Künstliche Intelligenz
Chinesische Regierung verlangt Knöpfe und Schalter für wichtige Funktionen
Tesla hat vor Jahren damit angefangen, und viele Autohersteller haben sich dem Trend angeschlossen: Physische Bedienelemente für Lüftung, Heizung, Scheibenwischer oder Infotainment verschwinden mehr und mehr aus den Autocockpits und werden durch Schaltflächen auf Touchscreens ersetzt. Die chinesische Regierung will diesen unseligen Trend beenden.
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Wichtige Funktionen sollen künftig über Knöpfe, Hebel oder Schalthebel aktiviert werden. Das berichtet das chinesische Autonachrichtenportal CarNewsChina.com unter Berufung auf das zuständige Ministerium für Industrie- und Informationstechnologie (MIIT). Die neue Regelung soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten.
Das Gebot für die physischen Bedienelemente gilt für Blinker und Warnblinker, Hupe, Gangschaltung, Fahrerassistenzsysteme, Scheibenheizung, Fensterheber und das Notrufsystem. Schließlich sollen Elektrofahrzeuge einen Ausschaltknopf erhalten. Das MIIT schreibt zudem vor, dass diese mindestens einen Zentimeter groß sein sollen.
Die Hersteller haben diese Funktionen in den vergangenen Jahren mal mehr, mal weniger konsequent auf den Touchscreen transferiert. Das mag Designgründe haben. Vor allem dürften aber die Überlegungen dahinter gestanden haben, die Kosten für die Bedienelemente zu sparen.
Augen für den Verkehr statt für den Touchscreen
Den Fahrern erschweren die Schaltflächen die Bedienung des Fahrzeuges: Statt blind nach einem physischen Knopf, Schieber oder Regler zu tasten, müssen sie den Blick auf den Touchscreen richten, um die Schaltfläche zu treffen. Da die Zahl der Funktionen zudem immer weiter wächst, verschwinden einige von ihnen in Untermenüs, in denen sie dann gesucht werden müssen. Das erfordert die Aufmerksamkeit, die besser auf den Verkehr gerichtet werden sollte.
Mit der Regelung will das MIIT die Verkehrssicherheit verbessern. Auch anderswo gibt es Kritik am Verschwinden von Knöpfen und Schaltern. So kritisiert etwa der ADAC diese Entwicklung schon seit Längerem. Es sei „geradezu paradox“, dass die Nutzung von Smartphones im Auto verboten, die Bedienung riesiger Tablets hingegen erlaubt sei.
Die Bedienbarkeit der Fahrzeuge werde immer schlechter, warnte der deutsche Automobilverband kürzlich: Im ADAC Autotest 2025 lag der Durchschnitt der Teilnote für die Bedienbarkeit bei 2,7, einige Fahrzeuge schnitten gar mit einer 4,0 ab. Die Durchschnittsnote hat sich laut ADAC in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert: 2022 lag der Mittelwert bei 2,6, im Jahr 2019 bei 2,3. Auch die Sicherheitsbewertungsorganisation Euro NCAP hat reagiert: Seit Januar 2026 fließt die Bedienbarkeit in die Fahrzeugbewertung ein. Reine Touch-Lösungen für sicherheitskritische Funktionen wie Blinker oder Scheibenwischer werden abgewertet.
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Vor den Bedienelementen im Inneren des Fahrzeugs hat sich das MIIT derer außen angenommen: Kürzlich hat es versenkbare Türgriffe verboten. Auch diese Maßnahme wurde mit Sicherheit begründet.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Microsoft: 50 Milliarden US-Dollar für den KI-Ausbau im globalen Süden
Der US-Technologiekonzern Microsoft hat angekündigt, bis zum Ende dieses Jahrzehnts 50 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI), die Qualifizierung von Fachkräften und Innovationen in Ländern des Globalen Südens zu investieren. Die Ankündigung erfolgte auf dem India AI Impact Summit in Neu-Delhi, wo in dieser Woche Führungskräfte globaler Techkonzerne mit politischen Entscheidungsträgern über die Zukunft der KI diskutieren.
