Künstliche Intelligenz
Nikon ZR im Test: Günstige 6K-Cinema-Kamera mit klaren Kompromissen
Als Nikon im Frühjahr 2024 den Kinokamerahersteller RED für 85 Millionen Dollar übernahm, war die zentrale Frage: Was wird daraus? Die Antwort heißt ZR – eine kompakte Vollformat-Cinema-Kamera für 2350 Euro, die Nikons Z-Bajonett und Autofokus-Technologie mit REDs Farbwissenschaft und Raw-Codecs verbinden soll. Damit greift Nikon einen Markt an, den Sony mit der FX3 und Canon mit der C70 bisher deutlich teurer bedienen.
Auf dem Datenblatt liest sich das überzeugend: interne 6K-Raw-Aufzeichnung im RED-eigenen R3D-Format, 32-Bit-Float-Audio als Branchenpremiere und ein Dual-Base-ISO von 800/6400. Wir haben die ZR im Labor vermessen und im Produktionsalltag eingesetzt. Dabei zeigt sich, dass der erste Aufschlag der Kooperation von Nikon und RED vieles richtig macht, aber auch noch deutlich Luft nach oben bietet.
Denn so überzeugend die RED-Farbwissenschaft im Bild arbeitet, so offenbart das 540-Gramm-Gehäuse Kompromisse, die über den Kaufpreis hinausreichen: keine Zubehörgewinde, ein von der Stativplatte blockiertes Kartenfach und Micro-HDMI an einer dedizierten Cinema-Kamera. Wer mit der ZR ernsthaft drehen will, muss mehr investieren als 2350 Euro. Vor allem ein stabiles Cage-System wird schnell zur Pflichtausstattung.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Nikon ZR im Test: Günstige 6K-Cinema-Kamera mit klaren Kompromissen“.
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Künstliche Intelligenz
Donnerstag: EU-Rückzug von Binance, Anthropic mit Ausweispflicht für KI-Nutzer
Durchhalteparolen zum Trotz informiert Binance Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) über die Schließung. Die Kryptobörse konnte bislang keine von der EU vorgeschriebene Zulassung für den Handel mit Kryptowährungen erreichen. 1000 weitere Anbieter gehen ebenfalls. Derweil darf Anthropic „unter Umständen“ das Alter und die Identität der KI-Nutzer per Ausweis und Biometrie bestimmen. Das besagt deren kürzlich aktualisierte Datenschutzrichtlinie. Zwar soll dies nur einen kleinen Teil der Anwender betreffen, doch es gibt Kritik an der Wahl des Dienstleisters für die Identitätsprüfung. Eine andere KI-Firma braucht für den eigenen Börsengang optimistische Stimmung. Für OpenAI kommt deshalb eine Kooperation mit Broadcom gerade recht. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen einen neuen KI-Chip angekündigt, der OpenAIs Inferenz-Software effizienter und schneller verarbeiten können soll – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Der zwielichtige Markt für den Handel mit Kryptowährungen wird im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zum 1. Juli teilweise bereinigt. Laut Branchenbeobachtern gibt es derzeit mehr als 1200 Anbieter, doch nur gut 200 haben eine Lizenz erworben. Prominentester Abgang ist Binance, die als weltweit größte Kryptowährungsbörse gilt. Das US-Unternehmen wollte eine griechische Lizenz, hat seinen Antrag jedoch zurückgezogen, nachdem die griechische Behörde vorige Woche eine Ablehnung signalisiert hatte. Daraufhin aufgenommene Gespräche mit Behörden einiger anderer Länder dürften nicht gefruchtet haben, die Vorschriften sind ja jetzt einheitlich. Dennoch verspricht Binance, Europa nicht zu verlassen und einen anderen Weg zu suchen: Binance stellt Kryptowährungshandel im Europäischen Wirtschaftsraum ein.
Eine Woche später wird Anthropics aktualisierte Datenschutzrichtlinie wirksam, durch die sich das US-amerikanische KI-Unternehmen einen Ausweis der Nutzer der eigenen KI-Modelle vorlegen lassen könnte, um deren Alter und Identität zu prüfen. Laut Anthropic-Mitarbeitern soll dies nur einen kleinen Teil der Nutzer betreffen und betrügerische Aktivitäten unterbinden. Beobachter kritisieren allerdings die Auswahl der für die Identitätsprüfung eingesetzten Firma Persona Identities. Denn die Identitätsdaten werden nach Prüfung im Gegensatz zu anderen Firmen nicht unmittelbar gelöscht und der auch von umstrittenen Unternehmen gestützte Dienstleister könnte von der US-Regierung zur Herausgabe der Daten verpflichtet werden: Anthropic darf für die Nutzung von Claude künftig einen Ausweis verlangen.
