Social Media
Feed und Fudder Podcast 86 – Digital News Report 2026
Social Media sind Nachrichtenquelle Nummer 1! Laut dem Digital News Report 2026 des Reuters Institute sind Social-Media-Kanäle für immer mehr User*innen und User die wichtigste Nachrichtenquelle. Dafür hat das Reuters Institute rund 100.000 Menschen in 48 Ländern befragt.
Erstmals liegen Social Media und Videoplattformen mit 54 Prozent vor TV und klassischen News-Websites. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 52 Prozent, die Plattformen als Hauptquelle nutzen. Wir sprechen im Feed und Fudder Podcast darüber, warum auch abseits von News der Report eine wertvolle Studie für Social Media Manager*innen ist.
Die aktuellen Zahlen zu Reichweite, Videokonsum und dem Aufstieg von KI-Chatbots zeigen, wie sich die Mediennutzung verändert und welche Trends und Entwicklungen Social Media in nächster Zeit prägen werden. Außerdem schräge Vertriebstipps auf LinkedIn, freudige Briefe vom Finanzamt und den ein oder anderen Social Media Trend, den man vielleicht nicht unbedingt mitmachen muss.
KI und Community Management im Social Media Marketing: Zwei Trends – ein Ziel?
Feed und Fudder Podcast 84 – Gen Z Marketing
Reuters Digital News Report 2025: Social Media als Newsquelle, YouTube & WhatsApp dominieren
Transkript Feed und Fudder Podcast 86 – Digital News Report 2026
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Hier gibt es das Transkript zu Folge 86 – Digital News Report 2026
Transkript
Nicola
Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Futter mit Alex und mir, der Nici. Hallo Alex!
Alexander
Hallo, herzlich willkommen.
Nicola
Seit langem mal wieder live und tatsächlich auch ohne Baby auf dem Arm. Ich habe mich deswegen vorbereitet, Surprise, und Zahlen mitgebracht, weil heute reden wir mal wieder endlich über Zahlen. Weißt du, nicht immer nur Laber, Laber, LinkedIn, Learnings, sondern mal einfach Zahlen, Fakten, auch mal wieder was Handfestes. Deswegen dachte ich, komm, ich bring dir mal ein paar Zahlen mit.
Alexander
Juhu, aber keine Sorge, wir haben am Ende der Folge trotzdem noch was von LinkedIn.
Nicola
Nein, ist okay. Aber ganz kurz, bevor wir hardcore einsteigen: Wir sind ja beide, ihr wisst es, im wunderschönen Baden‑Württemberg. Wie hält sich die Hitze denn aus? Ich habe gehört, du hast deine Sommerresidenz bezogen und hast die gute Hitze‑Hochburg Mannheim verlassen. Kann man das so sagen?
Alexander
Sommerresidenz klingt klasse. Fast wie der Papst. Ja, ich bin zu Hause, wo ich ursprünglich herkomme, am schönen Bodensee. Das ist es auch sehr heiß, aber man kann nach Feierabend ins Strandbad gehen und ein bisschen in den See springen. Tut dann ganz gut bei der Hitze. Mache ich fast jeden Abend.
Nicola
Da bin ich ein bisschen neidisch, aber bei uns auf dem Land lässt es sich tatsächlich auch noch aushalten. Deswegen ganz liebe Grüße an alle, die trotz Hitze irgendwie versuchen zu überleben. Ja, ich glaube, das ist schon eine Herausforderung. Wir haben schon gesagt, ich hoffe, dass die Laptops, die Macs, der Router, alle Geräte irgendwie stabil sind. Fun Fact: Ich habe letztens gehört, in der Verwandtschaft ist ein Auto nicht mehr angesprungen wegen überhitzter Batterie und die Werkstatt meinte, das sei kein Einzelfall. Viele Autos haben momentan Probleme, deswegen nicht so ungewöhnlich, wenn dein Mac hier Stress macht.
Alexander
Ja, aber jetzt bin ich ein bisschen verwirrt. Bist du im Ländle oder bist du in The Länd?
Nicola Ja, ich bin tatsächlich nicht mal im Ländle, ich bin im Badischen. Aber was müssen wir machen? Naja, 7‑4 sage ich nur zu dem Thema. Aber wo wir hinwollen, ist ja in die Zukunft. Beziehungsweise: Was ist denn 2026 eigentlich spannend im Medienkonsum? Weil Social Media, ich glaube, da braucht man nicht drüber reden, ihr draußen beschäftigt euch täglich damit, ist nicht wegzudenken.
Ich komme aus dem Sport, das ist natürlich gerade mit WM und Tour und Wimbledon und was es alles gibt. Ja, ich glaube, da kommt Social auch nicht drum rum. Es boomt an allen Ecken. Politisch gesehen: Mein Feed ist voll mit, ich weiß nicht, nichts gegen die Regierung, aber so oft will ich die gar nicht in meinem Feed haben. Also auch da passiert wahnsinnig viel. Ich habe das Gefühl, es ist ein Overload an Social‑Media‑Content. Und trotzdem finden wir immer noch ein paar Perlen dazwischen. Das kommt am Ende: ein paar Wins, ein paar Fails. Aber ich möchte heute mit dir über den neuen Reuters Digital News Report reden, 2026. So, Punkt.
Alexander
Schon mal sehr cool. Was hat dir am meisten aufgefallen oder bei welcher Zahl hast du gesagt, die will ich unbedingt vorstellen?
Nicola
Ich sage gleich dazu was, nur vielleicht einen Schritt zurück. Ich hatte 2025 dazu auch einen Artikel auf AllSocial mit den wichtigsten Zahlen und habe da nochmal reingeklickt. Spannend war: In den USA ist Social Media erstmals wichtigste Newsquelle vor TV. Ich glaube, das war damals, also vor einem halben Jahr, super innovativ und neu. Und das hat mich interessiert: Hat sich da was verändert? Hat es sich bestätigt? Wie ist der Konsum von Social Media weltweit und vor allem in Deutschland?
Vielleicht für dich und euch da draußen interessant: Es gibt ein paar Reportings, die man sich als Social‑Media‑Manager einmal im Jahr angucken sollte. Das ist die ARD‑ZDF‑Online‑Studie, der Digital News Report und noch ein paar kleinere. Aber das sind so die wichtigsten. Hast du noch einen Report, den du dir immer anschaust?
Alexander
Wenn man sich mit LinkedIn beschäftigt, sollte man immer mal auf dem Kanal von Richard van der Blom vorbeischauen. Der hat immer die neuesten, besten Zahlen.
Nicola
Genau, also da ist man dann schon ganz gut aufgestellt. Der Reuters Digital News Report ist eine jährlich erscheinende Studie vom Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford. Es ist ein Bericht zur Mediennutzung, erhoben seit 2012, aktuell in 48 Ländern mit etwa 2000 Personen pro Land. Über 100.000 Teilnehmende. Es geht um soziale Netzwerke, Influencer und KI‑Chatbots. Das ist neu, das war vor zehn Jahren kein Thema. Wie entwickelt sich die Mediennutzung in dieser Hinsicht?
Für Deutschland ist das Leibniz‑Institut für Medienforschung in Hamburg zuständig, im Hans‑Bredow‑Institut, und die Medienanstalten helfen mit. Es ist wirklich ein fundierter Report.
Nur einmal kurz, bevor wir tiefer einsteigen: Du hast gefragt, was die wichtigste Erkenntnis für mich ist. 2025 war Social Media erstmals die wichtigste Newsquelle und das hat sich bestätigt. Auch 2026. Überrascht dich das?
Alexander
Ja und nein. Nein, wenn wir uns die ganze Zeit mit Social Media beschäftigen, Blog und Podcast, dann nicht. Ja, aber dass es dann doch diese Wende gab. Und dass man Social Media endlich ernst nimmt als eigenes Medium, gleich zu TV, Rundfunk, Presse. Social Media wird erwachsen. Ja.
Nicola
Ja, ist erwachsen. Vielleicht nochmal interessant: Global ist Social Media die Nachrichtenquelle Nummer eins. In Deutschland hält sich das lineare Fernsehen immer noch richtig gut, aber auch da dominiert Social. Also selbst in Deutschland dominiert Social. Nicht überraschend, aber der Hinweis: 18‑ bis 24‑Jährige, wenn man die erreichen möchte, ist Social Media Pflichtprogramm. Ich glaube, das überrascht uns nicht, aber es ist immer anders, wenn es mit Zahlen hinterlegt ist.
Alexander
Da möchte ich einen kleinen Querverweis machen auf die vorletzte Folge. Da hatten wir es über Gen‑Z‑Marketing. Und da haben wir auch darüber gesprochen, dass für die jüngere Generation Social Media die wichtigste Nachrichtenquelle ist. Es ist nicht nur ein Begleiter auf dem Smartphone, sondern die Quelle wie früher die Frühstückszeitung oder die Tagesschau.
