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Missing Link: Gasversorgung – Zwischen echten Problemen und Panikmache
Dauerfrost, Schnee und Eis: Genau in so einem Winter steigt der Gasbedarf. Öffentlichkeit und Politik sind seit der Kürzung der Gaslieferungen aus Russland 2021/22 sensibilisiert. „Gasspeicher leeren sich rapide immer schneller!“ heißt es in aufmerksamkeitsheischende Videos auf Youtube. Auf TikTok, X und in der Bild wird Panik geschürt: Müssen wir alle erfrieren? Und wer ist daran schuld?
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Tatsächlich läuft in diesem Winter manches nicht rund. Wenn der Winter so kalt ist, friert die Ostsee stellenweise zu. Wenn es länger kalt ist, friert sie noch mehr zu – denn sie ist an vielen Stellen kein tiefes Gewässer. Vor Rügen ist die Ostsee selten tiefer als 20 Meter. Was Winterurlauber an der Binzer Strandpromenade zum Spaziergang auf dem Eis einlud, ist ein Problem für die Energieversorgung.
Der Winter ist zu kalt
Auch die Prorer Wiek, die Bucht zwischen Sassnitz und Binz, in welcher der Hafen Mukran liegt, ist in diesem Winter zugefroren. Selbst die Bojen, die die sichere Fahrrinne in den Hafen markieren, waren teilweise verschwunden. In einem flachen Gewässer wie der Ostsee sind sie besonders wichtig.
Schiffe mit LNG konnten das Terminal im Hafen von Mukran deshalb nicht anfahren oder verlassen, sagt die „Deutsche Regas“ , der private Betreiber des Terminals auf Rügen. Seit Ende Januar sitzt hier der LNG-Tanker „Maran Gas Nice“ fest.

Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.
Für die Sicherheit des Fahrwassers ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zuständig. Die schickte am Dienstag ihr Mehrzweckschiff „Neuwerk“ aus Cuxhaven nach Rügen, um das Eis zu brechen. Als die Neuwerk am Mittwochnachmittag die Fahrrinne in der Binzer Bucht freifährt, folgt in dichtem Abstand die „Maran Gas Nice“. Gleich vier Schlepper müssen den LNG-Tanker sicher durch die Eislandschaften der Ostsee bringen.
Seit dem 27. Januar lag die „Maran Gas Nice” an der schwimmenden Flüssiggasumschlagstation (FSRU) „Neptune“ an – viel länger als geplant. Das Flüssiggas ist sie zwei Wochen später längst los, und draußen vor den Kreidefelsen wartet mit der „Minerva Amorgos“ seit Tagen der nächste LNG-Tanker darauf, einlaufen zu können.
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Röhren für die Pipeline lagern beim Hafen von Mukran.
(Bild: Falk Steiner)
Vom Hafen Mukran führt eine Pipeline um Rügen herum durch den Greifswalder Bodden nach Lubmin auf dem Festland, wo die Nordstream-Pipelines endeten. Die neue Leitung wurde mit Restrohren des Nordstream-2-Projekts gebaut, die in Mukran zwischengelagert waren. Jetzt strömt das auf der Neptune regasifizierte Gas durch die Pipeline nach Lubmin und geht von dort über die Gasleitungsnetze in die Republik.
Das Gas kommt nun statt aus Russland unter anderem aus Katar und den Vereinigten Staaten. Die „Maran Gas Nice“ kam aus den USA, vom Cameron-LNG-Terminal in Louisiana.
Verflüssigtes Erdgas ist höchst umstritten. Experten verweisen auf Umweltschäden beim zur Förderung genutzten Fracking. Zudem ist LNG wegen des aufwändigen Verfahrens teurer als durch eine Pipeline angeliefertes Erdgas. Doch LNG ist nur ein kleiner Teil des Gases, das Deutschland bislang auf den Weltmärkten bezieht und mit dem es seine Importe aus Russland weitgehend ersetzt hat.
