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Erste Analyse: AMD FSR 4.1 vs. FSR 4 & Nvidia DLSS 4.5
ComputerBase hat sich das neue FSR 4.1 in einer ersten Analyse in Crimson Desert und Death Stranding 2 angesehen und auch den Vergleich zur FSR 4 und DLSS 4.5 gezogen. Dabei zeigen sich sichtbare Unterschiede zu FSR 4.0, die aber nicht immer positiv ausfallen. Insgesamt gibt es aber eine sichtbare Steigerung der Bildqualität.
Der Adrenalin 26.3.1 bringt FSR 4.1
Der in der letzten Nacht veröffentlichte Adrenalin 26.3.1 ist nicht nur der Game-Ready-Treiber zu Crimson Desert (Test) und Death Stranding 2 (Test kommende Woche). Darüber hinaus unterstützt die neueste Radeon-Software auch FSR 4.1 auf Radeon-RX-9000-Grafikkarten per Treiber-Override.
ComputerBase hat sich FSR 4.1 in beiden Spielen direkt am Morgen danach genauer angesehen und mit FSR 4.0 sowie Nvidias DLSS 4.5 verglichen. Das soll nur eine erste Analyse sein, weitere werden folgen.
Vorerst per Treiber-Override
FSR 4.1 wird über den Treiber injiziert. Das bedeutet: Ist im Treiber die Option „AMD FSR-Hochskalierung“ aktiviert (standardmäßig ist die Funktion angeschaltet), wird in Spielen, die mindestens FSR 3.1 bieten, auf Radeon RX 9000 automatisch FSR 4.1 genutzt. Manche Spiele zeigen dies im Menü dann auch an, andere dagegen nicht. Auch Titel, die FSR 4.0 nativ im Spiel selbst unterstützen und normalerweise die Treiber-Funktion nicht benötigen, erhalten über diese Funktion FSR 4.1.
Bei der Performance tut sich so gut wie nichts
Ausführliche Benchmarks plant die Redaktion im nächsten FSR-4.1-Artikel, einen ersten optischen Eindruck mit detaillierten Side-by-Side-Videos soll es aber schon zum Wochenende geben. Und ein erstes zaghaftes Fazit zur Leistung gibt es auch schon: In diesem Punkt hat sich offenbar wenig getan, FSR 4.1 läuft in Crimson Desert und Death Stranding nur minimal langsamer bis gleich schnell wie FSR 4.0.
FSR 4.1 in Crimson Desert
Crimson Desert zeigt mit FSR 4.1 ein besseres Bild als mit FSR 4. Teilweise sind die Unterschiede gering, stellenweise aber auch groß. Offenbar geht AMD mit der neuen Version die größte Schwäche von FSR 4 an: Das im Vergleich zu DLSS 4 und allen voran DLSS 4.5 unscharfe Bild, das weniger Details zeigt. Und das funktioniert soweit auch gut: Das Bild ist mit FSR 4.1 schärfer und zeigt mehr Details als mit FSR 4.
Das lässt sich unter anderem an der Vegetation erkennen, bei der FSR 4 in Bewegung große Probleme hat. Bereits aus kurzer Distanz wird sie mit FSR 4 viel mehr zu einer matschigen Substanz anstatt einzelne Grashalme zu erhalten. FSR 4.1 bekommt das etwas besser hin. Besser bedeutet noch lange nicht gut, aber zumindest lassen sich die einzelnen Halme nun besser erkennen.
Nicht nur Gräser profitieren davon. Einen noch etwas größeren Effekt hat FSR 4.1 auf die Bäume und die Büsche. Diese zeigen mit FSR 4.1 mehr Details als mit FSR 4 und verwischen sichtbar weniger. Apropos verwischen: Mit FSR 4 neigen herumfliegende Blätter zum Ghosting. Der Effekt ist mit FSR 4.1 nicht behoben, aber reduziert.
Auch abseits der Vegetation zeigen sich dieselben Eigenschaften: Insbesondere Pflastersteine in Städten werden mit FSR 4.1 deutlich schärfer dargestellt. Einzelne Steine lassen sich nun auch auf größere Entfernung erkennen, was vorher nicht möglich gewesen ist. An dieser Stelle gibt es jedoch ein Aber, denn die zusätzlichen Details gehen in dem Fall mit einem Artefaktmuster einher, das in Bewegung für Unruhe sorgt.
Positives gibt es bei Disocclusion-Artefakten zu berichten: FSR 4 hat diesbezüglich bereits wenige Probleme, FSR 4.1 in Crimson Desert noch einmal weniger. Die Figur schmiert in Bewegung sichtbar weniger, auch Ghosting ist weniger vorhanden.
In Sachen Bildstabilität kommt FSR 4.1 dagegen nicht ganz an die Ergebnisse von FSR 4 heran. Die neue Version ist zwar nur bei einigen Objekten geringfügig schlechter, diese gibt es aber eben. Vermutlich ist das der Preis, den AMD für das detailliertere Bild bezahlen muss.
FSR 4.1 in Death Stranding 2
In Death Stranding 2 fallen die Effekte ähnlich aus wie in Crimson Desert. Allen voran die Vegetation ist mit FSR 4.1 schärfer als mit FSR 4. Besonders in Bewegung. Auch andere Elemente im Bild werden schärfer dargestellt, wie zum Beispiel die zahlreichen Felsen und Steine. Doch macht sich der Effekt dort weniger bemerkbar.
Keine positiven Effekte gibt es derweil bei Disocclusion- sowie Ghosting-Artefakten, was aber schlicht daran liegt, dass es dort auch mit FSR 4 keine Probleme gibt. Die einzige Ausnahme sind die Büsche, die aber unabhängig vom Upsampling immer etwas mit Ghosting zu kämpfen haben.
In Sachen Bildstabilität schneidet FSR 4 wieder geringfügig besser ab als FSR 4.1. Einige Objekte flimmern mit der neuen Version etwas mehr. Auffällig ist dabei, dass eigentlich nur Gegenstände flackern, die auch mit der älteren Version geflackert haben. Nur jetzt eben etwas mehr.