Nicola
Absolut. Der Report bestätigt es auch. In der Gruppe 18 bis 24 ist für die Hälfte Social die erste und wichtigste Informationsquelle. Das hat viele Konsequenzen. Es wird über Social‑Media‑Verbote diskutiert, in Schulen wird darüber gesprochen. Es verändert das Leben der Familien und Jugendlichen. Aber es ist Fakt: Pflichtprogramm bei der jungen Zielgruppe. Hier auch interessant: das Nachrichtenverhalten. Während Trust in News weltweit eher sinkt, bleibt er in Deutschland mit 46 Prozent relativ stabil. Das hat mich überrascht.
Ich meine, der Tagesschau‑Account, ich weiß nicht, was mit dem los ist. Der hatte im letzten Monat unfassbar krasse Reichweiten. Man hat gemunkelt, ob das Fake wäre. TikTok hat sich eingeschaltet und gesagt: Nein, das sind organische Reichweiten. Es kommt vor allem durch die WM und den Content rund um die WM. Der Tagesschau‑Account auf TikTok hat gerade extrem hohe Reichweiten. Auch auf Social funktioniert das News‑Prinzip.
Alexander
Manchmal lohnt es sich, früher anzufangen. Die Tagesschau hat früh auf 9:16 gesetzt und war eine der ersten News‑Kanäle. Mittlerweile sind fast alle Medien auf Social Media vertreten. Aber sie haben es verstanden und haben eine clevere Strategie. Budget allein reicht nicht, man muss es sinnvoll umsetzen.
Nicola
Ja, Budget allein ist nicht der Grund, weil viele Jahre wurde es nicht gut gemacht. Video ist ein Thema, Content‑Format ist das Richtige. Video ist Standard inzwischen. Viele Jahre haben wir gesagt, Video wird wichtiger. Jetzt ist Video Standard. Nachrichten werden vor allem in Bewegtbild geschaut. Videoformate, die exakt auf die Plattform abgestimmt sind, sind die Gewinner. Es ist nicht mehr „bitte tut das“, sondern es ist der Fall. TV‑Nachrichten werden vor allem als Online‑Videos konsumiert. Das ist nicht überraschend.
In Deutschland ist trotzdem spannend: Deutschland ist eine Ausnahme. 59 Prozent schalten immer noch wöchentlich die Tagesschau im linearen TV ein. Das ist eine große Ausnahme. Das liegt höchstwahrscheinlich am öffentlich‑rechtlichen.
Alexander
Deutschland ist oft eine Ausnahme. Aber weißt du, warum wir heute über den Digital News Report sprechen? Der Report behandelt Nachrichten, aber er ist ein wichtiger Seismograph für die Entwicklung der Social‑Media‑Nutzung generell. Und auch die Trends, wo es hingeht. Video ist Standard. Und diese Aussage gilt nicht nur für News, sondern generell für Social Media Content. Vielleicht ist LinkedIn eine Ausnahme, aber auf allen anderen Plattformen ist Video Standard.
Nicola
Auf jeden Fall. On top: Instagram ist die Plattform der jüngeren Menschen. Die Nutzung ist aber anders. 59 Prozent schauen wöchentlich die Tagesschau, also gezielt zu einer bestimmten Zeit. Bei den Jüngeren ist es so, dass sie zufällig über Nachrichten stolpern, aber nicht aktiv danach suchen. Das ist ein entscheidender Unterschied. Wenn ich News mache oder Informationen vermitteln will, muss ich zufällig im Feed landen. Die Nutzung hat sich geändert.
Alexander
Das sehen wir überall: Die Feeds sind kaum noch kontaktbasiert.
Nicola
Absolut. Ich glaube, das wird noch extremer. KI‑Chatbots sind aktuell weniger gefragt. 5 Prozent der Deutschen nutzen KI‑Chats für Nachrichten, global sind es 10 Prozent. Deutschland ist zurückhaltender. Die Deutschen steuern lieber direkt Webseiten an. Das ist Markentreue. Direktkanäle als Anker sind ein wichtiger Punkt. Newsletter und direkte Webseitezugriffe bleiben wichtige Werkzeuge. Man ist unabhängiger von Drittplattformen. Es ist schön zu sehen, dass das in Deutschland noch ein Thema ist. Weltweit anders, aber in Deutschland funktioniert es, dass Leute direkt auf Medienmarken gehen und die Treue zur Marke wichtig ist.
Alexander
Und du sprichst jetzt schon Marke an oder Unternehmen. Was würdest du als Social‑Media‑Managerin, wenn du für eine Marke zuständig wärst, als wichtigste Learnings mitnehmen?
Nicola
Auf jeden Fall weiterhin auf die eigene Website setzen und das Newsletter‑Thema nicht abschreiben. Gar nicht. Man muss ein starkes eigenes Produkt haben und dann auf den Social‑Plattformen schauen, wie man die Zielgruppen im Feed zufällig erreichen und stärker an sich binden kann. Das wäre mein Learning.
Alexander
Und du sagst, das ist eigentlich ein Thema für eine eigene Folge. Aber ich lese es oft auf LinkedIn: Durch KI und alles ist die eigene Website nicht tot. Ich glaube, die eigene Website wird vielleicht sogar noch entscheidender.
Nicola
Absolut.
Alexander
Müssen wir auch mal drüber reden. Aber das bestätigt sich: Social Media ist oft der erste Touchpoint. Das sagen wir als Social‑Menschen sehr oft. Und wir hatten in den letzten beiden Folgen Gäste zum Community‑Management. Viele Marken unterschätzen es noch, dass Social Media inzwischen der erste Berührungspunkt mit einer Marke ist. Nicht mehr das Produkt im Supermarkt, nicht mehr das Plakat auf der Straße.
Nicola
Ich glaube, das ist extrem zielgruppenabhängig. Aber Direktkanäle als Anker sind super wichtig. Im Digital News Report ist das definitiv ein Thema, gerade in Deutschland. Hier noch ein spannender Fakt: News‑Fluencer, die sich auf Nachrichten spezialisiert haben, spielen gar nicht so eine große Rolle. Nur 13 Prozent nutzen unabhängige Creator oder Influencer für Nachrichten.
Das zeigt, dass Vertrauen in verlässliche Medienmarken weiterhin da ist. Auch die Zustimmung bei jungen Menschen zu ARD und ZDF ist positiv. Das kommt wahrscheinlich durch das TikTok‑Thema und dass sie das gut können und sich eine starke Plattform aufgebaut haben. Die Rundfunk‑Zustimmung bei Jungen ist überraschend positiv. Das ist eine super Nachricht. Es heißt auch, dass jüngere Menschen Vertrauen in verlässliche Medienmarken haben.
Alexander
Zeigt auch, dass Jugendkritik manchmal gar nicht angebracht ist. Junge Menschen suchen sich ihren eigenen Weg und ihre eigenen Kanäle.
Nicola
Im Report ist das Thema Vertrauensvorsprung wichtig. Klassische Medien genießen immer noch hohes Vertrauen vor KI und vor Social Media, wenn es nicht an eine Marke gebunden ist. Vertrauen ist ein wichtiger Bindungsfaktor. Wenn du eine starke Medienmarke hast oder eine starke Marke, nutze Social clever im Branding, bleib dir treu. Dann kommen die Leute immer wieder zu dir und vertrauen dir. Der Report bestätigt das, zumindest in Deutschland. Das ist eine gute Nachricht.
Alexander
Und ich finde, das bestätigt auch, was wir immer sagen: Echter menschlicher Content genießt einen sehr hohen Vertrauensfaktor. KI‑Content dagegen nicht so. Wenn du auf LinkedIn schaust, jeder Post handelt davon, wie toll KI ist. Aber in den Kommentarspalten kommt sofort der Vorwurf AI‑Slop. Das kommt gar nicht so gut an, wenn KI Inhalte produziert. Und das zeigt auch eine Entwicklung, über die wir schon gesprochen haben: Das Aufkommen von KI hat dafür gesorgt, dass Community‑Management ein Comeback erlebt. Das bestätigt der Report auch.
Nicola
Der Report bestätigt vor allem, dass KI eher als Werkzeug gesehen wird. Nur 5 Prozent der Deutschen nutzen KI‑Chats für Nachrichten, global sind es 10 Prozent. KI‑Nutzung ist da, aber eher als Werkzeug. News über KI zu konsumieren ist weniger der Fall. Vielleicht sieht es nächstes Jahr anders aus, aber das ist der Stand 2026. Deswegen ist es für Medienmarken interessant: KI ist wichtig, aber die Leute gehen gern auf Webseiten oder Newsletter der Marken direkt.
Noch ein anderer Punkt: Nachrichtenpausen. Newsmüdigkeit ist neu. 72 Prozent der Deutschen vermeiden ab und zu aktiv Nachrichten. Wegen Überlastung, Erschöpfung, dem Wunsch nach einer Pause. Nicht wegen Misstrauen. Das ist wichtig. Es ist ein gesundheitlicher Aspekt: Man ist newsmüde, überfordert, interessiert sich aber weiterhin für News und vertraut ihnen. Man kann nur nicht jeden Tag. Das ist neu.
Alexander
Kann ich nachvollziehen. Wir leben in multiplen Krisen. Da braucht man Abstand und zieht sich auf lustigen Content zurück. Absolut nachvollziehbar. Oder Feel‑Good‑Content.
