Künstliche Intelligenz
Neuer Lieferdienst: Chinas Handelsriese JD.com fordert Amazon und DHL heraus
Der europäische Logistikmarkt bekommt einen neuen, finanzstarken Mitspieler. JD.com, Chinas umsatzstärkster Einzelhändler, bringt seinen hauseigenen Express-Dienst JoyExpress nach Europa. Der Vorstoß ist Teil von Jingdong Logistics und markiert einen Wendepunkt: Während die Konkurrenz oft auf externe Partner setzt, baut JD.com auf eine eigene Infrastruktur. Die Flotte aus Lastwagen, Transportern und E-Lastenrädern soll zum Start von über 60 Standorten aus operieren, unter anderem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.
Weiterlesen nach der Anzeige
In Metropolregionen sollen Bestellungen noch am Tag der Aufgabe oder am nächsten Morgen eintreffen. Zunächst unterstützt JoyExpress die eigene Plattform Joybuy, die sich in der Beta-Phase befindet. Hierzulande konzentriert sich der Dienst in der aktuellen Beta-Phase vor allem auf urbane Ballungsräume. Im Westen ist das Netz bereits recht dicht: In Nordrhein-Westfalen deckt der Lieferdienst Städte wie Köln und Düsseldorf ab. Auch in Hessen (Großraum Frankfurt/Gießen) und Teilen Baden-Württembergs ist die Logistik aktiv.
Neben Paketzustellungen bietet JoyExpress in ausgewählten Metropolen die Lieferung und Montage von Haushaltsgroßgeräten an. In diesem Bereich stoßen klassische Paketdienste oft an ihre Grenzen. Perspektivisch soll der Dienst externen Partnern offenstehen und damit zur direkten Konkurrenz für DHL & Co. werden
Strategische Infrastruktur für den deutschen Markt
Hinter dem Start steckt mehr als Kalkül im Zustellungssektor. Branchenkenner sehen JoyExpress als infrastrukturellen Vorbau für die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn. Während Joybuy bisher kaum relevant ist, würde die Kombination aus JD-Logistikpower und dem dichten Filialnetz von MediaMarktSaturn eine neue Dynamik entfalten. Die Logistik könnte hier zum entscheidenden strategischen Vorteil im Wettbewerb gerade mit Amazon werden.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Warum der ehemalige GitHub-Chef eine Entwicklerplattform für KI-Agenten aufbaut
Thomas Dohmke beobachtet, wie sich die Zeit, in der Menschen ausschließlich mit Menschen zusammenarbeiteten, allmählich dem Ende zuneigt. Er leitete knapp vier Jahre lang die Microsoft-Tochter GitHub als CEO. Nach seinem Ausstieg im September 2025 verfolgt er jetzt neue, ambitionierte Pläne. Wie das Handelsblatt berichtet, will Dohmke mit seinem Startup Entire eine neue globale Plattform aufbauen, auf der Entwickler mit KI-Agenten Hand in Hand arbeiten können. Auch Investoren zeigen sich von der Idee überzeugt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Eine neue Entwicklungsplattform für die KI-Ära
Github wurde 2008 als Plattform für Softwareentwickler gegründet und gehört seit 2018 zum Microsoft-Konzern. Entwickler nutzen sie unter anderem für Open-Source-Projekte und die kollaborative Arbeit am Code. Dohmke betont, dass er seine Position als CEO im Guten verlassen habe.
