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iX-Workshop: Schwachstellen aufdecken – Pentesting mit Open-Source-Tools


Cyberangriffe beginnen häufig mit kleinen Fehlkonfigurationen, ungeschützten Diensten oder öffentlich verfügbaren Informationen über ein Unternehmen. Wer verstehen möchte, wie Angreifer vorgehen, kann die eigene IT-Infrastruktur gezielter absichern und Sicherheitslücken frühzeitig erkennen.

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Im iX-Workshop Sich selbst hacken – Pentesting mit Open-Source-Werkzeugen lernen Sie praxisnah, wie Angreifer Schwachstellen in Unternehmensnetzwerken identifizieren und ausnutzen. Dabei wechseln Sie die Perspektive und analysieren typische Angriffstechniken aus Sicht eines Pentesters.

Zu Beginn beschäftigen Sie sich mit Methoden der Open Source Intelligence (OSINT). Sie lernen, wie öffentlich verfügbare Informationen über Organisationen gesammelt und ausgewertet werden können und wie sich daraus potenzielle Angriffspunkte ableiten lassen – beispielsweise kompromittierte Zugangsdaten oder ungeschützte Dienste.

Darauf aufbauend arbeiten Sie mit verschiedenen frei verfügbaren Open-Source- und Audit-Werkzeugen, um Netzwerke zu analysieren, Webanwendungen zu überprüfen sowie Möglichkeiten zur Privilegieneskalation unter Windows und Linux zu identifizieren.

Ein besonderer Schwerpunkt des Workshops liegt auf der Analyse und Absicherung von Active Directory, einem der häufigsten Angriffspunkte in Unternehmensnetzwerken.

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Sie lernen typische Schwachstellen und Fehlkonfigurationen kennen und erfahren, wie sich diese gezielt erkennen und absichern lassen. Darüber hinaus beschäftigen Sie sich mit Sicherheitsmaßnahmen wie Mehr-Faktor-Authentifizierung und differenzierter Rechtevergabe, um Unternehmensumgebungen besser gegen Angriffe zu schützen.

Anhand realer Fallbeispiele und praxisnaher Übungen werden die einzelnen Phasen eines Cyberangriffs nachvollzogen – von der Informationsbeschaffung bis zur Ausweitung von Berechtigungen. Dabei erhalten Sie auch Empfehlungen und Unterlagen, um die vermittelten Techniken nach dem Workshop eigenständig weiter zu vertiefen.

Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Yves Kraft, Head of Security Academy bei der Oneconsult AG.

Als ehemaliger Penetration Tester und Security Consultant verfügt er über langjährige Erfahrung in der Schwachstellenanalyse und Angriffssimulation. Im Workshop vermittelt er praxisnahe Einblicke aus realen Sicherheitsprojekten und zeigt, wie sich offensive Methoden sinnvoll nutzen lassen, um die eigene IT-Infrastruktur nachhaltig abzusichern.

Der Workshop richtet sich an Administratoren, IT-Sicherheitsverantwortliche und technisch interessierte Fachkräfte, die Angriffstechniken besser verstehen und ihre Systeme gezielt härten möchten.


Upgrade für Ihre IT-Skills - Von Experte zu Experte

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(ilk)



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Probefahrt mit dem Lynk & Co 02: Der Preis bleibt Argument Nummer 1


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This article is also available in
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein großer Traum ist geplatzt: Viele Autohersteller wollten Händler maximal noch als Vermittler sehen, manche nicht einmal mehr als das. Im Idealfall sollte der Vertrieb allein über das Netz Gewinne an die Hersteller binden, statt den Erlös teilen zu müssen. Zumindest aktuell und auf den deutschen Markt scheint das Experiment vorerst beendet zu sein: Ohne eine Händlerstruktur wird es schon für die Großen in der Branche nicht einfach, wenig bekannte Marken wie Lynk & Co haben ohne Ansprechpartner in der Fläche kaum eine Chance, einen nennenswerten Absatz zu generieren. Dabei lohnt sich ein Blick auf solche Anbieter für kostenbewusste und risikobereite Interessenten durchaus, wie eine Proberunde mit dem Lynk & Co 02 zeigt.