Nicola
Ja, oder auch selektiver. Aber ich glaube, das ist ein Thema, das vor drei, vier Jahren angedeutet wurde. 2026 ist ein Punkt, wo bewusst ein Großteil der Befragten in Deutschland sagt: Ja, mir ist es bewusst, ich brauche eine Pause, ich bin erschöpft von diesen vielen News. Natürlich sind es oft krisenhafte News und es ist zu viel. Es ist interessant, was in den nächsten Jahren die Lösungen sein werden. Aber dieses Thema Überlastung von Information wird uns weiterhin beschäftigen. Da bin ich mir sicher.
Das war ein grober Abriss, nicht überraschend. Zum Abschluss nochmal: WhatsApp und Instagram dominieren. YouTube läuft eher Richtung Nachrichtennutzung, aber es sind WhatsApp und Instagram. Facebook verliert an Relevanz, bleibt aber für News einigermaßen stabil. Also nichts, was uns total aus dem Sessel haut, eher eine Bestätigung dessen, was wir in vielen Folgen bei Feed und Futter besprochen haben.
Alexander
Wir hatten auch mal eine Facebook‑Folge, die muss ich jetzt zitieren, weil Facebook in jeder Studie heißt: Facebook geht zurück, aber es ist trotzdem immer noch da.
Nicola
Bleibt für News stabil. Ich denke, da ist immer noch die gleiche Situation. Das ist wie früher beim Teletext, wo man gesagt hat, der Teletext hat gleich hohe Abrufzahlen und dann sterben sie plötzlich weg. Keine Ahnung, ich bin gespannt, ob das passieren wird.
Ja, das waren die wichtigsten Fakten aus dem Reuters Digital News Report 2026. Ich denke, jeder kann das selbst nachlesen. Wir verlinken in den Shownotes. Aber es ist spannend, da reinzuschauen. Social als wichtigste Newsquelle: weiterhin der Fall. Neu ist das Thema Newsmüdigkeit und Erschöpfung. Und vielleicht kann man als Brand oder Newsmarketer überlegen, wie man darauf reagieren kann.
Alexander
Und wenn man erschöpft ist, hilft vielleicht ein kleiner Imbiss zwischendurch, wie ein Mettigel zum Beispiel.
Nicola
Das war eine schöne Überleitung in die Kategorie: Was hat uns gar nicht so geschmeckt die Woche? Oder was hat uns geschmeckt? Du hast den Mettigel auf den Tisch gepackt. Was ist denn da los?
Alexander
Aber du musst es vorlesen, dann ist es viel lustiger.
Nicola
Was ist da los? Ich muss vorlesen. Ja, also du hast mir einen Mettigel geschickt und ich dachte mir, ich komme nicht aus einer Region, wo Mettigel ein gängiges Gericht ist. Deswegen ist der Anblick für mich so: Würde mir jemand einen Mettigel vorbeibringen, wäre ich irritiert.
Aber du hast mir einen LinkedIn‑Post geschickt von einem Vertriebler. Und er schreibt: Zu Kundenterminen im Mittelstand bringe ich immer einen Mettigel mit. Das hat sich über die Jahre bewährt. Beim Termin stelle ich ihn auf den Tisch zwischen uns. Also der Geruch. Du bist im Kundentermin und bringst einen Mettigel mit.
Alexander
Bei dem Wetter auch.
Nicola
Die meisten Kunden schauen ihn kurz an. Ja, das hätte ich auch gemacht. Dann mich, dann wieder den Mettigel. Ich sage nichts. Der Kunde auch nicht. Das respektiere ich. Dann sprechen wir über Bewerber, Kunden und Umsatz. Der Mettigel hört zu. Nach 45 Minuten wird der Vertrag unterschrieben. Erst danach schneide ich den Mettigel an. Also stell dir vor, 45 Minuten steht dieser rohe Geruch von Fleisch auf dem Tisch. Das kannst du nicht machen. Bei den Temperaturen sowieso nicht.
Alexander
Ich komme auch nicht aus einer Region, wo es Mettigel gibt. Mett ist rohes Hackfleisch.
Nicola
Ja, und 45 Minuten steht dieses rohe Hackfleisch im Meetingraum. Und danach essen sie es. Also Achtung, Salmonellen. Ich weiß nicht, wie lange man das im Raum stehen lassen kann. Aber das Schönste ist der Satz: Ich bin ja kein Tier, wir essen jeweils zwei, drei Bissen. Anschließend schütteln wir uns die Hand und hauchen uns kurz gegenseitig an. Ich nicke, er nickt, dann fahre ich nach Hause. Auf der Rückfahrt denke ich über das Gespräch nach und über den Mettigel. Der Kunde vermutlich auch.
Alexander
Das haben wir uns nicht ausgedacht. Das steht wirklich so auf LinkedIn.
Nicola
Deswegen habe ich es komplett vorgelesen, weil dieses Thema „wir hauchen uns an“ einfach unglaublich ist. Wir beide haben den Post geteilt. Die Aufmerksamkeit war hoch.
Alexander
Ich bin kein Vertriebsexperte, aber sich gegenseitig anhauchen im Verkaufsgespräch ist nicht die beste Taktik.
Nicola
Also mir hat es nicht so gut geschmeckt. Ich bin aber auch kein Mettigel‑Freund. Vielleicht hilft’s.
Alexander
Außer du willst Minzbonbons oder Atemerfrischung verkaufen, aber sonst muss es nicht sein.
Nicola
Ja, weiß ich auch nicht. Wenn Zwiebel und Zwiebelgeruch zusammenkommen, ergibt es ein super Business. Keine Ahnung, ich habe es nie gemacht. Die Erfahrung spricht ja aus dem Post, dass es funktioniert. Ansonsten, was uns nicht geschmeckt hat, bevor wir zu den positiven Beispielen kommen, ist auch von dir und von LinkedIn. Was ist los auf LinkedIn?
Alexander
LinkedIn ist so absurd geworden. Dieser LinkedIn‑Post regt mich echt auf. Man sieht ihn 80.000 Mal im Feed. Den haben so viele Leute gepostet. Es ist immer das Gleiche. Da schreibt jemand: Gestern hatte ich ein wenig mehr Zeit auf LinkedIn, also habe ich unter das Bild von einem Typen geschrieben „vermiss dich“ mit drei Herzchen. Heute Morgen hatten dann 523 seiner Kontakte und seine Verlobte mein Profil angesehen. Ist schon sehr cringy. Und jetzt kommt das Business‑Learning. Und das ist mega cringy. Und nun wissen gut 1100.000 Leute mehr, dass ich ihnen helfen kann, ihr Business voller Freude und fetten Umsätzen auf‑ und umzubauen. Achtung, LinkedIn‑Learning: Marketing ist Marketing.
Nicola
Natürlich fehlt da auch noch ein Emoji mit einer Sonnenbrille.
Alexander
Ich finde schon die ganze Sache an sich cringy. Ich finde es nicht lustig, weil, ob das echt ist oder nicht, sowas unter jemandem zu schreiben, kann jemanden voll in die Bredouille bringen. Es ist nicht lustig, weil es schon 80.000 Mal derselbe Gag ist. Leute, lasst euch doch was Neues einfallen.
Nicola
Ja, gehört definitiv in die Fail‑Kiste. Abgehakt, bitte nicht mehr machen.
Alexander
Aber sowas von.
Nicola
Es ist einfach merkwürdig. Und warum klicken die Leute drauf? Weil sie dich merkwürdig finden. Willst du auf LinkedIn als die Merkwürdige oder der Merkwürdige gelten? Naja, jeder wie er will.
Alexander
Und anstatt cringe‑schick zu schreiben „Ich vermisse dich“, schreib doch einfach drunter „Hat der Mettigel geschmeckt?“
Nicola
Ich finde es merkwürdig. Immerhin, das wäre ein guter Move.
Nicola
Aber es gibt ja auch positive Beispiele. Wir switchen von Metzgerware zu Bäckersware. Wir sind im Handwerk unterwegs. Ich liebe Handwerksaccounts. Und ich habe zwei positive Handwerksaccounts mitgebracht. Einen hätte ich gar nicht unbedingt als Win genommen, aber du fandest den richtig gut. Die Bäckerei und Konditorei Seidel, die hat gar nicht so viele Follower, knapp 7000, darum geht es nicht. Aber die gute Frau Seidel ist sehr lustig. Sie hat ein Video gemacht: ein Brief vom Finanzamt, den sie vorgelesen hat. Dieser Brief war einfach lustig. Erzähl mal, du hast ihn ja auch gesehen.
Alexander
Vielleicht war es auch so, weil allein: Es gibt für mich nichts Schlimmeres. Da komme ich von einer Person, die ich vermisst habe, oder vom Mettigel‑Essen nach Hause. Der Tag war wunderschön. Du gehst an den Briefkasten. Du merkst schon, wenn Post vom Finanzamt drin ist. Du siehst diese Umschläge.
Nicola
Das ist die Aura des Briefkastens. Dieses braune Ökopapier.
