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Datenschutz & Sicherheit

Digitale Brieftasche geht in Testphase


Im eigenen Portemonnaie haben die meisten von uns nicht nur Bargeld, sondern auch etliche Plastikkarten von Banken, der Krankenkasse oder der städtischen Bibliothek. Das Bundesdigitalministerium (BMDS) arbeitet daran, diese Karten nach und nach um digitale Nachweise zu ergänzen.

Im Januar 2027 soll bundesweit eine digitale Brieftasche an den Start gehen. Die sogenannte EUDI-Wallet wird dann allen Bürger:innen kostenlos zur Verfügung stehen, ihre Nutzung ist freiwillig.

Zum Start der Wallet braucht es nicht nur eine Smartphone-App, sondern auch eine digitale Infrastruktur. Vor wenigen Tagen hat das BMDS gemeinsam mit der Agentur für Sprunginnovationen (Sprind) eine Testumgebung gestartet. Unternehmen und Behörden können hier Anwendungen der geplanten Wallet testen. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) spricht von einem „Meilenstein“.

Staatliche Wallet zuerst

Zum Start der Wallet im Januar sollen sich Bürger:innen zunächst gegenüber der Verwaltung und Unternehmen digital ausweisen können. Erst später sollen dann weitere Nachweise wie Führerschein und Versicherungskarten hinzukommen.

Damit Unternehmen, Behörden und Organisationen die geplanten Funktionen in der sogenannten Sandbox testen können, müssen sie sich zunächst als Relying Party registrieren. Als solche werden Einrichtungen bezeichnet, die digitale Berechtigungsnachweise prüfen, die Nutzende in ihrer EUDI-Wallet haben.

Die Ergebnisse der Testläufe sollen dann in die weitere Entwicklung der staatlichen Wallet einfließen. Voraussichtlich 12 Monate nach deren Start können auch private Anbieter eigene Wallets anbieten, die sie dann mit eigenen Zusatzdiensten anreichern können.

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Pilotprojekt in Sachsen

Bereits im Oktober vergangenen Jahres startete das Bundesdigitalministerium zusammen mit der Sächsischen Staatskanzlei und der Landeshauptstadt Dresden ein größeres Pilotprojekt in Sachsen.

Ab Mitte 2026 sollen Dresdner:innen den Dresden-Pass und die Sächsische Ehrenamtskarte in der Wallet hinterlegen können. Beide Nachweise berechtigen unter anderem zu ermäßigten Preisen für Kultur- und Freizeitangebote. Dresden testet damit die erste Kommune Deutschlands, die die Wallet nutzt.

Außerdem wird das zentrale digitale Bürgerkonto, die Bund-ID, in die Wallet eingebunden. Bürger:innen können die Wallet dann dazu nutzen, um sich gegenüber Behörden auszuweisen, etwa wenn sie online Bescheide abrufen möchten. In Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden wird zudem ein konkreter Anwendungsfall entwickelt, bei dem Studierende einen Bafög-Antrag mit der Wallet vollständig digital beantragen und den Bescheid dann in der Wallet hinterlegen können.

Viele EU-Staaten liegen hinter dem Zeitplan

Die EUDI-Wallet basiert auf einem EU-Gesetz, das im Mai 2024 in Kraft trat. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Verordnung in nationale Gesetze gießen. Außerdem müssen sie bis Anfang 2027 eigene Wallets anbieten.

Ob dies EU-weit gelingt, ist allerdings fraglich. Der norwegische Identifizierungsdienstleister Signicat hat im vergangenen Dezember ermittelt, dass die Mehrheit der EU-Staaten hinter dem Zeitplan liegt. Nur zwölf Staaten werden demnach bis Ende 2026 wahrscheinlich eine fertige Wallet anbieten können, darunter Frankreich, Deutschland, Österreich, Griechenland und Italien.



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Datenschutz & Sicherheit

Vernetzte Fabriken im Visier: Cyberangriffe kosten Autobranche Milliarden


Die globale Automobilindustrie steht laut Experten vor einer digitalen Bedrohungslage, die in ihrer Intensität und ihren wirtschaftlichen Folgen neue Dimensionen erreicht hat. Während früher primär klassische IT-Systeme in Büros das Ziel von Hackern waren, rückt demnach nun das Herzstück der Branche in den Fokus: die Produktion.

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Ein aktuelles Weißbuch des in Bergisch Gladbach angesiedelten Center of Automotive Management (CAM), das dieses in Kooperation mit Cisco verfasst hat, verdeutlicht die Entwicklung. Die geschätzten Schadenskosten für den Sektor sind demnach auf über 20 Milliarden US-Dollar angestiegen – eine Verzwanzigfachung gegenüber dem Jahr 2022. Große Namen wie Toyota, Honda, Jaguar Land Rover, Bridgestone oder Thyssenkrupp Automotive mussten bereits schmerzhafte Erfahrungen mit Produktionsausfällen und unterbrochenen Lieferketten machen.

