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Nvidia-CEO Jensen Huang: In der KI-Ära zählt nicht mehr das Studienfach – sondern etwas anderes


Nvidia-CEO Jensen Huang: In der KI-Ära zählt nicht mehr das Studienfach – sondern etwas anderes

Jensen Huang glaubt: In der KI-Ära werden menschliche Fähigkeiten wichtiger, nicht unwichtiger.
Patrick T. Fallon / AFP/Getty Images

  • Nvidia-Chef Huang sagt: Es spielt keine Rolle, was Kinder studieren – wichtiger ist, wie sie KI nutzen, um ihr Lernen und ihr Handwerk zu vertiefen.
  • Journalismus, Kunst und Storytelling bleiben wertvoll – menschliche Qualitäten wie Kreativität und Urteilsvermögen werden in einer KI-Welt sogar noch gefragter.
  • KI macht Menschen nicht fauler, sondern ehrgeiziger – so wie PC, Internet und Smartphone es vor ihr getan haben, sagt Huang.

Eltern sollten sich in der Ära der künstlichen Intelligenz nicht zu sehr darum sorgen, was ihre Kinder studieren, sagt Nvidia-Chef Jensen Huang.

„Ich glaube, das wird keine Rolle spielen. Alles, was früher wichtig war, wird auch in Zukunft wichtig sein“, sagte Huang am Montag gegenüber dem singapurischen Sender „Channel NewsAsia“. Statt KI-sichere Fächer zu jagen, sollten Studenten sich darauf konzentrieren, KI zu nutzen, um ihr Lernen zu vertiefen und ihre Fähigkeiten zu verbessern, so Huang.

Der Nvidia-Chef nannte Journalismus, Storytelling, Kunst und Design als Beispiele für Bereiche, die auch dann wertvoll bleiben werden, wenn KI immer mächtiger wird. Er wies darauf hin, dass die besten Interviewer nicht nur gut vorbereitet sind, sondern auch im Moment präsent bleiben, aufmerksam zuhören und dynamisch reagieren können.

„Die Fähigkeit, für ein Publikum eine Geschichte zu erzählen, wird in Zukunft genauso wichtig sein wie heute“, sagte Huang.

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Der Nvidia-Chef verwies auch auf das japanische Konzept „Wabi-Sabi“ – die Schönheit der Unvollkommenheit – und deutete an, dass einzigartig menschliche Qualitäten in einer KI-gesättigten Welt sogar noch wertvoller werden könnten.

„Was auch immer deine Leidenschaft ist – das Einzige, was du tun musst, ist, dir selbst die Frage zu stellen: Wie kann KI mein Lernen, mein Handwerk, meinen Sinn erhöhen?“, sagte er.

Huang ist nicht der einzige Wirtschaftsführer, der sich dazu äußert, wie KI Bildung und Arbeit neu gestalten könnte. Anfang des Monats sagte Futurist und Unternehmer Peter Diamandis gegenüber BUSINESS INSIDER (BI), dass Kinder Eigenschaften wie Neugier, Zielstrebigkeit und Anpassungsfähigkeit brauchen werden, um in der KI-Ära erfolgreich zu sein.

Kindern „beständige menschliche Fähigkeiten“ beibringen

Unterdessen sagte Unternehmer und Professor Scott Galloway im Podcast „The Diary of a CEO“, dass Eltern sich darauf konzentrieren sollten, Kindern beständige menschliche Fähigkeiten wie Storytelling, Kommunikation und Beziehungsaufbau beizubringen.

Huang schloss sich diesem Gedanken an und argumentierte, dass KI zwar Teile vieler Jobs automatisieren würde, aber die Menschen auch zu anspruchsvollerer Arbeit drängen würde, die Urteilsvermögen und Kreativität erfordert.