Weitgehend, weil es bis Ende 2026 noch einen Sonderfall gibt: „Sefe Germany“, die ehemalige, von der Bundesregierung unter Zwangsverwaltung gestellte Gazprom Deutschland, hat einen langfristigen Liefervertrag über 2,9 Millionen Tonnen Erdgas jährlich mit einem Flüssiggaslieferanten, der eine Tochter eines russischen Pipelinebetreiberkonsortiums ist.
Bisher hat der Bund keine Möglichkeit gesehen, aus diesem Vertrag auszusteigen. Erst wenn Anfang 2027 das 19. EU-Sanktionspaket gegen Russland voll greift, darf die Sefe Germany sich auf höhere Gewalt berufen – und die erwartbare Schadenersatzforderung direkt an die Mitgliedsstaaten weiterreichen.
Europaweit gibt es mehrere solcher Altverträge, die nun für LNG zum 1. Januar 2027 und für Pipelinegas zum 1. November 2027 per EU-Sanktionen enden. Rein aus Versorgungssicherheitsaspekten betrachtet ist das kein gutes Timing. Denn die Gasspeicher sind leer wie nie. Bei knapp über 26 Prozent liegt der Füllstand Anfang der zweiten Februarwoche noch, das entspricht rund 65 Terawattstunden.
Wie die Speicher künftig aufgefüllt werden, ist derzeit ausschließlich Sache des Marktes. Die Politik hatte versprochen, auf teure Markteingriffe zu verzichten. Die Unternehmen sollen es selbst regeln.
Höherer Verbrauch als 2021
Im Schnitt rund 2100 Gigawattstunden (2,1 Terawattstunden) entnahmen Haushalte, Gewerbe und Industrie im Januar täglich aus dem Netz – fast so viel wie im Mittel der Vorkrisenjahre 2018 bis 2021. Trotz aller neu gebauten Dämmmaßnahmen und Wärmepumpen sinkt der Gasverbrauch nicht so schnell, wie erhofft.
Das hat auch etwas mit den Preisen zu tun: Selbst wenn die Kilowattstunde für Endverbraucher nicht wieder das 2021er-Niveau von teils unter 5 Cent pro kWh erreicht hat, liegt allen Panikmachern zum Trotz der Preis für Neukunden auch im Februar bei knapp über 8, teils 9 Cent. Bestandskunden zahlen jedoch oft darüber liegende Preise, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist einen Durchschnittspreis von derzeit etwa 11 Cent pro Kilowattstunde aus.
Dazu kommt: Um die Industrie international wettbewerbsfähig zu halten, hat die schwarz-rote Bundesregierung zuletzt versucht, die Kosten für Energie insgesamt zu verringern – auch und gerade für Erdgas.
„Kein staatlicher Handlungsbedarf“
Keinen Grund für zur Panik sieht das Haus der zuständigen Ministerin. „Pipeline- und LNG-Importe sind bisher zuverlässig auf hohem Niveau“, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). „Trotz vergleichsweise niedriger Füllstände besteht kein staatlicher Handlungsbedarf.“ Grundsätzlich stehe ausreichend Gas zur Verfügung.

Herkunft des in die EU importrierten Gases.
(Bild: heise medien)
Und auch wenn ein LNG-Terminal in Deutschland nicht erreichbar sein sollte, gebe es genügend Einspeise- und Pipelinekapazitäten in Nachbarstaaten, die mitgenutzt werden könnten, so das Ministerium. Derzeit kommt der Löwenanteil des in Deutschland verfeuerten Erdgases aus Norwegen, das mit den Feldern unter der Nordsee einen Großteil seines Staates und weltweite Investments finanziert. Der Großteil der EU-LNG-Importe kam im Januar hingegen aus den USA.
Doch der niedrige Speicherfüllstand, der Menschen Sorgen bereitet, ist real. Selbst als Russland strategisch die Gasspeicher in Deutschland nicht mehr befüllte, wenige Monate vor dem Angriff auf die Ukraine, war Ende Januar noch mehr Gas eingespeichert als heute. Genau das fördert Spekulationen – und sorgt auch im politischen Berlin durchaus für Nachdenken. Nicht nur, dass ehemals in Verantwortung stehende Grünen-Politiker der CDU-Energieministerin nun vorhalten, ihrer Verantwortung nicht gerecht zu werden – oder sich an LNG von Donald Trumps Gnaden zu ketten.