Alexander
Und dann machst du es auf. Und diese Schreibmaschinen‑Schrift, die aussieht, als wäre sie mit der Schreibmaschine getippt. Warum nutzt ihr diese Schriftart, liebes Finanzamt? Man sieht den Brief im Video. Heute würde man sagen: Vintage Design. Und was mich angesprochen hat, war dieses Gefühl, wenn man Post vom Finanzamt bekommt. Das macht sie super nachvollziehbar. Jeder, der Post vom Finanzamt kriegt, fühlt sich verstanden.
Und dann liest sie vor, als würde das Finanzamt sich bedanken, dass sie die ganze Umsatzsteuer verwaltet, den bürokratischen Prozess kostenlos übernimmt, dass sie mit ihrer Tätigkeit dazu beiträgt, dass es dem Finanzamt gut geht, dass sie Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlt. Das macht sie super lustig. Das müsst ihr euch anschauen.
Nicola
Ich habe mir das Video komplett angeschaut, weil ich dachte: Wie schön wäre es, wenn das Finanzamt jedem so Briefe schreiben würde. Wie gut wäre die Laune der Menschen, wenn sie hören würden: Du bist wertvoll, du bist ein guter Unternehmer, wir sind froh, dass du da bist, dass du Geld verdienst und Abgaben leistest. Mal ehrlich, ein kleiner Move, aber würde das Finanzamt ein halbes Jahr lang freundliche Briefe schreiben, es wäre interessant, was passieren würde. Ich glaube, das würde einen positiven Ruck durchs Unternehmertum bringen.
Alexander
Da fällt mir noch ein Win ein. Ich habe den Urheber vergessen, sorry. Wenn du das hörst, melde dich, wir holen es nach. Sie hat auf LinkedIn geschrieben: Wir sind nicht mehr weit vom Atomkrieg entfernt, alles bricht zusammen, keine Digitalisierung, kein Strom. Außer Deutschland, weil alles in Leitzordnern abgeheftet wird. Deutschland überlebt die nukleare Apokalypse und kann weiter Verwaltung machen, weil alles auf Papier gedruckt ist. Darf halt nicht verbrennen.
Nicola
Das ist vielleicht der Grund, warum die Schrift beibehalten wird. Damit man sie nicht ändern muss, wenn es soweit ist. Das ist der Grund. Hast du mal drüber nachgedacht?
Alexander
Stimmt.
Nicola
Und final abschließend zum Thema kleine Accounts: Ich bin im Rabbit Hole kleiner Accounts, die spezielles Handwerk können. Stricken, Kochen, Lederhandwerk. Ein Account exemplarisch: Amatus Leathercrafts aus Österreich. Handgenäht in Österreich. Ein kleiner Account mit 4000 Followern, noch nicht krasse Reichweiten. Aber wunderschöne Videos, hochwertig wie das Handwerk selbst. Dieser Account rettet Designer‑Handtaschen, zerstörte Louis Vuitton Speedy zum Beispiel. Man weiß, das Video war viel Arbeit, aber das Handwerk ist unfassbar viel Arbeit.
Es ist krass zu sehen, wie jemand so viel Leidenschaft reinsteckt. Die Werkstatt ist vom Opa, der war Sattler. Er bringt die Werkstatt auf Vordermann. Ich liebe diese Leidenschaft und die hochwertigen Videos. Die Community ist positiv, alle schätzen das. Diese Mikro‑Communities, die sich gegenseitig kommentieren: einer näht Leder, einer repariert Louis Vuitton, einer reinigt. Ein Mikrokosmos, super aktiv, viral, positiv. Ich liebe alles daran.
Alexander
Ich liebe es, wenn du über Social‑Media‑Rabbit‑Holes sprichst. Mich würde interessieren, was eure Lieblings‑Rabbit‑Holes sind. Und weißt du, was diese Handwerker gemeinsam haben? Egal, was sie machen, sie kriegen alle Post vom Finanzamt.
Nicola
Fröhliche, freundliche, aufbauende, positive Post. Und in dem Sinne schicken wir euch in die Woche und wir hören uns bald wieder. Ciao!
Alexander
Macht’s gut.
Social Media
Report Top 100 Travel-Brands auf Instagram 2026
Wer 2026 auf Instagram überzeugen will, braucht mehr als hübsche Hochglanzfotos und vage Reichweitenversprechen. Das zeigt der neue Kolsquare-Report zur Performance von Reise- und Tourismusmarken im DACH-Raum. Die Analyse von über 55.000 Inhalten macht klar: Nähe schlägt Masse, und echte Momente schlagen inszenierte PR-Pics.
Doch was bedeutet das konkret für deine tägliche Arbeit als Social Media Manager*in? Warum erzielt ein einzelnes Traditionshotel in den Alpen höhere Engagement-Raten als globale Player? Wir werfen einen Blick auf die Zahlen und zeigen dir die wichtigsten Learnings:
Wichtigste Erkenntnisse für Social Media Manager aus der Travel-Branche
- Echte Erlebnisse und Nähe schlagen reine Reichweite: Erfolgreicher Travel-Content entsteht am Point of Experience , direkt am Gate, im Hotel oder mitten im Erlebnis.
- Mobilität und Transport als Haupttreiber: Transport-Marken (Airlines, Bahn, Kreuzfahrten) dominieren die Spitze des DACH-Rankings.
- Aktivierte Creator-Basis bringt EMV: Hohe Earned Media Values (EMV) entstehen entweder durch eine enorme Masse an Kooperationen (z. B. Deutsche Bahn mit 1.420 KOLs) oder durch extrem exklusiven, hochperformanten Micro- / Premium-Content.

Learnings für Social Media Manager aus anderen Branchen
- Erlebnisse greifbar machen: Das Erfolgsrezept von Hotels und Travel-Brands (nah am Erlebnis und emotional erzählt) lässt sich auf Produkte, Events oder Dienstleistungen übertragen: Zeige den Nutzungsmoment, nicht nur das Endprodukt.
- Micro-Engagement bringt ROI: Wie die Belege im Report zeigen (z. B. Luxushotels mit sehr wenigen Creatorn, aber extrem hohen Engagement-Raten), bringt ein fokussierter Ansatz oft mehr Wert als ein flächendeckendes, teures Breitenmarketing.
Learnings für Social Media Manager aus Österreich
- Visit Austria dominiert das Segment: Visit Austria belegt im DACH-Raum Platz 1 bei den Tourismusverbänden (1,64 Mio. € EMV) und belegt im DACH-Gesamtranking den starken Platz 7.
- Regionale Alpen-Destinationen hängen globale Marken ab: Starke Regional-Brands wie Paznaun-Ischgl (Platz 3 im Segments-Ranking) und Ötztal/Sölden (Platz 4) ranken direkt hinter den großen nationalen Tourismusverbänden. Local Community & Creators sind im Alpenraum ein absoluter Erfolgshebel.
- Österreichische Platzierungen im Gesamtranking:
- Bio-Hotel Stanglwirt (Platz 4)
- Visit Austria (Platz 7)
- Austrian Airlines (Platz 12)
- Paznaun-Ischgl (Platz 17)
- Ötztal Tourismus / Sölden (Platz 18)
- Tourismus Salzburg (Platz 38)
- Naturhotel Forsthofgut (Platz 48)
- ÖBB (Platz 50)
- Belvedere Museum (Platz 86)
- Jufenalm (Platz 87)
- Familypark Neusiedlersee (Platz 89)
- Albertina Vienna (Platz 90)
Learnings für Social Media Manager aus der Schweiz
- Starkes Abschneiden im DACH-Top-100-Ranking:
- Swiss (Platz 55)
- Zurich Airport (Platz 66)
- Visit Switzerland (Platz 80)
- Switzerland Tourism (Platz 83)
- Internationale Strahlkraft: Im europäischen Gesamt-Ranking belegt Switzerland Tourism Rang 25 (5,2 Mio.€ EMV), was die enorme Reichweite und Faszination von Schweizer Inhalten im Ausland unterstreicht.
- Hohe Interaktion bei Airports: Der Zurich Airport glänzt mit einer überdurchschnittlichen Engagement Rate von 11 Prozent, was beweist, dass auch Transport-Knotenpunkte relevante (positive) Emotionen wecken können.
Was können wir vom Bio-Hotel Stanglwirt lernen?
Der Stanglwirt belegt einen überragenden Platz 4 im DACH-Gesamtranking (3,09 Mio.€ EMV) und Platz 2 im Segment Hotels & Unterkünfte. Wer dem Stanglwirt auf Social schon länger folgt, ist vom Erfolg jedoch nicht überrascht. Promis und nun auch Influencer/Creator sind schon lange gern gesehen Gäste im schönen Tirol.
Learnings vom Stanglwirt:
- Qualität vor Menge: Mit „nur“ 379 KOLs erzielt der Stanglwirt über 3 Millionen Euro EMV. Das ist eine extrem hohe Effizienz pro Creator.
- Hervorragende Engagement Rate: Eine Engagement Rate von 8 Prozent ist für ein traditionelles Hotel ein Spitzenwert. Das gelingt durch organische Brand-Lover, die das Hotel aus Lifestyle-Gründen taggen.