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Anfang Juli 2026 hat Lynk & Co in Deutschland 20 Händler unter Vertrag, die in der Regel noch weitere Marken verkaufen. Bei den aktuellen Absatzzahlen ist das anders schlicht nicht möglich, denn irgendwer muss Rechnungen begleichen können. Die Verteilung ist noch recht ungleichmäßig. Am dichtesten ist sie in Nordrhein-Westfalen, in den östlichen fünf Bundesländern gibt es nur zwei. In der Hauptstadt gibt es keinen Händler. Interessenten können also je nach Wohnort einen Lynk & Co in der Nähe oder eine Anfahrt von mehr als 150 km vor sich haben. Sollte der Vertragspartner in ein paar Jahren aufgeben, kann das unter Umständen ziemlich unangenehm werden. Es gehört also eine gewisse Lust am Risiko zu einem solchen Kauf.


Lynk & Co 02

Lynk & Co 02

Der Lynk & Co 02 ist mit 4,46 m etwa so lang wie ein Skoda Elroq.

(Bild: Lynk & Co)

Dessen ist sich natürlich auch Lynk & Co bewusst und zieht die üblichen Magnete aus der Tasche. Der 02, der sich die technische Basis mit Volvo und Smart teilt, ist schon in der Basisausführung für knapp 36.000 Euro ordentlich ausgestattet. Dinge wie ein großes Glasdach, ein komplett ausgestattetes Infotainmentsystem und allerlei Assistenten sind inklusive. Seltsam erscheint die Entscheidung, diese Ausführung nur in drei Farben anzubieten und ihm die Wärmepumpe vorzuenthalten. Für die Version „More“, die 4000 Euro Aufpreis kostet, steht dann eine vierte Farbe zur Wahl: rot. Die dann gereichte Ausstattung umfangreich zu nennen, wäre schamlos untertrieben: Elektrisch verstellbare Kunstledersitze, Soundsystem von Harman/Kardon und eine 360-Grad-Kamera-Perspektive gehören dann dazu. Wer das näher einordnen mag, kann sich zum Vergleich einen ähnlichen Umfang in einen Peugeot e-3008 konfigurieren. Der Unterschied beim Listenpreis ist fünfstellig.

Außen mag das Heck noch eine gewisse Eigenständigkeit ausstrahlen, vorn und auch im Innenraum wirkt der 02 wie so viele chinesische Anbieter austauschbar. Fast die komplette Bedienung wird auf den Bildschirm verlagert, was vom Nutzer die Bereitschaft erfordert, sich damit eingehend zu beschäftigen. Nicht alles in der Menüstruktur erschließt sich sofort, und manch ein Zeichen im Kombiinstrument dürfte gern etwas größer sein. Die Verarbeitung scheint okay zu sein, bei der Materialauswahl spart der Hersteller an einigen Stellen spürbar. Hartplastik trifft immer wieder auf bespannte Oberflächen. Die breite Mittelkonsole mit zwei Ladeschalen für Smartphones und einem filigranen Luftausströmer aus Metall haben uns jedoch gefallen.


Eine eigenständige Innenraumgestaltung hat der Lynk & Co 02 nicht zu bieten. (Bild:

Lynk & Co

)

Die Sitze vorn sind ausreichend bequem, hinten gibt es das Raumangebot, was der Kunde von einem 4,46 m langen E-SUV mit 2,76 m Radstand erwarten kann. Nicht allzu üppig sind die beiden Kofferräume. Der vordere fasst gerade einmal 15 Liter, der hintere 410 – beides ist für die Fahrzeuggröße eher knapp geschnitten. Die maximale Anhängelast liegt bei 1600 kg.

