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Informationsfreiheitsgesetz: Auch SPD-Fraktion positioniert sich klar gegen Änderungen
Der Widerstand gegen die von der Bundesregierung geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG) nimmt zu. Nach Kritik aus Zivilgesellschaft, Medien und Behörden stellt sich nun auch ein großer Teil der SPD-Bundestagsfraktion gegen die vorgesehenen Einschränkungen. Somit wächst auch der Druck auf die Koalition.
Kritik nun auch aus dem Inneren
Der politische Konflikt um die geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz verlagert sich zunehmend in die Regierungskoalition. Nachdem sich bereits über 110 zivilgesellschaftliche Organisationen, Medienverbände in einem offenen Brief sowie zahlreiche Behörden kritisch zu den Plänen der schwarz-roten Bundesregierung geäußert hatten, positionieren sich nun auch Innen-, Digital- und Rechtspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion klar gegen eine Einschränkung der bestehenden Informationsrechte. In einem Positionspapier, das Netzpolitik.org im Volltext vorliegt, stellen sie unmissverständlich klar, dass die SPD-Fraktion einer Absenkung des bisherigen Transparenzniveaus nicht zustimmen werde.
In dem Papier spricht sich die SPD-Bundestagsfraktion ausdrücklich dafür aus, die bestehenden Auskunftsansprüche für Bürger, Presse und Zivilgesellschaft zu erhalten. Zwar halten die Verfasser eine Überprüfung einzelner Veröffentlichungspflichten im Bereich kritischer Infrastrukturen für denkbar, sehen darin jedoch keinen Anlass, das Informationsfreiheitsgesetz grundsätzlich einzuschränken. Nach ihrer Auffassung enthält das Gesetz bereits heute ausreichende Regelungen zum Schutz staatlicher Sicherheitsinteressen, die sich seit rund zwanzig Jahren bewährt hätten.
Gegenstimmen werden immer lauter
Damit kommt nun auch aus den eigenen Reihen deutliche Kritik an den Plänen auf, die der Koalitionsausschuss am 2. Juli vorgestellt hatte. Nach Einschätzung zahlreicher Kritiker kämen diese einer faktischen Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes gleich und hatten deswegen innerhalb kürzester Zeit eine breite Protestwelle ausgelöst. So ist unter anderem eine von FragDenStaat initiierte Petition innerhalb nur weniger Stunden von 413.000 auf über 429.000 Unterzeichner gestiegen, wobei die Stimmen weiterhin im Sekundentakt zunehmen. Auch die Bundesdatenschutzbeauftragte sowie die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten lehnen die Vorschläge mit aller Deutlichkeit ab.
Parallel zu den bisherigen Aktionen hat die Digitalorganisation D64 die Kampagne „Rettet das Informationsfreiheitsgesetz!“ gestartet. Sie soll Parteimitglieder von SPD und Union mit Musteranträgen dabei unterstützen, innerhalb ihrer Parteigliederungen Positionen gegen die geplanten Gesetzesänderungen einzubringen.
Bundesregierung auch international in der Kritik
Auch international wächst die Kritik an den Plänen der Bundesregierung. So fordert unter anderem die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Bundesregierung auf, die vorgesehenen Änderungen zurückzunehmen. Nach Auffassung der Organisation gefährden sie grundlegende Menschenrechte und schwächen Transparenz sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit in einer rechtsstaatlichen Demokratie.
Damit wächst der Druck auf die Bundesregierung weiter, die geplanten Änderungen zu verwerfen. Ob das Vorhaben in seiner bisherigen Form überhaupt umgesetzt werden kann, erscheint zunehmend fraglich.
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Cooler Master V8 ACE 3DHP: Motorblock-Design verdeckt 3D-Heatpipes

Kein RGB, kein flacher (Display-)Deckel auf dem Kühler, stattdessen imitiert der Cooler Master V8 ACE 3DHP einen Motorblock mit 8 Zylindern – da ist der Name völlig transparent. Darüber hinaus verspricht Cooler Master das Leistungsniveau eines Doppelturmkühlers in viel kleinerer Verpackung.
