Digital Business & Startups
5 neue Startups: Linq Photonics, Nexus Politics, Vakanzio, reltix, Food be Good
#Brandneu
Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Linq Photonics, Nexus Politics, Vakanzio, reltix und Food be Good

deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten, an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die vor Kurzem aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.
Linq Photonics
Die Heidelberger Firma Linq Photonics möchte das Quantencomputing durch hochpräzise, integrierte photonische Steuerungssysteme revolutionieren. „Our innovative photonic solutions are poised to accelerate the business potential of quantum computing, propelling organizations into a new era of computational capabilities“, so das Team der Gründer:innen Jade Robinson, Rasmus Bankwitz und Julius Römer.
Nexus Politics
Nexus Politics aus München, von Magnus Strobel und Christoph Waffler an den Start gebracht, bietet ein Betriebssystem für digitale Demokratie, um politischer Unzufriedenheit durch integrierte Beteiligungs- und Governance-Tools zu begegnen. „Nexus Politics verbindet Bürger direkt mit ihren Politikern, um lokale Probleme gemeinsam zu erkennen und zu lösen“, so das Startup.
Vakanzio
Hinter Vakanzio aus Kaufbeuren von Fabian Warmdt und Sascha Lang auf die Beine gestellt, steckt ein „intelligenter Co-Pilot für Ihre Recruiting-Akquise“. Die datengetriebene Vertriebsplattform findet für Recruiting-Agenturen, Personalberater und Headhunter gezielt „die Unternehmen, die jetzt einstellen – und die richtigen Ansprechpartner dazu“.
reltix
Das Startup reltix aus Düsseldorf hat sich vorgenommen, das Thema „Hausverwaltung neu zu denken“. „Intelligente Abläufe im Hintergrund, feste Ansprechpartner vor Ort und ein intuitives Eigentümer?Portal. So wird die Verwaltung Ihrer Immobilien sorgenfrei und wertsteigernd zugleich“, lautet es auf der Seite des von Andreas Plakinger, Léon Bamesreiter und Jan Horstmann gegründeten Unternehmens.
Food be Good
Bei Food Be Good aus Frankfurt an der Oder, von Alice Warkentin ins Leben gerufen, geht es mit Hilfe eines innovativen Abonnement-Modells um die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in öffentlichen Kantinen. “Unsere Mission ist es, dafür zu sorgen, dass unverkaufte Mahlzeiten an Studierende verteilt werden, anstatt weggeworfen zu werden”, erklärt das Startup
Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!
WELCOME TO STARTUPLAND

SAVE THE DATE: Bereits am 18. März findet unsere dritte STARTUPLAND statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über Startupland
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
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Digital Business & Startups
Tytan erhält 30 Millionen – FLEXOO sammelt 11 Millionen ein – Secfix bekommt 12 Millionen
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ DefenseTech Tytan Technologies erhält 30 Millionen +++ DeepTech-Startup FLEXOO sammelt 11 Millionen ein +++ Compliance-Startup Secfix bekommt 12 Millionen +++ Finanzspritze für Benefits-Manager +++ Frank Thelen investiert in Zahnheld +++

Im #DealMonitor für den 25. Februar werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere zweite STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: STARTUPLAND 2026 findet bereits am 18. März statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Tytan Technologies
+++ Nato Innovation Fund, Amira, sowie Altinvestoren wie OTB Ventures und Lakestar investieren 30 Millionen Euro in Tytan Technologies. „The deal values Tytan at more than €100mn, according to people familiar with the fundraising“, berichtet die FT. Das Münchner DefenseTech, 2023 von Batuhan Yumurtaci und Balazs Nagy gegründet, setzt auf KI-gesteuerte Abfangdrohnen. „Drones are reshaping warfare, but the countermeasures are costly and not scalable. Traditional solutions cannot keep up. TYTAN meets this critical demand with rapid development cycles and adaptable solutions that address the rapidly changing landscape“, heißt es auf der Website. Visionaries Club hielt zuletzt 13,5 % an Tytan. OTB war vor der aktuellen Investmentrunde mit 6,7 % an Bord. Auf Lakestart und Magnatic entfallen derzeit 6,5 %. Mehr über Tytan Technologies