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Die Fahrwerksabstimmung des 02 ist komfortabel ausgelegt und vermeidet jegliche sportliche Ambitionen. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig und liefert nicht viel Rückmeldung. Der tiefe Schwerpunkt trägt dazu bei, dass es auch bei flotter Kurvenfahrt keine große Seitenneigung gibt. Gelungen ist auch die Abstimmung der Bremse, die sich gut dosieren lässt. Mit seiner guten Übersichtlichkeit und zusätzlichen Kameras rundum lässt sich das Auto bequem einparken.

Der 02 wiegt leer 1820 kg, doch beim Beschleunigen ist von dieser Masse wenig zu spüren. Der E-Motor im Heck leistet 200 kW und bietet 343 Nm Drehmoment, was ausreicht, um das SUV in 5,5 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Schluss ist bei 180 km/h. Beides beschreibt wieder einmal nur unzureichend den Fahreindruck: es geht bei Bedarf flott voran, auch bei höherem Tempo legt der 02 zügig zu. Das mag unter den Elektroautos nicht herausragen, unter vergleichbar teuren Verbrennern aber sehr wohl. Wer subjektiv mithalten wollte, müsste erheblich mehr Geld in die Hand nehmen.

Es gibt nur den einen Antrieb und auch nur eine Batterie. Sie setzt auf NMC-Zellen, die sich vorkonditionieren lassen. Der Energiegehalt liegt bei 66 kWh. Im WLTP gibt der Hersteller je nach Ausstattung eine Reichweite zwischen 435 und 445 km an. Bemerkenswerterweise liegt die teure Version vorn, sowohl in der Reichweite wie auch beim Verbrauch. Der Unterschied ist mit 17,1 (More) zu 17,6 kWh/100 km (Basismodell Core) nicht riesig, aber eben da. Dabei installiert der Hersteller in der Nobelvariante 245/45 R20, im Basismodell etwas schmalere 235/50 R19.

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Einen Unterschied zwischen den Ausstattungslinien macht Lynk & Co auch beim Laden mit Wechselstrom. Das Basismodell kann dort nur 11 kW entgegennehmen, die teure Version 22. An Gleichstrom laden beide mit maximal 150 kW und reizen damit die Möglichkeiten eines 400-Volt-Systems mit 500 Ampere nicht aus. Ohnehin sagt dieser Wert nur wenig über den Alltag aus. Es dauert unter idealen Bedingungen eine halbe Stunde, um den Ladestand von 10 auf 80 Prozent zu heben. In dieser Zeit werden also rund 46 kWh mit durchschnittlich 92 kW nachgeladen. Das ist in diesem Umfeld kein Spitzenwert mehr, allerdings auch nicht unterdurchschnittlich.


Lynk & Co 02

Lynk & Co 02

Der Lynk & Co 02 bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.

(Bild: Lynk & Co)

Im Prinzip lässt sich das auf das gesamte Auto übertragen: Der Lynk & Co ragt technisch und auch unterwegs nirgendwo weit heraus, sieht man einmal von seinem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis ab. Er bietet ausreichend Platz, ist passabel verarbeitet, beschleunigt sehr flott und lädt so schnell wie die meisten Konkurrenten. Die Serienausstattung ist umfangreich, und selbst für das Design werden sich sicherlich Befürworter finden lassen. Was dem Lynk & Co 02 vielleicht fehlt, ist ein Punkt, warum es ausgerechnet genau dieses Auto sein soll. Viele Konkurrenten haben eine Stammkundschaft, auf die sie bauen können, solange sie wenigstens halbwegs liefern, was erwartet wird. Ein Neueinsteiger aber muss Kunden erobern, und beim 02 fehlt ein wenig das gewisse Etwas für diese Auseinandersetzung.