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„Ein Job ist wie ein Korb voller Aufgaben“, sagte er. „Viele dieser Aufgaben werden automatisiert. Und ich denke, dass wir uns durch die Automatisierung auf die schwierigeren Teile unserer Arbeit konzentrieren können.“

Huang widersprach auch Bedenken, dass der weit verbreitete Einsatz von KI Menschen weniger intelligent oder träger im Denken machen könnte. Dafür zog er Vergleiche zum Aufstieg von Computern, dem Internet und Smartphones und argumentierte, dass frühere Technologiewellen den menschlichen Ehrgeiz eher gesteigert als verringert hätten.

„Werden wir in Zukunft beschäftigter oder weniger beschäftigt sein? Ich glaube, die Antwort ist: mehr beschäftigt“, sagte Huang.

Lest den Originalartikel auf BUSINESS INSIDER US.





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Kein Gehalt, viel Druck – trotzdem sagte sie Nein zu 100.000 Euro


Nadina Ruedl lebte ein Jahr lang von ihren Ersparnissen. Unabhängigkeit war der vegan lebenden Gründerin wichtiger als der Kontostand.

Kein Gehalt, viel Druck – trotzdem sagte sie Nein zu 100.000 Euro

Wasser und Brot: Die Gründerin von Die Pflanzerei lebte von ihren Ersparnissen.
Nadina Ruedl

„Das Thema ist ehrlich gesagt nicht leicht“, sagt Nadina Ruedl. Und meint damit das Einkommen in der Frühphase ihrer Gründung. Damals zahlte sich die Österreicherin kein Gehalt aus. Sie lebte von nur 1000 bis 1500 Euro im Monat. Und die kamen von ihrem Sparkonto.

Warum ihr das Reden über Geld schwerfiel? „Weil man dabei schon ziemlich gezwungen wird, ehrlich auf sich selbst zu schauen und auch auf die Seiten, über die man normalerweise nicht so offen redet“, erzählt sie Gründerszene.

Unternehmenswert und Selbstwert

Gerade für eine Geschäfstführerin fühle sich vermeintliches „Versagen“ extrem persönlich an. „Vor allem, wenn man, so wie ich, bootstrappt, komplett all in geht, den veganen Lebensstil selbst lebt und wirklich davon überzeugt ist, damit einen Unterschied machen zu können.“ Je näher das eigene Pitchdeck an persönlichen Überzeugungen ist, desto stärker können Rückschläge den Selbstwert angreifen.

Ruedl verkauft mit „Die Pflanzerei“ vegane Würstel und Ripperl. Über den eigenen Shop, aber auch das Onlineportal der österreichischen Supermarktkette Billa. Auf den Tisch kommen die Kreationen zum Beispiel im 1664 gegründeten Zillertaler Hotel „Neue Post“.

Das liest sich gut. Aber Ruedl warnt vor dem einseitigen Erfolgs-Narrativ. Von außen sehe das Startupleben oft nach Wachstum, Fundingrunden und „läuft eh super“ aus. „Was man weniger sieht, sind die schlaflosen Nächte und dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen, egal wie es einem gerade wirklich geht.“

100.000-Euro-Karotte vor der Nase

Ohne die Sicherheit eines festen Jobs muss man schon an die Mission glauben. Und mal Nein sagen können, auch wenn es wehtut. „Ich hatte zu Beginn auch ein Investorenangebot über 100.000 Euro am Tisch, da war das Startup gerade einmal 20 Tage alt“, sagt Ruedl. Sie entschied sich dagegen. Und für die Unabhängigkeit. Zwar hätte das Geld ihr Konto entlastet. Aber „Die Pflanzerei“ wäre nicht mehr allein ihr Unternehmen gewesen.