FLEXOO
+++ eCAPITAL und AUMOVIO investieren 11 Millionen Euro in FLEXOO. Das Heidelberger DeepTech-Startup, 2023 gegründet, entwickelt „ultradünne, frei formbare Sensoren, die direkt in einzelne Batteriezellen integriert werden“. Das Schlagwort dabei lautet „Physical-AI-Sensorplattform“. Die Sensoren des Unternehmens sollen „Physical AI überhaupt erst möglich“ machen. „Nur ultradünne, frei formbare Sensorik schließt die Lücke zwischen physischer Hardware und lernenden Algorithmen“, heißt es in einer Presseaussendung. Das frische Kapital soll den unter anderem „den globalen Roll-out beschleunigen“. Mehr über FLEXOO
Secfix
+++ Alstin Capital, Bayern Kapital und Altinvestor neosfer, der Frühphaseninvestor der Commerzbank-Gruppe, investieren 12 Millionen US-Dollar in Secfix. Das Münchner Startup, 2021 von Fabiola Munguia und Grigory Emelianov gegründet, möchte „kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) helfen, ihre IT-Sicherheit und Compliance schnell und einfach zu automatisieren“. Mit dem Kapital möchte das Team „die Expansion in ganz Europa vorantreiben und seine KI-nativen Funktionen sowie das CISO-as-a-Service-Angebot weiter ausbauen“. Octopus Ventures, Neosfer und Business Angels investierten zuletzt 3,6 Millionen Euro in Secfix. Mehr über Secfix
Benefits-Manager
+++ bmp Ventures investiert 500.000 Euro in Benefits-Manager. Das Startup aus Magdeburg, 2024 von Philipp Wiehl und Mario Fleischhauer gegründet, möchte sich als „All-in-One Lösung für Mitarbeiter-Benefits“ etablieren. Das Team „kombiniert eine skalierbare Softwareplattform mit prüfsicherer Beratung, um steueroptimierte Mitarbeiterbenefits effizient umzusetzen und Lohnnebenkosten zu senken“. Mehr über Benefits-Manager
Zahnheld
+++ Tech-Investor und TV-Löwe Frank Thelen investiert eine ungenannte Summe in Zahnheld. Das Unternehmen aus Biberach, 2016 von Fabian Bentz gegründet, setzt auf elektrische Schallzahnbürsten, Mundduschen und Zahnpasta. Das Zahnpflege-Team plant derzeit zudem den Start einer „eigenen Kindermarke für funktionale Mundpflege“. Investor Thelen hält nun 24 % an Zahnheld. Neben Thelen sind auch seine Freigeist Capital-Mitstreiter Marcel Vogler (7 %), Marc Sieberger (5 %) und Alex Koch (4 %) an Zahnheld beteiligt. Mehr über Zahnheld
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+++ HealthTech – nyra.health +++ Plato +++ SparePartsNow +++ SouthwestX +++ L-Booster +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ STARTUPLAND: Sales Rewards Those Who Stay +++ Auch nyra.health profitiert vom HealthTech-Boom +++ StartupsToWatch: Plato +++ SparePartsNow expandiert in die USA +++ Factory SouthwestX startet L-Booster +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 25. Februar).
#STARTUPLAND: Noch 21 Tage!

If you live and breathe startups – this is your event.
+++ Am 18. März findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere dritte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
Live im STARTUPLAND: Rebecca Göckel (NOMOO)

+++ Das Kölner Unternehmen NOMOO, 2018 von Rebecca Göckel und Jan Grabow gegründet, setzt auf kuhmilchfreies Eis. Das Sortiment der Jungfirma umfasst neben Bechereis auch Stieleis in über 15 verschiedenen Sorten. Das Team vertreibt NOMOO in mehr als 3.000 Supermärkten in der DACH-Region sowie auch im Außer-Haus-Geschäft – darunter Gastronomie und Tankstellen und nicht zuletzt über den eigenen Onlineshop. Zuletzt erwirtschaftete das Team einen Umsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich. Dabei wuchs das Unternehmen, das 15 Mitarbeitende beschäftigt, pro Jahr um 40 % und somit deutlich stärker als der restliche Eismarkt. Ihr Thema im STARTUPLAND: Sales Rewards Those Who Stay.