Speicherlogik funktioniert nur begrenzt
Doch die Speicherfüllstands-Werte sind tatsächlich nur ein Ausschnitt des Geschehens. Denn die verschiedenen Speicher in Deutschland fassen 251 Terawattstunden Gas, zuzüglich notwendigem „Kissengas“. 864 Terawattstunden Gas verbrauchte die Bundesrepublik 2025, davon einen Gutteil in den Wintermonaten. Das Grundproblem ist leicht beschrieben: Es kann im Sommer gar nicht so viel eingespeichert werden, wie im Winter benötigt wird. Es muss also gerade während der Verbrauchsmonate nachgefüllt werden. Aber das Speichern scheint nicht mehr so attraktiv zu sein.
Der Speicher Wolfersberg etwa wurde für diesen Winter kaum mehr gebucht, sagt der Betreiber BayernUGS (Untergrundspeicher). Inzwischen hat der Anbieter angekündigt, den Speicher stilllegen lassen zu wollen. Und auch ein zweiter Erdgasspeicher in Bayern steht vor dem Aus: Der von Uniper betriebene Speicher Breitbrunn soll ebenfalls stillgelegt werden.
Beide gehören zu jenen vier Speichern, die eigentlich als Reservespeicher dienen und zum 1. Februar mit 40 Prozent gefüllt hätten sein sollen. Im industriestarken, aber windarmen Bayern ist Gas auch für die Stromerzeugung relevant. Die Realität aber zeigt: Wolfersberg lag bei weniger als fünf, Breitbrunn bei weniger als 14 Prozent. Der Markt sieht keinen Bedarf.
Vorgaben ohne Folgen
„Es ist richtig, dass einzelne Speicheranlagen die individuellen Füllstandsvorgaben nicht erreicht haben“, sagt eine Sprecherin der Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde. „In der Gesamtbetrachtung wurde allerdings die nationale Vorgabe über alle deutschen Speicher erfüllt und sogar leicht übertroffen.“ Offenkundig gab es kein Problem aus Sicht der Verantwortlichen.
Die Betreiber zum Einspeichern weiterer Mengen zu zwingen, hätte vor dem 1. Februar geschehen müssen. „Insofern eröffnet das bestehende Speichergesetz mit Blick auf den laufenden Winter keine Handlungsmöglichkeiten mehr“, erklärt die Sprecherin der Bundesnetzagentur. „Bis zum Stichtag wurde keine Notwendigkeit für Maßnahmen nach dem Gasspeichergesetz gesehen.“ Sprich: es gibt keine Folgen für die Betreiber.
Hat Bayern aber jetzt aufgrund der niedrigen Füllstände tatsächlich ein Problem? Oder Süddeutschland? Nein, sagt das Bundeswirtschaftsministerium. Das sei nicht der Fall: Bayern sei an zwei Speicher in Österreich angebunden. Und die sind tatsächlich zum einen deutlich größer als Wolfersberg und Breitbrunn, zum anderen auch besser befüllt. Ist damit nicht alles gut?
Europäische Problematik
Nicht ganz, denn in ganz Europa sind die Speicherfüllstände deutlich geringer als vor Jahresfrist. In den Niederlanden, viele Jahre selbst einer der größten Gasproduzenten Europas und heute vor allem LNG-Durchleitungsland, sind die Speicher unter 20 Prozent befüllt. Das System europäischer Solidarität hat viele Komponenten – und macht nationale Betrachtungen schwierig.
Nur wenn wesentliche Teile Europas weniger Erdgas verbrauchen, die Wasserstoffproduktion an Fahrt aufnimmt und dort durch Erneuerbare gedeckte Elektrifizierung stattfindet, wo es möglich ist, wird der Verbrauch bei gleichzeitigem Ausphasen von Kohlekraftwerken deutlich sinken können. Und damit auch der Bedarf. Doch bislang sieht es nicht danach aus, dass auch der Gasbedarf stark sinken könnte.