„Rundherum halten dich viele einfach für komplett verrückt, teilweise sogar Familie oder Freundinnen von früher am Land“, erinnert sich die Gründerin. Das mache das Thema Gehalt extrem sichtbar. „Weil man dann nicht nur mit finanzieller Unsicherheit kämpft, sondern oft auch mit diesem dauernden Gefühl, sich erklären zu müssen. Warum man so lebt, warum man so arbeitet und warum man an etwas glaubt, das keinen finanziellen Output bringt.“





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+++ agriBIOME +++ Osborne Clarke +++ Justima +++ VisioLab +++ Tractive +++ German Startup Awards +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Startup der Woche: agriBIOME +++ Osborne Clarke gründet Justima aus +++ StartupsToWatch! VisioLab +++ Tractive-Gründer Michael Hurnaus tritt ab +++ German Startup Awards: Julie Lepique (Femtasy) ist Gründerin des Jahres +++

+++ agriBIOME +++ Osborne Clarke +++ Justima +++ VisioLab +++ Tractive +++ German Startup Awards +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 26. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

agriBIOME
+++ Die Jungfirma agriBIOME ist unser Startup der Woche! Die Jungfirma aus Düsseldorf tritt an, um die Resilienz und den Ertrag von Nutzpflanzen zu verbessern sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden zu reduzieren. Auf der Website heißt es dazu: „Sustainability is at the core of everything we do.“ Gegründet wurde das AgTech bzw. BioTech von Claus-Andreas Boche, Julia Katrin Rohde, Tom Gilmer und Karl-Heinz Rohde. Mehr neue Startup gibt’s in unserem Startup-Radar

Tipp: Im Startup-Radar-Newsletter, unserem Premium-Newsletter rund um neue Startups, stellen wir einmal in der Woche spannende neue Startups vor. Jetzt 30 Tage kostenlos testen!

Justima
+++ Spin-off mit Tradition! Die Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke gründet in ihrer über 250-jährigen Geschichte erstmals ein Startup aus. Der Ableger, der auf den Namen Justima hört, automatisiert das regulatorische Monitoring für Unternehmen. „Die Plattform analysiert täglich mehr als 200 Rechts- und Regulierungsquellen und liefert jedem Unternehmen gezielt nur die geschäftsrelevanten Änderungen“, teilt die Jungfirma mit. Gegründet wurde Justima von Alexander Lilienbeck und Christian Braun. Zudem gehört Gereon Abendroth, Partner bei Osborne Clarke, zum Team. Zu den Kunden der Kölner Jungfirma gehören bereits Condor, Karlsberg Brauerei und Autodoc. Mehr über Osborne Clarke

Tractive 
+++ Abschied! Tractive-Gründer Michael Hurnaus tritt nach dem millionenschweren Exit seines Startups an Bending Spoons nun ab! „For me personally, the journey at Tractive will end after a handoff period. I will push myself to not jump into the next venture immediately, but I am convinced I will not be able to hold back my entrepreneurial spirit for long“, schreibt Hurnaus auf Linkedin. Die italienische Softwarefirma Bending Spoons, zu der Evernote, Meetup und WeTransfer gehören, übernahm das erfolgreiche österreichische Haustier-Tracking-Grownup Tractive kürzlich komplett. Tractive, das im Segment GPS-Tracking für Hunde und Katzen unterwegs ist, wurde 2012 von Michael Hurnaus, Michael Lettner und Michael Tschernuth sowie Florian Gschwandtner und den anderen Machern der erfolgreichen Fitness-Firma Runtastic gegründet. Zuletzt verfügte Tractive über imposante 1,6 Millionen zahlende Abonnentinnen und Abonnenten. (Linkedin) Mehr über Tractive

VisioLab
+++ StartupsToWatch! VisioLab sollten alle, die sich für aufstrebende Startups interessieren, auf der Agenda haben. Das Startup aus Osnabrück, 2019 gegründet, setzt auf KI-basierte Self-Checkout-Lösungen für die Gastronomie. „Die Software verwandelt ein einfaches iPad in ein komplettes Self-Checkout-System für die Gastronomie“, teilt das Unternehmen mit. Ein Thema, das schon jetzt heiß ist, aber sicherlich noch mehr Dynamik entwickeln wird. In den USA stattete VisioLab etwa die Arena der NBA-Mannschaft Orlando Magic aus. eCAPITAL aus Münster und Simon Capital aus Düsseldorf sowie Altinvestoren investierten kürzlich 11 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Mehr über VisioLab