#STARTUPTICKER
HealthTech – nyra.health
+++ Der HealthTech-Boom in der DACH-Region geht munter weiter! Das Wiener E-Health-Startup nyra health sammelte gerade weitere 20 Millionen Euro ein – unter anderem von Armira Growth, Wellington Partners und Crane Venture Partners. Die Jungfirma setzt auf KI-gestützte Therapielösungen für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen. Zum Unternehmen gehören die Therapiesoftware myReha und das klinische Managementsystem nyra insights. Zu den vielen (jungen und älteren) Health-Startups, die uns zuletzt aufgefallen sind, gehören zudem Circle Health, Ficus, Gardia, hellomed, Mirantus Health und Recare. Mehr über HealthTech
Plato
+++ StartupsToWatch: Plato. Das Berliner Startup, 2024 von Benedikt Nolte, Matthias Heinrich und Oliver Birch gegründet, positioniert als „KI-Betriebssystem für den Großhandel“. Konkret unterstützt die Jungfirma „Großhändler dabei, ihre Daten zu nutzen und Prozesse zu automatisieren, um Umsätze um bis zu 15% zu steigern, ohne zusätzliches Personal aufzubauen“. Der milliardenschwere Londoner Geldgeber Atomico, der Berliner Geldgeber Cherry Ventures, Discovery Ventures und D11Z.Ventures investierten zuletzt 14,5 Millionen US-Dollar in die Jungfirma. Cherry Ventures und Business Angels investierten zuvor zudem bereits – samt staatlicher Unterstützung durch das BMWi – 6,5 Millionen US-Dollar in Plato. „Großhändler suchen dringend nach branchenspezifischer KI-Software, um operative Herausforderungen zu lösen – und genau diese Lösung ist Plato“, ist sich Andreas Helbig, Partner bei Atomico, sicher. Gerade das Investment von Atomico legt die Meßlatte bei Plato nun extrem hoch. Zu den heißen Startups aus deutschen Landen, die vom Top-Geldgeber unterstützt werden, gehören Andercore, DeepL (Unicorn), deeploi, Mondoo, Omio (Unicorn), Scoutbee, Vaayu und Vay. Mehr über Plato
SparePartsNow
+++ Expansion! Das Münchner Startup SparePartsNow, eine „B2B-Plattform für industrielle Ersatzteile“ drängt in die USA. „Europäische Top-Brands werden auf der Plattform in den USA zu Preisen angeboten, die teilweise zwischen 20 und 50 % unter dem bisherigen US-Marktniveau liegen“, teilt das Team mit. Das Unternehmen rechnet deswegen „mit einer hohen Nachfrage im US-Markt“. Nach dem Start in die USA steht der Markteintritt im „südostasiatischen Markt“ auf der Agenda. SparePartsNow, 2021 in Aachen gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 17 Millionen Euro ein – insbesondere von branchennahen Geldgebern. Mehr über SparePartsNow
L-Booster
+++ Kohle ohne Anteilsabgabe! Die Startup Factory SouthwestX (Saarland, Rheinland-Pfalz) startet mit L-Booster ein „Wachstumsprogramm für technologieorientierte Startups in der frühen Marktphase“. Ausgewählte Teams erhalten dabei „25.000 Equity-Free Capital sowie eine strukturierte dreimonatige Skalierungsbegleitung“. Das Programm, das durch die Unternehmerfamilie Loose und ihr L-Family Office finanziert wird, plant zwei Durchgänge pro Jahr. Als ersten Team kommt Ideastream.io aus Saarbrücken in den Genuss von L-Booster. Nun sucht das L-Booster-Team weitere „DeepTech-Startups und KI-basierte Geschäftsmodelle mit disruptivem Potenzial“. Mehr über SouthwestX
Vestio
+++ Die Jungfirma Vestio tritt an, um die Stilberatung zu digitalisieren. Hinter der „Fashion-Tech-App für Männer“ stecken Klarsolar-Gründer Bastian Arend, der sein Startup zuletzt an E.ON verkauft hat, und Menswear Influencer Justus Hansen. Mehr über Vestio
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ HealthTech nyra.health sammelt 20 Millionen ein +++ KI-Startup VoiceLine erhält 10 Millionen +++ Rapidata bekommt 8,5 Millionen +++ Einklang streicht 2,2 Millionen ein +++ DHDL: Andenkraft, admark.ai und eezee. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
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Customer-Support-ROI: Warum Ticket-Automatisierung allein nicht ausreicht
Im Jahr 2026 stehen viele Führungskräfte vor einem echten Paradox: Die klassischen Kennzahlen im Customer Support erreichen Höchststände – und dennoch bleibt der Zusammenhang mit messbarem wirtschaftlichem Nutzen oft unklar.