Die „saisonale Nachfrage” in den Ausspeichermonaten November bis März sei um „circa 13 Prozent zurückgegangen (von 575 auf 502 TWh)“, antwortet BMWE-Staatssekretär Frank Wetzel in einer Antwort auf eine Anfrage der bayerischen Grünen-Abgeordneten Lisa Badum. Was er meint: Tatsächlich liegt im Mittel der Bedarf etwas niedriger.
Aber sind Mittelwerte bei etwas so wetterabhängigem wie der Gasversorgung ein guter Ratgeber für Politiker? Im Januar 2026 etwa lag der Verbrauch rund 275 Gigawattstunden über dem Vorjahr – und sogar 100 Gigawattstunden mehr als im Durchschnitt der billigen Jahre bis 2021. Ein Ausreißer, aber das muss nicht so bleiben. Und wenn ganz Europa einmal von einer großen Kältewelle betroffen wäre, würde das ein noch viel größeres Problem auslösen.
Die Regierung berät ihre Optionen
Dass es in Zukunft keine strengeren Winter als den 2025/2026 gibt, darauf zu spekulieren verbietet sich für Politiker. Und die Kostennote des Gaseinkaufs von 2022 ist noch nicht vergessen. Damals hat der Staat binnen fünf Monaten 8,7 Milliarden Euro ausgegeben – aber nur vorgestreckt. Bis zum vergangenen Jahr haben Gaskunden das mit der sogenannten Gasspeicherumlage abgestottert. Die Ende 2025 noch offenen 3,06 Milliarden Euro wurden dann aus dem Klima- und Transformationsfonds beglichen – also wiederum auf alle umgelegt.
Diese Form der staatlichen Intervention war teuer. Zu teuer, sagen alle Beteiligten, auch, weil damit der Marktpreis für Gas 2022 künstlich in die Höhe getrieben wurde. Die Speicher waren voll – mit Gas zu Mondpreisen, das später mit viel Verlust weiterverkauft wurde.
Was aber sind Stellschrauben, um Versorgungssicherheit und Markt in Einklang zu bringen und das Land warm durch die nächsten Winter zu bringen? Eine seit dem Herbst vorliegende Studie für das Energieministerium wird derzeit noch ausgewertet.
„Ein staatlicher Eingriff soll nur erfolgen, wenn die Versorgungssicherheit nachhaltig erhöht, kosteneffizient ausgestaltet werden kann und die Marktakteure nicht aus der Verantwortung nimmt“, erklärt eine BMWE-Sprecherin die Leitlinie für die Gasspeicher. Sprich: Das Risiko soll nicht erneut vergesellschaftet werden können.
Wie das allerdings tatsächlich gewährleistet werden kann, ist noch offen. Die Studienautoren jedenfalls sprachen sich vor allem für die Schaffung einer „strategischen Reserve“ aus, bei der ein Teil der Gasspeicherkapazität dem Markt entzogen wird. Sie warnten jedoch vor den Preissteigerungen, die damit einhergehen könnten. Aber auch das ist vor allem eine nationale, keine europäische Betrachtung.
Am Mittwochabend hat die „Maran Gas Nice“ nach ihrem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt in Rügen das Kap Arkona hinter sich gelassen, am Donnerstagmorgen passierte sie den großen Belt. Wenn sie von ihrer LNG-Tankstelle wiederkommt, wird es wahrscheinlich in der Ostsee kein Eis mehr geben. Aber eben auch weniger akuten Bedarf. Ob die Aufregung um den Gasspeicherfüllstand sich dann gelegt hat, hängt auch davon ab, ob ein nachvollziehbares Konzept für die Zukunft vorliegt.
(vbr)
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Bemannte NASA-Mondmission: Bilderbuchstart für Artemis-2
Mit Artemis-2 ist die erste bemannte Mission zum Mond seit mehr als 50 gestartet. Mittwochabend (Ortszeit in Florida) hat die riesige Mondrakete SLS mit der Raumkapsel Orion vom Kennedy Space Center in Florida abgehoben. An Bord fliegen Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch von der NASA sowie der Kanadier Jeremy Hansen. Für das Space Launch System ist es überhaupt erst der zweite Start und der erste mit Menschen. Bei Artemis-2 handelt es sich um einen Testflug, mit dem die Rückkehr von Menschen auf den Mond vorbereitet werden soll. Wenn jetzt alles nach Plan läuft, werden die drei Raumfahrer und die Raumfahrerin in den kommenden Tagen um den Mond fliegen. Dabei werden sie sich weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor.
