Apps & Mobile Entwicklung
Handheld-Spielkonsolen: Habt ihr eine Switch 2 und was spielt ihr auf Handhelds?
Die Switch ist seit kurzem mit 155 Millionen Einheiten Nintendos meistverkaufte Konsole, die Vorstellung der Switch 2 inzwischen ein Jahr her. Habt ihr seitdem eine gekauft? Und was ist mit dem ROG Xbox Ally (X)? Diese Woche geht es in der Sonntagsfrage um Handheld-Konsolen – und eure Nutzung eben jener.
Handheld-Konsolen: Spielen unterwegs seit 1989
Ein jeder Spieler kennt ihn, ob jung oder alt: Den Game Boy als Symbol und Inbegriff der tragbaren Spielkonsole. Im Jahr 1989 war er nach dem Microvision, Game & Watch und dem Epoch Game Pocket Computer zwar nicht der erste Handheld aller Zeiten, aber der, der sich als erster flächendeckend durchsetzen konnte. Es folgten diverse Iterationen bis zum Nintendo DS im Jahr 2004, gegen den Sony die PlayStation Portable antreten ließ. Mit Nintendo 3DS und PlayStation Vita ging das Duell in die zweite Runde, der Sieger stand aber eigentlich bereits fest. Daraufhin gehört der Markt für Handheld-Konsolen in Zeiten spieletauglicher Smartphones viele Jahre lang quasi ganz allein Nintendo, die Switch war der nächste große Erfolg.
Dank Valve kam jedoch wieder Bewegung in das Segment: Als Handheld-Konsole mit x86-Architektur und Tauglichkeit für gängige Desktop-Betriebssysteme stellt das Steam Deck seit Februar 2022 einen ganz anderen Ansatz dar wie Nintendos geschlossenes Switch-Ökosystem. Und dieses Modell geht auf: Der tragbare Gaming-PC für die Hände erfreut sich großer Beliebtheit, die schließlich OLED-Varianten des Steam Decks und erst letzten Herbst mit dem ROG Xbox Ally (X) (Test) einen Xbox-Gegenspieler brachte. Aber spielen eingesessene PC-Veteranen mit Präferenz für Maus und Tastatur, wie es die meisten ComputerBase-Community sind, tatsächlich auf Handheld-Konsolen?
Die Handheld-Vorlieben der Community
Das soll direkt die erste Frage der heutigen Sonntagsfrage herausfinden, die damit in Tradition der letzten Hanhdeld-Umfrage im Januar 2025 steht. Habt ihr in den letzten Wochen und Monaten auf einer Handheld-Konsole gespielt? Und wenn ja, auf welcher?
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Ja, Nintendo Switch (inkl. Lite, OLED & Switch 2)
Historie: 38,3 % ➚ 40,0 %
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Ja, Steam Deck (inkl. OLED)
Historie: 19,7 % ➘ 18,0 %
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Ja, ROG Xbox Ally (X)
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Ja, ein anderer Steam-Deck-Konkurrent von bspw. MSI, Lenovo oder Ayaneo
Historie: 4,9 % ➘ 3,2 %
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Ja, PlayStation Vita
Historie: 2,2 % ➚ 3,4 %
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Ja, Nintendo (3)DS (alle Varianten)
Historie: 6,9 % ➚ 10,1 %
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Ja, eine ganz andere
Historie: 7,5 %
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Nein
Historie: 44,5 % ➘ 43,4 %
Selbstredend erheben die gegebenen Antwortmöglichkeiten keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer auf einem Handheld gespielt hat, der nicht gelistet ist, kann das Geräte gerne in den Kommentaren nennen.
Der Platzhirsch: Nintendo Switch
Mit bereits über 155 Millionen verkauften Einheiten stellt Nintendo den Platzhirsch aller Handheld-Spielkonsolen: Switch, Switch Lite, Switch OLED und Switch 2 (Test) haben sich kombiniert häufiger verkauft als alle anderen Spielkonsolen außer der PlayStation 2. Besitzt auch ihr eine Switch? Und falls ja, welche?
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Nintendo Switch
Historie: 73,2 % ➘ 71,0 %
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Nintendo Switch Lite
Historie: 6,6 % ➚ 8,3 %
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Nintendo Switch OLED
Historie: 28,0 % ➚ 30,4 %
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Nintendo Switch 2
Nintendo verfolgt mit der Switch seit jeher das Konzept, Spielern den nahtlosen Wechsel von stationärem Spielen am Fernseher zum mobilen Spielen unterwegs zu bieten. Aber wie genau teilt sich eure persönliche Nutzung auf diese beiden Szenarien auf; spielt ihr mehr mobil im Handheld-Modus oder stationär am Fernseher?
