Künstliche Intelligenz
Vibecoding: Wenn das KI-Paradies vom guten Willen der Firmen abhängt
Es war eine schöne Vorstellung: In Zukunft erschaffen wir unsere Apps und Programme einfach selbst. Passgenau und auf Zuruf. Vibecoding heißt das Zauberwort. Es macht reine Computernutzer zu Schöpfern. Ein Rückbezug zu den Anfangstagen des Heimcomputers, als viele Nutzer sich noch völlig selbstverständlich auch mit Programmierung beschäftigten, Listings aus Heften abtippten und sie veränderten. Doch Vibecoding ist im Vergleich dazu noch viel mehr angesichts der unermesslichen Möglichkeiten, die sich einem heute mit Technik bieten. Und all das ist schon für 20 Euro im Monat mit Tools wie Künstlicher Intelligenz zu haben.
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Eine Nachricht in dieser Woche zeigt jetzt aber auf, wie sehr dieses kleine Paradies vom guten Willen einiger Unternehmen abhängig ist. Anthropic hatte Claude Code still und ohne Ankündigung kurzzeitig aus dem Pro-Tarif entfernt. Aus der Chefetage wurde zwar rasch klargestellt, dass es nur ein Test bei einigen Neukunden sein sollte. Aber alleine, dass das Unternehmen diese Möglichkeit so ernsthaft in Betracht zieht, zeigt, wie groß die Bereitschaft in mindestens einer KI-Schmiede ist, ein Vibecoding-Werkzeug wieder aus den Händen der Consumer zu nehmen.

Malte Kirchner ist seit 2022 Redakteur bei heise online. Neben der Technik selbst beschäftigt ihn die Frage, wie diese die Gesellschaft verändert. Sein besonderes Augenmerk gilt Neuigkeiten aus dem Hause Apple. Daneben befasst er sich mit Entwicklung und Podcasten.
Preiserhöhung aus guten Gründen
Betrachtet man die andere Seite, ist der Schritt völlig logisch: Die KI-Unternehmen arbeiten nicht profitabel und die Kosten wachsen ihnen immer mehr über den Kopf, je mehr Nutzer diese Tools für sich entdecken und je mehr sie sie im Alltag nutzen. Wenn es eine Perspektive auf Refinanzierung und Gewinnschöpfung gibt, dann nur mit professionellen Nutzern, die deutlich mehr zahlen. Die Begrenzung der Nutzung gegenüber teureren Tarifen scheint wohl nicht bei allen Kunden dazu geführt zu haben, dass sie den 100-Euro-Tarif wählen. Also ist der nächste Schritt, die Einstiegshürde für das Vibecoding gleich komplett hochzusetzen.
Noch ist unklar, welche Lehren aus dem „Test“ gezogen werden. Und ob in dem hitzigen Wettbewerb Konkurrenten wie OpenAI und Google angesichts der eigenen Kostensituation mitziehen – oder gerade deshalb auf dem günstigen Preisniveau verbleiben. Denn dass allzu viele, denen die Nutzungslimits des Pro-Tarifs reichen, bereit sind, fünfmal pro Monat zu zahlen, darf bezweifelt werden. Unternehmen werden mit dem spitzen Bleistift die Personalkosten gegenrechnen, die sie durch den KI-Einsatz sparen. Vor allem viele private Nutzer werden eher wieder Abstand vom Vibecoding nehmen.
Alternativen in Sicht
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Gibt es Alternativen? Lokale KI-Modelle sind zwar besser geworden, an die Leistung der cloudbasierten Modelle reichen sie aber (noch) nicht heran. Immerhin sind sie ein Hoffnungsschimmer am Horizont, dass Vibecoding auf lange Sicht auch für den privaten Nutzer ein Thema bleiben wird.
Für den Moment ist die aktuelle Entwicklung aber eine Erinnerung daran, auf welchen tönernen Füßen das ganze KI-Business gebaut ist. Und vielen Entwicklern dürfte es sicher recht sein, dass es ihre Leistung auch mit KI nicht zum Nulltarif gibt.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
WTF: Metas KI-Chatbot half beim Knacken zehntausender Instagram-Accounts
Ein Support-Chatbot sollte Instagram-Nutzern helfen, wieder Zugriff auf ihre Accounts zu bekommen – tat aber genau das Gegenteil. Er ermöglichte jedem den Zugriff auf schlecht gesicherte Instagram-Accounts, wie das Unternehmen jetzt bekannt gab. Rund 20.000 Accounts sind demnach betroffen. Gefährdet war grundsätzlich jeder Account, der keine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert hatte.
