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+++ KI-Einhörner +++ Earlybird Team InnoVentures +++ IX Gruppe +++ Roll-ups +++ LiveEO +++ getolo +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ 5 deutsche KI-Startups die Milliarden wert sind +++ Earlybird Team InnoVentures: Berliner VC investiert gezielt in Südwestfalen +++ Roll-up-Boom: IX Gruppe setzt auf Ingenieurbüros +++ StartupsToWatch: LiveEO +++ getolo expandiert nach Spanien +++

+++ KI-Einhörner +++ Earlybird Team InnoVentures +++ IX Gruppe +++ Roll-ups +++ LiveEO +++ getolo +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 20. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

KI-Einhörner
+++ Intelligente Einhörner made in Germany! Mit Black Forest Labs (Freiburg), DeepL (Köln), n8n (Berlin), Parloa (Berlin) und dem deutsch-amerikanischem Unternehmen Dash0 (Solingen, New York) gibt es hierzulande inzwischen fünf KI-Startups mit Unicorn-Status (Bewertung: 1 Milliarde US-Dollar oder mehr). Nach dem Einstieg von SAP ist n8n mit einer Bewertung in Höhe von 5,2 Milliarden US-Dollar nun das wertvollste deutsche KI-Startup überhaupt. Zuvor wurde das Unternehmen mit 2,5 Milliarden bewertet. Das Unicorn, 2019 von Jan Oberhauser gegründet, kümmert sich um „Secure, AI-native workflow automation“. Mit der Software des Unternehmens können Nutzer verschiedenste Webanwendungen ohne Programmierkenntnisse miteinander verbinden bzw. synchronisieren. Black Forest Labs, bei dem sich alles um die Generierung von Bildern dreht, wurde zuletzt mit 3,25 Milliarden bewertet. Die Jungfirma Parloa, die auf die KI-basierte Automatisierung des Kundenservices setzt, wurde zuletzt mit 2 Milliarden US-Dollar bewertet. Auch in Parloa investierte SAP kürzlich – wohl einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“. Ob es dabei eine neue Bewertung gab, ist bisher nicht bekannt. Mehr über Einhörner in Deutschland

Earlybird Team InnoVentures
+++ Millionen Euro für Startups in Südwestfalen! Der Berliner Investor Earlybird investiert mit seinem kürzlich aufgelegten achten Fonds, der 360 Millionen Euro schwer ist, in den kommenden Jahren gezielt 15 Millionen in Südwestfalen (Siegen, Siegerland und Umgebung). Zu den Initiatoren aus der Region gehören unter anderem Bernhard Schadeberg (Krombacher), Martin Hill (TechniData) und Maik Rosenberg (aquatherm). Die regionale Investmentinitiative des Berliner Geldgebers tritt als Earlybird Team InnoVentures an. Das Team rund um Frédéric du Bois-Reymond sucht ab sofort „ambitionierte Gründerteams mit innovativen Ideen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, Nachhaltigkeit, Robotik oder Softwarelösungen“. Aus Siegen trumpfte zuletzt das 2019 gegründete Quantencomputing-Startup eleQtron auf. Das Team sammelte kürzlich 57 Millionen Euro ein. Earlybird stieg bereits 2021 bei eleQtron ein. Südwestfalen hat somit schon jetzt einiges zu bieten. Mehr über Earlybird

IX Gruppe
+++ Roll-ups – das Boomthema der Stunde! Zu den Roll-ups im Lande, die derzeit richtig Gas geben, gehört auch die Berliner IX Gruppe, 2024 von Philipp Krautenbacher (früher GetYourGuide) und Moritz Jacoby (Bridgepoint) gegründet. Das junge Unternehmen übernimmt kleine und mittelständische Ingenieur- und Planungsbüros. „Unser Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Brandschutz- und Tragwerksplanung sowie General-, Objektplanung und Architekturleistungen insbesondere für Hoch-, Industrie- und Sonderbau“, teilt das Team zur Ausrichtung mit. Zu den Investoren der Jungfirma gehören Cherry Ventures, Vorwerk Ventures und der junge Roll-up-Investor Aven Capital Partners. Mehr über den Roll-up-Boom