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(Nahezu) ausschließlich mobil als Handheld
Historie: 12,1 %
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Überwiegend mobil als Handheld, aber regelmäßig auch stationär am TV/Monitor
Historie: 14,7 %
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In gleichem Maße mobil und stationär
Historie: 14,1 %
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Überwiegend stationär am TV/Monitor, aber regelmäßig auch mobil als Handheld
Historie: 24,5 %
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(Nahezu) ausschließlich stationär am TV/Monitor
Historie: 34,7 %
Handheld-Konsole neu gedacht: Die Steam-Deck-Revolution
Für PC-Spieler potenziell interessanter, weil viele bekannte Windows-Spiele dort laufen, ist Valves Steam Deck. Falls ihr ein Modell gekauft habt, welches ist es?
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Steam Deck LCD 64 GB
Historie: 26,7 % ➘ 19,9 %
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Steam Deck LCD 256 GB
Historie: 19,3 % ➘ 13,4 %
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Steam Deck LCD 512 GB
Historie: 42,0 % ➘ 33,8 %
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Steam Deck OLED 512 GB
Historie: 10,0 % ➚ 19,8 %
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Steam Deck OLED 1 TB
Historie: 9,2 % ➚ 17,0 %
Was spielt ihr wie oft am Handheld?
Die Frage, was auf der Handheld-Konsole gespielt wird, hängt wahrscheinlich eng damit zusammen, um welche Plattform konkret es sich handelt. Nichtsdestoweniger sei in die breite Runde gefragt, ob sich die Spiele von jenen unterscheiden, die am Gaming-PC gespielt werden. Denn für die nächsten und letzten beiden Umfragen wird an dieser Stelle unterstellt, dass auch am PC gespielt wird, was auf rund 94 Prozent der Community-Mitglieder zutrifft.
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Überwiegend Spiele, die ich am PC nicht spielen kann oder will.
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Sowohl Spiele, die ich auf dem PC nicht spielen kann oder will als auch Games, die ich gerne auf beiden Plattformen spiele.
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Im Grunde genommen die gleichen Spiele, die ich auch am PC spiele.
Gerne könnt ihr in den Kommentaren berichten, welche Spiele genau ihr am Handheld spielt – und wieso ihr euch, falls vorhanden, gegen die PC-Version entschieden habt. In diesem Kontext bietet sich auch die Frage an, wie viel Zeit am Handheld gespielt wird, bezugnehmend auf die Spielzeit am Gaming-PC.
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Häufiger als auf meinen Gaming-PC oder Gaming-Notebook.
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In etwa so viel wie auf meinem Gaming-PC oder Gaming-Notebook.
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Seltener als auf meinem Gaming-PC oder Gaming-Notebook.
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Wirklich nur sehr selten, zu besonderen Anlässen.
Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht
Die Redaktion freut sich wie immer über fundierte und ausführliche Begründungen zu euren Entscheidungen in den Kommentaren zur aktuellen Sonntagsfrage. Wenn ihr persönlich ganz andere Ansichten vertretet, die von den bei den Umfragen im Artikel gegebenen Antwortmöglichkeiten nicht abgedeckt werden, könnt ihr davon ebenfalls im Forum berichten. Auch Ideen und Anregungen zu inhaltlichen Ergänzungen der laufenden oder zukünftigen Umfragen sind gerne gesehen.
Leser, die sich noch nicht an den vergangenen Sonntagsfragen beteiligt haben, können dies gerne nachholen, denn die Umfragen laufen stets über eine Dauer von 30 Tagen. Voraussetzung zur Teilnahme ist lediglich ein kostenloser ComputerBase-Account. Insbesondere zu den letzten Sonntagsfragen sind im Forum häufig nach wie vor spannende Diskussionen im Gange.
Die letzten zehn Sonntagsfragen in der Übersicht
Motivation und Datennutzung
Die im Rahmen der Sonntagsfragen erhobenen Daten dienen einzig und allein dazu, die Stimmung innerhalb der Community und die Hardware- sowie Software-Präferenzen der Leser und deren Entwicklung besser sichtbar zu machen. Einen finanziellen oder werblichen Hintergrund gibt es dabei nicht und auch eine Auswertung zu Zwecken der Marktforschung oder eine Übermittlung der Daten an Dritte finden nicht statt.
