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Northvolt-Bankrott: Bund und Land holen Teil der Förderung zurück


Die Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kostet die deutschen Steuerzahler etwas weniger Geld als bislang angenommen. Im Zuge der geplanten Übernahme der deutschen Tochter durch Lyten haben Bund und Land 153 Millionen Euro an Steuergeld gesichert. Das Geld wurde laut Bundeswirtschaftsministerium bereits zurückgezahlt. Die Mittel gehen jeweils zur Hälfte an den Bund und das Land Schleswig-Holstein.

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Absehbar werden im Rahmen einer sogenannten solventen Liquidation der Northvolt Drei Projektgesellschaft in der Nähe des schleswig-holsteinischen Ortes Heide weitere bis zu 69 Millionen Euro an die staatliche Förderbank KfW zurückfließen. Zuvor muss erst eine immissionsrechtliche Genehmigung des nördlichsten Bundeslandes für die Baustelle rechtskräftig werden. „Für das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Schleswig-Holstein hatte die Sicherung und Rückführung nicht verwendeter Steuergelder von Anfang an höchste Priorität. Damit wird ein Teil der eingesetzten Steuergelder gesichert“, hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sprach von einem wichtigen Signal und entscheidendem Zwischenschritt, am Standort etwas aufzubauen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch die bisherige Bebauung des Grundstücks in Heide unter Immissionsschutz-Aspekten einwandfrei war und wir vielleicht schon im Sommer weitere Millionen aus der früheren Wandelanleihe zurückerhalten werden“, sagte der CDU-Politiker. „Jetzt erfolgen weitere Verhandlungen mit der Firma Lyten in der Hoffnung, dass die dann auch nach wie vor zu dem Standort stehen.“

Northvolt wollte im Norden eine Gigafabrik mit rund 3000 Arbeitsplätzen errichten und hatte dafür von der KfW eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Rund 330 Millionen Euro davon wurden verbaut oder für Käufe von Land und Maschinen eingesetzt. Auf dem Sperrkonto liegen zudem noch knapp 50 Millionen Euro, die allerdings bereits vorgesehen sind, um eine Insolvenz der deutschen Tochter von Northvolt zu verhindern.

Der Bund nutzte für die deutsche Northvolt-Tochter Restrukturierungsverfahren unterhalb der Insolvenzschwelle (Starug). Denn Northvolt Drei, wie das Projekt bei Heide heißt, war im Gegensatz zur schwedischen Muttergesellschaft nicht insolvent. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist der Restrukturierungsplan gerichtlich in letzter Instanz bestätigt.

„Anders als ein Insolvenzverfahren setzt ein solches Starug-Verfahren nicht voraus, dass man schon zahlungsunfähig, sondern idealerweise nur drohend zahlungsunfähig ist“, sagte der Co-Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein, Rainer Eckert, der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist ein Mittel, um bestimmte Gläubiger, die einer Restrukturierung nicht zustimmen, zu überstimmen.“

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Für Restrukturierungsmaßnahmen ist eine Zustimmung von 75 Prozent der betroffenen Gläubiger notwendig, wie Eckert erklärt. „Sollen Gruppenmitglieder überstimmt werden, muss sichergestellt sein, dass sie bei einer alternativen Verwertung nicht besser fahren würden.“ Dafür sei eine Vergleichsrechnung notwendig. „Mit 75 Prozent der Stimmen, diese richten sich immer nach der Förderungshöhe, könnte man eine kleinere Gläubigergruppe oder einen Gläubiger, der beispielsweise nur 24 Prozent halten würde, mit dem Restrukturierungsplan überstimmen.“

Darüber hinaus könnte durch die geplante Übernahme von Northvolt Drei durch das US-Unternehmen Lyten weiteres Geld in zweistelliger Millionenhöhe an Bund und Land fließen. Lyten will nach der schwedischen Muttergesellschaft auch die deutsche Northvolt-Tochter übernehmen. Die Gespräche mit dem Bund und der KfW dauern an.

Northvolt Drei erklärte, das Landesamt für Umwelt habe bereits die erste Teilgenehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz für den Bau einer Batteriefabrik in den Gemeinden Norderwöhrden und Lohe-Rickelshof bei Heide erteilt. „Außerdem konnten diese Woche wichtige rechtlich-strukturelle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Übernahme des Projekts erfüllt werden.“ Mit Lyten gebe es fortgeschrittene Übernahmeverhandlungen. Northvolt Drei sei im Zuge der Restrukturierung so aufgestellt worden, „dass es nun anschlussfähig für eine erfolgreiche Übernahme durch einen neuen Investor ist“. Sämtliche Vermögenswerte könnten jetzt zur Fortführung eines vergleichbaren Batteriefabrik-Projekts an einen neuen Investor übertragen werden.