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Zugleich äußerten sich Brad Smith, Präsident von Microsoft, und Natasha Crampton, Chief Responsible AI Officer von Microsoft, in einem Blogeintrag, in dem sie die Pläne darlegen, besorgt über die wachsende Kluft im Bereich KI zwischen sogenannten Industrie- und Entwicklungsländern. „Künstliche Intelligenz verbreitet sich mit beeindruckender Geschwindigkeit, doch ihre Akzeptanz ist weltweit nach wie vor sehr ungleichmäßig“, schreiben sie. „Wir müssen dringend handeln, um die wachsende KI-Kluft zu überwinden.“
Ungleiche Verbreitung von KI
Laut einem aktuellen Microsoft-Bericht (PDF) ist die Nutzung von KI im Globalen Norden etwa doppelt so hoch wie im Globalen Süden. Der „Globale Süden“ bezieht sich auf Entwicklungsländer, Schwellenländer oder Länder mit niedrigerem Einkommen, die sich überwiegend in der südlichen Hemisphäre befinden. Und die Kluft wird immer größer. „Diese Ungleichheit wirkt sich nicht nur auf das nationale und regionale Wirtschaftswachstum aus, sondern auch darauf, ob KI ihr allgemeines Versprechen, Chancen und Wohlstand weltweit zu fördern, einlösen kann“, so Smith und Crampton.
Mit einem historischen Vergleich dringen die Microsoft-Führungskräfte auf Lösungen: „Seit mehr als einem Jahrhundert verschärft der ungleiche Zugang zu Elektrizität die wachsende wirtschaftliche Kluft zwischen dem Globalen Norden und Süden. Wenn wir nicht dringend handeln, wird eine wachsende KI-Kluft diese Ungleichheit im kommenden Jahrhundert weiter verstärken.“ Microsoft sei als Unternehmen entschlossen, „eine ambitionierte und konstruktive Rolle“ bei der Verbreitung von KI im Globalen Süden zu übernehmen. Bis zum Ende des Jahrzehnts wolle man dafür 50 Milliarden US-Dollar investieren, so die Ankündigung.
Fünf-Punkte-Programm zur Förderung der Wirkung von KI
Das fünfteilige Programm konzentriert sich auf den Aufbau einer KI-Infrastruktur, die Ausweitung von Qualifizierung, die Stärkung mehrsprachiger und multikultureller Fähigkeiten, die Förderung lokaler Innovationen und die Messung der Verbreitung von KI als Grundlage für künftige KI-Strategien und -Investitionen.
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Allein im letzten Geschäftsjahr investierte Microsoft nach eigenen Angaben mehr als acht Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur von Rechenzentren im Globalen Süden, darunter in Indien, Mexiko, Afrika, Südamerika, Südostasien und im Nahen Osten. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen KI-Investitionen in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar in Indien an, einem der weltweit am schnellsten wachsenden digitalen Märkte. Erst Anfang des Jahres warnte Smith vor Chinas Dominanz in Schwellenländern und mahnte in der Financial Times Investitionen internationaler Entwicklungsbanken an.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Baltic-German PowerLink: Neue Stromleitung verbindet Ostsee-Windparks
Im Januar hatten Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zum Ausbau einer Partnerschaft bei einem Energieprojekt bekanntgegeben. Auch mit anderen Ländern kooperiert Deutschland.
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Eine Stromleitung soll künftig Deutschland, Lettland und Litauen sowie Windparks vor der Küste des Baltikums miteinander verbinden. Konkret geht es um einen „Baltic-German PowerLink“, wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitteilte. 50Hertz wurde demnach zusammen mit Übertragungsnetzbetreibern in Lettland und Litauen beauftragt, bis zum Herbst ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten.
Eine entsprechende Absichtserklärung hätten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre beiden Amtskollegen aus Litauen und Lettland am Rande eines Ministertreffens der Internationalen Energieagentur in Paris unterzeichnet, hieß es.
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„Die baltischen Länder haben ein großes Potenzial, mehr Strom aus Windenergie an Land und auf dem Meer zu erzeugen, als sie zur Deckung ihres eigenen Bedarfs benötigen“, sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. „Dieses Projekt kann dazu beitragen, dass Deutschland Zugang zu günstiger Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erhält und die Strommärkte des Baltikums näher an den kontinentaleuropäischen Strommarkt mit seiner großen Liquidität heranrücken können.“
Zusammenarbeit bei Windkraft auf See soll verstärkt werden
Nach bisherigen Studien und Vorplanungen bestehe der „Baltic-German PowerLink“ aus einer rund 600 Kilometer langen Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem Anlandungspunkt entweder im Südwesten von Lettland oder im Nordwesten von Litauen. Dort solle an Land ein Stromdrehkreuz errichtet werden, über das rund 2 Gigawatt Offshore-Windenergieleistung sowohl Richtung Deutschland als auch in die Höchstspannungsnetze an Land in Lettland und Litauen eingespeist werden könnten.