German Startup Awards
+++ Ausgezeichnete Feierlichkeiten! Femtasy-Gründerin Julie Lepique ist Gründerin des Jahres. Gründer des Jahres ist Jarek Kutylowski von DeepL. Die German Startup Awards, hinter denen der Startup-Verband steckt, wurden vergangene Woche zum siebten Mal vergeben. Investorin des Jahres ist Judith Dada vom Investor Visionaries Club. Investor des Jahres ist Simon Schmincke (Creandum). Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträgerinnen und Preisträger. (Startup-Verband). Mehr über die German Startup Awards

Yoga Studio Fox
+++ Gründeralltag – gibt es das überhaupt? „Mein Tag beginnt ruhig. Bevor ich in Mails, To-dos und Abstimmungen gehe, brauche ich erst einmal einen klaren Kopf. Das kann eine kurze Meditation oder einfach ein Kaffee in Stille sein“, sagt Maja Mast, Gründerin von Yoga Studio Fox. Mehr über Yoga Studio Fox

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): KI



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Damit wären wir eine der erfolgreichsten jungen Firmen Berlins


Das 2020 gegründete Berliner Casual-Gaming-Startup JustPlay wanderte kürzlich unter das Dach von NCSoft. Der koreanische Videospielentwickler übernahm die Mehrheit (70 %) am Hidden Champion aus der Hauptstadt. Der Kaufpreis: 202 Millionen US-Dollar.

JustPlay, von den ehemaligen AppLovin-Mitarbeitern Carl Livie, Gil Mincberg und Mirko Aquaro gegründet, erreicht mit seinen rund 40 Spielen nach eigenen Angaben derzeit mehr als 25 Millionen Spielerinnen und Spieler. Vor allem in den USA ist JustPlay eine große Nummer.

Der gebootstrappte Games-Champion, der eine Loyalty-Gaming-App betreibt, erwirtschaftete 2025 rund 172,8 Millionen Dollar Umsatz und 19,1 Millionen Gewinn. Für das laufende Jahr peilt das Team 300 Millionen US-Dollar Umsatz an. Derzeit arbeiten rund 110 Mitarbeitende für JustPlay.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Carl Livie einmal ausführlich über die Geschichte von JustPlay.

Wie würdest Du Deiner Großmutter JustPlay erklären?
Ich würde meiner Oma wahrscheinlich sagen: Stell dir vor, du spielst ein Spiel auf dem Handy und statt nur Zeit zu vertreiben, bekommst du am Ende auch noch etwas dafür zurück. Dann würde sie vermutlich fragen: „Also bezahlt ihr Leute fürs Daddeln?“ Und ich würde sagen: Im Prinzip ja, aber die Technik dahinter würde sie beim Kaffee eher langweilen. Aber um ihr zu helfen, das einzuordnen, sage ich immer: Mobile Gaming ist die größte Entertainment Kategorie der Welt. Jeden Tag spielen eine Milliarde Menschen Spiele auf dem Handy. Wir geben Spieler:innen einfach was dafür, was sie sowieso machen würden und machen das Ganze fairer und lustiger. Die einfache Idee ist: Wenn Menschen Zeit in digitalen Produkten verbringen, verdienen andere daran mit, zum Beispiel über Werbung. Wir bauen JustPlay so, dass auch die Spieler:innen etwas davon zurückbekommen. Einfach und ohne komplizierte Regeln. Am Ende müssen Nutzer:innen verstehen, wie etwas funktioniert und was sie bekommen. Egal, um welches Produkt es geht. Genau deshalb ist Vertrauen für unser Modell so wichtig. Am wichtigsten ist es aber, dass es dabei auch noch Spaß macht. Niemand wird reich über die Rewards, aber die Rewards geben dem ganzen Spielerlebnis noch eine weitere spannende Entertainment Dimension. 

