Digital Business & Startups
Fake it till you never make it
LLMs machen es heute extrem einfach, klug klingende Konzepte zu produzieren. In wenigen Minuten entstehen Businesspläne, Strategiepapiere, Produktvisionen und Pitch Decks auf hohem Niveau. Sprache ist sauber. Logik wirkt stimmig. Slides sehen professionell aus.
Das Problem: Gute Outputs sehen inzwischen aus wie Kompetenz. Sind es aber nicht.
Ich beobachte das regelmäßig bei Startup-Teams, vor allem in der Pre-Seed- und Early-Stage-Phase, aber auch in Innovation Units etablierter Organisationen. Die Geschwindigkeit, mit der qualitative Dokumente entstehen, steigt. Die Qualität der Umsetzung oft nicht, manchmal sinkt sie sogar.
Meine These: Wir erleben gerade eine neue Version von „Fake it till you make it“. Nur mit einem Unterschied. Viele bleiben im Fake stecken.
Warum LLMs diese Illusion verstärken
Die aktuellen LLMs sind vor allem Verstärker. Sie verstärken vorhandene Ideen, Denkmodelle und Annahmen. Sie ersetzen weder echte Erfahrung noch tiefes Verständnis für den Kontext.
Schnelle Ergebnisse erzeugen Sicherheit. Wer in einer Stunde ein fertiges Strategiepapier hat, fühlt sich vorbereitet. Das Gehirn bekommt ein falsches Signal: „Problem gelöst.“
In vielen Teams entsteht aktuell kein großer Effizienzgewinn, sondern zusätzlicher Overhead. KI-Outputs müssen permanent überprüft, korrigiert und angepasst werden. Das fühlt sich wie Beschleunigung an, ist aber oft nur ein improvisierter Quality-Assurance-Prozess. Das eigentliche Problem ist selten die KI. Es fehlt ein Setup für Standards und saubere Qualitätssicherung.
Wo es in der Realität kippt
Ein typisches Muster aus meiner Arbeit: Akademisch starke Founder-Teams bauen beeindruckende Konzepte. Deep Research. Saubere Modelle. Gute Storylines. Sobald es aber um Execution geht, bricht das System.
Kundengespräche werden vermieden oder mechanisch durchgeführt. Gespräche wirken wie Skriptabfragen. Keine echte Empathie. Kein echtes Zuhören. Keine Beziehung zum Kunden.
Auf der Tech-Seite sehe ich Ähnliches. In meiner aktuellen Umfrage mit 58 überwiegend Senior Engineers zeigt sich klar: AI-Code wird fast immer manuell überprüft. Vertrauen in KI als autonomen Entscheider existiert nicht. KI wird als Accelerator genutzt, nicht als Autorität.
Das ist kein Zufall. Denn produktive Software entsteht nicht durch Copy-Paste. Sie muss in bestehende Systeme und Rahmenbedingungen passen, Sicherheitsanforderungen erfüllen, Deployment-Prozesse integrieren und langfristig wartbar bleiben. Das kann aktuell keine einfache Prompt-Abkürzung ersetzen.
Teams, die das verstanden haben, gehen deshalb weg von Einzel-Prompts hin zu agentenbasierten Workflows mit klaren Übergaben, Prüfmechanismen und Verantwortlichkeiten.
Das eigentliche Problem ist dabei selten das Team. Es ist die fehlende strategische Entscheidung auf Management-Ebene, KI nicht nur als Produktivitätstool, sondern als neues Operating Model zu denken.
Welche Teams besonders gefährdet sind
Am stärksten gefährdet sind Teams, die:
- stark konzeptionell arbeiten, aber wenig operativ liefern
- wenig reale Kundenkontakte haben
- sich auf Präsentationen statt auf Systeme fokussieren
- Output mit Fortschritt verwechseln
Auch Innovationseinheiten in Corporates fallen oft in diese Kategorie. Viele Slides. Wenig reale Marktinteraktion. Viel Strategie. Wenig Ownership für Umsetzung.