- Erlebniswelten schaffen: Der Stanglwirt wird von Influencern nicht als bloße Schlafstätte, sondern als eigenständiges Lifestyle-Event inszeniert (Spa, Natur, Promi-Treffpunkt, Tradition).
Drei überraschendsten Fakten aus dem Report
- Engagement-Ausreißer bei Premium-Airlines: Qatar Airways verzeichnet im DACH-Raum eine Engagement Rate von 313 Prozent (Platz 25 im DACH-Ranking). Auch Heathrow Airport erreicht verblüffende 80 Prozent.
- Micro-KOL-Power beim Hôtel Martinez (Cannes): Mit nur 35 KOLs und 86 Posts schaffte das Hotel einen EMV von 1,42 Mio. € und springt um satte 199 Plätze nach vorne auf Rang 9. Die Engagement Rate liegt bei starken 15 Prozent.
- Eurowings ist der riesige Aufsteiger an der DACH-Spitze: Eurowings klettert um 15 Plätze direkt auf Platz 1 im DACH-Raum mit 5,9 Mio. € EMV und schlägt damit Schwergewichte wie die Deutsche Bahn oder Lufthansa.
Methode und Quelle
Die Kolsquare-Analyse (LINK führt zum Whitepaper) vergleicht die Performance von Travel-Marken im DACH-Raum von Januar bis Juni 2026 mit dem Vorjahr. Grundlage bilden 55.604 Instagram-Inhalte von 17.727 Influencer-Profilen (ab 5.000 Followern).
Der EMV ist der Earned Media Value. Das gesamte Engagement (Likes, Kommentare, Shares) wird ins Verhältnis zu den entsprechenden Media-Kosten gesetzt. Das macht den ROI von Influencer-Marketing messbar und die Social-Media-Performance verschiedener Marken direkt vergleichbar.
*Hinweis: Dieser Artikel ist eine von der AllSocial-Redaktion unabhängig verfasst. Es besteht keine bezahlte Kooperation.
Social Media
Feed und Fudder Podcast 88 – Darf man Social Media kritisieren?
Darf man Social Media kritisieren? Klar, warum auch nicht! Als Social Media Managerin hingegen keine leichte Frage. Immerhin: Wir verdienen unser Geld mit Social Media. Trotzdem sieht man auch als Social Media Managerin viele Entwicklungen kritisch.
Wir sprechen im Feed und Fudder Podcast über den Endlos-Feed und sein Suchtpotenzial, den rauer gewordenen Ton in den Kommentarspalten und die Verantwortung der Plattformen. Warum Verbote wenig bringen, Medienkompetenz dagegen viel.
Jugendverbote für Social Media sind die falsche Antwort
Feed und Fudder Podcast 81 – Social Media Verbot!?
Feed und Fudder Podcast 84 – Gen Z Marketing
Transkript Feed und Fudder Podcast 88 – Darf man Social Media kritisieren?
Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!
Hier gibt es das Transkript zu Folge 88 – Darf man Social Media kritisieren?
Transkript
Nicola
Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Futter mit Alex und mir, der Nici. Hallo Alex.
Alexander
Hallo, herzlich willkommen.
Nicola
Heute sitzen wir mal bei angenehmeren Temperaturen zusammen. Meine Laune ist auch schon tausendmal besser jetzt. Ich schwitze nicht. Ich finde, Podcast aufnehmen ohne zu schwitzen ist sehr angenehm.
Alexander
Ich glaube, Podcast aufnehmen ist immer gut, wenn man in einer guten Stimmung ist. Aber schön, dass du heute in richtiger Aufnahmelaune bist.
Nicola
Total. Und bevor wir einsteigen in unsere große Frage, darf man Social Media kritisieren, will ich noch einmal kurz ein Recap machen zu unserer letzten Folge. Es ging um Community Management und den Community Kodex. Und da hast du noch eine Nachricht bekommen, beziehungsweise eine Ergänzung, und das wollen wir euch überhaupt nicht vorenthalten.
Alexander
Genau, wir haben nämlich über den Community Kodex gesprochen. Das ist eine Initiative von Social Media und Community Expertin Vivian Pein und Mitinitiatorinnen. Ja, über gute Moderation, saubere Moderation, also dass man auch acht Leitlinien hat, wie man mit Hate Speech im Internet umgehen kann. Und da hat uns Vivian Pein noch etwas nachgereicht, und das finden wir ziemlich cool, weil wir in der Folge auch darüber gesprochen haben, dass es oft nicht so leicht ist, diese Codes, Emojis und was es alles gibt, oder auch Redensarten, so Community Speech, zu durchblicken. Denn oft werden Hassbotschaften hinter vermeintlich harmlosen Emojis versteckt.
Und da hat Vivian auf ihrer Webseite eine sehr umfangreiche und übersichtliche Liste mit allen gängigen Codes und Emojis, die in Kommentarspalten verwendet werden und was sie bedeuten. Und das andere war, wir haben auch darüber gesprochen, dass es für ein Team oft eine Ressourcenfrage ist oder wo man beim Community Management anfängt. Und da hat sie auf ihrer Website ein Modell, das man relativ leicht und mit ein paar Schritten aufs eigene Community Management übertragen kann, weil irgendwo muss man ja anfangen. Wir tun beides in die Folgenbeschreibung, wir tun es auch in die Folgenbeschreibung der Folge zum Community‑Kodex.
Nicola
Perfekt. Jetzt, wir hängen ja auch viel auf LinkedIn rum, wie das so ist als Social Media Manager und Managerin. Ich habe einen Post gesehen von Schanko, Senior Agency Lead von LinkedIn, sollte euch auch bekannt sein, war auch schon Speaker auf der Social Konferenz und ist gefühlt auch schon ewig bei LinkedIn beruflich tätig, nicht nur auf der Plattform, sondern wirklich bei der Firma LinkedIn. Und er schreibt vor ein paar Wochen: Frankreich wird als erstes EU Land Social Media für unter 15 Jährige verbieten.
Und ich merke, vor einigen Jahren hätte ich diese Nachricht wahrscheinlich kritischer gesehen. Und er beschreibt, dass er seit 16 Jahren für diese Social Media Plattformen arbeitet, acht Jahre bei LinkedIn und so weiter, also ist auch schon 100 Jahre irgendwie dabei, und er glaubt an die positiven Möglichkeiten von digitalen Plattformen, sie schaffen Verbindungen und so weiter. Ich glaube, da gehen wir gleich auch näher drauf ein, wie wir das sehen. Und das ist ja schon ein Punkt, auch er sagt, als Vater einer fünfjährigen Tochter, da bin ich in der gleichen Situation zum Beispiel, sieht er es heutzutage kritischer. Und diese ganze Geschichte für oder gegen Social, diese ganze Debatte, ist halt schwierig. Und er sieht es aber auch deutlich kritischer. Und jetzt mal deine Meinung dazu: Wie stehst du zu Social Media?
Alexander
Ja, auch zweigeteilt. Auf der einen Seite ist es unser Job. Wir haben einen Social Media Marketing Podcast, in dem wir Woche für Woche über Themen aus dem Social Media Marketing reden. Wir verdienen unser Geld mit Social Media. Also bin ich schon mal Social Media eigentlich sehr dankbar. Und da haben wir uns auch lange überlegt: Dürfen wir überhaupt Social Media kritisieren? Weil wir verdienen mit Social Media unser Geld, und Social Media verschafft uns unsere Reichweite.
Über Social Media machen wir unseren Podcast und den AllSocial Blog bekannt. Also wir verdanken und nutzen Social Media sehr viel. Aber diese Entwicklungen, und da muss man doch sagen, als wir angefangen haben, war die größte Social Media Entwicklung überhaupt, ich würde sogar sagen noch wichtiger als KI, eigentlich die Evolution vom Feed. Am Anfang hast du nur das gesehen, was deine Freunde gepostet haben. Wenn du zum Beispiel, sagen wir mal, fünf Freunde hattest, mit denen du auf einer Social Media Plattform vernetzt warst, war der Feed irgendwann mal bald einfach zu Ende.
Nicola
Halt schnell sogar.
Alexander
Und jetzt ist es so, jetzt hast du den Endlos Feed, und man sieht ja kaum noch Inhalte von den Leuten, mit denen du vernetzt bist, sondern siehst alles Mögliche. Und die Social Media Plattformen wollen ja, dass du dein Smartphone gar nicht mehr weglegst, sondern endlos, Doomscrolling, endlos durch den Feed scrollst. Und Social Media hat natürlich eine Suchtgefahr.
Das ist ja auch meistens die Begründung bei Regierungen. Wir hatten das ja zuerst in Australien, die sagen: Hey, das hat ein Abhängigkeitspotenzial, vor allem für unsere 16 Jährigen. Und die Social Media Plattformen bedienen sich ja auch gewisser Effekte, die dich dazu bringen sollen, dass du so viel Zeit wie möglich auf Social Media verbringst. Und das sehen wir kritisch. Und das andere, was wir auch kritisch sehen, ist, wie der Ton auf Social Media rau geworden ist. Ich denke, das hängt auch ein bisschen zusammen. Früher hattest du deinen Freundeskreis online, und wenn du da etwas Beleidigendes geschrieben hast, konntest du dir sicher sein, sobald du die Person in echt gesehen hast: Hey, was bitte, warum machst du das?