Die Abdeckung auf der Oberseite hat nur die Rolle einer Blende, bei den sichtbaren Rohren handelt es sich um Kunststoff-Design, nicht Heatpipes. RGB-Elemente spart sich der Hersteller und begründet dies mit einem „kultivierten Premium-Look“, der Content-Creator und Enthusiasten ansprechen soll. Das heißt in der Konsequenz wohl zu Ende gedacht auch: RG-LEDs sind für Kinder und Krawallige.
Drei Besonderheiten des V8
Von den Wärmeröhren kommen insgesamt sechs zum Einsatz: Vier in normaler U-Form und zwei, die senkrecht in der Mitte des Kühlers nach oben geführt werden. Diese „3D-Heatpipes“ sollen in hohen TDP-Bereichen Vorteile bringen, indem sie auch die Mitte des Lamellenkörpers auslasten.
Dickere Lüfter sollen weitere Vorteile bringen. Die beiden Modelle am V8 ACE besitzen identische Abmessungen von 120 × 120 × 30 mm, aber nicht die gleichen Leistungsdaten. Der vordere, blasende Lüfter arbeitet mit maximal 2.500 U/Min deutlich schneller als das saugende Modell mit 2.050 U/Min. Luftdurchsatz und statischer Druck fallen beim hinteren Lüfter ebenfalls deutlich ab. Der hohe Drehzahlbereich legt allerdings nahe, dass auch die Gesamtlautstärke bei Ausschöpfen dieser Leistungsreserven erheblich sein wird. Beide Lüfter können jedoch auch bis zum Stillstand heruntergeregelt werden.
High-End-Sockel bedient der V8 ACE allerdings nicht. Die Montage ist auf AMDs AM4 und AM5 sowie den Intel-LGA 1851, 1700, 1200 und 115x vorgesehen. Anders als sonst müssen sich Käufer jedoch für eine Plattform entscheiden. Das hängt mit der Kupferbasis zusammen. Sie wird auf den Heatspreader des CPU-Herstellers angepasst. Bei AMD kommt ein ebenes Modell, bei Intel eine leicht nach außen gewölbte Variante zum Einsatz. So soll die Kontaktfläche jeweils optimal auf die Oberfläche angepasst sein.
Preis und Verfügbarkeit
Im Handel wird aktuell nur die AMD-Variante des V8 ACE geführt. Sie liegt mit Preisen von rund 90 Euro unterhalb der Preisempfehlung des Herstellers, die 110 Euro beträgt.
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Turtle Beach KB7 & KP7 im Test
Jetzt aber back to the future: Die Turtle Beach KB7 ersetzt Funktionstasten mit einem 4,3″ großen Touchscreen und macht den Nummernblock als KP7 zu einem unabhängig aufstellbaren Extra. Ist das die Next-Gen-Tastatur? Der Test liefert Antworten und erklärt, warum der Bildschirm zurück in die Zukunft gehört.
Kleine Displays auf Tastaturen haben begrenzten Wert, das lässt sich nach ersten Versuchen in der Richtung sicher sagen. Die logische Konsequenz daraus ist, es einfach wachsen zu lassen. Leise Zweifel an dem Konzept weckt die jüngst getestete KB5, bei der es an zu vielen Ecken hakt. Die KB7 wirkt dagegen strukturell runder, bleibt aber ein „Looksmaxxer“ – es geht um Optik.
- Bequeme Handballenauflage
- Flache einstellbare Taster
- Prinzipiell solides Konzept
- Abstürze, unausgereifte Software
- Teils hakelige Touch-Bedienung
- Akustisch mäßig
- Touchscreen hat noch wenig Nutzen
Die KB7 und das KP7 im Überblick
Die volle Tastatur besteht hier aus zwei Teilen. Basis ist die 210 Euro teure KB7, eine Tenkeyless-Tastatur mit einstellbaren Tastern, einem Drehregler, ein paar Zusatztasten und vor allem der Idee, den Funktionsblock vollständig durch einen großen Touchscreen zu ersetzen.
Dazu verkauft Turtle Beach ein separates Nummernblock-Modul. Das 110 Euro teure KP7 ist ebenfalls mit analoger Tastentechnik ausgestattet und kann links und rechts an der Tastatur angedockt werden. Eine separate Nutzung ist ebenfalls möglich. Auch das KP7 wird mit einem Drehregler, der etwas ausgezogen werden kann, einer Daumentaste darunter und einer Reihe Makrotasten erweitert.
