Künstliche Intelligenz
IT-Ausfälle immer teurer für große Unternehmen
Die globalen Kosten für IT-Ausfälle steigen laut einer Studie der Cisco-Tochter Splunk rasant an. Demnach belaufen sich die Ausfallkosten für die 2.000 größten Unternehmen der Welt inzwischen auf 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das stellt einen Anstieg um 50 Prozent in nur zwei Jahren dar. Für deutsche Unternehmen beziffert die Studie die durchschnittlichen Kosten auf 295 Millionen US-Dollar pro Jahr. Besonders alarmierend sind die durchschnittlichen Kosten pro Minute Downtime von 15.000 US-Dollar.
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Global gesehen ist der größte Kostenpunkt der direkte Umsatzverlust, den die Studie mit durchschnittlich 95 Millionen US-Dollar pro großem Unternehmen beziffert. Darauf folgen Compliance-Kosten mit im Schnitt 51 Millionen US-Dollar. Lediglich in der EMEA-Region haben die Großunternehmen noch mehr mit Compliance zu kämpfen, worauf die Kosten für Security und dann die durch Umsatzeinbußen folgen.
Doch die Folgen gehen weit über reine Kosten hinaus. 85 Prozent der Befragten in der EMEA-Region nennen den Verlust von Kunden als direkte Folge von IT-Ausfällen. Zudem melden 86 Prozent einen hohen Personalaufwand zur Fehlerbehebung, während 88 Prozent einen gestiegenen Bedarf an Kundensupport haben. In 53 Prozent der Fälle bemerken Kunden die Probleme sogar vor dem eigenen IT-Team. Befragt wurden den Splunk-Angaben nach 2000 Führungskräfte aus den 2000 größten Unternehmen.
KI: Lösung und Problem zugleich
Künstliche Intelligenz wird zunehmend als Lösung eingesetzt, um Ausfallrisiken zu reduzieren, indem sie Auffälligkeiten erkennt und teils bereits Lösungen vorschlägt oder umsetzt. Weltweit geben Unternehmen durchschnittlich 24,5 Millionen US-Dollar pro Jahr für KI-Tools zur Prävention und Response aus. 56 Prozent der Anwender sagten, dass KI das Ausfallrisiko insgesamt verringert hat.
Jedoch erweist sie sich dabei als zweischneidiges Schwert: Alle befragten Technologieverantwortlichen berichten laut Splunk von Ausfallzeiten, die im Zusammenhang mit KI stehen. Folglich sorgen sich auch 68 Prozent um unvorhersehbares Verhalten von KI-Agenten. Gleichzeitig investieren 85 Prozent der Verantwortlichen in KI-gestützte Sicherheitsautomatisierung und 37 Prozent in Netzwerkautomatisierung.
Observability ist Trumpf
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Die IT-Verantwortlichen nennen durchgängige Observability als ihre oberste Investitionspriorität, wenn es darum geht, die Ausfallsicherheit der Infrastruktur zu verbessern. Unternehmen priorisieren daher Observability-Plattformen und KI-gestützte Automatisierung noch vor klassischen Hardware-Upgrades. 65 Prozent der Technologieverantwortlichen investieren in KI-basierte Observability, um Echtzeit-Einblicke in digitale Ökosysteme zu erhalten.
Die Studie unterstreicht, dass IT-Ausfälle kein reines Technologieproblem sind, sondern eine systemische Bedrohung für das gesamte Geschäft darstellen. Die Kombination aus Observability, Automatisierung und KI gilt als vielversprechendster Ansatz, um die wachsende Komplexität digitaler Infrastrukturen zu beherrschen. Gleichzeitig warnen Experten vor einer Überschätzung von KI: Ohne menschliche Aufsicht und klare Governance können neue Risiken entstehen.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Airbnb personalisiert App mit KI
Die Unterkünfte-Plattform Airbnb will ihren Dienst stärker individuell auf einzelne Nutzer zuschneiden und setzt dafür auf Künstliche Intelligenz. Unter anderem sollen bei der Anzeige der Beschreibung Merkmale hervorgehoben werden, von denen man wisse, dass sie für die konkreten Kunden relevant seien, sagte Mitgründer Nathan Blecharczyk der dpa. Habe man etwa in der Vergangenheit öfter Unterkünfte mit einem Pool gebucht, werde das bei der Ansicht anderer Angebote prominent angezeigt.
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Künstliche Intelligenz soll auch bei der Auswertung von Bewertungen auf der Plattform zum Einsatz kommen. „Wir haben mehr als eine Milliarde Bewertungen auf der Plattform. Sie werden sie nicht alle lesen“, sagte Blecharczyk. KI soll stattdessen den Inhalt der Bewertungen zu einzelnen Themen zusammenfassen. Dabei werden Aspekte hervorgehoben, die besonders häufig in den Bewertungen vorkommen: Etwa Lage, Sauberkeit, Anbindung, Heizung, Check-In-Verfahren oder Lärm.
