Künstliche Intelligenz
Geekom Geekbook X14 Pro im Test: Edles Gehäuse, OLED, Intel Ultra 9 & 32 GB RAM
Geekom wagt den Sprung vom Mini-PC zum Premium-Laptop mit OLED-Display und Intel Core Ultra 9. Ob der Erstling überzeugt, zeigt unser Test.
Geekom kennen wir bisher nur von Mini-PCs. Mit dem Geekbook X14 Pro und dem größeren X16 Pro wagt der taiwanesische Hersteller nun den Schritt in den Laptop-Markt – und das direkt im Premiumsegment. Während Konkurrenten wie Chuwi oder Ninkear sich meist in der Mittelklasse tummeln, greift Geekom direkt nach den Sternen.
Der X14 Pro kommt mit Intel Core Ultra 9 185H, OLED-Display und 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) daher. Das klingt nach Oberklasse, kostet aber auch entsprechend. Mit 1169 Euro (mit Code HSX14PRO bei Amazon, regulär 1269 Euro) spielt das Gerät preislich in einer Liga mit etablierten Marken wie Lenovo oder Asus. Kann der Neuling da mithalten?
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Geekom Geekbook X14 Pro?
Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung in Titanium Gray fasst sich hervorragend an und wirkt extrem edel. Mit 999 Gramm ist das Geekbook X14 Pro ein echtes Leichtgewicht. Nichts knarzt oder wackelt, die Übergänge sind tadellos verarbeitet. Das matte Finish liegt gut in der Hand und zieht kaum Fingerabdrücke an. Bei Druck wirkt das Gehäuse stellenweise etwas dünn und lässt sich minimal eindrücken, was aber im Rahmen bleibt. Der Ein-/Aus-Taster hat einen Fingerabdrucksensor für Windows Hello integriert.
Ein Schiebeschalter deaktiviert die Webcam elektrisch, eine physische Abdeckung fehlt jedoch. Das Mylar-Touchpad (120 × 70 mm) fühlt sich wertig an und klickt satt – allerdings nur in der unteren Hälfte. Die obere Hälfte bewegt sich nicht, was die Bedienung einschränkt. Die Tastatur überzeugt mit flachen Tasten und einem Tastenhub von 1,2 mm, der an Macbook-Tastaturen erinnert. Sie tippt sich angenehm mit ordentlichem Feedback. Positiv: Es gibt ein echtes QWERTZ-Layout statt ANSI-QWERTY. Die Enter-Taste ist allerdings zu klein für DIN-2137-Konformität. Die Beschriftung mischt Deutsch und Englisch – Backspace statt Rücktaste, aber Feststelltaste statt Caps Lock. Eine dedizierte Copilot-Taste für Microsofts KI-Assistenten sitzt zwischen Alt Gr und Pfeiltasten.
Um das Gehäuse zu öffnen, muss man neun Schrauben auf der Unterseite lösen, wofür man einen Torx-T5-Bit benötigt. Danach muss man die etwas dünne Bodenplatte vorsichtig mit einem Plektrum aus den Verankerungen lupfen, um diese abnehmen zu können. Das geht weder besonders leicht noch besonders schwer. Immerhin müssen wir aber keine Gummipads von den Schrauben pflücken.
Lieferumfang: Welches Zubehör liegt beim Geekom Geekbook X14 Pro bei?
Zum Lieferumfang gehört neben dem Laptop selbst ein USB-C-Netzteil mit 65 Watt Leistung (20V/3,25A). In vielen Bundles liegt zudem ein USB‑C‑Dock/Hub bei (HDMI, USB‑A, Ethernet etc.), teils als „Bonus“ oder zeitlich begrenzte Aktion. Ob dieses zum Standardlieferumfang gehört, hängt aber von Händler oder Promo ab.
Display: Wie hoch löst das Display des Geekom Geekbook X14 Pro auf?
Das 14-Zoll-OLED-Display (AMOLED) löst mit 2880 x 1800 Pixeln im 16:10-Format auf. Die Pixeldichte von 243 ppi sorgt für eine gestochen scharfe Darstellung. Mit 120 Hz Bildwiederholrate arbeitet das Panel flüssig und reaktionsschnell. Die maximale Helligkeit liegt bei unseren Messungen bei 363 cd/m² im normalen Betrieb, die beworbenen 450 cd/m² erreicht das Display nur bei HDR-Inhalten. In geschlossenen Räumen reicht die Helligkeit völlig aus. Draußen könnte das Display heller sein, zumal das glänzende Glossy-Finish Spiegelungen verstärkt.
Ein mattes Display wäre für die Außennutzung praktischer, würde aber die brillanten OLED-Farben schmälern. Die Farbdarstellung ist OLED-typisch hervorragend, mit satten Schwarzwerten und lebendigen Farben. Das 16:10-Format bietet mehr vertikalen Platz als klassische 16:9-Displays, was beim Arbeiten mit Dokumenten oder beim Programmieren von Vorteil ist.