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Top App der Woche: Horror in Pixel-Ästhetik
Was hat eure App-Bibliothek im Moment zu bieten? Wir haben diese Woche eine super Empfehlung für euer Smartphone herausgesucht, die keine Langeweile aufkommen lässt. Schaut euch an, womit ihr euch zukünftig die Zeit vertreiben könnt!
Diese Woche haben wir ein Spiel im Angebot. Slayaway Camp bringt Horror in pixeliger Voxel-Niedlichkeit.
Wenn ihr wissen wollt, was wir letzte Woche empfohlen haben, könnt ihr jederzeit eine Zeitreise machen, indem ihr euch unsere vorherige Ausgabe anseht. Hier sind die beiden Spiele, die ich ausgewählt habe und die sowohl für iOS als auch für Android verfügbar sind, ohne weitere Umschweife.
Slayaway Camp
Da ich mit kitschigen 80er-Jahre-Slasher-Filmen aufgewachsen bin, habe ich mich sofort in dieses Spiel verliebt. Diese kostenlose Version des äußerst beliebten Premium-Puzzlespiels lässt mich in die blutgetränkten Stiefel von „Skullface“ schlüpfen. Natürlich gibt es eine ganze Reihe anderer freischaltbarer Killer, aus denen man wählen kann. Das Ziel? Vergessliche Camp-Betreuer auszuschalten. Die absurde Grundidee und die kompromisslose Anlehnung des Spiels an klassische Horror-Klischees haben mich sofort in ihren Bann gezogen
Das gesamte visuelle Interface ist stark stilisiert, um mir das Gefühl zu geben, dass ich in der Horrorabteilung einer Retro-Videothek stöbere. Das Hauptmenü sieht aus wie ein Regal mit verstaubten VHS-Kassetten, wobei jeder „Film“ eine neue thematische Reihe von Rätselebenen darstellt. Sobald ich mich in das Spiel gestürzt habe, ist die Steuerung denkbar einfach: Ich muss einfach nur in die vier Himmelsrichtungen wischen, um meinen Killer gleiten zu lassen. Er bewegt sich dann, bis er auf eine Wand, eine Falle oder einen verängstigten Camper trifft. Die Steuerung ist unglaublich intuitiv und für einen mobilen Touchscreen praktisch fehlerfrei.
Die Rätselmechanik ist unglaublich clever und wurde im Laufe des Spiels zu einer echten Herausforderung. Der Synthesizer-lastige Hair-Metal-Soundtrack ist ebenfalls ein absoluter Knaller, und die schiere Menge an freischaltbaren Killern und völlig übertriebenen „Gorepack“-Killszenen sorgen immer wieder für neue Anreize. Auch schön, dass es einen Schalter für den „jugendfreien“ Modus gibt, der alle Enthauptungen unter den Teppich kehrt und die Heavy-Metal-Musik durch sanften Jazz ersetzt. Allerdings fühlte sich die grundlegende Schiebe-Mechanik nach einer Weile ein wenig repetitiv an.
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Alles in allem ist das Spiel für mich ein absoluter Knaller. Es ist eines der originellsten Logikspiele, die es derzeit gibt. Es hat eine einfache, vertraute Rätselschleife genommen und sie in ein wunderbar gruseliges, nostalgisches Paket verpackt, das sich selbst nie zu ernst nimmt. Jeder, der gerne knifflige Rätsel löst und nichts gegen eine ordentliche Portion cartoonhaftes virtuelles Blutvergießen einzuwenden hat, sollte sich dieses Spiel einmal ansehen.
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Scythe Magoroku: Großer Doppelturm kühlt flach und einfach

Der Scythe Magoroku ist ein relativ flacher Kühler im Doppelturm-Aufbau. Er soll im unteren Preissegment konkurrieren. Leistungsdaten versprechen ein rundes Gesamtpaket, wenn auch erwartbar wenig visuelle Extravaganzen.
Mit einer Höhe von nur 155 Millimetern passt der Magoroku auch in etwas schmalere Midi-Tower-Gehäuse. In dieser Konfiguration lässt der Kühler Speichermodulen 35 Millimeter Platz in der Höhe. Wird der Lüfter nach oben geschoben, sind es maximal 57 Millimeter. Weil der Lüfter dann über den Kühler hinausragt, steigt die Gesamthöhe auf nicht mehr ganz so flache 177 Millimeter, sofern alle vier Slots belegt werden sollen.