Execution ist der neue Rare Skill
Execution bedeutet heute mehr als „machen“. Es bedeutet:
- komplexe Systeme und Kontext verstehen
- mit Unsicherheit arbeiten
- Feedback aus der Realität integrieren
- Technik, Menschen und Prozesse verstehen und orchestrieren
- Verantwortung übernehmen, wenn es nicht funktioniert
- und vor allem auch weitere Erfahrung sammeln und lernen mit KI zu wachsen
In meinen Umfrageergebnissen zeigt sich ein weiteres Muster: Der größte Aufwand liegt nicht im Schreiben von Code, sondern im Aufbau produktionsreifer Grundlagen. CI/CD, Infrastruktur, Sicherheit, Deployment. Genau dort entscheidet sich, ob ein Projekt tragfähig wird.
Execution ist nicht immer sexy. Aber sie ist der Engpass.
Wie LLMs sinnvoll genutzt werden sollten
LLMs sind kein Ersatz fürs Denken. Sie ist zur Zeit ein Sparringspartner.
Die besten Teams nutzen LLMs so:
- als Ideengenerator, nicht als Entscheidungsinstanz
- als Beschleuniger, nicht als Shortcut
- eingebettet in agentenbasierte Workflows und Review-Prozesse
- gekoppelt an klare Standards und Qualitätsschranken
Wer LLM-Output blind übernimmt, gibt Kontrolle ab. Wer die Technologie ignoriert, verliert Tempo. In der Praxis heißt das: KI beschleunigt Arbeit, aber sie nimmt dir nicht die Verantwortung ab. Und genau hier werden automatisierte Qualitätsmechanismen entscheidend. Ohne klare Checks, Standards und kontinuierliche Validierung skaliert KI nicht produktiv, sondern nur Fehler.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Gerade im Startup-Ökosystem werden wir in den nächsten Jahren immer mehr brillante Konzepte sehen. Aber nur wenige Startups werden sie wirklich umsetzen können. Der neue Wettbewerbsvorteil ist nicht, Ideen zu haben. Nicht Slides. Nicht Prompts. Es ist die Fähigkeit, komplexe Realität in funktionierende Systeme zu übersetzen und zuverlässig auszuführen.
Oder anders gesagt: In einer Welt mit künstlicher Intelligenz gewinnt, wer konsequent executed. Denn das ist der härteste Skill beim Aufbau reproduzierbarer, automatisierter Systeme.
Über den Autor
Peyman Pouryekta arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten im Bereich Technologie und Produktentwicklung. Mit seinem Unternehmen beschäftige er sich intensiv mit dem Thema, wie Startups den schnellen Erfolg mit einhergehenden Wachstumsschmerzen in den Griff bekommen.
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„Highperformer“-Food aus der Mikrowelle: Warum das neue Konzept polarisiert
Ein Startup aus dem Hause Dr. Oetker setzt auf gesunde Tiefkühlgerichte für „Highperformer“. Eigentlich vertreibt Juit über E-Commerce – doch jetzt hat es in Berlin-Mitte auch einen Pop-up-Store eröffnet.
Berlin-Mitte, Zimmerstraße 69. Der Boden glänzt so makellos wie die Glasfassaden der umliegenden Bürokomplexe. Der Pop-up-Store von Juit wirkt weniger wie ein Restaurant, als wie eine schick designte Tankstelle für den menschlichen Motor. Die knallbunten Farben der Fertiggerichte schreien gegen die klinische Sterilität der Einrichtung an. Grauer Boden, blau-graue Bestuhlung, glänzende Schränke. Hier ist alles auf Effizienz getrimmt. Keine Kellner, die nach dem Befinden fragen, kein langes Studium der Speisekarte.
Nur ein riesiges, metallenes Tiefkühlregal. Ich fühle mich in die TK-Abteilung meines Stamm-Supermarktes versetzt, als eine freundliche Mitarbeiterin den Moment unterbricht. „Warst du schon mal hier?“ „Nein“.
Marc Sarembe
Das Gericht, das ich mir aussuche, ist vergriffen. Sie empfiehlt stattdessen „Peanut-Chicken“. Ich hole das „Peanut-Chicken“. Karte ans Lesegerät, kurzes Piepen, fertig. Bezahlt wird natürlich bargeldlos.