Das Problem liegt nicht darin, dass gängige Automatisierungsansätze grundsätzlich nicht funktionieren. Vielmehr reicht es nicht aus, lediglich Tickets zu automatisieren, wenn Customer Support tatsächlich einen belastbaren ROI liefern soll. Der wahre Wert von Support liegt heute nicht mehr in der massenhaften Bearbeitung von Anfragen, sondern darin, Probleme frühzeitig zu verhindern, bevor sie sich zu messbaren wirtschaftlichen Verlusten entwickeln.
Warum sich Support-ROI 2026 schwerer belegen lässt
Moderne Support-Organisationen entwickeln sich zunehmend hin zu hybriden Modellen, in denen KI und menschliche Agents zusammenarbeiten. Eine Gartner-Umfrage zeigt: 95 % der Customer-Service-Verantwortlichen planen, auch künftig menschliche Agents parallel zu KI einzusetzen. Hybride Setups sind damit längst auf dem Weg zum Standard.
In der Praxis übernehmen KI-Systeme heute Routineanfragen, während Menschen komplexe oder kritische Fälle bearbeiten. Mit dieser veränderten Arbeitslogik verlieren klassische Kennzahlen wie Kosten pro Ticket, durchschnittliche Bearbeitungszeit oder Automatisierungsquote an Aussagekraft. In manchen Fällen verschleiern sie den tatsächlichen Wert von Support sogar.
Das führt dazu, dass Führungsteams häufig Folgendes beobachten:
- steigende Automatisierungsquoten bei stagnierenden Einsparungen
- verbesserte CSAT-Werte ohne klaren finanziellen Effekt
- starke CX- und Effizienzkennzahlen, die sich dennoch nicht in unternehmerische Ergebnisse übersetzen lassen
Support ist nicht weniger wertvoll geworden. Doch durch den Einsatz von KI sind die Erwartungen gestiegen – und lineares Denken in einzelnen Metriken reicht nicht mehr aus, um den tatsächlichen Beitrag von Support zu bewerten.
Wo sich Customer-Support-ROI tatsächlich zeigt
Der ROI von Customer Support zeigt sich nur selten als „direkt generierter Umsatz“. Stattdessen wird er sichtbar in vermiedenen Verlusten und reduzierten Risiken. Konkret äußert sich das in Veränderungen im Kundenverhalten, etwa durch:
- weniger Rückerstattungen
- geringere Eskalationen
- einen Rückgang öffentlicher Beschwerden
- sinkendes Abwanderungsrisiko
- höheres Vertrauen an entscheidenden Punkten der Customer Journey
Diese Signale entstehen nicht über Nacht. Sie bauen sich über Zeit auf – und werden deshalb in Budgetdiskussionen häufig unterschätzt.
In einem unserer Kundenprojekte (Details aufgrund einer NDA anonymisiert) wurde der Customer Support über einen Zeitraum von zwölf Monaten vollständig neu aufgebaut. Ziel war nicht allein eine schnellere Reaktionszeit, sondern eine frühere und konsistentere Problemlösung entlang der gesamten Customer Journey. Die Ergebnisse waren eindeutig:
- Rückerstattungsquote von 40 % auf 4 % gesenkt
- CSAT-Anstieg von 50 auf 95
- NPS-Steigerung von 32 auf 80
- Verbesserung der Trustpilot-Bewertung von 3,0 auf 4,7
- Erhöhung der Chargeback-Erfolgsquote von 5 % auf 90 % durch ein dediziertes Billing-Team im Support
Keine dieser Kennzahlen für sich genommen „beweist“ ROI. In ihrer Gesamtheit zeigen sie jedoch, wie Support begann, Ergebnisse zu beeinflussen, die in klassischen CX-Dashboards kaum sichtbar sind: Rückerstattungen gingen zurück, weil Probleme frühzeitig gelöst wurden; öffentliche Bewertungen verbesserten sich, weil weniger Kunden an ihre Belastungsgrenze kamen; Loyalität wuchs, weil Support von Schadensbegrenzung zu echter Bedürfnislösung überging.
