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Entwicklung & Code

Mozilla führt Kill-Switch für alle KI-Features in Firefox 148 ein


Mozilla hat Firefox 148 veröffentlicht. Die neue Version bringt als wichtigste Neuerung eine zentrale Verwaltungsseite für alle KI-Funktionen des Browsers. Der Toggle „KI-Verbesserungen blockieren“ ist standardmäßig aktiviert und verhindert Pop-ups sowie Eingabeaufforderungen für KI-Funktionen.

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Der neue Bereich „KI-Steuerung“ in den Einstellungen erlaubt eine granulare Steuerung einzelner Features. Nutzer können für jede Funktion zwischen drei Zuständen wählen: „Verfügbar“ macht Features sichtbar und nutzbar, „Aktiviert“ aktiviert sie per Opt-in, während „Blockiert“ sie komplett ausblendet und bei On-Device-Modellen die lokal gespeicherten Daten löscht. Zu den steuerbaren Funktionen zählen Übersetzungen, automatische Bildbeschreibungen in PDFs, Link-Previews sowie Chatbots von Anthropic Claude, ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini und Le Chat Mistral. Die Einstellungen bleiben über Updates hinweg erhalten.

Mozilla hat außerdem Remote-Browser-Änderungen von der Telemetrie entkoppelt. Nutzer erhalten nun Konfigurations-Updates, ohne dass sie Nutzungsdaten teilen oder an experimentellen Studien teilnehmen müssen. Die Windows-10-Version unterstützt jetzt Firefox Backup auch für Nutzer, die in den Einstellungen „Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird“ aktiviert haben – die Backups schließen dabei keine zur Löschung vorgesehenen Daten ein.

Bei den Übersetzungsfunktionen unterstützt Firefox 148 jetzt Chinesisch (Traditionell) in beide Richtungen sowie das Vietnamesische. Die Verbesserungen für Screenreader betreffen die Darstellung mathematischer Formeln in PDF-Dokumenten. Ein Fix behebt das Problem, dass Sprachpakete nach einem Major-Update deaktiviert wurden. Unter Windows funktioniert auch das Drag-and-Drop von heruntergeladenen Bildern in Adobe Illustrator korrekt – es wird das Bild eingefügt, nicht mehr die URL.

Für Webentwickler bringt Firefox 148 Unterstützung für WebGPU in Service Workern. Die GPU-beschleunigte Grafikschnittstelle steht damit in allen Worker-Kontexten zur Verfügung und ermöglicht rechenintensive Operationen im Hintergrund – etwa für Browser-Erweiterungen oder für Tabs, die sich Ressourcen über verschiedene Zeiträume hinweg teilen müssen.

Mit der Trusted Types API integriert Mozilla einen wichtigen Sicherheitsmechanismus gegen Cross-Site-Scripting-Angriffe. Die API erzwingt, dass Eingaben eine Transformation durchlaufen, bevor sie in kritische DOM-Sinks wie innerHTML gelangen. Entwickler aktivieren den Schutz per Content-Security-Policy-Header. Ergänzend steht die Sanitizer API bereit, die mit Methoden wie element.setHTML() und document.parseHTML() eine sichere HTML-Manipulation ermöglicht. Die konfigurierbaren Funktionen können Bibliotheken von Dritten wie DOMPurify ersetzen.

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Für JavaScript-Entwickler bringt die neue Version die Unterstützung für Iterator.zip() und Iterator.zipKeyed() aus dem Joint Iteration Proposal. Die Methoden ermöglichen es, mehrere Iteratoren zu gruppierten Werten zu kombinieren – ähnlich wie die gleichnamigen Funktionen in anderen Programmiersprachen.

Im CSS-Bereich führt Mozilla die Property position-try-order ein, die beim CSS Anchor Positioning die Reihenfolge von Fallback-Positionierungsversuchen steuert, wenn Elemente über den Viewport hinausragen würden. Die neue shape()-Funktion erlaubt das Definieren responsiver Freiform-Shapes etwa für clip-path. Im Gegensatz zur path()-Funktion unterstützt shape() CSS-Units und mathematische Funktionen, was die Handhabung vereinfacht.

Weitere Neuerungen für Entwickler umfassen location.ancestorOrigins sowie NavigationPrecommitController.addHandler() aus der Navigation API. Das initiale about:blank-Dokument ist nun Web-kompatibel ausgeführt – synchron und ohne zweites Parser-Dokument.

Die Einführung der zentralen KI-Kontrolle ist eine Reaktion auf Kontroversen um die KI-Strategie von Mozilla. Im Dezember 2025 hatte CEO Anthony Enzor-DeMeo seine Vision eines „modernen KI-Browsers“ vorgestellt, was nicht zuletzt bei datenschutzbewussten Nutzern Befürchtungen über Datenabflüsse an KI-Dienste von Drittanbietern auslöste.

Details zu allen Änderungen finden sich in den offiziellen Release Notes.