Ausstattung: Welche Hardware bietet der Geekom Geekbook X14 Pro?
Herzstück ist der Intel Core Ultra 9 185H mit dem Codenamen „Meteor Lake-H“, der schon im Dezember 2023 vorgestellt wurde. Der Prozessor verfügt über 16 Kerne und 22 Threads, aufgeteilt in 6 Performance-Cores (Redwood Cove, bis 4,8 GHz), 8 Efficiency-Cores (Crestmont, bis 3,8 GHz) sowie 2 Low-Power-Efficiency-Cores (Crestmont, bis 2,5 GHz). Er taktet zwischen 1,4 und 5,1 GHz und wird im Intel-4-Prozess (7 nm) gefertigt. Die maximale Betriebstemperatur des Chips liegt bei 110 Grad Celsius. Die TDP beträgt 45 Watt, kann aber bis 115 Watt (MTP) erreichen. Geekom limitiert die cTDP auf 35 Watt.
Die integrierte Intel Arc Graphics mit 8 Xe-Cores (128 EUs, 1024 Shader) und maximal 2350 MHz Takt basiert auf der Xe-LPG-Architektur. Eine dedizierte NPU (Intel NPU 3) gibt es auch, sie hat zwei Kerne und leistet 11 TOPS für KI-Aufgaben.
Der 32 GB große LPDDR5X-7500-Arbeitsspeicher ist verlötet und nicht erweiterbar. Als Massenspeicher dient eine 2 TB große Crucial P3 NVMe-SSD im M.2-2280-Format mit PCIe 4.0 x4. Laut Crystaldiskmark erreicht sie Lesegeschwindigkeiten von 6992 MB/s und Schreibraten von 6156 MB/s – ordentliche Werte für eine PCIe-4.0-SSD.
Bei den Anschlüssen gibt es zwei USB4-Ports mit 40 Gb/s, einmal USB-A 3.0 mit 5 Gb/s, HDMI 2.0 und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse. Die 2-Megapixel-Webcam reicht für Videokonferenzen. Zwei Lautsprecher mit DTS:X Ultra geben Töne sauber wieder, klingen allerdings etwas dünn und bieten wenig Bass und Volumen.
Der WLAN-Chipsatz Mediatek MT7922 unterstützt Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.4.
Performance: Wie schnell ist der Geekom Geekbook X14 Pro?
Bevor wir mit den konkreten Benchmarks beginnen, ein kurzer Hinweis vorweg: Zuletzt gab es bei unserem Standard-Benchmark PCMark 10 ein größeres Update mit einem Versionssprung von Workflow 1.x zu 2.x. Entwickler UL Solutions wies dabei in den Changelogs explizit darauf hin, dass die Ergebnisse der beiden Versionen nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Aus diesem Grund führen wir bis auf Weiteres Tests mit beiden Workflows durch und geben beide Ergebnisse an, um die Vergleichbarkeit zu allen zuvor getesteten Geräten aufrechtzuerhalten.
Im PCMark 10 erreicht das Geekbook X14 Pro im Akkubetrieb durchschnittlich 5623 Punkte im Workflow 1.x oder 6669 Punkte (2.x) mit Spitzen bei 5651 und 5595 (1.x) sowie 6672 und 6666 Punkten (2.x). Am Netzteil steigen die Werte auf durchschnittlich 6480 Punkte (1.x) mit Spitzen bei 6598 und 6359 Punkten sowie 7726 Punkte beim Workflow 2.x und Spitzen bei 8018 und 7271 Punkten.
Der 3DMark Time Spy attestiert 3915 Punkte im Akkubetrieb, zusammengesetzt aus 3608 Grafik-Punkten und 7581 CPU-Punkten. Am Netz sind es 3840 Punkte (3530 Grafik, 7659 CPU). In Geekbench 6 erzielt der Laptop 1002 Punkte (Single-Core) und 12.081 Punkte (Multi-Core) im Akkubetrieb. Am Netzteil steigen die Werte auf 2193 (Single-Core) und 7618 Punkte (Multi-Core). Der OpenCL-Grafiktest erreicht 32.540 Punkte im Akkubetrieb und 31.350 Punkte am Netz. Cinebench 2024 zeigt 585 Punkte (Multi-Core) und 91 Punkte (Single-Core) im Akkubetrieb, am Netz sind es 582 und 92 Punkte.
Geekom Geekbook X14 Pro – Bilderstrecke
Gaming ist überraschend gut möglich: Anno 1800 läuft mit mittleren Einstellungen bei 31 bis 41 FPS in Full-HD-Auflösung. Counter-Strike erreicht auf der Map Mirage mit hohen Settings 50 bis 60 FPS, bei mittleren Einstellungen sogar bis zu 117 FPS. The Witcher 3: Wild Hunt schafft mit mittleren Einstellungen bis zu 54 FPS. Für einen Laptop ohne dedizierte Grafikkarte sind das keine schlechten Ergebnisse. Der Intel Core Ultra 9 185H zeigt seine Stärken bei produktiven Aufgaben und kann sogar ältere oder weniger anspruchsvolle Spiele flüssig darstellen.