Nach einem Treffen mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung hatte Lyten-Chef Dan Cook angekündigt, zunächst mit rund 1000 Arbeitsplätzen auf dem Gelände bei Heide zu planen. Dort plant das Unternehmen demnach die Produktion von Batterien für ein breites Anwendungsspektrum, darunter Verteidigung, stationäre Energiespeicherung, Mobilität und Elektrofahrzeuge. Das Northvolt-Gelände soll aber nicht nur für die Batterieproduktion genutzt werden. Ein Schwerpunkt liege auf künstlicher Intelligenz und Rechenzentren.

Cook kündigte damals an, Lyten wolle das Projekt in angemessenem Tempo vorantreiben, gestützt auf die Kundennachfrage und überwiegend finanziert durch Kapital aus dem privaten Sektor. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte die Bereitschaft, Lyten bei den weiteren Schritten zu unterstützen, beispielsweise bei Fragen der Energieversorgung.

Der frühere Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) betonte mit Blick auf die Sicherung eines Teils der Wandelanleihe, „es ist positiv, dass der Verlust wohl nicht ganz so hoch ausfällt, aber es bleibt dennoch ein Schaden von rund 200 Millionen Euro allein für das Land Schleswig-Holstein“. Es wäre seiner Ansicht nach aber besser gewesen, hätte die Landesregierung das Investment im Vorfeld verantwortungsvoller geprüft. „200 Millionen Euro Verlust sind für ein finanzschwaches Land wie Schleswig-Holstein keine Kleinigkeit. Damit hätte man etliche Kilometer Straßen sanieren oder rund 1.500 Lehrkräfte finanzieren können.“

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Kianusch Stender betonte, der verkündete Rückfluss sei nichts anderes als Schadensbegrenzung. Wer das anders darstellt, betreibt politische Schönfärberei. Wenn von 600 Millionen Euro Steuergeld am Ende nur ein Bruchteil zurückkomme, bleibe ein massiver Verlust. „Am Ende zählt die Gesamtbilanz – und die fällt weiterhin sehr deutlich negativ aus.“ Die zurückgeflossenen Mittel dürften nicht im Haushalt verpuffen, sondern müssten unmittelbar in die Tilgung des Kredits fließen, der eigens für diese Northvolt-Bürgschaft aufgenommen wurde.

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(fpi)



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Artemis 2: Crew nach Flug um den Mond zurück auf der Erde


Die ersten Menschen, die seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes waren, sind nach rund zehn Tagen im All zurück auf der Erde. Die vier Artemis-2-Astronauten an Bord der Orion-Kapsel landeten plangemäß im Pazifik, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Spezialkräfte der NASA und des US-Verteidigungsministeriums sollten den Astronauten aus der Kapsel helfen und sie dann zu einem speziellen Schiff bringen. Später sollten sie zurück nach Houston gebracht werden.

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„Integrity – com check“ war der erste Funkspruch, nachdem die sechsminütige Blackout-Phase während des Wiedereintritts der Kapsel in die Erdatmosphäre beendet war. Die vier Astronauten konnten aus bisher unbekannten Gründen die Nachricht nicht beantworten. Auch das an Bord von Orion befindliche Satelliten-Telefon funktionierte nach der Wasserung nicht. Dennoch bezeichnete die NASA noch vor der Bergung der Kapsel die Wasserung als „voll ins Schwarze“. Den Telemetrie-Daten zufolge geht es der Besatzung gut, wie die NASA im Livestream der Landung sagte.



Die Klappe der Orion-Kapsel wird geöffnet.

(Bild: NASA / Screenshot: heise medien)

Die vier Astronauten – der Kanadier Jeremy Hansen sowie die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman – waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der vergangenen Woche an Bord der Orion-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau an Bord einer Mondmission der NASA, Glover zum ersten nicht-weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier.