In Death Stranding 2 regnet es ganz gerne. In den entsprechenden Szenen ist der Kontrast der Grafik gering, es regnet bei trübem Wetter. FSR 4 hat die Wassertropfen in manchen Sequenzen gerne „entfernt“, sie wurden von dem neuronalen Netzwerk offenbar als „Noise“ interpretiert. FSR 4.1 macht diesbezüglich keinerlei Verbesserung. Eher geht nochmal etwas mehr Regen verloren.
Fazit
In Crimson Desert schneidet FSR 4.1 sichtbar besser ab als FSR 4, das Bild weist mehr Details sowie weniger Artefakte auf und ist stabiler. Positives gibt es auch beim Ghosting und Disocclusion-Artefakten zu berichten. Dabei ist gut zu sehen, dass FSR 4 und FSR 4.1 die gleichen Eigenschaften tragen, also auf dieselbe Basis zurückgreifen. Bei FSR 4.1 scheint es sich schlicht um ein getuntes AI-Modell von FSR 4 zu handeln. Der Versionssprung ist Programm.
Nvidia DLSS 4.5 liefert nichtsdestoweniger immer noch das sichtbar bessere Ergebnis ab. Nvidias Technologie schafft es, das detaillierteste Bild mit den wenigsten Artefakten bei zugleich stabilstem Bild abzuliefern.
In Death Stranding 2 ist FSR 4.1 dagegen deutlich näher an DLSS 4.5. In manchen Sequenzen gibt es kaum einen Unterschied zwischen den beiden Upsamplern. FSR 4 hat das nicht geschafft, wobei schon der Unterschied zwischen FSR 4 und DLSS 4.5 deutlich kleiner war als in Crimson Desert.
Nvidias Upsampling bleibt am Ende aber auch hier überlegen, zumal die Technik es besser schafft, Regentropfen eben Regentropfen sein zu lassen und diese anders als FSR 4 und FSR 4.1 nicht aus dem Bild entfernt.
Der Ersteindruck zu FSR 4.1 fällt dennoch positiv aus: Ein in Summe positiver Fortschritt, wenn auch kleiner als von DLSS 4 auf DLSS 4.5, ist in den beiden Titeln zu erkennen. Im Detail gibt es aber auch Schritte zurück. Wie sich FSR 4.1 in weiteren Spielen schlägt, wird ComputerBase demnächst klären.
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4,4 Sterne
AMD Adrenalin (ehemals Crimson bzw. Catalyst) ist der Treiber für alle Radeon-Grafikkarten.
- Version 26.3.1 (WHQL) Deutsch
- Version 26.1.1 (WHQL) Deutsch
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Datenleck durch falsche Informationen: AI-Agent verursacht bei Meta gravierenden Sicherheitsvorfall

Ein mit OpenClaw vergleichbarer AI-Agent führte bei Meta zu einem internen Datenleck. Der KI-Assistent selbst produzierte keinen fehlerhaften Code, gab einem Mitarbeiter aber falsche technische Angaben, berichtet The Verge.
Die Konsequenz des Vorfalls war, dass Meta-Mitarbeiter in der letzten Woche für fast zwei Stunden Zugang zu Unternehmens- und Kundendaten hatten, obwohl ihnen eigentlich die Berechtigung dafür fehlte. Meta-Sprecherin Tracy Clayton sagte gegenüber The Verge, keine Nutzerdaten seien in diesem Zeitraum „unsachgemäß behandelt“ worden. Zuerst hatte The Information den Sicherheitsvorfall beschrieben.
KI-Agent liefert autonom falsche Informationen
Ausgangspunkt für das Datenleck war ein interner KI-Agent, der laut der Beschreibung von Clayton ähnlich wie OpenClaw funktioniere, nur eben in einer sicheren Umgebung laufe. Ein Software-Entwickler nutzte den Agenten, um eine Frage zu analysieren, die ein anderer Mitarbeiter in einem internen Meta-Forum gestellt hatte. Der Agent postete allerdings autonom eine Antwort auf die Frage, berechtigt wurde er dazu nicht. Diese Antwort wurde nur dem Mitarbeiter angezeigt, der die Frage gestellt hatte. Öffentlich war der Beitrag nicht.
Der Mitarbeiter setzte dann um, was der KI-Agent empfohlen hatte – nur waren die Informationen fehlerhaft. Die Konsequenz war ein „SEV1“-Sicherheitsvorfall. Das ist die zweithöchste Stufe in Metas internen Bewertungssystem. Mitarbeiter hatten aber nur kurzzeitig einen nicht-autorisierten Zugang zu sensiblen Daten, das Problem wurde behoben.
Mitarbeiter wusste, dass er sich mit Agenten austauscht
Wie Meta-Sprecherin Clayton erklärt, hat der KI-Agent selbst keine technischen Maßnahmen umgesetzt. Dieser gab lediglich fehlerhafte Informationen, was im Kern etwas ist, das auch unter Menschen passieren kann. Menschen hätten aber womöglich den Hinweis gründlicher geprüft.
Der Mitarbeiter war sich laut Clayton aber bewusst, dass er mit einem Bot kommuniziert hat. Hinweise befanden sich sowohl in dem Beitrag des Agenten als auch in den Antworten des Mitarbeiters.
Fehler mit Agenten
Je mehr sich AI-Agenten verbreiten, desto häufiger werden Sicherheitsvorfälle bekannt. Eine der kuriosen Meldungen der letzten Wochen stammt sogar von Meta, berichtete 404Media. So war es die für Sicherheit zuständige Direktorin von Metas neuem Superintelligence Labs, die bei Experimenten mit dem Open-Source-Agenten OpenClaw Teile ihres Posteingangs löschte. Eigentlich sollte der KI-Assistent den Posteingang nur überprüfen, aufgrund der Menge an Mails kam es dann zur ungewollten Löschaktion.