LiveEO
+++ StartupsToWatch! LiveEO sollten alle, die sich für aufstrebende Startups interessieren, auf der Agenda haben. Das Startup aus Berlin, 2017 gegründet, analysiert durch Künstliche Intelligenz die Aufnahmen von Satellitenaufnahmen seiner Kunden und bietet auf dieser Grundlage eine Lösung zur Überwachung der Infrastruktur, wie zum Beispiel Bahntrassen und Hochspannungsleitungen, an. Die Firma sieht ihre Zukunft aber auch im derzeit boomenden DefenseTech-Segment. Dual-Use lautet das Schlagwort. Der junge DefenseTech-Investor Helantic, b2venture, Nordic Ninjas und Co. investierten kürzlich 28 Millionen Euro in das Soonicorn. Insgesamt flossen bereits rund 78 Millionen in das Unternehmen. Mehr über LiveEO

getolo 
+++ Wachstumsstrategie! Das Berliner InsurTech getolo, zudem die Marken dentolovitolo und petolo gehören, ist weiter auf Expansionskurs. Auf die Expansion nach Frankreich folgt nun der Start in Spanien. „Mit der Expansion führen wir unsere Wachstumsstrategie konsequent fort“, teilt das Team des Corporate Startups (Zurich Gruppe) mit. Das 2015 gegründete Unternehmen, das rund 200 Mitarbeitende beschäftigt, verfügt derzeit über rund 265.000 aktive Kund:innen. Mehr über getolo

eleQtron
+++ „Wir bauen keine App, bei der man nach zwei Wochen A/B-Testing weiß, welcher Button besser funktioniert. Wir arbeiten an extrem komplexer Hardware“, sagt Jan Leisse, Gründer von eleQtron. Das Quantencomputing-Startup sammelte zuletzt 57 Millionen ein. Mehr über eleQtron

Startup-Radar
+++ Neue Gründerinnen und Gründer machen sich auf den Weg! Wir präsentieren heute folgende Auswahl frischer Startups, die man kennen sollte: Insellar, studio vaai, Sapericus AI, Payline und Linexa. Mehr über Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits
+++ Verdane investiert Millionen in Eterno +++ Getquin erhält 12 Millionen +++ LawX sammelt 7,5 Millionen ein +++ Cohere übernimmt Reliant AI +++ Mistral AI kauft Emmi AI +++ Finanzspritze für HappySupport. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

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Foto (oben): KI



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5 neue Startups: Bonice, KothonTech, Connectome Health, Inclusys, swipesign


#Brandneu

Es ist wieder soweit – neue Startups stehen in den Startlöchern! Hier sind einige spannende junge Unternehmen, die man kennen sollte. Heute werfen wir einen Blick auf diese Neugründungen: Bonice, KothonTech, Connectome Health, Inclusys und swipesign.

5 neue Startups: Bonice, KothonTech, Connectome Health, Inclusys, swipesign

deutsche-startups.de stellt heute erneut eine Auswahl junger Startups vor, die in den vergangenen Wochen und Monaten gegründet wurden oder kürzlich aus dem Stealth-Mode hervorgetreten sind. Noch mehr spannende Neugründungen gibt es übrigens in unserem Newsletter Startup-Radar.

Bonice
Hinter Bonice aus Berlin verbirgt sich eine „Stempelkarte ohne App“. Das Team der Gründer:innen Gino Günther und Roxana Mitrofan nutzt dabei „native Wallet-Technologien, die auf fast jedem Smartphone vorinstalliert sind“. Dies soll die „Hemmschwelle enorm senken“. Zielgruppe von Bonice sind Cafés, Fast-Casual-Restaurants und Bäckereien.

KothonTech
Die KI-Plattform KothonTech aus München, von Ahmed Saidani und Julia Inderst angeschoben, „identifiziert die Top 2% internationaler Software Engineers durch Skill-Tests statt CV-Screening, matched sie mit europäischen Startups und ermöglicht Hiring via EoR-Service“.

Connectome Health
Bei Connectome Health aus Zürich, von Lucas Scherdel und Rufus Mitchell-Heggs an den Start gebracht, geht es darum, Gehirnveränderungen in Echtzeit verfolgen zu können. „With context-enriched brain measurement to advance people, performance, and platforms“, teilt das Team mit.