Dass Microsoft über seinen Investmentarm M12 in Entire investiert, wertet er als Zeichen der weiterhin guten Beziehung zu seinem früheren Arbeitgeber. Die bei GitHub gesammelten Erfahrungen möchte Dohmke jetzt bei Entire einbringen – und weiterentwickeln. „Wir leben in einem Agenten-Boom“, erklärt er dem Handelsblatt. „Agenten können massive Mengen an Code generieren, die ein Mensch nicht nachvollziehen könnte.“
Seiner Einschätzung nach bremst die bestehende Infrastruktur das Potenzial von KI-Agenten bislang aus. Auf der Website von Entire heißt es: „Das gesamte Software-Ökosystem wird durch ein manuelles Produktionssystem behindert, das von vornherein nicht für das Zeitalter der KI konzipiert wurde. Ein System, das nicht für die Zukunft nachgerüstet werden kann.“
Genau hier setzt Dohmke mit seinem Startup an. Er wolle nicht mit GitHub konkurrieren. Stattdessen adressiere er eine neue Zielgruppe: „GitHub dient 180 Millionen Entwicklern mit bestehenden Prozessen. Wir bauen für eine neue Welt, in der Agenten die Mehrheit des Codes schreiben.“ Dennoch seien Überschneidungen zwischen beiden Plattformen nicht ausgeschlossen.
Mehr Effizienz, mehr Nachvollziehbarkeit
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Gründer verfolgt die Vision einer Plattform, die von Grund auf für das KI-Zeitalter entwickelt wurde. Mensch und Maschine sollen dort gemeinsam arbeiten, voneinander lernen und Produkte entwickeln. Entire basiert dabei auf drei zentralen Komponenten. Erstens kombiniert eine Git-kompatible Datenbank Code, Zielsetzungen, Einschränkungen und Argumentationsketten in einem versionskontrollierten System. Zweitens ermöglicht eine universelle semantische Argumentationsschicht die Koordination mehrerer Agenten über einen gemeinsamen Kontextgraphen. Drittens integriert die Plattform einen KI-nativen Softwareentwicklungszyklus, der die Zusammenarbeit zwischen Agenten und Menschen neu strukturieren soll.
Ein erstes Produkt widmet sich sogenannten Checkpoints. Derzeit arbeiten viele KI-Agenten ineffizient, unter anderem aufgrund begrenzter Kontextfenster. Dadurch verlieren sie bei langfristigen Projekten oft den Überblick. Entire will diesen Kontext dauerhaft verfügbar machen. Checkpoints dokumentieren eine komplette Sitzung einschließlich Protokollen, Eingabeaufforderungen, betroffenen Dateien, Token-Nutzung und Tool-Aufrufen.
Nutzer können diese nach Zweigen durchsuchen, einzelne Sitzungen analysieren und nachvollziehen, wie sich der Code durch die Zusammenarbeit von Mensch und Agent Schritt für Schritt entwickelt hat. „Selbst drei Jahre später kann man noch nachvollziehen, warum der Agent eine Codezeile so geschrieben hat“, so Dohmke.
Investoren sind von der Geschäftsidee überzeugt
Mit seinem Vorhaben stößt Dohmke auf großes Interesse. In einer Seed-Finanzierungsrunde sammelte Entire 60 Millionen US-Dollar ein. Die Unternehmensbewertung liegt derzeit bei 300 Millionen Dollar. Die Runde wurde vom Wagniskapitalgeber Felicis aus San Francisco angeführt. Zu den weiteren Investoren zählen Y-Combinator-Chef Garry Tan, der deutsche Venture-Capital-Geber Cherry Ventures sowie Yahoo-Mitgründer Jerry Yang.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
Künstliche Intelligenz
Video: Coolify macht Homeserver einfacher!
Mit der kostenlosen Software Coolify lassen sich Anwendungen wie Jellyfin, Pi-Hole oder Minecraft-Server in Sekunden aufsetzen – ganz ohne Linux-Kenntnisse und Kommandozeilen-Gefrickel.
Weiterlesen nach der Anzeige
Wer einen Heimserver betreiben möchte, kennt das Problem: Die Installation und Konfiguration einzelner Dienste erfordert normalerweise Linux-Kenntnisse, Docker-Befehle und viel Geduld. Die Open-Source-Software Coolify verspricht, diesen Prozess radikal zu vereinfachen. Sie vereint Docker für das Ausführen der Container-Anwendungen sowie Traefik als automatisierte Reverse-Proxy-Verwaltung unter einer Web-Oberfläche. Dienste wie Jellyfin, Pi-Hole, Minecraft-Server, WordPress-Blogs und viele mehr lassen sich damit mit wenigen Klicks installieren – inklusive automatischer SSL-Zertifikate für verschlüsselte Verbindungen.