Lüfter: Wie laut ist der Geekom Geekbook X14 Pro und wie hoch ist seine Leistungsaufnahme?
Unter Volllast erreicht der Lüfter maximal 42 dB(A) – für einen Laptop relativ laut. Im Alltag beim normalen Arbeiten liegt die Lautstärke zwischen 28 und 32 dB(A). Ein minimales Fiepen macht den Lüfter hörbarer als bei ähnlich lauten Mini-PCs. Das liegt auch an der geringeren Distanz zum Nutzer.
Im Stresstest von Aida64 taktet die CPU anfangs kurz mit 3,5 GHz, fällt aber bereits nach sechs Sekunden auf 2,4 GHz. Die Temperatur erreicht in dieser kurzen Zeit bereits 80 Grad Celsius und pendelt sich bei 74 Grad ein. Über einen Zeitraum von 30 Minuten schwanken die Werte zwischen 1,5 und 2,4 GHz sowie 78 und 93 Grad. Im Schnitt liegen die Werte bei 77 Grad und 1,8 GHz Takt. Die Außentemperatur erreicht laut Wärmebildkamera bis zu 52 Grad links oberhalb der Tastatur. Der Rest des Gehäuses bleibt unter 42 Grad.
Software: Mit welchem Betriebssystem arbeitet der Geekom Geekbook X14 Pro?
Windows 11 Pro ist vorinstalliert und digital aktiviert. Ein vollständiger Systemscan mit Windows Defender findet keine Auffälligkeiten oder vorinstallierte Malware.
Zusätzlich ist der Geekom PC Manager vorinstalliert. Er bietet Systemeinstellungen wie drei Batteriemodi (Energiespar, Balance, Höchstleistung), Steuerung der Tastaturbeleuchtung, Shortcuts und Mikrofoneinstellungen mit Geräuschunterdrückung. Auch Treiber-Updates und Speicheroptimierung sind integriert. Die Funktionen sind teils nützlich, aber nicht zwingend notwendig, da Windows ähnliche Optionen bietet. Ein Ladelimit für den Akku zum Schutz der Batterie fehlt leider, was bei Premium-Laptops mittlerweile Standard ist.
Auch der Betrieb von Linux auf dem Gerät ist möglich. Nachdem wir über die erweiterten Wiederherstellungsoptionen von Windows ins BIOS gelangen, können wir dort Secure Boot deaktivieren und die Bootreihenfolge ändern. Danach starten wir über unseren Ventoy-USB-Stick in das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS. Dort können wir ohne Probleme WLAN, Bluetooth und Audio nutzen. Auch die Auflösung wird richtig erkannt, das Touchpad reagiert wie erwartet und der Laptop wacht auch aus dem Standby zuverlässig auf.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Geekom Geekbook X14 Pro?
Der fest verbaute 72-Wh-Akku hält im PCMark 10 Modern Office Test über 7 Stunden durch. Dieser Test simuliert realistischen Alltagsgebrauch mit Browsernutzung, Office-Tools und dazwischenliegenden Idle-Phasen. Der Hersteller verspricht bis zu 16 Stunden, was unter idealen Bedingungen mit minimaler Last und niedrigster Displayhelligkeit möglich sein mag. Die gemessenen 7 Stunden sind für produktives Arbeiten realistischer und durchaus ordentlich für ein 14-Zoll-Gerät mit OLED-Display und Core Ultra 9. Das 65-Watt-Netzteil lädt den Akku über USB-C wieder auf.
Preis: Was kostet der Geekom Geekbook X14 Pro?
Die getestete Variante mit Intel Core Ultra 9 185H, 32 GB RAM und 2 TB SSD kostet regulär 1269 Euro. Mit dem Code HSX14PRO (gültig bis 30. März) gibt es 8 Prozent Rabatt bei Amazon, wodurch der Preis auf 1169 Euro sinkt.
Die günstigere Variante mit Intel Core Ultra 5, 1 TB SSD und 32 GB RAM kostet mit obigem Code 944 Euro statt regulär 1049 Euro. Im Shop des Herstellers funktioniert genannter Code ebenfalls und beschert dieselben Preise.
Für einen Newcomer im Laptop-Markt ist das ambitioniert bepreist, zumal der Intel Core Ultra 9 185H bereits seit Dezember 2023 auf dem Markt ist. Etablierte Hersteller wie Lenovo, Asus oder HP bieten ähnlich ausgestattete Geräte teils günstiger an.
Fazit
Das Geekom Geekbook X14 Pro ist ein beeindruckender Erstling im Laptop-Bereich. Die Verarbeitung aus Magnesiumlegierung ist hochwertig, das OLED-Display mit 120 Hz brillant und die Performance des Intel Core Ultra 9 185H überzeugt. Mit nur 999 Gramm ist es extrem portabel. Die echte QWERTZ-Tastatur und der Fingerabdrucksensor sind weitere Pluspunkte. Die Crucial P3 SSD liefert ordentliche PCIe-4.0-Geschwindigkeiten.
