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Datenschutz & Sicherheit

Frontex stationiert erstmals Überwachungsflugzeug vor Westafrika


Die EU-Grenzagentur Frontex hat im November ihre Luftüberwachung auf die Gewässer vor Westafrika erweitert. Regelmäßige Einsätze erfolgen seitdem immer wieder von der Insel Santiago, die zu den Kapverden gehört. Für die Stationierung eines Flugzeugs war Frontex-Direktor Hans Leijtens selbst in die kapverdische Hauptstadt Praia gereist. Dort traf sich der Niederländer mit dem Staatsminister, dem Verteidigungs- sowie dem Innenminister und weiteren hochrangigen Regierungsmitgliedern.

Die Luftüberwachung von Praia aus ist der erste derartige Einsatz von Frontex in einem afrikanischen Land. An den Gesprächen zur technischen Umsetzung waren auch Behörden aus Portugal beteiligt – die beiden Länder arbeiten nach der Unabhängigkeit des Inselstaats Kap Verde auch zu maritimer Sicherheit eng zusammen. Nach Angaben eines Frontex-Sprechers stimmt sich die EU-Grenzagentur auch mit spanischen Behörden zu den Flügen ab.

Die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln sind oft Ziel der Überfahrten von Booten mit Migrant*innen, die von Gambia, Guinea-Bissau, Senegal oder Mauretanien in Richtung Europa ablegen. Auf sie hat es Frontex abgesehen.

Hochgerüstete Überwachungsflugzeuge

Mit den ausgeweiteten Flügen ihrer „Multipurpose Aerial Surveillance“ will Frontex die EU-Migrationsabwehr verstärken. Bei privaten Firmen gecharterte Luftfahrzeuge halten dazu Ausschau in den Such- und Rettungsregionen im Atlantik vor Senegal und Mauretanien. Bei Sichtung eines Bootes informiert die Besatzung die zuständigen Behörden der westafrikanischen Länder. Deren Küstenwachen sollen die Menschen abfangen und zurückholen. Ein solches Pullback-System praktiziert Frontex bereits seit 2017 mit der Küstenwache in Libyen.

Allerdings startet die neue Frontex-Mission ohne ein neues Arbeitsabkommen mit den Kapverden. Wie aus einer aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, bezeichnet Frontex den aktuellen Betrieb deshalb als „Phase 1“. In diesem Zeitraum findet demnach kein erweiterter Austausch von Daten aus der Überwachung mit kapverdischen Behörden statt – dies soll erst nach Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung in „Phase 2“ erfolgen.

Auch ohne Abkommen zum Datentausch können in der „Phase 1“ Informationen zu gesichteten Booten an die Küstenwache der Kapverden übermittelt werden – jedenfalls in einem Seenotfall. Dies könne über das internationale Seerecht erfolgen, das im Rahmen von Such- und Rettungseinsätzen die Benachrichtigung von maritimen Leitstellen benachbarter Staaten vorschreibt, erklärt Frontex.

Kapverden benennen „Eurosur-Koordinierungszentrum“

Nach Unterzeichnung eines Arbeitsabkommens soll dann „Phase 2“ beginnen. Dann würde der Informationsaustausch zu Booten auf dem Weg zu den Kanaren über ein Lagezentrum der Marine erfolgen, das Kap Verde dafür benannt hat. Frontex bezeichnet dieses COSMAR, das Zentrum für maritime Sicherheitsoperationen, als „Eurosur-Koordinierungszentrum“. Eurosur ist das Überwachungsnetzwerk, an das seit 2014 alle Schengen-Staaten mit dem Frontex-Hauptquartier in Warschau vernetzt sind. Dorthin werden auch die von Flugzeugen aufgenommenen Videos in Echtzeit gestreamt.

Die Antwort auf die parlamentarische Anfrage gibt auch Auskunft zur Sensortechnik an dem bei der britischen Firma DEA mit einem Rahmenvertrag gecharterten Flugzeug. Dazu gehören eine giro-stabilisierte elektro-optische und Infrarot-Kamera mit Wärmebildfunktion und Tageslicht-Zoomkamera, außerdem ein AIS-Transponder zur Schiffsidentifikation und ein Seeüberwachungsradar.