Essen auf die Nahrungsaufnahme reduzieren
Juits Slogan „Das Leben ist zu kurz, um schlecht zu essen“ zielt direkt auf eine Generation, die zwischen Selbstoptimierung und Zeitmangel feststeckt. Es ist der nächste logische Schritt nach HelloFresh. Doch während die Kochboxen das Einkaufen ersetzen, scheiterten viele Nutzer am Ende doch an der Realität: an der verschrumpelten Bio-Zucchini im Gemüsefach und dem Abwasch nach dem „schnellen“ 30-Minuten-Rezept. Juit verspricht HelloFresh ohne Reue. Wer am Abend keine Lust auf das Schlachtfeld in der Küche hat, muss hier nicht mal zum Messer greifen.
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Kochboxen verkaufen ein Versprechen: Du kochst selbst, du lernst was, du machst und sparst dir den Gang zum Supermarkt. Aber Juit verkauft Erlösung. Keine Tüte, kein Rezept. Ohne schlechtes Gewissen, Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe. Ein Blick auf die Rückseite der Verpackung verrät, die Nährwerte passen zum Konzept: 1,6 Gramm Zucker und 7,1 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm beim „Chicken-Curry“. Ich schiebe die Schale in die Mikrowelle – und circa acht Minuten später ist das Abendessen kein Plan mehr, sondern ein Ergebnis.
TK für Gutverdiener
Hinter dem hippen Berliner Auftritt steckt geballte westfälische Wirtschaftskraft. 2019 gründeten Serdar Mansour Azar und Ingmar Knudsen „Juit“, allerdings nicht im Hinterhof, sondern unter dem Dach von Dr. Oetker. Es ist das „Direct-to-Consumer“-Labor des Bielefelder Riesen, der Versuch, das schmuddelige Image der Tiefkühlpizza gegen gesunde, schockgefrostete High-Tech-Mahlzeiten zu tauschen. Mit Juit setzt Dr. Oetker am Zeitgeist an. Der digitale Vertrieb ermöglicht eine direkte Kundenbindung, ohne dass der Umweg über stationäre Supermarktketten nötig ist. Juit ist der Versuch, technologische Innovation, Datenanalyse und neue Vertriebswege zu vereinen. Dabei ist Juit vor allem ein Zahlenspiel. Die kleinste Box mit sechs Gerichten kostet 56,94 Euro, das sind 9,49 Euro pro Mahlzeit. Wer sich für den Monatsvorrat von 30 Mahlzeiten entscheidet, drückt den Preis auf 7,89 Euro. Trotzdem ist das vergleichsweise teuer.
Marc Sarembe
In Berlin geht Juit einen Schritt weiter und startet seinen ersten Pop-up-Store. Ziel ist es, die Produkte sichtbar zu machen und außerhalb des klassischen E-Commerce zu werben. Kundinnen und Kunden können die Gerichte vor Ort probieren oder zum Lunch vorbeikommen. Geht das Konzept auf, sei auch die Eröffnung weiterer Geschäfte vorstellbar.
Hauptsache schnell
Marc Sarembe
Acht Minuten und 30 Sekunden. So lange dauert die Zubereitung in der Mikrowelle. Es ist eine seltsame Zeitspanne des Stillstands in Berlin-Mitte. „Wer kommt zu euch zum Mittagessen?“, frage ich den Inhaber Serdar, dessen Kollege mich einige Tage zuvor auf der Straße angesprochen hatte. Seine Antwort passt zur Umgebung: „Highperformer“. Ich begebe mich auf die Suche nach „Highperformern“ und schaue mich um. Hinter mir sitzt ein Mann zusammen mit einer Frau am Tisch. Sie reden im Business-Slang über Social Media und Strategien. Kurz nach dem Lunch sind sie schnell wieder aus dem Geschäft, die Zeit drängt. Dann betritt ein weiterer Kunde den Store, Dresscode Business Casual, er wird per Du begrüßt. „Bei uns auf der Arbeit ist das gerade voll das Ding“, erzählt er der Mitarbeiterin und holt seinen Lunch ab. Schnell bezahlen und schon ist er verschwunden. Immer wieder bleiben Passanten vor dem Schaufenster stehen und starren ins Innere. Das Konzept scheint zu polarisieren. Das auffällige Design bewegt die Umgebung, die sonst eher trist erscheint.