Die Analyse der Angriffsziele durch das CAM offenbart eine merkliche Verschiebung innerhalb des automobilen Ökosystems. Nicht die großen Hersteller, die sogenannten OEMs, stehen an vorderster Front der Cyberattacken, sondern die Zulieferbetriebe. Laut einer im Whitepaper zitierten VicOne-Studie entfallen fast 57 Prozent aller einschlägigen Angriffe auf die Zulieferer.

Händler folgen demnach mit rund 22 Prozent, während die Fahrzeughersteller selbst nur knapp 10 Prozent der direkten Angriffsziele ausmachen. Die Zahlen belegen, dass Cyberkriminelle gezielt das vermeintlich schwächste Glied in der hochgradig vernetzten Wertschöpfungskette suchen. Denn ein Stillstand bei einem spezialisierten Zulieferer kann innerhalb kürzester Zeit ganze Montagebänder bei den Herstellern zum Erliegen bringen.

Dass die Attacken mittlerweile so effektiv sind, liegt an der fortschreitenden Verschmelzung von Informationstechnik (IT) und Operation Technology (OT). Moderne Fabriken sind hochgradig digitalisiert: Cloud-Plattformen, KI-gestützte Steuerungen und vernetzte Robotik bilden ein engmaschiges Netz. Professionelle Ransomware-Gruppen und staatlich gestützte Akteure nutzen diese neuen Angriffspfade, um von der Bürokommunikation bis tief in die Steuerungslogik einzelner Maschinen vorzudringen.

CAM-Direktor Stefan Bratzel warnt davor, dass Produktionsstopps heute pro Tag Schäden im zweistelligen Millionenbereich verursachen könnten. Damit sei Cybersecurity von einem reinen IT-Thema zu einer existenziellen Frage der Betriebssicherheit geworden.

In einer begleitenden Umfrage unter Branchenvertretern identifizierten die Verfasser die größten Schmerzpunkte. Ganz oben auf der Liste stehen die Sicherheit in der Cloud sowie Risiken durch Remote-Arbeit, dicht gefolgt von klassischen Ransomware- und Malware-Attacken.

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Aber auch neuere Bedrohungsfelder wie KI-basierte Angriffe und Schwachstellen in den vernetzten Fahrzeugen selbst machen den Entscheidern zunehmend Sorgen. Erschwerend kommt dazu, dass viele Werke noch immer einen Mix aus modernster Technik und veralteten Bestandsanlagen nutzen. Diese heterogenen Landschaften sind oft schwer zu segmentieren und bieten zahlreiche Einfallstore.

Neben den technologischen Hürden bremsen der Analyse zufolge strukturelle Probleme die Abwehrbemühungen. Es mangele an Fachkräften im speziellen Bereich der OT-Security, ist dem Weißbuch zu entnehmen. Zudem fehlten oft klare Rollenmodelle für die Verantwortlichkeiten in der Produktion. Gleichzeitig wachse der Druck durch regulatorische Vorgaben auf nationaler und internationaler Ebene.

Cybersicherheit wird laut den Fachleuten damit endgültig zur Managementaufgabe, die technisches Know-how mit juristischer und strategischer Weitsicht vereinen muss. Thorsten Rosendahl von Ciscos Security-Einheit Talos unterstreicht, ein ganzheitlicher Ansatz sei überlebenswichtig. Dieser dürfe keine Trennung mehr zwischen Büro-IT und Werkshalle zulassen.

Um Unternehmen eine Orientierung in diesem Feld zu bieten, stellt das Whitepaper das sogenannte 4C-Modell vor. Dieser Bewertungsrahmen betrachtet Cybersecurity als strategisches Mittel und gliedert sich in die Bereiche Kompetenzen, Kooperationen, Kultur und Strategie. Es geht dabei nicht nur um den Einsatz der neuesten Firewall. Vielmehr steht die Frage im Zentrum, ob das Personal über die richtigen Fähigkeiten verfügt, wie sicher die Partner angebunden sind und ob eine echte Sicherheitskultur in der Organisation gelebt wird. Die Autoren heben hervor: Nur durch dieses Zusammenspiel lasse sich eine nachhaltige Cyber-Resilienz aufbauen, die den Wirtschaftsstandort und seine industrielle Wertschöpfung langfristig absichere.


(nie)



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Windows 11 mit Hotpatch: Update außer der Reihe


Microsoft hat ein Update außer der Reihe für Windows-11-Clients insbesondere in Enterprise-Umgebungen herausgegeben. Es ist für Maschinen gedacht, die Hotpatching aktiviert haben.

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Im Message-Center der Windows-Release-Health-Notizen erklärt Microsoft, dass das Update Sicherheitslücken im Management-Tool des Routing-and-Remote-Access-Services (RRAS) korrigiert, das Angreifern bei Verbindungen verwundbarer Clients auf bösartige Server das Einschmuggeln und Ausführen von Schadcode ermöglicht. Es handelt sich um eine Sammlung aus drei Schwachstellen (CVE-2026-25172, CVE-2026-25173 und CVE-2026-26111). Der Hotpatch KB5084597 vom Freitag dieser Woche hievt die Windows-Builds auf die Nummern 26200.7982 respektive 26100.7982, es betrifft also Windows 11 25H2 und 24H2.

