Online Marketing & SEO
OpenAI nahe einer Milliarde User – doch der Boykott startet
Mit neuen Höchstständen in der Nutzung baut OpenAI parallel die eigene Erlöslogik aus: Shopify-Händler:innen können über Shop Campaigns in ChatGPT werben, erste Ads sind in den USA live, große Marken testen das Umfeld. Die Reichweite stellt das Publikum und Ads, Abos und Commerce-Funktionen definieren das Geschäftsmodell.
Während ChatGPT sich zur multifunktionalen Plattform entwickelt, geriet OpenAI am Wochenende unter politischen Erklärungsdruck: Das Unternehmen hatte sich kurzfristig einen Deal mit dem US-Verteidigungsministerium gesichert, nachdem Verhandlungen zwischen Anthropic und dem Pentagon gescheitert waren, wie unter anderem der SPIEGEL und CNN berichten.
Shopify Merchants können jetzt auf ChatGPT werben

ChatGPT erreicht Plattformniveau und gerät unter Druck
Nick Turley beschreibt ChatGPT als Startpunkt für viele Menschen im Umgang mit KI, und zwar für ganz vielfältige Jobs: Texte schreiben, Code entwickeln, recherchieren, Reisen planen, Produkte finden, Aufgaben organisieren. Genau diese Alltagsintegration erklärt die neue Größenordnung. Mit 900 Millionen wöchentlichen Nutzer:innen bewegt sich ChatGPT inzwischen auf Plattformniveau. Die 50 Millionen zahlenden Abonnent:innen zeigen zudem, dass KI-Subscriptions im Massenmarkt angekommen sind.
Diese Dynamik wirkt zurück auf das Produkt selbst. Turley verweist darauf, dass steigende Nutzung schnellere Lern- und Optimierungszyklen ermöglicht. Feedback aus hunderten Millionen Interaktionen fließt kontinuierlich in Systemverbesserungen ein – in Reaktionsgeschwindigkeit, Stabilität und sprachliche Natürlichkeit.
Mit den jüngsten Rekorden erreicht ChatGPT eine Dimension, die man von globalen Tech-Playern wie Google oder Meta kennt. Entscheidungen wirken nicht mehr auf ein Produkt, sondern auf einen digitalen Raum mit hunderten Millionen aktiven Nutzer:innen und einem wachsenden Werbe- und Handelsökosystem. In den USA sehen Nutzer:innen der Free- und Go-Stufen inzwischen Werbung im Chat. Über Shop Campaigns können Shopify-Händler:innen ihre Produkte direkt im Dialog bewerben, Marken wie Adobe oder Audible testen das Format bereits. Günstig ist das jedoch nicht: Der Preis liegt bei rund 60 US-Dollar pro 1.000 Einblendungen, hinzu kommen hohe Mindestbudgets für frühe Werbepartner:innen.
Zudem hat OpenAI kürzlich eine umstrittene Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium geschlossen, nachdem Verhandlungen zwischen Anthropic und dem Pentagon gescheitert waren. Im Zentrum stand die Frage, unter welchen demokratisch legitimierten und rechtlich verbindlichen Grenzen KI im sicherheitsrelevanten Bereich eingesetzt werden darf. Anthropic hatte auf ausdrücklich vertraglich fixierten Einsatzbeschränkungen bestanden, darunter ein Verbot inländischer Massenüberwachung und den Ausschluss vollständig autonomer Waffensysteme ohne menschliche Kontrolle. Als diese Bedingungen nicht durchgesetzt wurden und das Unternehmen politisch unter Druck geriet, etwa durch die Einstufung als „Supply-Chain Risk to National Security“ und die Anordnung, Anthropics Technologie aus Bundesbehörden zu entfernen, brachen die Gespräche ab.