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Viel Biss, wenig Bums
Acht Minuten 30. Ein „Pling“ beendet das Warten. Besonders appetitlich sieht das Peanut-Chicken auf den ersten Blick nicht aus. Nach dem Abziehen der Folie begegnet mir ein leichter, angenehmer Erdnuss-Geruch. Der erste Bissen überrascht: Das Gemüse ist knackig und schmeckt frisch. Es ist erstaunlich, welche Wirkung das Schockfrosten hat. Die Sauce hat eine angenehme Schärfe. Das Fleisch ist zart und saftig, wenn auch geschmacklich etwas fade. Es fehlt mir an Koch-Basics; die Röstaromen einer Pfanne schmecke ich nicht heraus. Doch im Zusammenspiel mit dem Reis wird die Sache stimmig. Die Portion ist ordentlich: Selbst als bekennender Vielfraß fühle ich mich nach dem Mittagessen gesättigt, auch wenn ich nach einer harten Sporteinheit wohl die teurere XL-Variante wählen müsste.
Regional, antibiotikafrei, gesund – Juit wirft mit den richtigen Schlagworten um sich, um das schlechte Gewissen der Tiefkühl-Käufer zu beruhigen. Doch am Ende bleibt die Frage: Ist das noch Essen oder schlicht Treibstoff? Am Abend finde ich es heraus. Zu Hause hübsch auf dem Porzellan-Teller angerichtet kippt das Gefühl, was ich zuvor im Laden hatte. Es fühlt sich für mich jetzt nicht mehr wie eine reine Nährstoffaufnahme an, sondern vielmehr wird es plötzlich ein Abendessen. Nicht weil es mehr Liebe hätte, sondern weil das Setting stimmt und ich die industrielle Kälte des Stores vergesse. Mit einem Mal funktioniert Juit für mich doch: als Vorrat für stressige Tage, zwei, drei Packungen im Tiefkühlfach, wenn Training und Termine den Abend auffressen.
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„Solidarische Umlage“: Das sagt die Berliner Politik zur Azubi-Pflicht
Berliner Ausbildungsplatzumlage beschlossen: Während Startups warnen, spricht die Politik von „Solidarität“. Was wirklich dahinter steckt.
Kritik von Startups trifft auf Eigenlob aus der Politik: Die sogenannte Ausbildungsplatzumlage wurde vergangene Woche vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen. Konkret bedeutet sie: Wer nicht ausbildet, muss zahlen. Und das schon ab zehn Mitarbeitenden im Unternehmen. Gründer kritisierten den neuen Beschluss, wie wir berichtet haben.
Doch was sagen die Verantwortlichen aus der Berliner Politik dazu – und ihre Konkurrenz aus Bayern? Wir haben nachgefragt.
Was die Umlage bewirken soll – und wie sie greift
Die Berliner Senatsverwaltung erklärt den Grund für den Beschluss so: „Die Ausbildungsplatzumlage ist nicht das Ziel, sondern das Mittel, das wir einsetzen, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.“ Das Gesetz ziele auf deutlich mehr Plätze im Berliner Ausbildungsmarkt ab. Hier würden Angebot und Nachfrage nicht zueinander passen. Sei man mit der Maßnahme erfolgreich, würde das Gesetz automatisch nach drei Jahren enden.
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Abgabepflichtig seien alle Berliner Arbeitgeber mit mindestens zehn sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die eine Ausbildungsquote unter 4,6 Prozent hätten. Also auch Startups, die wachsen. Wer die Quote erreiche oder klein bleibe, zahle dann nichts.
Gründer würden bei der Rechnung als volle Kraft zählen, Teilzeitkräfte nur anteilig. Heißt, bei zehn Stunden/Woche zähle man als Viertel Arbeitskraft, bei zwanzig Stunden als Halbe, bei dreißig Stunden als drei Viertel.
Die Abgabenhöhe werde dabei individuell pro Branche durch eine Verordnung bestimmt: Sie hänge grundsätzlich vom Finanzbedarf ab – der allerdings mindestens 75 Millionen Euro jährlich betragen soll – und der Lohnsumme der Zahlenden. Ein Beirat mit Wirtschafts- und Sozialpartnern würde sich dazu regelmäßig beraten und Härtefälle regeln.