Inclusys
Inclusys aus Heilbronn, von Hauke Wendt und Alexander Kuon gegründet, entwickelt „Assistenzprodukte zur Unterstützung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen, wie Autismus, ADHS oder Demenz“. Damit möchte das Team diesen Menschen „die Tagesplanung durch innovative und benutzerfreundliche Technologien erleichtern“.

swipesign
swipesign aus Wien, von Reinhold Lackner und Hannes Aigner ins Leben gerufen, bietet eine „DSGVO-konforme E-Signatur-Plattform für Freelancer, KMU, Rechtsanwälte und Notare in ganz Europa“. „Wir fokussieren uns auf rechtssichere, einfach bedienbare Signaturprozesse mit ausschließlicher Datenspeicherung in der EU“, erläutert das Team.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



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KI-Startup Langdock: Hinter dem Marketing-Erfolg steckt diese 26-Jährige


Warum setzen auf einmal ausgerechnet KI-Firmen auf artsy Videos im Doku-Stil? Katharina Hess von Langdock hat uns den Trend erklärt.

KI-Startup Langdock: Hinter dem Marketing-Erfolg steckt diese 26-Jährige

Katharina Hess ist Marketing-Chefin beim KI-Startup Langdock.
Langdock

Im Zeitalter von KI kann man mit ein paar Klicks die krassesten Szenen herstellen. Bilder, die traditionell geschossen Millionen kosten würden. Wie viele Kreative machen sich Filmleute Sorgen, dass sie durch Prompts arbeitslos werden. Umso erstaunlicher: In den USA sind traditionell gemachte, fast schon Oscar-mäßige Dokumentationen für Werbezwecke gerade das große Ding im Tech-Bereich. Aber nicht nur dort.

Wir sind in Berlin Prenzlauer Berg, Winsviertel. Nah dran an der Mitte, aber ein bisschen gemütlicher. Mit dem Aufzug geht es in die hellen, weitläufigen Büros von Langdock. Katharina Hess zeigt einmal die Räumlichkeiten: Man fühlt sich eher wie in der Loft-Wohnung von Leuten, die viel Geld für einen minimalistischen Look ausgeben. Die 26-Jährige ist bei dem KI-Startup für Marketing verantwortlich. Und dazu gehören Videos in genau diesem gerade so beliebten Doku-Stil.

Die Büros von Langdock liegen im Berliner Winsviertel in Prenzlauer Berg.

Die Büros von Langdock liegen im Berliner Winsviertel in Prenzlauer Berg.
Langdock

Weit weg von „handshakes and hallways“

Erstmal ein Blick auf die Videos, um die es hier geht. In den sogenannten Stories erzählt Langdock beispielsweise, wie der Kosmetikhersteller Dr. Wolff Langdock einsetzt. Die Traditionsfirma ist bekannt für Linola oder Alpecin – Supermarkt-Klassiker mit klingenden Namen – nicht der Inbegriff von Innovation. Oder doch?

Man sieht rhythmisch ratternde Fabrikanlagen, nachdenklich erzählende Mitarbeiter, alles arrangiert zu classy Instrumentalmusik. Es könnte auf den ersten Blick eine Doku sein, spätabends auf Arte. Ein leiser, unkommerzieller Stil. Wonach es gar nicht aussieht: dem old-school Firmenvideo mit handshakes, hallways und honest conversations unter älteren Herren.

Wonach es noch weniger aussieht: KI-Slop.

KI ja, aber nicht um den Preis von Qualität.

Katharina Hess zu Gründerszene-Reporter Jonas Bickelmann

Ist das wirklich nicht gepromptet? Ziel vieler KI-Inhalte ist schließlich, dass sie nicht von handgemachten zu unterscheiden sind. Aber traditionell hergestellt, mit Kamera und allem, sind sie bei Langdock tatsächlich, wie Hess bestätigt. „Wir haben einen extrem hohen Qualitätsanspruch. Bei allem – auch bei unseren Videos“, sagt sie. „Unser Videograph, Elias Hennemeyer, filmt gerne mit einer alten Arri-Kamera. Die Liebe zum Prozess, ich glaube, die spürt man.“ Gerade das handwerkliche, detailverliebte Arbeiten sehen viele Menschen durch KI bedroht.

Windows-Prinzip für KI

Langdock verpackt die neue KI-Technologie in Produkte, die Unternehmen unkompliziert einsetzen können. Merck oder der Spiegel-Verlag zählen zur Kundschaft. Der jährliche Umsatz aus den Abos liegt Langdock zufolge bei 20 Millionen Euro, verdoppelt innerhalb von einem halben Jahr.

Bitte lächeln: Gründerszene-Reporter Jonas Bickelmann mit Katharina Hess.