Ein Anthropic-Mitbewerber setzt hingegen auf eigene Chips. Denn OpenAI unterstützt Broadcom bei der Entwicklung eines Prozessors namens Jalapeño, der für Inferenzen Künstlicher Intelligenzen optimiert ist. Ziel sind kürzere Latenz und geringerer Energieverbrauch. Jalapeño ist eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC), besteht also aus speziell auf OpenAIs Inferenz-Software zugeschnittenen Schaltkreisen. Nicht gedacht ist das Gerät für das Training großer Sprachmodelle. Details zu dem neuen KI-Chip fehlen bislang, aber laut internen Tests soll dieser bei Inferenzen pro Watt mehr leisten werde als derzeit für diesen Zweck verfügbare Halbleiter. Ziel des gemeinsamen Projekts ist wohl, vor OpenAIs Börsengang die Börsenphantasie anzuregen: OpenAI und Broadcom kündigen neuen KI-Chip Jalapeño an.
In Deutschland geht die Erfassung des digitalen Alltags in die nächste Runde. Am Mittwoch hat die zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche begonnen: Bürger sind aufgerufen, bis zum 1. Juli die tatsächliche Mobilfunkversorgung vor Ort auf den Prüfstand zu stellen. Mithilfe der kostenlosen App „Mobilfunk-Check“ der Bundesnetzagentur können Smartphone-Nutzer unkompliziert Daten über die Netzqualität dort erfassen, wo sie gerade sind. Ziel der Crowdsourcing-Aktion #CheckDeinNetz ist, ein flächendeckendes und realistisches Abbild der Mobilfunkversorgung aus Anwenderperspektive zu gewinnen sowie weiße Flecken präzise zu lokalisieren. Das soll die Planung künftige Ausbau- und Unterstützungsmaßnahmen verbessern und den Druck auf Netzbetreiber erhöhen: Zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche läuft und ist Funklöchern auf der Spur.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem die bundesweite Störung, die den deutschen Bahnverkehr am Dienstagabend zum Erliegen gebracht hat. Wie konnte es zu diesem massiven Ausfall kommen und was muss sich ändern? EU-weit wurden die Weichen für den digitalen Euro gestellt, und das EU-Parlament hat dabei auch über Obergrenzen für Nutzerbestände diskutiert. Wie viele digitale Euro soll jeder Bürger maximal halten dürfen und warum braucht es überhaupt solche Grenzen? In Norwegen wird KI aus Grundschulen verbannt: Kinder sollen zuerst Lesen und Schreiben lernen, bevor sie KI-Tools nutzen dürfen. Ist das ein weitsichtiger pädagogischer Schritt oder Digitalisierungsverweigerung? Das sind die Themen heute um 17 Uhr in der #heiseshow: Bahnstörung, Digitaler Euro, KI-Bann in Schulen.
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- DiGA gelten als Vorzeigeprojekt der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Doch sind sie Innovations- oder Kostentreiber? Darum geht’s im Digital-Health-Podcast: DiGA als Innovation auf Kosten der Krankenkassen?
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- Nach dem bundesweiten Ausfall des Zugverkehrs nennt die Bahn erste Details zur Ursache. Derweil wächst die Kritik am technischen Zustand und Notfallmanagement: Nach Störung nennt Bahn Techniktausch als Ursache.
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- Klimaanlagen sind oft laut oder zu weit vom Schlafzimmer entfernt. Wir untersuchen, welche Alternativen die Kühlung direkt ins Bett bringen und haben die Klimaanlage fürs Bett im Test: Kühler schlafen in heißen Nächten.
- Günstige mobile Klimaanlagen lassen sich mit zwei Schläuchen effizienter betreiben. So gelingt der Umbau mit einfachen Werkzeugen und Materialien: Mobile Klimaanlage auf Zweischlauchbetrieb umrüsten und effizienter kühlen.
- Wenn ich die WM schaue, freue ich mich vor allem über geringe Latenzen. Und die bekomme ich linear und im freien Stream bei ARD und ZDF, meint Ulrike Kuhlmann in ihrem Kommentar zur Fußball-WM: Schnelle Bilder, dafür zahle ich Rundfunkgebühren.
(fds)
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Die Klimaanlage fürs Bett im Test: Kühler schlafen in heißen Nächten
In Zeiten extremer Hitzewellen gleicht das Bett eher einer Heimsauna als einem Ort der Erholung. Das ewige Wälzen, die klebrige Haut, mit der passenden Kühlung könnte all das dann der Vergangenheit angehören. Selbst eine mobile Klimaanlage bringt nicht immer genug Abkühlung ins Schlafzimmer – oder rödelt einfach zu laut, um ungestört einschlafen zu können. Dabei müsste eigentlich nicht der ganze Raum heruntergekühlt werden. Nachts zählt vor allem das Klima unter der Decke. Genau hier setzen Bettkühlsysteme an. Sie bringen die Kälte gezielt dorthin, wo sie gebraucht wird – ins Bett.