SPD-Senatorin Kiziltepe nennt die Umlage „solidarisch“
Cansel Kiziltepe, Berliner Senatorin für Arbeit, hatte den Beschluss vorangetrieben. Sie freue sich, dass Berlin die Umlage bekommt, wie sie sagt. „Wir haben uns fest vorgenommen, die Ausbildungsverhältnisse deutlich und langfristig zu erhöhen.“ Sie stelle damit junge Berliner ins Zentrum: „Mit der Umlage rücken wir junge Menschen in den Mittelpunkt unserer politischen Arbeit. Wir müssen uns intensiver um sie kümmern.“
Ihre Idee: Anreize zum Ausbilden schaffen, kleine Unternehmen besser schützen, während große mehr leisten müssten. „Wir schaffen einen finanziellen Anreiz für die Berufsausbildung und wir stärken vorbildliche Betriebe. Kleine Unternehmen schützen wir, während größere Betriebe mehr Verantwortung tragen müssen. Am Ende profitieren alle von gut ausgebildeten Fachkräften.“
„Keine Belastung für Startups“: CDU-Abgeordneter Stettner über Kosten und Auswirkung der Umlage
CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Stettner relativiert den Beschluss. Er sieht Kosten, aber auch Chancen. „Ein gar nicht ausbildender Betrieb mit 20 Vollzeitbeschäftigten sollte nicht mehr als 1000 Euro pro Jahr für die Unterstützung der Ausbildung in anderen Betrieben beisteuern.“ Im Gegenzug bekämen Ausbilder vollen Kostenersatz. „Ein Betrieb gleicher Größe, der einen neuen Ausbildungsplatz schafft und besetzt, wird 100 Prozent der Kosten des Ausbildungssalärs als Unterstützung erhalten – je nach Branche und Tarif rund 15.000 Euro pro Jahr.“
Ganz einig scheint man sich bei der Höhe der Umlage allerdings noch nicht zu sein. Denn die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit sagt gegenüber Gründerszene, „wichtige Koordinaten, Daten und Zahlen, die wir zur Berechnung der Umlage benötigen, werden in den kommenden Wochen und Monaten eruiert.“
Trotzdem gibt Stettner für Startups Entwarnung. „Der Ausbildungsförderungsfonds bedeutet für viele Startups in Berlin zunächst einmal keine Belastung.“ Wer unter zehn Beschäftigte bleibe, zahle nichts, meint Stettner. Ausbilder würden außerdem profitieren: „Unternehmen, die ausbilden oder zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, profitieren sogar von Fördermitteln.“
Und Berliner Gründer? Diese kritisieren die Umlage als „falsches Signal.“ Sie treffe Startups, die oft keine Azubis einstellen könnten. Der Standort Berlin werde weiter geschwächt, da die Regelung zu mehr Bürokratie und letztlich Kosten führe.
Für Stettner hingegen sei die Ausbildungsplatzumlage kein Standortnachteil für Berlin. Er sieht den Fonds mehr als eine Investition in die Zukunft. „Einem Berliner Startup-Gründer, der überlegt, wegen dieser Regelung woanders zu wachsen, würde ich sagen: Berlin investiert bewusst in die Fachkräfte von morgen.“
Bayerns Politik hält Pflicht für wenig sinnvoll
Bayern plane nichts Vergleichbares, sagen das bayerische Wirtschafts- sowie Arbeitsministerium gegenüber Gründerszene. Das Arbeitsministerium hebt dabei seinen Platzüberschuss hervor: „Im September 2025 standen in Bayern den 63.297 gemeldeten Bewerbern 94.548 Berufsausbildungsstellen zur Verfügung. Auf jeden Bewerber in Bayern kommen also 1,5 Stellen.“
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In der deutschen Hauptstadt sei die Lage laut bayerischem Wirtschaftsministerium anders: „In Berlin gibt es im Gegensatz zu Bayern mehr Bewerber als Ausbildungsstellen. Daher können dort auch andere Maßnahmen sinnvoll sein.“ Eine Ausbildungsplatzumlage mit einer verpflichtenden Azubi-Quote halte man allerdings nicht für den richtigen Weg, so das Wirtschaftsministerium. „Eine Umlage verursacht meist mehr Bürokratie und berücksichtigt die Möglichkeiten der Betriebe nicht ausreichend.“
Bayern stärke die Ausbildungsstimmung deswegen anders. Statt auf eine Umlage setze man auf Partnerschaften mit der Wirtschaft und der Agentur für Arbeit. Dabei würden sowohl eine Internetplattform als auch Orientierungsmessen zur Vermittlung genutzt werden. Dies würde hervorragend funktionieren – ganz ohne Pflicht.