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Angreifer hatten dadurch Zugriff auf alle in den Accounts hinterlegten Informationen, wie Geburtsdatum, persönliche Nachrichten, Bilder und Co. Auch der Zugriff auf verknüpfte andere Meta-Accounts, etwa bei Facebook, war möglich.
Chatbot öffnet die Tür zu fremden Accounts
Wie das ging, zeigt ein Video auf X. Der Angreifer mit Kenntnis des Instagram-Nutzernamens der Zielperson gibt im Login-Menü der Instagram-App den Nutzernamen ein und klickt den Button zum Zurücksetzen des Passworts an. Wie im Video zu sehen ist, war die einzige weitere Voraussetzung eine VPN-Verbindung über die ungefähre geografische Region der Zielperson, um bei Meta kein Misstrauen zu wecken.
Im weiteren Verlauf bietet die App an, einen Code zum Zurücksetzen des Passworts an die hinterlegte Mailadresse zu senden. Stattdessen klickt der Angreifer aber oben links auf „Get support“, um zu Metas besagtem KI-Chatbot zu gelangen. Diesen fordert er nun auf, den Code zum Zurücksetzen an eine neue Mailadresse zu schicken, um diese gleich mit „seinem“ Konto – beziehungsweise dem der Zielperson – zu verknüpfen. Prompt tut der Chatbot wie ihm geheißen, der Angreifer sendet wiederum den erhaltenen Code an den Chatbot und kann im weiteren Verlauf das Passwort des Accounts ändern, um darauf Zugriff zu erhalten.
Handel mit begehrten Nutzernamen
Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Maine veröffentlichte Metas Meldung über die Sicherheitspanne. Demnach waren insgesamt 20.225 Accounts betroffen, deren rechtmäßige Inhaber noch informiert werden sollen. 404 Media berichtet über mehrere Sicherheitsforscher, die in den vergangenen Wochen bereits vor der Masche warnten. Besonders begehrte Nutzernamen wurden demnach in cyberkriminellen Kreisen bereits zur Handelsware. So seien in einschlägigen Telegram-Gruppen Preislisten mit Nutzernamen geteilt worden, die zum Beispiel aus besonders wenigen Buchstaben oder einem bedeutungsvollen Wort bestehen, und die sich mit der Masche erbeuten ließen.
Die Sicherheitslücke kommt in etwa zeitgleich mit den Hacks prominenter Instagram-Accounts, wie dem offiziellen Account von Barack Obama aus dessen Zeit als US-Präsident. Auch John Bentivegna, ein ranghoher Angehöriger der US Space Force, wurde mit seinem Instagram-Account zuletzt Opfer iranischer Hacker.
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Überhaupt erst möglich machte die Probleme Metas im März angekündigter neuer „AI Support Assistent“. Mit ihm übertrug das Unternehmen wichtige Aufgaben vollständig einer künstlichen Intelligenz, versprach „zuverlässige Hilfe rund um die Uhr auf Facebook und Instagram – schnell, effektiv und so konzipiert, dass Kontoprobleme von Anfang bis Ende gelöst werden können.“ Paradoxerweise soll der Assistent auch denjenigen helfen, deren Accounts gehackt wurden. Mittlerweile ist die Lücke geschlossen, berichten mehrere Sicherheitsforscher. Ein Sprecher bestätigte das auch 404 Media. Es soll sich um einen Programmierfehler gehandelt haben. Meta fährt beim KI-Einsatz einen besonders offensiven Kurs, koppelt auch die Leistungsbewertung seiner Mitarbeiter an deren KI-Nutzung. Ob die Entwickler des „AI Support Assistenten“ auch KI nutzten und welche Zensur es dafür von Meta gab, ist nicht überliefert.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Saugroboter Mova P50 Ultra im Test: Saugt und wischt gut für unter 500 Euro
Der Mova P50 Ultra saugt gut, wischt ordentlich und bietet eine Reinigungsstation mit Heißwasser und Trocknung – für unter 500 Euro. Wo ist der Haken?
Der Mova P50 Ultra ist ein solider Saug- und Wischroboter mit Reinigungsstation, die den Betrieb des Geräts weitgehend automatisiert. Sie übernimmt Staubabsaugung, Moppreinigung mit heißem Wasser und deren Trocknung. Mit einer Saugleistung von 19.000 Pa ist der P50 Ultra klar im Mittelfeld verortet, das passt zum Preis des kleinen P50-Modells. Darüber ist der Mova P50 Pro Ultra (Testbericht) angesiedelt.