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(mfz)



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Rebellion im Kino: Außer Atem und Nouvelle Vague im Heimkino-Test


In der über hundertjährigen Geschichte des Kinos gab es immer wieder Bewegungen, die mit etablierten Regeln und Traditionen brachen: Ende der 60er Jahre etwa das New Hollywood oder Mitte der 90er Jahre die Dogma-Bewegung. Den wichtigsten und tiefsten Schnitt vollzog jedoch die französische Nouvelle Vague. Um 1960 herum warfen Regisseure wie Claude Chabrol, François Truffaut und Jean-Luc Godard den schwerfälligen Apparat der Studioproduktionen über den Haufen, ließen Kulissen und Scheinwerfer hinter sich und gingen mit leichten Kameras auf die Straße.


Film-Rezensionen

Film-Rezensionen

Ob Blockbuster oder Klassiker: Jenseits der Streaming-Dienste blüht das Geschäft mit hochwertigen Film-Restaurationen, die in 4K auf UHD Blu-rays veröffentlicht werden. Woche für Woche testen wir die interessantesten Discs, decken Hintergründe zur Produktion und inhaltliche Besonderheiten auf und vergleichen die Bild- und Tonqualität der Discs und Streams.

Der wichtigste Meilenstein war „Außer Atem“, den Jean-Luc Godard 1960 in Paris drehte. Ein guter Film braucht manchmal kaum mehr als etwas Crime, eine lose Idee und zwei faszinierende Hauptdarsteller. Die fand Godard in Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo. 65 Jahre später lässt Richard Linklater den Geist von damals in „Nouvelle Vague“ wieder aufleben und erzählt von jenem Dreh, bei dem aus Geldmangel, Trotz und Improvisation Filmgeschichte wurde.

Beide Filme sind nun fürs Heimkino erschienen: Außer Atem in einer 4K-Restauration auf Ultra HD Blu-ray Disc (UHD) und Nouvelle Vague auf Blu-ray Disc. Bevor wir ab Seite 3 auf die technischen Details der Bild- und Tonqualität eingehen und die neuen Veröffentlichungen mit den günstigeren Streaming-Angeboten vergleichen, blicken wir auf den radikalen Aufbruch der französischen Filmemacher und wie Original und Hommage zu einem stimmigen Double Feature ineinandergreifen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Rebellion im Kino: Außer Atem und Nouvelle Vague im Heimkino-Test“.
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Ende der Telefon-AU: „Irrsinn, der für Millionen zusätzliche Arztbesuche sorgt“


Die vorgestellten Pläne der Bundesregierung für strengere Regeln bei Krankschreibungen stoßen auf breite Kritik. Künftig soll als gesetzliche Regel eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bereits ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden – vorgeschrieben ist eine ärztliche Bescheinigung bisher erst ab dem vierten Tag. Zudem soll es die Telefon-AU künftig nicht mehr geben. Begründet wird die Verschärfung mit dem Ziel, hohe Fehlzeiten in Unternehmen zu senken.

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Besonders scharf reagiert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH). Deren Vorstandsvorsitzende Dr. Bettina Schultz nennt die Abschaffung der Telefon-AU und die AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag „Irrsinn“. Millionen zusätzliche Praxisbesuche seien zu erwarten, vielfach ohne medizinische Notwendigkeit. Dadurch würden Personal und Wartezimmer weiter belastet; längere Wartezeiten für andere Patienten seien die Folge. „Unsere Hausarztpraxen arbeiten vielerorts bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Wer jetzt Millionen zusätzlicher Praxisbesuche auslöst, verschärft die Probleme, statt sie zu lösen“, sagte Schultz.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe kritisiert die Pläne. Sie spricht von „mehr Verwirrung statt Klarheit“ und wirft der Politik vor, die tägliche Versorgungsrealität völlig auszublenden. Eine „absurde AU-Pflicht ab Tag eins“ sorge für Millionen zusätzlicher Praxiskontakte, obwohl die Praxen bereits maximal ausgelastet seien. MEDI Baden-Württemberg warnt zudem vor weiterer Überregulierung. „Die Politik verspricht, uns durch Bürokratieabbau zu entlasten, und legt am Ende mit diesen Planungen wieder eine Schippe drauf“, so Dr. Michael Eckstein, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und Hausarzt im Rhein-Neckar-Kreis.

