus
EnBW bezeichnet sich als Betreiber des größten Schnellladenetzes in Deutschland und peilt langfristig rund 20 Prozent der bundesweit benötigten Schnellladepunkte an. Das Unternehmen gibt an, dass E-Auto-Fahrer im Schnitt etwa alle 50 Kilometer einen EnBW-Schnellladepunkt finden. In Österreich betreibt das Joint Venture Smatris EnBW nach eigenen Angaben das größte Schnellladenetz des Landes. Im Vorjahr hatte EnBW eine ähnliche Sommeraktion gefahren, allerdings als Ionity-Rabatt im europäischen Ausland, der in Deutschland nicht galt.
Die aktuelle Aktion dürfte den Preisdruck im Schnellladesegment weiter erhöhen. Zusammen mit dem Treueprogramm EnBW collect, über das Kunden beim Laden Punkte sammeln und in Ladeguthaben umwandeln können, stärkt der Energieversorger sein Ökosystem aus App, Stromtarifen und Ladeangebot.
Mehr über den Energieanbieter EnBW
(fpi)
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