Die Hardware-Anforderungen sind überschaubar: Ein alter Rechner, ein Raspberry Pi ab Generation 4 oder eine virtuelle Maschine auf einem NAS reichen aus, mindestens 30 Gigabyte Speicher sollten vorhanden sein. Die Installation von Coolify selbst besteht aus einer einzigen Befehlszeile. Anschließend ist die Oberfläche über den Browser erreichbar. Die komplette Installation, inklusive Ubuntu-Server, schauen wir uns in diesem Video an.
(mond)
Künstliche Intelligenz
Fritzboxen: Hersteller bestätigt Fehler in FritzOS 8.20
Die aktuelle Router-Firmware FritzOS 8.20 verhält sich nicht immer wie gewünscht. In den vergangenen Wochen häuften sich Berichte über Geschwindigkeitseinbußen bei manchen Fritzboxen wie dem DSL-Modell 7690 in einer bestimmten Konfiguration: Der Router hängt hinter einem separaten Glasfasermodem. Dann können Down- und Upload-Raten sinken. In einem Extremfall ist von unter 10 statt 500 Mbit/s die Rede.
Weiterlesen nach der Anzeige
Fehlerhafte Paketverwaltung
Tüftler haben bereits herausgefunden, dass die Paketverarbeitung im Router schuld ist. Normalerweise übernimmt das ein dafür optimierter Logikblock im Fritzbox-Prozessor. Offensichtlich kann FritzOS 8.20 da Schluckauf verursachen. Der Hersteller bestätigt das Problem, geht aber generell von geringen Leistungseinbußen aus.
„Nach dem Update auf FritzOS 8.20 kann es in bestimmten Betriebszuständen zu leichten Performance-Veränderungen bei den genannten Modellen kommen. Wir haben das Verhalten analysiert und werden ein Update für die Modelle bereitstellen“, schreibt Fritz in einer Stellungnahme an heise online.
„Für die Fritzbox 7690 gibt es bereits eine Laborversion, die die Performance-Veränderung adressiert. Das Verhalten tritt nur bei aktivierter Paketbeschleunigung auf und mehrheitlich nur dann, wenn die Fritzboxen an einem Glasfasermodem betrieben werden. Bei DSL-Anschlüssen entstehen keine Performance-Veränderungen. Als vorläufigen, temporären Workaround empfehlen wir, die Funktion ‚Paketbeschleunigung‘ in den Fritzbox-Einstellungen zu deaktivieren (Hilfe und Info > Fritzbox Support > Paketbeschleunigung).“

Bei den Fritzboxen ist standardmäßig die Paketverwaltung per Hardware-Beschleunigung aktiviert. Wer Probleme hat, sollte den zweiten Haken vorläufig entfernen.
(Bild: heise medien)
Die Weboberfläche ist standardmäßig über die IP im Browser aufrufbar. Laut Nutzerberichten reicht es, den zweiten Menüpunkt „Hardware-Beschleunigung“ zu deaktivieren. Dann läuft die Paketverwaltung über die CPU-Kerne; dadurch kann bloß die elektrische Leistungsaufnahme etwas steigen. Der Haken muss bei jedem Router-Neustart entfernt werden, ansonsten aktiviert sich die Hardware-Beschleunigung wieder von allein. Für die Fritzbox 7690 gibt es die Laborversion 8.24, die einen Fix enthalten soll.
(mma)
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 1 MonatSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Datenschutz & Sicherheitvor 2 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeiter billig Tanken und Heizen: Koalition will CO₂-Preis für 2027 nicht erhöhen