Viele Modelle funktionieren ähnlich wie eine Wasserkühlung im PC: Eine externe Einheit kühlt Wasser elektrisch herunter und pumpt es durch einen Matratzentopper. Die darin eingearbeiteten Schläuche verlaufen mäandernd durch die Auflage und verteilen das temperierte Wasser über nahezu die gesamte Liegefläche. Wir haben das nach diesem Prinzip arbeitende Modell HydroSnooze getestet, das ab 809 Euro erhältlich ist. Im Test prüfen wir, wie stark es in tropischen Nächten tatsächlich effektiv kühlt, wie viel Strom es verbraucht und wie laut Pumpe und Kühleinheit im Betrieb sind. Außerdem interessiert uns, ob man bei diesem Geräuschpegel noch problemlos einschlafen kann.
- Bei schlaflosen Nächten in der Hitzewelle denken viele zuerst an Ventilator oder Klimaanlage. Deutlich weniger bekannt sind Bettkühlsysteme, die gezielt dort kühlen sollen, wo sich die Hitze staut: unter der Decke.
- Bettkühlsysteme versprechen gezielte Abkühlung per Wasserkreislauf, Luftstrom oder passiven Tricks – zu sehr unterschiedlichen Preisen.
- Wir haben den wassergekühlten Matratzentopper von HydroSnooze ausprobiert, Stromverbrauch und Lautstärke gemessen und zeigen, welche Alternativen für heiße Nächte infrage kommen.
Zusätzlich stellen wir sowohl günstigere als auch teurere Alternativen vor. Dazu gehören Systeme mit teils überraschend hohen Abo-Kosten sowie Konzepte, die ganz anders funktionieren. Der BedJet beispielsweise setzt nicht auf Wasser, sondern bläst Raumluft direkt unter die Bettdecke. Er funktioniert also eher wie ein Gebläse als wie eine Klimaanlage, hat aber das gleiche Ziel: Hitzestau im Bett zu vermeiden.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Die Klimaanlage fürs Bett im Test: Kühler schlafen in heißen Nächten“.
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Alibaba verklagt US-Regierung | heise online
Mit einer Klage an einem Bundesgericht in San José hat Alibaba auf eine Einstufung des Pentagon reagiert. Dieses hatte das chinesische Technik- und Onlinehandelsunternehmen auf eine Liste von mutmaßlichen Militärunternehmen gesetzt. Die Klage soll dies jetzt rückgängig machen.
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Laut Pentagon soll das chinesische Militär die zivilen Unternehmen auf der betreffenden Liste für ihre Zwecke nutzen können. Neben Alibaba befinden sich dort auch Autohersteller BYD, Baidu, die Firma hinter Chinas größter Suchmaschine und das Biotechnologieunternehmen WuXi AppTec, welches bereits eine eigene Klage eingereicht hat. Auf der Blacklist befinden sich insgesamt 188 chinesische Unternehmen.
Die konkreten Gründe für die Einstufung waren laut Reuters, dass Alibaba vorgeworfen wurde, einen „Beitrag zur zivil-militärischen Integration der chinesischen Verteidigungsindustrie“ zu leisten. Zusätzlich soll die Firma indirekte Kontakte zur staatlichen Aufsichtsbehörde für Staatsvermögen in China haben.
Alibaba wies diese Vorwürfe zurück und sagte, diese verfügten über keine faktische oder rechtliche Grundlage. „Alibaba wird von einem unabhängigen Vorstand geleitet, dessen Mitglieder keinerlei Verbindungen zum Militär haben“, hieß es weiter. „Die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens sind für den Einzelhandel, die Logistik und die Unternehmens-IT konzipiert – nicht für Waffen, Verteidigung oder Nachrichtendienste“, zitierte Reuters die Firma.
Sanktionen oder andere Einschränkungen für Alibaba sind kein Teil der Maßnahmen des Pentagons. Allerdings teilte Alibaba mit, dass die Auflistung bereits unumkehrbaren Schaden verursacht habe.
Das Pentagon selbst kann allerdings nicht mit Firmen zusammenarbeiten, die auf einer solchen Blacklist stehen. Ab 2027 darf es zusätzlich auch keine Produkte oder Dienstleistungen dieser Firmen über Dritte mehr erwerben.
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(tlz)
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