Bei anderen Tech-Konzernen ist die Lage ähnlich. Bei Amazon haben Coding-Agenten im letzten Jahr zwei kleinere AWS-Ausfälle verursacht.
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Ugreen iDX6011 Pro AI-NAS im Test
Das Ugreen iDX6011 Pro ist mehr als ein NAS. Mit Intel Core Ultra 7 255H, 64 GB RAM, 2× 10 GbE, OCuLink und Thunderbolt sucht die Hardware seinesgleichen. Und mit lokaler AI will Ugreen künstliche Intelligenz direkt auf das NAS bringen. Das funktioniert im Test wegen zu vieler Einschränkungen aber aktuell nur bedingt.
Mit dem NASync iDX6011 Pro bringt Ugreen ein NAS-System der besonderen Art. Es verspricht nicht nur AI, sondern auf dem NAS läuft lokal eine eigene AI, die offline und ohne Übertragung in die Cloud lokal Antworten gibt. Auf Wunsch kann man zusätzlich für allgemeine Anfragen auch eine Cloud-AI nutzen, muss es aber eben nicht. Auf diese Weise lassen sich auch sensible und persönliche Daten durch AI auswerten, die man nicht in die Cloud laden möchte. Doch dafür braucht es schnelle Hardware, was die zweite Besonderheit des Ugreen NASync iDX6011 Pro ist. Denn an Leistung fehlt es diesem NAS mit Intel Core Ultra 7 255H „Arrow Lake-H“ und 64 GB RAM nicht. Im Test muss das iDX6011 Pro nicht nur zeigen, was die AI schon kann, sondern auch, wie sich das NAS im Alltag schlägt und welche Fortschritte Ugreen in diesem Bereich in den letzten Monaten gemacht hat.
Preis und Verfügbarkeit
Diese Technik hat ihren Preis. Weshalb Ugreen eigentlich erneut mit umfangreichen Rabatten zum Start werben wollte und Interessenten noch die Option haben sollten, sich das NAS vor dem Start der Kickstarter-Kampagne mit bis zu 40 Prozent Rabatt zu sichern. Doch diese Aktion musste Ugreen wegen der aktuellen Preisschwankungen und -steigerungen auf dem Komponentenmarkt vorzeitig beenden, da nicht gewährleistet werden konnte, dass man alle Interessenten zeitnah auch beliefern können wird. Hiermit dürften die Preise für SSD und RAM gemeint sein, denn mit bis zu 64 GB LPDDR5X in den NAS-Systemen und einer SSD für das Betriebssystem haben sich die Preise der Systeme auch in der Fertigung seit ihrer Ankündigung stark verändert.
Die Kickstarter-Kampagne am 24. März soll noch starten, doch welche Preise dann aufgerufen werden und ob man die NAS-Systeme überhaupt bestellen können wird, erscheint derzeit unsicher. Auf der Website werden aktuell keine Preise für die NAS-Systeme zum Start auf Kickstarter mehr genannt. Bisher war ein Start auf Kickstarter mit 30 Prozent Rabatt vorgesehen.
Ugreen möchte aber vorerst nicht noch mehr Nachfrage erzeugen, die man am Ende womöglich nicht bedienen kann. Die neuen NAS-Systeme werden auf der Website deshalb derzeit als „ausverkauft“ geführt, die Anzahlung und Sicherung des Rabatts sind anders als bisher kommuniziert nicht mehr und somit nicht bis zum 23. März möglich.
Die nachfolgende Tabelle zeigt noch einmal die bisher kommunizierten Preise, die aber unter Umständen keine Relevanz mehr haben.
Die Auslieferung der beiden neuen iDX-NAS an Käufer sollte ursprünglich ab Mai starten, wobei diejenigen, die zuerst auf Kickstarter zuschlagen, wie üblich zuerst beliefert werden. Ob dieser Zeitplan noch Bestand hat, bleibt ebenfalls abzuwarten. Sobald hierzu neue Informationen verfügbar sind, wird ComputerBase darüber berichten.
Mit einer UVP von 2.599 Euro ist das im Test vertretene Ugreen NASync iDX6011 Pro 64 GB demnach kein NAS, das man mal eben nebenbei erwirbt, sondern eine Anschaffung, die gut überlegt sein will. Denn HDDs und gegebenenfalls SSDs, die im NAS genutzt werden, müssen auch noch erworben werden und sind aktuell nicht durch ihren günstigen Preis in den Schlagzeilen.
Die Hardware des iDX6011 Pro
Bevor es genauer um die AI im iDX6011 Pro geht, wird zunächst ein Blick auf die Hardware geworfen, die all dies überhaupt erst ermöglicht.
Das iDX6011 Pro kann bis zu 6 SATA-Laufwerke (HDDs und SSDs) und zwei M.2-Laufwerke aufnehmen. Auf diese Weise lassen sich derzeit bis zu 196 TB Speicherkapazität im NAS realisieren. Hierfür verfügt es über die klassischen sechs Laufwerksrahmen eines NAS an der Vorderseite, die gegen das ungewollte, schnelle Entwenden gesichert werden können. Denn auch abseits von AI erfüllt das NAS alle klassischen Aufgaben eines solchen, also beispielsweise die lokale Speicherung von Dateien und Fotos und automatisierte Backups und Synchronisationsaufgaben. Das System selbst liegt erneut auf einer internen SSD mit 128 GB und ist somit von den eingesetzten Laufwerken entkoppelt.
Bei den Anschlüssen wird Ugreen-typisch viel geboten. Zwei 10-GbE-Anschlüsse, zwei USB-A-2.0-Ports, ein USB-A-3.2-Anschluss, HDMI und OCuLink stehen an der Rückseite zur Verfügung. Vorne sind der Power-Knopf, die System-LEDs, ein SD-Kartenleser, zwei Thunderbolt-Ports und ein USB-A-3.2-Anschluss platziert.
Das iDX6011 Pro verfügt an der Vorderseite im Gegensatz zum iDX6011 zusätzlich über ein Display, das rund 3,7 Zoll groß ist, sich per Touch aktivieren lässt und unter anderem die Auslastung der CPU, NPU, GPU und des RAMs anzeigt. Durch Wischbewegungen lassen sich detailliertere Statistiken einzelner Bereiche und beispielsweise auch des Netzwerks und Temperaturen der verbauten HDDs aufrufen. Zur Steuerung des NAS ist das Display jedoch nicht gedacht.
Blickt man etwas weiter nach innen, stellt sich zunächst die Frage, wie man die M.2-SSDs und eine etwaige PCIe-Karte einsetzt. RAM und M.2-Steckplätze sitzen nämlich nicht an der Unterseite, sondern man muss die rechte Seitenwand abnehmen, um an den PCIe-Steckplatz (Gen4 x8) und die M.2-Ports zu gelangen. Passendes Werkzeug liefert Ugreen mit. Auch zusätzliche Kühlkörper mit Wärmeleitpads für zwei M.2-SSDs liegen dem NAS bei. Bei theoretischen Tests sorgen die M.2-Schnittstellen mit 6 GB/s nicht für einen Flaschenhals. Bei einer Erweiterungskarte für PCIe ist zu beachten, dass sie ausschließlich über den Slot mit Strom versorgt wird.
eGPU per OCuLink oder Thunderbolt
Leistungsstarke Grafikkarten etwa für die KI-Beschleunigung werden hier deshalb nicht eingesetzt, was auch vom Platz nicht passen würde. Sie werden über Thunderbolt oder OCuLink mit einem eGPU-Gehäuse angeschlossen. Passende Nvidia-Treiber und das Nvidia Toolkit lassen sich im App Center beim Einsatz einer Nvidia-Grafikkarte installieren. Grundsätzlich lassen sich aber auch AMD-Grafikkarten in einem eGPU-Dock nutzen und werden als solche vom NAS erkannt.
ComputerBase wollte die eGPU-Fähigkeiten des iDX6011 Pro im Test ebenfalls begutachten. Wie sich nach mehrmaliger Rücksprache mit Ugreen und Tests seitens Ugreen herausstellte, ist das verwendete Razer Core X derzeit aber offenbar nicht mit dem iDX6011 Pro kompatibel. Das per Thunderbolt verbundene Gehäuse, das ComputerBase für den Test mit einer RTX 4070 Ti und einer RTX 2080 bestückt hat, wird vom NAS nicht als eGPU-Dock erkannt. Ugreen versucht noch herauszufinden, woran diese Inkompatibilität liegt. Sicher gewährleistet wird deshalb derzeit nur die Nutzung des Ugreen eGPU Dock CM980 (Model 75730) am iDX6011 Pro. Offen ist auch noch, ob dann ausschließlich die eGPU für alle AI-Aufgaben genutzt wird, für welche überhaupt genau und ob die AI-Leistung des Intel-Prozessors dann dauerhaft ungenutzt bleibt.
Zu beachten ist zudem, dass eGPU-Gehäuse am iDX6011 Pro nicht hotplug-fähig sind. Das bedeutet, dass das NAS immer erst ausgeschaltet, die eGPU verbunden und dann das NAS wieder eingeschaltet werden muss. Zudem muss beachtet werden, dass der Nvidia-Treiber und das -Toolkit vor dem Anschließen der eGPU installiert sein müssen.
Leistungsstarke CPU von Intel
Als Prozessor des iDX6011 Pro dient ein Intel Core Ultra 7 255H „Arrow Lake-H“, der neben 16 Kernen und 16 Threads auch 96 TOPS für AI-Aufgaben bietet. Er ist mit 28 Watt konfiguriert, was auch für den Intel Core Ultra 5 125H im iDX6011 gilt, der 14 Kerne mit 18 Threads und 33 TOPS bietet. Dank integrierter Grafikeinheit können die Intel-CPUs auch Bilder über den 8K-HDMI-Ausgang der NAS-Systeme ausgeben. Der Intel Core Ultra 7 255H bietet mit 24 MB doppelt so viel Cache wie der i5-1235U in der DXP6800 Pro. Diese CPU erfordert eine gute Kühlung. Ugreen setzt hierfür auf einen flachen Kupferkühler mit zwei Lüftern, der am Boden des NAS sitzt und warme Luft aus der linken Seite des NAS herauspustet. Er stammt von Coolcox und ist über vier Heatpipes mit dem Kühlkörper direkt auf der CPU verbunden.
Von Coolcox stammen auch die zwei 120 × 120 × 25 mm großen Lüfter, die über die Rückseite des NAS kalte Luft ansaugen, um Laufwerke und CPU zu kühlen. Sie lassen sich theoretisch gegen eigene Modelle tauschen, da sie über 4-Pin-Stecker angeschlossen sind, wenn man die geklebten Gummiabdeckungen von den Schrauben an der Rückseite entfernt und das NAS öffnet. Nötig erscheint das jedoch nicht, denn die beiden großen Lüfter arbeiten im Alltag stets leise.
Das interne Netzteil des iDX6011 Pro stammt von Channel Well Technology (CWT) und liefert bis zu 300 Watt. Es wird über einen integrierten, kleinen Lüfter aktiv gekühlt.
Insgesamt sorgen somit fünf Lüfter für die Kühlung der Komponenten im Ugreen iDX6011 Pro.
Verlöteter RAM statt Module
RAM-Steckplätze sucht man beim iDX6001 Pro anders als bei den DXP-Modellen jedoch vergeblich. Denn Ugreen nutzt bei den beiden neuen NAS verlöteten RAM. Ein Upgrade durch den Besitzer ist somit ausgeschlossen. Dafür kommt LPDDR5x zum Einsatz, während bei den DXP-NAS normale DDR5-Module genutzt werden.
