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Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz: Ringen um Regeln für KI-Einsatz im Krieg


Mit einer nicht mehrheitsfähigen Liste von Empfehlungen für die politische Regulierung des militärischen Einsatzes von Künstlicher Intelligenz ist am Donnerstag im spanischen A Coruña die dritte „Responsible AI in the Military Domain“-Konferenz (REAIM) zu Ende gegangen.

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Regierungen müssen die Risiken des militärischen Einsatzes von KI detaillierter bewerten, heißt es in den Empfehlungen, die von nur 35 der 80 vertretenen Staaten, darunter Deutschland, unterzeichnet wurden. Entscheidungsprozesse müssten so dokumentiert werden, dass die Verantwortung für den Einsatz automatisierter Waffensysteme nachvollziehbar bleibt. Großmächte wie die USA und China haben das Abschlussdokument nicht unterzeichnet.

Die Regel, dass grundsätzlich ein Mensch und nicht die Maschine eine Waffe auslösen müsse („Human in the Loop“), sei überholt, betonte Jeroen van der Vlugt, CIO des niederländischen Verteidigungsministeriums. „Das stimmt schon bei konventionellen Waffensystemen heute nicht mehr.“ Regulierungen müssten Verantwortlichkeit über die gesamte Befehlskette und die Lebensdauer von KI-Waffensystemen klar definieren.

Im Rahmen der mit 1200 Teilnehmern und über 80 Delegationen gut besuchten Konferenz gaben UN-Vertreter den Startschuss für die Entwicklung eines Katalogs freiwilliger Maßnahmen für die zuliefernde KI-Branche.

Im vergangenen Jahr hatte die auf Initiative der Niederländer gegründete „Global Commission REAIM“ einige Richtlinien für Staaten, Militärs und Industrie erarbeitet. Diese Bemühungen, ganz konkrete Schritte für den Einsatz von KI in militärischen Zusammenhängen zu erarbeiten, finden sich in Teilen auch im Abschlussbericht der Konferenz 2026 wieder („Pathways to Action“).

Die nationale Politik der Staaten müsse internationales Recht einhalten und garantieren, lautet eine der Empfehlungen. Militärs sollten Entscheidungsprozesse beim Einsatz automatisierter Waffen dokumentieren, um Verantwortlichkeit später zweifelsfrei feststellen zu können. Zudem seien Risikobewertungen der Systeme vor dem operativen Einsatz notwendig.

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Auch Datenbanken mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen von Systemen hielt die Kommission für sinnvoll. Eine Vertreterin des spanischen National Cryptologic Centers verwies in A Coruña auf nicht unerhebliche Manipulationsrisiken, etwa die „Vergiftung“ von Datensätzen, die zu falschen Aufklärungsergebnissen führen können.

Bemerkenswert am Bericht der Kommission ist die lange Liste der KI-Systeme, die bei Streitkräften verschiedener Länder bereits im Einsatz sind. Sie reicht von der KI-unterstützten Entscheidungshilfe FELIX bei der NATO über Forschungsprogramme zur Verkürzung der Entwicklungszeiten für Kampfflieger bis zu operativ eingesetzten KI-Systemen: etwa Maven Smart von Palantir (NATO), das auf LLAMA beruhende LLM ChatBIT (China) und autonome Streubomben der Marke Harpy (Israel).

Die lange Beispielliste illustriert, wie weit diplomatische Versuche, gemeinsame Normen zu schaffen, hinter der Realität militärischer KI-Anwendungen zurück geblieben sind. Statt auf internationale Abkommen zu hoffen, konzentriert man sich bei REAIM auf gemeinsame Definitionen und Risikoabschätzung. Vielleicht könnte man sich auf eine Datenbank zu Vorfällen mit KI-Militärsystemen einigen, so eine Hoffnung.

Eine harte rote Linie gelte es aber festzulegen, mahnte eine Vertreterin der Global Commission REAIM, Denise Garcia: die Nutzung von KI bei Entscheidungen im Einsatz von Nuklearwaffen müsse geächtet werden. Für automatisierte, tödliche Waffensysteme müsse es verbindliche internationale Regeln geben. Von der EU erhofft sich die Wissenschaftlerin „eine gemeinsame Position“ in anstehenden Gesprächen zu einem möglichen völkerrechtlichen Vertrag bei der UN.

„Neue internationale Gesetze zu autonomen Waffensystemen sind auf jeden Fall machbar“, erklärt eine Sprecherin der Initiative „Stop Killer Robots“ auf Anfrage von heise online. Die Vereinten Nationen könnten dabei auf Ergebnissen der UN-Arbeitsgruppe zu tödlichen autonomen Waffen aufbauen. „Man muss jetzt einfach den nächsten Schritt gehen.“


(vbr)



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Künstliche Intelligenz

10 Jahre Medizininformatik-Initiative: „Vernetzte Struktur statt Flickenteppich“


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Vor zehn Jahren startete die Medizininformatik-Initiative (MII) mit dem Ziel, die fragmentierte Gesundheitsdatenlandschaft in Deutschland zu vernetzen und für Forschung und Versorgung nutzbar zu machen. Was damals von heterogenen Systemen, rechtlichen Hürden und fehlenden Standards geprägt war, ist heute eine gewachsene Dateninfrastruktur.