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Nach mehreren Problemen, die die ersten Startversuche in diesem Jahr verhindert haben, hat vor dem geglückten Start jetzt alles nach Plan funktioniert. Begonnen hat der Countdown 50 Stunden vor dem Start, richtig spannend wurde es dann am Mittwoch. Die Betankung der riesigen Mondrakete lief dieses Mal vollkommen problemlos, im Anschluss konnte sich die Crew auf den Weg zu ihrer Raumkapsel machen. Dort angekommen, wurden sie auf ihren Sitzplätzen festgeschnallt. Danach wurde die Kapsel verschlossen, bevor sich die Bodencrew entfernen konnte. Derweil haben mehrere kleinere Probleme für Nervosität gesorgt und schließlich wurde der Countdown bei 10 Minuten für einige finale Angelegenheiten kurz angehalten. Um 00:34 MESZ ist die Rakete gestartet. Lesen Sie den Ablauf im Liveticker nach.
Der Liveticker wird während der Mission weiter befüllt
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Mit Artemis-2 will die NASA jetzt die Rückkehr der Menschheit zum Mond einleiten. Auf ihrem zehntägigen Flug soll die Crew zuerst die Erde umrunden und dort die Technik ihrer Raumkapsel überprüfen. Danach werden sie in Richtung des Monds beschleunigen. Für den Flug dorthin sind danach vier Tage veranschlagt. Wenn alles klappt, sollen im kommenden Jahr Artemis-3 als Mission ohne Mondlandung starten, bevor dann 2028 Menschen auf dem Mond eintreffen sollen. Bei der ersten Mission des ambitionierten Artemis-Programms ist im Herbst 2022 eine unbemannte Kapsel um den Mond geflogen.
(mho)
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Digital-Health-Podcast: UKE-Ausgründung entwickelt KI-Sprachmodell für Kliniken
Am Universitätsklinikum Hamburg‑Eppendorf (UKE) entsteht eine neue Generation medizinischer KI-Werkzeuge. Die 2024 gegründete gemeinnützige Tochter Innovative Digitale Medizin (IDM gGmbH) entwickelt eigene Sprach‑ und Textmodelle, die den Klinikalltag entlasten und gleichzeitig sensible Gesundheitsdaten im europäischen Raum halten sollen.
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Daten verlassen die Klinik nicht

Nils Schweingruber ist Neurologe und Gründer der IDM gGmbH.
(Bild: Anna Laura Gundler / heise medien)
In unserem Podcast erklärt IDM‑Geschäftsführer Dr. Nils Schweingruper, wie das UKE seit 2009 durchgehend mit elektronischen Patientenakten arbeitet – inzwischen mit rund sieben Millionen dokumentierten Fällen. Diese Daten bilden die Grundlage für KI‑Modelle, die speziell für den deutschsprachigen Gesundheitssektor trainiert werden. Alle Patientendaten werden dabei ausschließlich datenschutzgerecht und anonymisiert verwendet und verlassen nicht die Kliniken.
Die Eigenentwicklung Argo ist dabei ein großes Sprachmodell, das Ärztinnen und Ärzte beim Schreiben von Arztbriefen unterstützt. Das System kann aus der Patientenakte automatisch eine Epikrise generieren – also die medizinische Zusammenfassung eines stationären Aufenthalts. Perspektivisch soll Argo die gesamte Arztbriefschreibung übernehmen und langfristig sogar helfen, die klassische Dokumentationsform grundsätzlich zu ersetzen.
Mit Orpheus hat IDM außerdem eine KI‑gestützte Spracherkennung für den Klinikalltag entwickelt. Das System ist seit Anfang 2025 am UKE im Einsatz und steht dort allen rund 15.000 Mitarbeitenden zur Verfügung. Anders als viele kommerzielle Lösungen lässt sich Orpheus auch lokal im eigenen Rechenzentrum betreiben, sodass keine sensiblen Sprach‑ und Patientendaten in internationale Cloud‑Dienste abfließen. Inzwischen läuft die Software laut IDM bereits an mehreren Universitätskliniken sowie in Dutzenden weiteren Krankenhäusern und Praxen.