Angebunden sind die Eingabegeräte per Kabel, die Polling-Rate liegt bei festen 8.000 Hz. Auch die beleuchtete Silikon-Handballenauflage teilen sich beide. Die Befestigung erfolgt ungewöhnlich: Sie wird eingeklemmt. Klingt kritisch, funktioniert aber super.
Taster: Gewusst wie
Analoge Tastentechnik hält auch bei Turtle Beach Einzug. Die Titan-Hall-Effekt-Taster erfassen über Magneten und Sensoren wie tief ein Taster eingedrückt wird. Das ist mittlerweile Standard. Sie so flach zu bauen ist die Ausnahme.
So tippen die Titan-Hall-Effekt-Taster
Durch die flache Bauweise verkürzt sich der Hub auf 3,2 Millimeter. Zum Widerstand der Feder beim Eindrücken macht Turtle Beach keine Angaben. Die HE-Taster vermitteln aber den Eindruck linearer Switches mit einem Auslösewiderstand von weniger als 40 Gramm. Diese federleichte Abstimmung legt den Fokus auf maximale „Schnelligkeit“, zu Lasten einer gewissen Gefühllosigkeit. Zum Spielen eignet sich diese Abstimmung ebenso wie zum entspannten Schreiben, auch werksseitig mit dem voreingestellten Signalpunkt von 1,2 Millimetern.
Softwareseitig ermöglichen die Taster die Einstellung des Auslösepunktes zwischen 0,1 und 3,2 Millimetern, Reac Tap priorisiert die zuletzt gedrückte Taste eines festgelegten Paares. Reactive Trigger ermöglicht dynamische Schnellauslösungen durch mitwandernde Signalpunkte, Mehrfachbelegungen von Tasten und ein Joystick-Modus decken den üblichen Gaming-Standard ab.
Technisch hinterlassen die Taster einen ähnlichen Eindruck. Einerseits sind sie ein klares Upgrade gegenüber den Titan-Tastern der KB5, andererseits fällt anfangs ein leichtes Verkanten der Stempel auf, wenn Tasten auf der Ecke gedrückt werden. Das kann bei größeren Tasten wie Strg leichter passieren und führt zum spontanen Entstehen eines Druckpunktes. Das Problem verschwand nach kurzer Zeit allerdings, alles andere wäre inakzeptabel. Trotzdem: Logitech zeigt in der G515 (Test), dass HE-Taster flach und vom Start weg geschmeidig sein können.
Beleuchtung
Die Ausleuchtung gelingt perfekt, nur die Handballenauflage fällt ab. Auslaufende Lichthöfe zieren sie, weil sie nicht komplett erleuchtet werden kann. Mit Effekten sieht das trotzdem ordentlich aus. Möchte man meckern, dann darüber, dass die Schrift insgesamt recht dunkel bleibt und Zusatztasten ein wenig heller als die mechanischen Tasten leuchten. Das hätte adaptiert werden können, fällt aber auch nur auf, wenn darauf geachtet wird. Anders die Status-LED des Nummernblocks, die ablenkend grell leuchtet. Der Workaround: Die Tasten per Software mit Zahlen neu belegen, um die „Num“-Taste zu umgehen.
Alltag & Akustik
Die KB7 funktioniert besser als das günstigere Geschwistermodell. Eine bessere technische Basis macht ihr das Leben leicht. Den Anschluss zu halten fällt ihr trotzdem bisweilen schwer, denn die Ansprüche steigen mit der Preisklasse – und der Fokus bleibt weiterhin der Touchscreen.
Akustik: Hölzern
Akustisch unterscheiden sich KB7 und KB5 nur in Nuancen. Ein wenig satter tippt die KB7, eine Spur unaufdringlicher, aber immer noch akustisch hölzern. Das wird mit einem hart klickenden, günstig klingenden Drehregler kombiniert. So entsteht kein (Preis-)Klassenunterschied, sondern mehr eine wohl durch die Materialwahl und den Aufbau der Taster zu erklärende Differenz. Das lässt die KB7 in diesem Punkt in einer schwierigen Lage. Zum Kostenpunkt passt das hier nicht mehr so richtig. Es braucht nur einen halb so teuren Griff zur G515, um ein nochmal besser klingendes Produkt zu erhalten.
