Digital Business & Startups
Dieses Startup baut Fahrradsättel wie Libellenflügel
Die Natur macht vor, wie es geht: Spinnenetze sind leicht, aber robust. Libellenflügel ebenfalls. Das österreichische Tech-Startup Fibionic macht sich genau dieses Prinzip zunutze und hat ein Verfahren entwickelt, um leichte, aber stabile Bauteile für Unternehmen zu produzieren.
Jetzt hat Fibionic eine Seed-Finanzierung in Höhe von drei Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom VC Redstone und Euregio+ sowie den beiden VC-Firmen Caesar und Leap435. Auch Business Angels haben sich an der Runde beteiligt.
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Thomas Rettenwander (CEO) und Johannes Mandler (CEO) haben Fibionic 2021 gegründet. Elias Hirschbichler (CFO) kam drei Jahre später als Founder hinzu.
Erstes Produkt: Fahrradsattel
Einen ersten Use-Case für die Leichtbau-Technologie hat Fibionic bereits: Für den italienischen Hersteller Selle Italia produziert das Deep-Tech Fahrradsättel – angelehnt an den Aufbau und die Struktur eines Libellenflügels. Design, Prototypen und Serienproduktion stammen von Fibonic.
Das Startup verwendet für sein Verfahren starke Fasern wie Carbon-, Glas- oder auch Naturfasern und macht daraus eine Art Gitter, beziehungsweise platziert die Fasern exakt so, dass sie ein stabiles Grundskelett bilden. Dabei werden laut Fibonic nur so viele Fasern eingesetzt wie nötig.
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Anschließend werden die Fasern in Kunststoff eingebettet. So spare Fibionic bei dem Fahrradsattel bis zu 60 Prozent an Material. Dadurch reduziert sich auch das Gesamtgewicht des Produkts. Eine Minute soll es laut Fibionic dauern, ein Teil zu produzieren. Das Startup hat sich sein Verfahren patentieren lassen.
„Wir ermöglichen die skalierbare Produktion extrem leistungsfähiger, ultraleichter Produkte – schnell, nachhaltig und kosteneffizient”, heißt es von Hirschbichler in einer Mitteilung des Startups.
So will Fibonic das frische Kapital nutzen
Mit der Finanzierung plant das Tech-Startup sich weitere Branchen zu erschließen. Leichtbau sei auch für die Bereiche Automobil, Luftfahrt, Defense und Robotics relevant. Zudem planen die Gründer, sowohl das Team als auch die Technologieplattform und Software weiter auszubauen. Im Fokus stehe zudem die Skalierung der Produktion. Pilotanwendungen will das Team in Serienreife überführen.
Fibionic hat Gründerszene das Pitchdeck zur Verfügung gestellt, mit dem sie die Investoren überzeugen konnten. Weitere Pitchdecks findet ihr auf unserer Pitchdeck-Übersicht. Für eure eigenen Slides könnt ihr hier von Experten Feedback bekommen.
Digital Business & Startups
Tim Cook hat den größten Mythos des Silicon Valley widerlegt
Kein Gründer — und trotzdem einer der erfolgreichsten CEOs aller Zeiten: Wie Tim Cook Apple zur wertvollsten Maschine der Welt machte.
Tim Cook ist die ultimative Erfolgsgeschichte eines Nicht-Gründers. Während er nach 15 Jahren als CEO von Apple zurücktritt, ist das für mich die wichtigste Erkenntnis.
Im Silicon Valley werden Gründer als die einzigen Führungspersönlichkeiten gefeiert, die in der Lage sind, großen, disruptiven und nachhaltigen Wert zu schaffen. Cook hat diese „Founder-Mode“-Theorie auf spektakuläre Weise widerlegt.
Ich war von Anfang an dabei. Als Steve Jobs 2011 starb, ging ich zum Apple-Hauptquartier, um über die Stimmung vor Ort zu berichten. Unter der Trauer lagen viele Fragen: Würde das Unternehmen ohne seinen legendären Mitgründer bestehen? Cook, ein Spezialist für Lieferketten und Operations, übernahm die Führung. Würde er genauso innovativ sein wie Jobs?
Gelächter über meine knallgrüne Hose
Diese Zweifel hingen jahrelang über Apple. Ende 2013 bezeichnete ich Cook in einer Analyse als „Verlierer“, nachdem er einen Großteil des Jahres damit verbracht hatte, zu zeigen, dass der Konzern weiterhin bahnbrechende Geräte entwickeln kann, die das Leben der Menschen verändern.
Etwa sechs Monate später reiste ich erneut zum Apple-Hauptquartier, um Cook, Eddy Cue, Dr. Dre und Jimmy Iovine zur Übernahme von Beats Electronics zu interviewen.
Ich glaube, der CEO hatte mir meine „Verlierer“-Aussage noch nicht verziehen. Als ich in einer knallgrünen Hose erschien, fragte Cook, ob ich direkt vom Golfplatz käme. Ich stammelte, während Cook und sein Team lachten. Ja, sogar Dr. Dre lachte über meine Hose. Das werde ich nie vergessen.
Leben nach Steve Jobs
Was ich ebenfalls nie vergessen werde, ist Cooks Antwort auf eine meiner Fragen. Die Beats-Übernahme war damals Apples mit Abstand größter Zukauf. „Hätte Steve Jobs so eine Übernahme gemacht?“, fragte ich.
