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Influencer-Zensur? Wie ein chinesisches Gesetz Deutschland verändern würde


China geht einen radikalen Schritt: Influencer dürfen nur noch über Medizin, Recht, Finanzen oder Bildung sprechen, wenn sie entsprechende Abschlüsse oder Zertifikate vorweisen. Welche Folgen hätte ein solches Gesetz für Deutschland?

In den sozialen Medien war es noch nie so einfach, medizinisches Wissen, Finanzstrategien oder rechtliche Einschätzungen mit anderen zu teilen. Für viele gilt es als normal, intime und komplexe Fragen öffentlich auszudiskutieren. Das Problem: Laut einem Bericht des RKI und BIÖG besitzen rund 82 Prozent der Deutschen nicht genügend Gesundheitskompetenz, um medizinische Inhalte sicher richtig einzuordnen. Und dieser Kompetenzmangel betrifft längst nicht nur Gesundheitsthemen, sondern auch die Fähigkeit, digitale Informationen kritisch zu bewerten und einzuordnen.

Während Deutschland weiterhin auf Eigenverantwortung und Selbsteinschätzung setzt, ist China am 25. Oktober 2025 einen drastischen Schritt gegangen: Ein neues Gesetz erlaubt es Influencern nur noch dann, über sensible Themen wie Medizin, Recht, Finanzen oder Bildung zu sprechen, wenn sie die dafür nötigen Abschlüsse, Zertifikate oder Lizenzen vorweisen können. Ein radikaler Eingriff, und gleichzeitig ein klares Zeichen, wie ernst die Bedrohung durch Fehlinformationen zu sein scheint. Die Meinung der Deutschen ist klar: Das ist Zensur. Aber muss Einschränkung zwingend Zensur bedeuten?

Das Social-Media-System: Wie Anreize für falsche Inhalte entstehen

Influencer haben heute die Macht, die in der Vergangenheit den klassischen Medien vorbehalten war. Auch immer mehr Unternehmen erkennen das Potenzial: Die Ausgaben für Influencer Marketing weltweit sind laut einer Studie des Influencer Marketing Hub seit 2021 von 13,8 Milliarden US-Dollar auf mehr als das doppelte angewachsen. Aussagen von Creatorn wirken schneller und emotionaler. Sie kommen ohne Redaktion, ohne Faktencheck und ohne Einordnung aus.

Wer Einfluss hat, trägt Verantwortung für die Folgen der eigenen Taten oder in diesem Fall der eigenen Inhalte. Und genau hier wird es schwierig. Die Plattformlogik belohnt Engagement, nicht zwingend die Wahrheit. Skandale, Streitigkeiten, Zuspitzungen und vermeintliche Geheimtipps generieren Klicks, Aufmerksamkeit und somit Reichweite. So entstehen monetäre Anreize, selbst dann, wenn sie falsch, unvollständig, manipulativ oder gefährlich sind. Dabei spielt Meinungsfreiheit eine entscheidende Rolle, entbindet aber nicht von Verantwortung.

Wo Meinung auf Beratung trifft und Grenzen verschwimmen könnten

Ein deutsches Äquivalent zum chinesischen Modell würde das Internet und insbesondere die Social-Media-Kultur drastisch verändern. Medizinischer Rat von Fitness- oder Ernährungs-Influencern? Verschwunden. Finanztricks von selbsternannten Börsengurus? Nur noch mit Nachweis. Pädagogische Tipps von Lifestyle Creatorn ohne Ausbildung? Unauffindbar.

Was im ersten Moment unvorstellbar klingt, hätte auch entscheidende Vorteile. Wenn Fachwissen von nun an belegt werden müsste, bekämen nur noch qualitativ hochwertige Beiträge eine hohe Reichweite. Das würde bedeuten, dass insbesondere junge Nutzer:innen besser vor gefährlichen Fehlinformationen und problematischen Empfehlungen geschützt wären. Gerade weil Influencer eine Community haben, die ihnen vertraut, werden Aussagen häufig kaum hinterfragt. Zusätzlich würde Expertise-getriebene Werbung auch den Markt für manipulative Beiträge oder problematische Produkte eindämmen – insbesondere im Gesundheits- oder Finanzbereich.