Der Flugverlauf von Artemis 2 glich insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten legten insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurück. Sie flogen um den Mond herum und entfernten sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor. Mit ihrer Orion-Kapsel knackten sie den 1970 aufgestellten Rekord der Apollo-13-Mission von rund 400.171 Kilometern. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406.771 Kilometer von der Erde entfernt. Dem Mond näherten sie sich auf rund 6545 Kilometer.

Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant. Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit den eigenen Augen gesehen hat. Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorab erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren.

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Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten – mit speziellen Brillen – sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive von Orion hinter dem Mond verschwand.

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der Apollo-17-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

Eine erneute Landung auf dem Mond ist frühestens für das Jahr 2028 geplant, 2027 soll zunächst Artemis 3 als nächster Start erfolgen.


(nie)



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Millionen Fotos aus Dating-App weitergegeben: Match Group unter Beobachtung


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Die Match Group soll umfangreiche Nutzerdaten ihrer Dating-App OkCupid, darunter fast drei Millionen Fotos, an das Biometrie-Unternehmen Clarifai weitergegeben haben. Laut der US-Handelsaufsichtsbehörde FTC sollen die Fotos bereits 2014 zusammen mit Standortdaten und weiteren personenbezogenen Angaben an das damals junge Startup gegangen sein. Dort seien sie dazu genutzt worden, Bilderkennungssoftware zu trainieren. Die Betreiber sollen den Datentransfer zudem fast zwölf Jahre lang verschleiert und gegenüber der Öffentlichkeit sowie besorgten Nutzern bewusst geleugnet haben.

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Mögliche Konsequenzen für die Betroffenen wären, dass ihre biometrischen Daten dauerhaft in den Gesichtserkennungssystemen verbleiben und sie in anderen Kontexten identifizierbar werden. Zudem wären Rückschlüsse auf weitere intime Details möglich, besonders wenn die Informationen mit weiteren Datenquellen in Verbindung gebracht oder an andere Firmen weiterverkauft werden.

Die Mehrheit der OkCupid-Nutzer stammt aus den Vereinigten Staaten. Aus welchen weiteren Ländern Nutzer betroffen sein könnten, geht aus den Dokumenten der FTC nicht hervor. Die Match Group, nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Online-Dating, ist in Deutschland vor allem mit Apps wie Tinder oder Hinge tätig.

Nach einer Klage der FTC hat sich die Aufsichtsbehörde nun mit den Betreiberunternehmen Match Group und Humor Rainbow auf einen Vergleich geeinigt. Die Vorwürfe der rechtswidrigen Datenweitergabe räumen die Betreiber nicht ein, verpflichten sich aber zu strengeren Datenschutzvorschriften, wofür auf eine Geldstrafe verzichtet werden soll.

Clarifai, an dem die OkCupid-Gründer persönlich als Investoren beteiligt waren, soll um die Daten gebeten und sie ohne Gegenleistung und Einschränkungen zur Nutzung erhalten haben. Die betroffenen Nutzer der Dating-App sollen damals weder von der Match Group informiert worden sein noch die Möglichkeit erhalten haben, der Weitergabe zu widersprechen.

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Die Einigung vom 30. März (Az. 3:26-cv-00996-K, FTC-Fallseite), die noch von einem Richter unterzeichnet werden muss, verzichtet auf finanzielle Strafen oder sonstige schweren Konsequenzen für die Verantwortlichen. Die Match Group wird unter anderem verpflichtet, ihre Führungskräfte zu schulen und regelmäßig über Datenschutzmaßnahmen zu berichten. Die FTC darf zudem die nächsten 20 Jahre Mitarbeiter befragen, Dokumente anfordern und verdeckte Ermittlungen führen.

Die Match Group verzichtet im Gegenzug auf Rechtsmittel und nimmt die Auflagen an, ohne die Vorwürfe formal einzugestehen. Ein OkCupid-Sprecher erklärte lediglich, die von der FTC bemängelten Zustände aus dem Jahr 2014 entsprächen nicht mehr den heutigen Datenschutzstandards des Unternehmens. Damals sprach das Unternehmen noch offen davon, mit Nutzerdaten zu „experimentieren“.

Es ist nicht das erste Mal, dass die FTC gegen die Match Group tätig wird. Das Unternehmen steht zudem in der Kritik, da es grob fahrlässig mit Nutzern umgegangen sei, bei denen es von gemeldeten Übergriffen gewusst haben soll.

