Apps & Mobile Entwicklung
Micron: Die 250-TB-SSD-Klasse ist mit der 6600 ION angekommen
Microns bisher „größte“ SSD erreicht den Markt. Die Enterprise-SSD der Serie 6600 ION speichert 245,76 TB und damit die doppelte Datenmenge des vorherigen Spitzenmodells der Serie. Dank PCIe 5.0 sind hohe Transferraten möglich. Leistung und Energieeffizienz lassen HDDs alt aussehen.
Micron will bei 250 TB erster sein
Micron könnte mit der 6600 ION der erste Hersteller sein, der die 250-TB-Kapazitätsklasse in Serie anbietet. Kioxia hat seine LC9-Serie mit 245 TB zwar schon bemustern lassen, doch ist unklar, ob diese schon den nächsten Schritt zum Marktstart genommen hat. Auch die Sandisk DC SN670 ist mit ebenfalls rund 250 TB zumindest schon für dieses Jahr eingeplant.
Allen gemein ist der Einsatz von QLC-NAND-Flash mit 2 Tbit (256 GB) Speicherkapazität pro Die. Davon sind rund 1.000 Stück in zahlreichen Packages untergebracht. Von insgesamt 256 TB bleiben 245,76 TB als nutzbarer Speicherplatz übrig, der Rest dient als Reserve, um etwaige Ausfälle zu kompensieren sowie Leistung und Haltbarkeit zu steigern.
Das E3.L-Format musste her
Während die 6600-ION-Serie bisher in den Formfaktoren U.2 (15 mm Höhe) und E3.S 1T (7,5 mm Höhe) mit 30,72 TB, 61,44 TB und 122,88 TB angeboten wurde, gibt es für das 245-TB-Modell ein neues Format. Statt des kurzen E3.S kommt das längere E3.L zum Einsatz (siehe Tabelle weiter unten). Eine U.2-Version gibt es alternativ, denkbar ist, das darin zwei Platinen gestapelt sind, um die Menge der Chips unterzubringen.
Hoher Durchsatz dank PCIe 5.0
Selbst wenn die Verwaltung der doppelten Menge an Speicherchips einen Tick an Leistung im Vergleich zu den kleineren Modellen der Serie kostet, ist die 6600 ION mit 245 TB immer noch schnell unterwegs. Micron gibt im Datenblatt (PDF) an, dass sequenziell mit bis zu 13.700 MB/s gelesen und mit bis zu 3.000 MB/s geschrieben wird. In der Spitze werden 1,78 Millionen IOPS beim zufälligen Lesen erreicht, die Schreibleistung ist mit 42.000 IOPS deutlich geringer.
Unverändert bleiben die „typischen“ Latenzen mit 100 µs beim Lesen und 20 µs beim Schreiben. Auch die Haltbarkeitsgarantie bleibt bei 1 DWPD für sequenzielle Workloads. Dass jede HDD bei Durchsatz, Latenz und IOPS um ein Vielfaches geschlagen wird, benötigt heute kaum noch eine Erwähnung.
Höchste Speicherdichte
245 TB sind fast sechs Mal so viel wie die bisher größte HDD mit 44 TB zu bieten hat. Dabei sind die SSDs deutlich kompakter als ein 3,5″-Gehäuse mechanischer Festplatten. In puncto Speicherdichte sind entsprechende SSDs demnach der absolute Benchmark der Branche. Micron rechnet vor, dass sich in einem Server-Rack rund 177 Petabyte mit der E3.L-Version und 106 PB mit der U.2-Version realisieren lassen. Mit den 44-TB-HDDs seien es hingegen nur knapp 32 PB.