Grundsätzlich ist es positiv zu bewerten, dass auf Social Media offen über solche Themen gesprochen wird. Das war nicht immer der Fall. Heute profitieren viele Jugendliche davon, früh ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein zu entwickeln oder ein besseres Verständnis für Bereiche wie Investments zu erhalten – die Möglichkeiten zur Weiterbildung sind deutlich vielfältiger geworden. Früher galten viele dieser Themen als Tabu, beispielsweise auch Fragen zu Gehältern in bestimmten Branchen. Durch den offenen Austausch in sozialen Netzwerken wird inzwischen insgesamt wesentlich transparenter kommuniziert.


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Jede Regulierung hat dennoch ihren Preis. Eine stärkere Kontrolle von Inhalten erhöht zwar die Sicherheit, greift aber auch spürbar in die Meinungsfreiheit ein, die gerade in Deutschland einen besonders hohen Stellenwert hat. Gleichzeitig könnte sie die Vielfalt und kreativen Stimmen reduzieren, die gerade die Social-Media-Kultur seit jeher auszeichnen. Auch der Einstieg in die Branche würde schwieriger. Wer sich erst mühsam Expertise in komplexen Themenfeldern erarbeiten muss, steht vor zusätzlichen Hürden.

Der wohl entscheidendste Punkt bleibt jedoch die rechtliche Grauzone: Wo endet Entertainment, wo beginnt Beratung? Was gilt als persönliche Erfahrung, was bereits als fachliche Empfehlung? Gleichzeitig stellt sich eine grundsätzliche Frage, die die Debatte zusätzlich kompliziert macht: Wer entscheidet, welche Themen welche Art Qualifikation bedürfen? Und wo genau verläuft die Grenze? Ist die Bewerbung eines Energydrinks durch einen Gaming Influencer oder einer Finanz-App durch einen Lifestyle Creator bereits ein Tipp, der geprüft und verifiziert werden muss? Diese Fragen zeigen, wie schwierig die Setzung klarer Grenzen in der Praxis wäre.

Strengere Regeln, smartere Strategien: Was künftig auf Marken zukommen könnte

Neben den Auswirkungen auf Influencer und ihre Communities ergeben sich auch neue Möglichkeiten und spürbare Herausforderungen für die Werbebranche – ganz gleich, ob Unternehmen, Agentur oder Vermittlungsplattform. Es entstehen neue Möglichkeiten, zugleich aber auch erhebliche Herausforderungen: Strategien müssen neu gedacht, Kooperationen neu gestaltet und strengere Anforderungen erfüllt werden. Ein Gesetz, das klare Expertise verlangt, würde die Branche nachhaltig prägen und damit Fragen aufwerfen, die bisher nie gestellt wurden.

Auf der positiven Seite stiege vor allem die Glaubwürdigkeit: Werbung über zertifizierte oder nachweislich fachkundige Creator wäre für Konsument:innen deutlich nachvollziehbarer und seriöser. Gleichzeitig ließe sich das Reputationsrisiko reduzieren, da Marken seltener in Situationen geraten würden, in denen sie mit fragwürdigen oder falschen Empfehlungen in Verbindung gebracht werden – egal ob bewusst oder unbewusst. Auch die Kampagnenqualität könnte profitieren, da fachlich korrekte Informationen eine transparentere und sauberere Kommunikation ermöglichen würden, insbesondere in sensiblen oder stark regulierten Branchen. Schlussendlich könnte auch die Suche nach passenden Influencern einfacher werden. Da nur qualifizierte Creator bestimmte Produkte oder Themen bewerben dürften, würde sich die Auswahl zwar verkleinern, aber deutlich klarer strukturieren. Marken könnten somit schneller die passenden Partner:innen finden, ohne sich durch einen unübersichtlichen Markt arbeiten zu müssen und selbst Kriterien zur Einschätzung aufzustellen.


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Doch diesen Vorteilen stehen ebenso deutliche Herausforderungen gegenüber. Strengere Vorgaben würden in vielen Bereichen – insbesondere in spezialisierten Nischen wie Gesundheit, Finanzen oder Recht – zu weniger verfügbaren Creatorn führen. Ein kleinerer Markt kann zwar die Orientierung erleichtern, bedeutet aber gleichzeitig weniger Wettbewerb und damit potenziell höhere Preise, denn
zertifizierte Expert:innen könnten deutlich höhere Honorare verlangen, im Extremfall sogar eine Art Monopol einzelner Fach-Creator entwickeln.