War dies von Anfang an Euer Konzept?
Der Fairness halber, muss ich erstmal festhalten, dass meine Mitgründer und ich ungefähr 20 Apps gebaut haben, die nix geworden sind, aber daraus entstand dann JustPlay. Aus diesem Prozess entwickelte sich aber eine Grundüberzeugung: Wir wollten ein Produkt bauen, bei dem Spieler:innen stärker an dem Wert beteiligt werden, den sie durch ihr Engagement schaffen. Am Anfang sieht man vor allem das sichtbare Produkt: Nutzer:innen spielen und erhalten Rewards. Das Entscheidende passiert jedoch im Hintergrund. Damit Rewards langfristig funktionieren und Nutzer:innen wiederkommen, müssen viele Teile sehr eng zusammenspielen: die App, die Games, Monetarisierung, Growth, Adtech, Fraud Prevention, Daten, Auszahlungen und natürlich die User Experience. Wir haben gelernt, dass wir nicht einfach ein Rewards-Feature bauen, sondern ein voll integriertes Ecosystem, in dem der Value Flow nachhaltig funktionieren muss.

Wie genau ist die Idee zu JustPlay entstanden?
Die Idee entstand aus einer Beobachtung, die uns in der Mobile-Gaming- und Adtech-Welt immer wieder begegnet ist: Es gibt sehr viel Wert in diesem Markt, aber er ist nicht besonders fair verteilt. Milliarden Menschen spielen Mobile Games. Advertiser zahlen dafür, diese Nutzer:innen zu erreichen. Games Publisher stehen gleichzeitig unter hohem Druck, weil User Acquisition immer teurer wird. Und die Nutzer:innen selbst bekommen oft nur sehr wenig davon zurück, obwohl ihr engagement die Grundlage des gesamten Systems ist. Wir haben uns gefragt: Was wäre, wenn man dieses Modell anders baut? Was wäre, wenn Rewards nicht nur ein Add-on sind, sondern ein zentraler Teil der User Experience?  Kombiniert mit vielen Adtech Learnings bei AppLovin entstand dann JustPlay.

Wie hat sich JustPlay seit der Gründung entwickelt?
Wir haben JustPlay 2020 gegründet und das Unternehmen seitdem von einer Idee zu einer der skaliertesten Plattform für rewarded gaming entwickelt. Heute sind wir in mehr als 25 Ländern aktiv, haben über 25 Millionen Downloads erreicht und mehr als 200 Millionen US-Dollar an Nutzer:innen ausgezahlt. Gleichzeitig haben wir ein Portfolio von über 40 Casual Mobile Games aufgebaut. Bisschen konkreter: In 2026 werden wir gut über 300 Millionen US-Dollar Umsatz machen, wachsen über 80 % year over year und haben eine sehr nachhaltige EBIT Marge. Unser Team ist um die 110 Leute global, mit circa 50 in unserem HQ in Berlin. Wir sind auch sehr stolz auf unseren Umsatz und Ebit pro Kopf, was nur in einer sehr flachen und impact orientierten Teamstruktur funktioniert. Wir Founder sind sehr nah am Produkt, Engineering und im Marketing, was viel Spaß macht, aber auch den Vorteil bringt, dass das Team immer an den Themen arbeitet, die unserer Meinung nach am meisten Business Impact haben. Für mich ist dabei aber nicht nur die Größe entscheidend, sondern die Qualität des Systems dahinter. Wir haben JustPlay bewusst als integriertes Modell aufgebaut mit Teams aus Produkt, Engineering, Adtech, Data, Growth, Gaming und Payments, die gemeinsam daran arbeiten, dass der Wert für Nutzer:innen klar und verlässlich bleibt. Und bei aller Technologie darf man eines nicht vergessen: Es muss auch für die Spieler Spaß machen. Wenn das Produkt nicht unterhält, funktioniert auch das beste Reward-Modell nicht langfristig.