Dem günstigeren Geschwistermodell fehlen im Vergleich einige Sensorik- und Komfortmerkmale, vor allem bei der Objekterkennung und für Reinigungsmittel. Warum der P50 Ultra ohne Pro-Zusatz dennoch das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, klärt der Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Mova P50 Ultra?
Die Bauhöhe des Mova P50 Ultra liegt bei 9,8 cm, er entspricht damit dem typischen Saugroboter-Aufbau mit fest installiertem Laserturm. Das Gehäuse besteht wie immer aus Kunststoff, wirkt aber ausreichend wertig und gut verarbeitet. Der Staubbehälter im Roboter verbirgt sich unter der Oberseite, die entgegen vieler aktueller Modelle nicht magnetisch gehalten wird und komplett abnehmbar ist, sondern an einem Scharnier hängt. Der Behälter ist mit 300 ml eher klein, dank der automatischen Absaugung ist das im Alltag aber kein Problem. Der P50 Ultra bietet eine Hauptbürste mit Anti-Tangle-Funktion gegen Haarverwicklung, eine ausfahrbare Seitenbürste und zwei anhebbare Wischpads, von denen das rechte zum Rand hin ausgefahren werden kann.
Mova P50 Ultra – Bilderstrecke
Die Station übernimmt das automatische Entleeren in einen Staubbeutel mit 3,2 l Volumen. Dazu kommen ein Frischwassertank mit 4 l und ein Schmutzwassertank mit 3,5 l, mit deren Hilfe die beiden drehenden Wischmopps heiß gesäubert und schmutziges Wasser abgesaugt werden. Anschließend wird mit warmer Luft aktiv getrocknet.
Die Station misst 42 x 47 x 46 cm. Das ist nicht unbedingt klein, dank der sanften Rundungen und der weißen Farbe unseres Testmodells wirkt das aber weniger massiv als es eigentlich ist. Tanks und Abdeckungen sind gut zugänglich. Im Gegensatz zum Pro-Ultra-Modell kommt der P50 Ultra im Test zwar mit der Vorbereitung für eine automatische Reinigungsmitteldosierung, den Tank dafür müssen Nutzer aber hinzukaufen, sofern sie diese Funktion haben möchten. Ein Schuss Reiniger ins Frischwasser tut‘s aber auch.
Einrichtung: Wie schnell ist der Mova P50 Ultra betriebsbereit?
Auch wenn der Mova P50 Ultra mit deutlich unter 500 Euro günstiger als Topmodelle ist, bietet es dennoch viele von deren Funktionen. Die App ist für Kartierung, Einrichten von Sperrzonen sowie zahllose weitere Optionen Pflicht – ohne lässt sich der Roboter zwar auch nutzen, allerdings verschenkt man dann wie bei allen modernen Saugrobotern 90 Prozent des Potenzials. In der App lassen sich etwa Zeitpläne, Raumreihenfolgen und No-Go-Bereiche anlegen und auch die Stationseinstellungen – etwa wie oft Mopps gewaschen werden sollen – werden hier eingestellt. Wer mehrere Etagen hat, profitiert zusätzlich von mehreren speicherbaren Karten. Bei Funktionsumfang und Bedienbarkeit profitiert Mova deutlich von der engen Verbindung zu Konzernmutter Dreame.
Navigation: Wie gut erkennt der Mova P50 Ultra Hindernisse?
Der P50 Ultra kartiert per Lasersensor im Turm und nutzt weitere Sensoren zum parallelen Fahren an Wänden, gegen Treppenabsturz und zur Erkennung von größeren Hindernissen. Das sorgt in Tests für sauberes Bahnenziehen und lückenlose Raumabdeckung. Hinter Topmodellen zurück bleibt der P50 Pro allerdings bei der Erkennung von kleinen Objekten und Flecken auf dem Boden. So übersieht das Modell mangels fortschrittlicherer Objekterkennung gern kleine Teile wie Würfel, Katzenspielzeug oder Kabel, deren Farbe sich nicht genug vom Untergrund abhebt. In dieser Preisklasse ist das aber normal und daher verschmerzbar. Aufräumen vor der Reinigung des Roboters ist aber Pflicht. Der P50 Pro Ultra (Testbericht) ergänzt die Laser-Navigation für die Objekterkennung um eine RGB-Kamera, die zudem auch Haustiererkennung unterstützen soll.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Mova P50 Ultra?