Langfristig sollen Spracherkennung, KI‑Textsysteme und strukturierte Datenplattformen zusammenarbeiten – etwa indem Gespräche automatisch transkribiert, medizinisch strukturiert und für Dokumentation oder Analyse aufbereitet werden.
Welche Rolle offene Standards, europäische Datensouveränität sowie Open‑Source‑Komponenten dabei spielen sollen und warum Kliniken nach Schweingrubers Meinung künftig ohne KI kaum noch arbeitsfähig sein werden, hören Sie ausführlich im Podcast.
(mack)
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Virgin Galactic kündigt neues Raumfahrzeug und weitere Raumflüge an
Virgin Galactic ist zurück im Geschäft: Das US-Raumfahrtunternehmen hat angekündigt, seine touristischen Flüge ins All wieder aufzunehmen. Allerdings verlangt das Unternehmen deutlich höhere Preise als früher.
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Das Unternehmen habe das SpaceShip, das erste Raumschiff der neuen Delta-Klasse, fast fertiggestellt, sagte Virgin-Galactic-Chef Michael Colglazier bei der Vorstellung der Zahlen für das vierte Quartal sowie für das gesamte vergangene Jahr: „Die Montage sollte in den nächsten ein, zwei Wochen abgeschlossen sein, und wir gehen davon aus, dass wir im April mit den Bodentests anfangen. Damit sind wir im Plan für unseren ersten Flug ins All im vierten Quartal 2026.“
Gleichzeitig hat das Unternehmen eine begrenzte Zahl von Tickets für weitere Raumflüge bereitgestellt. Allerdings verlangt Virgin Galactic einen deutlich höheren Preis: 750.000 US-Dollar kostet der Ausflug ins All. Bisher waren es 600.000 US-Dollar. Insgesamt 50 weitere Raumflüge bietet das US-Raumfahrtunternehmen an. Der Börsenkurs machte daraufhin einen Sprung; aktuell befindet sich der Kurs wieder auf Vorwochenniveau.
Bisher nur fünf kommerzielle Flüge
Nach vielen Verzögerungen startete Virgin Galactic Mitte 2023 mit seinen kommerziellen, Suborbital-Raumflügen. Von einem regulären Angebot konnte jedoch nicht die Rede sein: Gerade mal fünf Flüge wurden durchgeführt, der letzte Anfang 2024. Dann war schon wieder Schluss, aus finanziellen Gründen. Zum Jahresabschluss 2024 teilte das Unternehmen mit, dass rund 650 Kunden auf ihren Flug ins All warten.
Künftig sollen zwei Raumfahrzeuge zur Verfügung stehen: Ein zweites SpaceShip soll im kommenden Winter fertig werden, sagte Colglazier. Die Bodentests für das erste Modell sollen im Juli abgeschlossen sein. Dann wird das SpaceShip zum Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico gebracht, von wo aus es ins All startet.
Die ersten Gleittests sind für das dritte Quartal geplant. Anschließend sollen zwei Testflüge mit Triebwerk stattfinden, einer mit zwei Piloten und einer Nutzlast für die US-Raumfahrtbehörde NASA sowie einer mit zwei Piloten und sechs Virgin-Galactic-Beschäftigten an Bord. Gleichzeitig sollen weitere Piloten ausgebildet werden, um künftig mehr Flüge durchführen zu können.
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Das SpaceShip wird von einem Trägerflugzeug mit der Bezeichnung Eve bis in etwa 15,5 Kilometer Höhe gebracht und dort ausgeklinkt. Dann startet das Raumschiff seinen Raketenmotor und steigt weiter auf. Anschließend gleitet das Spaceship ohne Antrieb zurück zur Erde. Der ganze Ausflug ins All vom Start bis zur Landung dauert etwas mehr als eine Stunde.
(wpl)
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