Auch deshalb dürfte Ugreen beide Modelle ab Werk bereits mit viel RAM ausstatten. Das iDX6011 kommt wahlweise mit 32 oder 64 GB LPDDR5x, das iDX6011 Pro immer mit 64 GB Arbeitsspeicher. Gegenüber ComputerBase begründet Ugreen die Entscheidung für schnellen LPDDR5x-8400 aber auch mit höheren Datentransferraten und schnellerem Zugriff, der insbesondere für AI-Aufgaben wichtig sei. Bei LPDDR5x erlaubt Intel offiziell bis zu 8.400 MT/s, bei DDR5 wäre hingegen offiziell bei 6.400 MT/s Schluss. Da Ugreen sich an diese Spezifikationen hält, stellt LPDDR5x somit in der Tat die schnellere Wahl dar, lässt dem Nutzer aber weniger Spielraum für Upgrades.
Hervorragende Verarbeitung
Was bei all dem auffällt, ist die erneut hervorragende Verarbeitung des iDX6011 Pro. Das Metallgehäuse macht nicht nur einen hochwertigen Eindruck, es passt auch perfekt zusammen, ohne scharfe Kanten oder optische Mängel wie große Spaltmaße. Auch der Innenraum ist mitsamt Kabelführung sehr gut gestaltet.
Inbetriebnahme des Ugreen-AI-NAS
Die Inbetriebnahme des AI-NAS iDX6011 Pro unterscheidet sich zunächst nicht von den anderen Systemen von Ugreen. Auspacken, HDDs einsetzen, Strom und LAN anschließen und einschalten. Die HDDs lassen sich, sofern man 3,5-Zoll-Modelle wählt, schrauben- und werkzeuglos in die Laufwerksrahmen einsetzen.
Um das System anschließend zu konfigurieren, kann die Adresse find.ugnas.com im Browser aufgerufen und so auf die Web-Oberfläche des iDX6011 Pro zugegriffen werden. Der Nutzer wird Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt. Nach Benutzername und Passwort muss ein Speicherpool und Volume angelegt und Freigabeordner erstellt werden. Ohne können keine Daten auf dem NAS gespeichert oder Apps installiert werden. Etwaige Software-Updates für das System lassen sich direkt nach der Ersteinrichtung installieren.
Bei der Laufwerkskonfiguration kann man zwischen Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5, RAID 5 + Hot Spare, RAID 6 und RAID 10 wählen, je nach Anzahl der eingebauten Laufwerke. Neben ext4 wird auch btrfs als Dateisystem bei der Formatierung der Laufwerke unterstützt. Neben der Erstellung von Snapshots wird auch eine Dateiversionierung geboten, so dass die wichtigsten Funktionen gegen unbeabsichtigtes Löschen von Dateien abgedeckt sind.
Ugreen arbeitet weiterhin an der Verbesserung des Betriebssystems für die eigenen NAS-Systeme, UGOS Pro, kann aber trotz vieler Fortschritte noch nicht in jeder Hinsicht mit führenden Systemen wie dem DiskStation Manager (DSM) von Synology mithalten. Ein zentraler Punkt fehlt weiterhin: die Verschlüsselung der Dateien und Ordner oder ganzer Volumes auf dem NAS. Ugreen hat zwar eine Tresor-App veröffentlicht, mit der man einen geschützten Bereich erstellen und in diesem Dateien gesondert speichern kann, dieser lässt sich aber gerade nicht als Freigabeordner anlegen. Die Tresor-App muss über das App Center installiert werden und erhält ein Passwort, um Dateien im Tresor verschlüsselt abzulegen. Dateien können über den Dateimanager in den Tresor verschoben werden. Automatisierte Backups in den verschlüsselten Bereich sind aber ebensowenig möglich wie der Zugriff über SMB oder andere Standards. An die Einfachheit und Zugänglichkeit einer Ordnerverschlüsselung kommt dieser Tresor jedoch bei Weitem nicht heran und ist somit kein adäquater Ersatz.
Über kürzliche und geplante Updates informiert Ugreen auf der eigenen Website. Die Ordnerverschlüsselung wird darin nicht mehr aufgeführt.
Für weitere Details zu virtuellen Maschinen auf dem NAS, dem Videozentrum und anderen Apps wird an dieser Stelle auf die bisherigen Tests der Ugreen-NAS verwiesen. Denn an dieser Stelle soll sich im Folgenden der wichtigsten Neuerung, der lokalen AI gewidmet werden.
AI läuft vollständig lokal, Cloud nur zusätzlich
Zentrale Neuerung der iDX-Serie und des Betriebssystems sind nämlich die AI-Funktionen des NAS, die keinerlei Daten in die Cloud übertragen. Nur auf Wunsch kann der Nutzer auch ChatGPT von OpenAI über das NAS nutzen und eine Cloud-Anbindung für alle Anfragen, die sich nicht anhand der Daten auf dem NAS beantworten lassen, herstellen. Die lokale AI kann nicht nur bei der Organisation der Daten helfen, sondern auch Inhalte zusammenfassen, thematisch passende Dokumente zu einer semantischen Suchanfrage aus vielen Dokumenten finden oder Fotos automatisch gruppieren und auch hier bei der Suche ganz konkreter Bildinhalte helfen, wie man es schon von Smartphones kennt.
Die Grenze zwischen NAS als reinem Netzwerkspeicher für Dateien, auf die mehrere Personen jederzeit zugreifen können, und einem echten Heimserver, der auch anspruchsvollere Aufgaben und Anwendungen ausführen kann, verschwimmt mit den iDX-NAS von Ugreen noch stärker als mit der bisherigen NASync-DXP-Serie (Tests). Grundsätzlich stehen auf dem iDX6011 Pro alle Funktionen zur Verfügung, die bisher auch auf den NAS der DXP-Serie angeboten wurden – mit AI kommen nur noch weitere hinzu.