Der Mova P50 Ultra bietet 19.000 Pascal Saugleistung – das ist kein Spitzenwert, der Mittelklasse aber absolut angemessen. Im Test zeigte der P50 Ultra auf Hartboden sehr gute, auf kurzflorigem Teppich solide Werte. Mit hochflorigem Teppich kann er hingegen wenig anfangen, hier schlagen sich aktuell Modelle mit adaptivem Chassis wie ein Roborock Saros 20 (Testbericht) deutlich besser. Modelle ohne Höhenanpassung wie der P50 Ultra fahren sich hier ansonsten gerne fest. Davon abgesehen ist die Reinigungsleistung ordentlich.
Beim Wischen bietet das Mova-Mittelklassemodell gemessen an der verwendeten Technik ebenfalls gute Ergebnisse. Die drehenden Wischpads lassen sich anheben, um Teppiche nicht zu befeuchten, und die Station wäscht die Mopps mit 75 °C heißem Wasser. Bei normal verschmutzter Wohnung wird so kein manuelles Eingreifen nötig.
Im Test blieben zwar – typisch für drehende Wischmopps – bei stärkerer Verschmutzung nach dem Wischen noch sichtbare oder beim Nachwischen messbare Rückstände zurück. Denn die drehenden Mopps sind schlicht irgendwann gesättigt und nehmen keinen Schmutz mehr auf, der Roboter kann das aber nicht erkennen. Besser sind hier Topmodelle mit Wischwalze, bei denen das schmutzige Wasser direkt nach dem Wischen wieder abgezogen wird. Für normale Verschmutzung reicht die Wischtechnik des P50 Ultra aber für gute Ergebnisse aus – auch am Rand, wo der Roboter sehr gut wischt.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Mova P50 Ultra?
Der P50 Ultra arbeitet mit einem Akku mit 14,4 V und 5,2 Ah, als Betriebsdauer werden bis zu 200 Minuten genannt. Nach rund 3,5 Stunden ist der Akku wieder vollgeladen. Im Alltag hängt die Betriebszeit wie immer stark von der zu reinigenden Umgebung ab. Im Test schaffte der P50 Ultra rund 80 bis 100 m² einer echten Wohnung – ein ordentlicher, wenn auch kein Spitzenwert.
Preis
Die UVP für den Mova P50 Ultra liegt bei 499 Euro. Aktuell am günstigsten mit rund 399 Euro ist er bei Amazon nach Abzug eines 20-Prozent-Coupons zum Anklicken. Der P50 Pro Ultra kostet damit derzeit etwa 200 Euro mehr.
Fazit
Der Mova P50 Ultra bietet viel Komfort pro Euro, vor allem durch die Station mit Absaugung und heißer Moppwäsche. Zudem sind Navigation, Saugleistung und – für die verwendete Technik – Wischleistung stark. Schwäche ist vor allem die Erkennung kleiner Hindernisse, das ist in der Mittelklasse aber aktuell immer noch normal. Hier bietet der P50 Pro Ultra Vorteile, der kostet aber auch ein gutes Stück mehr. Wir würden daher das günstigere Modell vorziehen.
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Tschernobyl: Anlage für abgebrannte Brennelemente getroffen
Bei einem russischen Drohnenangriff ist nach ukrainischen Angaben ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. Die Strahlenwerte lägen innerhalb der festgelegten Grenzwerte, hieß es.
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Ein Feuer habe sich auf einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet; es sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit. In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert.
IAEA-Chef Grossi: Vorfall äußerst besorgniserregend
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass sie von ukrainischer Seite über die „erheblichen Schäden“ an dem Gebäude informiert worden sei. Betroffen sind demnach die Fassade, die Fenster und Türen. Auch benachbarte Gebäude seien durch die Druckwelle in Mitleidenschaft gezogen. Ein IAEA-Team werde die Anlage in Kürze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten, teilte die Behörde mit.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte weiter, der Vorfall sei äußerst besorgniserregend, da er sich in einer Liegenschaft ereignet habe, wo große Mengen an Kernmaterial gelagert seien – nur wenige Meter vom angegriffenen Gebäude entfernt. Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel und verstießen direkt gegen zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit während eines militärischen Konflikts, sagte Grossi.
Im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der seit mehr als vier Jahren andauert, kam es bereits mehrfach zu Zwischenfällen auch an Kernkraftwerken. Besonders betroffen von den Kämpfen ist das AKW Saporischschja im Süden.
Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der größte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. Bereits im vorigen Jahr war der neue Sarkophag des Unglücksreaktors von einer russischen Drohne getroffen, wodurch dieser nachhaltigen Schaden nahm.
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