Darüber hinaus begann das Team, Kundenanfragen systematisch zu analysieren, um Muster und frühe Reibungspunkte zu identifizieren. Dadurch wurden Abweichungen zwischen angenommener Customer Journey und tatsächlichem Kundenerlebnis sichtbar. Für das Management entstand so eine deutlich belastbarere Grundlage für strategische Entscheidungen. Diese Erkenntnisse führten zu neuen Services, die sich am realen Kundenverhalten orientierten – und damit Wachstum und Umsatz beschleunigten.
So zeigt sich Support-ROI in der Praxis: nicht als einzelne Kennzahl, sondern als Zusammenspiel aus vermiedenen Verlusten, gestärktem Vertrauen und datenbasierten Entscheidungen.
Wie hybrider Support die Wirtschaftlichkeit verändert
Über Jahre hinweg galt Automatisierung als vermeintliche „Wunderlösung“ zur Kostensenkung. Die Logik war simpel: geringere Supportkosten führen automatisch zu höherem ROI. In der Realität ist der Zusammenhang komplexer. Niedrigere Kosten bedeuten nicht automatisch höhere Erträge – insbesondere dann nicht, wenn Automatisierung genau die Mechanismen entfernt, die Verluste verhindern.
Wird Support ausschließlich auf Effizienz optimiert, verschwinden ungelöste Probleme nicht. Sie verlagern sich: in Rückerstattungen, Chargebacks, Abwanderung und öffentliche Beschwerden. Einsparungen tauchen in einer Zeile der GuV auf, während sich der Schaden still im restlichen Unternehmen summiert. Hybrider Support kann diese Gleichung verändern – aber nur, wenn er bewusst gestaltet wird.
Wenn KI im Support richtig eingesetzt wird:
- lassen sich bis zu 85 % der Anfragen automatisiert bearbeiten
- liegt der CSAT rund 15 % höher als in nicht-hybriden Setups
- führt KI echte Aktionen aus (Rückerstattungen, Kündigungen, Account-Änderungen) statt nur standardisierte Antworten zu versenden
In abonnementbasierten Geschäftsmodellen beginnen wir beispielsweise stets mit einer Analyse eingehender Anfragen, um zu verstehen, welche Aktionen sich sicher vollständig automatisieren lassen. Rund 50 % der Kündigungsanfragen sind in der Regel unkompliziert und risikoarm – und damit gut für eine End-to-End-Automatisierung geeignet.
Die verbleibenden Fälle unterscheiden sich deutlich. Etwa ein Viertel der Kündigungsanfragen stammt von frustrierten oder emotional belasteten Kunden. Diese Interaktionen bergen das höchste Risiko für Abwanderung. In gut konzipierten hybriden Setups übernimmt Automatisierung hier die Rolle eines Co-Piloten: Sie kennzeichnet risikoreiche Fälle, eskaliert sie an menschliche Agents und liefert Kontext – während Tonfall, Urteilsvermögen und finale Entscheidungen bewusst beim Menschen bleiben.
Der wirtschaftliche Effekt entsteht dabei nicht durch den Ersatz von Menschen, sondern durch den gezielten Einsatz menschlicher Aufmerksamkeit genau in den Momenten, die Vertrauen und Loyalität tatsächlich entscheiden.
Warum hybrider ROI klassische Messlogik sprengt
In Projekten, in denen First-Level-KI sinnvoll eingeführt wird, sinken die Supportkosten innerhalb eines Jahres typischerweise um 15 bis 25 %, abhängig vom Geschäftsmodell. Gleichzeitig verbessern sich häufig die Erlebniskennzahlen. Diese Kombination ist jedoch kein Selbstläufer – sie entsteht nur dann, wenn Automatisierung Probleme wirklich löst und nicht lediglich verlagert.