Schwächen zeigt das Gerät beim Preis-Leistungs-Verhältnis: Für 1169 Euro (mit Rabattcode) konkurriert es mit etablierten Marken, die teils mehr bieten. Der bereits über zwei Jahre alte Chip ist nicht mehr taufrisch. Der Lüfter ist unter Last mit 42 dB(A) relativ laut und pfeift leicht. Das glänzende Display spiegelt stark und könnte mit 363 cd/m² heller sein.
Für Geekoms ersten Laptop ist das X14 Pro dennoch beachtlich. Es beweist, dass der Hersteller auch abseits von Mini-PCs überzeugende Hardware liefern kann. Mit etwas aggressiverer Preisgestaltung könnte es seine Nische finden. Wer ein leichtes Ultrabook mit OLED-Display und starker CPU sucht, macht hier nichts falsch.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Soundbar ohne Subwoofer im Test – voller Klang ohne Extra-Box
Soundbars sind dann gefragt, wenn für ein vollwertiges Heimkino-System der Platz nicht ausreicht. Wir zeigen die zehn besten Soundbars ohne Subwoofer.
Ein voller, satter Sound ist entscheidend für echtes Kino-Feeling daheim – egal ob über Blu-ray oder Streaming. Die eingebauten TV-Lautsprecher reichen dafür oft nicht aus.
Zwar schafft ein Surround-System Abhilfe, doch der Nachrüstaufwand ist meist hoch: Kabel können stören und Platz für mehrere Boxen ist nicht immer vorhanden. Hier bieten Soundbars eine elegante Alternative.
Auch wenn sie nicht an eine vollständige Mehrkanalanlage heranreichen, übertreffen sie die TV-Lautsprecher deutlich – bei einfacher Installation und oft günstigerem Preis.
In dieser Top 10 zeigen wir die besten Soundbars ohne Subwoofer aus unseren Tests. Bewertet wurden vor allem Klangqualität, Preis-Leistung und die Unterstützung gängiger Tonformate.
Welche Soundbar ist die beste?
In Bestenlisten ist ein klarer Testsieger oft schwer auszumachen – vor allem, wenn viele Produkte auf ähnlich hohem Niveau liegen. Im Bereich der Soundbars ohne Subwoofer ist das anders: Hier führt die KEF Xio mit deutlichem Abstand.
Die Soundbar des britischen Audioprofis KEF setzt in puncto Klang – egal ob bei Filmen oder Musik – Maßstäbe und sorgt regelmäßig für Gänsehautmomente. Zwar erreicht sie nicht die volle Räumlichkeit eines Systems mit Subwoofer und Satelliten, doch was sie auf nur 1,21 Meter Breite leistet, grenzt an ein Wunder. Für rund 2.300 Euro ist sie eine beträchtliche Investition, die sich vor allem dann lohnt, wenn die Soundbar auch als hochwertige Musikanlage genutzt wird.
Als günstigere Alternative zur KEF Xio können wir unseren Technologiesieger, die Sonos Arc Ultra ab 849 Euro empfehlen. Sie kommt ohne Subwoofer und Rears, kann aber um diese erweitert werden. Unser neuer Preis-Leistungs-Sieger ist die Klipsch Flexus Core 200 für 411 Euro. Sie überzeugt im Test mit einem kräftigen Heimkinoklang und guter Sprachverständlichkeit.
Wie sinnvoll ist eine Soundbar?
Eine Soundbar stellt im Vergleich zu einem vollwertigen Hi-Fi-System stets einen Kompromiss aus Klang, Leistung und Größe dar. Gegenüber dem gewöhnlichen TV-Ton bieten jedoch selbst preiswerte Modelle in der Regel eine deutliche Verbesserung. Wer Filme, Serien oder Sportereignisse ansieht, profitiert von klarerer Sprachwiedergabe, mehr Bass und je nach Modell sogar von einem räumlichen Klangerlebnis.
Grundsätzlich ist zwischen kompakten Soundbars ohne und solchen mit separatem Subwoofer zu unterscheiden. Es gibt zudem Lautsprecher, bei denen die Tieftöner bereits im Hauptgerät integriert sind. Diese oft als Sounddecks bezeichneten Modelle sind meist tiefer gebaut und können einen Fernseher direkt aufnehmen. Ein einfaches Gerät ohne externen Subwoofer wird als 2.0-System bezeichnet, mit zusätzlichem Subwoofer als 2.1-System – wobei der Subwoofer kabelgebunden oder kabellos angebunden sein kann. Welche Variante die richtige ist, hängt vom verfügbaren Platz, der Nachbarschaft, den eigenen Hörgewohnheiten und nicht zuletzt vom Budget ab.