Die Match Group ist aber nicht der einzige Anbieter mit solchen Datenschutzvorfällen. Insbesondere in Bezug auf externe Datenabgriffe sind auch andere Dating-Apps oftmals unzureichend geschützt. So legten etwa Sicherheitsforscher aus Belgien und Dänemark in der Vergangenheit bereits Schwachstellen offen.

Bei anderen Dating-Apps wie Grindr kam es in der Vergangenheit ebenfalls zu Datenabflüssen. Auch europäische Datenschutzbehörden haben dabei schon rechtliche Schritte ergriffen.


(hag)



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Nutanix: KI-Plattform, Bare-Metal-Kubernetes und Neocloud-Dienste


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Neben den strategischen Partnerschaften mit NetApp und Cisco hat Nutanix auf seiner .NEXT-Konferenz in Chicago eine Reihe von Produkten angekündigt, die auf KI-Infrastruktur, Kubernetes-Erweiterungen und neue Angebote für spezialisierte Cloud-Anbieter zielen. Ein Großteil der neuen Funktionen ist allerdings erst für die zweite Jahreshälfte 2026 avisiert.

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Mit der Agentic-AI-Plattform adressiert Nutanix den nächsten Entwicklungsschritt von KI-Systemen: Anwendungen, die nicht nur Modelle ausführen, sondern eigenständig Entscheidungen treffen und Prozesse steuern. Technisch kombiniert der Anbieter dafür Infrastruktur, Plattformdienste und Managementfunktionen in einem Stack, in dem virtuelle Maschinen, Container und GPU-beschleunigte KI-Workloads parallel betrieben werden können.

Die vollständige Plattform ist erst für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt und bleibt damit vorerst eine Roadmap-Position. Bereits verfügbar sind jedoch einzelne Bausteine: Nutanix Unified Storage 5.3 bringt Smart Tiering in Public Clouds und mandantenfähige Objektskalierung für große Datenmengen.

Neu ist außerdem die Unterstützung für RDMA (Remote Direct Memory Access) in Unified Storage, was die Latenz bei datenintensiven KI-Workflows deutlich senken soll. Data Lens 2.0 kann erstmals vollständig in lokalen und abgeschotteten (Air-Gapped) Umgebungen betrieben werden – relevant für Kunden in regulierten Branchen, die Ransomware-Erkennung und Daten-Governance ohne Cloud-Anbindung benötigen.

Der neue Nutanix Cloud Manager 2.0 (NCM) liefert eine Multi-Site- und Multi-Domain-Verwaltung über eine zentrale Kontrollebene. Integriert sind Kostenkontrolle, AIOps-Funktionen und Self-Service-Provisionierung. Nutanix betont, dass die Kostenanalyse dabei vollständig on-premises läuft – ein Differenzierungsmerkmal gegenüber Cloud-basierten FinOps-Tools, das insbesondere für sicherheitskritische Umgebungen relevant sein dürfte. Parallel baut Nutanix die Unterstützung für Sovereign-Cloud-Szenarien aus, etwa mit NC2 auf AWS GovCloud (ab sofort verfügbar) und der für später im Jahr geplanten NC2-Unterstützung für die bereits verfügbare AWS European Sovereign Cloud.

Mit NKP Metal erweitert Nutanix seine Kubernetes-Plattform um die direkte Nutzung physischer Server. Das Ziel: Container und virtuelle Maschinen sollen unter einem einheitlichen Betriebsmodell laufen, ohne zusätzliche Virtualisierungsschicht. Nutanix bezeichnet diese Architektur als „Dual Native“ – Organisationen können Kubernetes-Workloads wahlweise auf VMs oder direkt auf Bare Metal betreiben, bei einheitlichem Management und Sicherheitsmodell.

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Der Ansatz zielt vor allem auf Szenarien mit hohen Performanceanforderungen: KI-Training mit dichten GPU-Konfigurationen, Inferenz-Workloads und Edge-Deployments. Bei diesen Anwendungsfällen erzeugt eine zusätzliche Hypervisor-Schicht messbaren Overhead – sowohl bei der GPU-Durchreichung (Passthrough) als auch bei der Netzwerklatenz. Bare Metal eliminiert diese Schicht, bringt aber typischerweise höhere Komplexität bei Provisionierung, Firmware-Updates und Lifecycle-Management mit sich.