Für Marken würde dies zudem eine komplexere Kampagnenplanung bedeuten: Inhalte müssten sorgfältiger geprüft, Qualifikationen verifiziert und zusätzliche regulatorische Anforderungen berücksichtigt werden. Doch hier stellt sich eine zentrale praktische Frage: Woher sollen Unternehmen die Informationen bekommen, um diese Qualifikationen zuverlässig zu überprüfen? Durch klare Standards, zentrale Register oder speziell befugte Personen? Ohne sie könnten Unsicherheiten oder betrügerische Strukturen entstehen. Das zeigt, dass ein kleinerer, stärker regulierter Markt zwar Übersicht schafft, aber zugleich neue Unklarheiten und Risiken mit sich bringt.

Zwischen Realität und Zukunft: Welche Wege wirklich sinnvoll sein könnten

Ein striktes Influencer-Gesetz nach chinesischem Vorbild wäre in Deutschland kaum umsetzbar – und vermutlich auch nicht sinnvoll. Die Bedeutung der Meinungsfreiheit, die Vielfalt der digitalen Kultur und die Komplexität unseres regulatorischen Umfelds sprechen klar gegen ein solches stark eingreifendes Modell. Dennoch zeigt der Blick nach China, dass bestimmte Herausforderungen, wie mangelnde Transparenz, fragwürdige Empfehlungen oder manipulative Inhalte real und längst auf dem politischen Radar sind.

Denn gleichzeitig wächst auch in Deutschland der politische Druck, hier stärker einzugreifen. Über verschiedene regulierende Optionen wird bereits diskutiert oder zumindest nachgedacht: Kennzeichnungspflichten für qualifikationsrelevante Inhalte, eine striktere Regulierung von Empfehlungs-Marketing in sensiblen Bereichen, über algorithmische Transparenz und Risikominderungsmaßnahmen im Rahmen des DSA, über berufsrechtliche Grenzen etwa im Gesundheits- oder Rechtsbereich sowie über standardisierte Prüfprozesse der Plattformen für Creator. Gerade vor diesem Hintergrund lohnt es sich, über clevere Zwischenschritte nachzudenken, die Orientierung und Schutz bieten, ohne grundlegende Freiheiten zu beschneiden:

1. Expertise-Ausweise für Creator

Plattformen könnten Expertise-Badges etablieren, ähnlich zu bestehenden Verifikationssymbolen. In Bereichen wie Medizin, Ernährung, Recht oder Finanzen dürften Creator ihre Inhalte nur dann entsprechend labeln, wenn sie nachvollziehbare Qualifikationen nachweisen. Sollte jene nicht vorhanden sein, müsste das ebenfalls gekennzeichnet sein als „nicht verifizierter Inhalt“.

2. Transparenzpflicht für sensible Inhalte

Durch klare Einblendungen wie „Dieser Inhalt stellt keine professionelle Beratung dar“ oder „Creator besitzt „…“ Qualifikation“ ließen sich Aussagen besser einordnen. Auch eine Kombination mit dem Expertise-Ausweis wäre denkbar. Nutzer:innen erhielten damit eine echte Entscheidungshilfe, ohne dass Inhalte eingeschränkt werden müssten.

3. Creator-Schulungen und Zertifikate durch unabhängige, geprüfte Organisationen

Solche Programme müssten nicht staatlich sein, sollten aber standardisiert und transparent gestaltet werden. Sie würden Professionalität fördern, ohne Kreativität zu beschneiden. Hier würden sich zudem neue Arbeitsplätze kreieren lassen.

4. Erweitertes Bildungsangebot an Schulen und Universitäten

Hier könnte es sinnvoll sein, die Einschätzung von Quellen und die Überprüfung von Fakten, die über Social Media verbreitet werden, fest in den Lehrplan zu integrieren. So würde früh ein Bewusstsein aufgebaut werden.