Bitte lächeln: Gründerszene-Reporter Jonas Bickelmann mit Katharina Hess.
Gründerszene

Es geht Langdock nicht darum, eigene Sprachmodelle zu entwickeln. Langdock packt ChatGPT, Gemini und Konsorten in ein Paket, das man unkompliziert einsetzen kann. Es geht um die Menschen, die mit den Modellen arbeiten. Darum, Vertrauen in eine Technologie aufzubauen, die vielen Angst macht.

Vertrauen ist ein Wort, das bei Katharina Hess oft fällt. „Von den ersten zehn Leuten bei Langdock, kannten sich neun seit Jahren persönlich“sagt sie. Das Team wuchs lange über private Kontakte. Hess war selbst eine der zehn ersten, die bei Langdock unterschrieben. Sie kannte den CEO und Mitgründer Lennard Schmidt aus Hamburg. Er ist kaum älter als Hess und beide haben zusammen den „Cheftreff“ mitorganisiert – ein Vernetzungstreffen unter Gleichgesinnten.

Diese Konferenz hat viel mit den zwei Fragen zu tun, die Hess und ihre Karriere prägen: Wie bringt man Leute zusammen? Und wie baut man etwas Neues? Sie hatte schon Stationen bei Otto und About You, war kaum Mitte 20 und fragte sich, wo der nächste Schritt sie hinführen könnte. Dann tauschte sie sich mit Schmidt aus und es war ganz schnell klar: nach Berlin. Sie hatte auch überlegt, selbst zu gründen. Aber das Angebot von Langdock war spannender. „Ich fühle mich so, als hätte ich selbst gegründet“, sagt Hess. „Ich habe viel Freiheit und kann in meinem Bereich so arbeiten wie eine Gründerin.“

Und ein bisschen wie eine Filmproduzentin.

KI-frei? Gibt es das überhaupt noch?

Dabei gilt für sie: „KI ja, aber nicht um den Preis von Qualität.“ Es gebe derzeit einfach keine KI-Anwendung, die mit traditionell gemachten Filmen mithalten könne.

Aber man muss sowieso genau hinschauen: Natürlich durchdringt KI bei einer Firma wie Langdock fast alle Prozesse. Auch im Marketing. Bei der Skripterstellung für die Videos setzt Hess ganz selbstverständlich auch LLMs ein. Umso wichtiger: „Wir sagen sehr explizit, wann wir KI nutzen und wann nicht“, sagt sie.

Schon bei den ersten Fotos der Geschichte gab es Diskussionen, ob sie die Maschine oder der Mensch geschaffen hat. Bald setzte sich die Einsicht durch, dass es um die Entscheidungen geht, die vor dem Knopfdruck fallen.

Hess jedenfalls hat es mit ihren Entscheidungen geschafft, sich im Alter von 26 schon einen guten Ruf in der Szene aufzubauen. Auch Langdock ist vom Erfolg verwöhnt. Bisher sei der Kundenstamm von alleine gewachsen, durch Empfehlungen zum Beispiel, sagt Hess. In dieser luxuriösen Lage kann man an das Marketing feingeistiger rangehen als wenn einem die Pleitepanik im Nacken sitzt. Andererseits hält es diese Angst hoffentlich fern, wenn man beim Marketing etwas richtig macht. Wie auch mal Nein zu KI sagen zu können.





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Warum dieser Unternehmer jetzt verklagt wird


„KI-Steuerberater“ klingt nach Zukunft. Die Berliner Steuerberaterkammer sieht darin ein rechtliches Problem – und verklagt jetzt das Startup Accountable.

Warum dieser Unternehmer jetzt verklagt wird

Tino Keller, Mitgründer von Accountable, versucht die Steuerwelt zu vereinfachen, und lernt dabei gerade, dass es nicht immer einfach ist.
Tino Keller, Collage: Gründerszene

Stell dir vor, du baust ein Startup auf, alles läuft rund, und dann klopft nicht der VC an, sondern direkt die Berliner Steuerberaterkammer mit einer Klage an die Tür. Genau das ist jetzt bei Accountable passiert.

Das Steuer-Startup hat ein KI-Produkt namens „KI-Steuerberater“. Das soll Selbstständigen alles rund um Steuern leichter machen: Fragen beantworten, Belege sortieren, Steuererklärungen vorbereiten. Die Kammer sieht das kritisch. Grund: Schon der Begriff „KI-Steuerberater“ sei problematisch, weil er gegen Wettbewerbsregeln verstoßen und den geschützten Titel „Steuerberater“ berühren könnte. Auch das Produkt selbst steht in der Kritik, weil es aus Sicht der Kammer zu nah an klassischer Steuerberatung sei, ohne dass das Unternehmen dafür entsprechend zugelassen ist.