Die mit sechs in einer Kupfer-Baseplate eingelassenen Heatpipes bestückten Lamellentürme belüftet Scythe mit zwei 120-mm-Lüftern, die laut Google-Übersetzung der japanischen Produktseite auf den Namen „Wonder Tornado“ hören. Sie sollen durch einen neu entwickelten Rahmen höheren statischen Druck erzeugen als vorherige Generationen und sind durch Gummiauflagen vom Kühlkörper selbst entkoppelt. Ihr Drehzahlbereich fällt Scythe-typisch breit aus, er liegt zwischen 300 und 2.000 U/Min.
Visuell bleibt der Magoroku dezent. Heatpipes und Baseplate sind vernickelt, die Lamellen bleiben unbehandeltes Aluminium. Sie werden lediglich durch zwei schwarze Blenden abgedeckt. Display oder eine Vollverkleidung hat Scythe nicht dazugenommen.
Montiert werden kann der Kühler auf aktuellen Mittelklasse-Sockeln von Intel und AMD. Zum Lieferumfang gehört außerdem ein drittes Set Halteklammern für Lüfter sowie ein Y-Kabel, um beide Ventilatoren an einem Anschluss bedienen zu können. Im Triple-Fan-Betrieb muss der dritte Lüfter aber mit einem zweiten Anschluss verbunden werden, für ihn ist kein Y-Adapter mehr vorhanden.
In Japan günstig
Laut Informationen von Ithome soll der Kühler Anfang April in den Handel kommen, was zunächst den japanischen Markt meinen wird. Dort soll er 4.980 Yen (ca. 27 Euro) kosten. In Europa fallen Preise von Scythe erfahrungsgemäß aufgrund von Steuern und Transport höher aus. Erwartbar ist, dass der Magoroku hierzulande um die 40 Euro kosten wird, also etwa das ursprüngliche Preisziel von 40 US-Dollar gehalten wird.
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Chatkontrolle: Anlasslose Massenüberwachung endgültig vom Tisch
Am Ende wurde es noch einmal knapp: In einem wahren Abstimmungskrimi hat das EU-Parlament die anlasslose Massenüberwachung nun endgültig zu Grabe getragen. Konservative Parteien hatten zuletzt noch versucht, eine Wiederholungsabstimmung zu erzwingen, um das Vorhaben doch noch irgendwie auf den Weg zu bringen.
Erneute Abstimmung
In einem laut dem ehemaligen EU-Parlamentarier der Piratenpartei Patrick Breyer „demokratisch hochbedenklichen Manöver“ haben Teile des EU-Parlaments die geplanten Trilog-Verhandlungen zwischen dem Parlament, dem EU-Rat und der Europäischen Kommission platzen lassen, um den Grundsatzbeschluss des EU-Parlaments doch noch zu ihren Gunsten zu ändern und die anlasslose Chatkontrolle weiter fortsetzen zu können.
Am vergangenen Mittwoch wurde zunächst darüber abgestimmt, ob die genannte Wiederholungsabstimmung stattfinden oder von der Tagesordnung gestrichen werden soll.
Grund für die versuchte erneute Abstimmung war, dass am 3. April 2026 die befristete EU-Ausnahmeverordnung 2021/1232 ausläuft, die es US-Konzernen wie Meta erlaubt, private Nachrichten anlasslos zu durchsuchen. Dabei sind drei Formen der Überwachung möglich: Die Suche nach bereits bekannten Fotos und Videos, bei der via sogenannten Hash-Scanning nach Übereinstimmungen in den Dateien gesucht wird. Dieses Vorgehen soll laut Breyer für über 90 Prozent der Verdachtsmeldungen verantwortlich sein. Hinzu kommen die automatisierte Bewertung von bisher unbekanntem Material sowie die automatisierte Analyse von Textinhalten in privaten Chats.
Automatisierte Analysen weisen hohe Fehlerquote auf
Kritiker führten dabei immer wieder an, dass die KI-Analyse von unbekannten Bildern und Texten extrem fehleranfällig sei. Aber auch die von der Europa-SPD befürwortete anlasslose Massendurchsuchung nach bekanntem Material ist bei Fachleuten hochumstritten: Neben der von Wissenschaftlern immer wieder genannten Unzuverlässigkeit der Algorithmen sollen diese Massen-Scans zudem auf intransparente ausländische Datenbanken statt auf europäisches Strafrecht setzen. Dabei sollen die Algorithmen blind für Kontext und fehlenden Vorsatz sein, etwa bei einvernehmlichem Sexting von Teenagern. Dies kann dazu führen, dass massenhaft private, aber strafrechtlich völlig irrelevante Chats an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden.