Cook sagte, er versuche, sich nicht ständig zu fragen: „Was würde Steve tun?“ — führe Apple aber dennoch mit demselben Ethos obsessiver Produkt-Exzellenz.
Damals war ich etwas enttäuscht von dieser Antwort. Doch mit der Zeit habe ich den differenzierten, ausgewogenen und pragmatischen Ansatz zu schätzen gelernt. Jobs kam nicht zurück. Cook war nicht Jobs und konnte es auch nie sein. Also ging der neue CEO seinen eigenen Weg — und hielt gleichzeitig die grundlegenden Ziele und Ideale seines berühmten Vorgängers am Leben.
Die Billionen-Marke
2018 überschritt Apples Börsenwert erstmals die Marke von einer Billion Dollar und wurde damit zum ersten börsennotierten US-Unternehmen, dem das gelang. Statt ein Nicht-Gründer-„Verlierer“ zu sein, hatte Cook rund 650 Milliarden Dollar an Wert geschaffen — fast doppelt so viel wie Jobs.
Damals war ich Redakteur bei Bloomberg und fragte den iPod-Designer Tony Fadell nach seiner Einschätzung.
„Tim und sein Team haben es meisterhaft geschafft, Steves Vision weiterzuentwickeln und gleichzeitig operative und ökologische Exzellenz in jeden Teil des Unternehmens zu bringen — und so eine nie dagewesene Größenordnung zu erreichen, bei gleichzeitig außergewöhnlich hohen Margen im Consumer-Electronics-Geschäft“, sagte Fadell.
Weitere drei Billionen
Seitdem hat Apple weitere drei Billionen Dollar an Börsenwert aufgebaut. Das iPhone hat sich von einem coolen Gadget zum zentralen Werkzeug entwickelt, mit dem die meisten Menschen ihr Leben organisieren.
Macs wurden dank Apples eigener Chips immer besser — eine Strategie, die Cook mit typischer Präzision umgesetzt hat. Mein MacBook ist auch nach mehr als fünf Jahren intensiver Nutzung noch extrem schnell. Unglaublich.
Apples Servicegeschäft nahm durch die Beats-Übernahme richtig Fahrt auf, weil das Unternehmen damit einen Musik-Streamingdienst bekam, der mit Spotify konkurrieren konnte. Heute generieren Services weit über 100 Milliarden Dollar Umsatz — und das hochprofitabel.
„Tim Cook hat Apple zu dem Unternehmen gemacht, das es heute ist. Diese weltverändernde Größe ist ganz klar das Ergebnis seiner Führung und seines Fokus“, sagte Matt Rogers, ein ehemaliger iPhone-Designer und Mitgründer von Nest Labs.
Sein letzter Sieg?
War Cook so innovativ wie Apples Mitgründer? Vielleicht nicht. Das Unternehmen stellte ein selbstfahrendes Auto-Projekt nach jahrelangen Problemen ein. Die Vision Pro war ein teurer Flop, und es bleibt die große Frage, ob Apple im Bereich KI hinterherhinkt.
Dennoch sind neue Wearables in Entwicklung, und Apple hat bislang die massiven Investitionen vermieden, die andere Big-Tech-Konzerne in KI stecken. Das könnte sich am Ende als Cooks letzter großer Sieg herausstellen.
Doch der Markt lügt nicht — vor allem nicht über viele Jahre hinweg: Apple ist eines der wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Und Tim Cook hat das möglich gemacht.
Interessant ist auch: Apple liegt aktuell beim Börsenwert ungefähr gleichauf mit Google. Und wer führt Google seit über einem Jahrzehnt? Ein Nicht-Gründer namens Sundar Pichai.
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Die nächste KI-Elite? Diese 5 Startups stehen bei Top-VCs hoch im Kurs
KI ist 2026 überall – aber nicht überall gleich gut. Viele Startups sind inzwischen KI-native – bedeutet, ihr Geschäftsmodell basiert komplett auf KI. Viele andere haben KI in ihr Produkt eingebaut oder nutzen es im operativen Alltag. Doch nur wenige schaffen es, sich wirklich von der Masse abzusetzen und einen Mehrwert damit zu schaffen. Genau deshalb hat Gründerszene die drei Top-VCs Antler, Lakestar und Speedinvest gefragt: Welche KI-Startups haltet ihr für besonders spannend?
1. Lio Technologies
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Wie ein einziger Partner dieses Berliner Startup auf Millionen-ARR brachte
Vom kleinen Abrechnungs-Startup zum Millionen-ARR (= jährlich wiederkehrender Umsatz) – durch nur einen Partner. Genau das hat das Berliner Startup Circula geschaft. Das Softwareunternehmen, welches Technologie für Reisekosten- und Spesenabrechnung anbietet, wurde vom 36-jährigen Berliner Nikolai Skatchkov gegründet. Dieser erzählt Gründerszene, wie er DATEV, einen der Marktführer für Lohn- und Finanzsoftware in Deutschland, für sich als Kunden gewinnen konnte. Außerdem verrät er, wie ein großer Partner ein Startup verändert und gibt vier Tipps für Gründer, die ebenfalls große Partner suchen.
Der harte Start mit DATEV
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