OpenAI schloss kurz darauf eine eigene Vereinbarung, die den Einsatz der KI-Modelle in klassifizierten Netzwerken erlaubt; auch hier ist von Sicherheitsprinzipien und roten Linien die Rede, doch Details zu unabhängiger Kontrolle, parlamentarischer Aufsicht und technischer Durchsetzbarkeit dieser Zusagen bleiben bislang nur begrenzt öffentlich nachvollziehbar. Massenüberwachung und den Einsatz für autonome Waffen werden aber ebenso im OpenAI Deal negiert.
CancelChatGPT: Trend oder Wendepunkt?
Der Pentagon Deal hat nicht nur politische Debatten ausgelöst, sondern auch direkte Marktreaktionen. Mit CancelChatGPT.com ist eine eigene Website entstanden, die Kritik an OpenAI bündelt und Nutzer:innen konkrete Anleitungen zur Account-Löschung bietet. Popstar Katy Perry teilte auf X einen Screenshot der Claude-Preisseite mit markiertem 20-Dollar-Pro-Abo, andere posten Kündigungsbestätigungen neben neuen Rechnungen von Anthropic. In Reddit Threads rufen Dutzende dazu auf, ChatGPT zu verlassen. Anthropics Claude überholte ChatGPT zeitweise und rangierte auf Platz eins der meistgeladenen Produktivitäts-Apps im Apple App Store in den USA sowie ebenfalls auf Platz eins in Deutschland und Kanada. Kritiker:innen verweisen jedoch darauf, dass auch Anthropic staatliche Kooperationen unterhält, etwa mit Palantir und Amazon Web Services, die ebenfalls den Einsatz von KI-Modellen im sicherheitsrelevanten Kontext ermöglichen.
1 Million Tokens und stärkere Agents: Anthropic stellt Claude Sonnet 4.6 vor

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Googles neue Suche in Chrome: AI Mode neben Websites
Ideal für Produktvergleiche und Follow-up-Fragen, problematisch für Publisher: Googles neue Search Experience erlaubt die Parallelnutzung von AI Mode und Websites in einer Ansicht.
Mit einer brandneuen Sucherfahrung möchte Google das Tab Hopping beenden. In Chrome können User den AI Mode einfach parallel zu geöffneten Websites oder Suchergebnissen laufen lassen und Fragen stellen sowie die Konversation weiterführen. Das verschlankt Rechercheprozesse und hilft bei Vergleichen und Planungen. Für Publisher können sich indes Nachteile ergeben. Ohnehin bietet Google den Usern derzeit viele neue Touchpoints für die AI-Nutzung, die hilfreicher und persönlicher denn je wird – vom AI Mode über die Personal Intelligence bis hin zu Nano Banana.
Google startet Skills in Chrome:
Die besten Prompts als One-Click Tool immer wieder nutzen

So funktioniert die neue Suche in Chrome: KI-natives Browsing für mehr Übersichtlichkeit
Die neue Google-Suche in Chrome bringt den AI Mode als Paralleloption zur Web-Erfahrung. Das heißt, User können einen geöffneten Link direkt neben dem AI Mode öffnen und müssen nicht zwischen Tabs hin- und herwechseln. In diesem Kontext soll die Suchintention aus der Konversation mit dem AI Mode beibehalten werden, während die User Seiten öffnen, Details oder Produkte vergleichen und unmittelbar Fragen an den KI-Modus stellen. Das erinnert an AI-first Browser wie Comet von Perplexity und Atlas von OpenAI.
Google rollt diese neue Option zunächst in den USA aus, kündigte aber einen Roll-out für weitere Regionen für demnächst bereits an. Robby Stein, Vice President of Product für Google Search, sieht in der Entwicklung einen Gamechanger gerade für den Produktvergleich über verschiedene Seiten hinweg.
Today we shipped a new Search experience in @googlechrome to help you explore the web without constant back and forth between tabs. Now, when you click a link from AI Mode, the website opens side-by-side.