Hotels bei Airbnb
Airbnb setzt zudem stärker auf zusätzliche Dienstleistungen. Über die App soll man künftig unter anderem auch Mietwagen, Kofferaufbewahrung oder Lebensmittel-Lieferungen buchen können. Zudem will die Firma Erlebnisse wie Touren, Verkostungen oder Workshops prominenter anbieten.
Airbnb konkurriert zwar grundsätzlich mit der Hotel-Industrie. Die Firma bot allerdings schon seit Jahren zusätzlich Aufenthalte in Boutique-Hotels an. Doch inzwischen sorge man dafür, dass auf der Plattform in allen relevanten Stadtteilen auch Hotelzimmer im Angebot seien, sagte Blecharczyk. „Wir erkennen an, dass selbst unsere loyalsten Airbnb-Kunden immer noch manchmal Hotels buchen.“ Das könne in manchen Fällen die bessere Lösung sein, zum Beispiel auf Dienstreisen oder nur einer Übernachtung. Und anstatt sie zu einer anderen Website zu schicken, wolle Airbnb auch diesen Markt bedienen.
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(egia)
Künstliche Intelligenz
Avatare und Augmented Reality: Apple schnappt sich kleines Start-up
Apple hat im Rahmen eines Asset-Deals Materialien, Rechte und womöglich auch Mitarbeiter eines auf Augmented-Reality-Systeme und Avatare spezialisierten Start-ups übernommen. Die Firma Animato, die unter anderem die KI-Tutoring-Lösung Call Annie entwickelt hat, war in Kalifornien beheimatet. Der Kauf wurde über Berichtspflichten im Rahmen des Digital Market Act (DMA) der EU-Kommission bekannt.
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Typische Apple-Aufkaufstrategie
Apple erkaufte sich demnach das Recht, Animatos laufende Patentanträge zu übernehmen, bekommt Lizenzen für das geistige Eigentum der Firma (interessanterweise allerdings nicht exklusiv) und erhält die Erlaubnis, Mitarbeiter zu übernehmen. Laut der Beschreibung auf der EU-Website entwickelt und vertreibt Animato „Software, die virtuelle Avatare für Videochats und Lehre kreiert“.
Der Vorgang bedeutet keine direkte Übernahme von Animato, sondern es gehen nur Assets an Apple über. Durch die Erlaubnis, Mitarbeitern Angebote zu machen, wird aus dem Deal zudem ein „Acqui-Hire“, also eine Kombination aus Teilübernahme und dem Versuch, Talente anzuwerben. Apple führt solche Käufe regelmäßig durch, hat dadurch bereits wichtige Funktionen, Apps und Techniken ins Unternehmen geholt. Zu den bekannten Akquisitionen zählt die Mannschaft hinter iTunes (aus dem später Apple Music wurde) oder das Team hinter den visionOS-Avataren. Auch die Sprachassistentin Siri stammt ursprünglich nicht von Apple selbst.
Diverse KI- und Augmented-Reality-Firmen übernommen
Es ist unklar, was Apple mit dem Animato-Know-how plant. Oftmals kann es Jahre dauern, bis aus einem solchen Aufkauf ein Produkt wird. Zuletzt hatte Apple unter anderem die Firmen WhyLabs, Mayday Labs, TrueMeeting und PromptAI übernommen. Gerade in spezielleren Bereichen wie Augmented Reality oder KI scheinen sich solche Erwerbungen zu lohnen. Allerdings kommt es auch vor, dass die dadurch ins Unternehmen kommenden Mitarbeiter dieses nach Ablauf ihrer Verträge sofort wieder verlassen.
Apple hatte zuletzt etwa massiv mit Abgängen aus seiner KI-Abteilung zu kämpfen – Mitarbeiter ließen sich von besseren Angeboten wie denen von OpenAI, Anthropic oder Meta anlocken. Seit einigen Monaten ist hier aber wieder mehr Ruhe eingekehrt. Letzter großer Abgang war die Verrentung des KI-Chefs John Giannandrea.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
c’t-Podcast: „KI kann allein keine Cyberangriffe entwickeln“
Es klang fast nach einer neuen Eskalationsstufe im Cyberwar, was Google kürzlich verkündete: Man habe den ersten Beweis erbracht, dass Angreifer KI erfolgreich zur Entwicklung einer Zero-Day-Schwachstelle eingesetzt hätten, so eine Pressemitteilung des Konzerns. „Aber es ist nicht so wie behauptet“, sagt Haya Schulmann, Professorin für Informatik an der Goethe-Uni Frankfurt und Mitglied im Direktorium des Nationalen Forschungszentrums für Angewandte Cybersicherheit Athene. Sie hat das zugehörige Forschungspaper genau gelesen und kommt im c’t-Podcast They Talk Tech mit Svea Eckert und Eva Wolfangel zu einem anderen Schluss: Laut dem Paper selbst habe die KI die Zero-Day-Schwachstelle nicht entdeckt, sie sei lediglich als Unterstützung eingesetzt worden. Ein entscheidender Unterschied.