Mit bis zu 30 Watt fällt die Leistungsaufnahme etwas höher als in der 122-TB-Klasse aus, dennoch ist diese in Relation zum Speichervolumen äußerst gering. Umgerechnet werden nur etwa 0,12 Watt pro TB benötigt, während eine 44-TB-HDD bei rund 0,23 Watt pro TB liege. Für dieses Beispiel vergleicht Micron die SSD mit einer 44-TB-HDD, für die dieselbe Leistungsaufnahme von 10 Watt wie für eine 36-TB-HDD angenommen wird.
Und der Preis?
Auch wenn sich bei Platzbedarf und Leistungsaufnahme sowie der Leistung pro Watt große Vorteile der SSD-Technik gegenüber HDDs im Rechenzentrum ergeben, wird ein Vergleich von den SSD-Herstellern stets gescheut: nämlich der Preisvergleich. Wie im Serversegment üblich, werden die Preise nicht öffentlich kommuniziert. Der Preis pro Terabyte dürfte bei der SSD aber erheblich über jenem einer HDD liegen.
Teils finden solche Produkte aber ihren Weg in den Endkundenmarkt. Dort wird Microns ION 6550 (eine andere Serie mit TLC-NAND) mit 61 TB ab 28.516 Euro angeboten. Dass die 245-TB in diesem Markt erheblich mehr als 100.000 Euro kosten dürfte, liegt somit auf der Hand. Geschäftskunden genießen zwar andere Konditionen, dürften pro TB aber dennoch ein Vielfaches im Vergleich zu einer HDD-Bestückung zahlen müssen.
Apps & Mobile Entwicklung
TSMC-Fabrikausrüstung: Freies 22-nm-Equipment aus Taiwan geht nach Deutschland

TSMC rüstet heimische Fabriken auf, das freie Equipment dafür geht in die deutsche Fabrik alias ESMC. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die N4-Prozessfamilie wird noch Jahre vor Ort gebraucht, während die bisherige 22-nm- bis 28-nm-Fertigung an anderer Stelle Verwendung findet.
Fab 15 in Taiwan wirft 22-nm-Equipment raus
TSMCs Fab 15 hat schon einige Jahre auf dem Buckel, denn sie wurde bereits 2011/2012 in Betrieb genommen. Stetig erweitert besteht sie nun primär aus zwei Teilen: Fab 15A wurde für Chips in Strukturgrößen von 28 nm bis hinab zu 22 nm gebaut, Fab 15B wiederum war die Geburtsstätte von N7+, also dem ersten Prozess von TSMC, der EUV-Lithografie in der Serienfertigung nutzte. Die Fabrikteile sind dabei physisch getrennt, Fab 15A liegt mit vier kleineren Phasen (wie Ausbauten bei TSMC heißen) im Osten, auf der anderen Seite der Straße und Kreuzung liegt die größere Fab 15B mit drei Fabrikgebäuden.
TSMC braucht mehr moderne Kapazität
Im Quartalsbericht vor drei Wochen erklärte TSMC bereits, erstmals in der Geschichte zusätzlich ältere Fertigungskapazität auszubauen – normalerweise wird nach der Weiterentwicklung zu einem neuen Prozess nur dieser mit neuen Fabriken unterstützt. Dabei bezog sich das Unternehmen einerseits auf die 3-nm-Fertigung, für die an Fab 18 ein neues Gebäude und damit eine zusätzliche Phase entsteht.
Fab 15 als Vorgängerwerk wird jedoch ebenfalls neu ausgerüstet. Der neuere Teil Fab 15B soll von aktuellen N7+ bis N5-Prozessen auf N3 hochgestuft werden. Das geht mit relativ wenig Aufwand, da sich die grundlegenden Teile in der Produktion nicht verändert haben – schließlich wurden hier ja schon die stets aufrüstbaren EUV-Systeme genutzt.