Derartige Ausrüstung gilt als Dual-Use-Technik, die auch militärisch verwendet werden kann. Schiffe der zivilen Seenotrettung dürfen sie deshalb nicht erwerben oder einsetzen, ansonsten können sie auch wegen Spionage verfolgt werden.

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„Operative Verbindungsbeamte“ in Warschau

Mit der Anbindung an Eurosur erhalten die „eingebetteten kapverdischen Behörden“ laut Frontex die gleichen Informationen wie Portugal und Spanien. Dazu stationiert die Regierung in „Phase 2“ außerdem „operative Verbindungsbeamte“ in Warschau. Umgekehrt will Frontex aber kein eigenes Personal auf den Kapverden stationieren.

Die Frontex-Mission von den Kapverden aus soll eine Lücke schließen, die gescheiterte Verhandlungen mit Senegal und Mauretanien hinterließen: Die EU-Grenzagentur wollte ursprünglich Statusabkommen mit diesen Ländern schließen, um auch dort operieren zu dürfen. Trotz vorheriger positiver Signale verweigerten die Regierungen jedoch entsprechende Gespräche.

Die Flüge von Praia erfolgen deshalb außerhalb der Zwölfmeilenzone von Senegal und Mauretanien und damit im internationalen Seegebiet. So zeigt es auch ein ADSB-Tracker für das Flugzeug.

Grundrechtsbeauftragter äußert sich kritisch

Auch der Frontex-Grundrechtsbeauftragte Jonas Grimheden hatte sich bereits mit den Flügen von Praia aus beschäftigt – und äußerte sich schon im Planungsstadium kritisch. Denn die Flugzeuge sollen Informationen über entdeckte Migrant*innen an Such- und Rettungsbehörden der betreffenden Staaten weitergeben. In Mauretanien und Senegal gibt es aber Berichte über Defizite beim Schutz der Menschenrechte. Deshalb hätten vor der Inbetriebnahme des Flugdienstes wirksame Schutzmaßnahmen eingeführt werden sollen, meint Grimheden.

Das Büro des Grundrechtsbeauftragten forderte daher einen Aktionsplan, der die Probleme adressiert. Besonders das Verbot des Non-Refoulement – also das Verbot, Menschen in Länder zurückzuschicken, wo ihnen Verfolgung droht – müsse darin berücksichtigt werden, so Grimheden.



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Datenschutz & Sicherheit

Pilotprojekt der Polizei Berlin: Ohne Plan und ohne Partner


Ein angekündigtes Projekt der Berliner Polizei zum „Früherkennungs- und Bedrohungsmanagement“ soll eigentlich im April starten. Doch weder eine Evaluation der Rechtsgrundlagen noch konkrete Risikoindikatoren scheinen fertig zu sein. Die Opposition warnt vor einer Stigmatisierung psychisch Erkrankter.

Graustufenbild eines Polizeiautos, das in der Straße "Unter den Linden" steht
Die Polizei Berlin will Risiken besser einschätzen können. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Elena Crobu

Anfang Februar kündigte die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik ein neues Projekt an: Potenzielle Gewalttäter:innen sollen in einem Drei-Stufen-Modell früher identifiziert werden. Das bezieht sich auch, aber nicht nur, auf Menschen mit vermuteten psychischen Erkrankungen, die sich auffällig verhalten. Das Projekt, so Slowik, solle im April starten.

Bis April ist nur noch wenig Zeit. Doch eine Anfrage von netzpolitik.org bei der Berliner Polizei zeigt: Zu der vollmundigen Ankündigung gibt es kurz vor Projektstart auffallend wenig Konkretes. Viele Fragen sind ungeklärt, darunter die nach einer Rechtsgrundlage für den Datenaustausch oder um welche Daten es überhaupt geht. Außerdem hat sich die Polizei offenkundig mit kaum einer anderen relevanten Institution zu ihrem Vorhaben abgestimmt.

Die drei Stufen zum Hochrisikofall

Was zu dem Projekt mit dem Namen „Früherkennungs- und Bedrohungsmanagement“ bekannt ist: Die drei Stufen des Modells beziehen sich auf unterschiedliche Gruppen von Polizist:innen. In der ersten Stufe sind Beamt:innen gemeint, die üblicherweise Erstkontakt zu Personen haben, weil sie ihnen etwa auf Streife begegnen oder zu einem Einsatz gerufen werden. Diese sollen „wissenschaftlich anerkannte und interdisziplinär erarbeitete Risikoindikatoren“ an die Hand bekommen, um Situationen besser einschätzen zu können. Das sagte im Februar der Vizepräsident der Polizei in einer Sitzung des Innenausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus.

Welche Indikatoren das sind, kann die Polizei auf Nachfrage allerdings nicht sagen. Es heißt von der Pressestelle, sie basierten „auf aktuellen wissenschaftlichen Standards kriminalprognostischer Verfahren im Hinblick auf schwere Gewalttaten“ und würden sich aus statischen und dynamischen Faktoren sowie Warnsignalen und Schutzfaktoren zusammensetzen. Weitergehende Auskünfte seien „aufgrund der dynamischen Entwicklungen“ aktuell nicht möglich. Das klingt, als wären die Indikatoren schlicht noch nicht fertig formuliert.

Die zweite Stufe bezieht sich auf besonders geschulte Beamt:innen, die auf Basis von Meldungen der Kolleg:innen aus der ersten Stufe eine „umfassende und fortlaufende Risikobeurteilung“ durchführen. Sie könnten also vielleicht prüfen, ob eine Person, die gerade Menschen am Alexanderplatz beschimpft, schon öfter bei einem Polizeieinsatz aufgefallen ist. Kommen diese Beamt:innen zum Ergebnis, dass es ein Risiko für schwere Straftaten wie Tötungsdelikte gibt, leiten sie die Fälle an die dritte Stufe weiter: einen Dienstbereich für „Hochrisikofälle“.

Mit wem hat sich die Polizei abgestimmt?

Während es im Modell nicht speziell um mutmaßlich psychisch erkrankte Personen geht, lag der Fokus in der Ankündigung der Polizeipräsidentin auf diesen. „Wir sehen bereits seit längerem immer häufiger Menschen, die verhaltensauffällig sind, also unter Drogen stehen oder psychische Erkrankungen aufweisen, und in diesem Zusammenhang schwere Straftaten begehen“, sagte sie gegenüber der Deutschen Presseagentur. Es solle auch Fallkonferenzen geben und über die Einbindung sozialpsychiatrischer Dienste oder Zwangseinweisungen entschieden werden, wenn die Risikoanalyse das nahelege.

Der Vizepräsident der Polizei erläuterte in der Sitzung des Innenausschusses, es gehe „bei Menschen mit psychischen Verhaltensauffälligkeiten“ insbesondere auch darum, „über eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitssektor eine nachhaltige psychologische Versorgung sicherzustellen“. Das suggeriert: Kommt die Polizei in ihrer neuen Risikobewertung zum Ergebnis, dass eine Person medizinische oder therapeutische Hilfe benötigt, setzt sie sich mit anderen in Verbindung. Dafür braucht es eine geregelte Zusammenarbeit.

Zuständig für gesundheits- und damit auch psychiatriepolitische Themen ist in Berlin die Senatsverwaltung für Gesundheit. Die war jedoch, wie ein Sprecher der obersten Landesbehörde auf Anfrage von netzpolitik.org schreibt, nicht an den Abstimmungen zum Pilotprojekt beteiligt. Es gebe jedoch einen Austausch mit der Innenverwaltung über den „Umgang mit psychisch auffälligen Gewalttätern“.

Gesundheitsverwaltung hat eigene Pläne

Daneben setzt die Gesundheitsverwaltung auf eine Bestandsaufnahme. „Derzeit wird die gesamte psychiatrische Versorgung evaluiert“, schreibt ein Sprecher. „Dabei sollen die Strukturen, insbesondere im Hinblick auf die Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, analysiert werden.“

Ziel sei eine Landespsychiatrieplanung für Berlin. Die Gesundheitsverwaltung schreibt auch: „Die wirksamste Maßnahme der Gewaltprävention bei Menschen mit psychischen Erkrankungen ist eine fachgerechte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Sie senkt nachweislich das Risiko für Gewalttaten.“ Der Sprecher betont, dass nur wenige Menschen mit einer psychischen Erkrankung überhaupt zu einer Risikogruppe gehören, „die ein erhöhtes Gewalt- bzw. Straftatpotenzial aufweist […] Ein simpler Kausalzusammenhang zwischen psychischer Erkrankung und Gewalt- beziehungsweise Straftaten besteht nicht.“

Außerdem sei eine Novellierung des Berliner Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) geplant. Das Gesetz regelt auf der einen Seite Unterstützungsmaßnahmen, definiert aber auch, wann eine Person gegen ihren Willen in eine Klinik eingewiesen werden kann. Die Reform wird die nächste Berliner Landesregierung nach den Wahlen im September 2026 in Angriff nehmen müssen. Dabei habe der Schutz der persönlichen Rechte von Menschen mit psychischer Erkrankung „höchste Priorität“, so der Sprecher.

In einer Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine Frage der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus positionierte diese sich bereits dazu, ob mit einer Novelle des Berliner PsychKGs künftig auch Daten über psychisch erkrankte Personen an Polizei und andere Sicherheitsbehörden übermittelt werden sollen. Derartige Regeln haben etwa Hessen und Niedersachsen in den letzten Monaten in ihre PsychKG-Reformen eingebracht, unter viel Kritik von medizinischen Fachleuten, Betroffenenverbänden und Datenschützer:innen. Das sei in Berlin nicht vorgesehen, der Senat berücksichtige das Recht auf Privatsphäre, schreibt die Gesundheitsverwaltung in ihrer Antwort.

Datenaustausch mit „Akteuren“

Die Polizei indes will in ihrem Pilotprojekt offenbar Daten mit anderen austauschen, anders wäre eine Zusammenarbeit mit dem „Gesundheitssektor“ kaum möglich. Aber um geht es genau? Dazu kann sie wenige Wochen vor dem geplanten Projektstart erstaunlich wenig sagen. Sie stehe bei ihrer Arbeit „im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten im Austausch mit relevanten staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren“, antwortet ein Pressesprecher. Der könne „sowohl fallbezogen als auch auf die Abstimmung notwendiger Arbeitsprozesse gerichtet sein“. Das soll auch im „Früherkennungs- und Bedrohungsmanagement“ stattfinden, weitergehende Auskünfte seien aber nicht möglich, weil sich das „noch in Planung“ befinde.

Ebenso in der Planung – oder besser in der Findung – ist offenbar auch die Rechtsgrundlage, auf der Informationen ausgetauscht werden könnten: „Die Prüfung, auf welcher Rechtsgrundlage ein Daten- und/oder Erkenntnisaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren erfolgen könnte, ist noch nicht abgeschlossen.“

Landesdatenschutzbeauftragte erfuhr aus der Presse vom Projekt

Helfen bei dieser Suche oder einer Einschätzung, ob das nach derzeitigen rechtlichen Regelungen überhaupt möglich ist, könnte vielleicht die Berliner Landesdatenschutzbehörde. Immerhin hieß es in der Sitzung des Innenausschusses im Februar, die neu geschaffenen Arbeitsprozesse würden einer datenschutzrechtlichen Kontrolle unterzogen. Doch die Landesdatenschutzbeauftragte Berlins war damit wohl nicht gemeint. „Wir wurden nicht einbezogen und haben erst aus der Presse von dem Projekt erfahren“, schreibt ein Sprecher auf Anfrage von netzpolitik.org.

Vielmehr meint die Polizei wohl eine Selbstkontrolle. „Die neu geschaffenen Arbeitsprozesse werden einer datenschutzrechtlichen Überprüfung durch Datenschutzbereiche der Polizei Berlin unterzogen, sofern datenschutzrechtliche Belange betroffen sind“, heißt es auf Anfrage.