Und jetzt ist es die komplette Anonymität, auch wenn die Leute einen Klarnamen schreiben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass du der Person, unter der du einen Hasskommentar schreibst, die du nicht kennst, wie zum Beispiel gerade Frauen im Sport, die kriegen ja oft solche Hasskommentare, überhaupt Frauen in der Öffentlichkeit, dass du dieser Frau dann mal live begegnest, ist sehr gering. Und aus dieser geringen Wahrscheinlichkeit, jemandem live so zu begegnen, schreibst du solche Kommentare. Und das sind Entwicklungen, die wir kritisch sehen.
Und ich finde, da darf man als Social Media Managerin und Manager auch Social Media kritisieren, eine kritische Haltung einnehmen. Und ich finde es auch wichtig, mit dieser Kritik, wir sagen nicht ablehnen, sondern dass du eine verantwortungsvolle Haltung gegenüber deiner Arbeit im Social Media Management und Marketing einnimmst.
Nicola
Ja, vielleicht auch nochmal so: Es ist, wie du sagst, zweischneidig. Ich kann mich noch gut erinnern, und da muss ich auch sagen, sind wir selber schuld. Gerade wir Social Media Manager, die schon sehr lange dabei sind, sind ja auch irgendwo schuld, dass es so verbreitet ist. Also man kann sich davon nicht so lösen. Viele, viele Jahre haben wir in den Unternehmen, in verschiedenen Plattformen dafür geworben, dass man auf Social Media geht, dass man auf die Plattform geht, dass man Instagram macht, dass man Content macht und so weiter.
Also es ist schon so, dass man natürlich irgendwie nicht schuldbefreit ist, weil man ja auch wollte, dass es Erfolg hat. Und ich sehe das ähnlich. Ich sehe die positive Kraft, aber ich glaube, was sich schon radikal verändert hat, ist, dass es natürlich ein Leitmedium ist. Es ist gesellschaftlich eine sehr breite Masse an Leuten auf den Plattformen, weltweit. Und es bringt unfassbar viel, oder es spiegelt ja die Menschen auch wieder. Das ist ja genau der Punkt. Ich weiß noch, ich war vor vielen Jahren auf der Republica, und da wurde das auch schon kritisiert.
Und zum Thema: Darf man es kritisieren? Ich denke, man muss es kritisieren. Also die Social Media Experten und Expertinnen sind ja genau die, die sich so gut mit den Plattformen auskennen, dass sie genau aus dieser Bubble heraus schon immer kritisiert haben, wenn die Plattformen Veränderungen angestrebt haben, die Missbrauch verursachen können oder Sucht verursachen können. Und deswegen finde ich, in dem Punkt ist es ja so, dass lange, lange die Politik oder auch das Bildungssystem überhaupt nicht zugehört und überhaupt nicht reagiert hat, und die Kritik gerade von Experten kam. Und wie gesagt, vor vielen Jahren auf der Republica wurden genau diese Themen angesprochen, genau die Gefahr, es könnte zu Suchtpotenzialen kommen und so weiter.
Also genau das, was wir heute sehen oder wo wir die Konsequenzen sehen. Und witzigerweise habe ich das Gefühl, das Spiel wiederholt sich gerade mit KI. Also das geht ein bisschen schneller, aber das ist ähnlich. Was für eine Möglichkeit ist da? Und jetzt kommt aber schon: Oh, da ist es aber gefährlich, oh, da wird es aber missbraucht, oh, das ist aber schwierig, es wird viel zu viel genutzt und so weiter. Und da haben wir das aber in einer viel schnelleren Dynamik
Und unterm Strich finde ich Kritik voll wichtig, weil die Plattformen sich ohne Druck natürlich überhaupt nicht ändern. Die Plattformen sind ein Businessmodell. Die wollen Geld verdienen. Wir haben gerade auf dem Blog, auf Allsocial.de, die neuen Meta Zahlen veröffentlicht. Meta ist weiterhin sehr erfolgreich, hat starke Revenues. Und da geht es um die Gesellschafter. Und es geht darum, dass die Stakeholder ihre Gewinne abschöpfen. Und da ist der einzelne Jugendliche, der irgendwo in Timbuktu sitzt und süchtig wird, völlig egal, wenn man ehrlich ist. Und das ist auch unser Job. Also ich finde, als Social Media Manager, die wir so als Bindeglied sind, sollten wir genau hinschauen.
Alexander
Genau, also ich finde, man hat auch die Verantwortung, dass man zum Beispiel gewisse Trends einfach nicht mitmacht. Also gerade so, es gab das damals mit den Waschmittelpods, dass man sich filmt, wie man ein Waschmittel isst, oder dass man ein Selfie macht in gefährlichen Situationen, und dass man als Marke oder Unternehmen eben nicht dazu aufruft, so etwas zu machen.
Weil selbst wenn, da ist wieder die Gefahr von diesen Algorithmen: Selbst wenn irgendeine Waschmittelfirma dazu auffordert, dass man ihr Waschmittel isst, dann kann es natürlich erst mal kurzfristig negativ für die Marke sein, aber ich glaube, das wird so viele Views erzeugen, dass die kurzen Reputationsschäden schlichtweg egal sind, weil die Reichweite, die Klickraten und was weiß ich alles das ausstechen. Und das ist das, was ich meine mit: nicht ablehnen, sondern verantwortungsvoll handeln als Social Media Management, auch wirklich diese Trends durchgehen. Und kurz zu den Verboten: Australien lässt grüßen, oder besser gesagt, die VPN Clients lassen grüßen, es bringt gar nichts.
Da finde ich es, wie du auch sagst, viel wichtiger, dass man sowohl in der Familie als auch in der Schule, in der Politik Medienaufklärung macht. Weil trotz allem, Social Media, wir wollen es nicht zu schlecht reden, ist einfach das Leitmedium. Wir hatten es in zwei Folgen, wir hatten die Folge zum Digital News Report, es ist in fast allen Ländern das Leitmedium Nummer eins für Nachrichten. Und wir hatten die Folge Gen Z Marketing mit der Nicole Klemm, sie ist nämlich Spezialistin und Expertin für Gen Z Marketing, und sie hat erzählt: Für junge Menschen, gerade im Bereich Recruiting, ist Social Media einfach der erste Kontaktpunkt mit Unternehmen.
Und dann ist es auch wichtig, finde ich, dass Unternehmen präsent sind. Oder jetzt hat auch gestern der Hendrik Wüst ein Video gemacht, das fand ich ganz gut, wo er erklärt, warum die Landesregierung NRW ab sofort auf TikTok ist. Und was ich da interessant und auch sehr gut fand: Er hat erklärt, sie machen das nicht, weil sie damit einen weiteren Kanal bespielen wie Facebook oder Instagram. Sie wollen speziell die TikTok Community abholen, also auch Videos und Content produzieren, auf TikTok angepasst, damit sich eben auch mal die jungen Menschen auf TikTok informieren können, was eigentlich die Aufgaben einer Landesregierung sind. Und das finde ich gut.
Nicola
Ja, politische Aufklärung ist super wichtig und auch die Frage, der Desinformation dagegen zu wirken.
Alexander
Amen.
Nicola
Das ist ja eben, wir hatten es in einer der letzten Folgen auch, Thema Tagesschau. Also zu sagen: Hey, ich habe TV, da bin ich präsent, und dann noch eine Mediathek, ist schwierig, wenn du einen Bildungsauftrag hast und entsprechend alle Gesellschaftsschichten erreichen musst. Und deswegen ist es schon eine Frage, und die ist nicht einfach. Ich weiß, wir haben einige Zuhörerinnen, die für Ämter arbeiten, für Ministerien arbeiten, und ich finde, das ist ehrlicherweise total schwierig, also auch intern sich rechtfertigen zu müssen, warum müssen wir auf diesen Plattformen sein.
Auch wenn, wir wissen, die Plattformen fördern Sucht, und deswegen finde ich Kritik wichtig, aber sachlich in der Hinsicht zu sagen: Hey, liebe Plattformen, und da können wir dann politischen Druck erzeugen, liebe Plattformen, ihr müsst wirklich die Algorithmen anpassen. Weil am Ende die Jugendlichen dafür zu bestrafen, dass ein Businessmodell genau diese Schwäche ausnutzt, ist nicht in Ordnung, finde ich.
Alexander
Absolut. Deswegen ist es ja auch so wichtig, dass man eben in der EU, wir haben ja auch schon oft über Regulierung gesprochen, und wir sind ja beide immer der Meinung, dass es auch ein schmaler Grat für die Politik ist, dass Regulierung wichtig ist, aber es ist auch immer die Frage, wie weit es gehen darf. Aber damit es nicht zu weit wegführt: Warum haben wir diesen Folgentitel heute genommen, auch dieses Thema? Nicht nur aus praktischen Gründen, wie zum Beispiel: Welche Inhalte greifen wir auf? Machen wir bei jedem Social Media Trend mit?