Fab 15A wechselt von 22 nm auf 4 nm
Anders sieht bei Fab 15A anders aus. Diese ist lediglich mit DUV-Scannern ausgestattet, hier eine Aufrüstung zu vollziehen ist entsprechend umfangreicher. TSMC wird diese Anlage auf N4 aufrüsten, dem aktuellen hochklassigen Mainstream-Prozess, der noch Grundlage für viele Jahre und deshalb hoch gefragt ist. Dafür muss in Fab 15A aber deutlich mehr entfernt werden, was vom Zeitpunkt für TSMC jedoch passend gewählt erscheint: Die Gerätschaften für die 22-nm-Produktion eignen sich perfekt für den Fabrikbau in Deutschland. Bei ESMC sollen in dieser Fertigungsstufe Chips unter anderem für den Automotive-Markt gebaut werden.
Die Umrüstkosten für die Fab 15 liegen laut taiwanischen Medien bei rund 100 Milliarden New Taiwan Dollar, umgerechnet etwa 3,2 Milliarden US-Dollar. Ein Zeitplan wurde noch nicht bekannt, da Fab 24 in Dresden aber bereits Ende 2027 die Produktion starten soll, muss die Ausrüstung dafür entsprechend in den kommenden Monaten angeliefert werden.
Apps & Mobile Entwicklung
Display Week: Samsung zeigt Fortschritte bei OLED, EL-QD und Micro-LED

Zur Fachmesse Display Week in Los Angeles zeigt Samsung Display mit dem Flex Chroma Pixel ein OLED-Panel mit besonders hoher Farbraumabdeckung. Im Sensor OLED Display wiederum bringt Samsung organische Photodioden für das Auslesen biometrischer Daten unter. Auch Fortschritte bei EL-QD und flexiblen Micro-LED-Panels sind Themen.
OLED-Display mit 97 Prozent BT.2020
Das Flex Chroma Pixel beschreibt Samsung als „Wide Color Gamut OLED“, da es den BT.2020-Farbraum dem Hersteller zufolge zu 97 Prozent abdecke und damit herkömmlichen OLED-Panels mit im Regelfall 70 Prozent deutlich überlegen sei.
Die höhere Farbraumabdeckung sei durch das Einbringen von Phosphoreszenz-sensibilisierter Fluoreszenz (PSF) erreicht worden. Dabei handelt es sich um ein emittierendes Material der nächsten Generation. PSF ist ein Prozess aus der Photochemie, bei dem ein Molekül zuerst Licht aufnimmt und in einen langlebigen angeregten Zustand (Phosphoreszenz-Zustand) übergeht. Statt selbst zu leuchten, überträgt es seine Energie auf ein zweites Molekül. Dieses zweite Molekül wird dadurch angeregt und sendet dann Fluoreszenzlicht aus. Einfach gesagt: Ein Molekül nimmt Energie auf und „reicht sie weiter“, sodass ein anderes Molekül zum Leuchten gebracht wird.
Sensor OLED Display liest biometrische Daten aus
Auf der Display Week zeigt Samsungs Displaysparte auch das Sensor OLED Display mit 6,8 Zoll und 500 ppi Pixeldichte – ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem zuvor gezeigten Prototyp.
Bei Sensor OLED Display werden organische Photodioden in das Panel integriert, die für das Auslesen biometrischer Informationen genutzt werden können. So ließen sich ohne zusätzlichen Sensor direkt Daten wie Herzfrequenz oder Blutdruck erfassen.
RGB-Pixel und OPD-Pixel (Organic Photodiodes) werden für das Sensor OLED Display in einem einzelnen Layer parallel aufgetragen. Zusätzlich kommt beim diesjährigen Prototyp erstmals „Flex Magic Pixel“ zum Einsatz, die Technologie hinter dem Privacy Display des Galaxy S26 Ultra (Test). Das Panel kann auf Wunsch des Anwenders somit vollständig oder nur in ausgewählten Bereichen die seitliche Ansicht verschleiern.