Dolby Atmos und DTS:X ermöglichen als objektbasierte Verfahren räumlichen Klang, indem sie Schall so wiedergeben, dass er von allen Seiten zu kommen scheint. Grundsätzlich funktioniert dies auch ohne separate Surround-Lautsprecher – allein mit einer entsprechenden Soundbar. Die Technologie hat in den vergangenen Jahren beeindruckende Fortschritte gemacht, dennoch bleibt die Wirkung individuell unterschiedlich. Günstige Soundbars sind häufig noch weit von dem Raumklang entfernt, den echte Surround-Lautsprecher erzeugen.
Die jeweilige Soundbar muss eines der Systeme unterstützen; einige Modelle beherrschen auch beide. Der Support dieser Technologien ist allerdings keine Garantie für gute Klangqualität. Weitere relevante Tonformate für Soundbars sind Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby True HD, DTS Surround sowie DTS HD. TV-Geräte und Soundbars von Samsung nutzen zudem Q-Symphony, um die vorhandenen TV-Lautsprecher für einen erweiterten Surround-Effekt einzubinden.
Soundbars mit Subwoofer
Wer etwas mehr Platz zur Verfügung hat, aber dennoch nicht auf die Anschlussfreundlichkeit einer Soundbar verzichten möchte, findet in Modellen mit Subwoofer oder zusätzlichen Satelliten eine sinnvolle Erweiterung. Die besten Geräte dieser Kategorie zeigen wir in der Bestenliste Die beste Soundbar mit Subwoofer im Test – Samsung vor JBL und LG.
Der entscheidende Vorteil liegt auf der Hand: Ein Subwoofer spielt deutlich tiefere Frequenzen als die kleinen Lautsprecher einer schlanken Soundbar. Das wertet insbesondere Film- und Musikwiedergabe spürbar auf. Da die meisten Subwoofer moderner Soundbars per Funk angebunden werden, sind Nutzer bei der Aufstellung relativ frei. Tiefer Bass ist kaum ortbar, daher kann der Subwoofer etwa hinter dem Sofa oder an einer anderen Wand platziert werden – lediglich ein Stromanschluss ist erforderlich. „Kabellos“ bedeutet in diesem Zusammenhang also nur die halbe Wahrheit, denn auf das Netzkabel kann nicht verzichtet werden.
Ähnliches gilt für Satelliten- oder Rear-Lautsprecher, die seitlich oder hinter der Hörposition für einen räumlichen Klangeindruck sorgen. Auch sie werden größtenteils kabellos angesteuert, benötigen jedoch ebenfalls eine Stromversorgung. Eine Ausnahme bilden einige Modelle von JBL, deren Satelliten dank integrierter Akkus zumindest zeitweise wirklich ohne Kabel auskommen – im Dauerbetrieb ist dies jedoch eher die Ausnahme und nicht durchgängig praktikabel. Unabhängig von der konkreten Stromversorgung verstärken solche Rear-Lautsprecher den Raumklang erheblich und gehören daher zu jedem anspruchsvollen Heimkino-Set-up dazu.
Wie funktioniert Surround Sound?
Surround Sound wird von drei großen Anbietern dominiert: Dolby, DTS und Auro. Dolby Atmos, Auro 3D und DTS erweitern den klassischen Surround-Sound um eine zusätzliche Dimension, sodass der Klang auch von oben kommt.
Während man im Heimkino oft Lautsprecher an der Decke montiert, setzen Soundbars wie die KEF Xio, Sonos Arc oder die Bose Smart Soundbar 900 auf nach oben gerichtete Lautsprecher, die den Klang über Reflexionen erzeugen. Allerdings fehlt vielen Geräten die richtige Hardware für echten 3D-Sound, weshalb sie den Klang nur emulieren. Hochwertige Modelle mit echten 3D-Lautsprechern kosten jedoch mehr als 2000 Euro. THX ist hingegen keine eigene Sound-Technologie, sondern eine Zertifizierung für bestimmte Wiedergabestandards.
Nicht jeder möchte sein Wohnzimmer mit fünf oder mehr Lautsprechern und einem Berg an Kabeln ausstatten. Hier kommen virtuelle Surround-Systeme ins Spiel. Sie simulieren mit mehreren Lautsprechern in einer Soundbar echten Raumklang, indem sie das Gehör austricksen. Der Effekt: Der Klang scheint von allen Seiten zu kommen, obwohl die Soundquelle direkt vor dem Nutzer steht.
Allerdings funktioniert das nicht bei jedem gleich gut – manche empfinden den künstlichen Klang als unnatürlich. Wer jedoch damit zurechtkommt, profitiert von einem deutlich einfacheren Set-up. Heute ist Virtual Surround, besonders in Kombination mit Dolby Atmos oder DTS zu einer echten Alternative geworden.
Wie am besten die Soundbar anschließen?
Die gängigste und klanglich beste Verbindung zwischen Soundbar und Fernseher erfolgt über HDMI. Wichtig ist dabei, den richtigen Anschluss zu wählen: Am TV muss ein mit ARC oder eARC gekennzeichneter HDMI-Port verwendet werden. Die Abkürzungen stehen für Audio Return Channel respektive enhanced Audio Return Channel.
Während ARC bereits die Übertragung von Surround-Formaten wie Dolby Digital ermöglicht, erlaubt die modernere eARC-Variante die Übermittlung von unkomprimiertem Ton in hoher Auflösung – einschließlich Dolby Atmos und DTS:X. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl Fernseher als auch Soundbar und das verwendete HDMI-Kabel den HDMI-2.1-Standard unterstützen. Insbesondere bei längeren Kabelstrecken lohnt sich ein Blick auf die Spezifikationen, nicht jedes Kabel ist für die hohen Datenraten geeignet. Mehr zu diesem Thema erklärt der Artikel HDMI-Kabel ab 5 Euro – Unterschiede, HDMI 2.1, 4K, HDR.
Alternativen zum HDMI-Anschluss
Eine verbreitete Alternative ist der optische Digitaleingang (Toslink), den viele Soundbars bieten. Der optische Anschluss ist weitverbreitet und funktioniert zuverlässig, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Der Datendurchsatz ist deutlich niedriger als bei HDMI, weshalb sich unkomprimierte Formate wie Dolby Atmos nicht übertragen lassen. Für ältere Fernseher oder als Zweitlösung ist er dennoch eine gute Wahl.
Analoge Anschlüsse wie 3,5-Millimeter-Klinke oder Cinch bieten einige Soundbars nach wie vor – etwa die Bose TV-Speaker oder günstigere Modelle von LG und Samsung. Sie eignen sich für den Anschluss älterer Audiogeräte oder wenn kein digitaler Ausgang am TV vorhanden ist, bleiben klanglich aber hinter den digitalen Alternativen zurück.
Kabellose Verbindungen – praktisch, aber nicht immer optimal
Viele Soundbars setzen zunehmend auf kabellose Übertragungswege. Bluetooth ermöglicht die unkomplizierte Musikwiedergabe vom Smartphone, Tablet oder Laptop – Modelle wie die Teufel Cinebar 22 oder die JBL Bar 2.1 unterstützen zudem hochwertigere Codecs wie AAC oder aptX. Für die reine TV-Anbindung ist Bluetooth jedoch weniger geeignet, da es zu Verzögerungen zwischen Bild und Ton kommen kann. Zudem bleiben Funkverbindungen wie Bluetooth oder WLAN aufgrund von Interferenzen, Bandbreitenschwankungen und potenziellen Aussetzern klanglich und vor allem in puncto Stabilität immer eine Notlösung – auch wenn sie im Alltag oft bequem sind.
Der Goldstandard: Ethernet
Die hochwertigste und stabilste Lösung für die Netzwerkanbindung ist nach wie vor der kabelgebundene Ethernet-Anschluss. High-End-Soundbars wie die KEF Xio oder die Sennheiser Ambeo Soundbar bieten daher weiterhin einen LAN-Port. Wer Musik in hoher Auflösung ohne Komprimierung, Unterbrechungen oder Latenzprobleme streamen möchte, kommt um ein Ethernet-Kabel kaum herum. Gerade in anspruchsvollen Multiroom-Set-ups oder bei der Einbindung in Smart-Home-Lösungen wie Home Assistant ist die kabelgebundene Verbindung jeder Funklösung überlegen. WLAN bleibt dagegen eine Komfortfunktion – praktisch für die schnelle Einrichtung, aber für audiophile Ansprüche oder kritische Anwendungen nur die zweitbeste Wahl.
Fazit
Eine Soundbar ist eine äußerst vielversprechende Lösung, um den Klang des Fernsehers deutlich zu verbessern, ohne dabei wertvollen Wohnraum zu opfern. Sie vereint platzsparendes Design mit hörbaren klanglichen Fortschritten gegenüber den meist dünn klingenden TV-eigenen Lautsprechern.
Für kleinere Räume oder puristische Einrichtungen sind Modelle ohne separaten Subwoofer die beste Wahl. Sie fügen sich nahtlos in das Wohnzimmer-Ambiente ein und liefern dennoch einen satteren Klang als jeder integrierte TV-Lautsprecher.
Schon preiswerte Modelle wie die Fire TV Soundbar Plus von Amazon oder Geräte von Sharp und Polk heben das Hörerlebnis spürbar an – ein Einstieg, der sich für wenige hundert Euro lohnt. Wer jedoch keine Kompromisse machen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Den klanglichen Feinschliff liefern die Spitzenmodelle etablierter Hersteller: KEF, Sonos, Sennheiser, Bose, Denon und Klipsch setzen hier die Maßstäbe.
Diese Systeme überzeugen selbst ohne zusätzlichen Subwoofer durch ihre Ausgewogenheit, Präzision und Räumlichkeit. Allen voran die KEF Xio – eine Soundbar, die nicht nur optisch und technisch überzeugt, sondern selbst audiophilen Ansprüchen genügt und damit beweist, dass hochwertiger Klang auch ohne Subwoofer möglich ist.