Ende Januar hatten Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zur „Bornholm Energy Island“ getroffen: Auf der dänischen Insel Bornholm soll ein Stromdrehkreuz entstehen, das Offshore-Windstrom aus der Ostsee nach Deutschland und Dänemark weiterleitet. Dies ist Teil der Bemühungen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Windkraft auf See zu verstärken.
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(afl)
Künstliche Intelligenz
tvOS 26.4 Beta: Audio-Verbesserungen und iTunes-Apps verschwinden
Apple hat die erste Beta-Version von tvOS 26.4 für Entwickler und öffentliche Tester bereitgestellt. Die neue Firmware enthält eine „Continuous Audio Connection“ genannte Funktion, die anhaltende Audioprobleme beim Apple TV beseitigen soll. Parallel dazu hat Apple die iTunes-Filme- und iTunes-TV-Shows-Apps endgültig aus dem System entfernt.
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Die neue Audio-Funktion nutzt das Dolby-MAT-Protokoll (Dolby Metadata-Enhanced Audio Transmission), um eine dauerhafte HDMI-Verbindung zwischen Apple TV und angeschlossenen AV-Receivern oder Soundbars aufrechtzuerhalten. Dabei wird der Ton als unkomprimiertes LPCM mit Dolby-Atmos-Metadaten übertragen. Das soll Probleme verhindern, die bisher beim Wechsel zwischen verschiedenen Audioformaten auftraten – etwa wenn vom Systemsound zu einem Film-Soundtrack umgeschaltet wird.
Behobene Probleme mit 5.1-Sound
Nutzer berichteten in den vergangenen Jahren häufig über Audioprobleme beim Apple TV, insbesondere in Kombination mit Sonos-Soundbars. Zu den Symptomen zählten zu leiser 5.1-PCM-Ton, störende Plopp-Geräusche, Lautstärkeschwankungen und kurze Stille beim Start der Wiedergabe. Diese Probleme gehen auf HDMI-Handshake-Schwierigkeiten zurück, die durch das ständige Umschalten zwischen Audioformaten entstanden.
Mit der kontinuierlichen Dolby-MAT-Verbindung bleiben diese Formatwechsel aus. Erste Nutzerberichte bestätigen, dass 5.1-Inhalte nun gleich laut wie Atmos-Material wiedergegeben werden. Allerdings gibt es auch neue Probleme: Bei Stereo-Inhalten interpretieren manche Sonos-Systeme das Signal fälschlicherweise als Surround-Mix, wodurch der Center-Kanal fehlt. Da sich tvOS 26.4 noch in der Beta-Phase befindet, dürften weitere Verbesserungen folgen.
iTunes-Apps nach über zwei Jahren entfernt
Parallel zur Audio-Funktion hat Apple die iTunes-Filme- und iTunes-TV-Shows-Apps vollständig aus tvOS entfernt. Bereits im Oktober 2023 kündigte das Unternehmen an, die Video-Dienste in der Apple-TV-App zu bündeln. Mit tvOS 17.2 im Dezember 2023 wurden die Apps zunächst mit Weiterleitungsmeldungen versehen. Nun sind sie komplett verschwunden – sowohl auf dem Apple TV 4K als auch auf dem Apple TV HD.
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Betroffen ist auch die iTunes-Wunschliste, die Apple per E-Mail an Nutzer im Februar 2026 abgekündigt hat. Wer Filme oder Serien für einen späteren Kauf gespeichert hatte, sollte die Einträge in die Watchlist der Apple TV-App übertragen. Alle bereits gekauften Inhalte bleiben in der Apple TV-App zugänglich – es droht kein Zugriffsverlust.
Verfügbarkeit und Ausblick
Die Developer Beta 1 von tvOS 26.4 erschien am 16. Februar 2026, die Public Beta 1 folgte am 17. Februar. Apple veröffentlicht tvOS 26.4 typischerweise nach mehreren Beta-Phasen – die finale Version wird für Mitte bis Ende März 2026 erwartet. Die Continuous Audio Connection steht sowohl auf dem Apple TV 4K als auch auf dem älteren Apple TV HD zur Verfügung.
Ältere AV-Receiver könnten die dauerhafte Dolby-MAT-Verbindung fälschlicherweise als durchgehend aktives Atmos-Signal anzeigen. Apple betont jedoch, dass die Original-Audiomischung dadurch nicht verändert wird. Nutzer mit bekannten Kompatibilitätsproblemen – etwa beim Sony STR-ZA1100ES – berichten von deutlichen Verbesserungen.
tvOS 26.4 folgt auf tvOS 26.3, das Apple Mitte Februar 2026 mit umfangreichen Sicherheitskorrekturen veröffentlicht hatte.
(mki)
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