Wichtig anzumerken ist, dass ComputerBase derzeit die AI-Funktionen noch im Rahmen einer Betaphase nutzt. Bis das iDX6011 Pro im Mai an Kunden ausgeliefert wird, kann und wird Ugreen also noch einige Verbesserungen vornehmen und gerade die noch nicht mit dem letzten Feinschliff versehenen Stellen im UI ausbessern. Diese Aspekte sind deshalb nicht zentraler Bestandteil des Tests, der auf diesen Betastatus Rücksicht nimmt.
Die AI-Funktionen im Test
Wie bereits erwähnt, können die neuen AI-NAS von Ugreen ihre AI-Aufgaben rein lokal bearbeiten, ohne dass eine Internetverbindung bestehen muss und (persönliche) Daten hochgeladen werden. Das ist einer der zentralen Bausteine der Systeme.
So kann die AI auch auf private oder geschäftliche Daten losgelassen werden, die ausschließlich lokal auf dem NAS gespeichert sind und die man nicht in die Cloud hochladen möchte.
Wenn gewollt, lässt sich beispielsweise im AI-Assistant Uliya jedoch das Modell umschalten und auf die Cloud-AI zurückgreifen, beispielsweise um allgemeine Wissensfragen oder Anfragen, für die auf Echtzeitinformationen zurückgegriffen werden muss, beantworten zu lassen. Diese Entscheidung liegt jedoch beim Benutzer, man muss dem NAS diese Möglichkeit nicht eröffnen.
Zum Start der AI-NAS bietet Ugreen verschiedene AI-Anwendungen, die sich in drei Bereiche unterteilen:
- Media & Entertainment
- File Management & Search
- AI Chat
Jeder Bereich bietet wiederum verschiedene Apps:
- Voice Memos
- Files
- Universal Search
Auf einzelne dieser Apps und Funktionen wird im Folgenden kurz eingegangen.
AI Console
Nach der Ersteinrichtung des NAS sind die AI-Funktionen und Modelle noch deaktiviert und nicht heruntergeladen. Die AI Console ist deshalb erste Anlaufstelle um die LLM auszuwählen, herunterzuladen und zu aktivieren. Hier lässt sich auch ein API-Key für ChatGPT hinterlegen, um eine Bezahlversion der Online-AI mit dem NAS zu verknüpfen. In der AI Console legt man auch fest, auf welche Apps, die unterstützt werden, beispielsweise der AI-Assistent Uliya Zugriff haben soll. Aktiviert man die AI-Funktionen und das Sprachmodell, merkt man dies auch sofort am reservierten Arbeitsspeicher, denn allein das LLM benötigt 12,5 Gigabyte RAM.
Fotos
Die Fotos-App auf dem NAS erkennt Gesichter, Tiere, Objekte, Szenen und Texte auf Bildern und kategorisiert sie anhand dieser Informationen automatisch. Auch wenn man alle Bilder in einen Ordner hochlädt, erstellt das NAS unter „Albums“ verschiedene „Ordner“, die nach Personen, Orte, Videos und Objekte gegliedert sind. Allerdings erst, wenn man in den Einstellungen der Fotos-App auch die AI-Funktionen aktiviert hat, denn nach der Installation der App sind diese zunächst deaktiviert, da sie fortwährend Ressourcen des NAS verbrauchen.
Der Nutzer kann über die Suchfunktion dann auch selbst nach passenden Motiven anhand einer semantischen Suchanfrage suchen. Fängt man an, einen Satz einzutippen, etwa „Frau mit einem weißen Oberteil“ wird die Intelligent Search eingeblendet. In der Praxis führen aber viele Suchanfragen ins Leere und zeigen „no result“, obwohl ein passendes Bild vorhanden wäre.
Aus Fotos von einem Konzert werden im Test drei Bilder zu „Frau mit einem Mikrofon“ gefunden, es sind jedoch mehrere Dutzend auf dem NAS gespeichert. An einer nicht abgeschlossenen Erkennung liegt das in diesem Beispiel nicht, das System hat diese beendet. Beim einfachen Suchbegriff „Frau“ findet das NAS hingegen plötzlich gar keine Bilder mehr. Eine Frau mit Mikrofon gibt es, eine Frau aber nicht.
Zum Suchbegriff „Meer“ findet er passende Bilder, allerdings zu wenige, und zeigt auch einen Ordner „Sea“ mit einem Vorschaubild an. Wählt man ihn aus, erhält man dann jedoch plötzlich „no results found“.
Hier gibt es derzeit also noch die ein oder andere Ungereimtheit, die sich auch im AI-Assistenten Uliya zeigt, mit dem man über „Smart Commands“ nämlich auch in den eigenen Fotos suchen kann. Sucht man hier nach Bildern, kann man aus den Suchergebnissen direkt in die Fotos-App springen, um sich die Bilder dort anzeigen zu lassen. Doch auch hier passiert es, dass die in Uliya angezeigten Fotos in der App dann zu „no results found“ führen, man sie sich dort also doch nicht anzeigen lassen kann.
Die semantische Suche in der Foto-App und über den Smart Command in Uliy ist derzeit in der Beta also noch stark verbesserungswürdig.
Werden Fotos erkannt, kann man diese theoretisch aber auch gleich entsprechend gruppieren lassen, um später einfacher wieder auf sie zugreifen zu können. Eine so vorgenommene Gruppierung von Fotos lässt sich jedoch nicht auf andere Systeme übertragen, denn passende EXIF-Tags lassen sich (derzeit) nicht exportieren.
Die Fotos-App kann von einer eGPU profitieren und diese zur Bildanalyse nutzen, wenn eine solche mit dem NAS verbunden ist.
Uliya AI-Chat
Der Uliya KI-Chat ermöglicht es Nutzern, über ein integriertes Sprachmodell (LLM) natürliche Fragen zu gespeicherten Dateien zu stellen, Dokumente zusammenzufassen, Notizen zu erstellen und offline auf eine private Wissensdatenbank zuzugreifen. Auch in diesem Fall bleiben die Daten lokal auf dem NAS. In den Einstellungen lässt sich aktivieren, dass eine verbundene, externe GPU für Uliya genutzt und die Verarbeitung beschleunigen soll. Uliya unterstützt eine Vielzahl von Sprachen, wobei man bei den Anfragen auch ständig zwischen diesen wechseln kann.