Niklas Schrader, innenpolitischer Sprecher der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, kann all das nicht verstehen. „Es ist mir vollkommen unverständlich, warum die Berliner Polizei mit einem derart unausgegorenen Vorhaben an die Öffentlichkeit gegangen ist“, schreibt der Abgeordnete gegenüber netzpolitik.org. „Weder sind Rechtsgrundlagen oder datenschutzrechtliche Fragen geklärt, noch hat eine Abstimmung mit dem Gesundheitsbereich stattgefunden.“ Er befürchtet, dass aus dem Projekt Stigmatisierung und eine Abschreckung für Hilfesuchende folgen könnten. „Wenn gleichzeitig die Versorgung mit therapeutischen und anderen Hilfsangeboten so mangelhaft ist wie derzeit in Berlin, ist das eine absolut besorgniserregende Entwicklung.“

Auch Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Grünen, hat ähnliche Kritik. Er versuchte mit einer parlamentarischen Anfrage im Februar, mehr über die Pläne der Polizei zu erfahren. „Menschen mit psychischen Erkrankungen brauchen in erster Linie Hilfe. Diese Hilfebedarfe treffen schon heute auf ein System der Unterversorgung“, so der Abgeordnete. „Die entscheidende Frage ist, wie man Menschen mit psychischen Erkrankungen von einer polizeilichen Bearbeitung in eine regelhafte und nachhaltige Gesundheitsversorgung überführt. Davon scheint das Pilotprojekt der Berliner Polizei noch weit entfernt zu sein.“

Es sei unter medizinischen und ethischen Standards nicht vertretbar, der Polizei zukünftig die Beurteilung von psychischen Erkrankungen zu überlassen. „Eine psychisch erkrankte Person darf nicht mit einem Sicherheitsrisiko gleichgesetzt werden.“

Zusammenfassend lässt sich wenig sagen. Es wirkt, als habe die Polizeipräsidentin ein Projekt angekündigt, das noch weit von einer konkreten Umsetzbarkeit entfernt ist. Bis jetzt ist noch nicht einmal geklärt, wie lange der angekündigte „zeitlich begrenzte Probebetrieb“ überhaupt dauern soll. „Der konkrete Zeitrahmen für den Probebetrieb zur gezielten Testung spezifischer interner Arbeitsabläufe befindet sich derzeit noch in der Abstimmungsphase“, heißt es von der Polizei. Ob es also im April überhaupt losgeht, wird sich zeigen müssen.


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Datenschutz & Sicherheit

Qnap löst kritische Sicherheitsprobleme in NAS-Software


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This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Mehrere Softwareschwachstellen gefährden NAS-Systeme von Qnap. Angreifer können auf Geräte zugreifen und im schlimmsten Fall die volle Kontrolle erlangen. Sicherheitspatches schaffen Abhilfe. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen. Wer ein Qnap-NAS besitzt, sollte sicherstellen, dass alle installierten Komponenten auf dem aktuellen Stand sind.

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Wie aus dem Sicherheitsbereich der Qnap-Website hervorgeht, betreffen die Sicherheitsprobleme die Komponenten Media Streaming Add-on, QuFTP Service, QuNetSwitch (ADRA NDR), QuRouter und QVR Pro.

Am gefährlichsten gilt eine „kritische“ Lücke (CVE-2026-22898) in der IP-Videoüberwachungssoftware QVR Pro. Weil einer Warnmeldung zufolge die Authentifizierung im Kontext einer kritischen, nicht näher beschriebenen Funktion fehlt, können entfernte Angreifer Zugriff auf Systeme erlangen. Die Entwickler versichern, die Schwachstelle in QVR Pro 2.7.4.1485 geschlossen zu haben.

Die von vier Lücken in QuNetSwitch (ADRA NDR) ausgehende Gefahr schätzt Qnap als „kritisch“ ein. Hier können Angreifer unter anderem aufgrund von hartcodierten Zugangsdaten auf Netzwerkspeicher zugreifen (CVE-2026-22900 „mittel“). Durch das erfolgreiche Ausnutzen der verbleibenden Schwachstellen können Angreifer unter anderem eigene Befehle ausführen (etwa CVE-2026-22901 „mittel“). An dieser Stelle müssen Admins QuNetSwitch 2.0.4.0415 oder QuNetSwitch 2.0.5.0906 installieren.