„Wir fordern die Politik auf, die Entscheidung über die Ausstellung einer Krankschreibung grundsätzlich den Ärztinnen und Ärzten zu überlassen. Wir kennen unsere Patientinnen und Patienten am besten und sind medizinisch dafür ausgebildet. Wir wissen genau, wem wir telefonisch eine AU ausstellen können und wen wir in der Praxis sehen müssen“, so die Hausärztin Dr. Cathérine Hetzer-Baumann von MEDI. Zudem solle die Politik Ursachen der Krankschreibungen prüfen und die Bevölkerung, gerade in Krisenzeiten, durch Präventionsangebote unterstützen sowie die Gesundheitskompetenz verbessern.

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Die Vorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Blumenthal-Beier, halten die Beschlüsse für eine „absolute Katastrophe“. „Das wird eine Welle von Menschen in unsere Praxen spülen – in vielen Fällen ohne medizinische Notwendigkeit, sondern aus rein administrativen Gründen. Während sich also die Infektfälle, die nur ein, zwei Tage im Bett gebraucht hätten, in unseren Wartezimmern stapeln, werden die dringlichen Fälle warten müssen, weil wir nicht hinterherkommen! Diese Regelung ist der bürokratische Super-GAU für die Hausarztpraxen“, so Buhlinger-Göpfarth.

Ebenfalls gegen die Pläne stellt sich die Bundesärztekammer: „Die telefonische Krankschreibung hat sich in der Praxis bewährt“, betonte der Vorstand der Bundesärztekammer. Sie erspare Patienten mit leichten Infekten den Weg in die Arztpraxis und verhindere damit, dass sie dort andere ansteckten. Besonders kritisch sei, dass dies nun mit einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag zusammenfalle. In der Kombination müssten künftig Patienten mit einer leichten Erkrankung für ein Attest persönlich in die Arztpraxis kommen. Gerade in der Erkältungs- und Grippesaison werde das die Wartezimmer weiter füllen und die ohnehin an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Praxisteams zusätzlich belasten.

Datenbasierte Einordnungen sprechen ebenfalls gegen die Pläne. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) verwies Anfang des Jahres darauf, dass der Anstieg der AU-Zahlen primär auf Meldeeffekte durch die 2022 eingeführte elektronische Krankmeldung sowie ein erhöhtes Infektionsgeschehen zurückgeht – und nicht auf die Telefon-AU. Diese macht laut Zi jährlich nur zwischen 0,8 und 1,2 Prozent aller AU-Fälle aus und kann den starken Anstieg der Meldungen damit nicht erklären. Zudem sei die Zahl der AU-Meldungen 2025 laut Gematik-Daten sogar wieder um neun Prozent zurückgegangen – ein Aspekt, der in der Debatte kaum beachtet werde.

Auch aus Sicht der Krankenkassen bringt die Maßnahme daher nichts. Die Abschaffung der Telefon-AU sei keine Maßnahme, die den Krankenstand senke, sondern „reine Symbolpolitik“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Zudem sei nicht nachvollziehbar, was die verpflichtende Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag mit dem erklärten Ziel der Entbürokratisierung zu tun haben solle.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nannte die Vorhaben eine „Zumutung“. Es grenze an Irrsinn, Abertausende Menschen zusätzlich zum reinen Ausfüllen von Zetteln in die Praxen zu jagen, kritisierte die KBV. „Wer hustet, eine Magen-Darm-Infektion hat, gehört ins Bett – und nicht in die übervolle Praxis“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Im Januar hatte Gassen die Debatte um die Abschaffung der Telefon-AU noch befeuert, allerdings im Zuge einer dreitägigen Karenzzeit, in der gar keine Krankschreibung nötig gewesen wäre. Sein Ziel war, die Praxen von Bagatell-AUs zu entlasten. Die nun geplante AU-Pflicht ab dem ersten Tag läuft dieser Idee genau entgegen.


(mack)



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