(fo)



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Entwicklung & Code

Gas Town 1.0.0: Agenten brauchen jetzt eine Freigabe


Gas Town hat Version 1.0.0 erreicht und gilt damit als produktionsreif. Nach 14 Vorabversionen (v0.5.0 bis v0.13.0) bringt das Release vor allem mehr Stabilität, bessere Sicherheit und neue Werkzeuge für die Orchestrierung komplexer Abläufe. Im Mittelpunkt stehen eine Workflow-basierte Ausführung, die direkte Anbindung an GitHub Merge Queues sowie zusätzliche Kontroll- und Schutzmechanismen für automatisierte Systeme.

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Gas Town ist ein Open-Source-Projekt, das Entwicklungs- und Automatisierungsprozesse orchestriert – insbesondere mehrstufige, teils agentenbasierte Workflows. Konzepte wie „Formulas“, „Polecats“ oder „Refinery“ stehen für die Verbindung strukturierter Abläufe mit automatisierten Akteuren, die sich in bestehende Entwicklungsumgebungen wie GitHub einfügen. Entwickler arbeiten dazu nur mit einem einzigen, zentralen Agenten zusammen, dem Mayor, der die anderen Agenten selbsttätig ins Leben ruft und orchestriert.

Die wichtigste funktionale Neuerung sind Workflow-Formeln. Der neue Typ „workflow“ in gt formula run erlaubt es, mehrstufige, interaktive Abläufe zu definieren und auszuführen. Statt einzelner Befehle lassen sich damit ganze Prozessketten abbilden – etwa Codegenerierung, Testlauf und Pull-Request-Erstellung in einem Durchgang. Für Entwicklungsteams entspricht das einer leichtgewichtigen Workflow-Engine, die besonders bei KI-gestützten Prozessen nützlich ist.

Dazu passend bindet die Komponente „Refinery“ jetzt nativ GitHub Merge Queues an. Mit merge_strategy=pr reiht Gas Town Pull Requests direkt in die Warteschlange ein. GitHub führt Änderungen dann seriell und erst nach erfolgreichem CI-Lauf zusammen. In automatisierten Setups entfällt damit ein guter Teil der eigenen Merge-Logik, gleichzeitig sinkt das Risiko von Konflikten durch parallele Änderungen.

Version 1.0 bringt außerdem einen ersten Windows-Support. Gas Town implementiert dafür plattformspezifisches Signal-Handling, Prozessmanagement und die Nachverfolgung von tmux-Prozesshierarchien. Da sich diese Mechanismen unter Windows grundlegend von Unix unterscheiden, war eine eigene Umsetzung nötig. Teams mit gemischten Betriebssystemlandschaften können Gas Town damit erstmals durchgängig einsetzen.

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Beim Thema Sicherheit bündelt das Release mehrere Maßnahmen. Die Entwickler haben eine SQL-Injection-Lücke in dolt_remotes geschlossen. Ein neuer „PreToolUse“-Guard blockiert kritische Systemeingriffe wie sudo-Aufrufe oder Paketinstallationen. Zusätzlich lehnt Gas Town unsignierte Binärdateien ab. Die Kombination aus Schwachstellenbehebung und Laufzeitkontrollen zielt vor allem auf agentenbasierte Szenarien, in denen automatisierte Akteure potenziell gefährliche Aktionen auslösen könnten.

Neu sind auch „Mayor Approval Gates“ als Governance-Mechanismus. Bevor ein Polecat – also ein ausführendes Modul oder ein Agent – seinen Wirkungsbereich erweitert, braucht er eine Freigabe. Das betrifft etwa den Zugriff auf zusätzliche Ressourcen oder Komponenten. Das Prinzip ähnelt Policy-Engines oder Human-in-the-Loop-Ansätzen und soll verhindern, dass automatisierte Systeme eigenmächtig ihre Berechtigungen ausweiten.

Ein neues Rate-Limit-Watchdog-Plugin rundet das Release ab. Es erkennt HTTP-429-Antworten und stoppt den betroffenen Prozess automatisch. Das verhindert, dass Workflows bei API-Überlastung in Endlosschleifen laufen oder ungewollt hohe Kosten verursachen.

Alle Details zur Version 1.0.0 finden sich in den Release Notes auf der GitHub-Projektseite von Gas Town.


(fo)



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Entwicklung & Code

Neu in .NET 10.0 [18]: Webserver als File-based App


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das direkte Übersetzen und Starten von C#-Dateien nennt Microsoft File-based Apps. Es ist auch möglich, einen Kestrel-Webserver innerhalb einer solchen App zu starten. Unten stehendes Beispiel zeigt eine ASP.NET Core Minimal WebAPI als eigenständige C#-Datei. Das Hosting erfolgt in dem in ASP.NET Core mitgelieferten Webserver Kestrel.