Kein uneingeschränkter Zugriff auf NAS-Daten
Allerdings, und diese Erkenntnis kommt im Laufe des Tests dann doch überrraschend, hat Uliya gar keinen Zugriff auf die gespeicherten Dateien des NAS. Und man kann ihr diesen Zugriff auch nicht gewähren. Stellt man eine Anfrage zu den gespeicherten Inhalten, beispielsweise dass alle PDFs auf dem NAS zu einem Thema angezeigt werden sollen, kann Uliya dies nicht erfüllen, da der Zugriff fehlt. Das erwartet man anders beziehungsweise möchte zumindest die Option haben, der lokalen AI auch vollen Zugriff auf alle Inhalte zu geben. Möglich ist dies derzeit nicht. Die einzige Option, Uliya Zugriff auf Dateien zu geben, besteht deshalb darin, sie bei der jeweiligen Anfrage mit hochzuladen oder aber in Knowledge Bases, also Wissensdatenbanken, oder Zusammenfassungen manuell auf dem NAS auszuwählen. Nur in diesen beiden Fällen kann Uliya auf die lokalen Dateien zugreifen, die in Anzahl und Größe jedoch beschränkt sind. Zudem kann man hier selbst auf dem NAS keinen Ordner auswählen, sondern nur die Dateien direkt. Alternativ kann man Dateien für die jeweilige Anfrage hochladen, was aber auch zu umständlich ist. Unterstützt werden txt, docx und pdf, also auch keine Bilder. Auch PDFs mit Bildern können nicht ausgewertet werden.
Die Möglichkeiten sind deshalb zu begrenzt. Wenn man Inhalte erst selbst sortieren und in Uliya hochladen oder auf dem NAS heraussuchen muss, um sie nutzen zu können, geht ein großer Vorteil eines AI-Chatbots schon verloren.
Keine Grafiken, Bilder oder Videos
Zudem kann Uliya keinerlei Bilder, Videos oder Dokumente wie ein Excel-Sheet erstellen. Auch hier wird Potenzial liegen gelassen, denn so ist es auch anhand einer Knowledge Base nicht möglich, die Informationen graphisch etwa in einem Diagramm auswerten zu lassen.
Über die bereits erwähnten Smart Commands kann man in Uliya auf ausgewählte Apps wie etwa Fotos oder das Videocenter zugreifen. Wie erwähnt ist das allerdings noch inkonsistent und liefert in Uliya nicht immer dieselben Ergebnisse wie in den Apps oder die Übergabe und Anzeige des Ergebnisses in der App scheitert dann. Smart Commands können aber auch genutzt werden, um die Musikwiedergabe über das NAS oder die Lüftergeschwindigkeit zu steuern. Umso wichtiger wäre es, hierauf auch schnell und einfach über das Smartphone zugreifen zu können.
gpt-4.1-mini für Online-Anfragen
In Uliya lässt sich wie bereits erwähnt auch auf die Cloud-AI umstellen, so dass Fragen beantwortet werden können, die nichts mit dem NAS oder den darauf gespeicherten Daten zu tun haben. Wahlweise kann man neben der Online-Suche, die Google zu Rate zieht, auch das AI-Modell vom lokalen Qwen3 auf gpt-4.1-mini wechseln. Es kann jederzeit zwischen dem lokalen Sprachmodell und dem Webzugriff gewechselt werden.
Auf dem Smartphone fehlt AI
Zum Testzeitpunkt lässt sich Uliya zudem nur über die Desktop-App am PC nutzen. In der Smartphone-App taucht Uliya nirgends auf und lässt sich auch über die Einstellungen nicht aufrufen. Hier kommt aktuell nur der Hinweis, dass man Uliya derzeit in der Smartphone-App nicht nutzen kann. Auch das gilt es unbedingt zu ändern. Eine AI, die nur umständlich zugänglich ist, ist nutzlos. Am besten sollte Ugreen eine eigene App für Uliya einführen, die man genauso einfach nutzen kann wie die App von ChatGPT. Und wenn man Uliya auf dem NAS mit ChatGPT verbunden hat, dann sollte man in dieser App auch einfach und schnell zwischen lokaler und Cloud-Anfrage wechseln können. Und am besten kann man Anfragen dann auch per Spracheingabe stellen, denn so nutzen viele AI auf dem Smartphone. Kein Tippen, sondern einfach sagen, was man möchte.
Universal Search
Universal Search bietet eine lokale, textbasierte Suche im Stile von Spotlight auf macOS. Mit ihr sollen sich Inhalte anhand natürlicher Anfragen, die den gesuchten Inhalt beschreiben, finden lassen. In der Praxis funktioniert das aber noch nicht. Denn ist die Sucheingabe nicht Bestandteil des Dateinamens, wird nichts gefunden. Der Inhalt von Dateien wird somit, zumindest derzeit noch nicht durchsucht. Bei Fotos sieht das, unter den oben im Abschnitt zur Fotos-App genannten Einschränkungen anders aus. Hier kann der Inhalt beschrieben werden und es werden inhaltlich passende Fotos anzeegt – zumindest manchmal. Denn die Ergebnisse unterscheiden sich schlussendlich nicht von der Suche in der Fotos-App selbst, sind also auch noch verbesserungswürdig.
Positiv ist, dass bei dieser Suche auch nach Einstellungen des NAS und Erwähnungen im Support-Bereich des NAS gesucht werden kann. So lässt sich auch nach Optionen des NAS suchen, wenn man nicht genau weiß, hinter welcher Kategorie im Control Panel sie sich verstecken.
Voice Memos
Mit der Funktion „Sprachmemos“ können Audioaufnahmen auf das NAS hochgeladen und direkt auf dem Gerät transkribiert, übersetzt und zusammengefasst werden. Dabei erkennt das NAS auch verschiedene Sprecher, denen sich auch direkt in der App auf dem NAS passende Namen zuordnen lassen.