Der Haken: Hybrider Support macht ROI schwerer messbar. Klassische ROI-Modelle gehen davon aus, dass Wertschöpfung klar getrennt erfolgt. In Wirklichkeit entsteht der größte Effekt genau dort, wo KI und Menschen zusammenarbeiten: Probleme werden verhindert, Kundenbeziehungen stabilisiert und Loyalität geschützt.
Finanzteams sehen deshalb oft Verbesserungen, können sie aber in bestehenden Scorecards nicht abbilden. Während sich das operative Modell weiterentwickelt hat, ist die Logik der Messung stehen geblieben.
Was Führungskräfte tatsächlich messen sollten
2026 müssen Unternehmen von Aktivitätsmetriken zu Wirkungssignalen wechseln. Ein praxisnaher Ansatz besteht darin, Ergebnisse auf drei Ebenen zu verfolgen:
- Finanzielle Risiken und Leckagen: Rückerstattungsquoten, Chargeback-Erfolgsraten, Dispute-Volumen, wiederkehrende Zahlungsprobleme.
- Vertrauens- und Reibungssignale: öffentliche Bewertungen, Eskalationstrends, Wiederholungskontakte, Kundenstimmung.
- Bindungsindikatoren: Abwanderungsrisikosegmente, Kündigungsmuster und Retention-Ergebnisse (auch wenn die exakte Umsatzzuordnung später erfolgt).
Diese Signale machen Wert früher sichtbar als klassische Umsatzberichte. Sie zeigen, ob Support Verluste verhindert – und genau dort beginnt ROI in der Regel.
Wie sich Support-Budgets rechnen
Support-Budgets scheitern, wenn sie ausschließlich an Ticketvolumen und Headcount ausgerichtet sind. Ein gesünderer Ansatz beginnt mit einer anderen Frage: Wo kostet schlechter Support unser Unternehmen am meisten Geld?
Teams, die echten ROI aus Support erzielen, investieren typischerweise in drei Bereiche:
- Präventionsfähigkeit
Support übernimmt Zahlungs- und Abrechnungsthemen, steuert risikoreiche Fälle und etabliert Feedback-Loops zur Ursachenanalyse. - Automatisierung mit Fokus auf Lösung
First-Level-KI erledigt risikoarme Aufgaben vollständig, statt Anfragen lediglich weiterzureichen. - Menschliches Urteilsvermögen dort, wo es zählt
Menschen bearbeiten Hochrisiko-Kündigungen, Eskalationen, emotional sensible Fälle und betreuen besonders wertvolle Kunden.
In diesem Moment hört Support auf, ein Kostenpunkt zu sein, und wird zu einem strategischen Hebel, der Umsatz schützt, Risiken reduziert und mit dem Unternehmen skaliert.
Fazit
2026 entsteht der tatsächliche ROI von Customer Support vor allem dadurch, dass vermeidbare Probleme gar nicht erst zu Umsatzverlusten werden.
Automatisierung ist entscheidend – aber nur dann, wenn sie Probleme tatsächlich löst. Und menschliches Urteilsvermögen sollte gezielt dort eingesetzt werden, wo es Retention, Loyalität und Vertrauen wirklich beeinflusst.
Für Führungskräfte, die sich auf Ergebnisse statt auf Aktivitätskennzahlen konzentrieren, ist Support kein Cost Center mehr. Er ist das, was er schon heute sein sollte: ein Hebel zum Schutz von Umsatz, zur Reduktion von Risiken und zur Nutzung von Kundenverhalten als Grundlage für fundierte unternehmerische Entscheidungen.
Über die Autorin
Nataliia Onyshkevych ist CEO von EverHelp und verfügt über fast zehn Jahre praktische Erfahrung im operativen Customer Support – von der Tätigkeit als Support-Agentin bis hin zur Führungsposition. Sie arbeitet mit wachsenden Unternehmen aus serviceorientierten Branchen, darunter SaaS und E-Commerce, und unterstützt sie dabei, ihren Customer Support zu skalieren und gleichzeitig Qualität in einem KI-gestützten Umfeld sicherzustellen. Ihre Beiträge sind unter anderem im Forbes Business Council, bei CallCenterProfi und CustomerThink erschienen.
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
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