It’s a game changer for comparing details and products across sites,… pic.twitter.com/Ho6bzRgF3v
— Robby Stein (@rmstein) April 16, 2026
Zusammen mit Mike Torres, Vice President of Product für Chrome, gibt er im Blog-Beitraf auf The Keyword ein Beispiel: Wenn User im Web nach einer Kaffeemaschine suchen, die ihrem Designstil entspricht und Cafè Latte machen kann, können sie die Angaben einfach im AI Mode eingeben und passende Suchergebnisse öffnen. Zu diesen können sie dann Fragen im AI Mode stellen, ohne zum Tab mit dem Modus oder einer Suchseite zurückwechseln zu müssen.
Die Parallelnutzung der Suche und Web-Inhalte kann das konzentrierte Arbeiten oder Recherchieren im Internet fördern. Für Publisher kann aber genau dieser für User und Suchende nützliche Aspekt zum Problem werden, wie auch der SEO-Experte Glenn Gabe auf Threads betont. Immerhin animiert der Modus dazu, Nachfragen zu Produkten oder Inhalten nicht auf der Website der Publisher nachzugehen, sondern mithilfe des AI Mode. Zudem können User durch diese Art der Suche kürzer auf geklickten Seiten verweilen und mehr Paralleloptionen aufrufen, die der AI Mode vorschlägt. Außerdem ist es vorstellbar, dass die User ihre Aufmerksamkeit, da mit dem AI Mode geteilt, nur bedingt den aufgerufenen Seiten zuwenden – was auch für Ads auf der Seite gelten mag. Und die sind für viele Publisher weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells.
Suche lässt sich um vorherige Tabs und Dokumente erweitern
Des Weiteren führt Google eine Option ein, mit der die Nutzer:innen des AI Mode noch mehr Kontext zur Suche hinzufügen können. Über das „Plus“-Menü in der Suchbox oder im Bereich neuer Tabs sowie das „Plus“-Menü im AI Mode können sie bereits besuchte Tabs, aber ebenso Bilder und Dateien wie PDFs als zusätzlichen Suchkontext ergänzen. Wer zum Beispiel bereits in vielen Tabs nach kinderfreundlichen Wanderrouten gesucht hat, kann diese einfach hinzufügen und nach ähnlichen Ergebnissen in unterschiedlichen Regionen suchen.
Überhaupt lässt Google zahlreiche User inzwischen über mehr und mehr Zugänge mithilfe der eigenen KI-Systeme agieren, von der Suche bis zur Prozessoptimierung. In diesem Kontext hat das Unternehmen kürzlich nicht allein den Chrome Browser mit diversen neuen Features wie dank Skills wiederverwendbaren Prompts und vertikalen Tabs für mehr Übersicht versehen, sondern auch die Google App für Windows optimiert. Diese lässt sich jetzt per Tastenkombination, Alt und Leerzeichen, direkt auf dem Desktop als Sparrings-Partner:in mit integriertem AI Mode nutzen. Auf dem Mac ist unterdessen endlich die Gemini App angekommen, die User beispielsweise zur unmittelbaren KI-Fotogenerierung mit Nano Banana nutzen können.
Wer Googles KI-Bildmodell Nano Banana 2 nutzt, kann neuerdings dank der Verknüpfung mit der Google Personal Intelligence hochpersonalisierte Visuals erstellen lassen. Denn Google kann in diesem Kontext auf Google Photos und persönliche Details aus Google Apps zugreifen. So lässt sich beispielsweise als Prompt angeben: Erstelle ein Bild von mir in London, das meine Persönlichkeit widerspiegelt.
Auch diese Funktion kommt zunächst in die USA, für Google AI Plus, Pro und Ultra. Bald soll sie aber umfassend ausgerollt werden, ebenso für Gemini in Chrome. In einem erweiterten Roll-out befindet sich unterdessen die Personal Intelligence bereits, die den AI Mode mit Gmail, Google Photos und anderen Diensten verbindet, um die Suche so persönlich wie nie zuvor zu gestalten. Dabei geben User aber zusehends mehr persönliche Details preis, die Google künftig für sich nutzen könnte.
Google Chrome bekommt Vertical Tabs und Immersive Reading für mehr Übersicht

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