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Der Dotnet-Doktor – Holger Schwichtenberg

Der Dotnet-Doktor – Holger Schwichtenberg

Dr. Holger Schwichtenberg ist technischer Leiter des Expertennetzwerks www.IT-Visions.de, das mit 53 renommierten Experten zahlreiche mittlere und große Unternehmen durch Beratungen und Schulungen sowie bei der Softwareentwicklung unterstützt. Durch seine Auftritte auf zahlreichen nationalen und internationalen Fachkonferenzen sowie mehr als 90 Fachbücher und mehr als 1500 Fachartikel gehört Holger Schwichtenberg zu den bekanntesten Experten für .NET und Webtechniken in Deutschland.

In der File-based App wird Microsoft.NET.Sdk.Web als SDK angegeben. Als NuGet-Pakete werden Microsoft.AspNetCore.OpenApi und Humanizer verwendet. Die Ahead-of-Time-Kompilierung, die in File-based Apps Standard ist, ist hier deaktiviert, um Warnungen des JSON-Serialisierers zu vermeiden.

Folgender Code zeigt den Webserver auf Basis von ASP.NET Core mit einem Minimal-WebAPI-Endpunkt und OpenAPI-Metadaten:


#:sdk Microsoft.NET.Sdk.Web
#:package Microsoft.AspNetCore.OpenApi@10.*-*
#:package Humanizer@2.14.1
#:property Version=1.1.4
#:property PublishAot=false

using Humanizer;
using Microsoft.OpenApi;

// Webserver einrichten
var builder = WebApplication.CreateBuilder();
builder.Services.AddOpenApi();
var app = builder.Build();
app.MapOpenApi(); // 

app.MapGet("/", () =>
 {
     // Daten für Operation
     var d = new Data
     {
         Version = "9.0",
         Release = "2024-11-12"
     };
     var dotNet9Released = DateTimeOffset.Parse(d.Release);
     var since = DateTimeOffset.Now - dotNet9Released;

     return $"It has been {since.Humanize()} since .NET {d.Version} was released.";
 });

app.MapGet("/data", () =>
 {
     var d = new Data
     {
         Version = "9.0",
         Release = "2024-11-12"
     };
     return Results.Json(d);
 });

app.Run();

class Data
{
    /// 
    /// Version of the .NET release.
    /// 
    public string? Version { get; set; }
    /// 
    /// Release date of the .NET version.
    /// 
    public string? Release { get; set; }
}



Screenshot Beispielanwendung

Screenshot Beispielanwendung

Start und Ausgabe des Webservers (Abb. 1)


(rme)



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Entwicklung & Code

software-architektur.tv: Was Developer von anarchistischen Denkern lernen können


Andrew Harmel-Law, Tech Principal beim Beratungsunternehmen Thoughtworks, hat eine ungewöhnliche Verbindung zwischen anarchistischer Theorie und moderner Softwarearchitektur aufgedeckt. Ausgangspunkt ist das 1966 erschienene Buch „Patterns of Anarchy“ von Leonard I. Krimerman und Lewis Perry – eine Anthologie anarchistischer Aufsätze, die auch Christopher Alexander als Inspiration für sein einflussreiches Werk „A Pattern Language“ diente.

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Harmel-Law stieß auf die Sammlung, weil Alexander sie in seinem 1977 veröffentlichten Standardwerk zitierte. Alexanders Konzept der Pattern Language – 253 Entwurfsmuster für Architektur und Städtebau – hat auch die Softwarebranche nachhaltig geprägt. Die berühmten Design Patterns der sogenannten Gang of Four aus dem Jahr 1994 gehen direkt auf Alexanders Arbeit zurück.

Die Anthologie von Krimerman und Perry versammelt Texte zur anarchistischen Tradition und behandelt unter anderem alternative Gemeinschaftsmodelle und Organisationsprogramme. Besonders der Abschnitt „Constructive Anarchism: Alternative Communities and Programs“ widmet sich praktischen Aspekten dezentraler Organisationsformen – ein Thema, das in der Softwareentwicklung aktueller ist denn je. Darüber sprechen Andrew Harmel-Law und Eberhard Wolff in dieser englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv.

Der auf agile Methoden und Domain-Driven Design spezialisierte Berater Andrew Harmel-Law sieht deutliche Parallelen zwischen anarchistischen Organisationsideen und modernen Entwicklungspraktiken. Dezentrale, autonome Strukturen und föderale Entscheidungsprozesse, wie sie anarchistische Denker beschrieben, spiegeln sich in agilen Teams, Open-Source-Communities und selbstorganisierten Entwicklungsgruppen wider. Harmel-Law wird einige der interessantesten Erkenntnisse aus seiner Perspektive als Student des soziotechnischen Organisationsdesigns teilen. Manchmal wird er eigene Kommentare hinzufügen. Und natürlich stellt sich die Frage, inwiefern dies mit Softwareentwicklung zusammenhängt.

Die Folge wird am Freitag, 10. April 2026, live ab 13 Uhr gestreamt. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.

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(map)



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