Wir haben nie behauptet, etwas anderes zu sein

Mitgründer Tino Keller zeigt sich überrascht und sagt zu Gründerszene: Der Begriff „KI-Steuerberater“ erwecke seiner Meinung nach nicht den Eindruck eines echten Steuerberaters. „Wir sagen ja gar nicht, dass wir Steuerberater sind. Wir sagen, dass es sich um eine KI handelt“, argumentiert er.

Zwischen Gesetz und Software-Realität

Juristisch stützt sich die Kammer unter anderem auf das sogenannte Vorbehaltsrecht von Steuerberatern. Heißt: Bestimmte Aufgaben wie echte, individuelle Steuerberatung dürfen nur von entsprechend ausgebildeten und zugelassenen Profis gemacht werden.

Das Startup kontert: Diese Grenzen werden eingehalten. Man arbeite zwar mit Steuerberatern zusammen, bleibe aber bewusst aus deren Kerngeschäft raus. Die eigenen Mitarbeiter dürften keine Steuererklärungen oder klassischen Vorbehaltsaufgaben machen, solche Fälle würden direkt an Steuerberater gehen.

Gleichzeitig räumt er ein, dass sein Produkt bei komplizierteren Fällen, etwa mit Immobilien, GmbH-Anteilen oder Krypto an seine Grenzen stößt. Dann werde ein Export erstellt und an Steuerberaterpartner übergeben, die die Steuererklärung übernehmen, erklärt er. „Unser Anspruch ist, dass wir uns ans Gesetz halten. Wir haben nur eine andere Interpretation als die Steuerberaterkammer“, so Keller.

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Dass die Kammer jetzt juristisch vorgeht, sorgt beim Startup eher für Stirnrunzeln als für Panik, vor allem weil die Software längst von tausenden Selbstständigen genutzt wird, wie Keller erzählt.

KI trifft Regulierung: Ein struktureller Konflikt

Accountable sieht die Sache nicht nur als reinen Streit um das eigene Produkt. Für Keller geht es grundsätzlich darum, wie KI in streng regulierten Bereichen überhaupt eingesetzt werden darf. „Innovation sollte man nicht verbieten. Die Frage ist vielmehr, ob sie in Deutschland vorangetrieben wird oder woanders“, sagte er uns.

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Auch die Klage selbst könnte aus seiner Sicht ein Signal über den Einzelfall hinaus setzen. „Ich glaube auch, die Angst vor solchen Klagen bremst Innovation.“ Gleichzeitig gehe es darum, den Streit zu klären und Regeln für KI zu entwickeln: „Wir fechten das jetzt aus und danach gibt es hoffentlich eine gesellschaftliche Diskussion und Entscheidungen dazu.“

Wie sehen das andere Steuerexperten? Wir haben dafür mit Fabian Walter, besser bekannt als „Steuerfabi“ gesprochen. Auf Tiktok und Instagram folgen mehr als 1,3 Millionen Menschen seinen Beiträgen über die komplexe Welt der Steuern. „Im Kern geht es aus meiner Sicht um den Schutz des Berufsstands“, sagt Walter zu Gründerszene. Ganz falsch sei das aus seiner Sicht nicht, weil der Titel „Steuerberater“ für Qualität und Verantwortung stehe. Gleichzeitig kritisiert er aber: „Die Kammer greift ein Symptom an, nicht die Ursache. Viele Selbstständige finden keinen Steuerberater oder können sich keinen leisten.“

Fabian Walter („Steuerfabi“) erklärt Steuern auf entspannt – und mag guten Espresso.

Fabian Walter („Steuerfabi“) erklärt Steuern auf entspannt – und mag guten Espresso.
Lisa Kempke für Business Insider

Dennoch mein Walter: „Die Bezeichnung KI-Steuerberater halte ich für problematisch“. Der Begriff suggeriere eine Art Berufsausübung, die eine Software nicht leisten könne. „Eine KI haftet nicht und kann dich auch nicht vor dem Finanzamt vertreten“, so seine Kritik. Besser seien Begriffe wie Steuer-KI oder KI-Steuerassistenz. Aber er denkt auch: Hätten Berufsstand und Kammer stärker an solchen KI-Lösungen mitgearbeitet, wäre der Konflikt womöglich entspannter verlaufen.





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