Alltag: Es sieht gut aus
Um Akustik geht es dem Produkt nicht in erster Linie. Entscheidend sind Touchscreen und das Zusammenspiel mit dem Nummernblock-Modul. Funktional präsentiert die KB7 einen Fortschritt, der nicht nur durch die bequeme Handballenauflage und das sinnige Layout entsteht. Tritt man unter dem Eindruck der KB5 (Test) an das Spitzenmodell heran, möchte man glauben, vom Schlag getroffen zu werden. Einiges, was dort das Nutzungserlebnis trübt, löst sich in Wohlgefallen auf. Eine Animation beim Swipen, die flüssigeres, wenn auch nicht Smartphone-feines Bedienen ermöglicht, ein zügiger reagierender Touchscreen, weitergehende Konfigurationsoptionen und mehr Platz für Bedienelemente erleichtern die Bedienung auf ganz rudimentärer Ebene. So könnte die Idee aufgehen.
Touchscreen im Einsatz
Bis das Dropdown-Menü von der oberen Bildschirmseite gezogen wird. Mangels Animation ist erst ersichtlich, ob das Menü aufgerufen wird, wenn es plötzlich erscheint. Immerhin finden sich dort Schnelleinstellungen. Beim Zurückwechseln stürzte das System und mit ihm die gesamte Tastatur inklusive aller Tasten ab, wenn auch nicht reproduzierbar.
Viele Kleinigkeiten summieren sich am Ende. Funktional hat das größere Display gar nicht viel mehr zu bieten. Natürlich kann es den Funktions- oder Nummernblock ersetzen, abzüglich des haptischen Feedbacks beim Eindrücken. Für einen Ersatz-Block reicht es, regelmäßiger Nutzung fehlt eine Ebene, der harte Anschlag der Finger auf dem Display will erlernt werden. Ein wenig sanftere und langsamere Antipper vorausgesetzt, funktioniert das Touch-Tippen vor dem Hintergrund einer „Ab-und-zu-mal-Lösung“ erstaunlich gut, begünstigt durch das imitierte Layout, das Tasten genau dort einblendet, wo sie auch sonst liegen.
Die 12 „Tasten“-Felder können frei aus dem Funktionssatz belegt werden. Die Mediensteuerung muss allerdings als einziges Widget umständlich auf die App programmiert werden, sonst funktioniert sie nicht. Swarm muss dabei im Hintergrund laufen. Ansonsten dient der Platz für Verknüpfungen zu Ordnern, Programmen oder Webseiten, alternativ für Makros oder Tastenfunktionen, deren Symbole und Beschriftungen aber nicht frei gewählt werden können. Insofern bleiben nur ein paar Anzeigen und eine Handvoll App-Integrationen mit geringem Mehrwert. Was Turtle Beach sonst vorsieht, gibt ein durchwachsenes Bild ab; die Schrift der Discord-Funktionen etwa bricht hässlich um. Nicht einmal das mit dem guten Aussehen klappt so ganz, vom Mehrwert einmal ganz zu schweigen.
Nummernblock-Modul: Funktioniert
Das KP7-Modul erweist sich als ganz patent. Hier klappen Standby und Belegung, das Layout ergibt Sinn, inklusive des standardmäßig als Leertaste konfigurierten Ausziehbuttons. Beim Eingeben von Zahlen kann der Sinn ergeben. Auch die Makrotasten liegen gut und mit ausreichendem Abstand zum Zahlenfeld, sollte das KP7 direkt an die Tastatur andocken. Die Idee des Kombo-Pakets also ist durchdacht. Bis zur Software: Beide LED-Effekte zu synchronisieren, das gelang im Test nicht.
Software: Eine Schwachstelle
Damit das Konzept funktioniert, braucht es Software. Sie entpuppt sich als größte Schwachstelle des gesamten Systems. Von langen Bootzeiten der Tastatur in Höhe von 12 Sekunden und 15 Sekunden langer Initialisierung beim Start der Software einmal abgesehen, funktionieren Updates der App und der Firmware nur bedingt. Sowohl hier als auch bei der KB5 kam es zu Abstürzen und Fehlern. Das erste Firmware-Update musste im Prinzip zweimal gemacht werden: Einmal um es aufzuspielen, ein zweites Mal, um die Tastatur wieder funktionsfähig zu machen, auch wenn im Falle der KB5 nur das Display zu flackern begann.