EL-QD macht weiteren Fortschritt
Samsung Display gab in Los Angeles auch Fortschritte im Bereich EL-QD bekannt. EL-QD (elektrolumineszente Quantum Dots) sind winzige Halbleiter-Nanopartikel, die Licht erzeugen, wenn elektrischer Strom durch sie fließt. Legt man eine Spannung an, werden Elektronen in den Quantum Dots angeregt und geben beim Zurückfallen Energie in Form von Licht ab. Die Quantum Dots erzeugen das Licht somit ohne den Einsatz von OLED direkt selbst. EL-QD gilt deshalb als potenzielle Weiterentwicklung von OLED.
Auf der Display Week zeigt Samsung Display ein 18-Zoll-Panel mit 500 cd/m² und ein 6,5-Zoll-Panel mit 400 cd/m². Aktuelle EL-QD-Panels erreichen somit eine 25 Prozent respektive 33 Prozent höhere Helligkeit als die letztjährigen Prototypen gleicher Größe.
Bis zu den Helligkeitswerten aktueller OLED-Panels und zur allgemeinen Marktreife dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Samsung Display erklärt, dass in die aktuellen Prototypen Optimierungen der Quantum-Dot-Struktur und den Abstand einzelner Partikel geflossen seien. Diese Fortschritte hat das Unternehmen auch als „SID Distinguished Paper“ veröffentlicht.
Stretchable Display 2.0 dehnt sich im Auto
Auch dehnbare Micro-LED-Panels waren nach der Demonstration im letzten Jahr wieder ein Thema auf der Fachmesse. Das Stretchable Display 2.0 mit 200 ppi statt zuvor 120 ppi hat der Konzern für den potenziellen Einsatz in der Automotive-Branche vorgesehen, wo es für ein digitales Kombiinstrument zum Einsatz kommen könnte, das sich anhand der herrschenden Fahrbedingungen für zusätzliche visuelle Informationen verformen kann.
Apps & Mobile Entwicklung
In eigener Sache: Markiere uns in Google (News) als bevorzugte Quelle

Wer möchte, der kann ComputerBase in Google als bevorzugte Quelle hinzufügen und ComputerBase auf Google News folgen. Beides wirkt sich darauf aus, wie regelmäßig ihr in der Google-Suche und in Google News unsere ComputerBase-Artikel zu Gesicht bekommt.
Zeig dem Algorithmus, was du wirklich willst
Natürlich ist es uns am liebsten, wenn ComputerBase direkt aufgerufen wird. Für viele Besucher bleiben aber Google und Google News eine, wenn nicht gar die zentrale Anlaufstelle. Falls du dazu gehörst, kannst du die folgenden zwei Dinge tun, um dort mehr ComputerBase-Inhalte zu sehen und nicht nur den Google-Algorithmus arbeiten zu lassen:
- ComputerBase auf Google als bevorzugte Quelle hinzufügen: Klicke dazu auf der verlinkten Seite einfach auf die Checkbox (siehe Einstiegsbild).
- ComputerBase auf Google News folgen: Klicke dazu auf der verlinkten Seite einfach auf den „Folgen“-Button.
Wir zählen auf dich!
Insbesondere in Zeiten von AI Overviews und KI-Chatbots freuen wir uns über deine Unterstützung. Allein die KI-Übersicht in der Google-Suche kostet Medien wie ComputerBase eine große Menge Zugriffe. Gleichzeitig bleiben der noch vorhandene Traffic – und personalisiertere Angebote wie Google Discover – wichtige Stützen. Über diese Kanäle erreichen wir auch Leser, die ComputerBase nicht regelmäßig oder überhaupt direkt besuchen.
Deine Unterstützung hilft dabei, ComputerBase als relevantes Medium für Google-Dienste zu stärken. Weiterhin ebenfalls verfügbar sind und bleiben natürlich unsere Feeds!
Dich stört Clickbait, den Algorithmen leider lieben, weil er funktioniert? Bevorzugte Quellen in Google (News) sind eine Möglichkeit die störenden Marktschreierinhalte in den Hintergrund zu rücken.
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick




