Künstliche Intelligenz
Social Media erst ab 14? Landeschefs erhöhen Druck auf Experten
Die Debatte über den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt wird zunehmend zum netzpolitischen Richtungskampf. Konkrete Verbotsforderungen nehmen zu, die quer durch die großen Volksparteien auch Widerhall finden. Vor allem die Staatskanzleien im Norden erhöhen nun den Druck auf die Bundesregierung, ihre bisherige Zurückhaltung aufzugeben und den Zugang zu Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook gesetzlich zu regeln.
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Die von der Bundesregierung im Herbst 2025 eingesetzte Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt soll zwar die wissenschaftliche Grundlage für künftige Gesetze liefern. Doch deren Ergebnisse werden erst im Sommer erwartet.
Schwesig fordert Tempo
Für die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), ist das viel zu spät. Die Sozialdemokratin fordert im Tagesspiegel mehr Tempo. Schwesig, der im September eine Schlappe bei der Landtagswahl droht, verweist auf die drastischen Inhalte, denen Minderjährige täglich schutzlos ausgeliefert seien.
Unterstützung erhält Schwesig aus dem christdemokratischen Lager. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) findet noch schärfere Worte und spricht von einer schweren Sünde, die der Staat begangen habe, indem er seiner Schutzfunktion in den vergangenen Jahren nicht nachgekommen sei. Er sieht die Gesellschaft an einem Abgrund stehen, wenn die ungefilterte Konfrontation mit schädlichen Inhalten nicht gestoppt werde.
„Führt in den Abgrund”
Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland begründete Günther seine Haltung mit einer düsteren Prognose für den sozialen Zusammenhalt: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, ohne einzugreifen, führt das unsere Gesellschaft in den Abgrund.“
Die inhaltlichen Entwürfe, die bereits im Raum stehen, gehen über bloße Altersgrenzen hinaus und greifen in das Geschäftsmodell der Tech-Giganten ein. Ein Papier der SPD-Fachleute sieht vor, die Nutzung sozialer Medien bis zum 14. Lebensjahr komplett zu untersagen. Für die Altersgruppe bis 16 Jahre soll es eine verpflichtende Jugendversion der Netzwerke geben.
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Die Jugendversion müsste ohne psychologisch optimierte Empfehlungsalgorithmen auskommen, die Nutzer durch endlose Feeds binden. Selbst für Erwachsene fordern die Sozialdemokraten neben Alterskontrollen, dass algorithmische Systeme standardmäßig deaktiviert sein sollen, um die digitale Souveränität zu stärken.
Experten zweifeln
Die CDU hat auf ihrem Stuttgarter Parteitag eine ähnliche Linie eingeschlagen und das Mindestalter von 14 Jahren in ihr Programm aufgenommen. Demgegenüber steht die Kritik von Verbänden wie dem Deutschen Kinderhilfswerk. Den Nachwuchs durch pauschale Verbote von der digitalen Teilhabe auszuschließen, könnte diesem zufolge neue Ungerechtigkeiten schaffen.
Zudem bleibt die juristische Hürde hoch. Forscher bezweifeln, ob ein so tiefgreifender Einschnitt in die Informationsfreiheit der Jugendlichen verfassungsrechtlich Bestand hätte. Die Expertenkommission muss nun den Spagat zwischen wirksamem Jugendschutz und den Grundrechten aller Beteiligten in der vernetzten Welt schaffen.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
Apple‑Geräte mit Microsoft Intune verwalten – zweiteiliges Live-Webinar
Viele Unternehmen setzen Microsoft Intune für das Gerätemanagement ein – doch bei iPhone, iPad und Mac stößt man auf Besonderheiten, die sich von Windows‑Umgebungen deutlich unterscheiden. In zwei Live-Webinaren, wahlweise einzeln buchbar oder als Kombi-Ticket, zeigt der frühere Apple‑Techniker Abbas Banaha, wie sich Apple‑Geräte zuverlässig in Intune integrieren, bereitstellen und absichern lassen.
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Zwei Webinare mit unterschiedlichem Fokus
Im ersten Termin erläutert der Experte die Grundlagen des Apple‑MDM‑Managements mit Intune, die Rolle von Apple Business sowie typische Stolperfallen beim Deployment.
Der zweite Termin widmet sich ausführlich dem macOS‑Management, inklusive Zero‑Touch‑Bereitstellung, App‑Rollouts, Sicherheitsrichtlinien und Compliance‑Modellen.
Zwei Webinare im Mai
Beachten Sie bite die unterschiedlichen Uhrzeiten der beiden Live-Webinare:
Das Kombi-Ticket für beide Webinare ist zu einem reduzierten Gesamtpreis von 269 Euro erhältlich.
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Beide Webinare enthalten Live‑Demos und bieten Raum für Fragen. Sie richten sich an IT-Administratoren, Systemverantwortliche, Endpoint-Manager und Entscheidungsträger, die Apple-Geräte mit Intune verwalten oder dies planen. Grundkenntnisse zu Microsoft Intune und Apple-Geräten sind empfehlenswert. Für das zweite Webinar werden zusätzlich grundlegende Erfahrungen mit macOS im Unternehmenskontext empfohlen. Nach jedem Webinar steht eine Aufzeichnung zur Verfügung.
Weitere Informationen und Anmeldung: Apple-MDM in Unternehmen mit Intune.
(ims)
Künstliche Intelligenz
Interstellarer Komet 3I/ATLAS ist unter fremdartigen Bedingungen entstanden
Der interstellare Komet 3I/ATLAS ist unter Bedingungen entstanden, die sich deutlich von jenen im frühen Sonnensystem unterscheiden. Das hat eine Analyse des Wassers auf dem Himmelskörper ergeben, berichtet die University of Michigan. Demnach ist das Verhältnis des Wasserstoffisotops Deuterium zu herkömmlichem Wasserstoff in dem Wasser auf 3I/ATLAS 30 Mal so hoch wie auf irgendeinem Kometen im Sonnensystem und sogar 40 Mal so groß wie im irdischen Wasser. Das lege nahe, dass es an der Geburtsstätte des Kometen deutlich kälter war als im frühen Sonnensystem und die Strahlung dort auch merklich geringer ausgefallen ist, erklärt die Astronomin Teresa Paneque Carreño, die an der Arbeit beteiligt war.
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Nicht unerwartet, aber bislang nicht bewiesen
Herausgefunden hat das Forschungsteam um Luis Salazar Manzano das mit dem MDM Observatory der Universität und dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) der Europäischen Südsternwarte in Chile. Letzteres sei leistungsfähig genug, um die Unterschiede zwischen Deuterium und Wasserstoff zu erkennen, erläutert das Team. Solche Analysen sind nicht neu, hier habe man sie aber erstmals an einem interstellaren Objekt erprobt. Im Ergebnis habe man den Beweis erbracht, „dass die Bedingungen, die zur Entstehung unseres Sonnensystems geführt haben, nicht im gesamten Weltraum vorherrschen“, sagt Paneque Carreño: „Das mag selbstverständlich klingen, aber es gehört zu den Dingen, die man erst einmal beweisen muss.“
Die Analyse sei überhaupt erst möglich gewesen, weil viele Dinge ideal zusammengekommen seien, allen voran die frühzeitige Entdeckung des Himmelskörpers. 3I/ATLAS wurde Anfang Juli 2025 mit dem Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) in Chile entdeckt, daher sein Name. Der interstellare Komet ist überhaupt nur der dritte Besucher in unserem Sonnensystem, der während des Durchflugs entdeckt wurde. Auf seiner Bahn durchs Sonnensystem befand er sich im Herbst aus der Perspektive der Erde hinter der Sonne. Deshalb mussten vorübergehend Sonden aus verschiedenen Ecken des Sonnensystems einspringen und die Beobachtung übernehmen. Später konnte er dann auch wieder von der Erde aus beobachtet werden. Die Analyse seines Wassers wird in Nature Astronomy vorgestellt.
(mho)
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Social-Media-Verbot: Türkei stimmt dafür, Norwegen arbeitet an Gesetzesentwurf
Die Überlegungen und Maßnahmen zu Social-Media-Verboten für Heranwachsende ebben international nicht ab. In dieser Woche wurde in der Türkei über eine strikte Altersgrenze für Social-Media-Angebote abgestimmt, in Norwegen wurde ein Gesetzentwurf angekündigt. In der Türkei will man die Nutzung für Jugendliche unter 15 Jahren verbieten, in Norwegen für Heranwachsende unter 16 Jahren.
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In der Türkei wurde am späten Mittwochabend über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag abgestimmt, wie die dpa berichtet. Demnach sollen Anbieter von Plattformen wie etwa Meta (Instagram, Threads, Facebook), ByteDance (TikTok) oder Snap (Snapchat) keine Dienste mehr für Nutzer unter 15 Jahren anbieten dürfen. Zudem werden sie dazu verpflichtet, Systeme zur Altersverifizierung und Kontrollmechanismen für Erziehungsberechtigte einzuführen. Hinzu kommen aber auch neue Richtlinien zum Umgang mit behördlichen Anordnungen oder gesperrten und gelöschten Inhalten. Zum einen müssten die Plattformen in dringenden Fällen innerhalb einer Stunde behördliche Anordnungen umsetzen. Zum anderen sollen sie sicherstellen, dass bereits gesperrte und gelöschte Inhalte nicht wieder in ihren Angeboten auftauchen. Sowohl Geldstrafen als auch die Reduzierung der Internetbandbreite werden bei Nichtbefolgung angedroht. Die Oppositionspartei CHP stellt sich gegen dieses Vorhaben. Unter anderem wirft sie der Regierung unter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor, dass unter dem Vorwand, Kinder zu schützen, neue Beschränkungen eingeführt werden. Das Gesetz muss noch von Erdoğan unterzeichnet werden und trete sechs Monate nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.
In Norwegen wurde derweil ein Gesetzesentwurf für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre angekündigt. Er soll bis zum Jahresende im Parlament eingebracht werden. Teil des Entwurfs ist eine Stichtagsregelung. Die Altersgrenze soll demzufolge jeweils auf den 1. Januar des Jahres festgelegt werden, in dem ein Teenager seinen 16. Geburtstag feiert. Dies laufe laut der Nachrichtenagentur NTB darauf hinaus, dass Jugendliche erst ab der zehnten Klasse populäre Social-Media-Angebote benutzen dürften. Für Støre sei die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen „eine der wichtigsten Prioritäten im Regierungsplan“. Über eine gesetzliche Beschränkung der Social-Media-Nutzung habe er seit seinem ersten Tag als Ministerpräsident nachgedacht. Er ist seit 2021 im Amt.
Deutschland wartet auf Kommissionsarbeit
In Deutschland sollen Maßnahmen zum Umgang mit Social-Media-Angeboten mithilfe der Kommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ erarbeitet werden. Anfang dieser Woche hat sie ihre Bestandsaufnahme vorgelegt, die als Grundlage für spätere Empfehlungen dienen soll. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte bei Einsetzen der Kommission im vergangenen Sommer angekündigt, dass Ergebnisse nach etwa einem Jahr vorliegen sollten – also in diesem Sommer.
(kbe)
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