Gerade habt Ihr die Mehrheit an NCSoft verkauft. Wie geht es nun weiter?
Für uns ist das kein Endpunkt, sondern der nächste Schritt. Mit NCSoft haben wir einen Partner an unserer Seite, der tiefes Gaming-Know-how, globale Erfahrung und langfristige Produktperspektive mitbringt. Für JustPlay bedeutet das: Wir haben hier jetzt eine technologisch führende und legendäre Gaming Firma an unserer Seite und können unsere Mission schneller und größer denken. Unser Fokus bleibt derselbe: Wir wollen die Rewards Engine für Mobile Gaming weiter ausbauen und zeigen, was rewarded engagement über Gaming hinaus werden kann.

Ihr habt JustPlay ohne Fremd-Finanzierungen und Kapitalgeber aufgebaut. War dies von Anfang an eine bewusste Entscheidung?
Ja, es war bewusst, aber nicht aus Prinzip gegen Venture Capital. Für unser Modell war es wichtig, von Anfang an wirtschaftlich diszipliniert zu bauen. Rewards funktionieren nur, wenn das Geschäftsmodell dahinter nachhaltig ist. Man kann in diesem Bereich sehr schnell wachsen, aber wenn der Value Flow nicht trägt, verliert man Vertrauen. Und Vertrauen ist in unserem Modell zentral. Bootstrapping hat uns gezwungen, früh auf echte Unit Economics, Produktfunktionalität und nachhaltiges Wachstum zu achten. Das war manchmal sicher unbequem, aber es hat auch die Kultur von JustPlay geprägt. Wir mussten sehr klar priorisieren, testen, schnell reagieren und konnten nicht einfach Wachstum einkaufen, ohne zu verstehen, ob das System wirklich funktioniert. Ich würde aber nicht sagen, dass Bootstrapping immer besser ist. Es muss zum Geschäftsmodell, zum Markt und zum Gründerteam passen.

Was rätst Du anderen Gründer:innen, die sich für Bootstrapping entscheiden?
Erstens: Bootstrapping klingt von außen oft unabhängiger, als es sich im Alltag anfühlt. Man hat keine Investoren, aber trotzdem sehr reale Zwänge: Cashflow, Profitabilität, Timing etc. Zweitens: Sehr früh verstehen, wo wirklich Value entsteht. Jede Entscheidung muss nah am Produkt, am Geschäftsmodell sein. Wir haben uns jeden Tag gefragt: Does it make us more money tomorrow? Drittens: Ein Team bauen, das mit Ambiguität umgehen kann, aber gleichzeitig pragmatisch bleibt. Man kann nicht alles gleichzeitig machen, also muss man sehr bewusst entscheiden, was man macht und was nicht. Wichtig ist, dass auch das ganze Team so gezwungen ist, tief in den Daten und im Produkt zu sein, um jeden Tag neue Innovationen zu pushen. Und zuletzt: Entscheidend ist nicht, ob man mit oder ohne externes Kapital startet, sondern ob man ein Modell baut, das langfristig funktioniert.

Wo steht JustPlay in einem Jahr?
In mehr Märkten mit besseren Produkten, einem stärkeren Games-Portfolio und einer weiter verbesserten Reward Experience für Nutzer:innen. Gleichzeitig wollen wir weiter daran arbeiten, was rewarded engagement über Gaming hinaus bedeuten kann. Rewarded Gaming boomt und wächst als Kategorie viel schneller als der Rest der Gaming Industrie. Wir sehen hier eine riesige Chance mit unserer uniquen integrierten Platform klar als Leader herauszukommen. Wir sind ein ambitioniertes Team: 500 Millionen Annual Run Rate Ende 2027 sind erreichbar! Glaube damit wären wir eine der erfolgreichsten jungen Firmen Berlins. Ich glaube, der größere Trend ist, dass Nutzer:innen immer genauer verstehen wollen, welchen Wert sie für digitale Plattformen schaffen und was sie dafür zurückbekommen. JustPlay steht genau an dieser Schnittstelle. In einem Jahr wollen wir noch klarer zeigen, dass Rewards nicht nur ein Growth-Mechanismus sind, sondern ein nachhaltiger Bestandteil digitaler Nutzererlebnisse werden können.

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Foto (oben): JustPlay



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