Nutanix versucht diese Lücke zu schließen, indem es Automatisierung, Lifecycle-Management und Datendienste aus der eigenen Plattform auf die physische Infrastruktur überträgt. NKP Metal befindet sich aktuell im Early Access bei ausgewählten Partnern; die allgemeine Verfügbarkeit ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Stärker als bisher adressiert Nutanix spezialisierte Cloud-Anbieter, die sich auf KI-Infrastruktur konzentrieren. Diese sogenannten Neoclouds – Anbieter, die primär GPU-basierte Ressourcen für KI-Training und Inferenz bereitstellen – entwickeln sich zunehmend zu Plattformbetreibern, die über reine Rechenkapazität hinaus auch Kubernetes-as-a-Service und verwaltete KI-Dienste anbieten wollen.

Dafür benötigen sie vor allem Mandantenfähigkeit, Abrechnungsmodelle und Isolation zwischen Kundenumgebungen. Nutanix liefert hierfür ein Multitenancy-Framework mit granularer Steuerung von Ressourcen, Sicherheitsrichtlinien und Netzwerkregeln pro Mandant. Ergänzt wird dies durch nutzungsbasierte Abrechnung – etwa nach GPU-Verbrauch, Token-Nutzung bei LLM-Inferenz oder API-Aufrufen. Gerade die Token-basierte Kostenkontrolle adressiert ein konkretes Problem: Unternehmen, die LLM-Workloads betreiben, werden häufig von unerwartet hohen Inferenzkosten überrascht.

Ebenfalls an Service Provider gerichtet ist das neue Service Provider Central: ein mandantenfähiges IaaS-Produkt auf Basis der Nutanix Cloud Platform, das über Nutanix Central eine zentrale Verwaltung mehrerer Mandanten mit automatisierten Workflows ermöglicht. Jeder Mandant erhält eine eigene Private-Cloud-Umgebung mit Zugriff auf Nutanix Prism und kann Compute, Storage, Netzwerk sowie Identity eigenständig verwalten. Nutanix will damit auch explizit ehemalige VMware Cloud Service Provider ansprechen, die nach Broadcoms Umstrukturierung neue Plattformoptionen suchen. Verfügbar wird das Angebot in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Neben den strategischen Allianzen mit NetApp und Cisco weitet Nutanix seine Hardware-Unterstützung mit einer neuen Foundation Central Appliance aus. Diese vereinfacht die Erstinstallation von Nutanix Cloud Infrastructure und AHV auf Servern von Cisco, Dell, Fujitsu, HPE und Lenovo sowie der eigenen NX-Plattform. Dell PowerStore wird als externe Storage-Option allgemein verfügbar, ergänzt durch erweiterte Dell-Private-Cloud-Automatisierung.

Auf Google Cloud kommen in der zweiten Jahreshälfte Hyperdisk- und C3-Bare-Metal-Instanzen für Nutanix Cloud Clusters (NC2) hinzu – damit lässt sich Storage auch in der Public Cloud unabhängig von Compute skalieren, was dem Disaggregierungs-Ansatz aus der NetApp-Partnerschaft entspricht.

Im Datenbankbereich integriert Nutanix MongoDB enger. Die Kombination aus Nutanix Database Service und MongoDB Ops Manager soll Deployment, Betrieb und Wiederherstellung automatisieren. So lassen sich etwa verteilte Datenbankcluster schneller bereitstellen und Point-in-Time-Recovery für einzelne Cluster durchführen.

Die .NEXT 2026 zeigt, wie Nutanix sich von einem HCI-Anbieter zu einer universellen Cloud-Plattform für VMs, Container und KI-Workloads wandeln will. Doch ein Großteil der Ankündigungen ist Zukunftsmusik: Die Agentic-AI-Plattform, NKP Metal, das Neocloud-Angebot, Service Provider Central und die RDMA-Unterstützung sind erst für die zweite Jahreshälfte 2026 avisiert. Sofort verfügbar sind dagegen Unified Storage 5.3, Data Lens 2.0 und der Cloud Manager 2.0 – solide Plattform-Updates, aber keine Umwälzung.

Die strategische Frage ist, ob Nutanix die Roadmap rechtzeitig liefern kann, bevor sich der Post-VMware-Markt konsolidiert. Bare-Metal-Kubernetes und agentische KI-Infrastruktur sind Felder, auf denen auch Red Hat, VMware by Broadcom selbst und die Hyperscaler aktiv sind. Der praktische Nutzen wird sich erst zeigen, wenn die angekündigten Komponenten tatsächlich im Alltag eingesetzt werden können.


(axk)



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