Die Aktualisierung außer der Reihe ist lediglich für Windows-11-Geräte nötig, die Hotpatching aktiviert haben und für die Fernverwaltung von Servern eingesetzt werden, führt Microsoft weiter aus. Übliche Desktop-Clients bedürfen daher keiner weiteren Aktion.

Der Hotfix außer der Reihe ist kumulativ und umfasst auch die Fehlerkorrekturen, die Microsoft in den Windows-Updates zum März-Patchday in dieser Woche veröffentlicht hat. Microsoft betont, dass das Update automatisch auf Windows-11-Geräte der Versionen 25H2 und 24H2 verteilt wird, die Hotpatches aktiviert haben und mit Windows Autopatch verwaltet werden. Da Microsoft Hotpatches für Windows 11 mit Windows Autopatch seit Mitte vergangenen Jahres als Standardkonfiguration vorsieht, dürften einige Maschinen davon betroffen sein. Die Aktualisierungen werden durch das Hotpatching auch ohne Neustart wirksam. Wer weder Hotpatches einsetzt noch das RRAS-Verwaltungstool, muss nichts unternehmen, führen die Entwickler weiter aus.

In den drei CVE-Einträgen erklärt Microsoft, dass die Hotpatches erneut veröffentlicht wurden, um die vollständige Abdeckung aller betroffenen Szenarien sicherzustellen. Kunden rät Microsoft dort, die aktualisierten Updates anzuwenden, um den vollen Schutz sicherzustellen.


(dmk)



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Chrome: Erster Fix unzureichend, neues Notfall-Update veröffentlicht


Google hat in der Nacht zum Samstag erneut ein Notfall-Update für den Webbrowser Chrome herausgegeben. Es bessert eine im Netz bereits attackierte Sicherheitslücke aus, die das Update vom Vortag offenbar nicht oder nicht korrekt geschlossen hat.

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Bereits am Freitag dieser Woche hatte Google angekündigt, dass das außerplanmäßige Update zwei in freier Wildbahn attackierte Sicherheitslücken stopft. Jetzt haben die Entwickler jedoch eine weitere Aktualisierung außer der Reihe eingeschoben, die eine der vermeintlich bereits geschlossenen Sicherheitslücken (abermals) korrigiert. Es handelt sich dabei um die Schwachstelle in der Grafikbibliothek Skia. Durch das Verarbeiten und Rendern sorgsam präparierter Webseiten können Angreifer auf Speicherbereiche außerhalb der vorgesehenen Grenzen zugreifen und so fälschlicherweise Speicherinhalte schreiben (CVE-2026-3909, kein CVSS-Wert, Risiko laut Google „hoch“). Das ermöglicht oftmals, Schadcode einzuschleusen und auszuführen.

Google hat die ursprüngliche Versionsankündigung aus der Nacht zum Freitag inzwischen aktualisiert. Demnach listete die vorherige Version der Notiz die Schwachstelle CVE-2026-3909 auf, deren Korrektur jedoch erst in einem künftigen Update enthalten sein wird, führen die Entwickler dort nun aus. Zu den Gründen nennen sie keine weiteren Details. Auch zu den bereits laufenden Angriffen auf die Schwachstellen gibt es keine weitergehenden Informationen.

Chrome-Nutzer und -Nutzerinnen sollten sicherstellen, dass sie die aktuelle Fassung des Webbrowsers einsetzen. Chrome 146.0.7680.119 für Android sowie 146.0.7680.80 für Linux, macOS und Windows stopfen nun auch das zweite attackierte Sicherheitsleck.


Google Chrome Update-Status mit Versionsnummer und Optionen zur Hilfe und Problemmeldung.

Google Chrome Update-Status mit Versionsnummer und Optionen zur Hilfe und Problemmeldung.

Das Update für Google Chrome wird mit 50% Fortschritt angezeigt.

Der Versionsdialog findet die Updates und startet auch gleich deren Installation. Der öffnet sich nach Klick auf das Icon mit den drei übereinanderliegenden Punkten rechts von der Adressleiste und dem weiteren Klickpfad „Hilfe“ – „Über Google Chrome“. Unter Linux ist in der Regel die Softwareverwaltung der Distribution dafür zuständig. Der Play-Store von Google sollte das Update ebenfalls anbieten, auf zahlreichen Handy-Modellen kommen die Chrome-Updates jedoch mit deutlicher Verzögerung an; die Aktualisierung lässt sich dort auch nicht erzwingen.

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Da andere auf dem Chromium-Code basierende Webbrowser wie Microsoft Edge die Schwachstelle mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls aufweisen, sollten Nutzerinnen und Nutzer dieser Alternativen ebenfalls prüfen, ob dafür Aktualisierungen verfügbar sind, und diese zeitnah anwenden.


(dmk)



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