Nein, wir wollten es auch noch aus einem anderen Grund: Darf ich Social Media auch persönlich kritisieren? Ich glaube, das ist als Social Media Manager nicht immer leicht. Du hast eh oft schon Rechtfertigungsdruck nach der Etage ganz oben. Entweder heißt es, Social Media ist nur Tanzen, oder brauchen wir nicht, und was weiß ich. Und dann ist es vielleicht auch schwer, damit umzugehen, dass man manche Entwicklungen gar nicht so gut findet, obwohl man sich eh schon ständig rechtfertigen muss, warum man Social Media macht.
Da wollen wir euch einfach sagen: Hey, es ist völlig in Ordnung und okay und gehört einfach dazu, dass ihr euch in eurem Job mal Gedanken macht, ob eine Entwicklung auf Social Media richtig oder falsch ist, ob man da wirklich mitmachen will. Macht euch diese Gedanken, das ist auch ganz wichtig. Ich finde, wenn man sich diese Gedanken macht, hilft euch das dann auch, besser einzuschätzen, welche Inhalte ihr auf eurem Kanal haben wollt, welche Zielgruppen ihr wollt und vor allem, wie ihr sie ansprechen wollt.
Nicola
Absolut. Und aus meinem beruflichen Leben kann ich sagen, da stehe ich auch ganz oft zwischen den Stühlen. Und es gibt da kein Schwarz und kein Weiß. Ich liebe die Power von Social Media. Und wir haben ja noch die Wins, was uns schmeckt, die Schmankerl, wenn man mal wieder auf unser Food Thema kommt, was uns gut schmeckt. Da gibt es ganz, ganz tolle Geschichten. Und da habe ich auch gleich noch einen Win mit dabei, können wir gleich noch im Anschluss machen. Es wäre schade, wenn diese Power verloren geht.
Das finde ich so schade, weil dafür liebe ich Social Media. Und gleichzeitig kennen wir dieses Thema, dass es ganz viele Schattenseiten gibt. Und ich finde, beide Themen sollte man sehen und auch im Unternehmen ansprechen können. Und wie du sagst, strategisch, und das ist vielleicht so ein bisschen der Hinweis oder das Learning, sich strategisch aber wirklich auch klar zu sein, zum Beispiel, warum wir nicht auf einer Plattform sind, oder dass wir auf der Plattform sind, um etwas zu verändern, oder um auch eine Sichtbarkeit zu haben, oder um Service anzubieten, oder um junge Leute zu erreichen. Und ich glaube, wenn man da Antworten hat, und da kommt, glaube ich, dann der Wink zu Jens Wiese mit seinem Strategiethema, dann wird die Strategie rund.
Deswegen: Kritik ist manchmal super wichtig an dieser Stelle, an der strategischen Stelle. Und für einen selber. Also ich meine auch, für einen selber irgendwie, man ist täglich damit beschäftigt, und dann kann man vielleicht nicht die Welt retten, aber in diesem kleinen Kosmos kann man etwas tun.
Alexander
Das stimmt. Und wie gesagt, man kann natürlich seine eigene Community pflegen. Da kann man zum Beispiel auch eine Etikette und so etwas haben. Solche Sachen hat man selbst in der Hand. Klar, man ist von den Plattformen abhängig.
Und obwohl wir ja große Social Media Verfechter sind, sagen wir auch immer, man braucht trotzdem auch noch eigene Kanäle, wo du ein bisschen unabhängig von den Algorithmen der großen Plattformanbieter bist. Aber auch einfach für sich herausfinden, das finde ich wichtig: Wie soll meine Community sein? Das ist jetzt eine ganz simple Frage mit ein paar Worten, aber die Frage ist gar nicht so simpel, wie es die paar Buchstaben und Wörter hergeben.
Nicola
Das ist voll schwer zu beantworten.
Alexander
Und das kann man auch einfach lernen. Und da finde ich eine gewisse kritische Haltung, kritisch muss ja nicht ablehnend heißen, aber gesunder Menschenverstand ist vielleicht in Zeiten von KI auch viel wichtiger denn je. Und da dann einfach ein bisschen gesunden Menschenverstand, eine kritische Haltung gegenüber diesen Plattformen einnehmen, hilft, finde ich, ungemein beim Aufbau und der Pflege der eigenen Community.
Nicola
Und auch gegenüber Features zum Beispiel. Mir ging es immer so, als Social Media Expertin werde ich ja oft gefragt: Ah, da gibt es ein neues Feature, was kann das? Oder auch nicht. Auch da kann man kritisch sein. Man kann auch sagen: Hey, Feature XY nutzen wir nicht, weil es irgendwie in die falsche Richtung geht. Und ja, ich denke, das ist auch wichtig, sich da irgendwie auch klar zu positionieren, dass gewisse Features auf einer Plattform vielleicht nicht gut sind oder gewisse Themen vielleicht nicht gut sind. Und mir persönlich geht es auch so, da bin ich ganz ehrlich, ich muss auch aufpassen: Manchmal, wenn ich zu lange auf Instagram bin, das macht mir unfassbar schlechte Laune.
Und auch das zu reflektieren und zu sagen: Hey, ich muss da wieder ein bisschen aufpassen, ich glaube, das ist super wichtig. Und das ist, was wir auch Jugendlichen mitgeben können oder jungen Menschen, auch Eltern übrigens, wenn sie zuhören. Dass man immer wieder hinterfragt: Hey, bitte pass auch privat auf, dass du es nicht so krass nutzt. Wenn du merkst, das zieht dich eher runter, vielleicht mal ein bisschen Detox machen oder einfach ein bisschen weniger. Und das geht mir so. Also da muss ich mich auch echt selber sehr stark hinterfragen. Und das ist wichtig, dieses Lernen, damit umzugehen. Und auf politischer Ebene müssen wir es trotzdem im Blick behalten, dass das entsprechend nicht einfach ausufert.
Alexander
Es hilft auch bei der eigenen Positionierung. Also ich bin ja auch Freiberufler für eben diese Bereiche PR und Content. Und ich habe jetzt, das ist noch nicht so lange her, seit August, ich bin jetzt schon so lange auf LinkedIn, aber ich habe es nie so aktiv genutzt. Und jetzt seit August habe ich gesagt: Hey komm, mir endlich den Ruck gegeben, mach es mal ein bisschen. Und ich sehe jetzt schon ein bisschen, es tut sich tatsächlich schon etwas bei den Views.
Wenn man es wirklich aktiv nutzt, kann man echt etwas erreichen. Und das ist auch witzig, man podcastet so lange, jetzt steige ich voll mit LinkedIn ein, aber hey, es macht auf jeden Fall Spaß. Aber ich weiß auch, was ich absolut nicht in meinem Feed sehen will, und das wiederum gibt es dann von mir nicht zu sehen. Also ihr werdet niemals irgendwelche Rolex oder 5 am Club Postings von mir sehen.
Nicola
Warum? Da können wir nochmal eine Folge machen, ob es funktioniert hat.
Alexander
Okay, wäre witzig, aber ich finde es einfach einen total blöden Inhalt, und ich will das einfach nicht sehen in meinem Feed, und dementsprechend will ich es auch einfach nicht machen. Sondern ich will einfach, so wie hier in dem Podcast, offen und ehrlich mit euch reden, ich will Einblicke in meine Social Media Vorstellungen geben, ja, und einfach ein bisschen Feed und Futter Content. So stelle ich mir mein LinkedIn Profil vor.
Aber ich finde, es hat mir einfach geholfen, dass ich gegen so manche Trends kritisch bin. Und wir haben bisher oft nur von den technischen Entwicklungen gesprochen oder eben, sage ich mal, von ganzheitlichen Phänomenen wie zunehmender Radikalisierung auf Social Media. Es gibt auch Trends, da haben die Plattformen erst mal nichts damit zu tun. Sie können es dann durch die Algorithmen verstärken, aber es ist ein Trend, der eigentlich aus den Usern kommt. Das ist zum Beispiel bei LinkedIn zu beobachten. LinkedIn wird ja von den Inhalten immer mehr wie Instagram.
Also man sieht viel mehr Persönliches, auch irgendwie die Bilder, wie Leute sich jetzt auf LinkedIn fotografieren, so diese Halbtotale, das ist ja klassisch das Instagram Motiv. Und klar, der Algorithmus verstärkt es dann, aber man sieht, wie der Content auf LinkedIn langfristig weggeht von reinem Business Content zu Semi Business Privat, und jetzt ist es auch oft voll privat. Und da muss man auch nicht mitmachen. Also ich will auch nichts Privates auf LinkedIn posten, und das sehe ich auch manchmal kritisch. Und klar, das wird durch die Algorithmen verstärkt, aber wie gesagt, die kritische Haltung, gesunder Menschenverstand, das heißt ja nicht, dass man Social Media ablehnen muss, aber ich finde, das hilft ungemein bei der eigenen Positionierung und beim Aufbau der eigenen Community.