Lobby-Gruppen sollen massiv interveniert haben
Im Vorfeld der Abstimmung sollen laut Breyer zudem US-Techkonzerne, ausländisch finanzierte Lobbygruppen und Behörden wie das Bundeskriminalamt die Öffentlichkeit mit Warnungen vor einem angeblichen „rechtsfreien Raum“ geradezu überflutet haben. In nun veröffentlichten Ratsprotokollen soll sich zudem zeigen, dass einige Akteure aus Angst, ein Einlenken könnte einen Präzedenzfall für die dauerhafte Chatkontrolle 2.0 schaffen, keinerlei Kompromissbereitschaft an den Tag legten.
Laut BKA-Präsident Holger Münch könnten Ermittlungsbehörden ohne anlasslose Chatkontrolle künftig blind sein, dabei ist eine gezielte Telekommunikationsüberwachung bei konkretem Verdacht und mit richterlichem Beschluss auch nach dem 3. April weiterhin vollumfänglich erlaubt, gleiches gilt für das anlasslose Scannen von öffentlichen Posts und gehosteten Dateien. Zudem haben Untersuchungen gezeigt, dass rund 50 Prozent der Meldungen strafrechtlich irrelevant sind, aber massiv Ressourcen binden, die an anderen Stellen für verdeckte Ermittlungen gegen echte Missbrauchsringe dringend benötigt werden.
Manöver, wenn auch nur knapp, gescheitert
Jetzt hat das EU-Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur einer einzigen Stimme zunächst die automatisierte Bewertung unbekannter privater Fotos und Chattexte als „verdächtig“ oder „unverdächtig“ abgelehnt. In der anschließenden Schlussabstimmung verfehlte der so geänderte Rest-Vorschlag mit 58 Prozent Gegenstimmen dann sogar deutlich die benötigte Mehrheit.
Dies hat zur Folge, dass die zuletzt immer wieder verlängerte EU-Ausnahmeverordnung ab dem 4. April 2026 nicht mehr angewendet werden darf. US-Konzerne wie Meta, Google und Microsoft müssen ab diesem Zeitpunkt das anlasslose Scannen privater Chats europäischer Bürger einstellen, das digitale Briefgeheimnis gilt somit wieder. Laut Breyer wurde damit ein „kaputtes und illegales System gestoppt“. Dadurch, dass die Ermittler nun nicht mehr in einer Flut aus falschen und längst bekannten Verdachtsmeldungen aus den USA „ersticken“, werden seiner Aussage nach wieder Kapazitäten frei, „um organisierte Missbrauchsringe gezielt und verdeckt zu jagen“.
Freiwillige Kontrolle auf der Gegenseite weiterhin ein Thema
Doch für den ehemaligen Parlamentarier ist der Kampf noch nicht zu Ende. Weitere prozedurale Schritte der EU-Regierungen sind für ihn nicht gänzlich ausgeschlossen. So beharren nicht wenige EU-Regierungen in den Trilog-Verhandlungen weiterhin auf der Forderung nach einer „freiwilligen“ Chatkontrolle. Ob sie damit Erfolg haben werden, ist angesichts der auch in der Vergangenheit vorhandenen strikten Ablehnung des EU-Parlaments fraglich – erst eine Zusage aller drei Gremien kann ein solches Vorhaben in geltendes Recht wandeln.
Nächster Halt: Flächendeckenden Alterskontrollen
Dabei steht das nächste Vorhaben bereits auf der Tagesordnung: In den laufenden Trilog-Sitzungen soll als Nächstes darüber verhandelt werden, ob Messenger- und Chatdienste sowie App-Stores gesetzlich zu flächendeckenden Alterskontrollen verpflichtet werden. Laut Breyer würde dies die Herausgabe von Ausweisdokumenten oder Gesichtsscans erfordern und damit die anonyme Kommunikation faktisch unmöglich machen – was vor allem gefährdete Gruppen wie Whistleblower oder andere Verfolgte massiv gefährden würde. Dieses Vorhaben könnte von den Befürwortern der Chatkontrolle nun als Verhandlungsmasse eingebracht werden, um doch noch irgendwie einen Kompromiss in ihrem Sinne zu erreichen und die angedachte Massenüberwachung in irgendeiner Form doch noch zu ermöglichen.
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