Die goldene Mitte: Der Dialog, der längst begonnen hat

Ein pauschales Verbot für nicht-qualifizierte Creator mag überzogen wirken, doch es zeigt eine reale Entwicklung: Die digitale Öffentlichkeit hat ein Informations- und Vertrauensproblem. Wer Einfluss hat, trägt Verantwortung. Und wer Verantwortung trägt, braucht klare Rahmen.

Allen voran gilt deshalb, zentrale Fragen zu Standards, Prüfprozessen, Informationsbereitstellung und den bestehenden Grauzonen zu klären und verbindlich zu regeln. Dafür muss Deutschland nicht Chinas Gesetz übernehmen, aber es braucht einen neuen, ehrlichen Dialog darüber, wie Meinungsfreiheit, Kreativität und Sicherheit im Netz miteinander vereinbar bleiben. Ob ein solches Gesetz Zensur oder Schutz ist? Die Wahrheit liegt dazwischen. Klar ist: Die Debatte hat begonnen und sie wird intensiver werden.


Der Preis der Sichtbarkeit:
Warum viele Influencer sich am eigenen Image erschöpfen





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Instagram plant Exit Feature für die Close Friends List


Konkret erklärt Adam Mosseri:

We’re focusing on ways that AI can help us to do what we already do.

Gemeint ist: KI soll Instagram besser darin machen, Menschen relevante Inhalte zu zeigen und Creatorn Werkzeuge zu geben, mit denen Ideen schneller umsetzbar sind. Vor allem die Bereiche Algorithmus, Content-Kreation, Suche und Vernetzung stehen im Fokus.

Für dich als Nutzer:in heißt das vor allem, dass der Algorithmus noch stärker auf dein tatsächliches Verhalten reagiert. Was du komplett anschaust, speicherst, likest, kommentierst oder mehrfach abspielst, wird wichtiger als Follow-Beziehungen. Der Algorithmus richtet sich weniger danach, wem du irgendwann gefolgt bist, sondern stärker danach, was dein Verhalten über deine Interessen verrät. Gleichzeitig soll KI aber auch besser erkennen, welche Inhalte von Freund:innen für dich relevant sind, damit diese nicht im Strom aus Reels und Empfehlungen untergehen.

Creatorn sollen die angekündigten KI-gestützten Tools helfen, die Produktion und Aufbereitung von Content zu vereinfachen. Gleichzeitig wird entscheidender, ob ein Reel oder Post inhaltlich in bestimmte Interessensfelder passt. Signale wie Watchtime, Interaktionen und Themenbezug fließen direkt in die Verteilung ein. Wer Aufmerksamkeit hält, wird eher ausgespielt.

Beim Thema Auffindbarkeit spielt KI künftig ebenfalls eine größere Rolle. Mosseri beschreibt, dass Künstliche Intelligenz dabei helfen soll, die Suche zu verbessern, sodass alle User Inhalte finden können, die sie wirklich interessieren. Instagram soll mehr wie ein Ort funktionieren, an dem du gezielt Inhalte zu einem Thema findest – nicht nur zufällig im Feed darauf stößt.

Close Friends: Du entscheidest, ob du noch „nah“ sein willst

Parallel testet Instagram ein Feature, das direkt in soziale Dynamiken eingreift. Nutzer:innen könnten sich künftig selbst aus der Close Friends-Liste anderer entfernen.

Bisher ist Close Friends einseitig. Jemand setzt dich auf die Liste, du siehst private Stories mit grünem Ring. Ob sich das für dich noch richtig anfühlt, spielt keine Rolle. Gerade bei Ex-Beziehungen, alten Freundschaften oder losen Kontakten kann das unangenehm werden: Du bekommst Einblicke, die eigentlich zu nah sind.

Die geplante Option würde erlauben, sich aus dieser Liste zu nehmen. Offenbar mit Hinweis, dass der Schritt auffallen könnte. Das Feature ist noch in Entwicklungsstadium.


Die 10 Top-Emojis auf Social Media 2025
– und diese kommen 2026





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TikTok ist back – doch die Erklärung wackelt


Der Sturm in weiten Teilen der USA soll die Ursache für TikToks vergangene Ausfälle gewesen sein. Doch viele Nutzer:innen zweifeln an dieser Erklärung. Schließlich traten die Störungen genau in einer Phase auf, in der die Plattform unter neuer Führung läuft, die politisch als Trump-nah gilt – und zugleich Berichte über eingeschränkte Sichtbarkeit von Beiträgen kursieren, die dem US-Präsidenten missfallen könnten.