Für die Sicherheitslücken in QuRouter vergibt Qnap ebenfalls eine kritische Einstufung. Auch hier kann es zur Ausführung von Schadcode kommen. Dafür benötigen lokale Angreifer aber bereits Adminrechte (etwa CVE-2025-62845 „mittel“). Die Entwickler geben an, QuRouter 2.6.3.009 repariert zu haben.


(des)



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Datenschutz & Sicherheit

Zero-Day erlaubt Codeausführung in WindChill und FlexPLM


Die Software Windchill und FlexPLM enthält ein Sicherheitsleck, das Codeausführung erlaubt. Der Hersteller ruft dringend dazu auf, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen – ein Patch ist zur Stunde noch nicht verfügbar.

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Informationen zur Sicherheitslücke sind spärlich, weder eine CVE-Kennung noch Warnungen der nationalen CERTs (Computer Emergency Response Team) sind verfügbar. Der Hersteller und seine Partner scheinen jedoch beunruhigt: Sie vergeben die Höchstwertung von 10.0 Punkten auf der CVSS-Skala und drängen Kunden, umgehend zu reagieren.

Offenbar versteckt der Fehler sich in der Deserialisierung der Servlets /servlet/WindchillGW/com.ptc.wvs.server.publish.Publish und /servlet/WindchillAuthGW/com.ptc.wvs.server.publish.Publish. Sind diese für einen Angreifer zugänglich, etwa weil der Windchill-Server aus dem Internet erreichbar ist, kann er Code einschleusen und ausführen.

Die Lücke betrifft gemäß dem extrem knappen Sicherheitshinweis in der Knowledge Base des Herstellers PTC folgende Versionen:

  • Windchill PDMLink 11.0 M030
  • Windchill PDMLink 11.1 M020
  • Windchill PDMLink 11.2.1.0
  • Windchill PDMLink 12.0.2.0
  • Windchill PDMLink 13.0.2.0
  • Windchill PDMLink 13.1.0.0
  • Windchill PDMLink 13.1.1.0
  • Windchill PDMLink 13.1.2.0
  • Windchill PDMLink 13.1.3.0
  • Windchill PDMLink 12.1.2.0
  • FlexPLM 11.0 M030
  • FlexPLM 11.1 M020
  • FlexPLM 11.2.1.0
  • FlexPLM 12.0.0.0
  • FlexPLM 12.0.2.0
  • FlexPLM 12.0.3.0
  • FlexPLM 12.1.2.0
  • FlexPLM 12.1.3.0
  • FlexPLM 13.0.2.0
  • FlexPLM 13.0.3.0

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Bis ein Patch zur Verfügung steht, sollen Admins zu einer Notlösung greifen. Wie der Windchill-Dienstleister EAC in einer Aussendung an seine Kunden beschreibt, ist dazu eine Konfigurationsänderung des Apache-Webservers notwendig. Das, so EAC, sollte unverzüglich geschehen, um die Gefahr eines Exploits zu neutralisieren.

  1. Erstellen einer neuen Konfigurationsdatei /conf/conf.d/90-app-Windchill-Auth.conf. sofern bereits eine Datei mit dem Präfix 90- oder höher existiert, sollte die neue Datei die höchste Ziffer erhalten, um als letzte Datei geladen zu werden)
  2. In diesen folgende Direktiven einbauen:
    Require all denied
  3. Webserver mittels der bekannten Befehle neustarten.

Obgleich der Hersteller behauptet, keine Kenntnis über erfolgreiche Angriffe zu haben, nennt Dienstleister EAC einige „Indicators of Compromise“ (IOC). Es muss also bereits Angriffe gegen Windchill- oder FlexPLM-Server gegeben haben. Aus den IOCs ergibt sich, dass Angreifer nach erfolgreichem Exploit Dateien mit Schadcode auf den Server hochladen, typischerweise Webshells. Von PTC selbst betriebene Instanzen sind bereits geschützt.

Unsichere Deserialisierung ist ein bekanntes Einfallstor für Exploits und beliebt bei Cyberkriminellen und staatlichen Angreifern. Erst vor wenigen Tagen fügte die US-Cybersicherheitsbehörde eine weitere Deserialisierungslücke in Microsoft Sharepoint zu ihrer Datenbank der Known Exploited Vulnerabilities hinzu.


(cku)



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