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Haya Shulman
Der Fall ist eines von vielen Beispielen, das zeigt, wie der Hype um künstliche Intelligenz die Realität verzerrt und wie Hersteller wie Anthropic oder in diesem Fall Google diesen ausnutzen, um für die eigenen Produkte oder die eigene Arbeit zu werben.
Was das Paper von Google hingegen zeige, erklärt Schulmann, sei seit Anfang 2024 bekannt: Staatliche Akteure und Cyberkriminelle nutzen KI-Werkzeuge, um schneller zu werden. Interessant sei allerdings, wie Google in diesem Fall zu seiner Erkenntnis gelangt ist: Nämlich unter anderem, indem die Firma auswertete, was Nutzerinnen und Nutzer mit dem Chatbot Gemini machen. „Das heißt, die KI-Anbieter können genau verfolgen, was ihre Kunden tun“, sagt Schulmann. Das habe in Zeiten einer angespannten Atmosphäre zwischen USA und Europa eine eigene strategische Dimension – ein Aspekt, den die alarmistischen Berichte konsequent ausblenden.
Das eigentliche Problem aber liege tiefer, betont Schulmann. Zero Days, also bislang unbekannte Sicherheitslücken, für die es noch keinen Patch gibt, stehen im Zentrum der öffentlichen Debatte, insbesondere seit Anthropic verkündet hat, sein Modell Mythos nicht zu veröffentlichen, weil es zu gefährlich sei. Angeblich, weil Mythos unbekannte Sicherheitslücken besonders gut finde.
Aber es gehöre mehr dazu, eine Schwachstelle auszunutzen, sagt Schulmann: Schließlich muss dafür erstmal Schadcode geschrieben werden. Und gerade KI-generierter Code enthält Fehler und funktioniert nicht zuverlässig. „Außerdem fällt er auf, er verrät die Angreifer.“ Wer unentdeckt bleiben will, greife lieber auf bekannte, bereits gepatchte Schwachstellen zurück – weil dafür fertige Werkzeuge existieren und die Angriffe erprobt sind. Denn: Selbst wenn es Patches gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Systeme auch auf dem aktuellen Stand sind. Eine noch unveröffentlichte Studie des Athene-Zentrums mache das Ausmaß sichtbar: In 16 deutschen Bundesministerien fanden die Forscherinnen und Forscher kritische Schwachstellen, die teilweise über zehn Jahre alt sind. „Gleichzeitig wächst die Zahl veralteter End-of-Life-Systeme mit jeder neuen Digitalisierungsschicht, die darübergebaut wird.“
Dazu kommt, dass Angreifer weit weniger von KI profitieren als behauptet. „LLMs produzieren geschwätzigen, fehlerbeladenen Code“: Ein Problem, das Verteidiger und Angreifer gleichermaßen trifft. Im Google-Paper selbst finden sich Hinweise darauf: Der entdeckte Code enthielt halluzinierte Werte und war so lehrbuchartig dokumentiert, dass er die Angreifer verriet. „Die gleichen Probleme, die wir haben, haben natürlich die Angreifer auch“, sagt Schulmann. „Der Holy Grail – ein KI-System, das völlig autonom Angriffe entwickelt und auf jedes beliebige Ziel loslässt – ist noch sehr weit weg.“
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Was Schulmann jedoch grundsätzlich beunruhigt, ist die Art, wie diese Debatte politisch geführt wird. Alarmistische Papiere erzeugten Panik und verdeckten gleichzeitig reale strukturelle Probleme: veraltete IT, mangelnde Professionalisierung, fehlende eigene KI-Infrastruktur in Europa. „Wir müssen aufpassen, dass die deutsche Politik nicht die Werbeargumente eines Herstellers übernimmt“, sagt sie. Wenn Politikerinnen und Politiker Pressemitteilungen von Tech-Konzernen als Faktenlage behandelten, führe das zu falschen Prioritäten. Was stattdessen gebraucht werde, sei eine langfristige Strategie: für digitale Souveränität, für eine europäische KI-Infrastruktur, die es mit US-Modellen aufnehmen kann, und für das Schließen der Lücken, die längst bekannt sind.
„They Talk Tech“ erscheint jeden Mittwoch überall, wo es Podcasts gibt. Svea Eckert und Eva Wolfangel diskutieren ein Tech-Thema oder treffen inspirierende Frauen aus und rund um die Tech-Welt.
(mond)
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