Nach tagelangen Ausfällen in den USA sagt TikTok jetzt: Die App läuft wieder. Verantwortlich sei der heftige Wintersturm gewesen, der die US-Ostküste im Griff hatte und dabei auch ein wichtiges, von Oracle betriebenes Rechenzentrum traf und dort einen Stromausfall auslöste, so das USDS Joint Venture TikTok. Dadurch seien Netzwerk- und Speicherprobleme entstanden, die zehntausende Server betrafen. Posten, Videos entdecken, Likes und Views in Echtzeit sehen – vieles ging zeitweise nicht.

Doch viele halten die Erklärung für zu bequem. Denn die Störungen trafen genau den Moment, in dem TikTok in den USA unter einer neuen Struktur läuft, die als politisch Trump-nah eingeordnet wird. Als Reichweiten plötzlich einbrachen, die For You Page teils stehenblieb, neue Videos nicht ausgespielt wurden und Likes oder Kommentare verzögert oder gar nicht angezeigt wurden, deuteten viele das nicht nur als Technikproblem, sondern als mögliche Einschränkung politischer Inhalte. TikTok spricht von einer technischen Kettenreaktion – doch das Timing lässt das Misstrauen nicht verschwinden.


„TikTok is GONE“
– User berichten von riesiger Veränderung in den USA


Störung trifft auf strukturellen und politischen Umbruch

Die US-Version von TikTok steht seit dem Neustart unter neuer Führung massiv in der Kritik. Schon in den ersten Tagen häuften sich Beschwerden, viele Nutzer:innen suchten nach Alternativen oder löschten die App direkt. Laut Sensor Tower-Daten stieg die Zahl der TikTok-Löschungen innerhalb weniger Tage um 150 Prozent im Vergleich zu den Monaten zuvor – ein signifikanter Ausschlag zugunsten neuer Player.

Die Kurzvideo-App Skylight wuchs nach dem Deal auf über 380.000 Nutzer:innen, während Upscrolled laut AppFigures binnen weniger Tage 41.000 Downloads verzeichnete. Teilweise meldeten diese bislang kaum bekannten Apps sogar Server-Probleme durch den plötzlichen Andrang.

TikTok selbst versucht, die Lage zu beruhigen. In einem offiziellen Statement heißt es, die App sei nach einem schweren, wetterbedingten Ausfall wiederhergestellt worden.

TikTok wieder da, aber das Vertrauen (noch) nicht

Technisch klingt Sturmerklärung auf den ersten Blick plausibel. Sie erklärt, warum Server ausfallen und warum Funktionen wie Posting, Likes oder Views zeitweise gestört waren. Doch der Zeitpunkt und der politische Kontext lassen viele Nutzer:innen an dieser Erklärung zweifeln. Der Ausfall fiel exakt in die Phase, in der das US-Geschäft von TikTok unter einer neuen, mehrheitlich US-kontrollierten Struktur läuft, die von einigen Branchenexpert:innen politisch Trump-nah eingeordnet wird – insbesondere weil führende Investor:innen wie Oracle eng mit dem US-Präsidenten verbunden sind.

Es häufen sich Berichte darüber, dass TikTok offenbar Reichweite für politisch sensible Themen drosselt. Nutzer:innen berichten etwa, dass Videos über Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE, Proteste in Minneapolis oder kritische Beiträge zu Donald Trump ungewöhnlich wenige Views bekommen oder kaum hochgeladen werden konnten. Laut der Los Angeles Times hat das sogar Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom veranlasst, offiziell zu prüfen, ob Trump-kritische Inhalte systematisch benachteiligt werden.

Gleichzeitig legt der Vorfall offen, wie anfällig die stark zentralisierte Infrastruktur großer Plattformen ist. Wenn Posting, Discoverability und Leistungsmetriken gleichzeitig ausfallen, trifft das Creator und Marketer wirtschaftlich direkt. Views sind Einnahmegrundlage, Watchtime ist Argument gegenüber Partner:innen, Performance-Daten sind Planungsbasis. Fallen diese Signale weg, bleibt nicht nur Frust – sondern Zweifel daran, wie verlässlich TikTok als Marketing-Umfeld noch ist.