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Zum Auftakt des Jubiläumssymposiums machte Prof. Björn Eskofier vom LMU Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München deutlich, „dass natürlich Daten die Grundlage für moderne, präzise und personalisierte Medizin sind.“ Gleichzeitig zeigte er, wie sich Datenschutz und Datennutzung verbinden lassen, etwa durch verteilte Ansätze: „dass die Daten vorerst unter lokaler Kontrolle bleiben in den einzelnen […] Kliniken und trotzdem eine verteilte Analyse ermöglicht wird.“ Viele KI-Modelle schaffen es jedoch bisher nicht in den klinischen Alltag: „Es gibt kein Algorithmenproblem in der Medizin, es gibt ein Inverkehrbringungsproblem“, so Eskofier.

Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF), blickte auf die Entwicklung der Initiative zurück. Begonnen habe es damit, „als Deutschland einen starken Rückstand in der Digitalisierung im Gesundheitswesen und im Bereich E-Health hatte“ und Daten kaum übergreifend nutzbar waren. „Wir haben eine bundesweit föderierte Dateninfrastruktur geschaffen“, so Semler. Dazu gehören Datenintegrationszentren an allen Universitätskliniken, ein gemeinsamer Kerndatensatz und mit dem Forschungsdatenportal Gesundheit (FDPG) eine zentrale Anlaufstelle. Inzwischen finde die Nutzung der Daten statt, das sei Semler zufolge ein entscheidender Schritt über den reinen Infrastrukturaufbau hinaus. „Ganz wichtig“ sei auch die gemeinsame Zusammenarbeit als Grundlage für die Zukunft.

Im anschließenden Grußwort sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Matthias Hauer: „Wir alle wissen, Daten sind der Rohstoff der Zukunft.“ Die MII habe gezeigt, „was möglich ist, wenn Wissenschaft, Versorgung und Politik gemeinsam den digitalen Aufbruch wagen“. Zugleich verwies er auf konkrete Fortschritte, dank denen „mehr als 200 Millionen Vitaldaten aus der Intensivmedizin“ verfügbar sind. Insgesamt habe man „aus den über 500 Millionen Euro Unterstützung“ eine leistungsfähige Infrastruktur aufgebaut. Über 450.000 Menschen haben bereits freiwillig ihre Daten zur Verfügung gestellt. „Das ist ein Erfolg, der nur durch Vertrauen möglich ist“, so Hauer.

Mit Initiativen wie dem European Health Data Space (EHDS) oder der Hightech-Agenda des BMFTR sollen mehr Daten für die Forschung bereitstehen. Aus einem „Flickenteppich“ ist laut Hauer eine „starke vernetzte Struktur“ geworden. Das MII-Jubiläum fällt in das Wissenschaftsjahr 2026, das unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ steht und eine Medizin in den Fokus rückt, die „präventiv, personalisiert, digital und partizipativ ist“. Experten diskutieren in diesem Zusammenhang bereits über aktuelle Trends der digitalen Gesundheit und deren soziale Folgen.

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(mack)



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Amazon will Satellitenproduktion und Startkadenz für Leo steigern


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Der Aufbau von Amazons Satellitenkonstellation Leo läuft nach Plan: Mehr als 200 Satelliten sind bereits im All. Weitere stehen bereit. Aktuell ist Leo laut Amazon die drittgrößte Satellitenkonstellation im Orbit.

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Für den kommenden Monat sind nach Angaben von Amazon drei weitere Satellitenstarts angesetzt. Damit sei man im Plan, im ersten Jahr des Aufbaus elf Starts durchzuführen. In Zukunft soll die Zahl auf 20 Starts pro Jahr steigen.

Derzeit stehen laut Amazon sechs vollständig bestückte Nutzlasten mit rund 200 Satelliten an der Startvorbereitungsanlage im US-Bundesstaat Florida bereit, eine weitere Nutzlast wird in Kourou im französischen Übersee-Department Französisch-Guayana vorbereitet.

Um eine möglichst große Zahl von Satelliten auf einen Schlag ins All zu bringen, setzt Amazon auf Schwerlastraketen. Der erste Transport mit einer Schwerlastrakete fand im Februar statt: Die europäische Trägerrakete Ariane 6 brachte 32 Satelliten ins All.

Neben der Ariane 6 sollen auch die Vulcan Centaur des US-Raumfahrtunternehmens United Launch Alliance (ULA) sowie die New Glenn von Jeff Bezos’ Unternehmen Blue Origin zum Einsatz kommen. Die Vulcan Centaur soll zunächst 40 Satelliten transportieren können, die New Glenn 48 Satelliten. Alle drei Raketen verfügen über genug Platz für weitere Satelliten.