Mit dem jüngsten Update reagiert Swarm nun immerhin flüssiger. Baustellen bleiben. Im Standby schaltet die Tastatur nicht ab, sie kann den Rechner aber auch nicht aufwecken. Das Aufwachen ließ die Software halluzinieren, es gebe ein verpflichtendes Firmware-Update, sie blockierte daher das Konfigurationsmenü. Ein Neustart behob das Problem.
Das KP7 schaltete sich hingegen korrekt ab, und zwar auch dann, wenn es an die Tastatur gedockt wurde. Unrund läuft es eigentlich überall. Neu belegte Tasten werden nicht gekennzeichnet, man muss sich deshalb vorgenommene Änderungen merken. Das Timer-Widget erlaubt nur Angaben in Sekunden, hat eine deutliche Verzögerung beim Antippen und gibt dadurch keine zeitnahe Rückmeldung, ob es nun aktiv ist oder nicht. Mediensteuerungselemente existieren nur als festes Element, nicht in Form einzelner Tasten. Wer eigene Symbole für Makros oder Funktionen festlegen will, kann das ebenfalls nicht. Es fehlt an allen Ecken und Enden, so, als wüsste der Hersteller selbst nicht so ganz, was der Bildschirm eigentlich soll.
Fazit
Kleine Displays auf Tastaturen haben begrenzten Wert, das lässt sich nach ersten Versuchen in der Richtung sicher sagen. Die logische Konsequenz daraus ist, es einfach größer werden zu lassen. Leise Zweifel an dem Konzept weckt die jüngst getestete KB5 (Test), bei der es an zu vielen Ecken hakt. Die KB7 wirkt dagegen strukturell runder, bleibt aber ein „Looksmaxxer“ – es geht um Optik.
Man kann es hier kurz machen: Es gibt mittelprächtige Taster bei mäßiger Akustik mit coolem Touchscreen. Daraus könnte man wirklich viel machen. Ärgerlich also, dass der Ansatz von der Software regelrecht massakriert wird. So macht die KB7 schlicht keinen Spaß, akustisch nicht und funktional ebenso wenig. Sowohl bezüglich der zahlreichen Fehler als auch des Funktionsumfangs braucht es viel mehr, um die 210 Euro rechtfertigen zu können. So hat sie zu sehr den Charakter von Spielzeug, das nur im Prospekt verführerisch aussieht.
Bessere Alternativen gibt es in zweierlei Form. Die be quiet! Dark Mount (Test) tippt leiser und besser, wenngleich nicht einstellbar, hat aber Display-Tasten und weit bessere Software. Den modularen Nummernblock gibt es zum gleichen Kurs und um den Preis des freien Aufstellens mit dazu. Möchte man funktionales Looksmaxing, hat Corsair mit der Galleon 100 SD (Test) das richtige Produkt im Programm. Die Kombination von Tastatur und Elgato-Produkt hat eine riesige Software-Bibliothek und mehr Funktionalität in der Hinterhand. It just works, so geht es also auch. Das ist den Gesamtpreis von 350 Euro im Verhältnis wert. Wer hingegen nur flache Hall-Effekt-Taster möchte, greift zur Logitech G515 (Test) für 100 Euro: Bessere Taster, bessere Software, halber Preis.
- Bequeme Handballenauflage
- Flache einstellbare Taster
- Prinzipiell solides Konzept
- Abstürze, unausgereifte Software
- Teils hakelige Touch-Bedienung
- Akustisch mäßig
- Touchscreen hat noch wenig Nutzen
ComputerBase hat die KB7 und KP7 von Turtle Beach leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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Selbstbewusst oder überschätzt?: Rapidus will 2-nm-Chips zu (oder knapp unter) TSMC-Preisen verkaufen

Das japanische Fab-Startup Rapidus plant für seine 2-nm-Chips mit Preisen in Regionen, die TSMC vorgibt – eventuell etwas niedriger. Angesichts bisher kaum nennenswerter Kundschaft und nahezu ausschließlich vom Staat finanziert ist das eine durchaus selbstbewusste Ansage, die jedoch viel Spielraum für eine Überschätzung lässt.