Das musst du über das neue US TikTok wissen

Smartphone mit TikTok-Logo vor einer US-Flagge als Symbol für den TikTok Deal und die neue Betreiber:innenstruktur in den USA
© Timonko von galynatymonko via Canva





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Kampagne zur Fußball-WM: Coca-Cola macht Joshua Kimmich zum deutschen Lamine Yamal


Coca-Cola startet seine WM-Kampagne in Deutschland

Nach der weltweiten Kampagne startet Coca-Cola seine WM-Kommunikation nun auch in Deutschland. Die entscheidende Wendung gibt der Story anders als im globalen TV-Spot aber nicht der spanische Ausnahmekicker Lamine Yamal, sondern Joshua Kimmich. Die Rollenverteilung in dem Spot bleibt gewöhnungsbedürftig.

Der globale Startschuss für die Kampagne fiel bereits letzte Woche, als WM-Hauptsponsor Coca-Cola den gemeinsam mit der WPP-Agentur Open X entwickelten Werbefilm „Bubbling Up“ vorstellte. Jetzt läuft sich der Getränkeriese auch hierzulande für das sportliche Großereignis warm, das vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden wird. 
In Deutschland wird wie wahrscheinlich in allen Teilnehmernationen eine auf den hiesigen Markt zugeschnittene Adaption des weltweiten Werbefilms zu sehen sein. Heißt: Auch im deutschen WM-Spot, der ab dieser Woche bis Ende Februar in den hiesigen TV-Werbeblöcken läuft, wird die zusammen mit den Musikern J. Balvin, Amber Mark, Steve Vai und Travis Barker produzierte Neuinterpretation des Van-Halen-Klassikers „Jump“ zu hören sein. Der einzige, aber entscheidende Unterschied ist, dass eben nicht der Spanier Lamine Yamal, sondern der deutsche FC-Bayern-Star Joshua Kimmich zur personifizierten Projektionsfläche der WM-Euphorie wird. 
Die etwas eigenwillige Story ist allerdings dieselbe. Die Hauptrolle in dem Commercial spielt ein frischgebackener Vater, der mit seiner Partnerin gerade im Standesamt vorstellig wird, um den Namen des gemeinsamen Sohnes eintragen zu lassen. Und weil auf einem Instore-TV-Gerät gerade ein Bericht über die Fußball-WM und das DFB-Team läuft und ihm die prickelnde Flasche Coca-Cola so gut schmeckt, entscheidet sich der Vater spontan um, streicht den Anfangsbuchstaben des ursprünglich ausgewählten Vornamens durch und schreibt auf das Formular stattdessen einfach „Joshua“. Was man halt so macht, wenn man gerade Eltern wird. Die Mutter des Kindes, die erst nachträglich gefragt wird, ob ihr der Name überhaupt gefällt, darf nur zuschauen, brav lächeln und nicken, während ihr Partner mal eben den Sprössling nach dem Kapitän der deutschen Nationalelf benennt. Als wäre Fußball nach wie vor ausschließlich ein Männersport.

Bubbling Up

Das ist die Kampagne von Coca-Cola zur Fußball-WM

Vom 11. Juni bis 19. Juli findet die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko statt. Für Hauptsponsor Coca-Cola ist das Mega-Event, bei dem erstmals 48 Teams antreten, vor allem eine große Chance. Um den Coke-Konsum im Sommer weltweit anzukurbeln, schaltet der Getränkeriese bereits jetzt werblich einen Gang höher.

Ungeachtet der gewöhnungsbedürftigen Story ist man bei Coca-Cola Deutschland davon überzeugt, von der Fußball-WM profitieren zu können – schon deshalb, weil Coca-Cola bereits seit 1981 eine Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) unterhält. „Mit der deutschen Version von ‚Bubbling Up‘ bringen wir diese Verbundenheit auf den Bildschirm und feiern gemeinsam mit der Nationalmannschaft die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft“, sagt Deutschland-Geschäftsführerin 
erinnert Evelyne De Leersnyder.



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