Mehr zum Thema Heimkino zeigen wir in diesen Ratgeber-Artikeln und Bestenlisten:
Künstliche Intelligenz
Probleme mit Lüftersteuerung: Nvidia zieht GeForce-Treiber 595.59 zurück
Der GeForce-Treiber 595.59 macht Probleme, so massive Probleme, dass Nvidia den Download des Treibers nicht mehr anbietet, während die Spezialisten der Firma auf Ursachenforschung gehen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Eigentlich war der Treiber als optimierter „Game ready“-Treiber für den Titel Resident Evil: Requiem am 26. Februar online gegangen. Er sollte optimal für die Performance des neuen Survival-Horror-Spiels von Capcom abgestimmt sein, welches am 27. Februar in den Verkauf ging. Doch schon am Releasetag des Treibers, also noch vor Resident Evil: Requiem, mehrten sich Nutzerberichte, die von Problemen mit der Lüftersteuerung auf ihren hochgezüchteten GeForce-Grafikkarten berichteten.
Die Probleme reichten von ungewöhnlich niedrigen Taktraten über Stabilitätsprobleme bis hin zu Abstürzen und schwarzen Bildschirmen. Offenbar hat es aber keine dauerhaften Defekte gegeben, die sich auf die Verwendung des GeForce-Treibers zurückführen lassen.
Lesen Sie auch
Arbeiten am Treiber dauern an
Offenbar drangen diese auch zu Nvidias Treiberabteilung vor und bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung zog man dort die Notbremse und schaltete den Download des Treibers offline. Nutzern, die das Paket bereits installiert hatten und die Probleme mit der Lüftersteuerung bemerkten, empfahl Nvidia einstweilen die Rückkehr zur Version 591.86, solange Fehlersuche und -behebung andauerten – das war vor 5 Tagen. Seitdem forschen die Treiberentwickler bei Nvidia wohl mit Hochdruck nach der gut versteckten Ursache.
Hohn und Spott von Nutzerseite ließen indes nicht lange auf sich warten: Die Firma konzentriere ihre Entwicklerkapazitäten seit der RTX-5000-Reihe nur noch auf KI, lasse wohl mit Vibe-Coding eine KI auch den Treiber verschlimmbessern oder ihr sei die treue Spieler-Fangemeinde angesichts der KI-Milliarden wohl zunehmen egal. Auch wenn das sicherlich Übertreibungen sind, spiegeln sie doch den Frust der GeForce-Nutzer wider.
Weiterlesen nach der Anzeige
Kein Einzelfall
Tatsache ist, dass Nvidia nicht das erste Mal von umfangreicheren Treiberproblemen heimgesucht wird. Schon die aktuelle GeForce-RTX-5000-Reihe mit den PCIe-5.0-fähigen Blackwell-Grafikchips war von Problemen betroffen, die zunächst auf PCIe 5.0 zurückgeführt wurden. Außerdem gab es anfangs einige fehlkonfigurierte RTX-5000-Karten im Handel, wiewohl hier eher die Firmware und nicht der Treiber schuld war – auch wenn Nvidia die Firmware-Ursache bestritt.
Kurz darauf fiel wohl die RTX-4000-Reihe durch die Treiber-Qualitätskontrolle und einige Studios empfahlen für ihre Spiele ältere Treiber aus der Vor-Blackwell-Zeit.
Allerdings treten auch schwerwiegende Bugs wie dieser immer mal wieder auf. Schon vor knapp 16 Jahren machte ein gravierendes Lüftersteuerungsproblem die Runde, das damals sogar Totalausfälle der GeForce-Grafikkarten zur Folge hatte.
(csp)
Künstliche Intelligenz
Social Media: Griechenland will Unter-15-Jährigen Digital-Riegel vorschieben
In der griechischen Politik deutet sich ein digitaler Paukenschlag an, der weit über die Grenzen des Mittelmeerstaates hinaus Beachtung finden dürfte. Die Regierung unter Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bereitet derzeit ein Gesetz vor, das die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren landesweit untersagen soll; in Griechenland beginnt die Strafmündigkeit mit der Vollendung des 15. Lebensjahres.
Weiterlesen nach der Anzeige
Damit schlägt Athen einen deutlich restriktiveren Kurs ein als etwa Portugal, wo Eltern über eine Freischaltung mitentscheiden dürfen. In Griechenland soll das Verbot universell gelten: Kommen soll ein staatlich verordneter digitaler Schutzraum, der keinen elterlichen Ermessensspielraum lässt.
Hinter den Kulissen arbeiten die Ministerien für Justiz, digitale Verwaltung und Gesundheit laut Euractiv unter Hochdruck an der rechtlichen Ausgestaltung. Ursprünglich war die Präsentation des Entwurfs bereits für diese Woche vorgesehen. Doch aus Regierungskreisen verlautete nun, der Termin sei auf Anfang März verschoben worden.
Mitsotakis selbst habe das Dossier zur Chefsache erklärt, heißt es in dem Bericht. Für den Konservativen gehe es dabei nicht nur um Jugendschutz, sondern auch um strategisches politisches Kalkül: Er strebt einen parteiübergreifenden Konsens an, der ihm im Hinblick auf eine anstehende Verfassungsreform den Rücken stärken soll.