Digital Business & Startups
Midas bekommt 50 Millionen – TerraSpark erhält 5,4 Millionen – Delta Labs sammelt 4,4 Millionen ein
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Tokenisation-Startup Midas bekommt 50 Millionen +++ SpaceTech TerraSpark erhält 5,4 Millionen +++ +++ Delta Labs sammelt 4,4 Millionen ein +++ GuardAero bekommt Millionensumme ein +++ Finanzspritze für ClimateTech ViaThermo +++

Im #DealMonitor für den 31. März werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Midas
+++ Der New Yorker Investor RRE Ventures, Creandum, Framework Ventures, HV Capital, Ledger Cathay, Franklin Templeton, Coinbase Ventures, M1 Capital, Anchorage Digital, FJ Labs, North Island Ventures und GSR investieren 50 Millionen US-Dollar in Midas. Das Berliner Startup, 2024 von Dennis Dinkelmeyer, Fabrice Grinda und Romain Bourgois gegründet, setzt auf die Tokenisierung von Vermögenswerten. „Diese bieten Investor:innen vollständige Transparenz, sofortige Liquidität sowie native Interoperabilität innerhalb von DeFi-Protokollen wie Morpho und Pendle“, teilt das Team mit. Framework Ventures, BlockTower, HV Capital und Co. investierten zuvor bereits 8,75 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Mehr über Midas
TerraSpark
+++ Der französische Investor Daphni, better ventures, Hans(wo)men Group, LBAN – Luxembourg Business Angel Network, Karaoke Club und weitere Business Angels investieren 5,4 Millionen Euro in TerraSpark. Das Startup, 2025 von Tradler-Gründer Jasper Deprez, Sanjay Vijendran, zuletzt bei der ESA tätig, und Tier Mobility-Gründer Matthias Laug in Luxemburg gegründet, setzt auf Space-Based Solar Power (SBSP) und somit auf Solarenergie aus dem Weltraum. „The financing will be used to further develop the technology and prepare for initial pilot applications and live tests“, teilt das Team mit. Mehr über TerraSpark
Delta Labs
+++ Der Essener Inverstor Cusp Capital und der Berliner Female-Gledgeber Auxxo Female Catalyst Fund investieren 4,4 Millionen Euro in Delta Labs. Das Startup aus Zürich, 2023 von Anne Scherer und Cindy Candrian gegründet, bietet eine KI-basierte Plattform zur Vorhersage von Kundenverhalten an. „Our platform, Elaiia, generates calibrated synthetic populations (“AI twins”) that simulate how audiences will respond to decisions, powered by our global population models and enriched with first-party data when available“, heißt es zum Konzept. Mehr über Delta Labs
GuardAero
+++ Das Business-Angel-Konsortium Angels United und die BKIemen Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen investieren eine siebenstellige Summe in GuardAero – siehe brutkasten. Das DefenseTech aus Graz, 2025 von Lukas Kerschdorfer und Clemens Bader gegründet, setzt auf „eine autonome Schutzlösung, die Drohnen erkennt, verfolgt und neutralisiert“.
ViaThermo
+++ Nicht genannte Investoren investieren eine sechsstellige Summe in ViaThermo – siehe Trending Topics. Das Wiener Startup, 2024 gegründet, positioniert sich als „Experte für Haustechnik im Eigenheim“ – samt Eigenleistungsmodell. Das Team möchte insbesondere „Familien bei der Umsetzung ihres Eigenheims durch technische Expertise unterstützen“. Konkret geht es um eine „transparente Planung und flexible Angebotsmodelle für Heizung & Wärme, Bad & Sanitär, Lüftung & Klima sowie Elektrotechnik & Photovoltaik“. Mehr über ViaThermo
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
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