Preise für belichtete Wafer werden selten öffentlich benannt
Preise von bis zu 3,5 Millionen Yen pro Wafer will Rapidus aufrufen, das sind umgerechnet 21.533 US-Dollar beziehungsweise 18.875 Euro. Falls es etwas günstiger werden muss, könnten auch 3 Millionen Yen stehen, das sind laut tagesaktuellem Kurs 18.457 US-Dollar respektive 16.179 Euro. Da Währungen, Rohstoffpreise, Materialien und vieles Weitere Schwankungen erfahren, kann sich hier noch nicht exakt festgelegt werden.
Fakt ist aber, dass man sich bei Rapidus an TSMC orientiere und dessen Preise als Maßstab nehme, vermutlich diesen aber etwas unterbieten will. Denn als Newcomer im Markt muss die Kundschaft ja auch und vor allem beim Preis überzeugt werden, heißt es im Bericht.
Schwierig sind preisliche Einordnungen aber in der Regel, da Hersteller selten bis gar nicht Preise in der Öffentlichkeit nennen. Zuletzt war vermutet worden, TSMC könnte bis zu 30.000 US-Dollar pro Wafer mit N2-Chips verlangen, bei Samsungs SF2-Prozess wiederum war in Gerüchten von rund 20.000 US-Dollar die Rede. Eventuell ist der Preis der Gerüchteküche für N2-Chips von TSMC etwas zu hoch angesetzt, wobei es natürlich auch darauf ankommt, welche Chips damit überhaupt gefertigt werden. Kleinere SoCs mit weniger Metallschichten (Metal Layer) dürften entsprechend günstiger sein als HPC-Lösungen, die deutlich mehr Layer und Fertigungsschritte erfordern. Vergleiche untereinander sind entsprechend kompliziert.
Doch was kann Rapidus wirklich?
Der viel größere Elefant im Raum ist aber die nach wie vor große Unbekannte, wozu Rapidus wirklich in der Lage ist. Wegen zehn oder auch 20 Prozent Preisnachlass wechselt kein Kunde von TSMC zu Rapidus, die bisher bekanntlich absolut gar nichts fertigen. Stets wirbt Rapidus dabei mit dem Know-How von IBM, das Rapidus in der Produktion von 2-nm-Chips mit Gate All Around (GAA) nutzen will, also so wie TSMC, Samsung und auch Intel. Doch IBM leistet in der Regel nur Grundlagenforschung, die echte Serienproduktion über mehrere Produktionslinien mit hoher Ausbeute bei hohem Durchlauf an Wafern und letztlich einer soliden Wirtschaftlichkeit steht auf einem ganz anderen Blatt. Daran bissen sich zuletzt auch Samsung und Intel noch fast die Zähne aus und machten entsprechend nur langsam Fortschritte.
Hinzu kommt bei Rapidus, dass sie mit dem vergleichsweise kleinen Budget, welches primär der Staat stemmt, auch direkt noch eine Packaging-Lösung inklusive 600 × 600 mm Panel Level Packaging hervorbringen wollen. Daran versuchen sich bereits viele weitere Firmen mit hohen eigenen Budgets.
Am Ende verweist Rapidus auf 60 interessierte Firmen an einer Fertigung bei Rapidus. Zuletzt erklärte Rapidus, 32 Firmen, nahezu alle aus Japan, hätten insgesamt 167,6 Milliarden Yen investiert. Was nach einer großen Zahl klingt, ist jedoch für solch ein Projekt und nach der Umrechnung vergleichsweise wenig: 903 Millionen Euro auf 32 Firmen aufgeteilt macht im Durchschnitt nur ein Anteil von 30 Millionen Euro. Und das für Riesen wie Sony, Fujitsu, SoftBank, Canon und andere – alternativ knapp 1.600 Wafer mit 2-nm-Chips oder 1,5 Tage Produktion bei anvisierten 30.000 Wafern im Monat. Selbst in japanischen Medien und deren mitunter recht kritischen Analysten gelten diese Zahlungen deshalb eher als symbolische Geste.
Der Hersteller erklärte bisher stets, ab Mitte 2027 für die Serienproduktion bereit zu sein. Nach wie vor bleiben bei Rapidus und den Chip- und Fab-Plänen viele Fragen ungeklärt. Vielleicht ganz passend dazu hatte der Chef des Unternehmens im April gegenüber dem Wall Street Journal erklärt, er würde gern Chips auf dem Mond bauen. Auch dort wurde aber direkt in zweiter Zeile angemerkt, dass er erst einmal beweisen muss, dass er es auf der Erde kann.
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