Das Sprachmodell belegt im Test selbst noch einmal gut 8 GB Arbeitsspeicher, wenn es genutzt wird. Die Transkription ist in verschiedenen Sprachen wie Deutsch und Englisch aber auch Chinesisch und Japanisch möglich. Über Kategorien kann man festlegen um was für eine Art von Audioinhalt es sich handelt. Die lokale AI kann dabei nicht nur den Audioinhalt transkribieren, sondern fasst diesen anschließend auch zusammen und kann eine Mind-Map erstellen. Im Test funktioniert diese Funktion, die von den lokalen Inhalten auf dem NAS entkoppelt ist, zuverlässig. Sprache wird bei halbwegs klarer Aussprache fehlerfrei transkribiert und auch verschiedene Sprecher werden gut erkannt und automatisch zugeordnet. Auch bei der Auswertung erfindet die AI keine Inhalte, die gar nicht Teil der Audiodatei waren. Die Funktion der Sprachmemos auf dem iDX6011 Pro ist somit gelungen.
Files
Files, die AI-Dateiorganisation der iDX-Serie, soll dafür sorgen, dass Dokumente, Fotos und Downloads beim Hochladen automatisch nach Typ, Datum und Name sortiert werden. Was im Test auch in der Files-App aber nicht klappt, ist die semantische Suche. Wer nach Inhalten sucht, erhält derzeit keine Treffer. Nur der Dateiname oder Bestandteile führen aktuell zum Ergebnis.
Zwischenfazit zur lokalen AI
Insgesamt sind die AI-Funktionen auf dem iDX6011 Pro somit vor allem auf die Textgenerierung, Transkription, das Suchen und die Analyse beschränkt, zielen aber nicht auf die Erstellung neuer Inhalte. Vor allem beim Suchen von Inhalten sind die Ergebnisse derzeit aber noch nicht zufriedenstellend und der Zugriff von Uliya auf lokale Dateien zu eingeschränkt und zu umständlich. Anders als erwartet durchsucht das NAS derzeit – außer bei Fotos – nicht schon im Hintergrund den Inhalt von Daten auf dem NAS, sondern wertet Inhalte erst bei einer konkreten Anfrage und der Auswahl der hierfür heranzuziehenden Daten aus. Das ist im Alltag jedoch zu umständlich.
Den AI-Funktionen fehlt somit eine Option, vollen Zugriff auf alle Inhalte oder anhand von Benutzerrechten zu erteilen, damit einzelne Nutzer nur ihre gespeicherten Inhalte für ihre AI-Anfragen freigeben können.
Zumindest in der aktuellen Betaphase wirkt die AI zu sehr vom restlichen System entkoppelt, der Chatbot ist nicht allgegenwärtig und man kann ihm, wenn man es möchte, nicht ausreichend Zugriff auf Inhalte gewähren. Die durchaus sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten etwa zu Analysen und Zusammenfassungen sind deshalb zu umständlich implementiert und dass man beispielsweise derzeit nicht einmal alle Dokumente zu einem Thema auf dem NAS heraussuchen lassen kann, ist enttäuschend.
Apps & Mobile Entwicklung
Nvidia-GPUs: Supermicro-Mitgründer wegen Schmuggel nach China in Haft

Der Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw wurde verhaftet, weil er eigentlich sanktionierte KI-Server mit Nvidia-GPUs im Wert von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar nach China geschmuggelt haben soll. Der Aktienwert von Supermicro brach daraufhin ein.
Das US-Justizministerium hat drei Personen wegen illegalen Schmuggels von KI-Hardware nach China angeklagt, wie aus einer aktuellen Stellungnahme hervorgeht. Neben dem Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw handelt es sich bei den Angeklagten um einen weiteren Manager des Unternehmens, Ruei-Tsang Chang, und den Auftragnehmer Ting-Wei Sun.
Supermicro bestätigt die Anklage
Supermicro hat im Rahmen einer Pressemitteilung erklärt, dass die beiden Mitarbeiter suspendiert und das Vertragsverhältnis mit dem Auftragnehmer unmittelbar beendet wurden.
Der betroffene Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw wurde bereits festgenommen. Yih-Shyan Liaw besitzt angeblich Supermicro-Aktien im Wert von 464 Millionen US-Dollar. Der Aktienkurs von Supermicro brach infolge der Anschuldigungen innerhalb weniger Stunden um fast 30 Prozent ein.
Im Detail soll der Supermicro-Mitgründer Liaw Server mit Nvidia-GPUs nach China geschmuggelt haben, wozu eine südasiatische Strohfirma genutzt wurde. Der Wert der so nach China überführten Nvidia-GPUs beläuft sich auf insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar, wobei alleine innerhalb von drei Wochen während des Frühjahrs 2025 auf diesem Weg Waren im Wert von 510 Millionen US-Dollar geschmuggelt wurden.
Umgehung von US-Exportgesetzen
In der Anklageschrift wird laut der Pressemitteilung des US-Justizministeriums beschrieben, wie gefälschte Dokumente und Dummy-Server genutzt wurden, um die gegen China verhängten US-Exportgesetze mutmaßlich zu umgehen. Hierbei sollen die Dummy-Server dazu genutzt worden sein, um US-Prüfer zu täuschen.
Aufnahmen von Überwachungskameras sollen zudem zeigen, wie Aufkleber mit Seriennummern unter Zuhilfenahme eines Föns ausgetauscht wurden. Die Organisation der kriminellen Machenschaften erfolgte über verschlüsselte Gruppenchats. Bei einer Verurteilung können den Beschuldigten bis zu 20 Jahre Haft drohen, wobei den Beteiligten Verstöße gegen US-Exportgesetze und zwei weitere Vergehen, jeweils mit bis zu 5 Jahren Haftstrafe belegbar, vorgeworfen werden.
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