Die Ariane wird laut Amazon in absehbarer Zeit mit verbesserten Boostern ausgestattet, sodass sie mehr Satelliten ins All bringen kann. Verbesserungen gibt es auch bei der Atlas V: Durch den Einsatz eines stärkeren Triebwerks wird die Rakete von ULA bei seinen kommenden Missionen 29 statt bisher 27 Satelliten transportieren. Der erste Flug mit 29 Satelliten an Bord ist für den kommenden Sonntag geplant.

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Amazon baut die Leo-Satelliten in seiner Fabrik in Kirkland im US-Bundesstaat Washington. Derzeit liefen dort mehrere Satelliten pro Tag vom Band, teilte Amazon mit. Die Kapazität könne jedoch noch gesteigert werden: Möglich sei, 30 Satelliten pro Woche zu bauen. Die werde jedoch derzeit nicht ausgeschöpft, weil nicht genug Trägerraketen zur Verfügung stünden.

Amazon hat 100 weitere Satellitenstarts gebucht, unter anderem bei Blue Origin und dessen Konkurrenten SpaceX. 80 davon sind für den Aufbau der ersten Generation gedacht, die weiteren für die Satelliten der zweiten Generation. Die reservierten Kapazitäten sollen ausreichen, um mehr als 800 Satelliten ins All zu schießen.

Um diese Startfrequenz umzusetzen, hat Amazon über 200 Millionen US-Dollar in die Modernisierung der Startanlagen von ULA auf der Cape Canaveral Space Force Station im US-Bundesstaat Florida sowie in zweites Schiff, das Booster vom ULA-Werk in Alabama nach Cape Canaveral transportiert.

Zudem hat Amazon die Startvorbereitungsanlage in Florida gebaut. Eine vergleichbare Anlage soll auch auf der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien entstehen, um künftig auch Satelliten von der Westküste aus starten zu können.


(wpl)



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Apple Business vereint MDM, E-Mail und Markenmanagement ab 14. April


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Apple hat mit Apple Business eine neue Plattform angekündigt, die sämtliche Unternehmensdienste des Konzerns unter einem Dach vereint. Der Dienst soll ab dem 14. April 2026 in mehr als 200 Ländern und Regionen kostenlos verfügbar sein – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Apple Business löst die bisherigen Einzelprodukte Apple Business Essentials, Apple Business Manager und Apple Business Connect ab. Das Angebot dürfte primär kleinere Unternehmen ansprechen, die mit der gemeinsamen Plattform jetzt einen einfacheren Zugang zu den verschiedenen Diensten erhalten.

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Wie Apple in der Ankündigung erläutert, umfasst die Plattform integrierte mobile Geräteverwaltung (MDM), geschäftliche E-Mail-, Kalender- und Verzeichnisdienste mit eigenen Domains sowie ein Markenmanagement für Apple Maps, Wallet und weitere Services. Verwaltete Apple Accounts sollen durch kryptografische Trennung berufliche und private Daten auf den Geräten voneinander abschotten. Administratoren können allerdings die Anmeldung privater Apple-Accounts auf Firmengeräten auch einfach komplett unterbinden.

Die integrierte Geräteverwaltung richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die keine separate MDM-Lösung wie Jamf Pro oder Microsoft Intune betreiben wollen. Apple Business bietet vorkonfigurierte Entwürfe für Geräteeinstellungen und Apps, Benutzergruppen-Management nach Funktion oder Team sowie benutzerdefinierte Rollen für granulare Zugriffskontrolle. Verwaltete Apple Accounts lassen sich automatisch über Identity-Provider wie Microsoft Entra ID oder Google Workspace erstellen. Für größere Unternehmen dürfte die Admin-API interessant sein, mit der sie über vorhandene Tools auf Apples neue Plattform zugreifen können. Für Unternehmen mit komplexeren Anforderungen dürften spezialisierte Lösungen wie Jamf Pro weiterhin die bessere Wahl sein – einen Überblick über MDM-Systeme im Vergleich bietet unser Ratgeber.

Die Basisplattform ist kostenlos. Apple Business Essentials wird nach dem 14. April nicht mehr verfügbar sein – bestehende Kunden zahlen dann keine monatliche Servicegebühr für die Geräteverwaltung mehr. Daten aus Apple Business Connect werden automatisch migriert. Die Apple-Business-App sowie die E-Mail-, Kalender- und Verzeichnisfunktionen erfordern iOS 26, iPadOS 26 oder macOS 26. Welche Neuerungen iOS 26 für den Unternehmenseinsatz bringt, haben wir in einem separaten Ratgeber zusammengefasst.

Neben der Geräteverwaltung bietet Apple Business ein umfassendes Markenmanagement: Unternehmen können Name, Logo und Standortdetails einheitlich in Apple Maps, Wallet und weiteren Apps pflegen, Standort-Einblicke zu Suchvorgängen und Klicks einsehen sowie ab Sommer 2026 Werbung in Apple Maps schalten. Tap to Pay auf dem iPhone lässt sich mit eigenem Markenlogo nutzen.

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Update

24.03.2026,

19:43

Uhr

Eine Passage zu zubuchbaren Ergänzungen wurde entfernt, da diese zunächst nur in den USA angeboten werden.


(mki)



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