Nicola
Auf jeden Fall. Und da vielleicht auch nochmal ergänzend, das waren ja deine Wins: Alle Wins, ich würde sagen alle, oder fast alle, die wir hier im Podcast vorschlagen, was ich da so sehe, ist eigentlich Kontinuität. Also die haben so ihren Stil und die haben ihre Visualität und ihr Thema, meistens irgendwie so ein sehr eingegrenztes Thema, nicht so ausschweifend, sondern sehr nischig in eine gewisse Richtung, und einfach das durchzuziehen und dabei zu bleiben. Und damit kann man dann schon recht erfolgreich werden. Also da bist du auf einem guten Weg.
Alexander
Ja. Können wir mal reden.
Nicola
Dann werden wir mal sehen, wie sich das entwickelt. Können wir ja mal reden. Da habe ich dir noch etwas mitgebracht mit dem Thema: Können wir mal reden. Und zwar ist es schon ein paar Tage her, aber es war eine virale Geschichte. Und virale Geschichten aufzugreifen nach einer WM ist zwar ein bisschen late to the party, aber was man da lernen kann, ist Folgendes. Also ich erzähle, worum es geht, sonst kann man ja gar nichts lernen. Und zwar: Lamine Yamal hat beim Spiel Spanien gegen Argentinien, also dem Finale, 6PM getragen, also eine Underwear, eine Unterhose.Eine Boxershorts? Nein, Boxershorts weiß ich gar nicht genau. Aber auf jeden Fall Unterwäsche. Und das ist ein deutsches Label.
So ein kleines deutsches, feines Label. Und das ging natürlich um die Welt, weil junge Menschen, Thema Gen Z Marketing, das gefeiert haben. Und dann ging es darum: Gab es da Sponsorenverträge? War das ein geplanter Coup? Was war da eigentlich los? Und unterm Strich ist es aber so, dass der 6PM Gründer oder Inhaber sich auf LinkedIn gemeldet hat und gemeint hat, sie haben eigentlich gar nichts damit zu tun und freuen sich einfach, dass er gerne ihre Klamotten trägt. Und es wurde mega gefeiert, und da siehst du auch wieder, dass es schon ein Thema ist, authentisch zu sein, eine gute Brand zu haben, und wenn es gut läuft, kriegst du einfach mal Viralität geschenkt, wenn die Community dich mag.
Alexander
Ich habe auch etwas mitgebracht. Und das ist, weißt du, was ich am meisten mag bei Wins und Fails? Wenn wir etwas haben, was sowohl als auch ist. Und ich habe etwas mitgebracht. Es begann als Fail und wurde zu einem Win. Leider wurde der Beitrag inzwischen gelöscht, aber ich fand es einen Höhepunkt von coolen Communities. Mir ist in den LinkedIn Feed mal wieder so ein typischer Rant reingeschneit: Deutschland schafft sich ab, Ausrufezeichen. Da hat dann jemand einen Kassenzettel gepostet von seinem Ausflug nach Österreich und meinte: Oh, guck mal, wie billig in Österreich das Essen ist. War mir auch neu, das zu hören. Und weil die Gastronomie in Deutschland so teuer ist, war das für diese Person irgendwie der Beleg, dass es mit unserem Land bergab geht. Das ist so weit der Fail.
Nicola
Ein richtiger Beleg übrigens.
Alexander
Ja, genau, tatsächlich, ja.
Nicola
Richtiges Wortspiel.
Alexander
Sehr cool. Und das war der Beleg, dass es mit unserem Land bergab geht, und dann schreibt er auch da: Wiener Schnitzel in Österreich ist so viel günstiger.
Nicola
Aber da hätte er sich schon Gedanken machen müssen, weil das, also das habe ich noch nie erlebt. Aber okay, ja.
Alexander
Er hat geschrieben, in der Nähe von Innsbruck. Da dachte ich mir: Hey, geh mal im Montafon so etwas wie Germknödel essen, auf einer Skihütte, viel Spaß. Und jetzt, was das Coole war, das ist der Win, was dann die Community gemacht hat: Die sind dann auf die Webseite von dem Restaurant gegangen und haben gesagt: Hey, du hast ja nicht mal das Wiener Schnitzel bestellt, sondern das normale Schnitzel. Und danach hat sich die ganze Diskussion in der Kommentarspalte entwickelt, was ein echtes Wiener Schnitzel ist, wie es zubereitet werden muss, welche Bestandteile es hat, wie die Panade sein muss. Und das fand ich so witzig, und es hatte ein Food Thema. Und dass hier einfach die Community dann eine Schnitzeldiskussion angefangen hat.
Nicola
Ja, und jeder weiß, die Schnitzeldiskussion ist never ending. Also das ist ein ganz, ganz entscheidendes Thema, gerade in Österreich. Und ja, aber ich finde gut, dass es gekapert wurde, dass er quasi sein Learning, vielleicht hat er ein neues Learning aus dieser Geschichte. Vielen Dank für diesen super Win und wieder LinkedIn Kuriositäten. Eigentlich war das auch eine Rubrik: LinkedIn Kuriositäten bei Feed und Fudder.
Alexander
Das stimmt, das brauchen wir unbedingt. Macht’s gut.
Nicola
Ich wünsche dir eine schöne Woche, euch auch, und wir hören uns wieder. Ciao!
Social Media
WhatsApp Feature-Update: Aktuelle Neuigkeiten 2026
+++
11.08.2026
Neue WhatsApp Features für effizienteres Teamwork, Community-Management & Kundenservice
WhatsApp hat eine Reihe neuer Funktionen veröffentlicht, die insbesondere für Marketing-, Social-Media- und Community-Teams sehr praktisch sind. Ob spontane Abstimmungen im Team, flexible Calls oder übersichtlichere Gruppen-Kommunikation, hier kommen alle Neuerungen im Überblick:
1. Web-Anrufe: Flexibel und kostenlos vom PC aus
Ein häufig gewünschtes Feature ist endlich da. Web-Anrufe gehen nun direkt aus WhatsApp Web heraus. Wohoo!
- Audio & Video: Sowohl Einzel- als auch Gruppenanrufe sind ab sofort direkt im Browser möglich. Kein App-Download erforderlich
- Sicher & unbegrenzt: Alle Anrufe sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, kostenlos und ohne Zeitlimit
- Für Social-Media-Manager*innen: Perfekt für schnelle Abstimmungen mit Kunden, Influencern oder dem Team, ohne extra Tools wie Zoom oder Teams öffnen zu müssen

2. Nahtlose Anrufweiterleitung: Device-Switch während des Calls
Mitten im Gespräch das Gerät wechseln? Kein Problem mehr!
- Unterbrechungsfreier Wechsel: Du kannst den laufenden Call nahtlos vom Smartphone oder Tablet auf den Laptop übertragen (und umgekehrt), ohne auflegen zu müssen. Das ist wirklich wertvoll!
- Für Social-Media-Manager*innen: Ideal für den hybriden Arbeitsalltag oder wenn du unterwegs im Call startest und am Schreibtisch direkt Präsentationen oder Dokumente teilen möchtest
3. Warteraum für Gruppenanrufe: Mehr Kontrolle & Sicherheit
- Zugangskontrolle: Teilnehmer*innen von Gruppenanrufen haben nun die Kontrolle darüber, wer dem Call beitreten darf
- Für Social-Media-Manager*innen: Bietet mehr Privatsphäre und Schutz vor unerwünschten Gästen
4. Verbesserte Abstimmungen (Polls): Schnellere Entscheidungen im Team
Die Umfrage-Funktion in WhatsApp wurde deutlich aufgewertet:
- Ablaufzeiten: Umfragen können jetzt mit einer Frist versehen werden
- Anonymisierung: Antworten lassen sich auf Wunsch anonym halten
- Bearbeitung: Erstellte Abstimmungen können bis zu 15 Minuten nach dem Senden nachträglich bearbeitet werden
- Für Social-Media-Manager*innen: Perfekt für schnelle Deadlines bei Content-Freigaben, Feedback-Runden oder Meinungsbildern in internen Projektgruppen

5. Die „@alle“-Erwähnung: Wichtige News nicht mehr verpassen
- Alle Mitglieder ansprechen: Mit dem Tag @alle werden sämtliche Mitglieder einer Gruppe direkt benachrichtigt
- Für Social-Media-Manager*innen: Ideal für Notfälle (z. B. Shitstorms, Eilmeldungen, Freigaben in letzter Minute) oder wichtige Ankündigungen, die im Chat-Verlauf nicht untergehen dürfen
6. Ähnliche Gruppe erstellen: Ordnung in der Community-Struktur
- Einfaches Duplizieren: Mit nur einem Tippen lässt sich aus einer bestehenden Gruppe eine neue Gruppe mit denselben Mitgliedern erstellen und anschließend anpassen
- Für Social-Media-Manager*innen: Perfekt für Nebengruppen (z. B. Taskforces für ein spezifisches Event, Projektgruppen oder Unter-Communities), ohne den Hauptchat durch Off-Topic-Themen zu überladen

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WhatsApp Feature-Update: Es gibt Neues über WhatsApp. Die Meta-Plattform launcht regelmäßig neue Funktionen und Verbesserungen. Damit du immer aktuell bist, sammeln wir in diesem Artikel eine Auswahl an interessanten Neuerungen. Schreib uns gerne direkt oder hier in die Kommentare, wenn du zu einzelnen Themen mehr erfahren willst!
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