Kids Wallet als digitale Schranke
Technisches Herzstück der Verbotsstrategie ist eine bereits existierende Lösung: Die Kids Wallet. Diese App wird in Griechenland bereits verwendet, um den Verkauf von Tabak und Alkohol an Minderjährige zu unterbinden. Das System funktioniert über eine Kopplung der Geräte von Eltern und Kindern. Die App generiert einen Barcode, der das Alter verifiziert, ohne unnötig viele persönliche Daten preiszugeben. Was im stationären Handel durch das Scannen an der Kasse erfolgt, soll nun auf die digitale Welt übertragen werden. Plattformbetreiber müssten die Verifizierung über die digitale Brieftasche direkt in ihre Registrierungsprozesse integrieren. Wer sich nicht daran hält, dem drohen empfindliche Bußgelder.
Trotz der bestehenden technologischen Basis stehen dem Vorhaben Hürden entgegen. Branchenvertreter geben zu bedenken, dass ein isoliertes Verbot sozialer Netzwerke zu rechtlichen Inkonsistenzen führen könnte. Auch wenn Instagram, TikTok, Facebook & Co. für Unter-15-Jährige gesperrt würden, blieben andere problematische Bereiche des Netzes wie Pornografie, Online-Glücksspiel oder gewaltintensive Gaming-Plattformen zunächst unberücksichtigt.
Gegner der Initiative monieren, dass diese Ungleichbehandlung vor Gericht kaum Bestand haben dürfte. Mit Klagen aus der Branche ist zu rechnen. Zudem formiert sich Widerstand unter Juristen: Sie prüfen, ob ein solch weitreichendes Verbot die Meinungsfreiheit der Jugendlichen unverhältnismäßig einschränkt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Zwischen Verbot und Umgehung
Ein weiteres Problem ist die praktische Durchsetzbarkeit. Da die Nutzung der Kids Wallet bisher auf freiwilliger Basis erfolgt, bleibt zunächst offen, wie der Staat eine flächendeckende Installation erzwingen könnte. Zudem sind Jugendliche für ihren Einfallsreichtum bekannt: Schon jetzt berichten Beobachter von einfachen Umgehungsstrategien, bei denen etwa Screenshots von Barcodes älterer Heranwachsender oder der Eltern untereinander geteilt werden, um Alterskontrollen auszuhebeln. Ohne eine wasserdichte biometrische Koppelung oder eine Ausweispflicht könnte das digitale Verbotsschild so rasch zum Papiertiger werden.
Trotz dieser Zweifel erfährt die Regierung auch Rückhalt. Die Psychologin Maribelle Vogopoulou betonte gegenüber Euractiv, dass sich viele Eltern angesichts der digitalen Dynamik machtlos und überfordert fühlten. Die negativen Auswirkungen eines ungebremsten Social-Media-Konsums seien in den Praxen längst Alltag. Berichtet werde von sinkender Konzentrationsfähigkeit, schlechteren schulischen Leistungen und einer Zunahme von Aggressivität sowie Schlafstörungen. Ohne einen klaren gesetzlichen Rahmen ließen sich diese Phänomene kaum stoppen.
Deutsche Debatte verläuft ähnlich
Der restriktive Kurs findet auch in Deutschland Nachahmer. Auf ihrem jüngsten Bundesparteitag in Stuttgart beschloss die CDU, dass die Bundesregierung eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einführen soll. Unter dem Motto „verantwortungsvolles digitales Erwachsenwerden“ sieht das Konzept vor, dass Kinder bis 14 Jahre komplett ausgesperrt werden, während für 14- bis 16-Jährige spezielle, eingeschränkte Jugendversionen der Dienste bereitgestellt werden müssen. Erst für Ältere soll der Zugriff uneingeschränkt möglich sein.
Zwischen den großen Volksparteien herrscht hierzulande mittlerweile seltene Einigkeit. Auch die SPD hat ihre ursprüngliche Ablehnung aufgegeben. Ein Impulspapier der Sozialdemokraten sieht nahezu identische Altersabstufungen vor. Zur technischen Umsetzung setzt die SPD auf die EUDI-Wallet. Doch auch hier regt sich Widerstand: Tech-Verbände, Kinder- und Bürgerrechtler bezweifeln die Wirksamkeit eines solchen Banns. Eine Studie für das EU-Parlament goss zusätzlich Wasser in den Wein der Regulierer. Die Forscher kamen zum Schluss, dass eine flächendeckende Altersverifikation in einer liberalen Demokratie kaum rechtssicher und praktisch umsetzbar sei.
Lesen Sie auch
(nie)
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Social Mediavor 3 WochenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Wochen
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Datenschutz & Sicherheitvor 3 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGame Over: JetBrains beendet Fleet und startet mit KI‑Plattform neu
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenDigital Health: „Den meisten ist nicht klar, wie existenziell IT‑Sicherheit ist“
